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Verfahren zum Blasformen von grossen Behältern durch Streckblasformen - Dokument DE69523249T2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69523249T2 29.05.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0703057
Titel Verfahren zum Blasformen von grossen Behältern durch Streckblasformen
Anmelder A.K. Technical Laboratory, Inc., Nagano, JP
Erfinder Koda, Hideaki, Ueda-shi, Nagano-ken, JP;
Nakajima, Hisashi, Hanishina-gun, Nagano-ken, JP;
Yamaguchi, Hisao, Komoro-shi, Nagano-ken, JP
Vertreter porta Patentanwälte Dipl.-Phys. Ulrich Twelmeier Dr.techn. Waldemar Leitner, 75172 Pforzheim
DE-Aktenzeichen 69523249
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 25.09.1995
EP-Aktenzeichen 951150549
EP-Offenlegungsdatum 27.03.1996
EP date of grant 17.10.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.05.2002
IPC-Hauptklasse B29C 49/18
IPC-Nebenklasse B29C 49/16   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG 1. Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Formen von großen Behältern mit einem dünnwandigen Körper aus einem spritzgegossenen dickwandigen einseitig geschlossenen Rohling durch den Streckblasformprozess.

2. Stand der Technik

Wegen des gewünschten Ausrichtungsgrades und aus anderen Gründen ist es äußerst schwierig, einen großen Behälter (zum Beispiel eine 20-Liter-Flasche) mit einem dünnwandigen Körper durch direktes Streckblasformen aus einem spitzgegossenen einseitig geschlossenen Rohling zu formen. Ein herkömmliches Verfahren stellt daher aus dem einseitig geschlossenen Rohling einen verhältnismäßig großen Vorformling als Zwischenprodukt her, bevor schließlich ein großer Behälter geformt wird.

Wenn die Dicke der Wand des einseitig geschlossenen Rohlings bedeutend größer ist als gewöhnlich (= nicht größer als 4 mm), führt das herkömmliche Einblasen von Luft bei der jetzigen Vorgehensweise dazu, dass im Vorformling ein ungleichförmiger Querschnitt verursacht wird. Diese Tendenz beobachtet man speziell bei Kunststoffen, die keine selbstheilenden Eigenschaften haben, wie sie Polyethylenterephthalat besitzt. Ein Streckblasformen des Vorformlings mit einem solchen ungleichförmigen Querschnitt zu einem großen Behälter führt zu einer signifikanten Ungleichförmigkeit der Wanddickenverteilung des resultierenden großen Behälters, was beim Form- oder Formgebungsprozess kritische Fehler verursachen kann.

Polyethylenterephthalat mit einer Wanddicke von mehr als 5 mm leidet unter Weißtrübung, und das Spritzgießen eines einseitig geschlossenen Rohlings mit der größeren Wanddicke ist somit ungeeignet, um durch Streckblasformen einen großen Behälter zu erzeugen. Das herkömmliche Verfahren erfordert somit einen ziemlich komplizierten Prozess, der die Schritte einschließt: Herstellen eines dickwandigen einseitig geschlossenen Rohlings mit Doppelstruktur durch zweistufiges Spritzgießen; und Streckblasformen des dickwandigen einseitig geschlossenen Rohlings nach einer Temperatursteuerung zu einem großen Behälter.

Das herkömmliche Verfahren ist somit nicht anwendbar, um durch den Prozess des Streckblasformens einen großen Behälter, zum Beispiel eine 20-Liter-Flasche, zu formen, obwohl es möglich ist, aus einem spritzgegossenen einseitig geschlossenen Vorformling einen verhältnismäßig großen Behälter zu formen.

Aus der TW-229 174 A sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Formen eines Kunststoffbehälters mit einem höheren Kristallinitätsgrad für eine verbesserte Wärmestabilität bekannt. Ein Vorformling wird durch ein Impulsblasverfahren ein oder mehrere Male aufgeweitet, um ein Zwischenprodukt zu formen, das schließlich zur vollen Behältergröße aufgeweitet wird. Der Impulsblasschritt wird mit einer verhältnismäßig hohen Verformungsgeschwindigkeit durchgeführt, um die Entstehung von Kristallisationskeimen zu maximieren, gefolgt von einer Deflation, um die amorphe Ausrichtung zu entlasten. Der letzte Aufweitschritt wird mit einer niedrigen Verformungsgeschwindigkeit durchgeführt, um die amorphe Ausrichtung zu minimieren. Der hierdurch erzeugte Behälter kann als wiederauffüllbarer oder heiß befüllbarer Getränkebehälter verwendet werden. Außerdem ist eine Blasform und eine Fluid- Zufuhrvorrichtung vorgesehen, um abwechselnd die Blasvorgänge mit hoher und niedriger Verformungsgeschwindigkeit zu speisen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Verfahren zur Herstellung eines Vorformlings mit einer gleichförmigen Wanddickenverteilung aus einem einseitig geschlossenen Rohling sowie zum einfachem Formen eines großen Behälters durch den Streckblasformprozess aus dem Vorformling bereitzustellen, und eine Vorrichtung für dasselbe bereitzustellen.

Ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Formen eines großen Behälters durch den Streckblasformprozess bereitzustellen, das sich vom herkömmlichen Verfahren nicht signifikant unterscheidet, sondern nur eine andere Art und Weise des Einblasens von Luft benutzt.

Die obigen und andere damit im Zusammenhang stehende Ziele werden durch ein Verfahren verwirklicht, das die Schritte einschließt: Herstellen eines Vorformlings aus einem spritzgegossenen dickwandigen einseitig geschlossenen Rohling durch wiederholtes und intermittierendes Aufbringen eines Lufteinblasdrucks auf den Rohling und Entlasten des Lufteinblasdrucks, wobei der Vorformling einen größeren Durchmesser und eine dünnere Wanddicke als der einseitig geschlossene Rohling aufweist; und. Streckblasformen des Vorformlings zu einem dünnwandigen großen Behälter.

Der einseitig geschlossene Rohling wird aus einer Form freigegeben, unmittelbar nachdem sich eine die Form des Rohlings bewahrende Hautschicht auf der Oberfläche des einseitig geschlossenen Rohlings gebildet hat, der eine hohe Innentemperatur aufweist. Der einseitig geschlossene Rohling wird dann mit einer auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmten Vorformlingform zu einen Vorformling geformt, während die Oberflächentemperatur des Rohlings durch eine innere Wärme des Rohlings vergrößert wird. Der Vorformling, der bei einer Streckblasformtemperatur gehalten wird, wird in einer Blasform streckblasgeformt, um einen großen Behälter zu erzeugen.

Gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird ein Teil des einseitig geschlossenen Rohlings durch Aufbringen eines Lufteinblasdrucks aufgeweitet, was zu einer Verringerung der Wanddicke und zu einer Verminderung der inneren Wärme des aufgeweiteten Teils führt. Eine Entlastung des Lufteinblasdrucks beseitigt den inneren Widerstand und bewirkt dementsprechend ein Zusammenziehen, das kleiner ist als die Aufweitung, jedoch die Wanddicke des aufgeweiteten Teils auf ein Maß zurückführt, das dem Grad des Zusammenziehens entspricht. Der Teil, der aufgeweitet wurde und sich anschließend zusammengezogen hat, weist eine geringere innere Wärme auf als diejenige des übrigen Teils. Somit weitet das nächste Aufbringen eines Lufteinblasdrucks einen anderen Teil um ein größeres Maß auf, als dasjenige des Teils, der zuvor aufgeweitet wurde und sich anschließend zusammengezogen hat.

Ein wiederholtes Aufbringen von Lufteinblasdrücken weitet nacheinander jeweilige Teile des einseitig geschlossenen Rohlings auf, um schließlich den gesamten Rohling aufzuweiten. Dies verhindert wirkungsvoll kritische Schäden und eine signifikante Verformung des Rohlings infolge der teilweisen Aufweitung und führt zu einem Vorformling, der sich leicht zu einem großen Behälter formen lässt.

Eine wiederholte Expansion und Kontraktion von jeweiligen Teilen des Rohlings durch das intermittierende Aufbringen und Entlasten von Blasluftdrücken ergibt in einfacher Weise einen Vorformling, selbst wenn das verwendete Material ein Kunststoff ist, der keine selbstheilenden Eigenschaften hat, wie sie Polyethylenterephthalat besitzt. Der Vorformling wird dann zu einem großen Behälter geblasen, der eine gleichförmige Wanddickenverteilung besitzt.

Diese und andere Ziele, Merkmale, Aspekte und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform mit den begleitenden Zeichnungen besser ersichtlich.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Fig. 1 ist eine Vorderseitenansicht, teilweise im Querschnitt, die eine Formvorrichtung im offenen Zustand zeigt, welche zum Streckblasformen eines großen Behälters gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendbar ist;

Fig. 2 ist eine Draufsicht, die einen wesentlichen Teil der Formvorrichtung zeigt, wo eine Vorformlingform zwischen Hälften einer Blasform eingeführt ist;

Fig. 3 ist eine Draufsicht, die den wesentlichen Teil der Formvorrichtung zeigt, wo die Hälften der Blasform während eines Einführens der Vorformlingform geschlossen sind;

Fig. 4 ist eine vertikale Querschnittsansicht, die schematisch einen Prozess zum Formen eines Vorformlings zeigt;

Fig. 5 ist eine vertikale Querschnittsansicht, die schematisch die Blasform zeigt, nachdem die Vorformlingform entnommen worden ist; und

Fig. 6 ist eine vertikale Querschnittsansicht, die schematisch einen Prozess zum Formen eines großen Behälters mit der Blasform zeigt.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN

Die Fig. 1 bis 6 zeigen eine Ausführungsform einer Formvorrichtung, die zum Streckblasformen eines großen Behälters gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung einsetzbar ist. Eine Blasform 1 umfasst Formhälften 12, 12, die an der Innenseite von frei beweglichen Zuhalteplatten 11, 11 befestigt sind, sowie eine vertikal bewegliche Bodenform 13. Die Formhälften 12, 12 weisen Berührungsflächen auf, die der Form eines Hohlraums 14 eines resultierenden großen Behälters entsprechen. Die Formhälften 12, 12 sind so kombiniert, dass sie an ihrem oberen Ende eine Aufnahme 19 für eine Lippenform 3 bilden. Eine Haltestange 15 für einen Vorformling (später beschrieben) ragt in einer solchen Weise aus der Mitte der Bodenform 13, dass sie Vertikalbewegung zum Ausfahren und Einziehen ermöglicht. Die Haltestange 15 wird von einem Federelement 18 gehalten, das in einen Tauchkolben 17 eines Hubmechanismus 16 eingebaut ist, wie in den Fig. 4 bis 6 dargestellt.

Ein durch den Spritzgießprozess hergestellter einseitig geschlossener Rohling 2 wird verschoben, bis er oberhalb der Blasform 1 angeordnet ist, während ein Hals des einseitig geschlossenen Rohlings 2 von der Lippenform 3 gehalten wird. Der einseitig geschlossene Rohling 2 wird mit einer Übertragungsplatte 4 abwärts bewegt, um ihn in der Mitte der im offenen Zustand befindlichen Form 12, 12 zu platzieren. Ein Blaskern 5 und eine Streckstange 6 erstrecken sich durch die Lippenform 3 und die Übertragungsplatte 4 hindurch, die im geschlossenen Zustand in der Aufnahme 19 auf dem oberen Ende der Blasform 1 aufgenommen werden, und werden nach unten zu in den einseitig geschlossenen Rohling eingeführt, wie in Fig. 4 dargestellt.

Eine Vorformlingform 7, die benutzt wird, um den einseitig geschlossenen Rohling 2 zu einem Vorformling zu formen, ist an einer beweglichen Platte 81 einer horizontalen Kolbeneinheit 8 befestigt, die an der Seite der Blasform 1 auf einer Unterlage angebracht ist. Die bewegliche Platte 81 ist aufrecht auf einem vorderen Ende einer beweglichen Bodenplatte 83 angeordnet, die zum Vorschieben und Zurückziehen von einer Führungsschiene auf einem Tisch 82 geführt wird. Die bewegliche Platte 81 ist über ein Element 84 auf der beweglichen Bodenplatte 83 mit einem Ende einer beweglichen Stange 86 einer Hydraulikantriebseinheit 85 verbunden. Haltewellen 87, 87 sind horizontal über obere und untere Enden einer Vorderseite hinaus verlängert. Ein Paar aufrechte Halteplatten 88, 88 sind an den beiden Enden der Haltewellen 87 befestigt, um eine Schwenkbewegung um ein Basisende zu ermöglichen, und werden von einem Federelement 89, das über die Halteplatten 88, 88 hinweg und in der Nähe der Haltewellen 87 gespannt ist, kontinuierlich nach außen gedrückt.

Weiter sind innerhalb von dem Paar Halteplatten 88, 88 Rahmen 90, 90 angeordnet. Formhälften 71, 71 der Vorformlingform 7 sind in die Rahmen 90, 90 eingepasst, wo ein Paar Wärmeisolierplatten 91, 91 zwischen den Formhälften 71, 71 und dem Paar Halteplatten 88, 88 angeordnet ist.

Die Formhälften 71, 71 weisen Berührungsflächen auf, die der Form eines Hohlraums 72 entsprechen. Die Formhälften 71, 71 sind so kombiniert, dass sie an ihrem oberen Ende eine Aufnahme 73 zum Aufnehmen der Lippenform 3 bilden, wobei die Aufnahme 73 in derselben Höhe wie die Aufnahme 19 der Blasform 1 platziert ist. Eine Öffnung 74, in welche die Haltestange 15 eingeführt und eingepasst ist, ist auf der Bodenmitte der Formhälften 71, 71 ausgebildet.

Wie in Fig. 2 dargestellt, werden die Formhälften 71, 71 der Vorformlingform 7 im offenen Zustand mit dem Paar Halteplatten 88, 88 horizontal bewegt und zwischen die Formhälften 12, 12 der im offenen Zustand befindlichen Blasform 1 eingeführt. Die Formhälften 71, 71 der Vorformlingform 7 werden entgegen der Kraft des Federelements 89 nach innen gedrückt und geschlossen, indem man die Kraft ausnutzt, die aufgebracht wird, um die Blasform 1 zu schließen, und die übertragen wird, um die Halteplatten 88, 88 nach innen zu drücken. Die Berührungsfläche der Formhälften 71, 71 bildet dementsprechend die Form des Hohlraums 72 eines Vorformlings 10.

Eine Entlastung der Schließkraft durch Öffnen der Blasform 1 gestattet es, dass die Formhälften 71, 71 der Vorformlingform 7 mit Hilfe des Federelements 89 automatisch geöffnet werden und im offenen Zustand durch die Kolbeneinheit 8 aus der Blasform 1 heraus bewegbar sind.

Ein typischer Prozess zum Streckblasformen eines großen Behälters mit der derart aufgebauten Formvorrichtung wird nachfolgend beschrieben.

Ein einseitig geschlossener Rohling 2 mit einem zu dehnenden Wandteil von ungefähr 10 mm Dicke und einer kürzeren Länge als ein fertiger großer Behälter wird durch Spritzgießen eines Polycarbonats hergestellt. Der unter dem Hochtemperaturzustand befindliche einseitig geschlossene Rohling 2 wird aus einer Spritzgussform und einer Kernform (nicht dargestellt) freigegeben, während ein Hals des Rohlings 2 von der Lippenform 3 gehalten wird. Unmittelbar nach der Freigabe wird der einseitig geschlossene Rohling 2 zusammen mit der Lippenform 3 mit Hilfe der Überführungsplatte 4 verschoben, um ihn oberhalb der im offenen Zustand befindlichen Blasform 1 zu positionieren.

Nach Abschluss der Verschiebung wird die auf 140º bis 150ºC erwärmte Vorformlingform 7 mit dem Paar Halteplatten 88, 88 horizontal vorgeschoben und zwischen die Formhälften 12, 12 der Blasform 1 eingeführt (vgl. Fig. 2).

Der einseitig geschlossene Rohling 2 wird mit der Lippenform 3 und der Überführungsplatte 4 abgesenkt, um ihn zwischen den Formhälften 12, 12 zu positionieren. Die Blasform 1 wird vorübergehend geschlossen, so dass die Vorformlingform 7 geschlossen und über die Formhälften 12, 12 der Blasform 1 zusammengedrückt wird, wie in Fig. 3 dargestellt. Die Schließkraft lässt es zu, dass die aus der Bodenform 13 ragende Haltestange 15 in der auf dem Boden der Vorformlingform 7 ausgebildeten Öffnung 74 eingepasst und aufgenommen wird.

Nach dem Schließen der Vorformlingform 7 werden der Blaskern 5 und die Streckstange 6 durch die Überführungsplatte 4 und die Lippenform 3 hindurch nach unten in den einseitig geschlossenen Rohling 2 eingeführt, wie in Fig. 4 dargestellt. Dies gestattet es, den einseitig geschlossenen Rohling 2 mit der Streckstange 6 in einer axialen Richtung zu strecken und durch Aufbringen von Lufteinblasdrücken aufzuweiten. Luft wird wiederholt und intermittierend eingeblasen, während das Strecken in der axialen Richtung nur beim Vorgang des ersten Einblasens von Luft durchgeführt wird. Das Strecken in der axialen Richtung gestattet es, den Boden des einseitig geschlossenen Rohlings 2 sicher zwischen der Streckstange 6 und der Haltestange 15 festzuhalten.

Der Luftdruck von etwa 2 kg wird 4 bis 6 Mal intermittierend eingeblasen. Nach jedem Aufbringen eines Lufteinblasdrucks wird die eingeblasene Luft zur Beseitigung des Innendrucks abgelassen, und jeder aufgeweitete Teil zieht sich bis zu einem gewissen Maß wieder zusammen. Es ist wesentlich, eine äußerst kurze Lufteinblaszeit einzustellen, um eine lokale extreme Aufweitung zu verhindern. Die letzte Lufteinblaszeit wird verhältnismäßig lang eingestellt, zum Beispiel ungefähr 4 Sekunden, um den ganzen Rohling 2 bis auf die Form des Hohlraums 72 aufzuweiten. Der zylindrische Vorformling 10 mit einer Wanddicke von ungefähr 5 mm wird anschließend dem Steckblasformprozess unterzogen, um einen fertigen Behälter zu formen.

Nachdem das Formen des Vorformlings 10 abgeschlossen ist, wird die Blasform 1 geöffnet und die Druckkraft auf die Formhälften 71, 71 der Vorformlingform 7 wird beseitigt. Die Formhälften 71, 71 öffnen sich durch den Federdruck automatisch, während der Vorformling 10 in seiner Formposition gehalten wird. Die Vorformlingform 7 wird dann mittels der Kolbeneinheit 8 horizontal zurückgezogen und in die Position an der Seite der Blasform 1 zurückgeführt. In diesem Zustand wird der Vorformling 10 durch die Haltestange 15 abgestützt, um ihn in der Mitte der Blasform 1 zu positionieren, wie in Fig. 5 dargestellt. Dies verhindert wirkungsvoll ein Herabziehen des Vorformlings 10 aufgrund der im Vorformling 10 enthaltenen Wärme.

Die Blasform 1 wird wieder geschlossen und zugedrückt, so dass der Vorformling 10 durch die Streckstange 6 in axialer Richtung gestreckt und durch Aufbringen von Lufteinblasdrücken aufgeweitet wird. Der Lufteinblasvorgang schließt einen primären Niederdruckschritt und einen sekundären Hochdruckschritt (8 kg oder höher) ein. Gleichzeitig mit oder ansonsten nach dem Aufweiten des Vorformlings 10 durch den sekundären Hochdruck wird die Bodenform 13 angehoben, um eine Bodenform 13 zu definieren, was es gestattet, die Haltestange 15 entgegen der Kraft des Federelements 18 in der Bodenform 13 unterzubringen, und ergibt einen großen Behälter 100 mit einer Wanddicke von ungefähr 1,2 mm als Endprodukt, wie in Fig. 5 dargestellt.

Die obige Ausführungsform ist nur veranschaulichend und nicht in irgendeiner Hinsicht einschränkend. Es können viele Modifikationen, Abwandlungen und Veränderungen vorhanden sein, ohne den Umfang von wesentlichen Eigenschaften der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Der Umfang der vorliegenden Erfindung wird nur durch die Begriffe der beigefügten Patentansprüche eingeschränkt.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Formen eines großen Behälters (100) durch den Streckblasformprozess, wobei das Verfahren die Schritte umfasst:

Spritzgießen eines einseitig geschlossenen Rohlings (2) mit einem zu streckenden dickwandigen Teil und einer kürzeren Länge als ein fertiger großer Behälter (100) innerhalb eines durch eine Spritzgussform, eine Kernform und eine Lippenform (3) begrenzten Hohlraums;

Freigeben des einseitig geschlossenen Rohlings (2) aus der Spritzgussform und der Kernform, während ein vollständig verfestigter Hals des einseitig geschlossenen Rohlings von der Lippenform (3) gehalten wird, unmittelbar nachdem sich eine Hautschicht, die eine Form des Rohlings bewahrt, auf der Oberfläche des einseitig geschlossenen Rohlings (2) gebildet hat, der eine hohe innere Temperatur aufweist;

Verschieben des freigegebenen einseitig geschlossenen Rohlings (2) mit der Lippenform (3) zu Formhälften (71) einer zuvor auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmten Vorformlingform (7);

Aufnehmen des einseitig geschlossenen Rohlings (2) zwischen den Formhälften (71) der in einem offenen Zustand befindlichen Vorformlingform (7) und Schließen der Formhälften (71) der Vorformlingform (7), um den einseitig geschlossenen Rohling (2) in einer Mitte eines Vorformling-Hohlraums (72) zu positionieren, der von Berührungsflächen der Formhälften (71) begrenzt wird;

Einführen eines Blaskerns (5) und einer Streckstange (6) nach unten durch die Lippenform (3) in den einseitig geschlossenen Rohling (2) nach dem Schließen der Vorformlingform (7), so dass es ermöglicht wird, den einseitig geschlossenen Rohling (2) mittels der Streckstange (6) in einer axialen Richtung zu strecken und durch Aufbringen eines Lufteinblasdrucks aufzuweiten, während der einseitig geschlossene Rohling (2) ausreichend Wärme besitzt;

wiederholtes und intermittierendes Einblasen von Niederdruckluft über einen kurzen Zeitraum und anschließendes Ablassen der Niederdruckluft, während das Strecken in der axialen Richtung nur während eines ersten Lufteinblasens durchgeführt wird, wodurch der einseitig geschlossene Rohling (2) aufgeweitet wird, um den Vorformling-Hohlraum (72) zu füllen, um einen vorbestimmten Vorformling (10) zu formen, der eine Zwischengröße zwischen dem einseitig geschlossene Rohling (2) und dem fertigen Behälter (100) aufweist;

Platzieren des Vorformlings (10) in einer Blasform (12, 13); und

Herstellen des großen Behälters (100) mit einem dünnwandigen Körper als Endprodukt durch den Streckblasformprozess.

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem ein Zeitraum für das letzte Einblasen von Luft beim Schritt des intermittierenden Einblasens von Luft länger eingestellt wird als andere Zeiträume für das intermittierende Einblasen von Niederdruckluft, um den einseitig, geschlossenen Rohling (2) aufzuweiten, so dass er den Vorformling-Hohlraum (72) füllt und der vorbestimmte Vorformling (10) geformt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Vorformling (10) durch ein Halteelement (15) abgestützt wird, das beim Schritt des Streckblasformens mittels Luftdruck in eine Bodenform (13) zurückgezogen wird, wobei das Abstützen mit dem Halteelement (15) ein Herabziehen des Vorformlings (10) infolge von im Vorformling (10) enthaltener Wärme verhindert.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem der Schritt des Streckblasformens weiter die Verwendung eines primären Niederdrucklufteinblasens und eines sekundären Hochdrucklufteinblasens umfasst, so dass der Vorformling (10) durch den sekundären Hochdruck zum fertigen großen Behälter (100) aufgeweitet wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der einseitig geschlossene Rohling (2) durch den Spritzgießprozess aus Polycarbonat hergestellt und mit einer auf 140º bis 150ºC erwärmten Vorformlingform (7) zu einem Vorformling (10) einer vorbestimmten Größe geformt wird.







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