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Dokumentenidentifikation DE10051860A1 08.05.2002
Titel Segelrigg
Anmelder Roellenbleg, Rainer, Dr., 80333 München, DE;
Salani, Mario, Camaiore, IT
Erfinder Roellenbleg, Rainer, Dr., 80333 München, DE;
Salani, Mario, Camaiore, IT
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Anmeldedatum 19.10.2000
DE-Aktenzeichen 10051860
Offenlegungstag 08.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.05.2002
IPC-Hauptklasse B63B 15/02
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Segelrigg, bei dem zumindest ein Teil der Wanten (16, 18) frei durchlaufend durch den Mast (3) geführt und an der anderen Seite des Mastes (3) an der Nock (19; 17) der Salinge (9; 10) befestigt sind. Dadurch erfolgt eine erhebliche laterale Versteifung des Mastes im Hinblick auf die Erzielung besserer Segeleigenschaften.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf das technische Gebiet der Segelboote, bei denen das Segelrigg für den Stand des Segels von besonderer Bedeutung ist.

Stand der Technik

Das Segelrigg eines Segelbootes umfasst als Hauptbestandteile einen Mast, Stagen und Wanten, wobei in der Regel oberhalb des Decks des Segelbootes am Mast mindestens eine Saling befestigt ist. Im Zusammenhang mit einer Saling sind im Allgemeinen Ober- und Unterwanten vorgesehen, von denen jedes Oberwant vom Deck eines Segelbootes aus auf derselben Seite des Segelbootes bzw. des Mastes über die jeweilige Nock der Saling zu einer Stelle des Mastes verläuft, die oberhalb der Saling liegt. Dies ist häufig der Masttop.

Die Wanten dienen in erster Linie einer seitlichen Abstützung des Mastes, wobei die Wanten allerdings mit unterschiedlichen Abständen seitlich vom Mast auf der Höhe des Mastes oder geringfügig davor oder dahinter an Deck befestigt sind, so dass auch eine Abstützung des Mastes nach hinten erfolgt. Eine Abstützung nach vorne und nach hinten erfolgt durch die Stagen (Vorstag und Achterstag).

Darstellung der Erfindung

Es ist Aufgabe (technisches Problem) der vorliegenden Erfindung, insbesondere eine bessere seitliche Abstützung des Mastes zu gewährleisten.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass jeweils ein Unterwant von jeweils einer Seite des Decks des Segelbootes aus am Mast vorbei oder durch den Mast verläuft und auf der jeweils anderen Seite des Segelbootes bzw. des Mastes an der jeweiligen Nock der Saling befestigt ist.

Insbesondere sind übereinander im Abstand zwei Salinge am Mast befestigt, wobei Oberwanten, Mittelwanten und Unterwanten vorgesehen sind. Jedes Oberwant verläuft vom Deck des Segelbootes aus auf derselben Seite des Segelbootes bzw. des Mastes über die jeweilige Nock beider Salinge zu einer Stelle des Mastes, die oberhalb der oberen Saling liegt. Jedes Mittelwant verläuft vom Deck des Segelbootes aus auf derselben Seite des Segelbootes bzw. des Mastes zur jeweiligen Nock der unteren Saling und von dort am Mast vorbei oder durch den Mast, und ist auf der jeweils anderen Seite des Segelbootes bzw. des Mastes an der Nock der oberen Saling befestigt. Jedes Unterwant verläuft von jeweils einer Seite des Decks des Segelbootes aus am Mast vorbei oder durch den Mast und ist auf der jeweils anderen Seite des Segelbootes bzw. des Mastes an der Nock der unteren Saling befestigt.

Beim Vorhandensein nur einer Saling ist jede Salingnock in drei Richtungen fixiert und ergibt somit wie das Deck des Segelbootes einen weiteren, höher liegenden Festpunkt. Bei Vorhandensein von zwei Salingen ist jede Salingnock nach vier Richtungen fixiert und bildet somit einen noch besseren, höher liegenden Festpunkt. Damit wird das Ausweichen des Mastes während des Segelns durch den Winddruck nach Lee weitgehend vermieden. Dies ist insbesondere dann besonders im Mittelteil des Mastes gegeben, wenn zwei Salinge vorhanden sind und dadurch der Mast in drei Sektionen eingeteilt ist, wobei die obere Saling auf einer Höhe von 6/8 der Mastlänge angeordnet sein kann und die untere Saling sich in der Mitte zwischen Deck und oberer Saling befindet. Dabei können auch die Salinge dieselbe Gesamtlänge haben, d. h. also auf beiden Seiten des Mastes um dasselbe Ausmaß abstehen.

Durch das weitgehende Vermeiden des Ausweichens des Mastes insbesondere im Mittelteil nach Lee wird der Stand des Segels ganz erheblich dahingehend verbessert, dass das Segelboot um 2 bis 3° höher am Wind segeln kann. Es ergeben sich überraschenderweise auch bessere Segeleigenschaften beim Segeln vor dem Wind bzw. raumschots, weil das Segelrigg gemäß der Erfindung auch dabei einen besseren Stand des Großsegels gewährleistet. Schließlich ist es bei der gewährleisteten höheren lateralen Steifigkeit des Mastes gewährleistet, den Stand des Großsegels dahingehend zu verbessern, dass mehr Geschwindigkeit gesegelt werden kann als bei einem herkömmlichen Rigg, bei dem die zusätzliche Fixierung an der Salingnock nicht gewährleistet ist.

Zweckmäßigerweise sind die jeweiligen Wanten, sofern sie über bzw. an die Nock einer Saling verlaufen, dort festgelegt.

Die geltend gemachten Vorteile wirken sich insbesondere dann aus, wenn die jeweiligen Wanten, sofern sie am Mast vorbei oder durch den Mast verlaufen, geradlinig und lose durchlaufend am Mast vorbei oder durch den Mast geführt sind.

Eine weitere Verbesserung der genannten Eigenschaften stellt sich ein, wenn die jeweilige Mittelwant an der Nock der oberen Saling befestigt und an der Nock der unteren Saling frei durchlaufend geführt ist.

Vorteilhafterweise verlaufen die Oberwanten bis zum Masttop.

Für eine Verbesserung der Raumschot-Segeleigenschaften beinhaltet das erfindungsgemäße Segelrigg ein an der Vorderseite des Mastes angebrachtes Jumpstag. Dieses kann vorteilhafterweise zwischen Masttop und unterer Saling verlaufen, wobei die hierbei verwendete Jumpstagspreiz auf Höhe der oberen Saling an der Vorderseite des Mastes angebracht ist. Das Jumpstag kann auf Höhe der unteren Saling in den Mast geführt sein, wo es im Mast nach unten verläuft und über eine Talje verstellbar sein kann.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Es zeigen

Fig. 1 eine schematische Gesamtansicht des erfindungsgemäßen Segelriggs an einem ebenfalls schematisch dargestellten Segelboot; und

Fig. 2 eine Detailansicht der Durchführung der Wanten durch den Mast.

Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung

Fig. 1 zeigt ein Segelboot 1, auf dessen Deck 2 der Mast 3 eines Segelriggs 4 befestigt ist. Der Mast ist mit dem Mastfuß 5 auf dem Deck 2 des Segelbootes 1 befestigt. Das obere Ende des Mastes bezeichnet man als Masttop 6. Seitlich ist der Mast 3 durch noch näher zu bezeichnende Wanten abgestützt. Die Abstützung auf Deck des Segelbootes nach vorne erfolgt durch ein Vorstag 7, welches vom Bug 8 des Segelbootes bis zu einer Stelle des Mastes 3 verläuft, die auf der Höhe einer Obersaling 9 liegt. Unterhalb der Obersaling befindet sich eine Untersaling 10. Das Vorhandensein von zwei Salingen ist rein beispielhaft. Die erfindungsgemäßen Merkmale gestalten sich in vergleichbarer Weise auch bei einem Segelrigg mit nur einer Saling oder einer größeren Anzahl von Salingen.

Nach hinten ist der Mast 3 durch ein Achterstag 11 abgestützt, welches vom Masttop 6 zum Heck 12 des Segelbootes 1 verläuft. Diese Verstagung durch Vorstag und Achterstag kann im Einzelnen auch in Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse anders ausgebildet sein.

Nachfolgend wird auf den Verlauf und die Anbringung der Wanten hingewiesen, und zwar an einem Beispiel, bei dem entsprechend der Darstellung zwei Salinge vorhanden sind, die im Abstand übereinander angeordnet sind, wobei die untere Saling 10 ebenfalls im Abstand oberhalb des Decks angeordnet ist, wie sich dies im Einzelnen aus Fig. 1 ergibt.

Die jeweiligen Wanten sind symmetrisch angeordnet und gehen jeweils von einer Seite des Segelbootes aus und sind an Deck befestigt. Daher werden die Bezugszeichen für die jeweiligen Wanten in Fig. 1 nur an einer Seite eingetragen und die Beschreibung erfolgt nachfolgend nur anhand der an einer Seite angebrachten Wanten.

Ein Oberwant 13 verläuft vom Deck 2 aus über die Nock 14 der Saling 10, wo dieses Oberwant fixiert ist, zur Nock 15 der oberen Saling 9, wo das Oberwant 13 ebenfalls fixiert ist, und zum Masttop 6.

Ein Mittelwant 16 läuft ebenfalls vom Deck 2 des Segelbootes 1 zur Nock 14 der unteren Saling 10, wo das Mittelwant vorzugsweise frei durchlaufend angebracht ist, und von dort geradlinig weiterverlaufend lose durch den Mast 3 auf die andere Seite des Segelbootes bzw. des Mastes und ist an der Nock 17 der Saling 9 befestigt.

Ein Unterwant 18 verläuft ebenfalls von derselben Stelle des Decks 2 des Segelbootes 1 geradlinig verlaufend lose durch den Mast 3 zur Nock 19 der Saling 10 und ist dort befestigt.

Fig. 2 zeigt einen Abschnitt des Mastes dort, wo hier als Beispiel die Mittelwanten 16 lose durchlaufend durch den Mast 3 geführt sind. In Fig. 2 sind die dementsprechenden Öffnungen 20 im Mast erkennbar.

Entsprechend dem besonderen Ausführungsbeispiel ist der Mast in drei Sektionen aufgeteilt, nämlich einer ersten Sektion vom Deck 2 bis zur unteren Saling 10, einer zweiten Sektion von der unteren Saling 10 zur oberen Saling 9 und einer dritten Sektion von der oberen Saling 9 bis zum Masttop 6.

Zwischen dem Masttop 6 und der unteren Saling 10 ist darüber hinaus ein Jumpstag 21 an der Vorderseite des Mastes 3 angebracht, wobei eine zugehörige Jumpstagspreiz 22 auf der Höhe der oberen Saling 9 angebracht ist. Das Jumpstag verläuft auf Höhe der unteren Saling in den Mast und von dort im Mast nach unten und ist über eine im Mast befindliche Talje (nicht dargestellt) von einer Stelle außerhalb des Mastes einstellbar. Dies führt zu einer Versteifung des Mastes nach vorne, was sich insbesondere auswirkt auf das Raumschots-Segeln bzw. Segeln vor dem Wind.

Das beschriebene Segelrigg gewährleistet, dass die jeweilige Salingnock nach drei bzw. vier Richtungen fixiert ist und bildet daher (wie das Deck) einen weiteren, höher liegenden Festpunkt. Dies führt zu einer stark erhöhten lateralen Steifigkeit des Mastes insbesondere im Mittelteil, so dass ein Ausweichen des Mastes nach Lee aufgrund des Winddruckes weitgehend vermieden werden kann. Dies führt zu wesentlich besseren Segeleigenschaften des Segelbootes, da der Stand der Segel und insbesondere des Großsegels besser bei verschiedenen Windstärken eingestellt und im eingestellten Zustand gehalten werden kann. Insbesondere erreicht man eine höhere Geschwindigkeit des Segelbootes sowie das Segeln mit einer um 2 bis 3° größeren Höhe am Wind.


Anspruch[de]
  1. 1. Segelrigg mit einem Mast (3), Stagen (7, 11) und Wanten (13, 16, 18) sowie mindestens einer am Mast (3) befestigten Saling (9; 10), wobei Ober- und Unterwanten (13; 18) vorgesehen sind, von denen jedes Oberwant (13) vom Deck (2) eines Segelbootes (1) aus auf derselben Seite des Segelbootes (1) bzw. des Mastes (3) über die jeweilige Nock (14; 15) der Saling (10; 9) zu einer Stelle des Mastes verläuft, die oberhalb der Saling liegt, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Unterwant (18) von jeweils einer Seite des Decks (2) des Segelbootes (1) aus am Mast vorbei oder durch den Mast (3) verläuft und auf der jeweils anderen Seite des Segelbootes (1) bzw. des Mastes (3) an der jeweiligen Nock (14; 19) der Saling (10) befestigt ist.
  2. 2. Segelrigg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass

    übereinander im Abstand zwei Salinge (10, 9) am Mast (3) befestigt sind, wobei Oberwanten (13), Mittelwanten (16) und Unterwanten (18) vorgesehen sind,

    dass jedes Oberwant (13) vom Deck (2) des Segelbootes (1) aus auf derselben Seite des Segelbootes (1) bzw. des Mastes (3) über die jeweilige Nock (14, 15) beider Salinge (10, 9) zu einer Stelle des Mastes (3) verläuft, die oberhalb der oberen Saling (9) liegt,

    dass jedes Mittelwant (16) vom Deck (2) des Segelbootes (1) aus auf derselben Seite des Segelbootes (1) bzw. des Mastes (3) zur jeweiligen Nock (14; 19) der unteren Saling (10) und von dort am Mast vorbei oder durch den Mast (3) verläuft und auf der jeweils anderen Seite des Segelbootes (1) bzw. des Mastes (3) an der Nock (17) der oberen Saling (9) befestigt ist, und

    dass jedes Unterwant (18) von jeweils einer Seite des Decks (2) des Segelbootes (1) aus am Mast vorbei oder durch den Mast (3) verläuft und auf die jeweils andere Seite des Segelbootes (1) bzw. des Mastes (3) an der Nock (19) der unteren Saling (10) befestigt ist.
  3. 3. Segelrigg nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Wanten, sofern sie über bzw. an die Nock einer Saling (9, 10) verlaufen, dort festgelegt sind.
  4. 4. Segelrigg nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Wanten, sofern sie am Mast vorbei oder durch den Mast (3) verlaufen, geradlinig verlaufend am Mast vorbei oder durch den Mast (3) geführt sind.
  5. 5. Segelrigg nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wanten (16; 18) lose durchlaufend am Mast vorbei oder durch den Mast (3) geführt sind.
  6. 6. Segelrigg nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Mittelwant (16) an der Nock (17) der oberen Saling (9) befestigt und an der Nock (14) der unteren Saling (10) frei durchlaufend geführt ist.
  7. 7. Segelrigg nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberwanten (13) bis zum Masttop (6) verlaufen.
  8. 8. Segelrigg nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Vorderseite des Mastes (3) ein Jumpstag (21) befestigt ist.
  9. 9. Segelrigg nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Jumpstag (21) zwischen Masttop (6) und unterer Saling (10) verläuft.
  10. 10. Segelrigg nach Anspruch 8 und/oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Jumpstagspreiz (22) auf Höhe der oberen Saling (9) an der Vorderseite des Mastes (3) angebracht ist.
  11. 11. Segelrigg nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Jumpstag (21) mit seinem unteren Abschnitt innerhalb des Mastes (3) verläuft und über eine dort angeordnete Talje von einer Stelle außerhalb des Mastes einstellbar ist.
  12. 12. Segelrigg nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass beide Salinge (9, 10) dieselbe Gesamtlänge haben.






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