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Dokumentenidentifikation DE10063707A1 04.07.2002
Titel Verfahren zur thermischen Stabilisierung einer Laserdiode in einem Recorder
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Fischer, Jörg-Achim, 24235 Laboe, DE;
Leiss, Klaus-Günter, 24107 Kiel, DE
DE-Anmeldedatum 20.12.2000
DE-Aktenzeichen 10063707
Offenlegungstag 04.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.07.2002
IPC-Hauptklasse B41B 19/00
IPC-Nebenklasse H01S 5/068   
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zur thermischen Stabilisierung einer Laserdiode in einem Recorder beschrieben, bei dem mit einer Laserdiode ein Lichtstrahl (3) erzeugt wird, der durch die Überlagerung eines Basisstroms (IB) und eines aus einem Bildsignal abgeleiteten Modulationsstroms (IM) moduliert wird und ein Aufzeichnungsmaterial (1) punkt- und zeilenweise belichtet. Zwischen den Belichtungszeiträumen (10), in denen jeweils eine Zeile belichtet wird, sind Rückführungszeiträume (11) vorhanden, in denen der Lichtstrahl (3) an den Anfang der nächsten Zeile geführt wird, und in denen die Laserdiode zur thermischen Stabilisierung moduliert wird. In dem Rückführungszeitraum (11) wird die Laserdiode während eines Stabilisierungszeitraums (12) mit dem Basisstrom (IB) moduliert, wobei die Summe der Modulationszeiten während des Belichtungszeitraums (10) und während des Stabilisierungszeitraums (12) konstant ist. Zusätzlich kann die Laserdiode während des Rückführungszeitraums (11) mit einem Modulationsstrom (IM) moduliert werden, der aus dem invertierten Bildsignal der vorangegangenen oder der nachfolgenden Zeile abgeleitet wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der elektronischen Reproduktionstechnik und betrifft ein Verfahren zur thermischen Stabilisierung einer Laserdiode bei der punkt- und zeilenweisen Belichtung von Aufzeichnungsmaterial mittels eines Lichtstrahls in einer elektronischen Belichtungsvorrichtung, auch Belichter, Recorder oder Imagesetter genannt. Mit einem Recorder werden insbesondere Druckformen belichtet, d. h. Filme oder Druckplatten, die alle Text-, Grafik- und Bildelemente einer zu druckenden Seite enthalten. Im Fall des Mehrfarbendrucks wird für jede Druckfarbe eine separate Druckform belichtet.

In einem Recorder wird ein durch ein Bildsignal modulierter Lichtstrahl punkt- und zeilenweise über das zu belichtende Aufzeichnungsmaterial geführt. Das Aufzeichnungsmaterial ist dabei auf einer Halterung fixiert, die sich relativ zum Lichtstrahl bewegt. Im Falle eines Innentrommel-Gerätes ist das Aufzeichnungsmaterial auf einer zylindersegmentförmigen Halterung oder Belichtungsmulde fixiert, und der Lichtstrahl wird mittels einer rotierenden Lichtstrahl- Ablenkvorrichtung punkt- und zeilenweise über das Aufzeichnungsmaterial geführt. Der Recorder kann aber auch als Außentrommel-Gerät oder Flachbett- Gerät ausgebildet sein.

Als Lichtquelle zur Erzeugung des Lichtstrahles wird häufig eine Laserdiode verwendet, die mit dem Bildsignal moduliert wird. In der herkömmlichen Drucktechnik werden unterschiedliche Dichten einer Druckfarbe durch Rasterpunkte mit variierender Größe erzeugt, d. h. an jedem Punkt der Druckseite wird entweder Farbe gedruckt oder nicht. Deshalb hat das Bildsignal nur zwei Signalwerte, Farbe oder Nicht-Farbe bzw. Belichtung oder Nicht-Belichtung. Dementsprechend wird die Laserdiode bei der Belichtung so moduliert, daß sie für die zu belichtenden Bildpunkte Licht aussendet und für die nicht zu belichtenden Bildpunkte kein Licht aussendet. Die Ansteuerung der Laserdiode durch das Bildsignal erfolgt nach dem Stand der Technik derart, daß sie zeilenweise innerhalb von Belichtungszeiträumen, in denen der Lichtstrahl die zu belichtenden Zeilen auf dem Aufzeichnungsmaterial überstreicht, aktiviert und moduliert wird und innerhalb von Rückführungszeiträumen, in denen der Lichtstrahl zu der nächsten zu belichtenden Zeile geführt wird, deaktiviert wird.

Ein bekanntes Problem bei der Belichtung mit einer Laserdiode ist, daß sich die abgegebene Lichtleistung und auch die Wellenlänge mit der Temperatur der Laserdiode ändert. Dabei gelten unterschiedliche Zeitkonstanten für die Temperaturänderung, sehr kurze Zeitkonstanten, wenn sich die Temperatur des PN- Übergangs in der Laserdiode durch das Ein- und Ausschalten des Modulationsstroms sehr schnell ändert, mittlere Zeitkonstanten, wenn sich die Temperatur von Aufbauteilen der Laserdiode durch eine variierende mittlere Strombelastung verändert, und eine lange Zeitkonstante, wenn sich beispielsweise die Umgebungstemperatur ändert. In der Regel können die kurzen, mittleren und langen Zeitkonstanten nicht klar abgegrenzt werden, sondern es gibt einen gleitenden Übergang zwischen den Temperaturabhängigkeiten mit unterschiedlichen Zeitkonstanten. Das ist im Einzelfall stark abhängig vom Aufbau der Laserdiode, d. h. von der mechanisch-thermischen Anbindung des Laserchips an eine Trägerplatte und die thermische Kopplung über weitere Aufbauteile bis hin zum Gehäuse. Außerdem werden die Temperaturzeitkonstanten von der konstruktiven Gestaltung des Einbaus der Laserdiode in den Recorder, von der Wärmeableitung über die Bauteile des Recorders und von der Lüftung beeinflußt.

Für die Belichtung von Druckformen ist eine konstante Lichtleistung unabdingbar, da sich Schwankungen der Lichtleistung in unerwünschten Streifen, Mustern usw. in der fertig belichteten Druckform bemerkbar machen. Des weiteren kann eine sich infolge von Temperaturschwankungen verändernde Wellenlänge ähnliche störende Muster hervorrufen, je nach der Abhängigkeit der Belichtungsempfindlichkeit des Aufzeichnungsmaterials von der Wellenlänge des Lichts.

Für die Kompensierung von sehr kurzzeitigen Leistungsschwankungen, die schon durch die Temperaturänderung des PN-Übergangs der Laserdiode während eines einzelnen Modulationsimpulses auftreten, ist ein Verfahren bekannt, bei dem der durch die Temperaturerhöhung bedingte Leistungsabfall bzw. die durch eine Temperatursenkung bedingte Leistungssteigerung durch einen zusätzlichen Korrekturstrom ausgeglichen wird. Dabei wird der zeitliche Verlauf der Leistungsänderung durch einen entsprechend gegenläufigen Verlauf des Korrekturstroms kompensiert, wobei der Zeitverlauf durch ein Widerstands-Kapazitäts-Netzwerk im Stromgenerator für den Korrekturstrom nachgebildet wird. Ein solches Verfahren ist in der amerikanischen Patentschrift US 5,309,458 beschrieben.

Für die Kompensierung von Leistungsschwankungen mit mittleren und langen Zeitkonstanten wird nach dem Stand der Technik eine Regelung der Lichtleistung eingesetzt, wobei ein Teil des Lichtstrahls aus dem Belichtungsstrahlengang ausgekoppelt und auf einen Lichtsensor gelenkt wird. Die mit dem Lichtsensor gemessene Lichtleistung wird als Meßgröße in einen Regelkreis eingegeben, der die Leistung der Laserdiode auf einen vorgegebenen Wert regelt. Dazu wird zum Beispiel während einer Regelphase vor jeder Modulationsphase die Lichtleistung bei einem vorgegebenen Laserdiodenstrom gemessen und die Laserleistung geregelt. Ein solches Verfahren ist in der amerikanischen Patentschrift US 5,495,463 beschrieben.

Das Regelverfahren ist vorwiegend zum Kompensieren von relativ langsamen Temperaturänderungen von Modulationsphase zu Modulationsphase geeignet. Im Fall eines Recorders für Druckformen entspricht eine zu belichtende Zeile einer Modulationsphase. Das Regelverfahren kann nur vor jeder zu belichtenden Zeile eingreifen und Abweichungen kompensieren. Das Regelverfahren ist außerdem aufwendig in der Realisierung, besonders wenn auch Leistungsschwankungen von Zeile zu Zeile ausgeregelt werden sollen, die durch die vom Bildinhalt abhängige Zahl und auch die innerhalb der Zeilen variierende Verteilung der zu belichtenden Bildpunkte hervorgerufen werden. Das Korrekturstromverfahren ist nur für sehr kurze Leistungsschwankungen im Zeitbereich von einem oder wenigen Bildpunkten geeignet und kann deshalb nicht die Leistungsschwankungen mit einer mittleren Zeitkonstante kompensieren.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Belichtung von Aufzeichnungsmaterial mit einer Laserdiode derart zu verbessern, daß auf einfache Weise eine thermische Stabilisierung der Laserdiodenleistung im Bereich mittlerer Zeitkonstanten erreicht wird.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 7 näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 die Modulation einer Laserdiode in einem Strom-Leistungs-Diagramm,

Fig. 2 eine prinzipielle Darstellung einer Belichtungsvorrichtung vom Innentrommel-Typ im Schnittbild,

Fig. 3 Zeitdiagramme für den Basisstrom und den Modulationsstrom nach dem Stand der Technik,

Fig. 4 Zeitdiagramme für den Basisstrom und den Modulationsstrom gemäß der Erfindung,

Fig. 5 Zeitdiagramme für den Basisstrom und den Modulationsstrom während der Belichtungsvorbereitung und während der Belichtung,

Fig. 6 Zeitdiagramme für den Basisstrom und den Modulationsstrom nach einem weiteren Merkmal der Erfindung, und

Fig. 7 Zeitdiagramme für den Basisstrom und den Modulationsstrom für eine weitere Variante der Erfindung.

Fig. 1 zeigt die Modulation einer Laserdiode in einem Strom-Leistungs-Diagramm, in dem die optische Ausgangsleistung Popt einer Laserdiode in Abhängigkeit vom Diodenstrom I aufgetragen ist. In Fig. 1 ist eine erste Kurve PT1(I) für eine Temperatur T1 und eine zweite Kurve PT2(I) für eine Temperatur T2 > T1 dargestellt. Die Kurven zeigen das typische Verhalten für eine Laserdiode, d. h. eine Lichtleistung wird erst oberhalb eines Schwellenstroms abgegeben und die Lichtleistung steigt dann mit weiter wachsendem Strom stark an. Bei der höheren Temperatur T2 setzt die Abgabe der Lichtleistung erst bei einem höheren Schwellenstrom ein, d. h. die Kurve PT2(I) ist im wesentlichen gegenüber der Kurve PT1(I) verschoben. Die Modulation der Laserdiode erfolgt üblicherweise durch die Überlagerung eines Basisstroms IB und eines Modulationsstroms IM. Im Fall der Belichtung einer Druckform ist der Modulationsstrom eine Rechteck- Impulsfolge mit der Amplitude A, die das Bildsignal der zu belichtenden und nicht zu belichtenden Bildpunkte wiedergibt. Fig. 1 veranschaulicht, daß man für die Temperatur T1 eine hohe Lichtleistung der Ausgangsimpulse erhält und für die höhere Temperatur T2 eine geringere Lichtleistung.

Fig. 2 zeigt eine Belichtungsvorrichtung im Schnittbild, die nach dem Innentrommel-Prinzip arbeitet. Das Aufzeichnungsmaterial 1 ist an der Innenfläche einer stationären zylindersegmentförmigen Halterung oder Belichtungsmulde 2 mit einem Öffnungswinkel von beispielsweise 180° fixiert. Der von einer nicht dargestellten Laserdiode erzeugte Lichtstrahl 3 wird mit einer rotierenden Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 in Richtung eines Pfeils (Zeilenrichtung) auf einer Kreisbahn punkt- und zeilenweise über das Aufzeichnungsmaterial 1 gelenkt, wobei die Laserdiode mit der Überlagerung des Basisstroms IB und des Modulationsstroms IM moduliert wird und sich die Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 in Richtung der Zylinderachse 5 senkrecht zur Zeichenebene (Vorschubrichtung) bewegt. Die Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 ist beispielsweise ein schräg zur Zylinderachse 5 orientierter Spiegel, der sich um die Zylinderachse 5 dreht. Innerhalb der Belichtungsmulde 2 erstreckt sich über das Aufzeichnungsmaterial 1 ein Belichtungsbereich 6. Der Belichtungsbereich 6 kennzeichnet in jeder Belichtungsperiode (Zeile) den Belichtungszeitraum bzw. Modulationszeitraum, in dem der Lichtstrahl 3 die Belichtung einer Zeile auf dem Aufzeichnungsmaterial 1 vornimmt. Der Belichtungsbereich 6 ergibt sich aus der Zeilenlänge der zu belichtenden Druckform und kann je nach dem Format der Druckseite kleiner als die verfügbare Breite des Aufzeichnungsmaterials sein. Der Belichtungsbereich 6 beginnt hinter einer Anfangsmarkierung 7 bei dem Öffnungswinkel 0° und endet vor einer Endmarkierung 8 bei dem Öffnungswinkel 180°. Ein Rückführungsbereich 9, der bei der eingetragenen Pfeilrichtung an der Endmarkierung 8 beginnt und an der Anfangsmarkierung 7 endet, kennzeichnet den Rückführungszeitraum, in dem keine Belichtung stattfindet und der Lichtstahl 3 jeweils zur nächsten Zeile geführt wird.

Die erfindungsgemäße Temparaturstabilisierung wird nachfolgend näher erläutert.

Fig. 3 zeigt Zeitdiagramme zur Veranschaulichung des zeitlichen Verlaufes des Basisstroms IB und des Modulationsstroms IM nach dem Stand der Technik ohne die erfindungsgemäße Temperaturstabilisierung. In dem Zeitintervall, in dem sich der Lichtstrahl 3 zwischen der Anfangsmarkierung 7 und der Endmarkierung 8 befindet, wird der Basisstrom IB während eines Belichtungszeitraums 10 eingeschaltet, in dem sich der Lichtstrahl im Belichtungsbereich 6 befindet. Zusätzlich wird der aus dem Bildsignal abgeleitete Modulationsstrom IM überlagert. Der Basisstrom IB wird erst während des Belichtungszeitraums 10 eingeschaltet, weil die Laserdiode auch schon beim Basisstrom eine geringe Lichtleistung abgeben kann. Wenn der Basisstrom außerhalb des Belichtungszeitraums 10 eingeschaltet würde, könnte eine nicht gewünschte Belichtung des Aufzeichnungsmaterials 1 außerhalb des Druckformformats erfolgen.

In dem Zeitintervall, in dem sich der Lichtstrahl 3 zwischen der Endmarkierung 8 und der Anfangsmarkierung 7 befindet, d. h. in dem Rückführungszeitraum 11, der dem Rückführungsbereich 9 entspricht, werden nach dem Stand der Technik weder der Basisstrom IB noch der Modulationsstrom IM eingeschaltet. Dadurch kommt es zu einer Absenkung der Betriebstemperatur der Laserdiode während des Rückführungszeitraums 11.

Fig. 4 zeigt Zeitdiagramme zur Veranschaulichung der thermischen Stabilisierung der Laserdiode nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. Innerhalb des Rückführungszeitraums 11 ist ein Stabilisierungszeitraum 12 vorgesehen, in dem der Basisstrom IB zusätzlich eingeschaltet wird, um die Laserdiode auch während des Rückführungszeitraums 11 zu erwärmen und die Temperaturabsenkung zu vermeiden. Obwohl die Laserdiode beim Basisstrom IB allein keine oder nur eine sehr geringe optische Leistung abgibt, wird doch eine Verlustleistung aufgenommen, die im wesentlichen gleich der durch Strom und Spannung an der Diode bestimmten Gesamtleistung ist und die die Laserdiode erwärmt. Die in Fig. 1 dargestellte abgegebene optische Leistung Popt ist bei typischen Laserdioden nur ein kleiner Bruchteil der aufgenommenen Gesamtleistung. Die Länge des Stabilisierungszeitraums 12 wird vorzugsweise so gewählt, daß die Summe aus Belichtungszeitraum 10 und Stabilisierungszeitraum 12 für alle Zeilenlängen, die sich aus den unterschiedlichen Formaten der belichteten Druckformen ergeben, konstant bleibt, d. h. beispielsweise der maximal möglichen Zeilenlänge entspricht.. Das heißt, für eine Druckform mit einer großen Zeilenlänge wird der Stabilisierungszeitraum 12 entsprechend kürzer gewählt als für eine Druckform mit einer kleinen Zeilenlänge. Dadurch ist der Basisstrom unabhängig vom Format der belichteten Druckform während einer vollen Umdrehung der Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 immer gleich lange eingeschaltet, wodurch die Betriebstemperatur der Laserdiode stabilisiert wird. In der Praxis ist für eine ausreichende Stabilisierung der Betriebstemperatur oft jedoch keine exakte Konstanz der Einschaltdauer des Basisstroms erforderlich.

Abweichend von dem in Fig. 4 gezeigten Zeitverlauf kann die zeitliche Lage des Stabilisierungszeitraums 12 innerhalb des Rückführungszeitraums 11 auch variiert werden.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird der Basisstrom IB bereits eingeschaltet, bevor die erste Zeile der Druckform belichtet wird, um die Laserdiode auf eine vorgegebene Betriebstemperatur zu bringen. In einem Innentrommelrecorder wird die Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 vor dem Belichtungsstart auf ihre Solldrehzahl gebracht, und der Vorschubantrieb, der die Lichtstrahl- Ablenkvorrichtung 4 entlang der Zylinderachse 5 bewegt, wird auf seine Sollgeschwindigkeit gebracht. Während dieser Phase der Belichtungsvorbereitung wird der Basisstrom nur während des Rückführungszeitraums 11 eingeschaltet, wobei die Einschaltdauer vorzugsweise entsprechend der festgelegten Summe aus Belichtungszeitraum 10 und Stabilisierungszeitraum 12 gewählt wird, also beispielsweise der maximal möglichen Zeilenlänge entspricht. Fig. 5 zeigt den Zeitablauf dazu. Mit der Belichtung der ersten Zeile wird dann die Einschaltdauer des Basisstroms IB entsprechend dem in Fig. 4 dargestellten Zeitverlauf auf den Belichtungszeitraum 10 und den Stabilisierungszeitraum 12 verteilt. Durch das Einschalten des Basisstroms schon während der Belichtungsvorbereitung wird erreicht, daß sich die Laserdiode mit dem Beginn der Belichtung bereits in einem thermischen Gleichgewichtszustand befindet.

Die gleiche Maßnahme wird erfindungsgemäß angewendet, wenn der Recorder im sogenannten Start/Stop-Betrieb arbeitet. Ein Recorder muß immer dann im Start/Stop-Betrieb betrieben werden, wenn nicht sichergestellt ist, daß der zur Aufbereitung des Bildsignals vorhandene Rechner, auch Raster-Image-Prozessor (RIP) genannt, das Bildsignal zur Modulation des Lichtstrahls kontinuierlich mit der erforderlichen Geschwindigkeit zur Verfügung stellen kann. Treten Verzögerungen bei der Bereitstellung des Bildsignal für die folgenden zu belichtenden Zeilen auf, wird der Vorschubantrieb des Recorders angehalten, bis für die nachfolgenden Zeilen das Bildsignal zur Verfügung steht. Dann muß der Vorschubantrieb wegen der Trägheit der zu bewegenden Massen ein Stück zurückfahren und wieder anlaufen, bis er auf seine Sollgeschwindigkeit gebracht ist. Während der Anhaltephase und der Wiederanlaufphase wird der Basisstrom IB nur während des Rückführungszeitraums 11 und dann entsprechend länger eingeschaltet, um die Laserdiode während der Wartezeit im thermischen Gleichgewicht zu halten. Durch das vollständige Verschieben des Basisstroms in den Rückführungszeitraum 11 wird verhindert, daß die möglicherweise auch beim Basisstrom abgegebene geringe Lichtleistung der Laserdiode während der Anhaltephase akkumuliert wird und zu einer Belichtung des Aufzeichnungsmaterials führt.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die thermische Stabilisierung der Laserdiode noch weiter verbessert werden, wenn während des Rückführungszeitraums 11 zusätzlich auch der Modulationsstrom IM eingeschaltet wird. Vorzugsweise wird dabei die Laserdiode mit dem invertierten Bildsignal der vorangegangenen oder der folgenden Zeile moduliert. Fig. 6 zeigt dazu den Zeitablauf. Durch die Modulation mit dem invertierten Bildsignal wird erreicht, daß während einer vollen Umdrehung der Lichtstrahl-Ablenkvorrichung 4 die Laserdiode zu gleichlangen Zeitanteilen den Basisstrom IB und den maximalen Strom IMax = IB + A führt. Dadurch ist die Leistungsaufnahme der Laserdiode während einer vollen Umdrehung der Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 konstant, unabhängig von der Form des Modulationsstroms IM, d. h. unabhängig vom Bildinhalt der belichteten Zeile.

Fig. 7 zeigt eine Variante dieses Prinzips. Hier ist der Modulationsstrom IM auf die maximal mögliche Zeilenlänge verlängert worden, indem der Signalteil 13 angefügt wurde. Auch hierbei ist die Leistungsaufnahme der Laserdiode während einer vollen Umdrehung der Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 konstant, unabhängig von der Form des Modulationsstroms IM, hat aber einen höheren Wert als bei der Variante nach Fig. 6. Die Wirkung der Variante nach Figur. 7 kann noch weiter optimiert werden, wenn der angefügte Signalteil 13 um einen Zeitanteil 14 gekürzt wird, der die abgestrahlte Lichtleistung während des Belichtungszeitraums 10 und des Stabilisierungszeitraums 12 kompensiert. Da die thermische Verlustleistung gleich der aufgenommenen Gesamtleistung abzüglich der abgestrahlten Lichtleistung ist, ist dann die thermische Verlustleistung während einer vollen Umdrehung der Lichtstrahl-Ablenkvorrichtung 4 konstant.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur thermischen Stabilisierung einer Laserdiode in einem Recorder, bei dem

    mit einer Laserdiode ein Lichtstrahl (3) erzeugt wird,

    die Laserdiode durch die Überlagerung eines Basisstroms (IB) und eines Modulationsstroms (IM) moduliert wird, und

    Aufzeichnungsmaterial (1) durch den modulierten Lichtstrahl (3) punkt- und zeilenweise belichtet wird, wobei zwischen den Belichtungszeiträumen (10), in denen jeweils eine Zeile belichtet wird, Rückführungszeiträume (11) vorhanden sind, in denen der Lichtstrahl (3) an den Anfang der nächsten Zeile geführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß

    die Laserdiode innerhalb des Rückführungszeitraums (11) moduliert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Laserdiode während eines Stabilisierungszeitraums (12) mit dem Basisstrom (IB) moduliert wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der Modulationszeiten mit dem Basisstrom (IB) während des Belichtungszeitraums (10) und während des Stabilisierungszeitraums (12) konstant ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der Modulationszeiten mit dem Basisstrom (IB) während des Belichtungszeitraums (10) und während des Stabilisierungszeitraums (12) der maximalen belichtbaren Zeilenlänge entspricht.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Laserdiode vor der Belichtung der ersten Zeile während des Stabilisierungszeitraums (12) mit dem Basisstrom (IB) moduliert wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Start/Stop-Betriebsart des Recorders die Laserdiode während einer Stopphase und einer Wiederanlaufphase während des Stabilisierungszeitraums (12) mit dem Basisstrom (IB) moduliert wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß während des Rückführungszeitraums (11) die Laserdiode zusätzlich mit einem Modulationsstrom (IM) moduliert wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Modulationsstrom (IM) aus dem invertierten Bildsignal der vorangegangenen oder der nachfolgenden Zeile abgeleitet wird.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Modulationsstrom (IM) um einen angefügten Signalteil (13) auf die maximal mögliche Zeilenlänge verlängert wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der angefügte Signalteil (13) um einen Zeitanteil (14) gekürzt wird, der der abgestrahlten Lichtleistung der Laserdiode während des Belichtungszeitraums (10) und des Stabilisierungszeitraums (12) entspricht.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Recorder ein Innentrommel-Recorder ist.






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