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Dokumentenidentifikation DE10033371C2 18.07.2002
Titel Gleissysteme für eine Werkstatthalle
Anmelder EuroTrac GmbH Verkehrstechnik, 24143 Kiel, DE
Erfinder Rösch, Wolfgang, Dr.-Ing., 24211 Pohnsdorf, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 24105 Kiel
DE-Anmeldedatum 08.07.2000
DE-Aktenzeichen 10033371
Offenlegungstag 31.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.07.2002
IPC-Hauptklasse B61K 5/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gleissystem für eine Werkstatthalle.

An die Wartung und Reparatur von Schienenfahrzeugen werden in jüngerer Zeit neuartige Anforderungen gestellt. Besondere Bedeutung kommt dabei der Flexibilität sowohl bezüglich der Rückbaubarkeit und Versetzbarkeit der Werkstätte selbst als auch der Flexibilität bezüglich der in der Halle zu wartenden unterschiedlichen Schienenfahrzeuge zu.

Aus der DE 43 17 528 A1 ist eine Anlage bekannt, die es erlaubt, Schienfahrzeuge anzuheben. Zwischen den einzelnen Hebemodulen sind dabei Gleismodule vorgesehen. Die vorbekannte Ausgestaltung ist in Hinblick auf die Flexibilität unzureichend und in Hinblick auf die Einleitung der entstehenden Horizontalkräfte unzureichend.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Werkstatthalle zu schaffen, die den Anforderungen an eine hohe Flexibilität gerecht wird, wobei die entstehenden Horizontalkräfte geeignet in den Boden der Werkstatthalle eingeleitet werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Mekmale gelöst. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung an.

Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung erläutert. Dabei zeigt.

Fig. 1 eine schematische Darstellung des Gleissystems mit einem auf dieses aufgefahrenen Schienenfahrzeug,

Fig. 2 eine entsprechende Darstellung, wobei das Schienenfahrzeug angehoben ist,

Fig. 3 eine Schnittansicht durch ein Anhebemodul, und

Fig. 4a, b und c eine Darstellung, die die Austauschbarkeit der Module zur Wartung unterschiedlicher Fahrzeuge wiedergibt.

Das Gleissystem besteht aus einer Mehrzahl von beliebig an einander reihbaren, auf dem Hallenfußboden verlegten Modulen 10, 12, die in ihrer Höhe übereinstimmen und eine Länge haben, die einem vorgegebenen Rastermaß, vorzugsweise 500 mm, oder einem Vielfachen (vorzugsweise zwei-, vier-, oder acht-fachen) des Rastermaßes entspricht.

Die Module sind vorzugsweise 200 mm hohe Stahlkonstruktionen, die im Abstand der Spurweite (regelmäßig 1435 mm) Fahrschienen von 70 mm Breite und 40 mm Höhe tragen.

Kernstuck des Gleissystems sind die Anhebemodule 12. Diese sind 4 m lang und sind mit seitlichen an diese angesetzte Kragarmen 20 versehen, über die diese durch vier handelsübliche Elektro-Spindelhebeböcke (nicht dargestellt) angehoben werden können. Die Module werden so in dem Gleissystem platziert, dass das Schienenfahrzeug mit seinen Drehgestellen bzw. Radsätzen auf diesen steht. Nachdem dieses Schienenfahrzeug mittels Klemmhemmschuhen gegen Wegrollen gesichert ist, werden die Anhebemodule durch synchrones Ansteuern der Hebeböcke angehoben. Damit sind in beliebiger Arbeitshöhe alle Arbeiten im Laufwerksbereich und unter dem Fahrzeug möglich. Alternativ ist auch ein Anheben am Fahrzeugkasten möglich (dies ist beispielsweise erforderlich, wenn die Drehgestellverbindung beispielsweise zum Austauschen des Drehgestells gelöst werden soll).

Die Einleitung der Horizontalkräfte (die bei dem Anfahren oder dem Bremsen auftreten) in den Boden erfolgt über Bohrungen an der Unterseite der Module, die auf am Rastermaß befestigte Zapfen 16 greifen. Dazu sind im Hallenboden über die gesamte Länge der Halle Blechstreifen im Spurabstand eingelassen und im Hallenboden verankert, auf die die Zapfen 16 aufgebracht sind. Die Bleche 14 tragen weiter im Rasterabstand angeordnete Klemmeinrichtungen, die ein ungewolltes Abheben der Module verhindern. Die Anordnung der Zapfen und der Klemmeinrichtung erlauben ein freizügiges Austauschen der Module in ihrer Reihenfolge und ihrer Richtung.

Die Module 10, 12 besitzen Kranösen 22, die nach dem Lösen der Klemmeinrichtung von einem Hebezeug (insbesondere einem Hallenkran) aufgenommen und an einen anderen Ort gebracht werden können. Dies erlaubt es, die Anhebemodule jeweils so anzuordnen, daß sie im Bereich des Drehgestells des jeweils anzuhebenden Schienenfahrzeugs liegen. Massabweichungen, die geringer als der Rasterabstand sind, werden durch die Länge der Anhebemodule und eine in der Statik eingerechnete zulässige Aussermittigkeit der Drehgestellstellung berücksichtigt.

Einige der Gleismodule 10 können für Sonderaufgaben ausgebildet sein, beispielsweise durch den Einbau von Kraftmessdosen als Wiegeeinrichtung ausgebildet sein. Ein weiteres Gleismodul 10 kann mit einer Ultraschall-Risserkennungseinrichtung versehen sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Gleissystem für eine Werkstatthalle, das mit einer Mehrzahl von Fahrschienen tragenden Gleismodulen (10) und Anhebemodulen (12) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß

    im Boden der Werkstatthalle in einem einem Rastermaß entsprechenden Abstand Zapfen (16) tragende Bleche (14) verlegt sind,

    die Gleismodule (10) und die Anhebemodule (12) eine dem bestimmten Rastermaß oder einem Vielfachen des Rastermaßes entsprechende Länge haben und

    in einem dem Rasterabstand entsprechenden Abstand mit zur Aufnahme der Zapfen (16) geeigneten Bohrungen versehen sind.
  2. 2. Gleissystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rastermaß zwischen 250 mm und 1 m beträgt.
  3. 3. Gleissystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anhebemodule (12) mit zum Ansetzen eines Hebebocks dienenden Kragarmen (20) versehen sind.
  4. 4. Gleissystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch an die Bleche im Rastermaß angesetzte, auf die Module wirkende Klemmeinrichtungen.
  5. 5. Gleissystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eines der Gleismodule (10) mit einer Wiegeeinrichtung versehen ist.
  6. 6. Gleissystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eines der Gleismodule (10) mit einer Ultraschall-Risserkennungseinrichtung versehen ist.
  7. 7. Gleissystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Module (10, 12) mit Kranösen (22) versehen sind.






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