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Dokumentenidentifikation DE69522191T2 02.05.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0719621
Titel Färben von Holzfurnieren mit Küpenfarbstoffen
Anmelder Alpi S.p.A, Modigliana, Folri, IT
Erfinder Selli, Serlio, I-47100 Forli', IT;
Farina, Lorenza, I-47015 Modigliana, Forli', IT;
Liverani, Italo, I-47015 Modigliana, Forli', IT
Vertreter Hansmann & Vogeser, 81369 München
DE-Aktenzeichen 69522191
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.12.1995
EP-Aktenzeichen 951201318
EP-Offenlegungsdatum 03.07.1996
EP date of grant 16.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.05.2002
IPC-Hauptklasse B27K 5/02
IPC-Nebenklasse C09D 15/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft das Färben von Holzmaterial in der Form von Holzschichten oder -lagen, die für die Erzeugung von Furnier, Holzpaneelen (furnierten Spanplatten), mehrschichtigen Holzprodukten und anderen Holzerzeugnissen bestimmt sind. Die Angabe "Färben" bezieht sich hier insbesondere darauf, eine gleichmäßige Färbung über die gesamte Schichtdicke des Holzmaterials hinweg zu erzielen.

Das erfindungsgemäße Färbeverfahren kann auf Holzfurniere aus verschiedenen Holzsorten angewandt werden, sowohl auf Nadelholz wie auf Laubholz, wie z.B. etwa Pappel, Buche, Eiche, Kiefer und Föhre, Tanne und Fichte, Esche, Birke, Kirsche, Nigerianisches Weißholz, "Koto", "Ilomba" (Pycanthus Kombo) und dergleichen, das eingesetzt werden kann zur Erzeugung von Furnieren, von mehrschichtigen Holzprodukten oder zur Vorbereitung von Paneelen auf Holzbasis.

Zum Färben von Holz sind bislang Farbstoffe eingesetzt worden, die zur Klasse der Säurefarbstoffe, der Basenfarbstoffe und der Direktfarbstoffe gehören, deren Chromophormoleküle in die Holzfasern eindringen und mit der angestrebten Farbwirkung versehen, ohne jedoch an die Fasern selbst zu binden, wobei "schwache" Bindungen (wie beispielsweise Van-der-Waals-Bindungen) nicht berücksichtigt sind.

Das vorstehend angegebene, herkömmliche Färbesystem liefert nur eine geringe Lichtechtheit, bzw. Lichtbeständigkeit, was auf das Phänomen des Lichtabbaus unter Lichteinwirkung zurückzuführen ist, weiterhin auf Phänomene, die sich mit dem Farbton, dem Farbstoff und dem Substrat verändern.

Die Änderung der Farbe oder Färbung von gefärbten Holzprodukten, die der Lichteinwirkung ausgesetzt sind, beruht hauptsächlich auf der Bildung freier Radikale, die durch Photolyse aus einigen chemischen Bindungen gebildet werden, sowohl in den Holzmolekülen (Lignin, Cellulose, Hemicellulose und dergleichen) wie in den Farbstoffmolekülen, insbesondere wenn die letzteren von kleiner Größe sind, wie sie typischerweise oben angegeben sind. Die von Radikalen verursachte Wirkung der Lichtoxidation wird auch durch verschiedene andere Faktoren beschleunigt, wie etwa dem Sauerstoffgehalt und der Feuchtigkeit aus der umgebenden Atmosphäre.

In dem Dokument JP-A-56 056 810 wird ein Verfahren zum Färben von Holz unter Anwendung von Küpenfarbstofflösungen und unter Druckeinwirkung beschrieben.

Die allgemeine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein gefärbtes Holzprodukt bereitzustellen, das hohe Lichtechtheit aufweist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch das Färben von Holzfurnieren nach einem Verfahren, das die im nachstehenden unabhängigen Patentanspruch 1 angegebenen Verfahrensschritte enthält.

Die vorliegende Erfindung schließt auch ein gefärbtes Holzfurnier ein, das nach dem vorstehend angegebenen Verfahren zum Färben von Holz erhalten worden ist, wobei ein Farbstoff aus der Klasse der "Küpenfarbstoffe" eingesetzt wird.

Mit der Angabe "Farbstoffe, die zur Klasse der Küpenfarbstoffe gehören" sollen solche Farbstoffe bezeichnet werden, die in dem von der American Society of Dyers and Colorists veröffentlichten Colorindex unter dem Stichwort "Vat Dyes" (Küpenfarben bzw. Küpenfarbstoffe) aufgeführt sind, wie beispielsweise "Indanthren" von BASF, "Cibanone" von Ciba Geigy, "Sandotrene" von Sandoz und andere Küpenfarbstoffe dieser Art.

Die mit Küpenfarbstoffen gefärbten Holzfurniere und die daraus erhältlichen Materialien weisen brillante Farben auf, die auch sehr lichtecht sind.

Sämtliche Küpenfarbstoffe sind in Wasser typischerweise unlöslich, können jedoch in einer Form gelöst werden, die als "Leukoform" bezeichnet wird; diese Leukoformen der Küpenfarbstoffe werden typischerweise durch Reduktion einiger funktioneller Gruppen erhalten, wie z.B. Ketongruppen.

Zur Durchführung der Färbung wird die Faser in eine Lösung eingetaucht, welche die Leukoform des Farbstoffes enthält, bei Bedarf erfolgt eine Stabilisierung, und, nachdem eine Diffundierung erfolgt ist, wird der Farbstoff durch Oxidierung der durch die Faser absorbierten Leukoform wieder hergestellt.

Die zur Klasse der Küpenfarbstoffe gehörenden Farbstoffe bestehen typischerweise aus großen Molekülen, die eine inhärente Beständigkeit gegen Angriffe durch Radikale aufweisen.

Die nachfolgende Beschreibung mit Bezugnahme auf die Zeichnungen dient zur weiteren Erläuterung der Erfindung; die Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 in Form eines Blockdiagramms in schematischer Weise besondere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erzeugung gefärbter Furniere, Schichten und Lagen;

Fig. 2 in Form eines Diagramms ein Beispiel eines Verfahrens zur Erzeugung eines Holzproduktes, etwa eines mehrschichtigen Holzproduktes, das als einen Zwischenschritt das Verfahren zur Färbung von Holzfurnieren vorsieht, das einen wesentlichen Bestandteil der vorliegenden Erfindung bildet;

Fig. 3 in Form einer graphischen Darstellung die Einwirkungen auf die Oberfläche einer Materialprobe, die entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren mit einem Küpenfarbstoff gefärbt worden ist, nachdem diese Probe einer kontrollierten Lichteinwirkung (Xenotest) ausgesetzt worden ist; und

Fig. 4 in Form einer graphischen Darstellung die Einwirkungen auf die Oberfläche einer Vergleichsprobe, die mit einem herkömmlichen Säurefarbstoff gefärbt worden ist, nachdem diese Probe der gleichen Lichteinwirkung ausgesetzt worden ist, wie die Probe nach Fig. 3.

Nach einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Färbeverfahrens werden die Furniere soweit erforderlich von chromophoren Verunreinigungen und anderen Fremdstoffen befreit und anschließend in ein Färbebad eingebracht, das wenigstens einen Küpenfarbstoff enthält, der vorher zu seiner löslichen Form (Leukoform) reduziert worden ist (vgl. den Herstellungsschritt "1" in Fig. 1), zusammen mit einer bestimmten Menge an Reduktionsmitteln und an Mitteln zur Einstellung des pH-Wertes, die geeignet sind, eine Oxidation der Farbstoffe selbst im Verlauf der Holzimprägnierung zu verhindern.

Die Menge an Reduktionsmitteln muss für jeden Fall in der Weise bestimmt werden, dass diese Menge ausreicht, um die oxidierende Wirkung des Sauerstoffs zu neutralisieren, der sowohl in der Luft über dem Färbebad wie in dem Lösemittel enthalten ist, um derartig eine Oxidationswirkung auf das zu färbende Holz zu neutralisieren.

Die beständige Kontrolle des Reduktionsstatus und des pH-Wertes des Färbebades gegebenenfalls mit einer möglichen Wiederherstellung der richtigen Bedingungen ermöglicht es, dass die gelösten Farbstoffmoleküle soweit wie möglich in die tiefsten Lagen des Furniers eindringen.

Im Hinblick auf die Arbeitstemperatur ist es von Zeit zu Zeit vorteilhaft, Substanzen zuzusetzen, welche die reduzierende Umgebung stabilisieren; solche Substanzen sind aus der Färbung von Textilien bereits bekannt; zu geeigneten Substanzen dieser Art gehören beispielsweise Glukose und Natriumnitrit.

Das Eindringen des Küpenfarbstoffes in die Holzfaser wird durch Zugabe verschiedener Substanzen erleichtert und gefördert.

Diese Substanzen, welche das Eindringen des Küpenfarbstoffes fördern oder verbessern, sind oberflächenaktive Stoffe, wie etwa Netzmittel. Bei diesen Substanzen, welche das Eindringen des Küpenfarbstoffes erleichtern, kann es sich auch um Elektrolyten (NaCl, Na&sub2;SO&sub4; und dergleichen) handeln.

Darüber hinaus werden in das Färbebad auch Imprägniermittel eingebracht.

Die Dauer und die Temperatur, die zum Färben mit dem Farbstoff in seiner reduzierten Form erforderlich sind, hängen von der Art und der Schichtdicke des zu färbenden Holzes ab; lediglich im Wege eines Beispiels erfordern gereinigte Furniere aus Laubholz mit einer Schichtdicke kleiner als 1 mm Behandlungszeiten von 30 min bis 12 h bei Behandlungstemperaturen von 60 bis 110ºC.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird typischerweise als eine reduzierende Substanz Hydrosulfit eingesetzt, obwohl auch andere Substanzen zu diesem Zweck eingesetzt werden können, wie etwa zum Beispiel Bisulfit zusammen mit Natriumborhydrid.

Nach der Phase der Absorption des Farbstoffes in seiner Leukoform erfolgt die Phase von dessen Fixierung durch Oxidation.

Nachdem das Färbebad entfernt worden ist, wird dieser Oxidationsprozess durchgeführt, indem ein Bad erzeugt wird, das Substanzen, wie etwa zum Beispiel Wasserstoffperoxid, Hypochlorit oder gasförmigen Sauerstoff bei einer Temperatur zwischen 40ºC und 105ºC enthält; die Behandlung wird für eine ausreichende Zeitspanne durchgeführt, um die unlösliche Form des Farbstoffes wieder herzustellen; typischerweise werden hierzu 30 min bis 2 h benötigt.

Nach einer weiteren Ausführungsform, die jedoch eine wesentlich längere Behandlungsdauer erfordert, kann dieser Oxidationsprozess auch durch Exposition an Luft durchgeführt werden.

Daraufhin schließt sich eine Phase der Neutralisierung des Färbebades an, um solche pH-Werte einzustellen, die mit der chemischen Natur des Holzes verträglich sind; hierzu kann beispielsweise Essigsäure, Propionsäure oder eine andere Säure dieser Art eingesetzt werden; soweit erforderlich, können hierbei auch imprägnierende Substanzen hinzugefügt werden, wie etwa zum Beispiel Ethylenglykol, Glycerin (Glycerol) oder andere Verbindungen dieser Art.

Schließlich werden die gefärbten und stabilisierten Furniere in einer ganz traditionellen Art und Weise getrocknet.

Eine zweite bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens (entsprechend dem Herstellungsschritt "2" aus Fig. 1) sieht die Erzeugung der reduzierten Form des zur Klasse der Küpenfarbstoffe gehörenden Farbstoffes direkt in dem Färbebad vor, in dem eine geeignete Menge von Reduktionsmitteln bei kontrolliertem pH-Wert (typischerweise alkalisch) direkt in das Färbebad eingebracht wird.

Nach einer dritten bevorzugten Ausführungsform, die entsprechend der Darstellung nach Fig. 1 lediglich als Beispiel in Punkt "3" angegeben ist, ist die Anwendung von Küpenfarbstoffen vorgesehen, die als "solubilisiert" bekannt ist; mit anderen Worten, diese Farbstoffe werden in Form der löslichen Leukoform erzeugt und eine Zeit lang stabilisiert, vor und unabhängig von dem Färbevorgang.

Eine vierte bevorzugte Ausführungsform sieht schließlich die Reduktion des Farbstoffes zu einer löslichen Form auf elektrochemischem Wege vor; weiterhin kann diese Form möglicherweise auch im Färbebad selbst auf elektrochemischem Wege aufrecht erhalten werden; diese Ausführungsform des Verfahrens ist in Fig. 1 mit dem Herstellungsschritt "4" angedeutet.

Lediglich im Wege eines nicht einschränkenden Beispiels des beanspruchten Konzeptes werden nachstehend einige Ausführungsbeispiele angegeben, welche erläutern, wie das erfindungsgemäße Verfahren zur Färbung von Holzfurnieren ausgeführt werden kann.

Für die auf diesem Wege erzeugten Furniere sind auch die Ergebnisse eines Vergleichsversuches mit ähnlichen Furnieren angegeben, die jedoch auf traditionellem Wege gefärbt worden sind; beide Furniere sind der Einwirkung von Licht aus einer Xenonlampe ausgesetzt, wie sie bei der Ausrüstung zur Durchführung des "Xenotest 150S" (Heraeus) eingesetzt wird.

Beispiel 1:

Laubholz (Nigerianisches Weißholz), das zu Furnieren mit einer Schichtdicke von 0,60 mm verarbeitet worden ist, wird bei 100ºC in einem Bad gereinigt, das enthält

- pro Liter 66 cm³ 35%-iges Wasserstoffperoxid,

- pro Liter 4 g Natriumsilikat, und

- Natriumhydroxid bis zur Einstellung eines pH-Wertes von 10, bis die unerwünschten Substanzen entfernt worden sind.

Getrennt davon wird nach dem bevorzugten Verfahren Nr. 1 die Leukoform der erforderlichen Farbstoffkombination hergestellt, indem eine erforderliche Menge Farbstoff gelöst wird, um in einem Färbebad je eine Konzentration von 1 g/Liter von Küpenfarbstoff Gelb 2 (NGC Sandotrene Gelb von Sandoz), Küpenfarbstoff Blau 66 (Clf Indanthren Blau von BASF) und Küpenfarbstoff Rot 13 (6BMD Cibanone Rot von Ciba Geigy) in einem Wasservolumen einzustellen, das dem 6-fachen Volumen des Färbebades selbst (hergestellt aus den Küpenfarbstoffen) entspricht; diesem Färbebad wird eine Mischung aus Natriumbisulfit zuzüglich Natriumborhydrid zugesetzt; weiterhin wird mit Natriumhydroxid (Ätznatron) auf einen pH-Wert von 13,5 eingestellt, bis das Lackmuspapier für Küpenfarbstoffe (Küpenfarbstoff Gelb 2) seine Farbe ändert.

Anschließend wird das Färben durchgeführt, wozu das gereinigte Holzprodukt in ein Bad eingetaucht wird, das den Farbstoff enthält, der vorher in der vorstehend beschriebenen Art und Weise in seine Leukoform überführt worden ist; durch Zugabe von Natriumhydroxid wird der pH-Wert des Bades bei 13 gehalten; zusätzlich werden 8 g/Liter oberflächenaktives Netzmittel ("Primasol NF" von BASF) hinzugefügt; der Reduktionszustand des Bades wird fortlaufend (alle 30 min) mit einem geeigneten Lackmuspapier geprüft und - soweit erforderlich - werden geeignete Färbebedingungen durch Zugabe von Natriumhydrosulfit und Natriumhydroxid wieder hergestellt.

Nach einer 8 h langen Färbung bei 80ºC wird das Bad verworfen, und die Farbstoffe werden oxidiert, in dem im Verlauf von 1 h bei 95ºC pro Liter 33 cm³ 35%-iges Wasserstoffperoxid zugesetzt werden.

Das Holzprodukt wird schließlich stabilisiert, indem die Fasern mit Hilfe einer Säurebehandlung mit Essigsäure neutralisiert werden; weiterhin werden pro Liter 2 g Polyethylenglykol hinzugefügt; diese Behandlung wird im Verlauf von 1 h bei 95ºC durchgeführt.

Beispiel 2:

Laubholz (von der Pappel) wird zu Furnieren mit einer Schichtdicke von 0,75 mm verarbeitet; diese Furniere werden in einem Färbebad gefärbt, das pro Liter 2 g Küpenfarbstoff Rot 13 (6BMD Cibanone Rot von Ciba Geigy) enthält, der zu seiner Leukoform reduziert worden ist und in - durch Zugabe von Natriumchlorid gewährleisteter - ionischer Umgebung durch elektrolytische Reduktion in diesem Zustand gehalten wird; diese Behandlung wird im Verlauf von 6 h bei 99ºC durchgeführt.

Nachdem das Färbebad entfernt worden ist, werden die Farbstoffe oxidiert, indem die einzelnen Furniere der Umgebungsluft für eine ausreichend lange Zeitspanne ausgesetzt werden, um die ursprüngliche Farbe zu regenerieren.

Vergleichsversuch:

Um die gesteigerte Lichtechtheit des auf diesem Wege erhaltenen Materials zu prüfen, werden andere Furniere aus Pappelholz bzw. aus Nigerianischem Weißholz bei - durch Zugabe von Essigsäure gewährleistetem - saurem pH gefärbt mit

- 1 g/Liter Säurefarbstoff Gelb 17 (2 G Lissamina Yellow von ICI),

- 1 g/Liter Additionsfarbe Rot 66 (Suprammina Red B von Bayer), und

- 1 g/Liter Säurefarbstoff Blau 40 (E-2GL Sandolan Blue von Sandoz), um eine ähnliche Färbung wie die in Rede stehende Färbung zu erzielen.

Die Furniere werden entsprechend den beiden in den Beispielen 1 und 2 angegebenen Verfahren gefärbt und anschließend mit Hilfe bekannter Maßnahmen getrocknet, zum Beispiel in einem Heißluftschacht.

Ein Teil der Furniere wird zur Verzierung von Sperrholzpaneelen verwendet, während die restlichen Furniere zur Herstellung eines Verbundholzes (gemäß dem illustrativen Diagramm von Fig. 2) verwendet werden, wobei in beiden Fällen ein gefälliges Erscheinungsbild erhalten wurde.

Die Bestimmung der Lichtechtheit wird sowohl an den natürlichen Materialien, wie an verschiedenen Simulationen von "Fertigprodukten" bzw. "mit einem Finish versehenen Produkten" durchgeführt, die mit Polymerschichten überzogen sind, etwa aus Polyester, Polyurethan, acrylischem Material und dergleichen, entsprechend dem Verfahren, das in UNI 9427 für Möbeloberflächen angegeben ist; die Ergebnisse sind auf der Basis der Blauskala angegeben; hier entspricht der Wert "1" einer sehr schwachen Lichtechtheit und der Wert "8" entspricht einer sehr hohen Lichtechtheit.

Die Veränderung der Färbung im Verlauf der Zeit wird durch Vergleich eines freiliegenden Abschnittes mit einem nicht freiliegenden Abschnitt der Probe bestimmt; wiederum werden die Vergleichsproben hinsichtlich der gleichen Bewertung an der Blauskala bewertet.

Um die vorteilhaften Wirkungen hinsichtlich der Lichtechtheit von Holzprodukten, die entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren mit Küpenfarbstoffen gefärbt worden sind, im Vergleich zu in herkömmlicher Weise gefärbten Holzprodukten noch besser darzustellen, werden in den Fig. 3 und 4 anhand von Beispielen die Ergebnisse dargestellt, die unter kontrollierten Bedingungen bei der Bestrahlung mit Licht (Xenotest) an einer mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gefärbten Materialprobe und an einer mit einem traditionellen Säurefarbstoff gefärbten Vergleichsprobe erhalten worden sind.

Hier ist insbesondere ersichtlich, dass beide. Proben im unteren Abschnitt einen Sektor aufweisen, der im Verlauf der beschleunigten Alterungsprüfung mit der vorstehend beschriebenen Xenotest-Ausrüstung nicht mit Licht bestrahlt worden ist. Darüber befinden sich Bänder, die 5 h lang, 20 h lang oder 50 h lang bestrahlt worden sind.

Bereits aus dem optischen Vergleich der beiden Proben ist es möglich unmittelbar zu erkennen, dass die in traditioneller Weise gefärbte Probe bereits nach 5 h langer Bestrahlung eine deutliche Veränderung der ursprünglichen Färbung aufweist, während bei der weiteren Bestrahlung bis zu 20 Stunden und mehr ein vollständiger Abbau der ursprünglichen Färbung eintritt.

Im Gegensatz dazu zeigt die Probe aus erfindungsgemäß mit einem Farbstoff, der zur Klasse der Küpenfarbstoffe gehört, gefärbten Holzprobe keinerlei substantielle Abnahme ihrer Färbung, selbst nach einer 50 h langen Bestrahlung.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Färbung von Holzfurnieren,

gekennzeichnet durch nachstehende Verfahrensschritte:

- Eintauchen des Holzfurniers in ein Färbebad, das einen Küpenfarbstoff enthält, wobei dieses Färbebad mindestens einen Küpenfarbstoff in einer wasserlöslichen Leukoform und mindestens eine Substanz enthält, die aus oberflächenaktiven Mitteln, Elektrolyten und Imprägnierungsmitteln ausgewählt ist, um das Eindringen des Küpenfarbstoffs in die Holzfasern zu verstärken;

- Durchführung des Färbens unter Atmosphärendruck, wobei der alkalische pH-Wert des Färbebades regelmäßig überprüft wird, um eine optimale Stabilisierung der Leukoform des solubilisierten Küpenfarbstoffs zu garantieren;

- Entfernung des Färbebads und Oxidation des in die Holzfurniere absorbierten solubilisierten Küpenfarbstoffs, um den Küpenfarbstoff wieder in seine stabile, unlösliche Form zu bringen;

- Neutralisierung der gefärbten Holzfurniere; und

- Trocknen der Holzfurniere.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses oberflächenaktive Mittel ein oberflächenaktives Netzmittel ist.

3. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidation der Leukoform des in die Holzfaser absorbierten Küpenfarbstoffes, um die Farbe in ihrer unlöslichen, stabilen Form wiederherzustellen, unter Atmosphärendruck erfolgt.

4. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorbieren des Küpenfarbstoffs in seiner löslichen Leukoform bei einer Temperatur zwischen 60 und 110ºC durchgeführt wird.

5. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Absorbieren des Küpenfarbstoffs in seiner löslichen Leukoform in die Holzfaser in der erforderlichen Zeitspanne erfolgt, um eine gleichmäßige Färbung des Holzfurniers in seiner gesamten Schichtdicke zu erzielen,

6. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Färbebad eine solche Menge Reduktionsmittel zugesetzt wird, die für die Neutralisierung der Oxidationswirkung des Sauerstoffs erforderlich ist, der in der Luft über dem Färbebad und in dem Lösemittel enthalten ist, und um die Oxidationswirkung des zu färbenden Holzes zu neutralisieren.

Verfahren nach einem der vorausgegangegangen An Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine beständige Kontrolle des Reduktionszustandes des Färbebades durchgeführt wird, und die erforderliche Menge Reduktionsmittel zugesetzt wird, um diesen Reduktionszustand über die gesamte Verfahrensdauer zu gewährleisten.

8. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieses Oxidationsverfahren durch Zugabe eines Oxidationsmittels erfolgt.

9. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Oxidationsmittel vorzugsweise aus Wasserstoffperoxid, Natriumhypochlorit und gasförmigem Sauerstoff ausgewählt wird.

10. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidation des gefärbten Holzfurniers durch Exposition an Umgebungsluft durchgeführt wird.

11. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während der Neutralisierung vorzugsweise eine Substanz wie beispielsweise Essigsäure oder Propionsäure und bei Bedarf wenigstens ein Imprägniermittel zugesetzt wird.

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Imprägniermittel aus Ethylenglykol, Polyethylenglykol und Glycerin ausgewählt wird.

13. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer dem eigentlichen Färbevorgang vorausgehenden Phase der Küpenfarbstoff zu seiner Leukoform durch Behandlung des in Wasser dispergierten Farbstoffes mit Reduktionsmitteln bei solchen pH-Werten reduziert wird, welche die reduzierte Form des Farbstoffes selbst stabilisieren.

14. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieser Küpenfarbstoff dem Färbebad in einer vor-solubilisierten, reduzierten Form zugesetzt wird.

15. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Phase der Reduzierung des Küpenfarbstoffs zu seiner solubilisierten Form direkt im Färbebad durch richtige Zugaben von Reduktionsmitteln bei solchen pH-Werten vorgesehen wird, welche die reduzierte Form des Farbstoffes selbst stabilisieren.

16. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reduktionsmittel aus Natriumhydrosulfit und Natriumbisulfit mit zugesetztem Natriumborhydrid ausgewählt wird.

17. Verfahren nach einem der vorausgegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Küpenfarbstoff zu seiner Leukoform reduziert und diese Form durch Anwendung elektrolytischer Reduktionsverfahren aufrechterhalten wird.







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