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Dokumentenidentifikation DE10048664A1 08.05.2002
Titel Vorrichtung an einer Karde, Reiniger o. dgl. für Fasergut, insbesondere Baumwolle
Anmelder Trützschler GmbH & Co KG, 41199 Mönchengladbach, DE
Erfinder Pferdmenges, Gerd,, 41363 Jüchen, DE;
Schmitz, Markus, 41236 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 30.09.2000
DE-Aktenzeichen 10048664
Offenlegungstag 08.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.05.2002
IPC-Hauptklasse D01G 9/12
IPC-Nebenklasse D01G 9/18   D01G 9/14   
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung an einer Karde, Reinigungsmaschine o. dgl. für Baumwolle, mit wenigstens zwei einer Zuführeinrichtung nachgeordneten Garniturwalzen, z. B. Sägezahn- oder Nadelwalzen, ist wenigstens einer Garniturwalze eine gegen die Drehrichtung gerichtete AbscheidEkante für Verunreinigungen mit zugehöriger Abscheideöffnung zugeordnet, ist zum Verzug des Fasergutes die Umfangsgeschwindigkeit der nachgeordneten Garniturwalze größer als die Umfangsgeschwindigkeit der vorgeschalteten Garniturwalze, sind die Garniturwalzen hintereinandergeschaltet und arbeitet die nachgeordnete Garniturwalze mit der vorgeschalteten Garniturwalze jeweils als Abnahme- und Auflösewalze zusammen.
Um die Vorrichtung noch weiter zu verbessern, ist die Abscheidekante in einer Walzenfuge (Zwickel) zwischen zwei zusammenarbeitenden Walzen angeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an einer Karde, Reinigungsmaschine o. dgl. für Fasergut, insbesondere Baumwolle, mit wenigstens zwei einer Zuführeinrichtung nachgeordneten Garniturwalzen, z. B. Sägezahn- oder Nadelwalzen, bei der wenigstens einer Garniturwalze eine gegen die Drehrichtung gerichtete Abscheidekante, z. B. Abscheidemesser, für Verunreinigungen mit zugehöriger Abscheideöffnung zugeordnet ist, zum Verzug des Fasergutes die Umfangsgeschwindigkeit der nachgeordneten Garniturwalze größer als die Umfangsgeschwindigkeit der vorgeschalteten Garniturwalze ist, die Garniturwalzen hintereinandergeschaltet sind und die nachgeordnete Garniturwalze mit der vorgeschalteten Garniturwälze jeweils als Abnahme- und Auflösewalze zusammenarbeitet.

Bei einer bekannten Vorrichtung ist jeder Walze eines Mehrwalzenreinigers eine Abscheidekante (Abscheidemesser) zugeordnet, die mit einem Abdeckelement zusammenarbeitet, das einen Teil derselben Walze abdeckt. Durch diese Abdeckung bewegt sich das von der Garnitur der vorgeschalteten Walze abgelöste und von der Garnitur der nachgeordneten Walze erfasste Fasergut in Drehrichtung in einem abgeschlossenen Raum. Das Abdeckelement reicht entgegen der Drehrichtung bis in die vorgeordnete Walzenfuge hinein und füllt diese vollständig aus. Zwischen der Abscheidekante und dem offenen Ende des Abdeckelements ist eine Abscheideöffnung für Trash u. dgl. vorhanden. Die Abscheidekante arbeitet mit einer Saughaube zusammen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine derartige Vorrichtung an einer Karde, Reinigungsmaschine o. dgl. für Fasergut, insbesondere Baumwolle, noch weiter zu verbessern.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.

Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Abscheidekante wird eine Ablösung von Trash u. dgl. aus dem Fasergut im Bereich der Öffnung des Fasergutes ermöglicht. Dadurch, dass die Umfangeschwindigkeit der Walzen in Arbeitsrichtung zunimmt, unterliegt das Fasergut beim Übergang von einer vorgeschalteten zur nachgeordneten Walze einem Verzug. In dieser Situation bewegen sich alle Fasern relativ zueinander. Das Fasergut wird dabei aufgelöst. Auch die im Fasergut vorhandenen Verunreinigungen bewegen sich und orientieren sich im verstreckten und damit gelockerten Faserverband neu. Es kommt hinzu, dass das Fasergut beim Übergang auf die nachfolgende Walze in einem entgegengesetzt gebogene Form wechselt. An dieser Stelle, insbesondere zwischen dem Ablöseort von der vorgeschalteten Walze bis zum Übernahmeort auf der nachgeordneten Walze, in der das Fasergut zur Verwirklichung des Verzuges zwischen den Garnituren frei liegt, werden die Verunreinigungen durch die Abscheidekante wirksam aus dem Fasergut abgetrennt und weggeleitet.

Zweckmäßig arbeitet die Abscheidekante, z. B. Abscheidemesser, an der einen Walze mit einem Abdeckelement zusammen, das die jeweils andere Garniturwalze mindestens teilweise abdeckt. Vorzugsweise ist das Abdeckelement gebogen. Mit Vorteil ist das Abdeckelement parallel zur Walzenoberfläche verschiebbar. Bevorzugt ist dem Abscheidemesser eine Absaughaube für Trash o. dgl. zugeordnet. Zweckmäßig ist das Abscheidemesser unter einem Winkel in bezug auf die Garniturwalze angeordnet. Mit Vorteil ist die Drehrichtung der jeweils nachgeordneten Garniturwalze entgegengesetzt zur Drehrichtung der jeweils vorgeschalteten Garniturwalze. Bevorzugt sind die Drehrichtung der jeweils nachgeordneten Garniturwalzen und die Drehung der jeweils vorgeordneten Garniturwalzen gleich. Zweckmäßig ist zwischen der Abscheidekante und der Garnitur der Walze ein Abstand vorhanden. Vorzugsweise ist die Abscheidekante der jeweils nachgeordneten Walze zweier zusammenarbeitender Walzen zugeordnet. Mit Vorteil ist das Abdeckelement der jeweils vorgeordneten Walze zweier zusammenarbeitender Walzen zugeordnet. Bevorzugt erfährt das Fasergut bei dem Übergang zwischen den zusammenarbeitenden Walzen eine Umlenkung. Zweckmäßig tritt der Trash o. dgl. zwischen der Abscheidekante und dem Abdeckelement hindurch. Vorzugsweise ist die Abscheidekante in der sich öffnenden Walzenfuge angeordnet. Mit Vorteil ist das Öffnungsmaß (Ö) einstellbar, z. B. in Abhängigkeit von der Faserlänge und/oder der Abfallmenge. Bevorzugt ist die Abscheideöffnung in der Walzenfuge angeordnet. Zweckmäßig ist die Saughaube der Walzenfuge zugeordnet. Vorzugsweise ist das Abdeckelement in der Walzenfuge angeordnet. Mit Vorteil ist der Abstand zwischen dem offenen Ende des Abdeckelements und dem. Ablöseort des Fasergutes von der Walze einstellbar. Bevorzugt ist die Vorrichtung jeweils zwischen zwei Walzen eines Mehrwalzenreinigers vorgesehen. Zweckmäßig ist die Vorrichtung jeweils zwischen zwei Vorreißern einer Karde vorgesehen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Es zeigt:

Fig. 1 schematisch in Seitenansicht eine Karde mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 im Detail,

Fig. 3 schematisch in Seitenansicht die erfindungsgemäße Vorrichtung an einem Reiniger,

Fig. 4 Übergang und Verzug des Fasermaterials zwischen zwei zusammenarbeitenden Walzen,

Fig. 5 Zuordnung mit Winkel und Abstand des Abscheidemessers zu einem Vorreißer mit Sägezahngarnitur und

Fig. 6 eine weitere Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 1 zeigt eine Karde, z. B. Trützschler Hochleistungskarde DK 903, mit Speisewalze 1, Speisetisch 2, Vorreißer 3a, 3b, 3c, Trommel 4, Abnehmer 5, Abstreichwalze 6, Quetschwalzen 2, 8, Florleitelement 9, Flortrichter 10, Abzugswalzen 11, 12 und Wanderdeckel 13 mit langsam umlaufenden Deckelstäben 14. Die Drehrichtung der Walzen der Karde sind durch gebogene Pfeile angegeben. Am Ausgang der Karde befindet sich ein Kannenstock 16 mit Kanne 15 zur Bandablage. Mit A ist die Arbeitsrichtung (Fasermaterialflussrichtung) bezeichnet. In der Walzenfuge (Zwickel) zwischen den Vorreißern 3a und 3b ist ein Abscheidemesser 22 und in der Walzenfuge zwischen den Vorreißern 3b und 3c ist ein Abscheidemesser 27 angeordnet.

Von einer nicht näher dargestellten Vorrichtung wird das zu kardierende Fasermaterial in Form von Watte der Faserspeisevorrichtung zugeführt, die aus dem Speisetisch 2 und der Speisewalze 1 besteht. Die Watte wird zwischen Speisewalze 1 und Speisewalze 2 festgehalten und durch Drehung der Speisewalze 1 im Uhrzeigersinn langsam in Richtung der Stiftwalze 3a gefördert. Die Stifte 32 der Stiftwalze 3a greifen in die vorgeschobene Watte ein und lösen Fasern aus der Watte, die durch die Stifte bzw. Nadeln 32 weiter transportiert werden. Die Stiftwalze 3a rotiert dabei mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als die Speisewalze 1 und dreht sich - entgegen der Drehrichtung der Speisewalze 1 - im Gegenuhrzeigersinn. Die gelösten Fasern passieren eine Abscheideöffnung, wo an einer Abscheidekante eines Abscheidemessers Verunreinigungen entfernt werden, die mittels einer Absaugeinrichtung abtransportiert werden. Im Anschluss daran passieren die Fasern ein Festkardierelement 18, ehe sie zur folgenden Vorreißerwalze 3b gelangen, die mit einer Sägezahngarnitur 34 bestückt ist, sich im Uhrzeigersinn dreht und mit höherer Umfangsgeschwindigkeit als der Vorreißer 3a umläuft. Von der rotierenden Vorreißerwalze 3b werden die Fasern der im Gegenzeigersinn rotierenden Vorreißerwalze 3c übergeben. Auch die Vorreißerwalze 3c ist mit einer Sägezahngarnitur 36 versehen, jedoch sind hier die Sägezähne feiner ausgeführt als bei der Vorreißerwalze 3b. Von der Vorreißerwalze 3b werden die Fasern der Trommel 4 der Karde übergeben. Alle Vorreißerwalzen 3a bis 3c - auch die Stiftwalze 3a ist eine Vorreißerwalze - sind soweit möglich mit einer Abdeckung versehen.

Zwischen den Vorreißern 3a und 3b sind zwei Walzenfugen (Zwickel) vorhanden. Nach Fig. 2 ist der konvergierenden, d. h. in Drehrichtung 31 bzw. 33 sich schließenden Walzenfuge, ein Abdeckelement 21 angeordnet, z. B. ein Strangpressprofil, das die Walzenfuge verschließt. In der divergierenden, d. h. in Drehrichtung 31 bzw. 33 sich öffnenden Walzenfuge, ist ein Abscheidemesser 22 angeordnet, dessen Abscheidekante 22a entgegen der Drehrichtung 33 des Vorreißers 3b der Garnitur 34 in einem Abstand gegenüberliegend angeordnet ist. Der Abstand a (siehe Fig. 5) ist durch eine Einstelleinrichtung 25 einstellbar, z. B. Einstellschraube. Ebenfalls in der divergierenden Walzefuge ist ein gebogenes Abdeckelement 23 mit einem offenen Ende vorhanden, das einen Teil des Vorreißers 3a abdeckt. Das Abdeckelement 23 ist (in nicht dargestellter Weise) konzentrisch zur Mantelfläche des Vorreißers 3a verschiebbar. Es kann auch um einen Drehpunkt von dem Vorreißer 3a weg bzw. auf den Vorreißer 3a hingeschwenkt werden. Dem Abscheidemesser 22 und dem Abdeckelement 23 ist eine gemeinsame Abdeckhaube 24 für Trash, Staub, Kurzfasern u. dgl. zugeordnet.

In entsprechender Weise sind zwischen den Vorreißern 3b und 3c zwei Walzenfugen (Zwickel) vorhanden. Nach Fig. 2 ist der konvergierenden, d. h. in Drehrichtung 33 bzw. 35 sich schließenden Walzenfuge, ein Abdeckelement 26 angeordnet, z. B. ein Strangpressprofil, das die Walzenfuge verschließt. In der divergierenden, d. h. in Drehrichtung 33 bzw. 35 sich öffnenden Walzenfuge, ist ein Abscheidemesser 27 angeordnet, dessen Abscheidekante 27a entgegen der Drehrichtung 35 des Vorreißers 3c der Garnitur 36 in einem Abstand a gegenüberliegend angeordnet ist. Der Abstand a ist durch eine Einstelleinrichtung 30 einstellbar, z. B. Einstellschraube. Ebenfalls in der divergierenden Walzenfuge ist ein gebogenes Abdeckelement 28 mit einem offenen Ende 28a vorhanden, das einen Teil des Vorreißers 3b abdeckt. Das Abdeckelement 28 ist (in nicht darstellbarer Weise) konzentrisch zur Mantelfläche des Vorreißers 3b verschiebbar bzw. verschwenkbar. Dem Abscheidemesser 27 und dem Abdeckelement 28 ist eine gemeinsame Absaughaube 29 für Trash, Staub, Kurzfasern u. dgl. zugeordnet.

Dem Vorreißer 3b sind drei Festkardierelemente 19a, 19b und 19c, und dem Vorreißer 3c sind zwei Festkardierelemente 20a, 20b zugeordnet. Die Festkardierelemente sind in Drehrichtung der Walze dem jeweils vorgelagerten Abscheidemesser nachgeordnet.

Nach Fig. 3 sind vier Walzen 31, 32, 33 und 34 nacheinander angeordnet, deren Drehrichtungen mit A, B, C und D bezeichnet ist. Am Ende der Walze 34 ist eine pneumatische Absaugeinrichtung 35 für das Fasermaterial (Pfeil F) vorhanden. Der Durchmesser der Walzen 31 bzw. 34 ist gleich. Die Umfangsgeschwindigkeit der jeweils nachgelagerten Walze ist größer als die Umfangsgeschwindigkeit der jeweils vorgelagerten Walze.

Der in einem geschlossenen Gehäuse angeordneten Reinigungsvorrichtung wird das zu reinigende Fasermaterial, das insbesondere Baumwolle ist, in Flockenform zugeführt. Dies erfolgt beispielsweise durch einen (nicht dargestellten) Füllschacht, durch ein Förderband o. dgl.. Die Watte wird mittels zweier Speisewalzen 36, 37 unter Klemmung einer Stiftwalze 31 (Durchmesser 150 bis 300 mm, z. B. 250 mm) zugeführt, die im Gehäuse drehbar gelagert ist und entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil A) umläuft. Der Stiftwalze 31 ist eine Garniturwalze 32 nachgeordnet. Die Garniturwalze 32 ist mit einer Sägezahngarnitur bezogen und hat einen Durchmesser von ca. 150 bis 300 mm, z. B. 250 mm. Die Walze 31 hat eine Umfangsgeschwindigkeit von ca. 10 bis 21 m/sec, z. B. 15 m/sec, die Walze 32 hat eine Umfangsgeschwindigkeit von ca. 15 bis 25 m/sec, die Walze 33 hat eine Umfangsgeschwindigkeit von ca. 30 m bis 35 m/sec, z. B. 32 m/sec und und die Walze 34 hat eine Umfangsgeschwindigkeit von ca. 40 bis 50 m/sec, z. B. 46 m/sec.

Der Stiftwalze 31 ist eine Abscheideöffnung 38 für den Austritt von Faserverunreinigungen zugeordnet, deren Größe dem Verschmutzungsgrad der Baumwolle angepasst bzw. anpassbar ist. Der Abscheideöffnung 38 ist eine Abscheidekante 39, z. B. ein Messer, zugeordnet. In Richtung des Pfeils A sind an der Walze 31 eine weitere Abscheideöffnung und eine Abscheidekante vorhanden. Mit 42 und 43 sind Festkardierelemente bezeichnet.

In den konvergierenden Walzenfugen zwischen zwei benachbarten, zusammenarbeitenden Walzen ist jeweils ein die Walzenfuge ausfüllendes Abdeckelement vorhanden, d. h. ein Abdeckelement 44 zwischen den Walzen 31 und 32, ein Abdeckelement 45 zwischen den Walzen 32 und 33 und ein Abdeckelement 46 zwischen den Walzen 33 und 34. In den divergierenden Walzenfugen zwischen jeweils zwei benachbarten, zusammenarbeitenden Walzen ist jeweils ein Abscheidemesser mit Abscheidekante angeordnet, d. h. ein Abscheidemesser 47 zwischen den Walzen 31 und 32, ein Abscheidemesser 48 zwischen den Walzen 32 und 33 und ein Abscheidemesser 49 zwischen den Walzen 33 und 34.

Der Walze 31, dem Abscheidemesser 47 gegenüberliegend, ist ein Abdeckelement 50, der Walze 32, dem Abscheidemesser 48 gegenüberliegend, ist ein Abdeckelement 51 und der Walze 33, dem Abscheidemesser 49 gegenüberliegend, ist ein Abdeckelement 52 zugeordnet. Das Abscheidemesser 47 und das Abdeckelement 50 sind an eine gemeinsame Absaugeinrichtung 53, das Abscheidemesser 48 und das Abdeckelement 51 an eine Absaugeinrichtung 54 und das Abscheidemesser 49 und das Abdeckelement 52 an eine Absaugeinrichtung 55 angeschlossen. Zwischen der Abscheidekante 47a des Abscheidemessers 47 und dem offenen Ende 50a des Abdeckelements 50 ist ein Spalt b vorhanden, durch den der aus dem Fasermaterial H abgeschiedene Trash I hindurchtritt und abgesaugt wird. Der Spalt b reicht weit in die Walzenfuge hinein. Zwischen dem Spalt b und der Engstelle zwischen den Walzen 31 und 32 befinden sich keine Bauelemente. In diesem Raum geht das Fasermaterial H von der Walze 31 auf die Walze 32 über. Entsprechende Feststellungen gelten für die nachgeordneten Abscheidemesser 47, 48, 49, Abdeckelemente 50, 51, 52, Absaughauben 53, 54, 55, divergierende Walzenfugen, konvergierende Walzenfugen, Fasermaterialübergänge, Trashabscheidungen und -ableitungen u. dgl..

Der Walze 32 sind zwei Festkardierelemente 56a, 56b, der Walze 33 sind zwei Festkardierelemente 57a, 57b und der Walze 34 sind zwei Festkardierelemente 58a, 58b zugeordnet.

Die Funktionsweise ist folgende: Die aus Faserflocken bestehende Watte wird von den Speisewalzen 36, 37 unter Klemmung der Stiftwalze 31 zugeführt, die das Fasermaterial durchkämmt und Faserbüschel auf ihren Stiften mitnimmt. Beim Vorbeilauf der Walze 31 an der Abscheideöffnung werden, entsprechend der Umfangsgeschwindigkeit und Krümmung dieser Walze sowie der dieser ersten Ausscheidungsstufe angepassten Größe der Abscheideöffnung Kurzfasern und grobe Verunreinigungen durch die Fliehkraft aus dem Fasermaterial herausgeschleudert, die nach Passieren der Abscheideöffnung in eine Schmutzkammer im Gehäuse gelangen. Das derart vorgereinigte Fasermaterial wird durch die Garniturspitzen der Garniturwalze 32 von der ersten Walze 31 abgenommen, wobei es weiter aufgelöst wird. Beim Vorbeilauf der Walzen 32 an der Abscheidekante 47a werden weitere Verunreinigungen durch die Fliehkraft aus dem Faserverband herausgeschleudert.

Entsprechend Fig. 4 unterliegt das Fasermaterial H beim Übergang von dem langsamer umlaufenden Vorreißer 3d auf den schneller umlaufenden Vorreißer 3c im Bereich Ö einen Verzug. Mit Ö ist ein erstes Öffnungsmaß bezeichnet. Es entspricht im wesentlichen dem Abstand zwischen dem Ablöseort des Fasermaterials H vom Vorreißer 3b und dem Übernahmeort des Fasermaterials H durch den Vorreißer 3c. Der Abstand zwischen dem Ablöseort des Fasermaterials H vom Vorreißer 3b und dem offenen Ende 28a des Abdeckelements 28 ist als zweites Öffnungsmaß Y bezeichnet.

Mit I sind die abgeschiedenen Fremdkörper wie Trash u. dgl. bezeichnet.

Nach Fig. 6 ist in der divergierenden Walzenfuge ein Abscheidemesser 56 dem Vorreißer 3a und ein Abdeckelement 57 dem Vorreißer 3b zugeordnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung an einer Karde, Reinigungsmaschine o. dgl. für Baumwolle, mit wenigstens zwei einer Zuführeinrichtung nachgeordneten Garniturwalzen, z. B. Sägezahn- oder Nadelwalzen, bei der wenigstens einer Garniturwalze eine gegen die Drehrichtung gerichtete Abscheidekante, z. B. Abscheidemesser, für Verunreinigungen mit zugehöriger Abscheideöffnung zugeordnet ist, zum Verzug des Fasergutes die Umfangsgeschwindigkeit der nachgeordneten Garniturwalze größer als die Umfangsgeschwindigkeit der vorgeschalteten Garniturwalze ist, die Garniturwalzen hintereinandergeschaltet sind und die nachgeordnete Garniturwalze mit der vorgeschalteten Garniturwalze jeweils als Abnahme- und Auflösewalze zusammenarbeitet, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheidekante (22, 27, 27a; 47; 48, 49; 56) in einer Walzenfuge (Zwickel) zwischen zwei zusammenarbeitenden Walzen (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) angeordnet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheidekante (22, 27, 27a; 47; 48, 49; 56), z. B. Abscheidemesser, an der einen Walze (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) mit einem Abdeckelement (23, 28; 50, 51, 52; 57) zusammenarbeitet, das die jeweils andere Walze (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) mindestens teilweise abdeckt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) gebogen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (23, 28; 50, 51, 52; 57) parallel zur Walzenoberfläche verschiebbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem Abscheidemesser (22, 27, 27a; 47, 48, 49; 56) eine Absaughaube (24, 29; 53, 54, 55; 58) für Trash o. dgl. zugeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Abscheidemesser (22, 27, 27a; 47, 48, 49; 56) tangential in bezug auf die Garniturwalze (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) angeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Abscheidemesser (22, 27, 27a; 47, 48, 49; 56) unter einem Winkel α in Bezug auf die Garniturwalze (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) angeordnet ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehrichtung (33, 35; B, C, D) der jeweils nachgeordneten Garniturwalze (3b, 3c; 32, 33, 34) entgegengesetzt zur Drehrichtung (31, 33; A, B, C) der jeweils vorgeschalteten Garniturwalze (3a, 3b; 31, 32, 33) ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehrichtung (33, 35; B, C, D) der jeweils nachgeordneten Garniturwalzen (3b, 3c; 32, 33, 34) und die Drehung der jeweils vorgeordneten Garniturwalzen (3a, 3b; 31, 32, 33) gleich sind.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Abscheidekante (22, 27, 27a; 47, 48, 49; 56) und der Garnitur ( 32, 34, 36; 60, 61, 62, 63) der Walze (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) ein Abstand (a) vorhanden ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheidekante der jeweils nachgeordneten Walze (3b, 3c; 32, 33, 34) zweier zusammenarbeitender Walzen zugeordnet ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (23, 28; 50, 51, 52; 57) der jeweils vorgeordneten Walze (3a, 3b; 31, 32, 33) zweier zusammenarbeitender Walzen zugeordnet ist.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Fasergut (H) bei dem Übergang zwischen den zusammenarbeitenden Walzen (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) eine Umlenkung erfährt.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Trash (I) o. dgl. zwischen der Abscheidekante (22, 27, 27a; 47, 48, 49; 56) und dem Abdeckelement (23, 28; 50, 51, 52; 57) hindurchtritt (b).
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheidekante (22, 27, 27a; 47, 48, 49; 56) in der sich öffnenden (divergierenden) Walzenfuge angeordnet ist.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungsmaß (Ö) einstellbar ist, z. B. in Abhängigkeit von der Faserlänge und/oder der Abfallmenge.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheideöffnung (b) in der Walzenfuge angeordnet ist.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Saughaube (24, 29; 53, 54, 55; 58) der Walzenfuge zugeordnet ist.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (23, 28; 50, 51, 52; 57) in der Walzenfuge angeordnet ist.
  20. 20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen dem offenen Ende (28a) des Abdeckelements (23, 28; 50, 51, 52; 57) und dem Ablöseort des Fasergutes von der Walze (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) einstellbar ist.
  21. 21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung jeweils zwischen zwei Walzen (31, 32, 33, 34) eines Mehrwalzenreinigers vorgesehen ist.
  22. 22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung jeweils zwischen zwei Vorreißern (3a, 3b, 3c) einer Karde vorgesehen ist.
  23. 23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass den Walzen (3a, 3b, 3c; 31, 32, 33, 34) Festkardierelemente (18, 19a, 19b, 20a, 20b; 42, 43; 56a, 56b, 57a, 57b, 58a, 58b) zugeordnet sind.






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