Die Erfindung betrifft eine Moorbadmasse nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Zur Herstellung von Moorbändern für die
medizinischbalneologische Anwendung ist es bekannt, sogenannten Heiltorf
oder Badetorf zu verwenden, der mit Wasser zu einem Moorbad
angerührt wird. Nachteilig an derartigen Moorbädern aus
Badetorf ist, dass für diese eine große Menge Badetorf
erforderlich ist, dessen Preis in letzter Zeit stark
gestiegen ist, da die Ausweitung des Naturschutzes auf
zahlreiche Torflagerstätten zu einer Verknappung der
Badetorfvorräte geführt hat. Nachteilig ist weiterhin, dass
für ein Vollbad je nach Qualität etwa 120 bis 150 kg Rohmoor
erforderlich sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Moorbadmasse
für die medizinisch-balneologische Anwendung zu entwickeln,
für deren Herstellung bei gleichen oder verbesserten
physikalischen Eigenschaften weniger Badetorf bzw. Rohmoor
erforderlich ist.
Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 und das
im Anspruch 5 bestimmte Verfahren gelöst. Durch die in den
Unteransprüchen genannten Merkmale sind vorteilhafte
Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung möglich.
Die erfindungsgemäße Moorbadmasse besteht aus einer Mischung
aus Badetorf und Walkerde. Der Begriff Walkerde bezeichnet
die Tonminerale der vulgo Bentonite genannten
Industriemineralgruppe, welche die technischen Eigenschaften
haben, Kationen, Wasser, Fett und Öl in ihr
Dreischichtmineralgitter einzulagern. Durch die Mischung von
Badetorf und Walkerde ist eine Moorbadmasse herstellbar, die
durch Verminderung der Badetorfmasse ein geringeres Gewicht
als eine herkömmliche Moorbadmasse bei gleichzeitig
verbesserten Eigenschaften gegenüber einer allein aus
Badetorf bestehende Moorbadmasse aufweist. Die biochemische
Wirkung des Torfes bleibt etwa erhalten, da die Torfmenge für
diese annähernd bedeutungslos ist, wobei gleichzeitig eine
Aufwertung des Moorbades erzielt wird, die im Effekt des
Einbaus, der Pufferung und der Abführung (aus dem Bad)
ausgeschiedener Körpersubstanzen besteht. Weiterhin
verbessert Walkerde im Peloid die rheologischen Eigenschaften
und steigert durch seine seidig-pastöse Beschaffenheit die
Akzeptanz durch den Patienten und damit sein Befinden. Der
geringere Badetorfbedarf pro Moorbad führt zu erheblichen
Kosteneinsparungen, da der Rohmoorpreis weniger ins Gewicht
fällt und die Personalkosten für das Handling der
Moorbadmasse und die Aufbereitung und die Entsorgung des
Moorbades durch den geringeren Arbeitsaufwand mit kleinen
Moorbadmassen pro Vollbad verringert werden.
Eine vorteilhafte Ausbildung des Erfindungsgegenstandes sieht
vor, die Moorbadmasse aus etwa 10 bis 30 Gewichtsprozent
Walkerde und entsprechend etwa 90 bis 70 Gewichtsprozent
Badetorf herzustellen, wobei der Einsatz von etwa 13
Gewichtsprozent Walkerde bei Untersuchungen als vorteilhafter
Wert ermittelt wurde. Ausgehend von einem erfindungsgemäßen
Moorbad, das aus 20 kg Moorbadmasse, d. h. z. B. 2,6 kg
Walkerde und 17,4 kg Badetorf und etwa 150 l Wasser
hergestellt ist, bewirkt gegenüber einem aus dem Stand der
Technik bekannten Moorbad eine Einsparung von Badetorf von
etwa 100 kg bis 130 kg. Somit lassen sich pro Moorbad
beträchtliche Mengen des teuren Badetorfs einsparen.
Die Erfindung sieht weiterhin vor, dass die Walkerde aus
Tonmineralen wie Montmorillonit und/oder Attapulgit und/oder
anderen Tonmineralen der Bentonitgruppe mit Walkvermögen
besteht.
Erfindungsgemäß wird weiter vorgeschlagen, das Moorbad aus
Badetorf und Walkerde unter Zugabe von Wasser herzustellen,
wobei Badetorf, Walkerde und Wasser mit hohen
Umdrehungszahlen vermischt werden. Auf diese Weise wird die
Vermischung von Badetorf und Walkerde erleichtert, da durch
den Thixotropieeffekt bei schneller Bewegung eine flüssige,
leicht zu durchmischende Masse entsteht, die in Ruhe wieder
den gewünschten gelartig-gallertartigen bis festen Zustand
annimmt. Gleichzeitig führt das schnelle Mischen zu einer
rheologisch hochqualitativen Masse. Der Thixotropieeffekt ist
auch für die Reinigung einer Moorbadwanne vom Moorbad
vorteilhaft, da sich das Moorbad im aufgerühertem Zustand
leicht ausspülen lässt.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, die Moorbadmasse
mit wenigstens einem Zusatzstoff zu versetzen. Als
Zusatzstoffe kommen beispielsweise Eiweißträger wie Sojamehl
und Mais in Frage. Hierdurch wird der Anwendungsbereich der
Moorbadmasse erweitert, da eine derartige angereicherte Masse
als Futtermittel für Kälber und Rinder geeignet ist und als
Ersatzstoff für Tiermehl einsetzbar ist. Insbesondere ist der
Einsatz einer derartigen Mischung in Granulatform vorgesehen.
Als Zusatzstoffe sind grundsätzlich alle Nahrungsmittel und
Futtermittel anwendbar.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform des
Erfindungsgegenstandes ist es vorgesehen, die aus Badetorf
und Walkerde bestehende Moorbadmasse zu einem Granulat zu
verarbeiten. Hierdurch wird die Riesel- bzw. Schüttfähigkeit
der Moorbadmasse verbessert, so dass sich diese einfacher
dosieren lässt, wenn beispielsweise eine Verpackungseinheit
für mehrere Moorbäder ausreicht bzw. ein Moorbad geringerer
Menge angerührt werden soll.
Weiterhin ist es vorteilhaft, das Badetorf-Granulat zu einem
Pulver zu zermahlen. Hierdurch wird die Löslichkeit des
Badetorfs erhöht, so dass die Zubereitung eines Moorbades in
kürzerer Zeit und mit weniger Rührarbeit erfolgen kann.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung
anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels
beschrieben. Hierbei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer
nach dem Stand der Technik
hergestellten Moorbadmasse,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer
erfindungsgemäßen Moorbadmasse.
In Fig. 1 ist eine Moorbadmasse 1 nach dem Stand der Technik
dargestellt, die aus Badetorf 2 besteht. Üblicherweise hat
die für eine Vollbad ausreichende Moorbadmasse 1 eine Masse m
von etwa 120 bis 150 kg.
In Fig. 2 ist eine erfindungsgemäße Moorbadmasse 3
dargestellt. Die Moorbadmasse 3 besteht aus Badetorf 2 und
Walkerde 4. Die Moorbadmasse 3 weist eine Masse m ∼ 20 kg
auf. Hierbei setzt sich die Masse m aus einer Masse mI ∼ 17,4 kg
und einer Masse mII ∼ 2,6 kg zusammen.