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Dokumentenidentifikation DE10048544A1 02.05.2002
Titel Stationäre Feuerlöschanlage mit kombinierter Anrege- und Löschleitung
Anmelder Minimax GmbH, 23843 Bad Oldesloe, DE
Erfinder Zlatintsis, Chrysafis, Dipl.-Ing., 23554 Lübeck, DE
Vertreter Lüdtke, F., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 30853 Langenhagen
DE-Anmeldedatum 30.09.2000
DE-Aktenzeichen 10048544
Offenlegungstag 02.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.05.2002
IPC-Hauptklasse A62C 35/62
IPC-Nebenklasse A62C 35/68   A62C 37/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine stationäre Feuerlöschanlage mit kombinierter Anrege- und Löschleitung, bestehend aus einem Löschmittelbehälter mit Treibgaspatrone und Auslösekopf, Löschleitung, Löschdüsen und Branderkennungselement in einem Auslösemechanismus, dadurch gekennzeichnet, dass nach Zerstörung des Branderkennungselementes (6) ein Druckgas frei wird, welches eine Löschleitung (9) durchströmt und auf einen Kolben (21) in einem Zylinder (19) einen Impuls ausübt, der mit Hilfe von Übertragungselementen (18, 16, 17) auf einen Bolzen (14) wirkt, mit dem eine Treibgaspatrone (12) ausgelöst wird, deren Treibgas eine Löschflüssigkeit aus einem Löschmittelbehälter (11) in die Löschleitung (9) und die Löschdüsen (10) treibt. Die Erfindung ist besonders geeignet für den Einsatz in frostgefährdeten Bereichen, in denen kein Löschmittel in den Löschleitungen vorhanden sein sollte.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine stationäre Feuerlöschanlage mit kombinierter Anrege- und Löschleitung entsprechend dem Oberbegriff des ersten Patentanspruches.

Die Erfindung ist überall dort anwendbar, wo stationäre Feuerlöschanlagen mit einem Löschmittelbehälter mit einer Treibgaseinrichtung sowie Löschdüsen und Branderkennungselemente vorhanden sind, beispielsweise in Löschanlagen mit wässrigen oder gasförmigen Löschmitteln, insbesondere wenn das Verschlussventil des Löschmittelvorratsbehälters mit einem Kolbenzylinder betätigbar ist. Das trifft beispielsweise für Löschanlagen für den Schutz von kleinen Kücheneinrichtungen beziehungsweise -geräten oder Kleinlöschanlagen zum Schutz von sonstigen Industrieeinrichtungen zu. Stationäre Feuerlöschanlagen sind nach dem Stand der Technik bekannt. Sie bestehen in der Regel aus Sprüh- oder Löschdüsen, die über dem möglichen Brandherd angeordnet sind, wobei Löschleitungen für das Löschmittel zu einem Läschmittelbehälter führen. Das Löschmittel, bei dem es sich um Wasser handeln kann, wird in der Regel mit einem Treibgas zu den Löschdüsen transportiert. Bei den bekannten Feuerlöschanlagen in Gebäuden, die keinem Frost ausgesetzt sind, wird in der Regel so verfahren, dass das Löschmittel unter Druck an den Löschdüsen anliegt, so dass es im Brandfall sofort zur Verfügung steht. Die Löschdüsen, beispielsweise Sprinklerdüsen, können durch einen Dichtkörper verschlossen sein, der bei ansteigender Temperatur, die einen Brandherd vermuten lässt, die Löschdüse freigibt. Als Branderkennungselemente sind Glaskörper mit einer Berstflüssigkeit oder Schmelzkörper bekannt.

Aus DE 195 33 636 A1 geht ein Andruckkörper hervor, der zwischen einem Dichtkörper und einer kugligen Einformung angeordnet ist und damit eine Sprühdüse verschließt. Das Wasser in der Sprühdüse steht unter einem Steuerdruck. Wird eine bestimmte Umgebungstemperatur in Folge eines Brandes überschritten, zerplatzt der Berstkörper, der mit einer niedrig siedenden Flüssigkeit gefüllt sein kann, und gibt die Öffnung der Sprühdüse frei, so dass das Wasser im Rohrleitungsnetz auf den Brandherd versprüht werden kann. Diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass immer Wasser in den Löschleitungen vorhanden sein muss, was beispielsweise dann von Nachteil ist, wenn die Löschdüsen in frostgefährdeten Bereichen liegen, wie das beispielsweise bei nicht geheizten Gebäuden wie Garagen der Fall sein kann.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung die Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen und eine stationäre Feuerlöschanlage zu entwickeln, bei der Branderkennungselemente in Form von Berst- oder Schmelzkörpern vorhanden sind und die für den Einsatz in frostgefährdeten Bereichen geeignet sind.

Diese Aufgabe wird durch eine stationäre Feuerlöschanlage entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des ersten Patentanspruches gelöst. Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder. Die erfindungsgemäße Lösung sieht eine stationäre Feuerlöschanlage mit kombinierter Anrege- und Löschleitung vor, bei der nach Zerstörung eines Branderkennungselementes ein Druckgas frei wird, welches die Löschleitungen durchströmt und auf einen Kolben in einem Zylinder wirkt. Zum Funktionieren der Anlage ist es vorteilhaft, dass der Impuls, der durch das Druckgas ausgeübt wird und der sich durch die Löschleitung fortpflanzt, so groß ist, dass er den Kolben im Zylinder bewegen kann. Der Kolben, der an einem Auslösekopf angeordnet sein kann, wirkt auf Übertragungselemente, die wiederum auf einen Bolzen wirken, der eine Treibgaspatrone auslöst, deren Treibgas die Löschflüssigkeit aus einem Löschmittelbehälter in die Löschleitung fördert, die mit den Löschdüsen verbunden ist, durch welche das Löschmittel austritt und den Brand löscht. Als Löschmittel kann beispielsweise Wasser in einem Wasserreservoir oder einem Feuerlöschbehälter dienen. Der Löschmittelvorratsbehälter kann verschlossen sein, so dass das Treibgas auf die Oberfläche des Löschmittels wirkt und dieses, beispielsweise durch ein Steigrohr, in die Löschleitungen fördert. Als Übertragungselemente, auf welches der druckgasbetriebene Kolben wirkt, kann ein Entriegelungselment angewendet werden, welches auf einer Achse drehbar befestigt ist und das auf einen Exenter wirkt, der eine Feder auslöst, welche beim Entspannen einen Impuls auf den Durchschlagbolzen ausübt. Der Durchschlagbolzen kann ein länglicher Stift sein, der mit seiner Spitze den Löschmittelbehälter öffnet. Vorteilhaft ist es, die Spitze des Durchschlagbolzens in Form eines Pfropfens auszuführen. Weiterhin ist es vorteilhaft, zwischen der Löschleitung und dem Zylinder mit dem Kolben, der auf die Übertragungselemente wirkt, eine Rohrverzweigung anzuordnen, an die sich ein Verbindungsrohr anschließt.

Das branderkennende Element, bei dem es sich um ein Glasfässchen handeln kann, in dem eine niedrig siedende Flüssigkeit eingeschlossen ist, denkbar ist aber auch ein bei niedrigen Temperaturen schmelzender Körper, beispielsweise Weichlot oder Lot, ist in einem Gehäuse angeordnet. Dieses Gehäuse besteht aus Ober- und Unterteil, wobei ein Druckgasspeicher, beispielsweise eine Gasflasche, gegenüber einem Kolben angeordnet ist. Dieser Kolben weist eine Spitze auf, so dass er eine Öffnung, die ihm gegenüber liegt, in der Gasflasche aufstechen kann. Der Kolben ist mittels einer Feder, beispielsweise einer Spiral- oder Tellerfeder, gespannt, die zwischen dem Kolben und dem Gehäuseunterteil wirkt. Das Gehäuseunterteil stützt sich wiederum mit seinem inneren Teil gegenüber einem Branderkennungslement ab, welches sich zur anderen Seite gegenüber einer Einstellvorrichtung, beispielsweise einer Kappe mit Innengewinde, abstützt. Über die Einstellvorrichtung kann die Vorspannkraft der Feder vorgegeben werden, die auf das branderkennende Element wirken soll. Zwischen dem Druckgasspeicher und dem Kolben ist eine Abzweigung mit einem Verbindungsrohr zur Löschleitung angeordnet, durch welches das Druckgas in die Löschleitung entweichen kann.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass die damit betreibbare stationäre Feuerlöschanlage in frostgefährdeten Bereichen einsetzbar ist. Im Folgenden wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel und neun Figuren beschrieben. Die Figuren zeigen:

Fig. 1 Erfindungsgemäße Vorrichtung in Prinzipdarstellung und Teilschnitt,

Fig. 2 Einzelheit Z zur Fig. 1,

Fig. 3 Einzelheit des Auslösemechanismusses am Auslösekopf,

Fig. 4-9 Einbaureihenfolge des branderkennenden Elementes in einzelnen Schritten.

Fig. 1 zeigt die stationäre Feuerlöschanlage mit kombinierter Anrege- und Löschleitung (9), auf der rechtwinklige Verzweigungen angeordnet sind, von denen Leitungen zu Löschdüsen zur einen Seite abzweigen und zur anderen Seite Verbindungsrohre 20, die zum branderkennenden Auslösemechanismus führen, von denen einer als die Einzelheit Z gezeigt ist. Ein Verbindungsrohr 20 führt zum Zylinder 19, in dem der Kolben 21 angeordnet ist, der auf Übertragungselemente 18, 16, 17, 14 wirkt. Mittels der Übertragungselemente 18, 19, 17, 14, die in der Detailansicht in Fig. 3 besser zu sehen sind, wird die Bewegung des Kolbens 21 dazu genutzt die Treibgaspatrone 12 zu öffnen, die ein Treibgas frei gibt, welches die im Löschmittelvorratsbehälter 11 befindliche Löschflüssigkeit durch das Steigrohr 13 in die Löschmittelleitung 9 und somit die Löschdüsen treibt, die die Löschflüssigkeit, die im vorliegenden Fall Wasser ist, auf den Brandherd verteilt. Das Branderkennungselement 6, bei dem es sich im vorliegenden Fall um eine alkoholische Flüssigkeit in einem Glaskörper handelt, ist zwischen der Einstellvorrichtung 7, die eine Klappe mit Innengewinde darstellt, und dem inneren Gehäuseausschnitt 3.1 gelagert. Die Kraft, mit der das Glasfässchen gehalten wird, ist an der Einstellschraube regulierbar. Das Glasfässchen 6 wird vom Kolben 4 umgeben, der sich mittels O-Ring am Gehäuseunterteil 3 abstützt und von ihm geführt wird und der eine Spitze in Richtung auf den Druckgasspeicher 2 eine Gasflasche aufweist. Die Gasflasche 2 ist im Gehäuseoberteil 1 angeordnet. Gehäuseoberteil 1 und Gehäuseunterteil 3 sind gegeneinander verschraubt. Zwischen dem mittleren Gehäuseausschnitt 3.1, auf dem sich das Glasfläschchen (6) abstützt und dem Kolben 4 ist ein Kraftübertragungselement 5, im vorliegenden Fall eine Feder, angeordnet.

Der Zusammenbau von Gehäuseunterteil 3 und Kolben 4, in denen das Glasfläschchen 6 mit der Feder als Kraftübertragungselement 5 angeordnet ist, ist in den Fig. 4 bis 9 gezeigt.

Die Fig. 4 zeigt die Teile 3 und 4 einzeln. In den Kolben 4 wird zunächst eine Feder 5 eingelegt (Fig. 5), danach wird der Kolben 4 in das Gehäuseunterteil 3 geschoben, wobei die Feder 5 gespannt wird (Fig. 6). Von der anderen Seite wird auf die gespannt gehaltene Feder 5 das Fläschchen 6 eingeführt, gespannt gehalten (Fig. 7) und die Einstellvorrichtung 7 (Fig. 8) aufgeschraubt und eingestellt. Nach dem Einstellen ist die Betriebsbereitschaft hergestellt (Fig. 9).

Für den Fall, dass ein Brand ausbricht, zerplatzt das Glasfläschchen auf Grund der Ausdehnung der in ihm befindlichen Flüssigkeit und die Feder 5 treibt den Kolben 4 mit seiner Spitze zum Druckgasspeicher 2. der geöffnet wird. Das Druckgas strömt über die Löschleitung 9 zum Verbindungsrohr 20 und treibt dort den Kolben 21 im Zylinder 19 auf das Entriegelungselement, welches über den Exenter 16 dafür sorgt, dass sich die gespannte Feder 17 entspannen kann und den Durchschlagbolzen 14 in Richtung auf die Treibgaspatrone 12 bewegt, öffnet und das Treibgas frei gibt, welches die Löschflüssigkeit im Löschmittelvorratsbehälter 11 durch das Steigrohr 13 in die Löschleitung 9 und die Löschdüsen 10 treibt, wodurch der Löschvorgang beginnt. Liste der verwendeten Bezugszeichen 1 Gehäuseoberteil

2 Druckgasspeicher

3 Gehäuseunterteil

4 Kolben

5 Kraftübertragungselement

6 branderkennendes Element (Glasfläschchen, Schmelzlot)

7 Einstellvorrichtung (Kappe mit Innengewinde)

8 Druckkammer

9 Löschleitung

10 Löschdüse

11 Löschmittelvorratsbehälter

12 Treibgaspatrone

13 Steigrohr

14 Durchschlagbolzen

15 Auslösekopf

16 Exenter

17 gespannte Feder

18 Entriegelungselement

19 Zylinder

20 Verbindungsrohr

21 Kolben von 19

3.1 Gehäuseausschnitt


Anspruch[de]
  1. 1. Stationäre Feuerlöschanlage mit kombinierter Anrege- und Löschleitung, bestehend aus einem Löschmittelbehälter mit Treibgaspatrone und Auslösekopf, Löschleitung, Löschdüsen und Branderkennungselement in einem Auslösemechanismus, dadurch gekennzeichnet, dass nach Zerstörung des Branderkennungselementes (6) ein Druckgas frei wird, welches eine Löschleitung (9) durchströmt und auf einen Kolben (21) in einem Zylinder (19) einen Impuls ausübt, der mit Hilfe von Übertragungsgelementen (18, 16, 17) auf einen Bolzen (14) wirkt, mit dem eine Treibgaspatrone (12) ausgelöst wird, deren Treibgas eine Löschflüssigkeit aus einem Löschmittelbehälter (11) in die Löschleitung (9) und die Löschdüsen (10) treibt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Übertragungselemente ein Entriegelungselement (18) auf einer Drehachse einen Exenter (16) betätigt, der eine Feder (17) auslöst, die einen Impuls auf einen Durchschlagbolzen (14) weitergibt, der auf den Verschluss einer Treibgaspatrone (12) wirkt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Gehäuse, bestehend aus Ober- und Unterteil (1, 3) ein Druckgasspeicher (2) gegenüber einem Kolben (4) angeordnet ist, der mittels einer Feder (5) beim Zerbersten eines Branderkennungslementes (6) in Richtung auf den Druckspeicher (2) einen Impuls ausübt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Mittelteil des Gehäuseunterteiles (3.1) und Kolben (4) eine Feder (5) als Kraftübertragungselement angeordnet ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Branderkennungselement (6) ein Glasfläschchen angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Kolben (4) und Druckgasspeicher (2) ein Anschluss für ein Rohr angeordnet ist, der zur Löschleitung (9) führt.






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