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Dokumentenidentifikation DE10104392A1 01.08.2002
Titel Vakuumschalter sowie System und Verfahren zu seiner Steuerung
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Krafft, Bernd-Heiko, 14089 Berlin, DE;
Mascher, Karl, 13503 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 19.01.2001
DE-Aktenzeichen 10104392
Offenlegungstag 01.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.08.2002
IPC-Hauptklasse H01H 33/666
Zusammenfassung Zur Verbesserung des Ausschaltvermögens eines Vakuumschalters ist es vorgesehen, die relativ zueinander bewegbaren Kontaktstücke (4, 5) mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander zu trennen. Die Trennung erfolgt dabei derart, dass während eines vorgegebenen Zeitraumes ein vorgegebener Kontaktabstand nicht überschritten wird. Um ein Überschreiten des vorgegebenen Kontaktabstandes zu verhindern, ist es vorgesehen, dem Vakuumschalter eine Bremseinrichtung zuzuordnen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Steuerungssystem zur Steuerung eines Vakuumschalters dessen Kontaktsystem zumindest zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke aufweist, welche während eines Ausschaltvorganges mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander getrennt werden und zwischen denen während des Ausschaltvorganges ein zu löschender Lichtbogen brennt.

Ein derartiges Steuerungssystem ist beispielsweise aus der Patentschrift DE 38 15 805 C2 bekannt. Mittels eines exzentrischen Antriebsorganes wird die Ausschaltbewegung einer Kontaktanordnung eines Vakuumschalters gesteuert. Die Ausbildung der mechanischen Hebelkette ist dabei so gewählt, dass nach einer sehr kurzen Beschleunigungsphase (1,3 ms) eines bewegbaren Kontaktstückes ein Öffnungsweg der Kontaktstücke von 1 mm erzielt wird. Weiterhin wird beschrieben, dass es sich als besonders günstig erwiesen hat, wenn nach 0,8 ms eine Kontaktstücktrenngeschwndigkeit von 2 m/s erreicht ist. Dieser technischen Lösung liegt die Überlegung zugrunde, einen nach der Kontakttrennung zündenden Lichtbogen möglichst schnell zu löschen, um ein Abschmelzen von Kontaktmaterial der Kontaktstücke zu vermeiden. Es wird davon ausgegangen, dass mit einem möglichst schnellen Erreichen einer möglichst hohen Kontakttrenngeschwindigkeit auch hohe Abschaltleistungen eines Vakuumschalters zu erzielen sind.

Eine beliebige Erhöhung der Kontakttrenngeschwindigkeit ist technisch jedoch nicht möglich. Außerdem ist beim Abschalten von hohen Strömen festzustellen, dass diese sich nur innerhalb eines bestimmten Bereiches des Abstandes der Kontaktstücke günstig löschen lassen. Außerhalb dieses Löschbereiches ist es technisch sehr aufwendig, einen Lichtbogen derartig zu beeinflussen, dass er möglichst rasch endgültig erlischt.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Steuerungseinrichtung eines Vakuumschalters derart auszubilden, dass mit einem vertretbaren technischen Aufwand während eines Ausschaltvorganges auftretende Lichtbögen zuverlässiger gelöscht werden.

Die Aufgabe wird bei einem Steuerungssystem der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Steuerung bewirkt, dass erst nach dem Durchlaufen eines dem Steuerungssysstem vorgegebenen Zeitraumes ein gegebener Abstand der Kontaktstücke überschritten wird.

Um das Löschen des Ausschaltlichtbogens zu begünstigen, ist es erforderlich, den Lichtbogen so zu beeinflussen, dass er möglichst diffus brennt. Das Verhalten des Lichtbogens wird dabei im Wesentlichen von der Form der Kontaktstücke und vom Abstand der Kontaktstücke zueinander beeinflusst. Wird innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes der gegebene Abstand der Kontaktstücke nicht überschritten, so erweist sich die Löschung des Lichtbogens als mit vertretbarem technischen Aufwand lösbare Aufgabe. Der vorgegebene Zeitraum, ist das für die jeweilige Schalterkonfiguration maximal notwendige Intervall bis zur endgültigen Löschung des Lichtbogens. Würde der gegebene Abstand während des vorgegebenen Zeitraumes überschritten werden, so wären wesentlich umfangreichere technische Konstruktionen notwendig. In diesem Falle ständen die auf den Lichtbogen einwirkenden elektromagnetische Kräfte, welche durch den zu unterbrechenden Strom hervorgerufen werden und die Rotation und damit die Kühlung und Löschung des Lichtbogens unterstützen, nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung.

Neben dem Steuerungssystem ist weiterhin ein Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters vorgesehen, dessen Kontaktsystem zumindest zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke aufweist, welche während eines Ausschaltvorganges mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander getrennt werden und zwischen denen während des Ausschaltvorganges ein zu löschender Lichtbogen brennt.

Dieses Verfahren sieht vor, dass bis zum endgültigen Löschen des Lichtbogens die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kontakttrennung in einer ersten Phase größer ist als die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kontakttrennung in einer, der ersten Phase unmittelbar folgenden zweiten Phase.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass die Löschung eines Lichtbogens in einem Vakuumschalter stets mit einer möglichst großen Kontakttrenngeschwindigkeit erfolgen sollte. Es wurde angenommen, dass mit dem Erreichen einer größeren Kontakttrenngeschwindigkeiten ein höheres Schaltvermögen des Vakuumschalters unmittelbar verbunden ist.

Um auch die im Hochspannungsbereich auftretenden Ausschaltströme zu beherrschen, hat es sich als günstig erwiesen, bis zum endgültigen Löschen des Lichtbogens die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kontakttrennung in einer ersten Phase größer zu wählen als die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kontakttrennung in einer der ersten Phase unmittelbar folgenden zweiten Phase. Dadurch ist es möglich, über einen längeren Zeitraum die elektromagnetischen Kräfte des auszuschaltenden Stromes zu nutzen, um den Lichtbogen rotieren zu lassen und möglichst diffus zu gestalten. Weiterhin kann durch ein derartiges Geschwindigkeitsprofil ein verhältnismäßig leistungsarmer Antrieb zur Bewegung der Kontaktstücke eingesetzt werden.

Ein weiteres Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters dessen Kontaktsystem zumindest zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke aufweist, welche während eines Ausschaltvorganges mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander getrennt werden und zwischen denen während des Ausschaltvorganges ein zu löschender Lichtbogen brennt sieht vor, dass in einem ersten Zeitbereich vor der endgültigen Lichtbogenlöschung der Abstand der Kontaktstücke von einem vorgebbaren ersten Kontaktabstand mindestens bis zu einem vorgebbaren zweiten Kontaktabstand und höchstens bis zu einem vorgebbaren dritten Kontaktabstand vergrößert wird und in einem dem ersten Zeitbereich zeitlich folgenden zweiten Zeitbereich vor der endgültigen Lichtbogenlöschung der Abstand der Kontaktstücke sich zwischen dem zweiten Kontaktabstand und dem dritten Kontaktabstand hält.

Steuert man die Trennung der Kontaktstücke so, dass die Kontaktabstandsänderung in einem ersten Zeitbereich und in einem zweiten Zeitbereich wie vorstehend beschrieben erfolgt, ist auch bei hohen Spannungen gewährleistet, dass der Lichtbogen in einer kurzen Zeit sicher gelöscht wird. Im ersten Zeitbereich kann der Kontaktabstand in einem relativ großen Bereich variieren. Durch die Einschränkung des Variationsbereiches des Kontaktabstandes im zweiten Zeitbereich wird mit großer Sicherheit gewährleistet, dass auch bei dem Auftreten des Spitzenwertes einer Wiederkehrspannung ein Rückzünden des Lichtbogens nicht möglich ist. Der erste Kontaktabstand ist der Abstand, bei welchem, in Abhängigkeit der jeweiligen Schalterkonfiguration, der Lichtbogen erstmals gelöscht werden kann. Bereits im ersten Zeitbereich kann mit der Löschung des Ausschaltlichtbogens begonnen werden. Bei günstigen Voraussetzungen kann der Lichtbogen auch bereits im ersten Zeitbereich endgültig erloschen sein. Derartig günstige Voraussetzungen werden im Wesentlichen durch der Zeitpunkt des Beginns der Ausschaltbewegung hinsichtlich der in diesem Moment vorliegenden Phasenlage des auszuschaltenden Stromes bestimmt.

Außerdem kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass der erste Zeitbereich beginnt, sobald der erste Kontaktabstand erreicht ist.

Beginnt der erste Zeitbereich zu dem Zeitpunkt, an welchem der erste Kontaktabstand erreicht ist, so wird dadurch sichergestellt, dass der Zeitbedarf für den gesamten Ausschaltvorgang minimiert wird.

Außerdem kann es vorteilhaft vorgesehen sein, dass das Ende des zweiten Zeitbereiches verschieden ist vom Zeitpunkt des Erreichens der Ausschaltendlagen der Kontaktstücke.

Trennt man den Zeitpunkt des Erreichens der Ausschaltendlagen der Kontaktstücke von dem Ende des zweiten Zeitbereiches, so ist es möglich, die Ausschaltbewegung hinsichtlich der Lichtbogenlöschung zu optimieren. Nach erfolgter Lichtbogenlöschung können die Kontaktstücke mit einer beliebigen Geschwindigkeit in ihre Ausschaltendlagen bewegt werden. Die Gefahr des Rückzündens des Lichtbogens ist nach dem Ende des zweiten Zeitbereiches nicht mehr vorhanden.

Es kann weiterhin vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Geschwindigkeit der Kontakttrennung in Abhängigkeit des auszuschaltenden Stromes gesteuert wird.

Die Steuerung der Geschwindigkeit der Kontakttrennung in Abhängigkeit vom auszuschaltenden Strom ist besonders wirksam, da bei dem Abschalten eines sehr großen Stromes, wie beispielsweise einem Kurzschlussstrom, andere Erfordernisse an den Ablauf der Kontakttrennung gestellt werden, als beispielsweise beim Abschalten eines Nennstromes.

Weiterhin kann vorgesehen sein, einen Vakuumschalter zur Durchführung eines der vorstehend beschriebenen Verfahren und zum Betrieb mittels des beschriebenen Steuerungssystems so auszugestalten, dass einem bewegbaren Kontaktstück eine elektromagnetische Bremseinrichtung zugeordnet ist.

Elektromagnetische Bremseinrichtungen sind in der Lage nahezu frei von Verschleißerscheinungen Bewegungen abzubremsen. Sie eignen sich daher in hervorragender Weise zum Abbremsen eines bewegbaren Kontaktstückes eines Vakuumschalters. Dadurch ist es möglich, den Bewegungsablauf der Kontakttrennung so zu beeinflussen, dass er mit dem beschriebenen Steuerungssystem kombinierbar ist und die vorgesehenen Bewegungsformen, Kontaktabstände und Zeiträume eingehalten werden.

Es kann auch vorteilhaft vorgesehen sein, dass einem bewegbaren Kontaktstück eine elektromechanische Bremseinrichtung zugeordnet ist.

Elektromechanische Bremseinrichtungen sind äußerst kostengünstig zu beschaffen und weisen eine ausreichende Eignung zur Verzögerungen von Bewegungsvorgängen auf.

Es kann weiterhin vorteilhaft vorgesehen sein, dass mit einem bewegbaren Kontaktstück verbundene Teile in einer magneto- rheologischen Flüssigkeit bewegbar sind.

Magneto-rheologische Flüssigkeiten reagieren bei Einwirkung eines magnetischen Feldes äußerst rasch mit einer Änderung ihrer Viskosität. Als solches sind derartige Flüssigkeiten zum Abbremsen von in ihnen bewegten Baugruppen gut geeignet. Bremseinrichtungen, welche diesen Effekt ausnutzen sind in einem breiten Bereich sehr gut in ihrer Bremswirkung dosierbar.

Die beschriebenen Verfahren und Vorrichtungen eignen sich besonders für die Anwendung an Vakuumschaltern, welche in Spannungsebenen ab 50 kV zum Unterbrechen von Kurzschlussströmen von 30 kA und höher eingesetzt werden.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles in einer Zeichnung gezeigt und nachfolgend näher beschrieben.

Dabei zeigt die

Fig. 1 ein Weg-Zeit-Diagramm, mit einem Verlauf der Änderung des Abstands der Kontaktstücke während einer Ausschaltung,

Fig. 2 ein Weg-Zeit-Diagramm, mit einen ersten Zeitbereich und einen zweiten Zeitbereich,

Fig. 3 mehrere mögliche Weg-Zeit-Kennlinien mit einem ersten und zweiten Zeitbereich,

Fig. 4 eine Vakuumschaltröhre eines Vakuumschalter mit einer elektromagnetischen Bremseinrichtung,

Fig. 5 eine Vakuumschaltröhre eines Vakuumschalters mit einer elektromechanischen Bremseinrichtung und die

Fig. 6 eine Vakuumschaltröhre eines Vakuumschalter mit einer Flüssigkeitsbremseinrichtung.

Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen Weg-Zeit-Diagramme von Ausschaltbewegungen eines Vakuumschalters. Auf der Abszisse des Koordinatensystems ist die während eines Ausschaltvorganges forschreitende Zeit t abgetragen, wobei im Koordinatenursprung die galvanischen Trennung der Kontaktstücke stattfindet. Auf der Ordinate ist der Abstand s der Kontaktstücke voneinander aufgetragen. Die Fig. 1 zeigt einen möglichen Verlauf einer erfindungsgemäßen Ausschaltbewegung. Zum Zeitpunkt t = 0 erfolgt der Beginn der Ausschaltbewegung. Die Kontaktstücke werden galvanisch getrennt. Zunächst erfolgt eine stetige Zunahme des Abstandes der beiden Kontaktstücke. Zu einem ersten Zeitpunkt t1 ist ein erster Kontaktabstand s1 der Kontaktstücke erreicht. Bis zu einem Zeitpunkt t2 erfolgt die Trennung der Kontaktstücke mit einer konstanten Geschwindigkeit. Zum Zeitpunkt t2 ist ein zweiter Kontaktabstand s2 erreicht. Nach dem Erreichen des zweiten Kontaktabstandes s2 erfolgt die relative Kontakttrennbewegung mit einer verringerten Geschwindigkeit bis zu einem dritten Zeitpunkt t3. Zu keinem zwischen dem ersten Zeitpunkt t1 und dem dritten Zeitpunkt t3 liegenden Zeitpunkt überschreitet der Kontaktabstand der Kontaktstücke einen gegebenen dritten Abstand s3. Der dritte Zeitpunkt t3 ist dabei so gewählt, dass zu diesem Zeitpunkt ein zwischen den beiden Kontaktstücken brennender Lichtbogen mit Sicherheit endgültig gelöscht ist. Nach dem Erreichen des dritten Zeitpunktes t3 besteht die Möglichkeit, den dritten Abstand s3 zu überschreiten. Im Regelfall werden nach dem dritten Zeitpunkt t3 die Kontaktstücke in ihre Endlagen bewegt.

Als typischer Wert für den Zeitpunkt t2 hat sich ein Wert von 8-9 ms nach erfolgter galvanischer Trennung der Kontaktstücke ergeben. Zwischen dem ersten Zeitpunkt t1 und dem dritten Zeitpunkt t3 sollte ein Zeitintervall von 12 ms liegen. Der dritte Abstand s3 ist ca. 3-5 mal so groß wie der erste Abstand s1. Der zweite Abstand s2 wird durch die Spannungsebene bestimmt in welcher der Vakuumschalter eingesetzt werden soll.

In der Fig. 2 sind die in der Fig. 1 beschriebenen Zeitpunkte erster Zeitpunkt t1, zweiter Zeitpunkt t2, dritter Zeitpunkt t3 und die zugeordneten Abstände der Kontaktstücke, erster Kontaktabstand s1, zweiter Kontaktabstand s2 und dritter Kontaktabstand s3 dargestellt. Zwischen dem ersten Zeitpunkt t1 und dem zweiten Zeitpunkt t2 ist ein erster Zeitbereich 1 gebildet. Der zweite Zeitpunkt t2 und der dritte Zeitpunkt t3 begrenzen einen zweiten Zeitbereich 2. Der zulässige Kontaktabstand der Kontaktstücke bewegt sich im ersten Zeitbereich zwischen dem ersten Abstand s1 und dem dritten Abstand s3. Im zweiten Zeitbereich bewegt sich der zulässige Kontaktabstand der Kontaktstücke zwischen dem zweiten Abstand s2 und dem dritten Abstand s3. Zum dritten Zeitpunkt t3 ist der zwischen den Kontaktstücken brennende Lichtbogen endgültig erloschen. Innerhalb der in den beiden Zeitbereichen 1, 2 vorgesehenen zulässigen minimalen und maximalen Abstände der Kontaktstücke ist eine beliebige Änderung des Abstandes der Kontaktstücke möglich.

In der Fig. 3 ist die Überlagerung des Bewegungsablaufes aus der Fig. 1 (dargestellt mit einer durchgängigen Linie im Koordinatensystem) und der zulässigen Kontaktabstände aus der Fig. 2 überlagert. Innerhalb der beiden Zeitbereiche 1, 2bewegt sich der Abstand der Kontaktstücke stets innerhalb der zulässigen Grenzwerte. Um eine Löschung des Lichtbogens während eines Ausschaltvorganges möglichst schnell zu erreichen, ist in dem mit der durchgängigen Linie dargestellten Bewegungsablauf der Beginn des ersten Zeitbereiches 1 und des Zeitpunktes des Erreichens des ersten Abstandes s1 der Kontaktstücke zum selben Zeitpunkt dargestellt.

Vor dem Erreichen des dritten Abstandes s3 wird die Geschwindigkeit der Trennung der Kontaktstücke so vermindert, dass sich der Abstand der Kontaktstücke zu jedem Zeitpunkt des zweiten Zeitbereiches 2 innerhalb der zulässigen Grenzwerte befindet. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass das durch den zu unterbrechenden Strom hervorgerufene elektrische Feld stets ausreichend groß ist, um die Rotation des Lichtbogens zu unterstützen und ein diffuses Brennen zu fördern. Nach dem Erreichen des dritten Zeitpunktes t3 wird die Trennung der Kontaktstücke bis zum Erreichen ihrer Endlagen fortgesetzt. Die gestrichelt dargestellte Linie zeigt beispielhaft einen weiteren Bewegungsablauf. Darüber hinaus sind noch weitere Bewegungsformen möglich. Diese Bewegungsformen müssen jedoch sicherstellen, dass sich die Kontaktabstände in dem ersten Zeitbereich 1 und in dem zweiten Zeitbereich 2 innerhalb der zulässigen Grenzen bewegen.

Die in den Fig. 4 bis 6 dargestellten Bremseinrichtungen dienen dem Abbremsen einer Ausschaltbewegung des zweiten Kontaktstückes 5. Die Bremseinrichtungen werden mit Hilfe eines Steuerungssystems 13 angesteuert. Alternativ oder in Kombination mit den Bremseinrichtungen kann es vorgesehen sein, die Antriebseinrichtung 14 von dem Steuersystem 13 steuern zu lassen, um den gewünschten Bewegungsablauf der Kontakttrennung zu erzielen.

Die Fig. 4 zeigt eine Vakuumschaltröhre 3 eines Vakuumschalters mit den ein Kontaktsystem bildenden Kontaktstücken 4, 5 in seiner Ausschaltstellung. Das erste Kontaktstück 4 ist ortsfest gelagert, das zweite Kontaktstück 5 ist mittels einer Schaltstange 6 antreibbar. An der Koppelstelle von der Schaltstange 6 und dem zweiten Kontaktstück 5 ist ein ferromagnetischer Kern 7 angeordnet. Dieser ferromagnetische Kern 7 ist von einer Spule 8 umgeben. Diese Spule 8 wird von dem die Kontaktstücke 4, 5 durchfließenden Strom durchflossen. Die Kombination aus der Spule 8 und dem ferromagnetischen Kern 7 stellt eine elektromagnetische Bremse dar. Bei einem Ausschaltvorgang bewegt sich der ferromagnetische Kern 7 durch die Spule 8, die dabei zwischen der Spule 8 und dem ferromagnetischen Kern 7 auftretenden Kräfte sind dabei so gerichtet, dass sie der Ausschaltbewegung entgegen wirken. Dadurch wird die Ausschaltbewegung abgebremst. Erst nach dem endgültigen Erlöschen des Ausschaltlichtbogens und der damit verbundenen endgültigen Unterbrechung des elektrischen Stromes reduziert sich diese Kraftwirkung und die Schaltstange bewegt das daran befestigte zweite Kontaktstück 5 unbeeinflusst weiter. Die elektromagnetische Bremseinrichtung, sowie die in den Fig. 5 und 6 dargestellten Bremseinrichtungen sind an den Vakuumschaltern so angeordnet, dass den beschriebenen Bewegungsabläufen und Grenzbereichen entsprochen wird. Als günstig erweist es sich, die Bremswirkung nach erreichen des zweiten Abstandes s2 einsetzen zu lassen.

In der Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform eines Vakuumschalters in seiner Ausschaltstellung mit einer elektromechanischen Bremse dargestellt. Die Schaltstange 6 bzw. das zweite Schaltkontaktstück 5 sind konzentrisch von einseitig eingespannten Kontaktfingern 9 umgeben. Die Kontaktfinger 9 weisen an ihren Innenseiten einen zusätzlichen reibungsverstärkenden Bremsbelag 10 auf. Fließt über die Kontaktfinger 9 ein elektrischer Strom, so pressen die dann wirkenden elektromagnetischen Kräfte die Kontaktfinger 9 mit den Bremsbelägen 10 an die Schaltstange 6 bzw. an das bewegbare Kontaktstück 5. Erfolgt eine Trennung der Kontaktstücke 4, 5, so bremsen die Bremsbeläge 10 diese Bewegung sofort ab. Erst nach der endgültigen Löschung des Lichtbogens und der damit verbundenen Unterbrechung des elektrischen Stromes nimmt die Anpresskraft der Kontaktfinger 9 aufgrund der fehlenden elektromagnetischen Kräfte ab und die Kontakttrennung der Kontaktstücke 4, 5 kann von der elektromechanischen Bremseinrichtung nahezu unbeeinflusst erfolgen.

Die Fig. 6 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Vakuumschalters in seiner Ausschaltstellung. An dem zweiten Kontaktstück 5 sind Anbauteile 11 befestigt, welche während einer Bewegung des zweiten Kontaktstückes 5 innerhalb einer magneto-rheologische Flüssigkeit 12 bewegt werden. Die magneto-rheologische Flüssigkeit ist so um das zweite Kontaktstück 5 angeordnet, dass sie dem elektromagnetischen Feld des die Kontaktstücke 4, 5 durchfließenden Stromes ausgesetzt ist. Durch dieses elektromagnetische Feld wird die Viskosität der magneto-rheologischen Flüssigkeit 12 erhöht und wirkt bei einem Ausschaltvorgang der Bewegung des zweiten Kontaktstückes 5 bremsend entgegen. Je nach Ausführung der mit dem zweiten Kontaktstück 5 verbundenen Anbauteile 11 kann die Bremswirkung in ihrer Intensität angepasst werden. Neben dieser Variationsmöglichkeit ist es weiterhin möglich, durch Anlegen eines äußeren elektrischen Feldes die Viskosität der magneto- rheologischen Flüssigkeit 12 zu beeinflussen.


Anspruch[de]
  1. 1. Steuerungssystem zur Steuerung eines Vakuumschalters dessen Kontaktsystem zumindest zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke (4, 5) aufweist, welche während eines Ausschaltvorganges mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander getrennt werden und zwischen denen während des Ausschaltvorganges ein zu löschender Lichtbogen brennt, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung bewirkt, dass erst nach dem Durchlaufen eines dem Steuerungssysstem vorgegebenen Zeitraumes (t3 - t1) ein gegebener Abstand (s3) der Kontaktstücke überschritten wird.
  2. 2. Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters dessen Kontaktsystem zumindest zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke (4, 5) aufweist, welche während eines Ausschaltvorganges mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander getrennt werden und zwischen denen während des Ausschaltvorganges ein zu löschender Lichtbogen brennt, dadurch gekennzeichnet, dass bis zum endgültigen Löschen des Lichtbogens die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kontakttrennung in einer ersten Phase größer ist als die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kontakttrennung in einer, der ersten Phase unmittelbar folgenden zweiten Phase.
  3. 3. Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters dessen Kontaktsystem zumindest zwei relativ zueinander bewegbare Kontaktstücke (4, 5) aufweist, welche während eines Ausschaltvorganges mit einer sich ändernden Geschwindigkeit voneinander getrennt werden und zwischen denen während des Ausschaltvorganges ein zu löschender Lichtbogen brennt, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Zeitbereich (1) vor der endgültigen Lichtbogenlöschung der Abstand der Kontaktstücke (4, 5) von einem vorgebbaren ersten Kontaktabstand (s1) mindestens bis zu einem vorgebbaren zweiten Kontaktabstand (s2) und höchstens bis zu einem vorgebbaren dritten Kontaktabstand (s3) vergrößert wird und in einem dem ersten Zeitbereich (1) zeitlich folgenden zweiten Zeitbereich (2) vor der endgültigen Lichtbogenlöschung der Abstand der Kontaktstücke (4, 5) sich zwischen dem zweiten Kontaktabstand (s2) und dem dritten Kontaktabstand (s3) hält.
  4. 4. Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Zeitbereich (1) beginnt, sobald der erste Kontaktabstand (s1) erreicht ist.
  5. 5. Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ende des zweiten Zeitbereiches (2) verschieden ist vom Zeitpunkt des Erreichens der Ausschaltendlagen der Kontaktstücke (4, 5).
  6. 6. Verfahren zum Schalten eines Vakuumschalters nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit der Kontakttrennung in Abhängigkeit des auszuschaltenden Stromes gesteuert wird.
  7. 7. Vakuumschalter zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 2 bis 6 und zum Betrieb mittels eines Steuerungssystems nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einem bewegbaren Kontaktstück eine elektromagnetische Bremseinrichtung zugeordnet ist.
  8. 8. Vakuumschalter zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 2 bis 6 und zum Betrieb mittels eines Steuerungssystems nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einem bewegbaren Kontaktstück eine elektromechanische Bremseinrichtung zugeordnet ist.
  9. 9. Vakuumschalter zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 2 bis 6 und zum Betrieb mittels eines Steuerungssystems nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit einem bewegbaren Kontaktstück verbundene Teile (11) in einer magneto-rheologischen Flüssigkeit (12) bewegbar sind.






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