PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10039948A1 28.02.2002
Titel Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Allmeier, Franz, 93098 Mintraching, DE;
Kulig, Stefan, 93057 Regensburg, DE;
Teiner, Markus, 93057 Regensburg, DE
DE-Anmeldedatum 16.08.2000
DE-Aktenzeichen 10039948
Offenlegungstag 28.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.02.2002
IPC-Hauptklasse F02N 17/00
Zusammenfassung Zum Starten einer Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern (2 bis 5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, einem Ansaugtrakt (1), dem ein Gebläse (11) zugeordnet ist, werden folgende Schritte in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt. Die Einlass- und Auslassventile (64, 65) werden geöffnet. Ein Luftstrom wird erzeugt mit dem Gebläse (11) zum Spülen der Zylinder. Mindestens ein Zylinder (2 bis 5) wird ausgewählt, dessen Kolben (21) kurz nach dem oberen Totpunkt steht und die Auslassventile oder Einlassventile der nicht ausgewählten Zylinder (2 bis 5) werden geschlossen. Mit dem Gebläse (11) wird ein Luftstrom erzeugt. Kraftstoff wird zugemessen. Die Auslassventile (65) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2 bis 5) werden geschlossen, wenn eine vorgegebene Menge des zugemessenen Kraftstoffs in den mindestens einen ausgewählten Zylinder (2 bis 5) gelangt ist. Die Einlassventile des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2 bis 5) werden geschlossen. Das Luft-Kraftstoff-Gemisch in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder (2 bis 5) wird gezündet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern, denen Einlass- und Auslassventile zugeordnet sind, die unabhängig voneinander betätigbar sind. Zum unabhängigen Betätigen der Einlass- und Auslassventile werden beispielsweise elektromechanische Stellantriebe eingesetzt. Ein derartiger Stellantrieb ist aus der DE 195 26 683 A1 bekannt.

Herkömmlicherweise wird zum Starten einer Brennkraftmaschine ein Starter - auch Anlasser genannt - eingesetzt. Derartige Starter stehen bei einem Startvorgang der Brennkraftmaschine mit ihrer Abtriebswelle in direktem Eingriff zu der Kurbelwelle. Die mechanische Kopplung erfolgt beispielsweise mittels eines Ritzels. Der Starter beschleunigt die Kurbelwelle der Brennkraftmaschine bis auf eine Drehzahl von ca. 100 Umdrehungen pro Minute bevor das reguläre Arbeitsspiel der Zylinder mit Gaswechsel, Kraftstoffzumessung und Zündung erfolgt. Ein derartiger Starter benötigt Bauraum in dem Motorraum eines Kraftfahrzeugs. Bei modernen Kraftfahrzeugen sind sehr viele Aggregate im Motorraum untergebracht, so dass der Platz im Motorraum sehr begrenzt ist.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine zu schaffen, das ohne einen Anlasser auskommt.

Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass zum Starten der Brennkraftmaschine auf einen Anlasser verzichtet werden kann und somit einerseits die Kosten für einen derartigen Anlasser eingespart werden können und andererseits Bauraum für andere Aggregate zur Verfügung steht.

Vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet. Ausführungsbeispiele der Erfindung sind anhand der schematischen Zeichnung näher erläutert.

Die einzige Figur zeigt eine Brennkraftmaschine mit einem Ansaugtrakt 1, Zylindern 2, 3, 4, 5, einem Zylinderkopf 6, einer Steuereinrichtung 7, einer Kurbelwelle 8 und einem Riementrieb-Generator 9.

In dem Ansaugtrakt 1 ist ein Gebläse 11 angeordnet, das vorzugsweise zum Verdichten der Ladeluft in dem Ansaugtrakt geeignet ist. Je nach Ausführungsform der Erfindung kann bei der Brennkraftmaschine jedoch auch auf das Gebläse ggf. verzichtet werden. Das Gebläse 11, kann ein elektrisch angetriebener Turbolader sein. Der Ansaugtrakt 1 umfasst ferner Saugrohre, von denen ein Saugrohr 12 in der Figur dargestellt ist und die hin zu Einlässen an den Zylindern 2, 3, 4, 5 führen. In jedem Saugrohr 12 ist ein Einspritzventil 13 angeordnet. In alternativen Ausführungsformen der Erfindung ist das Einspritzventil im Zylinderkopf 6 so angeordnet, dass der Kraftstoff direkt in den jeweiligen Zylinder 2 bis 5 zugemessen werden kann. Die Brennkraftmaschine umfasst ferner einen Abgastrakt 1a.

Die Zylinder 2 bis 5, von denen der Zylinder 2 exemplarisch im Detail dargestellt ist, umfassen jeweils einen Kolben 21, der mit einer Pleuelstange 22 gekoppelt ist, die wiederum mit der Kurbelwelle 8 gekoppelt ist.

Der Zylinderkopf 6 umfasst für jeden Zylinder Stellantriebe 61, 62, die auf die Einlass- und Auslassventile 64, 65 des jeweiligen Zylinders einwirken. Bevorzugt ist der Stellantrieb als elektromechanischer Stellantrieb ausgebildet und umfasst einen ersten Elektromagneten 661 und einen zweiten Elektromagneten 612 die beabstandet voneinander in einem Gehäuse angeordnet sind und die Anlageflächen aufweisen, zwischen denen ein Anker 613 beweglich ist. Zusammen mit Rückstellmitteln 614, 615, die vorzugsweise als Federn ausgebildet sind, bildet der Anker 613 einen Feder-Masse-Schwinger. Durch entsprechendes Ansteuern der Elektromagnete 611, 612 kann der Anker hin zu der Anlagefläche an dem ersten Elektromagneten 611 oder hin zu der Anlagefläche an dem zweiten Elektromagneten 612 bewegt werden und somit das Öffnen und Schließen des Einlassventils 64 gesteuert werden. Das Einlassventil 64 umfasst neben einem Ventilschaft 641 einen Ventilteller 642. Ferner ist ein Auslassventil 65 vorgesehen, dem der Stellantrieb 62 zugeordnet ist. Eine Zündkerze 66 ist im Zylinderkopf angeordnet.

Eine Steuereinrichtung 7 ist vorgesehen, die abhängig von Messsignalen von Sensoren, wie beispielsweise einem Pedalwertsensor, einem Luftmassensensor oder einem Kurbelwellenwinkelsensor, aus dessen Messsignal eine Drehzahl abgeleitet ist, Stellsignale für die Stellantriebe 61, 62 und weitere Stellglieder der Brennkraftmaschine, wie beispielsweise das Gebläse 11, das Einspritzventil 13 und die Zündkerze 66 erzeugt. Die Steuereinrichtung 7 kann als eine Einheit ausgebildet sein, aber alternativ auch mehrere separate Einheiten umfassen, die miteinander kommunizieren. In der Steuereinrichtung 7 werden u. a. Programme zum Starten der Brennkraftmaschine abgearbeitet und entsprechende Stellsignale erzeugt.

In einem ersten Ausführungsbeispiel eines Verfahrens zum Starten der Brennkraftmaschine werden zuerst alle Einlass- und Auslassventile 64, 65 geöffnet und anschließend das Gebläse 11 so angesteuert, dass es einen Luftstrom zum Spülen der Zylinder erzeugt. Durch diesen Luftstrom wird sichergestellt, dass evtl. in den Zylindern oder im Ansaugtrakt vorhandene Restgase aus diesen entfernt werden.

In einem nächsten Schritt wird mindestens ein Zylinder, dessen Kolben kurz nach dem oberen Totpunkt steht, ausgewählt. So wird beispielsweise der Zylinder 2 ausgewählt. Ferner werden die Auslass- oder Einlassventile der nicht ausgewählten Zylinder 3, 4, 5 geschlossen. Dadurch wird sichergestellt, dass eine gute Durchströmung nur des oder der ausgewählten Zylinder gewährleistet ist. Anschließend wird mit dem Gebläse 11 ein Luftstrom erzeugt und in einem nächsten Schritt Kraftstoff durch das Einspritzventil 13 in das Saugrohr 12 zugemessen. Der Kraftstoff vermischt sich mit der in dem Saugrohr strömenden Luft und wird durch die Strömung in den Zylinder 2 transportiert.

Die oder das Auslassventil 65 des ausgewählten Zylinders 2 werden geschlossen, wenn eine vorgegebene Menge des zugemessenen Kraftstoffs in den ausgewählten Zylinder 2 gelangt ist. Das Schließen kann beispielsweise einfacherweise zeitgesteuert erfolgen und zwar abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit der Luft in dem Saugrohr und in dem Zeitpunkt und der Menge des zugemessenen Kraftstoffs.

In einem nächsten Schritt werden die Einlassventile des ausgewählten Zylinders 2 geschlossen. Dabei wird vorteilhafterweise der Zeitpunkt des Schließens so gewählt, dass zu diesem Zeitpunkt die durch das Gebläse 11 maximal erzeugbare Vorverdichtung in etwa erreicht ist. Dieser Zeitpunkt kann beispielsweise mittels eines Kennfeldes abhängig von dem Schließzeitpunkt des Auslassventils 65 und/oder dem Kurbelwellenwinkel und/oder einer die Strömung in dem Ansaugtrakt repräsentierenden Größe ermittelt werden. Je höher die Vorverdichtung des Luftkraftstoffsgemisches ist, das vorzugsweise eine Luftzahl von 1 aufweist, desto größer kann das Drehmoment sein, dass durch die anschließende Verbrennung des Gemisches in dem Zylinder an der Kurbelwelle erzeugt wird.

Im Anschluss an das Schließen des Einlassventils 64 wird das Luft-Kraftstoff-Gemisch in dem ausgewählten Zylinder 2 gezündet. Dadurch wird ein Drehmoment erzeugt, dass die Kurbelwelle 8 in Drehung versetzt. Falls das durch diese Verbrennung erzeugte Drehmoment ausreicht, können die weiteren Zylinder 3, 4, 5 anschließend mit einem normalen Arbeitsspiel mit den Arbeitstakten ansaugen, verdichten, verbrennen und ausstoßen betrieben werden. Andernfalls können auch noch einzelne Zylinder ohne Einspritzung und mit entweder geöffneten Einlass- oder Auslassventilen betrieben werden, wodurch die Kompressionsarbeit verringert ist. Spätestens bei Erreichen einer vorgegebenen Drehzahl, z. B. 100 Umdrehungen pro Minute, führen dann alle Zylinder ein reguläres Arbeitsspiel aus mit den Arbeitstakten Ansaugen, Verdichten, Zünden, Ausstoßen, wobei dann die den Zylindern zugeordneten Stellantriebe und Stellglieder entsprechend angesteuert werden.

Ein besonders schneller Start der Brennkraftmaschine ist möglich, wenn gleichzeitig zwei oder je nach Zylinderanzahl auch mehrere Zylinder ausgewählt werden. Bei einer Brennkraftmaschine mit acht Zylindern befinden sich jeweils zwei Zylinder in der Nähe nach dem oberen Totpunkt. Somit können diese Zylinder ausgewählt werden und die oben beschriebenen Schritte für diese Zylinder durchgeführt werden. Dies hat den Vorteil, dass gleichzeitig in zwei Zylindern Luft-Kraftstoff-Gemisch gezündet wird und somit ein dementsprechend höheres Drehmoment erzeugt werden kann.

Eine zweite Ausführungsform des Verfahrens zum Starten einer Brennkraftmaschine ist besonders geeignet zum Starten einer Brennkraftmaschine mit direkter Einspritzung des Kraftstoffs in die jeweiligen Zylinder 2, 3, 4, 5. Im Unterschied zu der ersten Ausführungsform wird hier lediglich Luft mittels des Gebläses in den ausgewählten Zylinder 2 eingeblasen, anschließend die Auslassventile und dann die Einlassventile dieses Zylinders geschlossen und erst dann Kraftstoff in den Zylinder zugemessen. Anschließend wird dann, wie auch bei dem ersten Ausführungsbeispiel, das Luft-Kraftstoff-Gemisch in dem ausgewählten Zylinder gezündet.

In einem dritten Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Starten der Brennkraftmaschine werden in einem ersten Schritt die Einlass- und Auslassventile aller Zylinder geöffnet. Anschließend wird mit dem Gebläse 11 zum Spülen der Zylinder ein Luftstrom erzeugt. In einem nächsten Schritt wird mindestens ein Zylinder ausgewählt und der Kolben dieses Zylinders zum unteren Totpunkt mit Hilfe des Riementrieb-Generators 9 im Motorbetrieb bewegt. Der Riementrieb-Generator ist in jeder Brennkraftmaschine vorgesehen, um mechanische Energie in elektrische Energie für das elektrische Bordnetz des Kraftfahrzeugs zu erzeugen. Der Riementrieb-Generator kann durch entsprechende Ansteuerung seiner Spulenwicklungen auch als Motor betrieben werden. Derartige Generatoren sind zwar lediglich auf eine vergleichsweise geringe Leistung im Vergleich zu den Nennleistungen bekannter Anlasser ausgelegt, diese Leistung reicht jedoch aus, um den Kolben des augewählten Zylinders zum unteren Totpunkt zu bewegen.

In einem nächsten Schritt werden die Einlassventile der nicht ausgewählten Zylinder geschlossen und mit den Gebläse ein Luftstrom erzeugt. Anschließend wird Kraftstoff in den Ansaugtrakt zugemessen und dann die Auslassventile des ausgewählten Zylinders 2 geschlossen, wenn eine vorgegebene Menge des zugemessenen Kraftstoffs in den mindestens einen ausgewählten Zylinder gelangt ist.

In einem nächsten Schritt werden dann auch die Einlassventile des ausgewählten Zylinders geschlossen. Anschließend wird ein Kompressionstakt für den ausgewählten Zylinder 2 durchgeführt. Dazu wird als Antrieb der als Motor betriebene Riementrieb-Generator eingesetzt, der so angesteuert wird, dass er den Kolben des ausgewählten Zylinders bis kurz nach dem oberen Totpunkt bewegt und zwar in normaler oder entgegengesetzter Drehrichtung der Kurbelwelle. Dabei ist es zu bevorzugen, wenn der Riementrieb-Generator die Kurbelwelle entgegen ihrer normalen Drehrichtung - also die Drehrichtung während des normalen Verbrennungsbetriebs der Brennkraftmaschine - bis kurz nach dem oberen Totpunkt bewegt, da er so weniger Kompressionsarbeit leisten muss. Dabei ist nach oberer Totpunkt jeweils definiert als eine Drehung in normaler Drehrichtung der Kurbelwelle, bei der der Kolben den oberen Totpunkt erreicht und anschließend sich hin zum unteren Totpunkt bewegt. Anschließend wird das Luft-Kraftstoff-Gemisch in dem ausgewählten Zylinder 2 gezündet und somit ein Drehmoment erzeugt, durch dass die Kurbelwelle in Drehung versetzt wird. Anschließend werden dann die restlichen Zylinder mit einem regulären Arbeitsspiel, also entsprechendes Öffnen und Schließen der Einlass- und Auslassventile, Zumessen von Kraftstoff und Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in der vorgegebenen Zündreihenfolge der Zylinder in Betrieb genommen. Alternativ können auch hier wieder parallel zwei oder je nach Zylinderanzahl auch mehrere Zylinder am Anfang ausgewählt werden und ggf. im Startbetrieb die Zündreihenfolge so variiert werden, dass ein möglichst schneller Hochlauf der Drehzahl auf die Startdrehzahl oder auch die Leerlaufdrehzahl erfolgen kann.

Ein besonders einfaches Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Starten einer Brennkraftmaschine ist, wenn die Einlassventile oder Auslassventile aller Zylinder geschlossen werden und anschließend die Kurbelwelle durch den Riementrieb- Generator im Motorbetrieb angeschleppt wird, bis eine vorgegebene Startdrehzahl, z. B. 100 Umdrehungen pro Minute, erreicht ist. Anschließend können dann die einzelnen Zylinder in Betrieb genommen werden durch Öffnen und Schließen der Einlass- und Auslassventile, Zumessen von Kraftstoff und Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches entsprechend eines regulären Arbeitsspiels. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass die Emissionen im Startbetrieb besonders gering sind, setzt jedoch voraus, dass der Riementrieb-Generator eine ausreichend hohe Leistung zum Erzeugen der Startdrehzahl hat. Durch das Schließen der Einlassventile oder Auslassventile aller Zylinder wird jedoch die benötigte Leistung verringert, da so die Kompressionsarbeit in den Zylindern minimiert ist. Besonders vorteilhaft werden bei dieser Ausführungsform die Zylinder in einer vorgegebenen Reihenfolge in Betrieb genommen und dabei die Einlass- und Auslassventile der noch nicht in Betrieb genommenen Zylinder in unveränderter Stellung gehalten. Dadurch wird in der Startphase weiterhin die Kompressionsarbeit minimiert. Das in Betrieb nehmen der Zylinder erfolgt dabei vorzugsweise entsprechend der Zündfolge der Zylinder.

Ein viertes Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Starten der Brennkraftmaschine unterscheidet sich dadurch von dem dritten Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Starten einer Brennkraftmaschine, dass es geeignet ist für eine Brennkraftmaschine mit direkter Zumessung des Kraftstoffs in die Zylinder.

Bei dieser Ausführungsform wird mindestens ein Zylinder ausgewählt. Dann wird sichergestellt, dass das oder die Einlassventile des ausgewählten Zylinders geöffnet sind und der Kolben des ausgewählten Zylinders wird zum unteren Totpunkt mit Hilfe des Riementrieb-Generators im Motorbetrieb bewegt. Dabei ist lediglich wesentlich dass die Einlassventile so lange geöffnet sind, dass vor dem anschließenden Schließen der Einlass- und Auslassventile des ausgewählten Zylinders genügend Luft in den Zylinder strömen kann.

Nach dem Schließen der Einlass- und Auslassventile des ausgewählten Zylinders wird ein Kompressionstakt für den mindestens einen ausgewählten Zylinder durchgeführt, während dessen Kraftstoff in den ausgewählten Zylinder direkt zugemessen wird. Als Antrieb für den Kompressionstakt dient der als Motor betriebene Riementrieb-Generator. Der Riementrieb- Generator wird so angesteuert, dass er den Kolben des mindestens einen ausgewählten Zylinders bis kurz nach dem oberen Totpunkt bewegt und zwar in normaler oder entgegengesetzter Drehrichtung der Kurbelwelle. Anschließend wird das Luft- Kraftstoff-Gemisch in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder gezündet.

Im Anschluss daran werden die restlichen Zylinder durch Öffnen und Schließen der Einlass- und Auslassventile, Zumessen von Kraftstoff und Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches entsprechend eines Arbeitsspiels in vorgegebener Reihenfolge in Betrieb genommen. Dabei können auch hier wieder vorteilhaft zum Start mehrere Zylinder gleichzeitig ausgewählt werden.

Ein sechstes Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Starten einer Brennkraftmaschine ist besonders vorteilhaft für den sogenannten Start-Stopp-Betrieb, bei dem der Motor während kurzer Stillstandsphasen des Kraftfahrzeugs in den Betriebszustand des Motorstopps gesteuert wird. Dies ist beispielsweise bei Haltephasen an einer Ampel vorteilhaft um Kraftstoff zu sparen.

Bei diesem sechsten Ausführungsbeispiel des Verfahrens werden, falls während des Betriebs der Brennkraftmaschine ein Übergang in den Betriebszustand des Motorstopps erfolgen soll, folgende Schritte durchgeführt. Im jeweiligen Ansaugtakt des Zylinders wird noch einmalig Luft-Kraftstoff-Gemisch dem Zylinder zugeführt. Anschließend werden die dem jeweiligen Zylinder zugeordneten Einlassventile geschlossen und die Einlass- und Auslassventile in der Schließstellung gehalten, die dem jeweiligen Zylinder zugeordnet sind. Nach der Anforderung eines erneuten Starts der Brennkraftmaschine - also wenn beispielsweise der Fahrer nach einem Ampelstopp wieder anfahren will - kann mit Hilfe eines statischen Kurbelwellenwinkelsensors 81 der oder die Zylinder ermittelt werden, deren Kolben am oder kurz nach dem oberen Totpunkt sind. Bei diesen Zylindern kann dann direkt das in dem Zylinder befindliche Luft- Kraftstoff-Gemisch gezündet werden und somit ein direkter Start der Brennkraftmaschine ohne Anlasser-Hilfsmittel erfolgen. Besonders zuverlässig kann dieses Ausführungsbeispiel des Verfahrens durchgeführt werden, wenn die Kurbelwelle mittels des Riementrieb-Generators, der im Motorbetrieb betrieben wird, solange gedreht wird, bis einer der Kolben der Zylinder am oder kurz nach dem oberen Totpunkt ist. Dieser Zylinder wird dann zur Zündung des Luft- Kraftstoff-Gemisches ausgewählt.

Bei einem siebten Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Starten einer Brennkraftmaschine, das dem sechsten Ausführungsbeispiel ähnlich ist und das geeignet ist für eine Brennkraftmaschine mit Direkteinspritzung des Kraftstoffs in die Zylinder, werden folgende Schritte durchgeführt, falls während des Betriebs der Brennkraftmaschine ein Übergang in den Betriebszustand des Motorstopps erfolgen soll.

Im jeweiligen Ansaugtrakt der Zylinder wird noch einmalig den Zylindern Luft zugeführt. Anschließend werden die dem jeweiligen Zylinder zugeordneten Einlassventile geschlossen und die Einlass- und Auslassventile geschlossen gehalten, die dem jeweiligen Zylinder zugeordnet sind. Nach einer Anforderung eines erneuten Starts der Brennkraftmaschine wird dann Kraftstoff in den Zylinder zugemessen, dessen oder deren Kolben am oder kurz nach dem oberen Totpunkt sind. Anschließend wird in diesem oder in diesen Zylindern das Luft-Kraftstoff-Gemisch gezündet und somit ein Drehmoment erzeugt, dass die Kurbelwelle in eine Drehbewegung versetzt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit mehreen Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, einem Ansaugtrakt (1), in dem ein Gebläse (11) angeordnet ist, mit folgenden aufeinander folgenden Schritten:
    1. - Öffnen der Einlass- und Auslassventile (64, 65),
    2. - Erzeugen eines Luftstroms mit dem Gebläse (11) zum Spülen der Zylinder (2-5),
    3. - Auswählen mindestens eines Zylinders (2-5), dessen Kolben (21) kurz nach dem oberen Totpunkt steht und Schließen der Auslassventile (65) oder der Einlassventile (64) der nicht ausgewählten Zylinder (2-5),
    4. - Erzeugen eines Luftstroms mit dem Gebläse (11),
    5. - Zumessen von Kraftstoff
    6. - Schließen der Auslassventile (65) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5), wenn eine vorgegebene Menge des zugemessenen Kraftstoffs in den mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5) gelangt ist,
    7. - Schließen der Einlassventile (64) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5),
    8. - Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5).
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an das Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5) mindestens ein weiterer Zylinder (2-5) ausgewählt wird und die Ein- und Auslassventile (64, 65), die diesem Zylinder (2-5) zugeordnet sind, wie in einem regulären Arbeitsspiel betätigt werden und dem Zylinder Kraftstoff zugemessen wird und das Luft- Kraftstoff-Gemisch in dem Zylinder (2-5) gezündet wird wie in einem regulären Arbeitsspiel.
  3. 3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließen der Einlassventile (64) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5) erfolgt, wenn in dem Zylinder (2-5) die durch das Gebläse (11) maximal erzeugbare Vorverdichtung in etwa erreicht ist.
  4. 4. Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit Kraftstoff-Direkteinspritzung, mehreren Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, einem Ansaugtrakt (1), in dem ein Gebläse (11) angeordnet ist, mit folgenden aufeinander folgenden Schritten:
    1. - Öffnen der Einlass- und Auslassventile (64, 65),
    2. - Erzeugen eines Luftstroms mit dem Gebläse (11) zum Spülen der Zylinder (2-5),
    3. - Auswählen mindestens eines Zylinders (2-5), dessen Kolben (21) kurz nach dem oberen Totpunkt steht und Schließen der Auslass- oder Einlassventile (64, 65) der nicht ausgewählten Zylinder (2-5)
    4. - Erzeugen eines Luftstroms mit dem Gebläse (11),
    5. - Schließen der Auslassventile (65) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5),
    6. - Schließen der Einlassventile (64) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5),
    7. - Zumessen von Kraftstoff,
    8. - Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5).
  5. 5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichent, dass alle Zylinder ausgewählt werden, deren Kolben kurz nach dem oberen Totpunkt stehen. ("kurz": Bitte Winkelbereich angeben!)
  6. 6. Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, einem Riementrieb-Generator (9), mit folgenden aufeinander folgenden Schritten:
    1. - Schließen der Einlassventile (64) oder der Auslassventile (65) aller Zylinder (2-5),
    2. - Anschleppen der Kurbelwelle (8) durch den Riementrieb- Generator (9) im Motorbetrieb bis eine vorgegebene Startdrehzahl erreicht ist,
    3. - Inbetriebnehmen der Zylinder (2-5) durch Öffnen und Schließen der Einlassventile (64) und Auslassventile (65), Zumessen von Kraftstoff und Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches entsprechend eines Arbeitsspiels.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinder (2-5) in einer vorgegebenen Reihenfolge in Betrieb genommen werden und dass die Einlass- und Auslassventile (64, 65) der noch nicht in Betrieb genommenen Zylinder (2-5) in unveränderten Stellung bleiben.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Inbetriebnahme entsprechend der Zündfolge der Zylinder (2-5) erfolgt.
  9. 9. erfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, einem Ansaugtrakt (1), in dem ein Gebläse (11) angeordnet ist, und einem Riementrieb-Generator (9) mit folgenden aufeinander folgenden Schritten:
    1. - Öffnen der Einlass- und Auslassventile (64, 65),
    2. - Erzeugen eines Luftstroms mit dem Gebläse (11) zum Spülen der Zylinder (2-5),
    3. - Auswählen mindestens eines Zylinders (2-5) und Bewegen des Kolbens (21) des ausgewählten Zylinders (2-5) zum unteren Totpunkt mit Hilfe des Riementriebgenerators (9) im Motorbetrieb
    4. - Schließen der Einlassventile (64) der nicht ausgewählten Zylinder (2-5),
    5. - Erzeugen eines Luftstroms mit dem Gebläse (11),
    6. - Zumessen von Kraftstoff
    7. - Schließen der Auslassventile (65) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5), wenn eine vorgegebene Menge des zugemessenen Kraftstoffs in den mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5) gelangt ist,
    8. - Schließen der Einlassventile (64) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5),
    9. - Durchführen eines Kompressionstaktes für den mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5), wobei als Antrieb der als Motor betriebene Riementriebgenerator (9) eingesetzt wird, der so angesteuert wird, dass er den Kolben (21) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5) bis kurz nach dem oberen Totpunkt bewegt und zwar in normaler oder entgegengesetzter Drehrichtung der Kurbelwelle (8), und
    10. - Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5).
  10. 10. Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit Kraftstoff-Direkteinspritzung, mehreren Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, und einem Riementrieb-Generator (9) mit folgenden aufeinander folgenden Schritten:
    1. - Auswählen mindestens eines Zylinders (2-5), Sicherstellen, dass das oder die Einlassventile (64, 65) des ausgewählten Zylinders (2-5) geöffnet sind, und Bewegen des Kolbens (21) des ausgewählten Zylinders (2-5) zum unteren Totpunkt mit Hilfe des Riementrieb-Generators (9) im Motorbetrieb
    2. - Schließen der Einlassventile (64) und Auslassventile (65) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5),
    3. - Durchführen eines Kompressionstaktes für den mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5) und Zumessen von Kraftstoff in den mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5), wobei als Antrieb der als Motor betriebene Riementrieb-Generator (9) eingesetzt wird, der so angesteuert wird, dass er den Kolben (21) des mindestens einen ausgewählten Zylinders (2-5) bis kurz nach dem oberen Totpunkt bewegt und zwar in normaler oder entgegengesetzter Drehrichtung der Kurbelwelle (8), und
    4. - Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in dem mindestens einen ausgewählten Zylinder (2-5).
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an die dort aufgeführten Schritte die restlichen Zylinder (2-5) durch Öffnen und Schließen der Einlassventile (64) und Auslassventile (65), Zumessen von Kraftstoff und Zünden des Luft-Kraftstoff- Gemisches entsprechend eines Arbeitsspiels in vorgegebener Reihenfolge in Betrieb genommen werden.
  12. 12. Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit mehreen Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, mit folgenden aufeinander folgenden Schritten, falls während des Betriebs der Brennkraftmaschine ein Übergang in den Betriebszustand des Motorstopps erfolgen soll:
    1. - im jeweiligen Ansaugtakt der Zylinder (2-5) noch einmalig Zuführen von Luft-Kraftstoff-Gemisch
    2. - Schließen der dem jeweiligen Zylinder (2-5) zugeordneten Einlassventile (64) und Halten der Ein- und Auslassventile (64, 65) geschlossen, die dem jeweiligen Zylinder (2-5) zugeordnet sind,
    3. - nach Anforderung eines erneuten Starts der Brennkraftmaschine, Zünden des Luft-Kraftstoff-Gemisches in dem oder den Zylindern (2-5), deren Kolben (21) am oder kurz nach dem oberen Totpunkt ist.
  13. 13. erfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle (8) mittels eines Riementriebs-Generators (9), der im Motorbetrieb betrieben wird, so lange gedreht wird, bis einer der Kolben (21) der Zylinder (2-5) am oder kurz nach dem oberen Totpunkt ist.
  14. 14. Verfahren zum Starten einer Brennkraftmaschine mit Kraftstoff-Direkteinspritzung, mehreren Zylindern (2-5), Einlass- und Auslassventilen (64, 65), die unabhängig voneinander betätigbar sind, mit folgenden aufeinander folgenden Schritten, falls während des Betriebs der Brennkraftmaschine ein Übergang in den Betriebszustand des Motorstopps erfolgen soll:
    1. - im jeweiligen Ansaugtakt des Zylinders (2-5) noch einmalig Zuführen von Luft,
    2. - Schließen der dem jeweiligen Zylinder (2-5) zugeordneten Einlassventile (64) und Halten der Ein- und Auslassventile (64, 65) geschlossen, die dem jeweiligen Zylinder (2-5) zugeordnet sind,
    3. - nach Anforderung eines erneuten Starts der Brennkraftmaschine, Zumessen von Kraftstoff und Zünden des Luft- Kraftstoff-Gemisches in dem oder den Zylindern (2-5), deren Kolben (21) am oder kurz nach dem oberen Totpunkt ist.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle (8) mittels eines Riementrieb-Generators (9), der im Motorbetrieb betrieben wird, so lange gedreht wird, bis einer der Kolben (21) der Zylinder (2-5) am oder kurz nach dem oberen Totpunkt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com