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Dokumentenidentifikation DE69615993T2 04.04.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0777800
Titel KONSTRUKTIONSVERFAHREN FÜR AUSBAUARBEITEN
Anmelder LAFARGE PLATRES, Avignon, FR
Erfinder ZUBER, François, F-84270 Vedène, FR;
LECLERCQ, Claude, F-84800 Pernes-les-Fontaines, FR;
BOURNE-CHASTEL, Pascal, F-84570 Mormoiron, FR
Vertreter Witte, Weller & Partner, 70178 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 69615993
Vertragsstaaten BE, DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 28.06.1996
EP-Aktenzeichen 969176197
WO-Anmeldetag 28.06.1996
PCT-Aktenzeichen IB9600620
WO-Veröffentlichungsnummer 9702395
WO-Veröffentlichungsdatum 23.01.1997
EP-Offenlegungsdatum 11.06.1997
EP date of grant 17.10.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.04.2002
IPC-Hauptklasse E04F 13/02
IPC-Nebenklasse C04B 41/60   B32B 13/08   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Konstruktion von Ausbauarbeiten. Spezieller interessiert sich die Erfindung für jedes konstruktionstechnische Verfahren, bei dem einerseits vorgefertigte Platten, die einen Gipskörper und zumindest ein Blatt Verkleidungspapier oder -karton aufweisen, von dem zumindest eine äußere Schicht eine sichtbare Außenseite aufweist, die für die Dekoration bereit ist, und andererseits zumindest ein Komplementärputz zum Ausfugen bereitgestellt werden, der insbesondere für die Endbearbeitung einer Fuge verwendet wird. Anschließend werden die genannten flachen Elemente untereinander mit einem Füllputz zusammengefügt, der den Kern der Fugen zwischen den verschiedenen Platten bildet, und die Fugen werden mit dem Komplementärputz endbearbeitet, der auf den Füllputz aufgetragen wird, um so eine äußere und sichtbare Gesamtoberfläche zu erhalten, die einschließlich im Bereich der Fugen relativ gleichmäßig bzw. eben ist. Ein derartiges Verfahren wird angewandt, um beispielsweise innerhalb eines Gebäudes Räume, insbesondere Zwischenwände, zu bilden.

Gemäß dem Dokument EP-A-0 521 804 kann das Verkleidungspapier eine als Oberstrahl bezeichnete Oberschicht aufweisen, die hauptsächlich chemische weiße Cellulosefasern und eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und eine Pigmentschicht aufweist, die die Oberschicht bedeckt, die eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und ein Bindemittel aufweist.

Allgemein erfordert die äußere und sichtbare Gesamtoberfläche, die nach dem zuvor definierten Verfahren erhalten wird, eine Vorbereitung, bevor sie eine Oberflächendekoration erhält, bei der es sich um eine oder mehrere Schichten eines Filmbelages von der Art einer Farbe oder eines Lackes oder um eine Papiertapetendicke handelt. Diese Vorbereitung wird insbesondere durch die Farbton- oder Farbunterschiede erforderlich, die zwischen der sichtbaren Außenseite der Gipsplatten einerseits und der sichtbaren Außenseite der Fugen andererseits bestehen. Diese Vorbereitung besteht nach Fertigstellung der Ausarbeitung darin, die erhaltene Gesamtoberfläche, d. h. die Verkleidungsseite der Platten zuzüglich der Fugen mit einer oder mehreren Schichten eines Anstriches oder einer Grundierschicht oder einem Grundieranstrich zu bedecken.

Der Vorbereitungsvorgang stellt in einem vollständigen Konstruktionsablauf beispielsweise eines Gebäudes nicht vernachlässigbare zusätzliche Kosten dar. Darüber hinaus ist er in Anbetracht insbesondere der physikalisch-mechanischen Unterschiede, die zwischen den Fugen einerseits und den Platten andererseits fortbestehen, nicht ausreichend, um eine dekorierte Gesamtoberfläche von gleichmäßigem Aussehen zu erhalten.

Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, den zuvor genannten Nachteilen abzuhelfen. Genauer hat die Erfindung ein konstruktionstechnisches Verfahren zum Ziel, das mit dem aufrechterhaltenen herkömmlichen Ansatz bricht, um das zuvor hervorgehobene Problem zu lösen, d. h. das das Erfordernis einer Vorbereitung der Gesamtoberfläche vor der Dekoration beseitigt. Gleichwohl hat die Erfindung ein Verfahren zum Ziel, das mit den professionellen Konstruktionspraktiken, insbesondere denjenigen für Ausbauarbeiten, kompatibel bleibt.

Gemäß der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich das Verfahren von dem herkömmlichen Ansatz dadurch, daß einerseits die Struktur und/oder die Zusammensetzung des Verkleidungspapiers und andererseits die Zusammensetzung des Komplementärputzes aneinander angepaßt sind, um im trockenen Zustand des Komplementärputzes eine Gesamtoberfläche zu erhalten, die eine Farbe oder einen Farbton sowie eine Oberflächenabsorption von Wasser und ggf. einen Oberflächeneffekt, darunter ein Reflexionsvermögen, aufweist, die in praktisch der vollständigen Gesamtoberfläche einschließlich im Bereich der sichtbaren Außenseite der Fugen homogen sind, wodurch die Gesamtoberfläche ohne Präparation derselben, wie mit einer Beschichtung mit zumindest einer zusätzlichen Grundierschicht, dekoriert werden kann.

Die vorliegende Erfindung betrifft gleichermaßen die Verwendung eines Komplementärputzes zur Verfugung, der eine mineralische Füllung von heller Farbe aufweist, die vorzugsweise weiß ist, deren Korngröße im Bereich von 5 bis 35 um liegt, für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Die vorliegende Erfindung bringt die folgenden entscheidenden Vorteile mit sich, die eine Folge der Oberflächenhomogenität der erfindungsgemäß erhaltenen Gesamtoberfläche sind, nicht nur hinsichtlich Farbe oder Farbton, sondern auch hinsichtlich gewisser physikalischer bzw. physikalisch-chemischer Eigenschaften.

So kann durch die Homogenität des Oberflächenabsorptionsvermögens des Verkleidungspapiers und des Komplementärputzes ein quasi perfektes Aussehen der einen oder mehreren Anstrichschichten erhalten werden, aber auch ein quasi gleichmäßiges Anhaften einer Papiertapete, was später ihr homogenes Ablösen begünstigt.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Zusammensetzung des Komplementärputzes an eine vorbestehende Struktur und/oder Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapiers angepaßt.

Gemäß einer anderen Variante der Erfindung und umgekehrt zu der vorstehenden wird die Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapiers an eine vorbestehende Zusammensetzung des Komplementärputzes angepaßt.

Darüber hinaus ist das Verfahren bevorzugter dadurch gekennzeichnet, daß außer der Farbe oder des Farbtons und der Oberflächenabsorption von Wasser zumindest eine der folgenden physikalischen Eigenschaften zwischen den Platten und dem Komplementärputz homogen gemacht oder aneinander angeglichen wird, nämlich:

- der Oberflächeneffekt, darunter das Reflexionsvermögen;

- die Entfärbung oder Färbung unter der Wirkung natürlichen Lichtes.

Vorteilhafterweise sind die verschiedenen physikalischen Eigenschaften wie folgt definiert:

- der Reflexionsfaktor der Gesamtoberfläche, darunter derjenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, liegt im Bereich von 70% bis 80%, und vorzugsweise von 72% bis 76% bei einer Wellenlänge von 457 nm;

- die Entfärbung oder Färbung der Gesamtoberfläche, darunter diejenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, weist einen Farbabstand (delta E*) von höchstens gleich 3 nach Bestrahlung durch eine UV- Strahlungsquelle mit einer Wellenlänge von zumindest gleich 290 nm während 72 Stunden, die 15 cm von der Oberfläche angeordnet ist, auf;

- die Oberflächenabsorption von Wasser der Gesamtoberfläche, darunter diejenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, liegt nicht unterhalb von 60 Minuten und/oder beträgt höchstens gleich 15 g/m² gemäß dem Testverfahren COBB bei 23ºC.

In der Praxis und im Rahmen von Routineversuchen weiß der sachkundige Fachmann die Struktur und/oder die Zusammensetzung eines Blattes Verkleidungspapiers und/oder die Zusammensetzung derart anzupassen, daß den zuvor definierten technischen Prinzipien Genüge getan ist, so daß die hiernach beschriebenen Beispiele in keiner Weise beschränkend sind.

Die vorliegende Erfindung wird nun mit Bezug auf vorgefertigte Gipsplatten beschrieben. Diese Platten sind typischerweise aus einem zwischen zwei Blättern Papier fabrikmäßig gegossenem Gipskörper zusammengesetzt, die zugleich seine Verkleidung und seine Armierung bilden.

Gewöhnlicherweise ist das eine der zur Herstellung der Gipsplatten verwendeten Blätter Papier von dunkler Farbe, die zwischen einer grauen Farbe und einer braunen Farbe variieren kann, da es aus Cellulosefasern zusammengesetzt ist, die keiner besonderen Reinigungsbehandlung unterzogen wurden. Klassischerweise wird dieses Graupapier genannte Papier ausgehend aus einem nicht gebleichten chemischen Brei und/oder einem mechanischen Brei und/oder einem thermomechanischen Brei und/oder einem halbchemischen Brei gewonnen. Unter mechanischem Brei wird gewöhnlicherweise ein Brei verstanden, der vollständig durch mechanische Mittel aus diversen Rohstoffen, im wesentlichen Holz, gewonnen wird, die aus Wiederverwertungserzeugnissen, die aus Holz hervorgegangen sind, beigebracht werden können, wie alte Kartons, Kraftpapierschnitzel und/oder alte Zeitungen. Unter thermomechanischem Brei wird ein Brei verstanden, der durch eine thermische Behandlung gefolgt von einer mechanischen Behandlung des Rohstoffes gewonnen wird. Unter halbchemischem Brei wird ein Brei verstanden, der gewonnen wird, indem aus dem Rohstoff ein Teil seiner nichtcellulosen Bestandteile mittels einer chemischen Behandlung eliminiert wird, und der eine spätere mechanische Behandlung erfordert, um die Fasern zu dispergieren.

Das andere Blatt weist eine sichtbare Verkleidungsseite genannte Seite von allgemein hellerer Farbe als das graue Blatt auf. Um diese hellere Farbe zu erhalten, basiert die eine oder basieren die Schichten dieser Seite auf einem ggf. gebleichten chemischen Brei, der aus recycleten und/oder neuen Cellulosefasern zusammengesetzt ist, und/oder auf einem ggf. gebleichten mechanischen Brei. Unter chemischem Brei wird ein Brei verstanden, der dadurch gewonnen wird, daß aus dem Rohstoff durch eine chemische Behandlung, beispielsweise durch Kochen in Anwesenheit von geeigneten chemischen Substanzen wie Soda oder Bisulfiten, ein sehr großer Anteil seiner nichtcellulosen Bestandteile eliminiert wird. Wenn die chemische Behandlung durch ein Bleichen vervollständigt wird, wird ein sehr großer Teil farbiger Substanzen eliminiert, ebenso wie die Substanzen, die die Gefahr mitbringen, bei der Alterung zu degradieren und unerwünschte gelbe Farbtöne hervorzurufen, die mit der Anwesenheit von beispielsweise Lignin verbunden sind.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens und gemäß dem Dokument EP-A-0 521 804 weist das Verkleidungspapier eine als Oberstrahl bezeichnete Oberschicht auf, die hauptsächlich chemische weiße Cellulosefasern, eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, sowie eine Pigmentschicht auf, die die Oberschicht bedeckt, die ebenfalls eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und ein Bindemittel aufweist. In Entsprechung weist erfindungsgemäß der Komplementärputz eine mineralische Füllung von heller Farbe auf, die vorzugsweise weiß ist, deren Korngröße im Bereich von 5 bis 35 um liegt.

Die Feinheit der Korngröße der mineralischen Füllung des Komplementärputzes ermöglicht es, eine glatte Oberfläche zu erhalten, die derjenigen der Verkleidung der Platte entspricht. Eine zu große Korngröße der Füllung ruft Mängel in der Gesamtoberfläche hervor, wie eine Streuung von Lichtstrahlen auf der Oberfläche des Putzes, die von derjenigen auf der Oberfläche der Platte verschieden ist, was Ton- und Glanzunterschiede des Farbtones mit sich bringt. Eine zu beträchtliche Korngröße bringt außerdem Unterschiede physikalischer Hinsicht mit sich, die mit Unterschieden der Rauheit zwischen der Platte und dem Putz verbunden sind.

Die mineralische Füllung macht vorzugsweise 50% bis 85% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes aus.

Darüber hinaus kann der Putz ein hydrophobes Mittel, beispielsweise von 0,2% bis 5% und vorzugsweise von 0,5% bis 3% des Gesamtgewichts des Putzes aufweisen, beispielsweise ein Silikonderivat. Dieses Mittel ermöglicht vor allem eine Verlangsamung der Kinetik des Trocknens des Putzes, was seine Nicht- Rißbildung begünstigt, aber auch seine bessere Beständigkeit gegen die Aggression von Wasserdampf während Ablösevorgängen einer Papiertapete, und dies ohne dem guten Anhaften eines Anstriches oder Papierleims auf der Gesamtoberfläche, darunter die sichtbare Oberfläche der Fugen, zu schaden. In der Tat ermöglicht es dieses hydrophobe Mittel, die Absorptionsfähigkeit der Oberflächen des Putzes und des Verkleidungspapieres der Platte zu nivellieren. Somit erfahren alle auf die erhaltene Gesamtoberfläche aufgebrachten Anstriche oder Papierleime wenig Unterschied in der Absorptionskinetik zwischen dem Putz und der Platte, was es ermöglicht, das Auftreten von Spektren oder Mängeln der Homogenität des Farbtons zu vermeiden.

Der Putz weist außerdem ein in wässriger Phase dispergierbares organisches Bindemittel in einem Anteil von 1 bis 20%, vorzugsweise von 2 bis 12% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes auf, beispielsweise Polyvinylacetate und/oder Acrylsäure ester. Die Wahl dieses Bindemittels ist bedeutsam, da es dem Putz eine ausreichende Elastizität verleihen soll, um gegen mechanische Spannungen beständig zu sein, und es soll zugleich ein Klebvermögen, um ein gutes Anhaften auf der Gesamtoberfläche zu erhalten, und eine gute Beständigkeit gegen UV-Lichteinwirkungen aufweisen.

Außerdem wird in der Zusammensetzung des Putzes ein Hantierbarkeitsmittel, insbesondere ein dickendes Wasserrückhaltemittel vorgesehen, beispielsweise Methylhydroxyethylcellulose in einem Anteil von 1 bis 15%, vorzugsweise von 2 bis 12% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes.

Schließlich kann in die Zusammensetzung des Putzes zumindest ein Glättmittel eingehen, insbesondere ein Ton, in einem Anteil von 0,1 bis 2%, vorzugsweise von 0,1 bis 0,6% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes. Diese Tone sind vorzugsweise Silikatderivate, und noch bevorzugter Tone vom Typ Attapulgit.

Weitere Bestandteile wie Biozide, Dispergierungsmittel, Schaumverhütungsmittel und Pigmente können ebenfalls in die Zusammensetzung des Putzes auf gewöhnliche Weise inkorporiert werden.

Die Erfindung wird besser anhand des folgenden detaillierten Beispiels verstanden, das der Veranschaulichung dient und nicht beschränkend ist.

Es wird von Gipsplatten ausgegangen, die dem Beispiel 5 des Dokuments EP-A-0 521 804 ähnlich sind, die mit einem klassischen Füllputz, beispielsweise einem Fugenputz, der unter der hinterlegten Marke "PREGYLIS"® der Firma PLATRES LAFARGE vertrieben wird, zusammengefügt werden. Der Oberstrahl der Verkleidung der Platte wird aus 65% gebleichten chemischen Cellulosefasern und 35% Kalk erhalten und ist mit einer Pigmentschicht bedeckt, die als mineralische Füllung 85 Gew.-% CaSO&sub4;, 2H&sub2;O in Form von Nadeln mit einer Länge von 3 bis 5 um und als Bindemittel 10,3 Gew.-% Butadien-Styrol-Copolymer aufweist. Die Füllfuge erhält anschließend eine dünne Schicht eines erfindungsgemäßen Komplementärputzes zur Verfugung mit der folgenden Zusammensetzung:

- 50 bis 85 Gew.-% Kalziumkarbonat, mit einer Korngröße von 5 bis 35 um als mineralische Füllung;

- 2 bis 12 Gew.-% eines Bindemittels, das Polyvinylacetate und Acrylsäureester in wässriger Dispersion aufweist;

- 0,5 bis 3 Gew.-% eines Silikonderivats als hydrophobes Mittel;

- 0,1 bis 0,9% eines Cellulosederivats vom Typ Methylhydroxyethylcellulose;

- 0,1 bis 0,6% eines Glättmittels vom Typ Attapulgit;

- 1 bis 12% eines weiteren Silikatderivats als komplementäres Glättmittel;

- 0,1 bis 5% eines Ammoniumsalzes von Polycarboxylsäure als Dispergierungsmittel;

- 0,001 bis 0,015 Eisenoxid als Pigment;

- 0,1 bis 0,3% einer Zubereitung von N-Formolen und Isothiazolinonen als Biozid;

- 0,1 bis 0,3% eines klassischen Schaumverhütungsmittels;

- Wasser qsp 100%.

Die gegebenen Gewichtsprozente beziehen sich, ohne gegenteilige Angabe, auf das Gesamtgewicht des Putzes.

Für Vergleichszwecke werden Standardplatten ausschließlich nach der französischen Norm NF P 72-302, die keinen wie oben definierten Oberstrahl und keine Pigmentschicht aufweisen, mit einem Fugenputz für Gipsplatten aus dem Sortiment der Putze "PREGYLIS"®, der von der Firma PLATRES LAFARGE vertrieben wird, zusammengefügt.

Die Eigenschaften der beiden so gebildeten Gesamtoberflächen werden durch Anwendung folgender Testverfahren verglichen:

(A) Weißgrad oder Reflexionsfaktor R, erhalten nach der Norm NFQ 03038 bei einer Wellenlänge von 457 nm. Dieser Grad repräsentiert das Verhältnis (in Prozenten) zwischen der reflektierten Strahlung des betrachteten Körpers und derjenigen eines perfekten Diffusors unter gleichen Bedingungen.

(B) Oberflächenabsorption von Wasser, erhalten beispielsweise nach dem Testverfahren COBB. Bei diesem Test wird ein Ring, der eine Oberfläche von 100 cm² bestimmt, mit destilliertem Wasser von 23ºC auf eine Höhe von etwa 10 mm gefüllt. Das Wasser wird während einer Minute in Kontakt mit der Gesamtoberfläche, die den Boden des Ringes bildet, gelassen, dann wird das Wasser abgegossen und der Überschuß entfernt. Die Gewichtszunahme der Oberfläche wird anschließend bestimmt und auf eine Oberfläche von 1 m² umgerechnet. In einer Variante wird ein Tropfen eines Volumens von etwa 0,05 cm³ destillierten Wassers von 23ºC auf die Oberfläche aufgesetzt. Es ist wichtig, daß der Tropfen aufgesetzt wird und nicht aus einer variablen Höhe fallengelassen wird, der dadurch mehr oder weniger zerschlagen wird, was das Ergebnis beeinträchtigt. Die Zeitdauer in Minuten ist für die Oberflächenabsorption der getesteten Oberfläche repräsentativ.

(C) Beständigkeit gegen UV-Strahlung, erhalten durch Bestrahlen der Gesamtoberflächen in einem Behälter, der acht Quecksilberhochdrucklampen von jeweils 400 Watt aufweist, mit einer Wellenlänge nicht unterhalb von 290 nm. Die Oberflächen werden in einem Abstand von 15 cm von den Lampen und auf einer Temperatur von 60ºC während 72 Stunden gehalten. Die Farbabstände delta E* werden in einem Spektralkolorimeter nach dem Standard DIN 6174 gemessen, unter einem Winkel von 8º, unter Beleuchtung D65 im Spiegelschein enthalten in dem System L*, a*, b*, in dem L* die Leuchtdichte ist, a* den Übergang von grün nach rot und b* den Übergang von blau nach gelb repräsentiert. Ein Punkt E* in diesem System, der eine Funktion von L*, a*, b* ist, definiert die Kolorimetrie eines Eichmaßes und der Abstand wird bezüglich eines Bezugspunktes gemessen. Allgemein wird ein Farbabstand von über 2 für das bloße Auge wahrnehmbar.

Die Versuchsergebnisse (A) und (B) sind in der nachfolgenden Tabelle I und diejenigen des Versuchs (C) in der nachfolgenden Tabelle II angegeben.

Tabelle I

Dies zeigt, daß die Gesamtoberfläche gemäß der vorliegenden Erfindung eindeutig homogener ist als diejenige einer Anordnung nach der gewöhnlichen Technik. Darüber hinaus ermöglicht es die homogenere Absorptionszeit der Gesamtoberfläche, einen Anstrich mit geringerer Deckkraft zu verwenden als derjenigen, die bei den herkömmlichen Platten und Putzen notwendig ist, und begünstigt außerdem das Anbringen des Anstrichs.

Tabelle II

Diese Tabelle zeigt, daß der Farbabstand vor der Bestrahlung mit UV für eine erfindungsgemäße Gesamtoberfläche viel geringer ist als für eine Gesamtoberfläche, wie sie herkömmlicherweise erhalten wird.

Diese Tabelle zeigt außerdem, daß die Entwicklung des Farbabstandes nach der Bestrahlung mit UV bei der erfindungsgemäßen Gesamtoberfläche viel weniger beträchtlich ist als herkömmlicherweise. In der Tat, der Farbabstand muß vor der Bestrahlung und nach der Bestrahlung soweit wie möglich reduziert sein, damit die Gesamtoberfläche dem bloßen Auge nicht den Eindruck vermittelt, fleckig zu sein, oder den Anschein von Bereichen unterschiedlicher Farbtöne und Glanz vermittelt.

Dies ist nicht bei einer mit herkömmlichen Gipsplatten und Erzeugnissen erhaltenen Gesamtoberfläche möglich, sondern der sehr geringe Abstand der Gesamtoberfläche gemäß der Erfindung ermöglicht es, diesen Nachteil zu vermeiden.


Anspruch[de]

1. Konstruktionstechnisches Verfahren für Ausbauarbeiten, bei dem:

a) vorgefertigte Platten, die jeweils einen Gipskörper und zumindest ein Blatt Verkleidungspapier mit einer äußeren Schicht aufweisen, die eine sichtbare Außenseite aufweist, die für die Dekoration bereit ist, ein Füllputz, der dazu bestimmt ist, den Kern der Fugen zwischen den verschiedenen Platten zu bilden, und ein Komplementärputz für die Endbearbeitung der Fugen bereitgestellt werden;

b) die vorgefertigten Platten untereinander mit dem Füllputz zusammengefügt werden;

c) die Fugen mit dem Komplementärputz, der auf den Füllputz aufgetragen wird, endbearbeitet werden, derart, daß eine äußere und sichtbare Gesamtoberfläche erhalten wird, die einschließlich im Bereich der Fugen relativ gleichmäßig bzw. eben ist;

dadurch gekennzeichnet, daß einerseits die Struktur und/oder die Zusammensetzung des Verkleidungspapiers und andererseits die Zusammensetzung des Komplementärputzes aneinander angepaßt sind, um im trockenen Zustand des Komplementärputzes eine Gesamtoberfläche zu erhalten, die eine Farbe oder einen Farbton sowie eine Oberflächenabsorption von Wasser und ggf. einen Oberflächeneffekt, darunter ein Reflexionsvermögen, aufweist, die in praktisch der vollständigen Gesamtoberfläche einschließlich im Bereich der sichtbaren Außenseite der Fugen homogen sind, wodurch die Gesamtoberfläche ohne Präparation derselben, wie mit einer Beschichtung mit zumindest einer zusätzlichen Grundierschicht, dekoriert werden kann.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reflexionsfaktor der Gesamtoberfläche, darunter derjenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, im Bereich von 70% bis 80%, und vorzugsweise von 72% bis 76% bei einer Wellenlänge von 457 nm liegt.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberflächenabsorption von Wasser der Gesamtoberfläche, darunter diejenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, höchstens gleich 15 g/m² gemäß dem Testverfahren COBB bei 23ºC beträgt.

4. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß einerseits die Struktur und/oder die Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapier und andererseits die Zusammensetzung des Komplementärputzes aneinander angepaßt sind, um im trockenen Zustand des Komplementärputzes eine Entfärbung oder Färbung der Gesamtoberfläche, darunter diejenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, zu erhalten, die einen Farbabstand delta E* von höchstens gleich 3 nach Bestrahlung durch eine UV-Strahlungsquelle mit einer Wellenlänge von zumindest gleich 290 nm während 72 h, die 15 cm von der Oberfläche angeordnet ist, aufweist.

5. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Verkleidungspapier eine als Oberstrahl bezeichnete Oberschicht aufweist, die hauptsächlich chemische weiße Cellulosefasern und eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, sowie eine Pigmentschicht, die die Oberschicht bedeckt, die eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und ein Bindemittel aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß in Übereinstimmung der Komplementärputz eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, aufweist, deren Korngröße im Bereich von 5 bis 35 um liegt.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mineralische Füllung 50% bis 85% des Gesamtgewichts des Komplemantärputzes ausmacht.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Komplementärputz ein hydrophobes Mittel, beispielsweise von 0,2% bis 5%, und vorzugsweise von 0,5% bis 3% des Gesamtgewichts des Putzes, aufweist.

8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Komplementärputz ein in wässriger Phase dispergierbares organisches Bindemittel in einem Anteil von 1% bis 20% und vorzugsweise von 2% bis 12% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes aufweist.

9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Komplementärputz zumindest ein Glättmittel, insbesondere einen Ton, in einem Anteil von 0,1% bis 2%, und vorzugsweise von 0,1% bis 0,6% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes aufweist.

10. Verwendung eines Komplementärputzes zur Verfugung, der eine mineralische Füllung von heller Farbe aufweist, die vorzugsweise weiß ist, deren Korngröße im Bereich von 5 bis 35 um liegt, für die Durchführung eines Verfahrens nach Anspruch 1.







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