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Dokumentenidentifikation DE10106321A1 14.03.2002
Titel Moorbadmasse
Anmelder Allgäuer Heilmoor Ehrlich KG, 88410 Bad Wurzach, DE
Erfinder Ehrlich, Wilhelm, 88410 Bad Wurzach, DE;
Lüttig, Gerd, Prof. Dr., 29223 Celle, DE
Vertreter Patentanwälte Eisele, Dr. Otten, Dr. Roth & Dr. Dobler, 88212 Ravensburg
DE-Anmeldedatum 09.02.2001
DE-Aktenzeichen 10106321
Offenlegungstag 14.03.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.03.2002
IPC-Hauptklasse A61K 35/10
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Moorbadmasse zur Herstellung eines Moorbades für medizinisch-balneologische Anwendungen durch Zugabe von Wasser. Hierbei besteht die Moorbadmasse (3) aus Badetorf (2) und Walkerde (4).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Moorbadmasse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Zur Herstellung von Moorbändern für die medizinischbalneologische Anwendung ist es bekannt, sogenannten Heiltorf oder Badetorf zu verwenden, der mit Wasser zu einem Moorbad angerührt wird. Nachteilig an derartigen Moorbädern aus Badetorf ist, dass für diese eine große Menge Badetorf erforderlich ist, dessen Preis in letzter Zeit stark gestiegen ist, da die Ausweitung des Naturschutzes auf zahlreiche Torflagerstätten zu einer Verknappung der Badetorfvorräte geführt hat. Nachteilig ist weiterhin, dass für ein Vollbad je nach Qualität etwa 120 bis 150 kg Rohmoor erforderlich sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Moorbadmasse für die medizinisch-balneologische Anwendung zu entwickeln, für deren Herstellung bei gleichen oder verbesserten physikalischen Eigenschaften weniger Badetorf bzw. Rohmoor erforderlich ist.

Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 und das im Anspruch 5 bestimmte Verfahren gelöst. Durch die in den Unteransprüchen genannten Merkmale sind vorteilhafte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung möglich.

Die erfindungsgemäße Moorbadmasse besteht aus einer Mischung aus Badetorf und Walkerde. Der Begriff Walkerde bezeichnet die Tonminerale der vulgo Bentonite genannten Industriemineralgruppe, welche die technischen Eigenschaften haben, Kationen, Wasser, Fett und Öl in ihr Dreischichtmineralgitter einzulagern. Durch die Mischung von Badetorf und Walkerde ist eine Moorbadmasse herstellbar, die durch Verminderung der Badetorfmasse ein geringeres Gewicht als eine herkömmliche Moorbadmasse bei gleichzeitig verbesserten Eigenschaften gegenüber einer allein aus Badetorf bestehende Moorbadmasse aufweist. Die biochemische Wirkung des Torfes bleibt etwa erhalten, da die Torfmenge für diese annähernd bedeutungslos ist, wobei gleichzeitig eine Aufwertung des Moorbades erzielt wird, die im Effekt des Einbaus, der Pufferung und der Abführung (aus dem Bad) ausgeschiedener Körpersubstanzen besteht. Weiterhin verbessert Walkerde im Peloid die rheologischen Eigenschaften und steigert durch seine seidig-pastöse Beschaffenheit die Akzeptanz durch den Patienten und damit sein Befinden. Der geringere Badetorfbedarf pro Moorbad führt zu erheblichen Kosteneinsparungen, da der Rohmoorpreis weniger ins Gewicht fällt und die Personalkosten für das Handling der Moorbadmasse und die Aufbereitung und die Entsorgung des Moorbades durch den geringeren Arbeitsaufwand mit kleinen Moorbadmassen pro Vollbad verringert werden.

Eine vorteilhafte Ausbildung des Erfindungsgegenstandes sieht vor, die Moorbadmasse aus etwa 10 bis 30 Gewichtsprozent Walkerde und entsprechend etwa 90 bis 70 Gewichtsprozent Badetorf herzustellen, wobei der Einsatz von etwa 13 Gewichtsprozent Walkerde bei Untersuchungen als vorteilhafter Wert ermittelt wurde. Ausgehend von einem erfindungsgemäßen Moorbad, das aus 20 kg Moorbadmasse, d. h. z. B. 2,6 kg Walkerde und 17,4 kg Badetorf und etwa 150 l Wasser hergestellt ist, bewirkt gegenüber einem aus dem Stand der Technik bekannten Moorbad eine Einsparung von Badetorf von etwa 100 kg bis 130 kg. Somit lassen sich pro Moorbad beträchtliche Mengen des teuren Badetorfs einsparen.

Die Erfindung sieht weiterhin vor, dass die Walkerde aus Tonmineralen wie Montmorillonit und/oder Attapulgit und/oder anderen Tonmineralen der Bentonitgruppe mit Walkvermögen besteht.

Erfindungsgemäß wird weiter vorgeschlagen, das Moorbad aus Badetorf und Walkerde unter Zugabe von Wasser herzustellen, wobei Badetorf, Walkerde und Wasser mit hohen Umdrehungszahlen vermischt werden. Auf diese Weise wird die Vermischung von Badetorf und Walkerde erleichtert, da durch den Thixotropieeffekt bei schneller Bewegung eine flüssige, leicht zu durchmischende Masse entsteht, die in Ruhe wieder den gewünschten gelartig-gallertartigen bis festen Zustand annimmt. Gleichzeitig führt das schnelle Mischen zu einer rheologisch hochqualitativen Masse. Der Thixotropieeffekt ist auch für die Reinigung einer Moorbadwanne vom Moorbad vorteilhaft, da sich das Moorbad im aufgerühertem Zustand leicht ausspülen lässt.

Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, die Moorbadmasse mit wenigstens einem Zusatzstoff zu versetzen. Als Zusatzstoffe kommen beispielsweise Eiweißträger wie Sojamehl und Mais in Frage. Hierdurch wird der Anwendungsbereich der Moorbadmasse erweitert, da eine derartige angereicherte Masse als Futtermittel für Kälber und Rinder geeignet ist und als Ersatzstoff für Tiermehl einsetzbar ist. Insbesondere ist der Einsatz einer derartigen Mischung in Granulatform vorgesehen.

Als Zusatzstoffe sind grundsätzlich alle Nahrungsmittel und Futtermittel anwendbar.

Gemäß einer besonderen Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist es vorgesehen, die aus Badetorf und Walkerde bestehende Moorbadmasse zu einem Granulat zu verarbeiten. Hierdurch wird die Riesel- bzw. Schüttfähigkeit der Moorbadmasse verbessert, so dass sich diese einfacher dosieren lässt, wenn beispielsweise eine Verpackungseinheit für mehrere Moorbäder ausreicht bzw. ein Moorbad geringerer Menge angerührt werden soll.

Weiterhin ist es vorteilhaft, das Badetorf-Granulat zu einem Pulver zu zermahlen. Hierdurch wird die Löslichkeit des Badetorfs erhöht, so dass die Zubereitung eines Moorbades in kürzerer Zeit und mit weniger Rührarbeit erfolgen kann.

Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels beschrieben. Hierbei zeigt:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer nach dem Stand der Technik hergestellten Moorbadmasse,

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Moorbadmasse.

In Fig. 1 ist eine Moorbadmasse 1 nach dem Stand der Technik dargestellt, die aus Badetorf 2 besteht. Üblicherweise hat die für eine Vollbad ausreichende Moorbadmasse 1 eine Masse m von etwa 120 bis 150 kg.

In Fig. 2 ist eine erfindungsgemäße Moorbadmasse 3 dargestellt. Die Moorbadmasse 3 besteht aus Badetorf 2 und Walkerde 4. Die Moorbadmasse 3 weist eine Masse m ∼ 20 kg auf. Hierbei setzt sich die Masse m aus einer Masse mI ∼ 17,4 kg und einer Masse mII ∼ 2,6 kg zusammen.


Anspruch[de]
  1. 1. Moorbadmasse zur Herstellung eines Moorbades für medizinisch-balneologische Anwendungen durch Zugabe von Wasser, dadurch gekennzeichnet, dass die Moorbadmasse (3) aus Badetorf (2) und Walkerde (4) besteht.
  2. 2. Moorbadmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Walkerde (4) an der Moorbadmasse (3) etwa 10 bis 30 Gewichtsprozent beträgt, insbesondere etwa 13 Gewichtsprozent.
  3. 3. Moorbadmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walkerde (4) aus Tonmineralen wie Montmorillonit und/oder Attapulgit und/oder anderen Tonmineralen der Bentonitgruppe mit Walkvermögen besteht.
  4. 4. Moorbadmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Moorbad für eine Person aus etwa 20 kg Moorbadmasse (3) und etwa 150 l Wasser hergestellt ist.
  5. 5. Verfahren zur Herstellung eines Moorbades nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Badetorf (2) und Walkerde (4) unter Zugabe von Wasser mit hohen Umdrehungszahlen vermischt werden.
  6. 6. Moorbadmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Moorbadmasse (3) wenigstens einen Zusatzstoff, insbesondere einen Eiweißträger wie z. B. Sojamehl oder Mais enthält.
  7. 7. Moorbadmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Moorbadmasse (3) der Badetorf (2) und/oder die Walkerde (4) und/oder Zusatzstoffe als Granulat vorliegen.
  8. 8. Moorbadmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Moorbadmasse (3) der Badetorf (2) und/oder die Walkerde (4) und/oder Zusatzstoffe als Pulver vorliegen.






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