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Dokumentenidentifikation DE10034521A1 24.01.2002
Titel Umlenkbeschlag für einen Sicherheitsgurt
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Sukopp, Wolfgang, 38442 Wolfsburg, DE
DE-Anmeldedatum 15.07.2000
DE-Aktenzeichen 10034521
Offenlegungstag 24.01.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.01.2002
IPC-Hauptklasse B60R 22/24
IPC-Nebenklasse B60R 22/00   A62B 35/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Umlenkbeschlag (18) für einen Sicherheitsgurt (4), umfassend eine einstückig aus einem Metallteil geformte Führungsöse (26), wobei die Führungsöse (26) eine Gurtöffnung (28) umschließt, deren unterer Begrenzungsrand ein Auflager für den Sicherheitsgurt (4) bildet. Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Umlenkbeschlags (18). Um einen mit geringem Zeit- und Arbeitsaufwand preiswert herstellbaren Umlenkbeschlag (18) bereitzustellen, bei dem die Führungsöse (26) eine verhältnismäßig große Gurtauflagefläche aufweist, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, zur Fertigung der Führungsöse (26) einen ebenen Metallblechzuschnitt (36) so umzuformen, dass der untere Begrenzungsrand der Gurtöffnung (28) in Form einer Zunge oder Lippe (40) aus der Ebene des Zuschnitts (36) heraus übersteht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Umlenkbeschlag für einen Sicherheitsgurt, umfassend eine einstückig aus einem Metallteil geformte Führungsöse, wobei die Führungsöse eine Gurtöffnung umschließt, deren unterer Begrenzungsrand im Gebrauch ein Auflager für den Sicherheitsgurt bildet. Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Umlenkbeschlags.

Umlenkbeschläge für Sicherheitsgurte werden insbesondere in Kraftfahrzeugen verwendet und hauptsächlich dazu eingesetzt, einen von einer Aufwickelrolle entlang einer Türsäule nach oben geführten Automatikdreipunktgurt in etwa in Schulterhöhe eines Fahrzeuginsassen zu diesem hin umzulenken. Die Umlenkbeschläge sind gewöhnlich um eine Drehachse schwenkbar an der Türsäule aufgehängt, so dass eine gemeinsame Anpassung des durch die Gurtöffnung tretenden Sicherheitsgurtes und des Umlenkbeschlags an die Sitzposition des Fahrzeuginsassen möglich ist, ohne die reibungslose Umlenkung des Gurtes zu beeinträchtigen. Um ein Verschränken und/oder. Festklemmen des Gurtes in der Gurtöffnung zu verhindern, ist diese gewöhnlich schlitzförmig ausgebildet und weist quer zu ihrer Längsrichtung eine geringe lichte Öffnungsweite auf.

Bei einer Reihe von marktüblichen Personenkraftwagen werden Umlenkbeschläge eingesetzt, bei denen die Führungsöse aus einem ebenen Metallblech besteht, das mit einer schlitzförmigen Ausstanzung für den Sicherheitsgurt und darüber mit einer kreisförmigen Ausstanzung für einen Befestigungsbolzen für eine schwenkbare Befestigung der Führungsöse versehen ist. Die Führungsöse ist auf ihrer der Fahrgastzelle zugewandten Seite mit einer Verkleidung aus aufgespritztem Kunststoff versehen, die im Bereich des unteren Begrenzungsrandes der Gurtöffnung ein im Vergleich zu diesem verbreitertes Auflager mit einer gerundeten Auflagerfläche für den Sicherheitsgurt bildet.

Um die reibungslose Bewegung des Gurtes durch die Gurtöffnung zu erleichtern und auf deren unterem Begrenzungsrand eine größere Gurtauflagefläche zu schaffen, wurde auch bereits mehrfach vorgeschlagen, an dieser Stelle eine Umlenkrolle anzuordnen, die in einem oberen Aufhängungsteil des Umlenkbeschlags drehbar gelagert ist. Ein Beispiel für einen solchen Umlenkbeschlag ist in der DE 197 29 759 A1 offenbart, wo die Enden der Umlenkrolle drehbar in einer durch Stanzen und Umbiegen aus Metallblech hergestellten Halterung gelagert sind.

Aus der DE 27 11 401 ist bereits ein Umlenkbeschlag der eingangs genannten Art bekannt, der aus einem zu einer ovalen Öse geformten Stück Rundstahlmaterial besteht, dessen verbreiterte abgeflachte Enden übereinander gebogen und miteinander verbunden sind. Der untere Begrenzungsrand der Gurtöffnung wird dort vom unverformten Rundstahlmaterial gebildet, dessen teilzylindrische Oberseite die Auflagerfläche für den Sicherheitsgurt bildet. Zur Herstellung dieses bekannten Umlenkbeschlags bedarf es allerdings einer nicht unerheblichen Anzahl von Umformschritten, nämlich Quetschen der Enden des Rundstahlmaterials, Stanzen des Rundstahlmaterials und der Enden auf Länge und Form, Umbiegen und Übereinanderlegen der gequetschten Enden, Verschweißen der übereinanderliegenden Enden und Ausstanzen einer runden Schwenkbolzenöffnung in den verschweißten Enden, wobei diese Umformschritte zumeist in getrennten Werkzeugen durchgeführt werden müssen, so dass der Zeit- und Arbeitsaufwand für die Herstellung des Umlenkbeschlags verhältnismäßig hoch ist. Außerdem wird als nachteilig angesehen, dass das verwendete Rundstahlmaterial quer zur Richtung der einwirkenden Zugkräfte eine verhältnismäßig große Dicke aufweist, die eigentlich nicht erforderlich ist, da das geforderte Biegewiederstandsmoment einfacher mit einer größeren Materialstärke in Richtung der Gurtzugkräfte erreicht werden könnte.

Einige weitere, ebenfalls aus Rundstahlmaterial hergestellte Umlenkbeschläge der eingangs genannten Art sind aus der DE 198 41 328 C1 und aus der DE 76 02 766 U1 bekannt.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde einen mit geringem Zeit- und Arbeitsaufwand preiswert herstellbaren Umlenkbeschlag der eingangs genannten Art bereitzustellen, bei dem ohne das Erfordernis einer Kunststoffverkleidung oder von drehbaren Rollen im Bereich des unteren Begrenzungsrandes der Gurtöffnung eine Führungsöse mit einer verhältnismäßig großen Gurtauflagefläche bereitgestellt wird, so dass die vom Umlenkbeschlag in den Sicherheitsgurt eingeleiteten Kräfte großflächig auf den Gurt verteilt werden und dieser gut durch die Öffnung gleitet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Führungsöse aus einem umgeformten ebenen Metallblechzuschnitt hergestellt ist, und dass der untere Begrenzungsrand der Gurtöffnung in Form einer Zunge oder Lippe aus der Ebene des Zuschnitts heraus übersteht.

Durch die Ausbildung der Führungsöse aus Metallblech kann diese mit verhältnismäßig wenig Verfahrensschritten hergestellt werden, im einfachsten Fall in einem kombinierten Stanz- und Biegevorgang, bei dem die Führungsöse entlang ihres äußeren Umfangs ausgestanzt wird und beim Ausstanzen mindestens eine runde Öffnung für einen Befestigungsbolzen in einem oberen Ende der Öse sowie ein unterer Begrenzungsrand der Gurtöffnung geschaffen werden, wobei der letztere anschließend in Form einer Zunge oder Lippe aus der Ebene des Metallblechs heraus gebogen wird, so dass die an. die Gurtöffnung angrenzende, bevorzugt im Querschnitt konkav gewölbte Oberseite der Lippe oder Zunge eine verbreiterte Auflagefläche für den Sicherheitsgurt bildet.

Um eine möglichst breite Lippe oder Zunge und damit eine möglichst große Auflagefläche für den Sicherheitsgurt zu erhalten, ohne dass sich der Sicherheitsgurt innerhalb der schlitzförmigen Gurtöffnung verdrehen kann, sieht eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass ein oberer Begrenzungsrand der Gurtöffnung von mindestens einem nahe an den unteren Begrenzungsrand der Gurtöffnung heran gebogenen Teil der Führungsöse gebildet wird, bevorzugt von zwei zu einer Symmetrieebene der Führungsöse und der Gurtöffnung im Wesentlichen symmetrischen Schenkeln, die zusammengebogen werden, bis sie sich berühren und die Gurtöffnung allseitig umschließen. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weisen die Schenkel jeweils eine Öffnung mit kreisförmigem Querschnitt auf und überlappen sich parallel zur Ebene des Metallblechs, so dass die Öffnungen in den Schenkeln miteinander fluchten und zur Aufnahme eines Schwenkbolzens für die schwenkbare Aufhängung der Führungsöse dienen können. Diese Anordnung hat gleichzeitig den Vorteil, dass die Führungsöse im Bereich der Schwenkachse verstärkt wird, so dass sie bei Überlastung nicht ausreißen kann.

Um ein Zusammenbiegen der Schenkel parallel zur Ebene des Metallblechs bis in eine Überlappungsbeziehung zu erleichtern, sieht eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass mindestens einer der Schenkel zuvor, vorzugsweise beim vorangehenden Stanzvorgang, etwas aus der Ebene des Metallblechs heraus in eine zu dieser Ebene parallele Ebene gebogen wird, so dass er sich beim Zusammenbiegen über den anderen Schenkel schieben kann.

Um zu verhindern, dass der Sicherheitsgurt an den beiden entgegengesetzten seitlichen Begrenzungsrändern der Gurtöffnung aufgescheuert werden kann, sind diese gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ebenfalls etwas aus der Ebene des Metallblechs herausgebogen, um der Zunge oder Lippe angrenzend an die Gurtöffnung ein rinnenförmiges Profil zu verleihen, dessen seitliche Wangen für eine glatte seitliche Führung des Gurtes sorgen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1: eine auseinandergezogene perspektivische Ansicht einer Gurthöhenverstellvorrichtung eines Personenkraftwagens mit einem erfindungsgemäßen Umlenkbeschlag;

Fig. 2: eine perspektivische Ansicht einer metallischen Führungsöse des Umlenkbeschlags;

Fig. 3: eine perspektivische Ansicht einer teilweise fertiggestellten Führungsöse;

Fig. 4: eine Draufsicht auf einen Metallblechzuschnitt zur Herstellung der Führungsöse.

Die in Fig. 1 dargestellte Höhenverstellvorrichtung 2 für einen Sicherheitsgurt 4 eines Personenkraftwagens besteht im Wesentlichen aus einer hinter einer Türsäulenverkleidung 6 an einer Türsäule 8 des Personenkraftwagens montierten Führungsschiene 10, einem entlang der Führungsschiene 10 verschiebbaren und in definierten Verstellpositionen auf der Führungsschiene 10 fixierbaren Schlitten 12, einem vor der Führungsschiene 10 über einer Aussparung der Türsäulenverkleidung 6 angebrachten Schieber 14, einem Umlenkbeschlag 18 für den Sicherheitsgurt 4, sowie einer mit einer Abdeckkappe 20 verkleideten Halteschraube 22, die den Umlenkbeschlag 18 durch eine Durchtrittsöffnung 24 des Schiebers 14 hindurch schwenkbar mit dem Schlitten 12 verbindet.

Der Umlenkbeschlag 18 besteht aus einer einstückig ausgebildeten Führungsöse 26, die eine schlitzförmigen Gurtöffnung 28 allseitig umschließt, sowie einer Hülse 30 für den Schaft der Halteschraube 22, welche Hülse 30 in eine oberhalb der Gurtöffnung 18 in der Führungsöse 26 ausgesparte, im Querschnitt kreisförmige Aufnahmeöffnung 32 eingesetzt ist. Der Schaft der Halteschraube 22 wird von der Hülse 30 drehfest und axial verschiebbar gehalten, während die Hülse 30 in der Aufnahmeöffnung 32 um die Längsmittelachse 16 der Schraube 22 drehbar ist, so dass der Beschlag 18 zur Anpassung an unterschiedliche Körpergrößen und/oder Sitzpositionen eines mit dem Sicherheitsgurt 4 gesicherten Fahrzeuginsassen auf der Hülse 30 eine Schwenkbewegung um die Achse 16 durchführen kann.

Die Führungsöse 26 wird durch Biegen aus einem in Fig. 4 dargestellten, aus ebenem Stahlblech 34 ausgestanzten Zuschnitt 36 hergestellt, wobei das Material beim Umformen zum größten Teil in der Ebene des Zuschnitts 36 verbleibt. Wie am besten in Fig. 2 und 3 dargestellt, wird jedoch der untere Begrenzungsrand der Gurtöffnung 28 von einer aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus gebogenen Zunge oder Lippe 40 gebildet, die beim Ausstanzen des Zuschnitts 36 oder im Anschluss daran umgebogen wird, so dass auch ohne das Erfordernis einer aufgespritzten Kunststofflippe oder einer drehbaren Rolle im Bereich der Gurtöffnung 28 eine verhältnismäßig große Auflagefläche für den Sicherheitsgurt 4 geschaffen wird. Die Zunge oder Lippe 40 erstreckt sich angrenzend an die Gurtöffnung 28 über deren gesamte Länge und weist eine im Querschnitt konkav gewölbte Oberseite auf, die von der einen Breitseitenfläche des Zuschnitts 36 gebildet wird und für eine allmähliche und großflächige Umlenkung des Sicherheitsgurtes 4 sorgt, so dass selbst bei sehr starken Zugbelastungen ein Bruch oder Reißen der Fasern des Gurtgewebes über der von der Oberseite der Zunge oder Lippe 40 gebildeten Auflagefläche sicher verhindert wird.

Das freie vordere Ende der Zunge oder Lippe 40 ist nach unten gebogen und bogenförmig gerundet, kann jedoch auch im Wesentlichen geradlinig ausgebildet sein und parallel zur Gurtöffnung 28 verlaufen, wie in Fig. 1 durch den Verlauf des Gurtes 4 vor der Gurtöffnung 28 angedeutet. Das obere Ende der Zunge oder Lippe 40 ist einstückig mit einem unterhalb der Gurtöffnung 28 angeordneten, in der Ebene des Zuschnitts 36 liegenden unteren Joch 42 der Führungsöse 26 verbunden, das zusammen mit der Zunge oder Lippe 40 in dem durch Gurtzugkräfte belasteten Bereich unterhalb der Gurtöffnung 28 für eine hohe Biegefestigkeit sorgt.

An den beiden entgegengesetzten seitlichen Enden der Gurtöffnung 28 ist die Zunge oder Lippe 40 etwas nach oben gezogen, wodurch zwei Seitenwangen 44 gebildet werden, die in Richtung der Zungen oder Lippe 40, d. h. nach der Montage in Richtung der Fahrgastzelle über die Ebene des Zuschnitts 36 überstehen. Diese Seitenwangen 44 verhindern ein scharfes Einknicken des Sicherheitsgurtes 4, wenn dieser quer zu seiner Längsrichtung gegen eines der Enden der Gurtöffnung 28 gezogen wird und wirken dadurch auch einem Umschlagen und Verklemmen des Sicherheitsgurtes in der Gurtöffnung 28 entgegen. Die verbreiterten Seitenwangen 44 verhindern darüber hinaus ein Aufscheuern der randnahen Fasern des Sicherheitsgurtes 4 an der Führungsöse 26.

Der im wesentlichen geradlinige und zur Oberseite der Zunge oder Lippe 40 parallele obere Begrenzungsrand 46 der Gurtöffnung 28 wird von den Innenrändern 48, 50 zweier Schenkel 52, 54 der Führungsöse 26 gebildet. Die beiden Schenkel 52, 54 stehen im Wesentlichen symmetrisch zu einer Mittelebene 56 des Zuschnitts 36 (Fig. 4) nach oben über die entgegengesetzten Stirnenden des Joches 42 über und werden nach dem Ausstanzen des Zuschnitts 36 und dem Formen der Zunge oder Lippe 40 parallel zur Ebene des Zuschnitts 36 übereinander gebogen, so dass sie mit ihren entgegengesetzten Breitseitenflächen flächig gegeneinander anliegen. Die nach dem. Zusammenbiegen der beiden Schenkel 52, 54 miteinander fluchtenden Innenränder 48, 50 der Schenkel 52, 54 enden jeweils am Fuß der Schenkel 52, 54 in einer halbkreisförmigen Einkerbung 68, die in diesem Bereich eine Stauchung des Stahlblechs beim Übereinanderbiegen der Schenkel 52, 54 verhindert.

Um das Zusammenbiegen der beiden Schenkel 52, 54 parallel zur Ebene des Zuschnitts 36 in eine gegenseitige Überlappung zu ermöglichen, wird zuvor einer der beiden Schenkel 54 etwa in seiner Mitte vorzugsweise entlang zweier paralleler Knicklinien 62, 64 quer zu seiner Längserstreckung um die Materialstärke des Zuschnitts 36 nach einer Seite aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus gebogen, so dass die eine Breitseitenfläche dieses Schenkels 54 mit der entgegengesetzten Breitseitenfläche des Jochs 42 bzw. des anderen Schenkels 52 fluchtet.

Jeder der beiden Schenkel 52, 54 weist eine im Querschnitt kreisförmige Ausstanzung 60 auf, wobei die beiden Ausstanzungen 60 den gleichen Innendurchmesser aufweisen und so angeordnet sind, dass sie nach dem Übereinanderbiegen der beiden Schenkel 52, 54 miteinander fluchten und die Aufnahmeöffnung 32 für die Hülse 30 bilden.

Zur Herstellung der Führungsöse 26 werden in einem ersten Stanzschritt der in Fig. 4 dargestellte Zuschnitt 36 aus dem 2 bis 4 mm dicken Stahlblech 34 ausgestanzt, wobei sich der äußere Umriss des Zuschnitts 36 zwischen den Innenrändern 48, 50 der beiden Schenkel 52, 54 bogenförmig vom Joch 42 weg nach oben in Richtung der Schenkel 52, 54 wölbt, und die beiden Ausstanzungen 60 in den Schenkeln 52, 54 hergestellt.

Nach dem Ausstanzen des Zuschnitts 36 wird in demselben oder einem anderen Formwerkzeug die Zunge oder Lippe 40 aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus gebogen. Das Umbiegen der Zunge oder Lippe 40 kann mittels eines Biegestempels (nicht dargestellt) erfolgen, der auf einer bogenförmigen Bahn um eine zur Ebene des Zuschnitts 36 parallele und quer zur Symmetrieebene 56 ausgerichtete Achse (nicht dargestellt) verschwenkt wird und die Lippe oder Zunge 40 biegt, bis sie mit ihrer Unterseite gegen einen gewölbten Anschlag (nicht dargestellt) anliegt. Wenn das Biegen der Zunge oder Lippe 40 in demselben Werkzeug wie das Ausstanzen des Zuschnitts 36 erfolgt, wird die Zunge oder Lippe 40 vorzugsweise aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus in dieselbe Richtung gebogen, in die sich ein zum Ausstanzen des Zuschnitts 36 verwendeter Stanzstempel (nicht dargestellt) bewegt.

Der zum Umbiegen der Zunge oder Lippe 40 verwendete Biegestempel weist eine Breite auf, die etwas größer ist als die Breite der ausgestanzten Zunge oder Lippe 40 beim Zuschnitt 36, so dass an den entgegengesetzten Stirnenden der Zunge oder Lippe 40 und der Gurtöffnung 28 vom Biegestempel Material des Zuschnitts 36 aus der von diesem aufgespannten Ebene heraus gedrückt, umgebogen und etwas gestreckt wird, um die beiden Seitenwangen 44 zu formen.

Anschließend oder bereits während des Stanzens oder des Biegens der Lippe oder Zunge 40 kann der eine der beiden Schenkel 54 etwas aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus gebogen werden, so dass sein freies Ende mit der Ausstanzung 60 um die Materialstärke des Blechs 34 aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus versetzt ist und sich parallel zu diesem erstreckt. Wenn das Biegen des Schenkels 54 im Zuge des Stanzens oder des Biegens der Zunge oder Lippe 40 erfolgt, wird der Schenkel 54 vorzugsweise in derselben Richtung aus der Ebene des Zuschnitts 36 heraus gebogen, in die sich der Stanzstempel bzw. der Biegestempel bewegt.

Zuletzt werden die beiden Schenkel 52, 54 parallel zur Ebene des Zuschnitts 36 aufeinander zu gebogen, bis sie sich überlappen und ihre Innenränder 48, 50 gegen einen zuvor in die spätere Gurtöffnung 28 eingeführten Anschlag (nicht dargestellt) stoßen. Die Abmessungen des Anschlags sind so gewählt, dass die Ausstanzungen 60 in den Schenkeln 52, 54 unter Bildung der Aufnahmeöffnung 32 miteinander fluchten, wenn die Innenränder 48, 50 gegen den Anschlag stoßen. Falls erforderlich oder gewünscht, können die Schenkel 52, 54 anschließend noch gegeneinander angedrückt und zum Beispiel durch Widerstandsschweißen an ihren Anlageflächen miteinander verschweißt werden.

Die Breite von zwei zwischen dem äußeren Umriss des Zuschnitts 36 und den entgegengesetzten Stirnenden der Gurtöffnung 28 angeordneten Stegen 70 am Fuß der Schenkel 52, 54 angrenzend an die halbkreisförmigen Einkerbungen 58 ist mit etwa 2 bis 3 mm so schmal gewählt, dass beim Umbiegen der Schenkel 52, 54 ein Einreißen des Blechs auf der Seite des äußeren Umrisses verhindert wird. Der Zuschnitt 36 weist dort jeweils eine leichte Einkerbung 72 zwischen zwei konvexen bogenförmigen Randabschnitten 74, 76 mit gleichem Krümmungsradius auf, die nach dem Umbiegen der Schenkel 52, 54 einen durchgehenden gebogenen Randabschnitt ohne Einkerbung bilden.


Anspruch[de]
  1. 1. Umlenkbeschlag für einen Sicherheitsgurt, umfassend eine einstückig aus einem Metallteil geformte Führungsöse, wobei die Führungsöse eine Gurtöffnung umschließt, deren unterer Begrenzungsrand ein Auflager für den Sicherheitsgurt bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsöse (26) aus einem umgeformten ebenen Metallblechzuschnitt (36) hergestellt ist, und dass der untere Begrenzungsrand der Gurtöffnung (28) in Form einer Zunge oder Lippe (40) aus der Ebene des Zuschnitts (36) heraus übersteht.
  2. 2. Umlenkbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zunge oder Lippe (40) eine konkav gewölbte Oberseite aufweist.
  3. 3. Umlenkbeschlag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein oberer Begrenzungsrand der Gurtöffnung (28) von mindestens einem nahe an den unteren Begrenzungsrand der Gurtöffnung (28) heran gebogenen Teil (52, 54) der Führungsöse (26) gebildet wird.
  4. 4. Umlenkbeschlag nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Begrenzungsrand der Gurtöffnung (28) von zwei Schenkeln (52, 54) gebildet wird, die sich oberhalb der Gurtöffnung (28) berühren.
  5. 5. Umlenkbeschlag nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die beiden Schenkel (52, 54) parallel zur Ebene des Zuschnitts (36) überlappen.
  6. 6. Umlenkbeschlag nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schenkel (52, 54) jeweils eine Öffnung (60) mit kreisförmigem Querschnitt aufweisen, und dass die Öffnungen (60) miteinander fluchten.
  7. 7. Umlenkbeschlag nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel (52, 54) im Bereich der Überlappung mit ihren entgegengesetzten Breitseiten flächig gegeneinander anliegen.
  8. 8. Umlenkbeschlag nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Überlappung einer der beiden Schenkel (52) in der Ebene des Zuschnitts (36) liegt und der andere der beiden Schenkel (54) aus der Ebene des Zuschnitts (36) heraus in eine dazu parallele Ebene gebogen ist.
  9. 9. Umlenkbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwei entgegengesetzte seitliche Begrenzungsränder (44) der Gurtöffnung (28) mindestens teilweise aus der Ebene des Zuschnitts (36) heraus überstehen.
  10. 10. Umlenkbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gurtöffnung (28) schlitzförmig ist, und dass quer zu einer Längsrichtung der Schlitzöffnung (28) das von der Zunge oder Lippe (40) gebildete Auflager für den Sicherheitsgurt (4) eine Breite aufweist, die größer ist als die lichte Weite der Schlitzöffnung (28).
  11. 11. Umlenkbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsöse (26) einstückig ausgebildet ist und die Gurtöffnung (28) allseitig umgibt.
  12. 12. Kraftfahrzeug mit mindestens einem Umlenkbeschlag für einen Sicherheitsgurt nach einem der vorangehenden Ansprüche.
  13. 13. Verfahren zur Herstellung eines Umlenkbeschlags für einen Sicherheitsgurt umfassend eine einstückig aus einem Metallteil geformte Führungsöse, die eine Gurtöffnung umschließt, deren unterer Begrenzungsrand ein Auflager für den Sicherheitsgurt bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsöse (26) durch Umformen eines Zuschnitts (36) aus einem ebenen Metallblech (34) hergestellt wird, wobei ein unterer Begrenzungsrand der Gurtöffnung (28) in Form einer Zunge oder Lippe (40) aus der Ebene des Zuschnitts (36) heraus gebogen wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zunge oder Lippe (40) so gebogen wird, dass sie eine konkav gewölbte Oberseite aufweist.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an das Formen der Zunge oder Lippe (40) mindestens ein Teil (52, 54) des Zuschnitts (36) unter Bildung eines oberen Begrenzungsrandes (48, 50) der Gurtöffnung (28) nahe an den unteren Begrenzungsrand (40) der Gurtöffnung (28) heran gebogen wird.
  16. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuschnitt (36) aus dem Metallblech (34) ausgestanzt wird.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Öffnungen (60) im Abstand voneinander in jeweils einem der Teile (52, 54) des Zuschnitts (36) ausgestanzt werden, und dass die Teile (52, 54) anschließend übereinander gebogen werden, bis sie sich mindestens teilweise überlappen und die Öffnungen (60) miteinander fluchten.
  18. 18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Teile (52, 54) parallel zur Ebene des Zuschnitts (36) übereinander gebogen werden.
  19. 19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass zuvor einer der beiden Teile (54) mindestens teilweise in eine zur Ebene des Zuschnitts (36) parallele Ebene gebogen wird.
  20. 20. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuschnitt (36) in einem einzigen Werkzeug zur Führungsöse (26) umgeformt wird.
  21. 21. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallblech (34) in einem einzigen Werkzeug zur Führungsöse (26) umgeformt wird.






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