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Dokumentenidentifikation DE69523836T2 11.04.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0699422
Titel Einwegvorrichtung für die Samengewinnung bei Tieren, insbesondere bei Eber und Kaninchen
Anmelder IMV Technologies, L'Aigle, FR
Erfinder Cassou, Robert, 18700 Sainte Montaine, FR;
Cassou, Bertrand, F-61300 L'Aigle, FR;
Cassou, Maurice, F-61400 Mortagne au Perche, FR
Vertreter Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München
DE-Aktenzeichen 69523836
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 24.08.1995
EP-Aktenzeichen 954019501
EP-Offenlegungsdatum 06.03.1996
EP date of grant 14.11.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.04.2002
IPC-Hauptklasse A61D 19/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Gewinnung von Tiersamen.

Es sind Samengewinnungsvorrichtungen bekannt, bei denen Kondome und warmes Wasser verwendet werden.

FR-A-1 015 041 beschreibt ein künstliches Vaginasystem für Pferde und Esel, das einen von einer starren Muffe gebildeten Körper aufweist, der mit einem Füllloch versehen ist und in dem ein umgeschlagener und an den Enden der Muffe befestigter Zylinder aus Latex angeordnet ist, der eine Tasche zur Aufnahme von Warmwasser bildet.

FR-A-1 360 774 beschreibt eine Vorrichtung zur Gewinnung von Tiersperma, die eine Kammer aus Kunststoff aufweist, die durch ein Fenster in zwei Teile geteilt ist, wobei das Fenster ein hinteres Abteil abgrenzt, das zur Aufnahme des Spermas bestimmt ist, sowie ein vorderes Abteil mit rechteckigem Querschnitt, das mit Schaumgummielementen gefüllt ist, die in eine Hülle aus Polymerfolie eingeschlossen sind, die mit einer Folie aus organischem Polymer auf Siliciumbasis bedeckt ist, die die Funktion eines Gleitmittels erfüllt.

Die bekannten Gewinnungsvorrichtungen haben insbesondere den Nachteil, dass insbesondere bei Zuchtebern der Penis des Tiers relativ lange Zeit gehalten werden muss, um seine vollständige Ejakulation zu bewirken. Dies bringt eine Nichtverfügbarkeit des Ausführenden mit sich, die für die Wirtschaftlichkeit nachteilig ist.

Mit den bekannten Verfahren sind nämlich nur fünf Eber pro Stunde durch eine Person behandelbar.

Ziel der Erfindung ist es, diese Nachteile durch Schaffung einer Vorrichtung zur Gewinnung von Tiersamen insbesondere für Eber zu beseitigen, die einfach ausgeführt ist und gegenüber den herkömmlichen Vorrichtungen eine erhöhte Wirksamkeit und kleinere Abmessungen besitzt.

Gegenstand der Erfindung ist zu diesem Zweck eine Vorrichtung für die Samengewinnung bei Tieren, insbesondere bei Ebern, bestehend aus einem Körper bzw. einer künstlichen Scheide, der bzw. die mit einer Leitung zur Aufnahme und Umschließung des Tierpenis und mit einem Organ zum Abfließen in einen Samenbehälter versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper aus nachgiebigem Schaumwerkstoff hergestellt ist und seine Leitung zur Aufnahme und zum Umschließen des Penis kegelstumpfförmig ist und einen ausgeweiteten oder abgeschrägten Eintritt zur Führung des Tierpenis aufweist, wobei die Konizität und die Länge dieser Leitung an das Alter oder an die Art des Tiers, dessen Samen gewonnen werden soll, angepasst ist.

Bei einem solchen System entfällt die Verwendung einer doppelwandigen Vagina mit Warmwasser.

Zum besseren Verständnis der Erfindung folgt als Beispiel eine Beschreibung, in der auf die beiliegende Zeichnung Bezug genommen wird. In dieser zeigen:

Fig. 1 eine schematische Schnittansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Samengewinnungsvorrichtung,

Fig. 2 eine schematische Schnittansicht einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Samengewinnungsvorrichtung.

Die in Fig. 1 gezeigte Samengewinnungsvorrichtung weist einen rohrförmigen Körper in Form einer Muffe auf, die aus einem weichen Schaumstoff wie nichttoxischem Polyurethan-, Polyethylen- oder Siliconschaum besteht.

Der Körper 1 besitzt eine Eintrittsabschrägung 2, die dazu bestimmt ist, den Tierpenis auf das Innere der Vorrichtung zu zu führen.

Die Abschrägung 2 wird durch eine kegelstumpfförmige Leitung 3 verlängert, die sich auf das der Abschrägung 2 entgegengesetzte Ende des Körpers 1 zu verjüngt und in eine Kammer 4 zylindrischer Form mündet, die von einer Buchse 5 mit dünnerer Wand zur Aufnahme eines Samenaufnahmerohrs 6 abgegrenzt ist.

Die Konizität und die Länge der kegelstumpfförmigen Leitung 3 besitzen je nach Alter oder Art der Tiere, deren Samen gewonnen werden soll, unterschiedliche Maße.

Die Tatsache, dass die Muffe 1 aus Schaumstoff dehnbar ist, gestattet die Ausübung eines mäßigen Drucks auf den Penis insbesondere des Ebers.

Die Länge der Leitung 3 beträgt beim Eber beispielsweise 10 cm und beim Kaninchen 5 cm. Diese Abmessungen können je nach Alter der Tiere variieren.

Was die Kegelstumpfform dieser Leitung beim Eber anlangt, so beträgt ihr Durchmesser an der Basis etwa 25 mm und an ihrem engen Ende etwa 12 mm.

Durch die Verwendung einer solchen Muffe aus dehnbarem Schaumstoff wird der Einsatz von Kondomen und warmem Wasser vermieden, was ein altes Verfahren darstellt, das zur Samengewinnung bei zahlreichen Spezies wie Stier, Eber, Bock, Widder, Hund, Katze, Kaninchen und Mensch gewöhnlich verwendet wird.

Der Schaumstoff der künstlichen Scheide 1 lässt sich komprimieren, um einerseits die Fixierung des Penis des Ebers und andererseits die Auslösung der Ejakulation unter hervorragenden Bedingungen zu gestatten, ohne die Empfindungen des Ebers zu stören, was bei den bekannten Verfahren der Samengewinnung mit bloßer oder behandschuhter Hand so häufig beobachtet wird.

Der Körper 1 oder Scheide aus Schaumstoff ist isotherm und kann somit mit Hilfe eines Haarföhns vorgewärmt werden. Infolge der Dichte des isolierenden Schaumstoffs speichert er dabei die ganze Wärme über mehrere Minuten.

Der Körper 1 oder künstliche Scheide hat einen mäßigen Außendurchmesser und kann deshalb leicht mit einer Hand gehalten werden.

Die Bedienungsperson kann somit das Eindringen des Tierpenis einwandfrei steuern.

Außerdem kann man während des Eindringens des Penis in die Leitung 3 durch die Wand des Körpers aus Schaumstoff hindurch mit der Hand einige Drücke in Form von wiederholten Massagen ausüben, um das Tier besser zu konditionieren.

Wenn die Ejakulation ausgelöst wurde, dauert es insbesondere beim Eber je nach Alter des Tiers etwa zehn Minuten, bis das gesamte Ejakulat gewonnen ist.

Wenn die Ejakulation ausgelöst ist, erstarrt der Eber und bewegt sich nicht mehr, und da die Wand des Körpers 1 aus dehnbarem Schaumstoff einen Druck ausübt, braucht die Bedienungsperson den Penis nicht mehr lange Zeit fest zwischen ihren behandschuhten Fingern zu halten, sondern kann sich der Vorbereitung oder Überwachung der Samengewinnung bei mehreren Ebern widmen, die sich im selben Gewinnungsraum befinden, der für die Aufnahme von sechs bis acht Tieren jeweils in einer Einzelbox ausgelegt ist.

Die in Fig. 2 dargestellte Samengewinnungsvorrichtung besitzt ebenfalls einen rohrförmigen Körper 10 aus Schaumstoff von im wesentlichen zylindrischer Form, der mit einem ausgeweiteten Eintritt bzw. einer Abschrägung 11 zur Führung des Tierpenis und mit einer kegelstumpfförmigen Leitung 12 zur Aufnahme des Penis und zum Ablaufen des Ejakulats versehen ist.

An seinem der Abschrägung 11 entgegengesetzten Ende endet der Körper 10 in einer kegelstumpfförmigen Spitze 13, die in ein Rohr 14 zum Abführen des Samens in einen Sammelbehälter 15 eingesteckt ist. Das Abfuhrrohr 14 ist auf der zylindrischen Außenfläche des Körpers 11 verschiebbar montiert.

In seinem oberen Teil oder seitlich ist vorteilhafterweise eine Öffnung 16 zur Abführung der "Tapioka" bzw. des "Gels" vorgesehen, die bzw. das bei der Ejakulation produziert wird, so dass der Samen zum Sammelbehälter 15 abfließen kann, ohne dass es durch einen Samenrückfluss zu einer Verstopfung kommen könnte.

Erhebungen wie ringförmige Rippen 17 sind mit der Außenfläche des Körpers in einem Stück geformt, so dass die Vorrichtung an einer Halterung befestigt werden kann oder mit der Hand gehalten werden kann.

Derartige Rippen sind auch auf dem Körper der unter Bezugnahme auf Fig. 1 beschriebenen Vorrichtung vorgesehen. Gemäß einer Abwandlung der Erfindung kann der Körper 10 aus Schaumstoff direkt über einem Gewinnungsbehälter angeordnet werden, der nun den Samen ohne Zwischenschaltung eines Zwischenablauforgans aufnimmt.

Das Abführungsrohr 14 der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform kann auch ein praktische Mittel zur Aufnahme eines Sammelrohrs wie des Rohrs 6 der Ausführungsform von Fig. 1 bilden.

Beispielsweise zur Samengewinnung bei Kaninchen wird ein dem Rohr 6 ähnliches Sammelrohr in das Abführungsrohr 14 der Ausführungsform von Fig. 2 eingeführt, das seine Befestigung und gleichzeitig seinen Schutz gegen thermische und mechanische Stöße gewährleistet.

In diesem speziellen Fall kann das Sammelrohr mit Einer Gradteilung versehen sein.

Die Arbeitsweise der Vorrichtung von Fig. 2 ist ähnlich der der Vorrichtung von Fig. 1.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist sehr leicht und klein, kann im Inneren einer Puppe an einem beweglichen Halter befestigt werden, um die leichten Bewegungen des Ebers bei der Gewinnung zu begleiten, aber auch um eine Thermosflasche zu halten, die ein Becherglas mit einem Filter warmhält.

Die beschriebene Samengewinnungsvorrichtung gestattet eine beträchtliche Erhöhung der Anzahl von Ebern, die von einer Person gleichzeitig behandelt werden können.

Ferner stellt sie dank ihres niedrigen Preises ein Einwegprodukt dar, wodurch die Hygienebedingungen der Samengewinnungsmaßnahmen beträchtlich erhöht werden und aufwendige Waschungen vermieden werden.

Außerdem wird mit ihr die Verwendung von Kondomen und Warmwasser vermieden.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung für die Samengewinnung bei Tieren, insbesondere bei Ebern, bestehend aus einem Körper bzw. einer künstlichen Scheide (1; 10), der bzw. die mit einer Leitung zur Aufnahme und Umschließung des Tierpenis und mit einem Organ (3; 12, 6; 14) zum Abfließen in einen Samenbehälter (15) versehen ist, wobei der Körper (1; 10) aus nachgiebigem Schaumwerkstoff hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3; 12) zur Aufnahme und zum Umschließen des Penis kegelstumpfförmig ist und einen ausgeweiteten oder abgeschrägten Eintritt (2; 11) zur Führung des Tierpenis aufweist, wobei die Konizität und die Länge dieser Leitung an das Alter oder die Art des Tiers, dessen Samen gewonnen werden soll, angepasst sind.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (1; 10) aus einem ungiftigen Polyurethan-, Polyethylen- oder Silikonschaum hergestellt ist.

3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abflussorgan aus einem Sammelrohr (6) besteht, das an dem Körper über einen diesen Körper verlängernden Stutzen (5) befestigt ist.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abflussorgan ein Rohr (14) zur Abführung des Samens zu einem Sammelbehälter (15) aufweist, wobei dieses Abführungsrohr auf der Außenseite des Körpers (11) Verschiebbar montiert ist und abnehmbar und fakultativ ist.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abführungsrohr (14) eine Öffnung (16) für die Abführung von Teil des Ejakulats bildender "Tapioka" oder "Gel" aufweist.

6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Abführungsrohr (14) ein Organ zur Befestigung eines Samensammelrohrs bildet.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (3; 12) zur Aufnahme und zur Umschließung des Penis das Organ zum Abfließen in den Samenbehälter bildet.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie Vorsprünge in Form von Befestigungsrippen (17) aufweist, die auf der seitlichen Außenfläche des Körpers (1; 10) vorgesehen sind.







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