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Dokumentenidentifikation DE10027520A1 03.01.2002
Titel Mehrschichtige Werkstoffplatte zum Bau von Möbeln und Einrichtungsgegenständen
Anmelder Herok, Timm, 34127 Kassel, DE
DE-Anmeldedatum 06.06.2000
DE-Aktenzeichen 10027520
Offenlegungstag 03.01.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.01.2002
IPC-Hauptklasse B27D 1/00
IPC-Nebenklasse B32B 21/04   B32B 9/02   

Beschreibung[de]

Herkömmliche Plattenwerkstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie zur Weiterverarbeitung in der Regel zerteilt werden müssen um dann später wieder mit entsprechenden Hilfsmitteln (Schrauben, Schaniere, Leim, Zwingen, Klebeband etc.) zusammengefügt zu werden.

Besonders das Verleimen von Gehrungen erfordert Zeit und Geschick.

Dabei sind viele einzelne Arbeitsschritte zu bewerkstelligen, die Zeit- und Kostenintensiv sind.

Die Verwendung unterschiedlicher Materalien lässt sich meißt nicht vermeiden.

Der im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung und der erläuterten Weiterverarbeitung liegt das Problem zugrunde, einen weiterverarbeitbaren Plattenwerkstoff zu schaffen, der es ermöglicht aus möglichst wenigen unterschiedlichen Materialien, möglichst wenigen Einzelteilen und mit wenigen Produktionsschritten Möbel und Einrichtungsgegenstände zu fertigen.

Dieses Problem wird mit dem im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung und der erläuterten Weiterverarbeitung (. . .durch die. . .eine verbindende Gelenkfunktion entsteht/durch die. . .eine Eckverbindung entsteht) gelöst.

Mit der Erfindung wird erreicht, dass bei entspechender Konstruktion, Gegenstände aus einem Stück produziert werden können, ohne Zugabe weiterer Elemente, wie z. B. Schrauben und Schaniere.

Sachen die in einem Stück gefertigt werden, sind zusammenhängend und müssen somit nicht einzeln gekennzeichnet werden, bedeuten somit wenigen Arbeit in der Herstellung und bei der Entmontage beim Benutzer.

Bei der Herstellung von Korpen auf Gehrung kann die durch eine 90° V-Nut entstandene Gelenkverbindung, wenn erwünscht als Verleimhilfe genutzt werden, indem in die V-nut Leim oder entsprechender Kleber gegeben wird und die einzelnen Teilelemente so geklappt werden das sich die Nut schließt und eine 90° Ecke entsteht.

Diese Eckverbindung wird verspannt bis der Leim/Kleber abgebunden ist.

Es können auch reversible Eckverbindungen geschaffen werden, indem durch entsprechene Ausformung Steckverbindungen gefertigt werden, die die Ecke auf Zug beanspruchen.

In dem Fall lassen sich die Produkte bei Bedarf wieder auseinanderfalten.

Die Werkstoffherstellung erfolgt durch die Verleimung/Verklebung von einen relativ steifen, spannbaren Trägermaterial mit einem relativ flexiblen und reissfesten Material.

Der Werkstoff ist in der Regel einseitig, kann aber auch beidseitig kaschiert sein.

Die Verarbeitung erfolgt durch Sägen und Fräsen, wobei es trennende Schnitte/Fräsungen (d. h. durch die gesamte Materialdicke) gibt und nichttrennende Schnitte/Fräsungen (d. h. eine flexible Materialschicht bleibt unversehrt).

Im Regelfall wird der Werkstoff von oben bearbeitet, d. h. die Platte wird mit dem flexiblen Material nach unten gelegt, von oben werden die Schneidwerkzeuge geführt.

Der Werkstoff eignet sich besonders für holzverarbeitende, computergesteuerte Fräsen, da dort die Werkzeuge von oben und sehr extakt geführt und gesteuert werden.

Der Werkstoff kann aber auch mit Handmaschienen und entsprechenden Führungshilfen (Schablone, Führungsschiene) bearbeitet werden.

Ein Ausführungsbeispiel wird anhand der Fig. 1 bis 4 erläutert.

Es wird im Schnitt gezeigt:

Fig. 1 der Plattenwerkstoff vor der Verarbeitung

Fig. 2 der Plattenwerkstoff nach der Bearbeitung mit einem 90° Nut-Fräser

Fig. 3 der Plattenwerkstoff als 90° Ecke

Fig. 4 der Plattenwerkstoff als 180° Faltung

Der Werkstoff besteht hier Beispielhaft aus einem 8 mm starken Sperrholz (1) und einem mehrschichtigem Lederimitat (2) von ca. 2 mm Stärke

Durch das Fräsen einer 8 mm tiefen Nut (3) mit einem entsprechenden Fräswerkzeug (4) wird das Sperrholz getrennt (1a/1b) ohne die darunterliegende Schicht (2) allzusehr zu verletzen.

Die Schicht (2) verbindet 1a und 1b flexibel.

Bei Fig. 3 ist 1b soweit hochgeklappt, wie es die Nut zulässt.

An der Stelle 2b ist die Schicht 2 auf Zug beansprucht.

Wo sich die Flächen von 1a und 1b berühren wird Druck ausgeübt. Bei Bedarf kann hier geleimt werden.

Fig. 4 zeigt das Werkstück im zusammengefalteten Zustand, der sich für den Tranzport und Lagerung eignet. Der Punkt 2b sollte nicht belastet werden, da sich sonst die Schicht 2 leicht lösen könnte.


Anspruch[de]
  1. 1. Mehrschichtige Werkstoffplatte zum Bau von Möbeln und Einrichtungsgegenständen, dadurch gekennzeichnet,

    dass die Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff oder einem Kunststoff ist und

    dass mindestens eine Oberflächenseite der Trägerplatte mit einer flexiblen, reissfesten Schicht versehen ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass bei der spanenden Weiterverarbeitung durch Sägen oder Fräsen, die in ihrem Grund bis zu der flexiblen Schicht reichen, durch diese flexible Schicht eine verbindende Gelenkfunktion entsteht,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass bei der spanenden Weiterverarbeitung durch V-förmige Nuten, die in ihrem Grund bis zu der flexiblen Schicht reichen, durch diese flexible Schicht eine Eckverbindung entsteht.
  2. 2. Werkstoff nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    dass die flexible Schicht einen dekorativen Charakter hat,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die flexible Schicht einen textilen Charakter hat,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die flexible Schicht aus mehreren Schichten aufgebaut ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Trägerplatte aus mehreren Schichten aufgebaut ist.






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