PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10052357A1 18.07.2002
Titel Walzenzerkleinerer
Anmelder RECOM Patent & License GmbH, 10719 Berlin, DE
Vertreter Scholz, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 12159 Berlin
DE-Anmeldedatum 21.10.2000
DE-Aktenzeichen 10052357
Offenlegungstag 18.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.07.2002
IPC-Hauptklasse B02C 4/08
IPC-Nebenklasse B02C 4/30   B02C 4/32   
Zusammenfassung Walzenzerkleinerer mit in einem Gehäuse angeordneten, gegeneinander drehbaren Zerkleinerungswalzen (13, 14), die aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten, unterschiedliche Durchmesser (24, 25) aufweisenden Zerkleinerungsscheiben (13a, 14a) bestehen. Es sind Zerkleinerungsscheiben (13a) mit einer feinen Riffelung (18) und Zerkleinerungsscheiben (14a) mit einer groben Riffelung (17) vorgesehen, wobei die mit der feinen Riffelung (18) versehenen Zerkleinerungsscheiben (13a) einen geringeren Durchmesser als die mit der groben Riffelung (17) versehenen Zerkleinerungsscheiben (14a) aufweisen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Walzenzerkleinerer mit in einem Gehäuse angeordneten, gegeneinander drehbaren Zerkleinerungswalzen.

Mit derartige Walzenzerkleinerer soll sprödes, wenig schleißendes Zerkleinerungsgut, vorzugsweise durch Tiefkühlmittel versprödete Altreifenstücke, Abfallprodukte aus technischen Gummiartikeln sowie Kunststoff- Metall/Textil-Verbundwerkstoffe verarbeitet werden.

Altreifen stellen ein umfangreiches Rohstoffpotential dar. Der Altgummi soll nach dem bekannten Kryogenverfahren durch Granulieren im verspödeten Zustand in einen wiederverwendbaren Sekundärrohstoff umgewandelt werden, um ihn erneut einem Produktionsprozeß zu führen zu können.

Es hat sich aber gezeigt, daß die in bisher bekannten kryogenen Zerkleinerungsanlagen herstellbaren Gummigranulate und Gummimehle für eine technische Wiederaufbereitung und Weiterverarbeitung sehr ungünstige Eigenschaften aufweisen. Sie sind zu groß, mit zu hohen Anteilen an nicht mehr voneinander trennbaren Begleitstoffen, wie Stahlarmierungen oder Textilfasern, behaftet und von uneinheitlicher Konsistenz. Derartige Altgummiprodukte sind für eine großtechnische Wiederverarbeitung ungeeignet und führen zu erheblichen technischen Schwierigkeiten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Zerkleinerer der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, mit dem spröde, wenig schleißende Materialien, vorzugsweise kryogen versprödete Altgummiprodukte, zu Granulaten und feinen Mehlen gleichmäßiger Konsistenz verarbeitet werden können.

Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß die Zerkleinerungswalzen aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten, unterschiedliche Durchmesser aufweisenden Zerkleinerungsscheiben bestehen. Bei einer anderen Ausführung ist es vorgesehen, daß die Zerkleinerungswalzen aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten, unterschiedliche Durchmesser und Riffelungen aufweisenden Zerkleinerungsscheiben bestehen.

Ferner durch einen Walzenzerkleinerer mit in einem Gehäuse angeordneten, gegeneinander drehbaren Zerkleinerungswalzen, bestehend aus verschieden geriffelten Scheiben unterschiedlichen Durchmessers, die auf jeweils einer Welle alternierend angeordnet sind, derart gestaltet, daß jeweils die Scheiben großen Durchmessers mit den entsprechenden Scheiben kleineren Durchmessers der anderen Walze korrespondieren.

Dazu ist vorgesehen, daß die mit einer feinen Riffelung versehenen Zerkleinerungsscheiben einen geringeren Durchmesser als die mit einer groben Riffelung versehenen Zerkleinerungsscheiben aufweisen.

Durch diese Maßnahmen wird ein Walzenzerkleinerer geschaffen, mit dem versprödeter Altgummi zu Gummigranulat und Gummimehl vermahlen werden kann. Diese Zerkleinerer sind durch ihre Konstruktion und die bei ihrer Fertigung verwendeten Materialien für die besonderen Beanspruchungen im Tiefsttemperaturbetrieb von ca. minus 100°C ausgelegt.

Der Gummianteil wird zu einem Granulat mit relativ gleichmäßiger Kornstruktur zerkleinert. Textil- und Stahlbestandteile bleiben weitgehend unzerkleinert, so daß sie leicht abgetrennt werden können.

Die Zerkleinerer haben drehzahlgesteuerte Antriebe, wodurch es möglich ist, den Zerkleinerungsprozeß feinfühlig der Art der zu verarbeitenden Altgummiqualitäten anzupassen. Durch die Variabilität des Zerkleinerungsspaltes kann ein Gummigranulat vorbestimmbarer Korngröße, Kornoberfläche und Kornstruktur hergestellt werden. Die Drehzahl der gegeneinander drehenden Walzen kann unabhängig voneinander variiert werden.

Das gesamte Zerkleinerer- oder Mühlensystem ist so aufgebaut, daß Wartungs- und Reparaturarbeiten schnell und problemlos vorgenommen werden können. Zu diesem Zweck können die einzelnen Mühlenkomponenten mit wenigen Handgriffen mittels einer fest installierten Verfahreinrichtung aus der Arbeitsstellung in eine Servicestellung umgesetzt werden. Über der Servicestellung installierte Hebezeuge erleichtern eventuell erforderliche Reparaturen.

Die Zerkleinerer- oder Mühlen sind temperatur- und schallisoliert. Das gesamte System ist gekapselt und arbeitet quasi staubfrei.

Weitere vorteilhafte Maßnahmen sind in den Unteransprüchen beschrieben. Die Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend naher beschrieben; es zeigt:

Fig. 1 die Seitenansicht eines Walzenzerkleinerers mit zwei gegeneinander drehbaren, aus einstückig mit einander verbundenen Zerkleinerungsscheiben unterschiedlicher Riffelung bestehenden Zerkleinerungswalzen;

Fig. 2 die Seitenansicht einer Zerkleinerungsscheibe mit feiner Riffelung und einer Zerkleinerungsscheibe mit grober Riffelung und einer Zerkleinerungswalzenanordnung nach der Fig. 1 im Detail;

Fig. 3 die Draufsicht auf eine Zerkleinerungsscheibenanordnung nach der Fig. 2.

Der in der Fig. 1 dargestellte Walzenzerkleinerer 10 besteht im wesentlichen aus einem Grundgestell 11, auf dem ein Gehäuse 12 angeordnet ist. In dem Gehäuse 12 sind zwei gegeneinander drehbare Zerkleinerungswalzen 13 und 14 angeordnet, die in Zerkleinerungswalzenlagern 16 drehbar gelagert sind.

Die Zerkleinerungswalzen 13 und 14 werden durch Zerkleinerungswalzenantriebe 15 und 15a angetrieben und sind in Zerkleinerungswalzenfederungen 22 abgefedert.

Wie die Fig. 2 und 3 zeigen, bestehen die Zerkleinerungswalzen 13 und 14 aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten Zerkleinerungsscheiben 13a und 14a.

Die Zerkleinerungsscheiben 13a weisen einen kleineren Durchmesser auf als die Zerkleinerungsscheiben 14a, deren Durchmesser 24 etwas größer ist. Die Zerkleinerungsscheiben 13a und 14a sind einstückig miteinander verbunden, wobei die kleineren Zerkleinerungsscheiben 13a mit einem Zerkleinerungsscheibenversatz 20 gegenüber den großen Zerkleinerungsscheiben 14a zurückgesetzt sind.

Die größeren Zerkleinerungsscheiben 14a weisen radial außen eine grobe Riffelung 17 auf, während die kleineren Zerkleinerungsscheiben 13a mit einer feinen Riffelung 18 versehen sind. Jede der Zerkleinerungswalzen 13 und 14 besteht aus einer Vielzahl von kleinen Zerkleinerungsscheiben 13a mit feiner Riffelung und größeren Zerkleinerungsscheiben 14a mit grober Riffelung 17, die abwechselnd nebeneinander liegen und einstückig mit einander verbunden sind.

Zwischen den Zerkleinerungswalzen 13 und 14 besteht ein Zerkleinerungsspalt 19, der mittels einer in der Fig. 1 dargestellten Zerkleinerungsspalteinstellung 21 variabel einstellbar ist.

Durch den Zerkleinerungsscheibenversatz 20 sind jeweils eine große Zerkleinerungsscheibe 14a mit grober Riffelung 17 gegenüber einer kleineren Zerkleinerungsscheibe 13a mit feiner Riffelung 18 angeordnet.

Die Riffelungen 17 und 18 sind radial außen an den jeweiligen Zerkleinerungsscheiben 13a und 14a vorgesehen und weisen beiderseits axiale Konizitäten 23 auf. Durch die Konizitäten 23 verläuft der Zerkleinerungsspalt 19zick-zack förmig mit in Draufsicht trapezförmiger Kontur. Durch diese Anordnung kann eine Zerkleinerung von kryogen versprödetem Altgummi erreicht werden, das eine für eine Weiterverarbeitung notwendige Oberflächenstruktur erhält. In das Gehäuse 12 kann während des Zerkleinerns ein flüssiges Tiefkühlmittel, vorzugsweise flüssiger Stickstoff, mit einer Temperatur von ca. 190 Kelvin eingesprüht werden.

Mittels einer Verfahreinrichtung 26 kann der Walzenzerkleinerer 10 problemlos aus der Arbeitsstellung in eine Servicestellung umgesetzt werden. Über der Servicestellung installierte Hebezeuge erleichtern eventuell erforderliche Reparaturen. Die Zerkleinerer 10 sind temperatur- und schallisoliert in dem Gehäuse 12 gekapselt und arbeiten praktisch staubfrei. Bezugszeichen 10 Walzenzerkleinerer

11 Grundgestell

12 Gehäuse

13, 14 Zerkleinerungswalze

13a kleine Zerkleinerungsscheibe

14a große Zerkleinerungsscheibe

15, 15a Zerkleinerungswalzenantrieb

16 Zerkleinerungswalzenlagerung

17 grobe Riffelung

18 feine Riffelung

19 Zerkleinerungsspalt

20 Zerkleinerungsscheibenversatz

21 Zerkleinerungsspalteinstellung

22 Federung

23 Konizität

24, 25 Durchmesser

26 Verfahreinrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Walzenzerkleinerer mit in einem Gehäuse angeordneten, gegeneinander drehbaren Zerkleinerungswalzen, bestehend aus verschieden geriffelten Scheiben unterschiedlichen Durchmessers, die auf jeweils einer Welle alternierend angeordnet sind, derart gestaltet, daß jeweils die Scheiben großen Durchmessers mit den entsprechenden Scheiben kleineren Durchmessers der anderen Walze korrespondieren.
  2. 2. Walzenzerkleinerer mit in einem Gehäuse angeordneten, gegeneinander drehbaren Zerkleinerungswalzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) aus einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten, unterschiedliche Durchmesser (24, 25) aufweisenden Zerkleinerungsscheiben (15a, 14a) bestehen.
  3. 3. Walzenzerkleinerer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Zerkleinerungsscheiben (13a) mit einer feinen Riffelung (18) und Zerkleinerungsscheiben (14a) mit einer groben Riffelung (17) vorgesehen sind und die mit der feinen Riffelung (18) versehenen Zerkleinerungsscheiben (13a) einen geringeren Durchmesser als die mit der groben Riffelung (17) versehenen Zerkleinerungsscheiben (14a) aufweisen.
  4. 4. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) unterschiedliche Außendurchmesser aufweisen.
  5. 5. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) axial so gegeneinander versetzt sind, daß die Zerkleinerungsscheiben (14a) mit einer groben Riffelung (17) gegen die Zerkleinerungsscheiben (15a) mit einer feinen Riffelung (18) laufen.
  6. 6. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungsscheiben (14a) mit der groben Riffelung (17) und die Zerkleinerungsscheiben (13a) mit der feinen Riffelung (18) einstückige Zerkleinerungswalzen (13, 14) bilden.
  7. 7. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) mit einem Zerkleinerungsspalt (19) gegeneinander freigehalten sind.
  8. 8. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) mit einem variablen Zerkleinerungsspalt (19) gegeneinander freigehalten sind.
  9. 9. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Zerkleinerungsspalt (19) zick-zack-förmig verläuft und an den Flanken der Riffelung gleichgroß oder geringer ist als im Kopfbereich der Zerkleinerungsscheiben.
  10. 10. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Riffelungen (17, 18) trapezförmigen Konizitäten (23) aufweisen.
  11. 11. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) mit unterschiedlicher Drehzahl gegeneinander rotieren.
  12. 12. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerkleinerungswalzen (13, 14) voneinander unabhängige, drehzahlgesteuerte Antriebe aufweisen.
  13. 13. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahlen der gegeneinander drehenden Zerkleinerungswalzen (13, 14) unabhängig voneinander variierbar sind.
  14. 14. Walzenzerkleinerer nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß den Zerkleinerungswalzen (13, 14) fest installierte Verfahreinrichtungen zugeordnet sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com