PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10031151C2 18.07.2002
Titel Vorrichtung zum ebenerdigen Abstreifen von Schuhen
Anmelder Aufenanger, Martin, 82041 Deisenhofen, DE
Erfinder Aufenanger, Martin, 82041 Deisenhofen, DE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Anmeldedatum 27.06.2000
DE-Aktenzeichen 10031151
Offenlegungstag 24.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.07.2002
IPC-Hauptklasse A47L 23/24
IPC-Nebenklasse A47G 27/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum ebenerdigen Abstreifen von Schuhen, insbesondere im Eingangsbereich von Gebäuden oder Gebäudeeinheiten, bei denen eine Empfangstheke beabstandet von einer Eingangstür angeordnet ist, mit einem zwischen Eingangstür und Empfangstheke fußbodenparallel angeordneten, vorzugsweise textilem Flächengebilde, dessen eine Hauptrichtung von der Eingangstüre zur Empfangstheke verläuft.

Derartige Vorrichtungen sind im Allgemeinen als Fußmatten bekannt. In der Regel liegen solche Fußmatten entweder vor einer Eingangstür, also im Außenbereich, oder auch hinter einer Eingangstür, wo sie häufig in den Fußboden eingelassen sind. In der Regel reicht die Größe solcher Fußmatten nicht aus, um, insbesondere in der kälteren Jahreszeit Schmutz, Wasser oder auch Schnee vollständig aufzunehmen, so dass die das Gebäude betretende Person Straßenschmutz mit in das Gebäude trägt. Insbesondere bei empfindlicheren Fußböden, wie sie in letzter Zeit auch in von der Öffentlichkeit besuchten Gebäuden, wie beispielsweise Anwaltskanzleien oder auch Geschäften Verwendung finden, wirkt sich dies auf die Ansehnlichkeit und die Haltbarkeit des Bodenbelags nachteilig aus. Fußmatten müssen von Zeit zu Zeit auch aus hygienischen Gründen ausgetauscht werden, was mitunter schwierig ist, da Fußmatten in der Regel nur in Standardformaten verkauft werden.

Aus der DE 38 25 617 C2 ist bekannt, auf den gegenüberliegenden Seiten des Zuweges zu einem Reinraum eine Abgabe- und Aufnahmerolle anzuordnen, auf denen eine quer über den Boden vor dem Reinraum entlanggezogene Folie geführt wird. Dabei wird das benutzte Flächengebilde automatisch nach Verlassen der wirksamen Fläche um ein Stück zur Aufnahmeseite hin bewegt.

Aus der DE-GM-70 30 941 ist eine Reinigungsvorrichtung bekannt, die eine als umlaufendes Band ausgebildete Fußmatte aufweist. Das Band wird beim Rücklauf unterhalb der Trittfläche mechanisch über Bürsten und chemisch durch Desinfektion in einem Reinigungsbad gereinigt. Die Bewegung des Bandes kann kontinuierlich oder intervallgesteuert erfolgen. Durch den ständigen Umlauf des Bandes bleibt der von den Schuhen abzunehmende Schmutz im System und kann sich immer wieder auf das Band setzen. Eine Erneuerung des Bandes ist nur insgesamt möglich. Dies ist in den Fällen, in denen es erforderlich ist, aufgrund eines punktuell hohen Verschmutzungsgrades nur einen Teil des Bandes zu erneuern, aufwändig und teuer.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass dieser ein möglichst vollständiges Säubern der Schuhsohlen erlaubt, wobei ferner das Erneuern des fußbodenparallel angeordneten Flächengebildes erheblich vereinfacht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sich das fußbodenparallel angeordnete Flächengebilde von der Eingangstüre bis angrenzend an eine Vorderwand der Empfangstheke erstreckt, wobei an der dem Flächengebilde zugewandten Seite der Empfangstheke eine Vorratsrolle des Flächengebildes angeordnet ist, und wobei ferner die Abrollrichtung der Vorratsrolle parallel zu der Hauptrichtung des fußbodenparallel angeordneten Flächengebildes verläuft.

Da üblicherweise die Empfangstheken einen vorbestimmten Abstand zur Eingangstüre aufweisen, der in der Regel mehrere Meter beträgt, steht zum Abstreifen eine entsprechende Länge des textilen Flächengebildes zur Verfügung, die in der Regel erheblich länger ist, als bei üblichen standardmäßigen Fußmatten. Auch das Auswechseln des fußbodenparallelen Flächengebildes gestaltet sich erheblich einfacher als nach dem Stande der Technik, da er nicht wie bei einer überdimensionierten Haushaltstuchrolle ein neuer Textilbelag von der Vorratsrolle abgezogen wird. Der verbrauchte Teil des Flächengebildes kann einfach, beispielsweise mit einem Teppichmesser, an der Türkante abgeschnitten werden. Es ist allerdings auch denkbar, daß die textilen Flächengebilde bereits in vorbestimmter Länge abgelängt auf der Vorratsrolle aufgerollt sind.

Bevorzugt wird allerdings, daß das fußbodenparallele Flächengebilde einstückig mit dem auf der Vorratsrolle befindlichen Flächengebilde verbunden ist. Das Auswechseln des verbrauchten Flächengebildes erfolgt dann einfach dadurch, daß das verbrauchte Flächengebilde parallel zur Hauptrichtung weggezogen wird, wodurch automatisch ein neues, unverbrauchtes Flächengebilde paßgenau positioniert wird.

Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Vorratsrolle eine Achse aufweist, die oberhalb des Fußbodens angeordnet ist. Da auch das auf der Vorratsrolle aufgewickelte Flächengebilde irgendwann zur Neige geht, muß die Vorratsrolle ausgetauscht werden. Die Anordnung der Achse oberhalb des Fußbodens erleichtert den Austausch der Vorratsrolle. Günstig ist auch, wenn die Achse der Vorratsrolle etwa in der Ebene der Vorderwand der Theke angeordnet ist, wobei die Vorderwand im Bereich des auf die Achse aufgewickelten Flächengebildes eine Ausnehmung zur Aufnahme der Vorratsrolle aufweist. Auf diese Weise können Vorratsrollen größeren Durchmessers aufgenommen werden, da die Vorratsrolle nur noch mit halbem Durchmesser über die Vorderwand der Theke vorsteht. Zugleich wird der Teil der Empfangstheke, der üblicherweise weder mit Schränken oder dergleichen versehen ist, nutzbringend verwendet.

Vorteilhaft ist im übrigen, wenn der Fußboden im Bereich des fußbodenparallel angeordneten Flächengebildes vertieft ist, derart, daß die Oberfläche des Flächengebildes im wesentlichen auf gleicher Höhe wie der die Vertiefung umgebende Bereich des Fußbodens liegt. Die Seitenkanten der Vertiefung können eine Führung des von der Vorratsrolle abzurollenden Flächengebildes bewirken. Ferner wird das fußbodenparallel angeordnete Flächengebilde in den Fußboden integriert, so daß es weder optisch noch funktional störend wirkt.

Aus diesem Grund ist es auch günstig, wenn im Grenzbereich zwischen Vorderwand der Empfangstheke und Fußboden eine Niederhaltestange angeordnet ist, welche das textile Flächengebilde einerseits am Fußboden und andererseits an der Vorderwand der Empfangstheke hält.

Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung,

Fig. 2 eine Schnittansicht entlang der Linie II-II in Fig. 1 und

Fig. 3 eine Schnittansicht entlang der Linie III-III aus Fig. 1.

Fig. 1 zeigt den typischen Eingangsbereich einer Büroeinheit. Der Eingangstüre 1 gegenüberliegend ist eine Empfangstheke angeordnet, hinter der üblicherweise eine Empfangssekretärin sitzt.

In dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel besteht der Fußbodenbelag 3 des Empfangsbereichs aus Holzparkett. Zwischen der Empfangstheke 2 und der Eingangstür 1 ist ein textiler Flächenbelag 4 in Form eines Sisalteppichs angeordnet. Dieser Teppich erstreckt sich mit einer seiner Hauptrichtungen, nämlich seiner Längsrichtung von der Eingangstüre 1 bis zur Empfangstheke 2, genaugenommen bis auf die Vorderwand 5 der Empfangstheke 2. In die Vorderwand 5 der Empfangstheke 2 ist eine Ausnehmung 6 eingelassen, welche eine Vorratsrolle 7 des Sisalteppichs 4 aufnimmt. Die Vorratsrolle 7 umfaßt eine Achse 8, die an der Vorderwand 5 der Empfangstheke gelagert ist. Die Abrollrichtung der Vorratsrolle 7 erstreckt sich zunächst nach unten, parallel zur Vorderwand 5 der Theke und verläuft dann in Richtung der Hauptrichtung des fußbodenparallel angeordneten Sisalteppichs. An der Umlenkstelle zwischen Vorderwand 5 und Fußboden ist eine Niederhaltestange 9 vorgesehen, die den Sisalteppich einerseits am Fußboden und andererseits an der Vorderwand der Theke hält.

Wie besonders gut aus Fig. 3 ersichtlich ist, ist der Fußboden im Bereich des Sisalteppichs vertieft, so daß die Oberseite des Sisalteppichs 4 auf gleicher Höhe wie die Oberseite des übrigen Fußbodenbelags 3 liegt.

Besucher, die den Eingangsbereich des Büros betreten, werden nach Öffnen der Türe 1 über den Sisalteppich 4 bis zur Theke 2 gehen. Diese Wegstrecke sorgt dafür, daß an den Schuhen anhaftender Schmutz abgenommen wird und im Sisalteppich verbleibt, bevor der Besucher nach Anmeldung bei der Empfangssekretärin das Holzparkett 3 betritt.

Insbesondere in der kälteren Jahreszeit, wenn die Besucher den Eingangsbereich mit naßen oder oft schneebehafteten Schuhen betreten, neigt der Sisalbelagt 4 zu einer gewissen Verschmutzung und muß daher ausgewechselt werden. Dies funktioniert mit der beispielhaft beschriebenen Vorrichtung auf einfache Weise dadurch, daß der Sisalteppich um eine Strecke, die dem Abstand zwischen Tür und Empfangstheke entspricht, von der Vorratsrolle 7 weiter abgerollt wird. Der Teppich braucht dann lediglich an der Eingangstür, beispielsweise mit einem Teppichmesser abgeschnitten werden. Alternativ ist es auch möglich, auf der Vorratsrolle bereits vorgeschnittene Stücke des Sisalteppichs aufzubewahren.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum ebenerdigen Abstreifen von Schuhen im Eingangsbereich von Gebäuden oder Gebäudeeinheiten, bei denen eine Empfangstheke beabstandet von einer Eingangstür angeordnet ist mit einem zwischen Eingangstür (1) und Empfangstheke (2) fußbodenparallel angeordneten, vorzugsweise textilen Flächengebilde (4), dessen eine Hauptrichtung von der Eingangstüre (1) zur Empfangstheke verläuft, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Flächengebilde (4) von der Eingangstüre (1) bis angrenzend an eine Vorderwand (3) der Empfangstheke (2) erstreckt, wobei an der dem Flächengebilde (4) zugewandten Seite der Empfangstheke eine Vorratsrolle (7) des Flächengebildes (4) angeordnet ist, und wobei ferner die Abrollrichtung der Vorratsrolle (7) parallel zu der Hauptrichtung des fußbodenparallel angeordneten Flächengebildes (4) verläuft.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das fußbodenparallele Flächengebilde (4) einstückig mit dem auf der Vorratsrolle (7) befindlichen Flächengebilde verbunden ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorratsrolle (7) eine Achse (8) aufweist, die oberhalb des Fußbodens angeordnet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (8) der Vorratsrolle (7) etwa in der Ebene der Vorderwand (3) der Empfangstheke (2) angeordnet ist, wobei die Vorderwand (3) im Bereich des auf die Achse aufgewickelten Flächengebildes eine Ausnehmung (6) zur Aufnahme der Vorratsrolle (7) aufweist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Fußboden (3) im Bereich des fußbodenparallel angeordneten Flächengebildes (4) vertieft ist derart, daß die Oberseite des Flächengebildes (4) im wesentlichen auf gleicher Höhe wie der an die Vertiefung angrenzende Bereich des Fußbodens (3) liegt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com