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Dokumentenidentifikation DE10023896A1 22.11.2001
Titel Vorrichtung und Verfahren zum Einsetzen eines Ausbrechstiftes
Anmelder Meurer Stanztechnologie GmbH, 78315 Radolfzell, DE
Erfinder Stroppel, Karl-Anton, 78333 Stockach, DE;
Jakob, Joachim, 78315 Radolfzell, DE;
Meurer, Bernd-Claus, 78315 Radolfzell, DE
Vertreter Hiebsch Peege Behrmann, 78224 Singen
DE-Anmeldedatum 17.05.2000
DE-Aktenzeichen 10023896
Offenlegungstag 22.11.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2001
IPC-Hauptklasse B26F 1/24
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einsetzen eines Ausbrechstiftes (32), vorzugsweise einer Mehrzahl von Ausbrechstiften verschiedenen Stiftdurchmessers oder Stifttyps, in ein plattenförmiges Ausbrechwerkzeug (18), mit einem zum Einpressen des Ausbrechstiftes durch Druckbeaufschlagung ausgebildeten, an einer Einsetzposition oberhalb des Ausbrechwerkzeugs positionierbaren Einsetzkopf (10) sowie einer mit dem Einsetzkopf verbundenen Magazineinheit zum Zuführen des Ausbrechstiftes, wobei die Magazineinheit zum gleichzeitigen Aufnehmen einer Mehrzahl von Ausbrechstiften verschiedenen Typs ausgebildet und mit dem Einsetzkopf (10) über eine bevorzugt flexible Zuführungsleitung (24) verbunden ist und der Einsetzkopf eine Mehrzahl von in einer Einsetzrichtung ausgerichteten Führungen (16) aufweist, die zum selektiven Ausrichten auf die Zuführungsleitung zur Stiftübernahme sowie auf eine Krafteintragsposition zum Einpressen des Ausbrechstiftes bewegbar ausgebildet sind.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zum Einsetzen eines Ausbrechstiftes in ein Ausbrechwerkzeug nach der europäischen Patentanmeldung 0 311 916 der Anmelderin.

Aus dieser Druckschrift zum Stand der Technik werden, neben den gattungsbildenden Merkmalen der vorliegenden Erfindung, Hintergrund und Einsatzgebiete der vorliegenden Technologie beschrieben, auf welche hiermit Bezug genommen wird, und welche als in die vorliegende Offenbarung einbezogen gelten sollen.

So deutet sich bereits aus dem zitierten gattungsbildenden Stand der Technik an, dass das (teilweise) automatisierte Einsetzen von Ausbrechstiften insbesondere bei komplexen Ausbrechwerkzeugen zahlreiche Vorteile besitzt, etwa Zeitersparnisse sowie weitgehendes Vermeiden von (benutzerbedingten) Positionsfehlern.

Allerdings besitzt die gattungsbildende Vorrichtung noch eine Anzahl von Nachteilen, die es insbesondere bei Ausbrechwerkzeugen mit einer Mehrzahl verschiedener Stifttypen, Stiftdurchmesser usw. zu überwinden gilt: So sieht zum einen die bekannte Vorrichtung vor, dass eine Bedienperson manuell eine jeweilige Einsetzposition für einen Ausbrechstift anfährt, woraufhin dann das im Stand der Technik beschriebene (pneumatisch unterstützte) Einpressen des Ausbrechstifts erfolgt.

Sieht jedoch ein durch das Ausbrechwerkzeug zu verarbeitender Nutzen vor, dass, etwa bedingt durch die Art der Zuschnitte, verschiedene Ausbrechstifte an verschiedenen Positionen des Ausbrechwerkzeuges gesetzt werden müssen, so ergibt sich bei der gattungsbildenden Vorrichtung die Notwendigkeit, das Stiftmagazin am Einsetzkopf und damit auch den konkret einzusetzenden Stifttyp (der in einem jeweiligen stiftspezifischen Magazin gehalten ist) zu wechseln. Dies ist nicht nur zeitaufwendig, sondern führt, insbesondere bei einer Mehrzahl verschiedener zu verwendender Stifte (aktuelle Bearbeitungswerkzeuge sehen bis zu sechs Stifttypen vor, die sich sowohl durch ihren jeweiligen Schaftdurchmesser, als auch Typ und Beschaffenheit des Stiftkopfes unterscheiden) zu beträchtlichem Zeitaufwand.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine gattungsbildende Vorrichtung sowie ein aus dem Stand der Technik bekanntes Verfahren zum Einbringen von Ausbrechstiften in ein Ausbrechwerkzeug im Hinblick auf Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, und insbesondere die Gesamtzeit zum Bestücken eines Ausbrechwerkzeuges mit Ausbrechstiften zu verringern.

Die Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 1 sowie die Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 2 bzw. des Anspruches 3 gelöst; darüber hinaus werden als zur Erfindung gehörig beansprucht sämtliche Kombinationen von Vorrichtungs- und/oder Verfahrensmerkmalen, wie sie sich aus der vorliegenden Gesamtoffenbarung mit Zeichnungen, Beschreibung und Ansprüchen ergeben.

In erfindungsgemäß vorteilhafter Weise ermöglichen es die im Einsetzkopf vorgesehenen, bewegbaren Führungen, die jeweils an einen zu verwendenden Typ von Ausbrechstift angepasst sind, den Einsetzkopf zum aufeinanderfolgenden Bestücken verschiedene Ausbrechstifte zu verwenden, wobei, je nach (bevorzugt durch computerisierte Steuerung) vorgegebener Reihenfolge von Ausbrechstiften, eine jeweils geeignete, spezifische Führung den Ausbrechstift von der Zuführungsleitung übernehmen und nachfolgend den übernommenen Stift zum Einpressen führen kann.

Insbesondere durch Vorsehen einer (einzelnen) flexiblen Zuführungsleitung von einer Mehrzahl stifttypspezifischer und stationär an der Vorrichtung angeordneter Magazine kann somit der Einsetzkopf kontinuierlich und ohne Unterbrechung an jeweilige Einsetzpositionen gebracht werden und dort den jeweils vorgesehenen Stift positionieren, ohne dass, etwa im Fall eines Wechsels von Stifttypen, erst mühsam und zeitaufwendig ein jeweiliges (im Stand der Technik unmittelbar am Einsetzkopf vorgesehenes) Magazin mit entsprechenden Entnahmeeinheiten ausgetauscht werden muss. Vielmehr ermöglicht die vorliegende Erfindung einen Dauerbetrieb, der lediglich durch das Fassungsvermögen der jeweiligen (stifttypspezifischen) Magazine begrenzt ist, und die benötigte Zeit zum Bestücken des Ausbrechwerkzeuges nunmehr lediglich noch durch die benötigten Zeiten zum Positionieren des Einsetzkopfes, zur Übernahme eines jeweiligen Stiftes und zum Einpressen desselben bestimmt wird.

Angesichts der mit Rüst- bzw. Standzeiten verbundenen hohen Kosten wirkt sich damit die vorliegende Erfindung als überaus vorteilhaft und auch ökonomisch nützlich aus.

In der Weiterbildung der Erfindung ist zum einen vorgesehen, dass sämtliche Aktivitäten, eingeschlossen das Positionieren des Einsetzkopfes an einer vorgesehenen Position über dem Ausbrechwerkzeug, vollautomatisiert und numerisch gesteuert erfolgen, etwa mittels geeignet programmierter (und ansonsten bekannter) Maschinensteuerung, die, etwa in der Art einer Plottereinheit, auf einem ansonsten bekannten Setztisch in der X-Y-Ebene vorgegebene Positionen anfahren kann.

Bevorzugt ist es zudem, die (für die Mehrzahl verschiedener Stifttypen vorgesehene) gemeinsame Zuführungsleitung schlauchförmig auszubilden und mittels Druckluft od. dgl. zu betreiben, so dass von einem ausgewählten stationären Magazin ein jeweiliger Stift schnell und störungsfrei zum Einsetzkopf übertragen und dort in eine entsprechend zugeordnete Führung übernommen werden kann.

Während es sich für eine Vertikalpositionierung des Einsetzkopfes als bevorzugt herausgestellt hat, einen (ansonsten bekannten) Linearantrieb mit Schrittmotoren vorzusehen, werden weiterbildungsgemäß Schritte des Absenkens der Führungen (mit darin gehaltenen Ausbrechstiften) sowie nachfolgendes Einpressen der Ausbrechstifte mittels geeigneter Pneumatikeinrichtungen, wie sie ansonsten auch aus der EP 0 311 916 bekannt sind, vorgenommen.

Da es im Rahmen der vorliegenden Erfindung lediglich darauf ankommt, dass die erfindungsgemäße Mehrzahl von Führungen relativ zu der flexiblen Zuführungsleitung sowie zu einem für das Einpressen vorgesehenen Krafteintragselement bewegbar sind, ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl möglich, wie von einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, eine Führungen tragende Einheit zu bewegen, als auch Zuführungsleitung und Krafteintragselement entsprechend zu bewegen.

Hinsichtlich Details eines geeigneten Ausbrechstiftes, eines Einpressen desselben sowie einer prinzipiellen Ausbildung eines Einsetztisches wird auf die EP 0 311 916 verwiesen, die hinsichtlich der genannten Erfindungsaspekte in die vorliegende Offenbarung als zur Erfindung gehörig einbezogen gelten soll.

Unabhängiger Schutz wird für ein Verfahren nach dem Patentanspruch 3 beansprucht, wobei hiermit insbesondere ein mögliches Problem beim Ausbrechen größerer Nutzenflächen (mit entsprechend größeren Ausbrechwerkzeugen) gelöst wird: Im Stand der Technik (mit typischerweise Ausbrechwerkzeugen, die eine Mehrzahl von Ausbrechstiften derselben Stifthöhe im eingesetzten Zustand tragen) kann es im Ausbrechbetrieb zu Durchbiegungseffekten od. dgl. kommen, die dazu führen, dass randseitig und/oder mittig gelegene Ausbrechstifte ihre Funktion nicht mehr ordnungsgemäß erfüllen, im Negativfall sogar nicht mehr in der beabsichtigten Weise die Abfallstücke aus dem Nutzen entfernen.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird dieses Problem dadurch gelöst, dass die einzelnen Ausbrechstifte höhenversetzt positioniert werden, und zwar so, dass (bezogen auf einen Flächenschwerpunkt des Ausbrechwerkzeuges bzw. des Nutzens) außenliegende Ausbrechstifte im montierten Zustand eine relativ größere resultierende Stifthöhe aufweisen als innenliegende. Durch eine solche Anordnung kann dann eine mögliche Biegelinie eines Ausbrechwerkzeuges im praktischen Ausbrechbetrieb kompensiert werden, so dass im Ergebnis wiederum ein gleichmäßiges Ausbrechen erfolgen kann. In der Weiterbildung - insbesondere vor dem Hintergrund, den notwendigen Rechenaufwand beim Berechnen der jeweiligen Positionen und Stifthöhen zu vermindern - bietet es sich an, eine vorbestimmte Anzahl diskreter, verschiedener resultierender Stifthöhen vorzusehen, typischerweise drei oder vier, welche dann konzentrischen Flächenelementen (z. B. Rechtecken) des Werkzeuges zugeordnet werden, so dass im Höhenprofil eine gestufte Anordnung der Ausbrechstifte entsteht.

Der vorliegenden Erfindung liegt zudem ein Systemgedanke zugrunde, nämlich das Schaffen eines integrierten, an eine geeignete CAD-Einheit mit Nutzen- bzw. Werkzeugdaten angepasstes Bestückungssystem, welches bereits auf der Basis von Konstruktionsdaten des Ausbrechwerkzeuges (insbesondere Anordnung und Position der Durchbrüche) Position, Stifttyp und resultierende Stifthöhe, ggf. zusätzlich Positionen etwaiger Auflagen, berechnet und danach die erfindungsgemäße Einheit ansteuert. Die zum (ehemals zeitaufwendigen) Herstellen eines Ausbrechwerkzeuges benötigte Gesamtzeit läßt sich damit minimieren.

Da zudem der zusätzliche Baugruppen- bzw. Bauelementeaufwand für die vorliegende Erfindung sich weitgehend auf die alternative Ausbildung des Einsetzkopfes (mit der zusätzlichen Bewegbarkeit der Mehrzahl der Führungen) sowie die flexible Anbindung einer Mehrzahl von Magazinen per Vereinzelung und einer flexiblen Schlaucheinheit zum Einsetzkopf beschränkt, läßt sich die vorliegende Erfindung mit geringen zusätzlichen Kosten realisieren, so dass ein Abgabepreis des Endsystems zu erwarten ist, der im Bereich bereits existierender, jedoch - wie oben dargelegt - deutlich weniger leistungsfähiger Systeme liegt.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen. Diese zeigen in

Fig. 1: eine schematische Seitenansicht des Einsetzkopfes gemäß einer ersten, bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer auf die Zuführungsleitung ausgerichteten Position eines Führungselements;

Fig. 2: eine Detailansicht einer bodenseitigen Führungselement-Verschiebeeinheit, die verdeutlicht, wie ein betreffendes Führungselement (Hülse) einen Ausbrechstift von der Zuführungsleitung übernimmt;

Fig. 3: eine Seitenansicht des Einsetzkopfes gemäß Fig. 1, jedoch in einer Einpressposition des Führungselements mit zurückgezogener Führungselement-Verschiebeeinheit und angekoppeltem Krafteintragselement für das Einpressen;

Fig. 4: eine Ansicht entlang der Schnittlinie F-F in Fig. 1;

Fig. 5: eine horizontal um 90° gedrehte Ansicht der Einheit gemäß Fig. 1, Fig. 3 mit schematisch gezeigter Zuführungsleitung;

Fig. 6: eine Seitenansicht des Einsetzkopfes mit (bereits teilweise) eingepresstem Ausbrechstift;

Fig. 7: eine Schnittansicht entlang der Schnittlinie E-E in Fig. 1;

Fig. 8: eine Ansicht entsprechend Fig. 5, jedoch mit schematisch gezeigten Linearantrieb für eine Vertikalpositionierung des Einsetzkopfes;

Fig. 9: eine Schnittansicht entlang der Linie A-A in Fig. 8 (mit einem teilweise abgesenkten Zustand der Führungselement- Verschiebeeinheit) und

Fig. 10: eine Schnittansicht entlang der Schnittlinie D-D in Fig. 3.

Wie in Fig. 1 gezeigt, weist der Einsetzkopf 10 eine obenliegende Pneumatik-Zylindereinheit 12 auf, die über ein Paar von Schubstangen 14 als Krafteintragselemente zum Übertragen einer von der Einheit 12 erzeugten Druckkraft auf einen in einem eines Paares von hülsenförmigen Führungselementen 16 gehaltenen Ausbrechstift 32 ausgebildet sind, wobei mittels dieser Kraft der Ausbrechstift in ansonsten bekannter Weise in das unterliegende (lediglich schematisch gezeigte) Ausbrechwerkzeug 18 eingepresst werden kann.

Wie im Zusammenhang mit Fig. 3 und Fig. 4 gezeigt, ist zwischen der Pneumatik-Zylindereinheit 12 und dem Paar von Schubstangen 14 eine Auswahl- bzw. Selektionseinheit 20 vorgesehen, welche, angetrieben durch ein Stellelement 22, die Kraft des Pneumatikzylinders 12 wahlweise auf die linke oder rechte des Paares der Schubstangen 14 überträgt und so einen Kraftschluss herstellt, während die jeweils andere des Paares von Schubstangen 14 (vgl. Fig. 9) bei Druckbeaufschlagung durch die Zylindereinheit 12 frei durch die Selektionseinheit 20 hindurchtreten kann.

Wie in der Fig. 3 erkennbar ist, besitzt die Selektionseinheit 20 für eine jeweils anzukoppelnde Schubstange 14 eine Klaue 15, die den Kraftschluss herstellt.

Bevor jedoch in dieser Weise das Einpressen eines Ausbrechstifts 32 aus einem jeweils ausgewählten Führungselement 16 erfolgen kann, ist es notwendig, in das betreffende Führungselement 16 den Ausbrechstift einzubringen. Dies geschieht mittels der als flexible Leitung 24 realisierten Zuführungsleitung, welche in der in Fig. 1 bzw. Fig. 5 gezeigten Position mit dem linksseitigen des Paares der Führungselemente 16 fluchtet, so dass ein aus einer Mehrzahl vom Rand eines (nicht gezeigten) Stiftsetztisches vorgesehener stifttypspezifischer Magazine vereinzelt entnommener Ausbrechstift, bevorzugt mittels Luftdruck, über die Leitung 24 zum Führungselement 16 transportiert werden kann. Damit nicht bereits zu diesem Zeitpunkt ein Eindringen des Stiftes in die unterliegende Werkzeugoberfläche 18 erfolgt, verhindert in der in Fig. 5 gezeigten Nachfüllposition der Führungselemente 16 ein das betreffende Führungselement in der gezeigten Position endseitig verschließendes, U-förmiges streifenförmiges Bügelelement 26.

Nach dem Befüllen (Fig. 1, Fig. 5) bewegt eine Führungselement-Verschiebeeinheit 28 (paarweise, d. h. für jedes des Paares von Führungselementen 16 gebildet, vgl. Fig. 2) das betreffend befüllte Führungselement in die für das Einpressen vorgesehene Position (Fig. 3), woraufhin dann ein Absenken des Führungselements (bzw. der Führungselement-Verschiebeeinheit 28) auf die Werkzeugoberfläche mittels einer geeigneten seitlichen Pneumatikeinheit 30 und daraufhin das eingangs bereits beschriebene Einpressen des Ausbrechstifts durch den Kraftschluss - Pneumatikzylinder 12 - Schubstange 14 - auf den im linksseitigen Führungselement 16 gehaltene Ausbrechstift 32 erfolgt.

Die Fig. 8 zeigt zusätzlich einen Linearantrieb 34, welcher zur Vertikalpositionierung des Einsetzkopfes 10, und insbesondere auch damit zur Einstellung der Einpresstiefe (entsprechend zur Bestimmung der resultierenden Stifthöhe eines eingepressen Stiftes) eingesetzt wird. Zur Fixierung der eingestellten Höhe weist die Linearführung 34 eine geeignete Brems- bzw. Blockiereinheit auf, damit durch ein nachfolgendes mit Pneumatikkraft bewirktes Einpressen keine Vertikalverschiebung erfolgt.

Im praktischen Betrieb läßt sich mit der Vorrichtung in der gezeigten Ausführungsfarm eine Zykluszeit von ca. 3 bis 4 Sekunden (einschließlich Wechsel der Stiftposition) realisieren, was dazu führt, dass eine durchschnittliche Ausbrechform mit ca. 400 Stiften in etwa einer halben Stunde hergestellt werden kann. Gegenüber dem Stand der Technik ergeben sich dadurch beträchtliche Zeitvorteile.

In der praktischen Realisierung finden üblicherweise X-Y- Plottereinheiten einer Bearbeitungsfläche von 1,6 × 1,3 Metern bzw. 2,1 × 1,3 Metern Verwendung; eine typische Brettstärke für das Werkzeug 18 beträgt 15 mm.

Für eine Realisierung der gestuften Höhen des Ausbrechstiftes werden typischerweise drei bis vier diskrete Stifthöhen vorgesehen, d. h. die jeweiligen Abfallnester werden in drei bis vier Ebenen bearbeitet. In einer bevorzugten Ausführungsform werden um den Flächenschwerpunkt der Summe aller Abfallflächen drei konzentrische Rechtecke gebildet; die Rechtecke werden dabei so aufgeteilt, dass jeweils in etwa dieselbe Anzahl von Abfällen in jedem Rechteck liegt. Um jedoch die Berechnungen nicht zu komplizieren, können hier Toleranzen zugelassen werden, die etwa bis zu 20% betragen.

In der Umsetzung des erfindungsgemäßen Systemgedanken zur vollautomatischen Bestückung werden typischerweise Herstelldaten von einer CAD-Anlage (etwa als HPGL oder im DIN- Format) empfangen, und es erfolgt in einem ersten Schritt Auswahl und Positionierung der benötigten Stifttypen (wobei das CAD-System idealerweise Positionierungsvorschläge gibt, die übernommen, korrigiert, oder verworfen werden können). In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Verteilung der Stifthöhen und Berechnung der Verteilungsrechtecke, wobei der Bediener zwischen 1, 2, 3 und 4 Ebenen wählen kann und das System die Verteilung dann selbständig vornimmt.

In einer praktischen Realisierung werden zudem sechs Magazine für sechs verschiedene Stifte so randseitig am Arbeitstisch positioniert, dass jeweils zwei Verpackungseinheiten eines Stifttyps darin jeweils Platz finden. Bei Unterschreiten einer bestimmten Füllhöhe leuchtet eine Kontrolllampe auf, die zum Nachfüllen auffordert. Auch können neue Magazine so aufgesetzt werden, dass keine Betriebsunterbrechung notwendig ist.

Gemäß bevorzugter Weiterbildungen ist es zudem möglich, den Stifttransport zum Setzkopf durch Identifikationsmittel zu kontrollieren, etwa mittels optischer Sensorik und/oder geeigneter Systemsteuerung nach erfolgtem Betriebszyklus.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Einsetzen eines Ausbrechstiftes (32), vorzugsweise einer Mehrzahl von Ausbrechstiften verschiedenen Stiftdurchmessers oder Stifttyps, in ein plattenförmiges Ausbrechwerkzeug (18), mit einem zum Einpressen des Ausbrechstiftes durch Druckbeaufschlagung ausgebildeten, an einer Einsetzposition oberhalb des Ausbrechwerkzeugs positionierbaren Einsetzkopf (10) sowie einer mit dem Einsetzkopf verbundenen Magazineinheit zum Zuführen des Ausbrechstiftes, dadurch gekennzeichnet, dass die Magazineinheit zum gleichzeitigen Aufnehmen einer Mehrzahl von Ausbrechstiften verschiedenen Typs ausgebildet und mit dem Einsetzkopf (10) über eine bevorzugt flexible Zuführungsleitung (24) verbunden ist und der Einsetzkopf eine Mehrzahl von in einer Einsetzrichtung ausgerichteten Führungen (16) aufweist, die zum selektiven Ausrichten auf die Zuführungsleitung zur Stiftübernahme sowie auf eine Krafteintragsposition zum Einpressen des Ausbrechstiftes bewegbar ausgebildet sind.
  2. 2. Verfahren zum Einsetzen eines Ausbrechstiftes, vorzugsweise einer Mehrzahl von Ausbrechstiften verschiedenen Stiftdurchmessers und Stifttyps, in ein plattenförmiges Ausbrechwerkzeug, insbesondere zum Betreiben der Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. - Positionieren eines Einsetzkopfes an eine vorgesehene Position über dem Ausbrechwerkzeug,
    2. - Transportieren eines Ausbrechstiftes von einer bevorzugt stationären Magazineinheit zum Einsetzkopf,
    3. - Einbringen des Ausbrechstiftes in ein stiftspezifisches einer Mehrzahl von Führungselementen des Einsetzkopfes,
    4. - Absenken des Führungselements auf die Oberfläche des Ausbrechwerkzeuges und
    5. - Einpressen des Ausbrechstiftes.
  3. 3. Verfahren zum Einsetzen einer Mehrzahl von Ausbrechstiften in ein plattenförmiges Ausbrechwerkzeug, mit den Schritten:
    1. - Positionieren eines Einsetzkopfes an einer für einen jeweiligen Ausbrechstift vorgesehenen Position und
    2. - Einpressen des Ausbrechstiftes,
    gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. - Einstellen und/oder Vorwählen einer vorbestimmten Einsetztiefe eines jeweiligen Ausbrechstiftes zum Erreichen einer resultierenden Stifthöhe des eingesetzten Stifts,
    2. - wobei das Einstellen und/oder Vorwählen so erfolgt, dass, bezogen auf einen Flächenschwerpunkt des mit der Mehrzahl von Ausbrechstiften bestückten Ausbrechwerkzeugs, außenliegende Ausbrechstifte eine größere resultierende Stifthöhe aufweisen als innenliegende Ausbrechstifte.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder Verfahren nach Anspruch 2 und/oder Verfahren nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine beliebige Kombination mit aus den vorliegenden Anmeldungsunterlagen erkennbaren Vorrichtungs- und/oder Verfahrensmerkmalen.






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