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Dokumentenidentifikation DE4224633C2 18.07.2002
Titel Fadenspleißvorrichtung für schwer spleißbare Garnarten
Anmelder W. Schlafhorst AG & Co, 41061 Mönchengladbach, DE
Erfinder Schatton, Siegfried, 4050 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 25.07.1992
DE-Aktenzeichen 4224633
Offenlegungstag 27.01.1994
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.07.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.07.2002
IPC-Hauptklasse B65H 69/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenspleißvorrichtung zum Verbinden von Fadenenden, mit einem eine Längsnut zum Aufnehmen der zu spleißenden Fadenenden aufweisenden Spleißkopf und beiderseits des Spleißkopfes angeordneten Mittel zum Halten der Fadenenden.

Das Verbinden von Fadenenden durch Spleißen erfordert zur Erzielung einer guten Qualität der Verbindung eine sorgfältige Vorbereitung der Fäden. Die zu verbindenden Fadenenden sollten beispielsweise die gleiche Länge aufweisen und im wesentlichen frei von Drehungen sein.

Es ist bekannt (DE 34 25 349 A1), die auf Länge abgeschnittenen Fadenenden in pneumatische Haltevorrichtungen einzusaugen, die über beziehungsweise unter der eigentlichen Spleißvorrichtung angeordnet sind. In diesen Fadenendhalte- oder Vorbereitungsdüsen wird mittels eingeblasener Druckluft die Fadendrehung beseitigt.

Weiter ist es Stand der Technik, das pneumatische Aufbereiten der Fadenenden durch mechanische Mittel zu unterstützen.

Die DE 36 07 206 A1 beschreibt beispielsweise eine Vorrichtung, bei der die Fadenenden mittels einer Luftströmung gegen eine Kämmvorrichtung geblasen werden. Eine ähnliche Vorrichtung zeigt auch die DE 40 08 640 A1; hier werden die Fadenenden pneumatisch zwischen Friktionsriemchen geblasen und von den umlaufenden Riemchen aufbereitet.

Es ist auch bekannt, die Fadenenden nicht in die Halte- oder Vorbereitungsröhrchen einzusaugen, sondern die Fadenenden in diese Röhrchen einzublasen (DE 38 28 319 C2).

Des weiteren ist es Stand der Technik (DE 40 32 512 C1) Spleißvorrichtungen ohne pneumatische Halte- oder Vorbereitungselemente einzusetzen. In diesem Fall sind die mechanischen Haltemittel und die Fadentrennmittel in unmittelbarer Nähe des Spleißkopfes angeordnet und Mittel zum Überbrücken der Zwischenräume vorgesehen.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fadenspleißvorrichtung zu schaffen, die eine sichere Positionierung der auf Länge abgeschnittenen Fadenenden auch schwer spleißbarer Garnarten gewährleistet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß im Grundkörper der Fadenspleißvorrichtung Blasdüsen angeordnet sind, deren Blas- und Positionierungsluftstrahlen die Fadenenden des Ober- und Unterfadens am Spleißer beziehungsweise am Spleißerdeckel positionieren.

Der Einsatz der erfindungsgemäßen Blasdüsen hat insbesondere den Vorteil, daß auch relativ harte Garnarten, die sich nicht so ohne weiteres in die Halte- und Vorbereitungsröhrchen einsaugen lassen, in einer kontrollierten Lage am Spleißer gehalten werden können. Der Blas- oder Positionierungsluftstrahl hält das Fadenende gestreckt und legt es direkt an den Spleißerkörper an beziehungsweise um den Spleißerkörper herum. Bei Spleißern, deren Spleißkanal durch einen Deckel verschließbar ist, werden die Fadenenden vorzugsweise an den Spleißerdeckel beziehungsweise um den Spleißerdeckel herumgelegt. Dadurch wird verhindert, daß sich das Fadenende undefiniert kräuselt oder insbesondere das oben aus dem Spleißer ragende Fadenende des Unterfadens teilweise in den Spleißkanal zurückrutschen kann. Durch die Fixierung der Fadenenden am Spleißer oder am Spleißerdeckel werden ungleiche Fadenendlängen verhindert und damit sichergestellt, daß die Spleißverbindung auch schwer spleißbarer Garne einwandfrei ist.

In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Blasdüsen in axialer Richtung verstellbar im Grundkörper der Fadenspleißeinrichtung angeordnet und/oder die Intensität des Blas- oder Positionierungsluftstrahles der Blasdüsen einstellbar ist. Eine solche Ausführung ermöglicht eine optimale Anpassung des Fadenpositionierungsluftstrahles an unterschiedliche Garnarten, da es jederzeit problemlos möglich, entweder den Blasdruck zu erhöhen beziehungsweise zu senken oder den Abstand Blasdüse/Fadenende durch axiales Verstellen der Blasdüse im Grundkörper zu korrigieren.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, die Blasdüsen als Exzenterblasdüsen auszubilden. Die Exzenterblasdüse ist dabei mit einem rückwärtigen Zentrieransatz drehbar in einer Aufnahmebohrung des Grundkörpers der Fadenspleißvorrichtung gelagert und weist einen außermittig angeordneten Düsenkopf mit einem Düsenkanal auf. Durch Drehen der Exzenterblasdüsen in den Aufnahmbohrungen kann der Abstand zwischen den Düsenkanälen der oberen und unteren Exzenterblasdüse variiert werden. Eine solche Ausbildung hat den Vorteil, daß gleiche Grundkörper für unterschiedlich breite Spleißprismen einsetzbar sind, wobei der optimale Abstand zwischen dem Positionierungsluftstrahl und dem Spleißprisma eingestellt werden kann. Insbesondere beim Einsatz sehr breiter Prismen, die benötigt werden, wenn schwer spleißbare Garnarten, wie zum Beispiel Leinen - naß, verbunden werden sollen, kann durch die Exzenterblasdüsen sichergestellt werden, daß der Positionierungsluftstrahl nicht teilweise durch das Prisma oder Anbauteile, wie Fadenleitbleche, abgedeckt wird.

In Weiterbildung der Erfindung wird außerdem vorgeschlagen, das Deckblech mit Positionskonturen zu versehen. Eine solche Ausbildung hat den Vorteil, daß eine einfache und exakte Fixierung der Exzenterblasdüsen in unterschiedlichen Einbaulagen ohne Justierarbeit möglich ist.

Die Erfindung ist in einem nachfolgend anhand der Zeichnungen erläuterten Ausführungsbeispiel näher beschrieben. Es zeigt:

Fig. 1 die erfindungsgemäße Fadenspleißvorrichtung in Seitenansicht, teilweise im Schnitt,

Fig. 2 eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenspleißvorrichtung,

Fig. 3 eine Exzenterblasdüse gemäß Schnitt III-III der Fig. 2,

Fig. 4 eine spezielle Ausführungsform des Deckbleches,

Fig. 5 die Einzelheit X der Fig. 4 im vergrößerten Maßstab.

In Fig. 1 sind die wichtigsten Bauteile einer insgesamt mit 1 bezeichneten Fadenspleißvorrichtung dargestellt.

Ein an der Spulstelle einer Textilmaschine angeordneter Grundkörper 2 weist drei Bohrungen (3, 4, 5) auf, die über Druckluftleitungen 6, 7 an eine Pneumatikquelle 8 angeschlossen sind.

Im Bereich der Zentralbohrung 5 ist mittels Befestigungselemente 41 auf einem Deckblech 12 ein Spleißprisma 13 angeordnet.

Das Spleißprisma 13 hat, wie bekannt, eine Längsnut 14, in die die Düsenbohrungen 15, 16 münden. Die Düsenbohrungen 15, 16 sind über eine Anschlußausnehmung 17 sowie eine Öffnung 18 im Deckblech 12 an die Zentralbohrung 15 angeschlossen, die ihrerseits über die Druckluftleitung 7 mit der Pneumatikquelle 8 verbunden ist. In die Druckluftleitung 7 ist ein Ventil 9, zum Beispiel ein elektrisch ansteuerbares 2/2-Wegeventil, eingeschaltet. Durch Betätigen dieses 2/2-Wegeventils wird der pneumatische Spleißvorgang eingeleitet.

Versetzt neben der Zentralbohrung 5 sind zwei Seitenbohrungen 3, 4 vorgesehen. Auch diese Bohrungen sind über eine Druckluftleitung 6 an die Pneumatikquelle 8 angeschlossen. In die Druckluftleitung 6 ist ebenfalls ein elektrisch ansteuerbares 2/2-Wegeventil 10 sowie gegebenenfalls ein Drosselmittel 11 eingeschaltet.

In den Seitenbohrungen 3, 4 sind außerdem die Blasdüsen 20 beziehungsweise 21 angeordnet, die, wie in Fig. 1 dargestellt, bei geöffnetem Wegeventil 10 einen Positionierungsluftstrahl 38 gegen die Fadenenden 43 des Ober- beziehungsweise Unterfadens richten und diese um den Spleißdeckel 19 herum positionieren. Über das Drosselmittel 11 kann dabei die Intensität dieser Positionierungsluftstrahl 38 eingestellt werden.

Die Blasdüsen können, wie in Fig. 1 angedeutet, als axial verstellbare Blasdüsen 20 ausgebildet sein. Die Blasdüsen sind in diesem Fall beispielsweise mit einem Außengewinde 45 in einer Gewindebohrung 22 axial verstellbar befestigt. Die Abdichtung erfolgt vorzugsweise über einen O-Ring 25, der eine Dichtfläche 24 der Blasdüsen umfaßt. Der O-Ring 25 liegt dabei, wie üblich, in einer (nicht näher dargestellten) Eindrehung der Seitenbohrungen 3 beziehungsweise 4 und wird dort durch das Deckblech 12 fixiert.

Eine alternative Ausführungsform der Blasdüsen ist in den Fig. 2 und 3 gezeigt. Anstelle der axial verstellbaren Blasdüsen sind hier Exzenterblasdüsen 21 vorgesehen. Diese Düsen weisen, wie insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich, einen mehrfach abgesetzten Düsenkörper 26, eine den Düsenkörper 26 radial durchfassende Druckluftanschlußbohrung 28 sowie eine außermittig angeordnete Düsenbohrung 27 auf.

Der Düsenkörper 26 ist mit einem Zentrieransatz 29 drehbar in einer Aufnahmebohrung 30 des Grundkörpers 2 gelagert. Der mehrfach im Durchmesser abgesetzte Düsenkörper 26 stützt sich in axialer Richtung mit einer Schulter 31 an einem entsprechenden Ansatz 44 der Aufnahmebohrung 30 ab. Oberhalb der radialen Druckluftanschlußbohrung 28 weist der Düsenkörper 26 eine weitere Schulter 32 auf, die als Stützelement für den O-Ring 33 dient.

Die Exzenterdüsen 21 werden durch ein Deckblech 12, das die Aufnahmebohrung 30 bis auf eine Bohrung 34 für den Düsenkopf 35 verschließt, in axialer Richtung fixiert.

Eine spezielle Ausführung des Deckbleches 12 sieht vor, anstelle der Einzelbohrungen 34 Positionskonturen 39 anzuordnen (Fig. 4 und 5). Diese Positionskonturen 39 bestehen aus mehreren, sich überlappenden Einzelbohrungen. Die Einzelbohrungen sind dabei, wie insbesondere aus Fig. 5 ersichtlich, auf einem Kreis K angeordnet, der mit dem Radius e (= Exzentrizität der Düsenbohrung 27) zur Mittelachse M des Düsenkörpers 26 liegt.

Derartige Positionskonturen 39 haben zum Beispiel den Vorteil, daß die Lage der Düsenbohrungen 27 der ober- und unterhalb des Spleißprismas 13 angeordneten Exzenterblasdüsen 21 problemlos, das heißt, ohne aufwendige Justierarbeit, an verschiedene Prismenbreiten angepaßt werden können. Die Exzenterdüsen 21 bieten dabei den Vorteil, das die für schwer spleißbaren Garnarten benötigten breiten Spleißprismen auf üblichen Grundkörpern 2 montiert werden können, ohne daß der Positionierungsluftstrahl durch das Spleißprisma 13 oder zugehörige Anbauteile, wie Fadenleitbleche 42, abgedeckt wird.

Die Aktivierung der Exzenterblasdüsen 21, das heißt, das Auslösen des Positionierungsluftstrahles 38 zum Fixieren der Fadenenden 43 am Spleißdeckel 19 erfolgt auch hier, wie eingangs bei den Blasdüsen 20 beschrieben, über das Wegeventil 10.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung stellt insgesamt eine im Aufbau relativ einfache Vorrichtung dar, die das Spleißen auch schwer spleißbarer Garne ermöglicht und insbesondere flexibel auf unterschiedliche Garnarten einstellbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenspleißvorrichtung zum Verbinden von Fadenenden, mit einem eine Längsnut zum Aufnehmen der zu spleißenden Fadenenden aufweisenden Spleißkopf und beiderseits des Spleißkopfes angeordneten Mitteln zum Halten der Fadenenden, dadurch gekennzeichnet, daß im Grundkörper (2) der Fadenspleißvorrichtung (1) Blasdüsen (20, 21) angeordnet sind, deren Blas- und Positionierungsluftstrahlen (38) die Fadenenden (43) des Ober- und Unterfadens (36, 37) am Spleißer (13) beziehungsweise am Spleißerdeckel (19) positionieren.
  2. 2. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasdüsen (20) in axialer Richtung verstellbar im Grundkörper (2) der Fadenspleißeinrichtung (1) angeordnet sind.
  3. 3. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Intensität der Blas- oder Positionierungsluftstrahlen (38) der Blasdüsen (20, 21) auf unterschiedliche Garnarten einstellbar ist.
  4. 4. Fadenspleißvorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasdüsen als Exzenterblasdüsen (21) ausgebildet sind.
  5. 5. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenterblasdüsen (21) drehbar in Aufnahmebohrungen (30) des Grundkörpers (2) gelagert sind.
  6. 6. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einbaulage der Exzenterblasdüsen (21) durch Bohrungen (34) im Deckblech (12), welche den Düsenkopf (35) umfassen, fixierbar ist.
  7. 7. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Deckblech (12) Positionskonturen (39) aufweist, die eine Fixierung der Exzenterblasdüsen (21) in unterschiedlichen Einbaulagen ermöglichen.






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