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Dokumentenidentifikation DE10064346A1 18.07.2002
Titel Selbstklemmender Spannschlüssel, insbesondere Schraubenschlüssel in Gabelschlüsselform
Anmelder Stephan, Mathias, 66954 Pirmasens, DE;
Lehnhardt, Ulrich, 09557 Flöha, DE
Erfinder Stephan, Mathias, 66954 Pirmasens, DE;
Lehnhardt, Ulrich, 09557 Flöha, DE
Vertreter Rumrich, G., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 09116 Chemnitz
DE-Anmeldedatum 21.12.2000
DE-Aktenzeichen 10064346
Offenlegungstag 18.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.07.2002
IPC-Hauptklasse B25B 13/14
IPC-Nebenklasse B25B 13/28   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen selbstklemmenden Spannschlüssel, insbesondere Schraubenschlüssel in Gabelschlüsselform, mit einem Griffstück (1) und zwei mit diesem verbundenen Spannbacken (2, 3) zur Aufnahme eines Werkstückes, bei dem sowohl das Griffstück (1) als auch die beiden Spannbacken (2, 3) drehbeweglich gelagert sind.
Dieser Spannschlüssel ist einfach und kostengünstig herzustellen und auch an schwer zugänglichen Stellen leicht zu handhaben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen selbstklemmenden Spannschlüssel, insbesondere Schraubenschlüssel in Gabelschlüsselform, mit einem Griffstück und zwei mit diesem verbundenen Spannbacken zur Aufnahme eines Werkstückes. Derartige Spannschlüssel sind in den unterschiedlichsten Ausführungsformen bekannt.

So gibt es einteilige Schraubenschlüssel, die zwei starr miteinander verbundene Spannbacken sowie ein mit diesen ebenfalls starr verbundenes Griffstück aufweisen. Die Drehung des zu schraubenden Werkstückes, beispielsweise einer Mutter oder eines Schraubenkopfes, erfolgt dabei in mehreren Schritten. Der Schraubenschlüssel muß nach jedem Drehschritt abgezogen und erneut aufgesteckt werden. Feste Schraubenschlüssel sind auch nicht selbstklemmend, wodurch leicht ein Abrutschen in Richtung der Drehachse des Schraubstückes möglich ist und damit eine erhöhte Unfallgefahr besteht. Insbesondere bei schwer zugänglichen anzuziehenden bzw. zu lösenden Verbindungen ist das Einsatzgebiet derartiger Schraubenschlüssel stark eingeschränkt.

Um diese Nachteile zu beseitigen, wurden Spannschlüssel geschaffen, die mindestens eine bewegliche Spannbacke aufweisen oder zu einer starren und einer beweglichen Spannbacke ein schwenkbares Griffstück besitzen.

Bei diesen selbstklemmenden Spannschlüsseln löst sich die Spannkraft wieder, sobald die Bewegung des Griffes entgegengesetzt zur Spannrichtung erfolgt. Dadurch können sie ratschenartig eingesetzt werden.

Ein derartiger Spannschlüssel ist z. B. in der DE 197 47 536 offenbart. Er weist eine bewegliche Spannbacke auf, die an der festen Spannbacke um einen Drehpunkt schwenkbar gelagert ist. Infolge seiner selbstklemmenden Funktion paßt sich dieser ratschfähige Schraubenschlüssel an toleranzbedingte Abweichungen der Abmessungen des Schraubstückes an, wodurch die Gefahr des Abrutschens vermindert wird.

Lösungen mit einer zweiten beweglichen Spannbacke oder mit einer beweglichen Spannbacke und einem schwenkbeweglich angeordneten Griff verbessern diese Eigenschaften noch.

So wird in der US-PS 4 584 913 ein derartiger Spannschlüssel, der eine starre und eine bewegliche Spannbacke sowie ein um einen an der starren Spannbacke befindlichen Drehpunkt schwenkbares Griffstück aufweist, beschrieben. Er ermöglicht eine relativ bequeme Handhabung auch in schwer zugänglichen Einsatzbereichen, weist allerdings einen verhältnismäßig komplizierten, störanfälligen Aufbau sowie eine teure Herstellung auf.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Spannschlüssel der eingangs genannten Gattung so auszuführen, daß er bei einfachem Aufbau und billiger Herstellung auch in schwer zugänglichen Einsatzbereichen leicht und bequem zu handhaben und vor allem schnell entriegelbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sowohl das Griffstück als auch die beiden Spannbacken drehbeweglich gelagert sind. Dabei sind die beiden Spannbacken, eine erste und eine zweite, um einen gemeinsamen Drehpunkt und das Griffstück und eine der Spannbacken um einen weiteren Drehpunkt schwenkbar angeordnet.

Das Griffstück steht über einen Kraftspeicher, der vorzugsweise als Federelement ausgebildet ist, mit wenigstens einer der Spannbacken in Wirkverbindung.

Das Federelement ist in einer spannbackenseitig am Griffstück befindlichen Ausbuchtung angeordnet und greift mit seinem einen Ende an dem Griffstück und mit seinem anderen Ende an einem auf der zweiten Spannbacke befindlichen Angriffspunkt an.

In der Ausgangsstellung des Spannschlüssels liegt ein rückseitiger, dem Griffstück zugewandter, Abschnitt der zweiten Spannbacke an einer spannbackenseitig am Griffstück befindlichen Anschlagseite formschlüssig an, wobei eine an dem Abschnitt der zweiten Spannbacke befindliche Nase einen an der Anschlagseite des Griffstücks angeordneten Vorsprung hintergreift.

Außerdem liegt in der Ausgangsstellung des Spannschlüssels eine weitere, an der zweiten Spannbacke angeordnete, Nase an einem auf der ersten Spannbacke befindlichen Anschlag an.

Die Spannbacken können werkstückseitig auf ihrer dem Bediener zugewandten Seite ein vorstehendes, das Werkstück teilweise übergreifendes Rahmenteil aufweisen. Dieses dient als eine zusätzliche Sicherung gegen das Abrutschen des Spannschlüssels beim Spannen oder Lösen des Werkstückes.

In einer möglichen Ausführungsform der Erfindung können an dem den Spannbacken abgewandten Ende des Griffstückes analog zwei weitere Spannbacken angeordnet sein.

In einer hier ebenfalls nicht dargestellten Ausführungsform kann das Griffstück auch eine abgewinkelte Form aufweisen.

Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.

Dabei zeigen:

Fig. 1a die Vorderseite des Spannschlüssels in seiner Ausgangsstellung

Fig. 1b die Rückseite des Spannschlüssels in seiner Ausgangsstellung

Fig. 2a die Vorderseite des Spannschlüssels in einer geöffneten Stellung

Fig. 2b die Rückseite des Spannschlüssels in einer geöffneten Stellung

Fig. 3 eine Ansicht des Spannschlüssels

  • a) einen Schnitt A-A ohne Rahmenteil
  • b) einen Schnitt A1-A1 mit zusätzlich angebrachtem Rahmenteil

Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Spannschlüssel weist ein Griffstück 1 sowie zwei Spannbacken 2, 3 auf, die der Aufnahme eines sechskantigen Schraubstückes, z. B. einer Mutter oder eines Schraubenkopfes, dienen. Jedes der drei Teile - Griffstück 1, erste Spannbacke 2 und zweite Spannbacke 3 - ist drehbeweglich gelagert. Während die beiden Spannbacken 2 und 3 einen gemeinsamen Drehpunkt 4 besitzen, sind die erste Spannbacke 2 und das Griffstück 1um einen gemeinsamen Drehpunkt 5 schwenkbar angeordnet. Die Drehpunkte 4 und 5 werden hierbei z. B. durch Gelenkzapfen verwirklicht.

Das bewegliche Griffstück 1 steht außerdem über eine Zugfeder 6 mit der zweiten Spannbacke 3 in Wirkverbindung, wodurch der Spannschlüssel in seine Ausgangsstellung gezogen wird. Unter Ausgangsstellung ist hier die Stellung der drei beweglichen Teile Griffstück 1 sowie Spannbacken 2 und 3 zu verstehen, die diese im "werkstückslosen", ungeöffneten Zustand einnehmen.

Dabei ist die Zugfeder 6 in einer spannbackenseitig am Griffstück 1 befindlichen Ausbuchtung 7 angeordnet und mit ihrem einen Ende am Griffstück 1 und mit ihrem anderen Ende an einem auf der zweiten Spannbacke 3 befindlichen Angriffspunkt 8, z. B. einem Stift, befestigt.

Die zweite Spannbacke 3 weist außerdem an ihrer dem Griffstück 1 zugewandten Rückseite einen Abschnitt 9 auf, der in der Ausgangsstellung des Spannschlüssels an einer spannbackenseitig am Griffstück 1 befindlichen Anschlagseite 10 formschlüssig anliegt. Eine an dem Abschnitt 9 der Spannbacke 3 befindliche Nase 11 hintergreift in dieser Stellung einen an der Anschlagseite 10 des Griffstücks 1 angeordneten Vorsprung 12.

Ebenso liegt in der Ausgangsstellung des Spannschlüssels eine weitere an der zweiten Spannbacke 3angeordnete Nase 13 an einem auf der ersten Spannbacke 2 angeordneten Anschlag 14 an.

Als eine zusätzliche Sicherung gegen das Abrutschen des Spannschlüssels beim Spannen oder Lösen des nicht dargestellten Werkstückes dient ein Rahmenteil 15, das werkstückseitig auf der dem Bediener zugewandten Seite an den Spannbacken 2 und 3 angebracht ist und über diese soweit vorsteht, dass es auch das Werkstück teilweise übergreift. Das Rahmenteil 15 kann dabei zusätzlich auf die Spannbacken 2 und 3 aufgesetzt werden.

Eine mögliche Ausführungsvariante des Griffstücks 1 ist neben einer geraden auch in einer abgewinkelten Form zu sehen. Außerdem besteht eine weitere, hier ebenfalls nicht näher dargestellte, Ausführungsform darin, an dem den Spannbacken 2, 3 abgewandten Ende des Griffstücks 1 gleichzeitig zwei weitere, analog den Spannbacken 2, 3 ausgebildete, Spannbacken anzuordnen.

Dabei kann die Geometrie der Spannbacken 2, 3, insbesondere der werkstückseitigen Innenflächen, den Anforderungen entsprechend variabel gestaltet werden. Sowohl das Griffstück 1 als auch die Spannbacken 2, 3 lassen sich einfach und billig aus den verschiedensten Materialien herstellen.

Ebenso einfach ist die Handhabung des erfindungsgemäßen Spannschlüssels:

Beim Ansetzen des Spannschlüssels an ein festzuziehendes Werkstück, z. B. ein Sechskantstück, befindet sich der Spannschlüssel in der in Fig. 1a dargestellten Ausgangsstellung.

Die Wirkung der Zugfeder 6 zielt dabei immer in Richtung Ausgangsstellung des Griffstücks 1 und der Spannbacken 2, 3. Beim Festziehen des Sechskantstücks wird das Griffstück 1 durch die Drehbewegung in Drehrichtung mit einem Druck beaufschlagt, mit dem die Innenflächen der Spannbacken 2, 3 an das Sechskantstück gepreßt und damit die Verriegelung erreicht wird. Je größer die Kraft ist, mit der das Sechskantstück festgezogen wird, desto größer ist die Verriegelungskraft.

Zum Lösen des Sechskantstücks wird der Spannschlüssel einfach um 180° um seine Längsachse gedreht. Beim Ansetzen an das Werkstück wendet der Spannschlüssel nun dem Bediener die in Fig. 1b dargestellte Rückseite zu.

Dabei erlaubt die "Dreifachbeweglichkeit" der Spannschlüsselelemente, die bei der Drehbewegung zur Wirkung kommt und in Fig. 2 gut zu erkennen ist, ein leichtes und bequemes Arbeiten auch an schwer zugänglichen Stellen.

Es ist vor allem auch ein schnelles und einfaches Entriegeln bei beengten Platzverhältnissen oder bei Verkanten des Spannschlüssels möglich.


Anspruch[de]
  1. 1. Selbstklemmender Spannschlüssel, insbesondere Schraubenschlüssel in Gabelschlüsselform, mit einem Griffstück und zwei mit diesem verbundenen Spannbacken zur Aufnahme eines Werkstückes, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl das Griffstück (1) als auch die beiden Spannbacken (2, 3) drehbeweglich gelagert sind.
  2. 2. Selbstklemmender Spannschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Spannbacken (2, 3) um einen gemeinsamen Drehpunkt (4) schwenkbar sind.
  3. 3. Selbstklemmender Spannschlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffstück (1) und eine der beiden Spannbacken (2, 3) um einen gemeinsamen Drehpunkt (5) schwenkbar sind.
  4. 4. Selbstklemmender Spannschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegliche Griffstück (1) über einen den Spannschlüssel in die Ausgangsstellung ziehenden oder drückenden Kraftspeicher mit wenigstens einer der beweglichen Spannbacken (2, 3) in Wirkverbindung steht.
  5. 5. Selbstklemmender Spannschlüssel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftspeicher ein Federelement (6) ist, das in einer spannbackenseitig am Griffstück (1) befindlichen Ausbuchtung (7) angeordnet ist und mit seinem einen Ende an dem Griffstück (1) und mit seinem anderen Ende an einem auf der zweiten Spannbacke (3) befindlichen Angriffspunkt (8) angreift.
  6. 6. Selbstklemmender Spannschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ausgangsstellung des Spannschlüssels ein rückseitiger, dem Griffstück (1) zugewandter Abschnitt (9) der zweiten Spannbacke (3) an einer spannbackenseitig am Griffstück (1) befindlichen Anschlagseite (10) formschlüssig anliegt, wobei eine an dem Abschnitt (9) befindliche Nase (11) einen an der Anschlagseite (10) angeordneten Vorsprung (12) hintergreift.
  7. 7. Selbstklemmender Spannschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ausgangsstellung des Spannschlüssels eine weitere an der zweiten Spannbacke (3) angeordnete Nase (13) an einem auf der ersten Spannbacke (2) angeordneten Anschlag (14) anliegt.
  8. 8. Selbstklemmender Spannschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannbacken (2, 3) werkstückseitig auf ihrer dem Bediener zugewandten Seite ein vorstehendes, das Werkstück teilweise übergreifendes Rahmenteil (15) aufweisen.
  9. 9. Selbstklemmender Spannschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an dem den Spannbacken (2, 3) abgewandten Ende des Griffstückes (1) gleichzeitig zwei weitere Spannbacken anbringbar sind.
  10. 10. Selbstklemmender Spannschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffstück (1) sowohl eine gerade als auch eine abgewinkelte Form aufweisen kann.






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