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Dokumentenidentifikation DE10063820A1 18.07.2002
Titel Arbeitsplatz für einen Gesundheitshandwerker, umfassend wenigstens ein Handwerkzeug
Anmelder Kurz, Hans-Rainer, 26639 Wiesmoor, DE;
Espig, Gert, 35578 Wetzlar, DE
Erfinder Kurz, Hans-Rainer, 26639 Wiesmoor, DE;
Espig, Gert, 35578 Wetzlar, DE
Vertreter Jabbusch und Kollegen, 26135 Oldenburg
DE-Anmeldedatum 21.12.2000
DE-Aktenzeichen 10063820
Offenlegungstag 18.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.07.2002
IPC-Hauptklasse G06F 19/00
Zusammenfassung Bei einem Arbeitsplatz für einen Gesundheitshandwerker, umfassend wenigstens ein Handwerkzeug, ist vorgesehen, daß der Arbeitsplatz wenigstens eine mit einem Datennetzwerk verbundene Datenverarbeitungseinrichtung umfaßt, welche mit dem Handwerkzeug sowie mit wenigstens einem Sensor verknüpft ist.
Durch die Verknüpfung der Datenverarbeitungseinrichtung kann eine gleichzeitige Betreuung eines Patienten durch den Gesundheitshandwerker und durch einen Facharzt erfolgen. Die Behandlung des Patienten wird optimiert, wobei zugleich Streßsituationen für den Patienten vermieden sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Arbeitsplatz für einen Gesundheitshandwerker, umfassend wenigstens ein Handwerkzeug.

Als Gesundheitshandwerker arbeiten beispielsweise Hörgeräteakustiker, Augenoptiker, Zahntechniker, Orthopädiemechaniker und dergleichen Angehörige von verschiedenen Berufsgruppen. Sie erbringen handwerkliche Dienstleistungen, die einem gesundheitlichen Zweck dienen.

So wird von einem Hörgeräteakustiker eine Anpassung von standardisierten Hörgeräten an die individuellen Bedürfnisse eines Hörgeschädigten vorgenommen. Dazu sucht der Hörgeschädigte die Werkstatt eines Hörgerätemechanikers auf. Der Hörgeräteakustiker bedient sich für die Anpassung eines Hörgerätes eines Handwerkzeuges, das beispielsweise als Video-Otoskopiegerät ausgebildet ist.

Neben dem Aufsuchen der Werkstatt des Hörgeräteakustikers ist es bisher erforderlich, daß der Hörgeschädigte einen Arzt aufsucht. Dieser nimmt eine klinische Untersuchung des Hörgeschädigten vor und somit anschließend dem Hörgeräteakustiker z. B. in Form einer Verordnung Informationen über die optimale Anpassung eines Hörgerätes an die Bedürfnisse des Patienten.

Für den Hörgeschädigten ist es somit auf nachteilige Weise erforderlich, sowohl einen Hörgeräteakustiker als auch einen Arzt aufzusuchen. Es sind zwei Gänge erforderlich, die bei dem Hörgeschädigten die entsprechende Mühewaltung erfordern und zu Streßsituationen führen können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Arbeitsplatz der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, der eine optimale Versorgung eines Patienten ermöglicht, ohne daß für den Patienten Streßsituationen auftreten.

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Arbeitsplatz wenigstens eine mit einem Datennetzwerk verbundene Datenverarbeitungseinrichtung umfaßt, welche mit dem Handwerkzeug sowie mit wenigstens einem Sensor verknüpft ist.

Bei dem erfindungsgemäßen Arbeitsplatz ist vorgesehen, diesen mit einem Datennetzwerk zu verknüpfen, wobei für die Verknüpfung eine Datenverarbeitungseinrichtung verwendet wird. Das Datennetzwerk ist vorzugsweise ein Intranet oder das Internet. Das Handwerkzeug ist mit der Datenverarbeitungseinrichtung verknüpft. Dadurch können von dem Handwerkzeug, beispielsweise von einer Video-Otoskopie-Einrichtung, gewonnene Ergebnisse der Datenverarbeitungseinrichtung zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise zur Verarbeitung in bestimmten Programmen oder zur Ablage bzw. Speicherung. Indem diese Ergebnisse, beispielsweise Daten, der Datenverarbeitungseinrichtung zugeführt werden, sind sie in dieser über das Datennetzwerk einsehbar.

Die Möglichkeit der Verknüpfung von Datenverarbeitungseinrichtungen insbesondere über das Internet wird bei der vorliegenden Erfindung vorteilhaft dazu genutzt, daß von entfernter Position ein Zublick bzw. Zugriff auf in einer Datenverarbeitungseinrichtung gespeicherte Informationen eines Gesundheitshandwerkers möglich ist. Der Zugriff kann beispielsweise von einer weiteren Datenverarbeitungseinrichtung erfolgen, die gleichfalls mit dem Datennetzwerk verknüpft ist. Diese weitere Datenverarbeitungseinrichtung kann beispielsweise in der Praxis eines Arztes angeordnet sein.

Über das Datennetzwerk kann somit ein Arzt Zugriff auf Daten nehmen, die am Arbeitsplatz eines Gesundheitshandwerkers anfallen. Der Gesundheitshandwerker kann dabei Hörgeräteakustiker sein, es ist aber auch möglich, daß der Gesundheitshandwerker Augenoptiker, Zahntechniker, Orthopädiemechaniker oder einem anderen Beruf ausübt.

Durch den Zugriff auf beim Gesundheitshandwerker gewonnene Daten ist es für den Patienten nicht mehr erforderlich, neben dem Gesundheitshandwerker auch noch den entsprechenden Facharzt aufzusuchen. Vielmehr kann ein Dialog zwischen Patient und Gesundheitshandwerker zeitgleich mit einem entsprechenden Dialog zwischen Patient und Arzt sowie einem Dialog zwischen Gesundheitshandwerker und Arzt geführt werden. Indem sich der Arzt online in den Dialog zwischen Patient und Gesundheitshandwerker einklinkt, ist ein vorheriger bzw. nachfolgender Besuch des Patienten bei diesem Arzt nicht mehr erforderlich. Zudem wird durch eine gemeinsam vom Gesundheitshandwerker und Arzt vorgenommene Untersuchung die Betreuung des Patienten insofern beschleunigt, daß beide Untersuchungen parallel zur gleichen Zeit erfolgen. Die Anpassung beispielsweise eines Hörgerätes an die individuellen Bedürfnisse eines Patienten kann dadurch beschleunigt werden. Für den Patienten wird die Anpassung insgesamt wesentlich streßärmer. Der Arzt kann durch seine Verschaltung mit der Werkstatt des Hörgeräteakustikers online seine Diagnose erstellen. Eine aus dieser Diagnose gewonnene beispielsweise Verordnung kann der Arzt online an den Gesundheitshandwerker senden. Dieser erhält somit bei nur einer Untersuchung des Patienten seine eigenen Erkenntnisse, wie ein Hörgerät anzupassen ist. Zusätzlich erhält der Gesundheitshandwerker bei Einsatz des erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes jedoch zeitgleich auch Informationen eines Facharztes für die Anpassung des Hörgerätes. Neben der Anpassung eines Hörgerätes können weitere Dienstleistungen des Hörgeräteakustikers an dem erfindungsgemäßen Arbeitsplatz in beschleunigter Weise durch die gleichzeitige Bearbeitung durch Hörgeräteakustiker und Facharzt vorgenommen werden.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Datenverarbeitungseinrichtung wenigstens eine optische Bildverarbeitungseinheit aufweist und daß das Handwerkzeug im Blickfeld der optischen Bildverarbeitungseinheit angeordnet ist. Über die optische Bildverarbeitungseinrichtung kann ein Arzt visuellen Zublick auf die Anpassung beispielsweise eines Hörgerätes an die individuellen Bedürfnisse eines Patienten erhalten. Zugleich können dem Arzt über die optische Bildverarbeitungseinheit Gegenstände bzw. Daten und dergleichen gezeigt werden. Die optische Bildverarbeitungseinheit ist beispielsweise als Videokamera ausgebildet, die farbige Bilder in Echtzeit überträgt.

Der mit der Datenverarbeitungseinrichtung verknüpfte wenigstens eine Sensor ist beispielsweise ein Mikrofon. Neben Bildern können somit über die Datenverarbeitungseinrichtung und das Datennetzwerk dem Facharzt auch Audiodaten zugeführt werden. Das Mikrofon dient insbesondere zum Herstellen einer wechselseitigen Sprechverbindung zwischen Gesundheitshandwerker, Patient und Arzt.

Zur weiteren rationellen Versorgung des Patienten ist nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß die Datenverarbeitungseinrichtung mit einer Leseeinrichtung für Chipkarten, insbesondere für von Krankenkassen ausgegebene Chipkarten, verknüpft ist. Mit Hilfe einer derartigen Leseeinrichtung kann zum Beispiel zeitgleich mit der Untersuchung eine Fernabrechnung mit der Krankenkasse des Patienten vorgenommen werden. Die Fernabrechnung mit der Krankenkasse kann sowohl von dem Gesundheitshandwerker als auch von dem Arzt vorgenommen werden. Der Gesundheitshandwerker hat über seine Datenverarbeitungseinrichtung direkten Zugriff auf die lesenden Daten der Chipkarte des Patienten, an den Arzt können diese Daten über die Online-Verbindung des Datennetzwerkes gesendet werden. Der Arzt kann somit eine Abrechnung mit der Krankenkasse des Patienten vornehmen, ohne daß der Patient dazu seine Praxis aufzusuchen hat. Von der Chipkarte können zudem bestimmte Daten des Patienten abgerufen werden, beispielsweise der Name und die Anschrift.

Neben der Verbindung eines Handwerkzeugs eines Hörgeräteakustikers mit dem Internet über die Datenverarbeitungseinrichtung kann ein Augenoptiker von ihm festgestellte Meßwerte, beispielsweise Kenndaten der Augen eines anwesenden Patienten, an einen Augenarzt übermitteln. Ein Zahnarzt kann über einen erfindungsgemäßen Arbeitsplatz mit einem Zahntechniker kommunizieren und diesem beispielsweise mit Hilfe einer Videoaufzeichnung des Zahnersatzes (beispielsweise dreidimensionale Abtastung des Zahnersatzes oder fehlenden Zahnersatzes) einen Auftrag zur Anfertigung eines Zahnersatzes erteilen oder verordnen. Ein Orthopädiemechaniker kann mit einem Facharzt für Orthopädie über einen entsprechenden Arbeitsplatz benötigte Körperersatzstücke, Heil- und Hilfsmittel besprechen. Für den Patienten können Nachkontrollen durchgeführt werden, wobei der Patient ausschließlich zum Orthopädiemechaniker geht, ein Besuch bei einem Facharzt für Orthopädie wird obsolet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt. Die einzige Figur zeigt ein Übersichtsbild eines Arbeitsplatzes für einen Hörgeräteakustiker.

Der Arbeitsplatz des Hörgeräteakustikers weist zwei Handwerkzeuge auf. Es handelt sich dabei um ein Video-Otoskopie- Gerät 1 und ein Audiometer 2. Mit diesen Handwerkzeugen 1, 2 kann der Hörgeräteakustiker Untersuchungen an einem Patienten vornehmen.

Die beiden Handwerkzeuge 1, 2 sind mit einer Datenverarbeitungseinrichtung 3 über Datenleitungen 4 verknüpft. Die Datenverarbeitungseinrichtung 3 ist als Personalcomputer ausgebildet, der ein Desktop-Gehäuse 5, einen Monitor 6 sowie zwei Lautsprecher 7 umfaßt. Die Datenverarbeitungseinrichtung 3 weist darüber hinaus eine Videokamera 8 als optische Bildverarbeitungseinrichtung auf. Das Video-Otoskopie-Gerät 1 und das Audiometer 2 können über ihre Verknüpfungen mit der Datenverarbeitungseinrichtung 3 hinausgehend im Blickfeld der Videokamera 8 angeordnet sein.

Die Datenverarbeitungseinrichtung 3 ist über eine weitere Datenleitung 4 über ein geeignetes Kommunikationsgerät 9 mit einem Datennetzwerk verbunden. Das Kommunikationsgerät 9 ist beispielsweise als Modem oder als ISDN-Terminal-Karte ausgebildet, mit dem bzw. der sich die Datenverarbeitungseinrichtung 3 in das Internet einwählt.

Die Datenverarbeitungseinrichtung 3 ist darüber hinaus mit einer schematisch angedeuteten Leseeinrichtung 10 für Chipkarten verknüpft. Die Leseeinrichtung 10 kann gegebenenfalls auch als Chipkarten-Schreibeinrichtung ausgebildet sein. Insbesondere sind mit dieser die von Krankenkassen ausgegebenen Karten lesbar. Nicht weiter dargestellt ist, daß die Datenverarbeitungseinrichtung 3 zudem mit einem Mikrofon verknüpft ist.

Von der Datenverarbeitungseinrichtung 3 können mit den Werkzeugen 1 und 2, mit der Videokamera 8 oder mit dem Mikrofon aufgenommene Daten online über das Kommunikationsgerät 9 in ein Datennetzwerk gestellt werden. Neben dieser Online- Verarbeitung ist es auch möglich, daß aufgenommene Daten zunächst auf einem Speichermedium der Datenverarbeitungseinrichtung 3 abgelegt werden und einer späteren Verarbeitung zur Verfügung gestellt werden. Über das Kommunikationsgerät 9 können zudem Informationen von der Chipkarte eines Patienten in das Internet gestellt werden, die zuvor von der Leseeinrichtung 10 erfaßt wurden. Dabei ist es selbstverständlich vorgesehen, die in das Internet gestellten Daten sicher zu verschlüsseln.

Eine Übertragung von gewonnenen Daten kann zielgerichtet an dritte Personen, insbesondere an Ärzte, erfolgen. Dabei können diese Informationen beispielsweise durch elektronische Post versendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Arbeitsplatz für einen Gesundheitshandwerker, umfassend wenigstens ein Handwerkzeug, dadurch gekennzeichnet, daß er wenigstens eine mit einem Datennetzwerk verbundene Datenverarbeitungseinrichtung (3) umfaßt, welche mit dem Handwerkzeug (1, 2) sowie mit wenigstens einem Sensor verknüpft ist.
  2. 2. Arbeitsplatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenverarbeitungseinrichtung (3) wenigstens eine optische Bildverarbeitungseinheit aufweist und daß das Handwerkzeug (1, 2) im Blickfeld der optischen Bildverarbeitungseinheit angeordnet ist.
  3. 3. Arbeitsplatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Bildverarbeitungseinheit eine Videokamera (8) ist.
  4. 4. Arbeitsplatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor ein Mikrofon ist.
  5. 5. Arbeitsplatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenverarbeitungseinrichtung (3) mit einer Leseeinrichtung (10) für Chipkarten, insbesondere für von Krankenkassen ausgegebenen Chipkarten, verknüpft ist.
  6. 6. Arbeitsplatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenverarbeitsungseinrichtung (3) mit dem Internet verbunden ist.
  7. 7. Arbeitsplatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Handwerkzeug ein Audiometer (2) eines Hörgeräteakkustikers ist.
  8. 8. Arbeitsplatz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Handwerkzeug eine Augenuntersuchungseinrichtung eines Optikers ist.
  9. 9. Arbeitsplatz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Handwerkzeug der Arbeitstisch eines Zahntechnikers ist.
  10. 10. Arbeitsplatz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Handwerkzeug der Arbeitstisch eines Orthopädietechnikers ist.






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