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Dokumentenidentifikation DE19808622C2 13.12.2001
Titel Fahrweg
Anmelder Max Bögl Bauunternehmung, 92318 Neumarkt, DE
Erfinder Reichel, Dieter, 92318 Neumarkt, DE;
Feix, Jürgen, Dr., 80689 München, DE
Vertreter Canzler & Bergmeier, Patentanwälte, 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 28.02.1998
DE-Aktenzeichen 19808622
Offenlegungstag 23.09.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.12.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2001
IPC-Hauptklasse E01B 25/30
Zusammenfassung Ein Fahrweg für ein spurgebundenes Fahrzeug, insbesondere eine Magnetschwebebahn, weist an einer Platte angeordnete Funktionsebenen (11, 12, 13) und einen die Platte tragenden Träger (6) auf. Die Platte ist eine im Querschnitt rechteckförmige, gesondert hergestellte Betonfertigteilplatte (7), an deren beiden seitlichen Bereichen die Funktionsebenen (11, 12, 13) angeordnet sind. Die Betonfertigteilplatte (7) ist mittels Abstandsstücken (8) auf der Oberseite des Trägers (6) angeordnet. Festhalteeinrichtungen sind teilweise mit einer Abhebesicherung der Betonfertigteilplatte (7) versehen, und die Lagerung der Betonfertigteilplatte (7) ist mittels Festhalteeinrichtungen und Abhebesicherung auf dem Träger (6) derart, daß sich eine freie Temperaturausdehnung der Betonfertigteilplatte (7) ergibt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrweg eines spurgebundenen Fahrzeugs, insbesondere einer Magnetschwebebahn.

Bei bekannten gattungsgemäßen Fahrwegen weist die Tragekonstruktion einen Träger auf, der vollständig aus Stahl hergestellt ist und auf einer Lagerkonsole ruht. An dem Träger sind die Funktionsebenen angeschweißt oder - bei einem Träger aus Stahlbeton oder Beton - nachträglich einbetoniert. Bei dieser bekannten Tragekonstruktion ist die mangelnde Einstellbarkeit, Justage und Demontage der Funktionsebenen, die seitlich an dem Träger angebracht sind, von Nachteil. Es handelt sich hierbei um die auf der Oberseite angebrachte Gleitleiste, die rechtwinklig hierzu die Seite begrenzende Seitenführungsschiene und die auf der Unterseite der Gleitleiste gegenüberliegende Aufhängung für das Statorpaket des Linearmotors.

Nachteilig ist die bei Sonneneinstrahlung starke Ausdehnung der Funktionsebene, wodurch Kräfte und Biegemomente auf den Träger ausgeübt werden, was in hohem Maße für die Hochgeschwindigkeitsbahn unerwünscht ist.

In der DE 41 15 935 A1 ist ein Fahrweg einer Magnetschwebebahn gezeigt, bei welchem zweiarmige Träger verwendet werden. An jedem Arm des Trägers ist eine Platte angeordnet, welche Funktionsebenen für das Fahrzeug trägt. Zwei solcher Platten sind erforderlich, um eine Führung des Magnetschwebefahrzeugs zu ermöglichen. Es sind hierbei Einstellvorrichtungen vorgesehen, mit welchen die beiden Platten zueinander justiert werden können. Dies ist erforderlich, da die beiden, an den zwei Armen befestigten, korrespondierenden Platten bzw. Funktionsebenen sehr genau aufeinander abgestimmt werden müssen. Die zulässigen Toleranzen sind sehr gering, um den Fahrbetrieb des Magnetschwebefahrzeuges zu gewährleisten. Die geringen zulässigen Toleranzen sind mit den schweren zueinander zu verschiebenden Platten nur sehr schwierig und aufwendig einzuhalten.

In der DE 196 19 866 A1 wird vorgeschlagen, daß die Fahrbahn mit einer Abdeckfläche aus Metall, Beton oder Kunststoff versehen wird, die die direkte Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Erwärmung von der Tragwerkoberfläche fernhält, womit auftretende Wärmespannungen reduziert werden. Dies führt einerseits zu erheblichen Mehrkosten beim Bau der Fahrbahn; andererseits ist eine gänzliche Vermeidung der Wärmedehnung mit diesen Maßnahmen nicht erreichbar.

Aus der DE 23 03 552 B2 ist es bekannt, Konsolen vorzusehen, welche auf Fahrbahnlängsträgern mit Dübeln fest angeordnet sind. Bei einer Erwärmung der Konsole 4 ist hier infolge der unnachgiebigen Befestigung auf den Trägern von einer starken Verformung und damit einer entsprechend starken Veränderung der Lage der an den Konsolen angeordneten Trag- und Führungsschienen auszugehen. Ein störungsfreier Fahrbetrieb ist dadurch nicht gewährleistet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen gattungsgemäßen Fahrweg so auszubilden, daß praktisch keine temperaturbedingten Kräfte und Biegemomente auf die Träger einwirken.

Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Hauptanspruchs gelöst.

Der Fahrweg weist einen Träger mit aufgesetzter Betonplatte auf, die die integrierten Funktionsebenen enthält, nämlich eine Gleitleiste aus Stahl auf der Oberseite, eine Seitenführungsleiste rechtwinklig hierzu an der Seite, und auf der Unterseite (parallel zu der Gleitleiste) eine Aufhängung für das Statorpaket des Linearmotors. Hierbei kann der Träger als Stahl-, Beton- oder Stahlbetonträger ausgebildet sein. Bei ebenerdiger Bauweise ist eine direkte Auflagerung der Betonplatte auf Streifenfundamente möglich.

Die Fixierung und Lageeinstellung der auf den Träger aufgesetzten Betonplatten erfolgt durch Festhalteeinrichtungen, wodurch die Unterseite der Betonplatte mit Abstand von der Oberseite des Trägers angeordnet ist und der Träger und die Betonplatte nur über die Festhalteinrichtung verbunden sind.

Zumindest ein Teil der Festhalteeinrichtungen beinhaltet eine Abhebesicherung der Betonplatten. Die bewegliche Lagerung kann durch Gleit- oder Rollenlagerung sichergestellt werden, wobei es bei einer dem Anspruch 4 entsprechenden Anordnung der Festhalteeinrichtungen möglich ist, einen Teil der Festhalteeinrichtungen in nur einer Richtung beweglich auszubilden und dennoch eine freie Temperaturausdehnung der Betonplatte zu gewährleisten. Die Übertragung der Vertikallasten erfolgt dabei auf Gleitflächen oder Rollen. Es ist auch möglich, eine zentrische Lagerung der Betonplatte mit allseitig freier Temperaturausdehnung der restlichen Festhalteeinrichtungen vorzusehen.

Durch diese über die Festhalteeinrichtungen auf den Träger aufgesetzten Betonplatten ist sichergestellt, daß zum einen der Träger von der Sonne nicht direkt bestrahlt und damit aufgewärmt werden kann; zum anderen ist durch die Art der entweder zentrischen Lagerung mit allseitig freier Temperaturausdehnung der Betonplatte oder der Lagerung mit teilweise nur in einer Richtung beweglichen Festhalteeinrichtungen sichergestellt, daß keine Kräfte auf den Träger einwirken.

Die Festhalteeinrichtungen können an sich bekannte Einrichtungen mit Höhenverstellung und Exzenter sein.

Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.

In dieser zeigt:

Fig. 1 den Fahrweg, im schematischen Querschnitt;

Fig. 2 eine erste Ausführungsform für eine Auflageranordnung der Festhalteeinrichtungen gemäß Fig. 1, und

Fig. 3 eine hierzu alternative Ausführungsform.

In Fig. 1 ist auf dem Boden 5 ein insgesamt mit 6 bezeichneter Träger aufgesetzt. Dieser ist im Querschnitt als Hohlträger mit gleichschenkligem Trapez ausgebildet, dessen längere Seite oben und dessen kürzere Seite unten angeordnet ist.

Auf dem Träger 6 ist eine insgesamt mit 7 bezeichnete Betonplatte aufgesetzt, die über Abstandsstücke 8 auf der Oberseite 9 des Trägers 6 mit Abstand angeordnet sind. Hierbei sind die Abstandstücke 8 zugleich als Festhalteeinrichtungen ausgebildet, die eine Abhebesicherung für die Betonplatte 7 beinhalten.

Die Betonplatte 7 ist im Querschnitt rechteckförmig und ist in ihren seitlichen Bereichen auf der Oberseite 10 auf beiden Seiten mit einer längs verlaufenden Gleitleiste 11 und auf den beiden Seitenbereichen mit einer Seitenführungsschiene 12 jeweils versehen, die in etwa rechtwinklig zu der Gleitleiste 11 verläuft. Parallel zu dieser ist auf der Unterseite eine Aufhängung 13 für das (in der Zeichnung nicht gezeigte) Statorpaket des Linearmotors angeordnet.

Vorzugsweise wird diese Betonplatte in Längen von ca. 6 Meter in einer Stahlschalung auf dem Kopf stehend hergestellt, wobei in die Stahlschalung paßgenau die Gleitleisten 11 und die Seitenführungsschienen 10 sowie die Aufhängung 13 in Form von Stahlleisten und -Schienen eingelegt werden und dann der Betoniervorgang erfolgt. Dies hat den Vorteil, daß die Oberseite 10 (in der Schalung unten) gut verdichtet wird und eine allseits geschlossene Oberfläche aufweist. Außerdem ergibt sich ein Höchstmaß an Paßgenauigkeit. Eine nachträgliche Justierung der Relativlage der Funktionsebenen (11, 12, 13) zueinander ist nicht mehr erforderlich.

Außerdem sind die Festhalteeinrichtungen bzw. Abstandstücke 8 in zumindest auf der Unterseite 14 der Betonplatte 7 vorgesehenen Öffnungen 15 (Fig. 2 und 3) vorgesehen. Die Öffnungen können jedoch auch nach oben durchgehend sein.

Fig. 2 und 3 zeigen eine schematische Untersicht der Betonplatte 7 mit den Öffnungen 15, die beim wiedergegebenen Ausführungsbeispiel kreisrund sind. Es ist hierbei möglich, entweder ein zentrisches Festlager F (Fig. 3) vorzusehen, mit welchem die Betonplatte 7 fest auf der Oberfläche 9 des Trägers 6 festgelegt ist. Dann müssen in den restlichen Öffnungen 15 der Betonplatte 7 solche Festhalteeinrichtungen angeordnet werden, die der Platte 7 einen Freiheitsgrad erlauben, wie es mit den Linien 16 angedeutet ist.

Alternativ dazu ist es auch möglich, wie in Fig. 2 gezeigt ist, je 2 der Öffnungen 15 mit einer solchen Festhalteeinrichtung zu versehen, die der Platte 7 nur einen Freiheitsgrad läßt, wie er durch den Freiraum zwischen den beiden schematisch gezeigten Doppelgeraden 18 bei den beiden mittleren Öffnungen 15 der Platte 7 einerseits und einem dazu rechtwinklig verlaufenden Freiheitsgrad bei den beiden äußeren unteren Öffnungen 15 mit den Doppelgeraden 19 gezeigt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrweg für ein spurgebundenes Fahrzeug, insbesondere eine Magnetschwebebahn, mit an einer Platte angeordneten Funktionsebenen (11, 12, 13) und einem die Platte tragenden Träger (6), dadurch gekennzeichnet, daß die Platte eine im Querschnitt rechteckförmige, gesondert hergestellte Betonfertigteilplatte (7) ist, an deren beiden seitlichen Bereichen die Funktionsebenen (11, 12, 13) angeordnet sind, daß die Betonfertigteilplatte (7) mittels Abstandsstücken (8) auf der Oberseite des Trägers (6) angeordnet ist, daß Festhalteeinrichtungen teilweise mit Abhebesicherung der Betonfertigteilplatte (7) vorgesehen sind, und daß die Lagerung der Betonfertigteilplatte (7) mittels der Festhalteeinrichtungen und Abhebesicherung auf dem Träger (6) derart ist, daß sich eine freie Temperaturausdehnung der Betonfertigteilplatte (7) ergibt.
  2. 2. Fahrweg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betonfertigteilplatte (7) zumindest auf ihrer Rückseite (14) Öffnungen (15) zur Aufnahme der Festhalteeinrichtungen (8) aufweist.
  3. 3. Fahrweg nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Festhaltevorrichtungen als zentrischer Festlagerpunkt (F; Fig. 3) ausgebildet ist und die restlichen Festhalteeinrichtungen mit allseitig freier Temperaturausdehnung ausgebildet sind.
  4. 4. Fahrweg nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß insgesamt mindestens 6 Öffnungen (15) an der Betonplatte (7) vorgesehen sind, wovon zwei Paare von Öffnungen (15) mit je einer Festhalteeinrichtung vorgesehen sind, die nur einen Freiheitsgrad (18 bzw. 19) aufweist, und daß die beiden Öffnungen (15) mit demselben Freiheitsgrad (18 bzw. 19) in Richtung dieses Freiheitsgrades liegen.






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