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Dokumentenidentifikation DE10051662A1 08.05.2002
Titel Verfahren zur Löschung eines innerhalb eines geschlossenen Raumes ausgebrochenen Feuers
Anmelder Airbus Deutschland GmbH, 21129 Hamburg, DE
Erfinder Grabow, Thomas, Dipl.-Ing., 27321 Emtinghausen, DE;
Kallergis, Konstantin, Dipl.-Ing., 28199 Bremen, DE
DE-Anmeldedatum 18.10.2000
DE-Aktenzeichen 10051662
Offenlegungstag 08.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.05.2002
IPC-Hauptklasse A62C 3/08
IPC-Nebenklasse A62C 3/00   A62C 39/00   
Zusammenfassung Verfahren zur Löschung eines innerhalb eines geschlossenen Raumes ausgebrochenen Feuers, vorzugsweise innerhalb der Kabine oder eines Frachtraumes eines Passagierflugzeuges, wobei dem Feuer der zu seiner Aufrechterhaltung erforderliche Sauerstoff durch Einfuhr von Stickstoff in den geschlossenen Raum entzogen und somit das Feuer gelöscht wird.
Um eine Brandunterdrückung in dem geschlossenen Raum über einen nahezu unbegrenzten Zeitraum zu ermöglichen, wird nach Detektion eines Feuers die Anfangskonzentration des Inertgases Stickstoff innerhalb des geschlossenen Raumes schlagartig aufgebaut. Durch die Einbringung des Stickstoffes wird der Sauerstoffgehalt innerhalb des geschlossenen Raumes (Raum-Sauerstoffgehalt) auf eine maximal löschwirksame Sauerstoffkonzentration (Maximalkonzentration) herabgesetzt und zur Aufrechterhaltung der maximal löschwirksamen Sauerstoffkonzentration wird Stickstoff in vorgegebener Menge in den geschlossenen Raum nachgeführt. Vorzugsweise wird der Sauerstoffgehalt innerhalb des geschlossenen Raumes (Raum-Sauerstoffgehalt) auf etwa 12 Volumenprozent herabgesetzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Löschung eines innerhalb eines geschlossenen Raumes ausgebrochenen Feuers, vorzugsweise innerhalb der Kabine oder eines Frachtraumes eines Passagierflugzeuges, wobei dem Feuer der zu seiner Aufrechterhaltung erforderliche Sauerstoff durch Einfuhr von Stickstoff in den geschlossenen Raum entzogen und somit das Feuer gelöscht wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Für Verkehrsmittel sind eine Reihe von Feuerlöscheinrichtungen bekannt geworden. Beispielsweise ist in der DE 36 15 415 C2 eine Feuerlöscheinrichtung mit zwei Feuerlöschmittelbehältern für unter Überdruck flüssige Löschmittel zur Erzeugung eines ersten und zweiten Feuerlöscheinsatzes für Frachträume von Verkehrsmitteln, insbesondere von Luftfahrzeugen, beschrieben. Auch ist aus der DE 39 17 205 C1 eine Brandbekämpfungsanlage für Flugzeuge ersichtlich, die aus einer in Flugzeuglängsrichtung verfahrbaren und mit einer Antriebsvorrichtung ausgestatteten Feuerlöscheinheit besteht.

Weiterhin ist bekannt, in der Luftfahrt die Raumflutungsanlagen in Flugzeugen wie zum Beispiel Frachtraumfeuerlöschanlagen mit Halon 1301 zu betreiben. Dieses gilt bei militärischen Anwendungen auch für Flutungsanlagen von Tanks. Hingegen werden in Schiffahrtsanwendungen für Maschinenräume und Kabinen größtenteils Kohlendioxid(CO2)- und Wasserspringler/-Nebelanlagen eingesetzt. Im baulichen Sektor finden vorwiegend Wasserspringler- und Kohlendioxidlöschanlagen Anwendung.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, durch die eine Brandunterdrückung in einem geschlossenen Raum über einen nahezu unbegrenzten Zeitraum ermöglicht wird.

Die Aufgabe wird laut erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß nach Detektion eines Feuers die Anfangskonzentration des Inertgases Stickstoff innerhalb des geschlossenen Raumes schlagartig aufgebaut wird, daß durch die Einbringung des Stickstoffes der Sauerstoffgehalt innerhalb des geschlossenen Raumes (Raum-Sauerstoffgehalt) auf eine maximal löschwirksame Sauerstoffkonzentration (Maximalkonzentration) herabgesetzt wird, und daß zur Aufrechterhaltung der maximal löschwirksamen Sauerstoffkonzentration Stickstoff in vorgegebener Menge in den geschlossenen Raum nachgeführt wird.

Eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens geht dahin, daß der Sauerstoffgehalt innerhalb des geschlossenen Raumes (Raum-Sauerstoffgehalt) auf etwa 12 Volumenprozent herabgesetzt wird.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist im Anspruch 3 beschrieben.

Erfindungsgemäße Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den Unteransprüchen 4 bis 9 beansprucht.

Vorteile der Erfindung sind darin zu sehen,

  • - daß Luft zur Generierung des Stickstoffes über Membranen außerhalb des zu inertisierenden Raumes unbegrenzt verfügbar ist,
  • - daß kein Abbau des stratosphärischen Ozons erfolgt und somit das Verfahren umweltfreundlich ist,
  • - daß kein Beitrag zum Treibhauseffekt geleistet wird,
  • - daß keine Schäden an transportierten Gütern oder Raumausstattungen durch das Verfahren entstehen,
  • - daß das Löschmittel "Stickstoff" in löschwirksamer Konzentration untoxisch gegenüber Mensch und Tier ist, wodurch keine Vorwarnzeiten einzuhalten sowie eine Löschung des Feuers und eine Evakuierung von Personen gleichzeitig möglich sind, und
  • - daß keine thermischen Zersetzungsprodukte des Stichstoffs unterhalb eines Temperaturbereiches von 1300 bis 1500 C entstehen.

Vorteilhafte Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung sind in der Luftfahrt, Schiffahrt, im schienengebundenen Verkehr, im baulichen Brandschutz, im militärischen Bereich oder auf anderen industriellen Gebieten zu sehen, beispielsweise in Elektronik-, Fracht-, Geräte-, Besatzungs-, Schlaf- und Konferenzräumen, Kabinen, Cockpits und Tanks, Maschinenleitständen, Brücken, Triebwagen, Personen- und Frachtwaggons, Versuchsräumen von Hochschulen, Museen, Theatern, öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen, Flughäfen, Hotels, Kaufhäusern, oder auch in Panzern, Mannschaftstranportfahrzeugen, Raketenabschußbasen, Munitionslägern, Maschinen- oder Turbinenräumen von Kraftwerken.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel nach der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt die einzige Figur eine Vorrichtung zur Löschung eines innerhalb eines geschlossenen Raumes ausgebrochenen Feuers, wobei dem Feuer der zu seiner Aufrechterhaltung erforderliche Sauerstoff durch Einfuhr von Stickstoff in den geschlossenen Raum entzogen und somit das Feuer gelöscht wird.

Die dargestellte Vorrichtung zeigt zwei Stickstoff-Druckgasflaschen 1 und zwei Stickstoff-Gasgeneratoren 2, die über ein Rohrleitungssystem 3 an innerhalb eines geschlossenen Raumes 4 angeordnete Löschdüsen 5 angeschlossen sind. In der Zuleitung 6 des Rohrleitungssystems 3, die die Stickstoff- Druckgasflaschen 1 und die Stickstoff-Gasgeneratoren 2 mit den Löschdüsen 5 verbindet, ist ein Durchflußmengenbegrenzer 7 angeordnet. Dem Durchflußmengenbegrenzer 7 kann ein Druckspeicher 8 zur Einbehaltung von temporär überschüssigem Stickstoff vorgeschaltet sein. Vorzugsweise sind die Stickstoff-Druckgasflaschen 1 und/oder Stickstoff-Gasgeneratoren 2 zum Aufbau der Anfangskonzentration des Inertgases Stickstoff in Abhängigkeit vom Leervolumen des geschlossenen Raumes 4 simultan auslösbar, wobei der geschlossene Raum 4 mit einem Druckausgleichssystem 12 versehen ist, um ein Bersten des Raumes 4 durch die Gasbeaufschlagung zu verhindern.

An den Durchflußmengenbegrenzer 7 bzw. den Druckspeicher 8 ist eine Einrichtung 9 zur Stickstoffbereitstellung zwecks Aufrechterhaltung der maximal löschwirksamen Sauerstoffkonzentration innerhalb des geschlossenen Raumes 4 angeschlossen. Vorzugsweise weist die Einrichtung 9 zur Stickstoffbereitstellung ein Membransystem 10 zur Abscheidung von Stickstoff aus der Umgebungsluft auf, wobei dessen Stickstoff- Austrittsöffnung über eine Leitung 11 mit dem Durchflußmengenbegrenzer 7 bzw. Druckspeicher 8 in Verbindung steht. Das Membransystem 10 kann Stickstoff aus der von einer Klimaanlage eines Fahr- oder Flugzeuges bereitgestellten Luft oder über ein Ventil aus einem Luftausströmkanal abscheiden. Bezugszeichenliste 1 Stickstoff-Druckgasflaschen

2 Stickstoff-Gasgeneratoren

3 Rohrleitungssystem

4 geschlossener Raum

5 Löschdüsen

6 Zuleitung

7 Durchflußmengenbegrenzer

8 Druckspeicher

9 Einrichtung zur Stickstoffbereitstellung

10 Membransystem

11 Leitung

12 Druckausgleichssystem


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Löschung eines innerhalb eines geschlossenen Raumes ausgebrochenen Feuers, vorzugsweise innerhalb der Kabine oder eines Frachtraumes eines Passagierflugzeuges, wobei dem Feuer der zu seiner Aufrechterhaltung erforderliche Sauerstoff durch Einfuhr von Stickstoff in den geschlossenen Raum entzogen und somit das Feuer gelöscht wird, dadurch gekennzeichnet, daß nach Detektion eines Feuers die Anfangskonzentration des Inertgases Stickstoff innerhalb des geschlossenen Raumes schlagartig aufgebaut wird, daß durch die Einbringung des Stickstoffes der Sauerstoffgehalt innerhalb des geschlossenen Raumes (Raum-Sauerstoffgehalt) auf eine maximal löschwirksame Sauerstoffkonzentration (Maximalkonzentration) herabgesetzt wird, und daß zur Aufrechterhaltung der maximal löschwirksamen Sauerstoffkonzentration Stickstoff in vorgegebener Menge in den geschlossenen Raum nachgeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoffgehalt innerhalb des geschlossenen Raumes (Raum-Sauerstoffgehalt) auf etwa 12 Volumenprozent herabgesetzt wird.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, unter Verwendung von mindestens einer an ein Rohrleitungssystem angeschlossenen Stickstoff-Druckgasflasche und/oder mindestens einem Stickstoff-Gasgenerator, wobei das Rohrleitungssystem mit innerhalb eines geschlossenen Raumes angeordneten Löschdüsen in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zuleitung (6) des Rohrleitungssystems (3), die die Stickstoff-Druckgasflaschen (1) und/oder Stickstoff-Gasgeneratoren (2) mit den Löschdüsen (5) verbindet, ein Durchflußmengenbegrenzer (7) angeordnet ist, an den eine Einrichtung zur Stickstoffbereitstellung (9) zwecks Aufrechterhaltung der maximal löschwirksamen Sauerstoffkonzentration innerhalb des geschlossenen Raumes (4) angeschlossen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stickstoff-Druckgasflaschen (1) und/oder Stickstoff-Gasgeneratoren (2) zum Aufbau der Anfangskonzentration des Inertgases Stickstoff in Abhängigkeit vom Leervolumen des geschlossenen Raumes (4) simultan auslösbar sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Durchflußmengenbegrenzer (7) ein Druckspeicher (8) zur Einbehaltung von temporär überschüssigem Stickstoff vorgeschaltet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Stickstoffbereitstellung (9) ein Membransystem (10) zur Abscheidung von Stickstoff aus der Umgebungsluft aufweist, dessen Stickstoff-Austrittsöffnung mit dem Durchflußmengenbegrenzer (7) und/oder Druckspeicher (8) in Verbindung steht.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Membransystem (10) Stickstoff aus der von einer Klimaanlage eines Fahr- oder Flugzeuges bereitgestellten Luft abscheidet.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Membransystem (10) zur Abscheidung von Stickstoff aus der Umgebungsluft über ein Ventil an einen Luftausströmkanal angeschlossen ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der geschlossene Raum (4) ein Druckausgleichssystem (12) aufweist.






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