PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4338552C2 01.08.2002
Titel Kreuzspulen herstellende Textilmaschine mit einer Vielzahl von in Reihe angeordneten Spulstellen
Anmelder W. Schlafhorst AG & Co, 41061 Mönchengladbach, DE
Erfinder Wirtz, Ulrich, Dr.-Ing., 41179 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 11.11.1993
DE-Aktenzeichen 4338552
Offenlegungstag 18.05.1995
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.08.2002
IPC-Hauptklasse B65H 54/22
IPC-Nebenklasse B65H 67/06   D01H 9/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine mit einer Vielzahl von in Reihe angeordneten Spulstellen sowie einem Spulenträgertransportsystem, in dem auf Einzelträgern stehend angeordnete Kopse oder Hülsen befördert werden, wobei das Spulenträgertransportsystem wenigstens eine Kopszuführstrecke, wenigstens eine Hülsenrückführstrecke und mehrere die einzelnen Spulstellen mit diesen Strecken verbindende Quertransportstrecken aufweist.

Ein derartiges Spulenträgertransportsystem für eine Textilmaschine ist beispielsweise in der DE 38 43 554 A1 beschrieben. Das Spulenträgertransportsystem weist dabei eine auf der Spulstellenrückseite verlaufende, als Speicherstrecke ausgebildete Kopszuführstrecke sowie eine frontseitig verlaufende Hülsenrückführstrecke zum Entsorgen der abgespulten Leerhülsen auf. Die Kopszuführstrecke und die Hülsenrückführstrecke sind durch eine Vielzahl von Quertransportstrecken verbunden, wobei die einzelnen Quertransportstrecken jeweils durch eine Spulstelle führen.

Die Transportrichtung des in der sogenannten Speicherstrecke angeordneten Spulenträgertransportmittel ist mittels eines reversiblen Antriebs in vorbestimmbaren Zeitintervallen änderbar, das heißt, abwechselnd von Rechts- auf Linkslauf umschaltbar.

Die Spulenträgertransportmittel der Hülsenrückführstrecke sowie die Transportelemente der Quertransportstrecken sind in einer Richtung antreibbar und laufen während des Betriebes der Spulmaschine ständig um.

Der Antrieb der Transportelemente der Quertransportstrecken erfolgt dabei entweder, wie in der DE 38 43 554 A1 dargestellt, über eine getriebliche Anbindung dieser Transportelemente an das angetriebene Transportmittel der Hülsenrückführstrecke oder, wie in der Praxis ausgeführt und z. B. in der DE 39 19 542 A1 beschrieben über spezielle Antriebe, wobei jeweils ein gemeinsamer Antrieb für die Quertransportstrecken einer Maschinensektion vorgesehen ist.

Die Länge der Quertransportstrecken ist so bemessen, daß neben einem in einer Blaskammer gehaltenen Spulenträger noch zwei weitere, in Vorrats- oder Wartestellungen positionierte, kopsbestückte Spulenträger in der Quertransportstrecke Platz finden.

Die Hülsen der abgespulten Kopse werden durch das ständig umlaufende Transportmittel der Quertransportstrecke unverzüglich in Richtung Hülsenrückführstrecke ausgeschleust. Dabei wird gleichzeitig einer der in Vorratsstellung geparkten, kopsbestückten Spulenträger in die Blaskammer eingefahren. Das umlaufende Transportmittel der Quertransportstrecke sorgt anschließend dafür, daß bei nächster Gelegenheit einer der in der Speicherstrecke patrouillierenden kopsbestückten Spulenträger abgezogen und in die Vorratsstellungen im Bereich der Blaskammer transportiert wird.

Um ein sicheres Einfahren kopsbestückter Spulenträger in die Quertransportstrecken zu gewährleisten, ist es außerdem bekannt, die Transportmittel der Quertransportstrecken in die Speicherstrecke hinein ragen zu lassen.

In der DE 41 42 790 A1 ist eine derartig gestaltete Spulentransportvorrichtung dargestellt und beschrieben. Die umlaufenden Transportmittel der Quertransportstrecken können die auf der Speicherstrecke herangeführten, kopsbestückten Spulenträger erfassen und in Richtung der Quertransportstrecken umlenken.

Da die Transportmittel der Quertransportstrecken, wie vorstehend bereits ausgeführt, ständig in Transportrichtung umlaufen, sind im Eingangsbereich der Quertransportstrecken außerdem schaltbare Mittel angeordnet, die es bei Bedarf ermöglichen, ein Einlaufen kopsbestückter Spulenträger in die Quertransportstrecken zu verhindern.

Des weiteren ist zum Beispiel durch die DE 42 11 236 A1 eine Spulenträgertransporteinrichtung bekannt, die eine niveauhöhere Kopszuführstrecke sowie eine etwas tiefer angeordnete Hülsenrückführstrecke aufweist. Die Zu- und Rückführstrecken sind, wie bekannt, über Quertransportstrecken verbunden. Die Quertransportstrecken weisen eingangsseitig jeweils eine Drehscheibe zum Fördern der Spulenträger auf. Die Drehscheiben sind dabei über Reibschluß mit dem angetriebenen Transportband der Kopszuführstrecke verbunden und werden von diesem permanent gedreht. Kopsbestückte Spulenträger, die auf der Kopszuführstrecke herangeführt und durch spezielle Leitkonturen in den Bereich der Quertransportbahneingänge abgelenkt werden, können von den Drehscheiben erfaßt und an die Spulposition der jeweiligen Spulstelle überführt werden.

Nachteilig bei den vorbeschriebenen Spulmaschinen ist unter anderem, daß die Transportmittel mehrerer Quertransportstrecken gemeinsam angetrieben werden und ständig umlaufen. Es ist daher bereits vorgeschlagen worden, die Antriebe der Quertransportstrecken zu trennen.

Eine solche Spulmaschine mit vereinzelten Antrieben im Bereich der Quertransportstrecken ist in der DE 43 02 763 A1 beschrieben. Die im Bereich der Quertransportstreckeneingänge gelagerten Drehscheiben verfügen dabei jeweils über ein Klinkenwerk und werden über Stößelstangen von Nockenscheiben einzeln beaufschlagt. Diese Art des Antriebes der Drehscheiben ist allerdings, nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Mechanikrelativ aufwendig.

Der Erfindung liegt ausgehend von Textilmaschinen der vorbeschriebenen Gattung die Aufgabe zugrunde, das Spulenträgertransportsystem derartiger Textilmaschinen, weiterzuentwickeln, insbesondere die Verteilung kopsbestückter Spulenträger während der Startphase einer Spulmaschine, z. B., nach einem Partiewechsel, zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.

Der Einsatz von reversiblen Einzelantrieben bietet auf einfache Weise die Möglichkeit, die Transportelemente der einzelnen Quertransportstrecken über eine Steuereinrichtung definiert anzusteuern. Ein solches gezieltes Ansteuern der Einzelantriebe bietet bereits bei Partieanlauf einer Spulmaschine Vorteile, da durch gezieltes Ansteuern der Einzelantriebe beispielsweise sichergestellt werden kann, daß während der Startphase der Spulmaschine alle Spulstellen gleich behandelt werden. Es wird beispielsweise verhindert, daß die in Kopstransportrichtung vorne liegenden Spulstellen auf Kosten der weiter hinten angeordneten Spulstellen bevorzugt behandelt werden. Durch entsprechendes Ansteuern der Einzelantriebe wird vermieden, daß an den vorderen Spulstellen bereits Vorratskopse gesammelt werden, während die in Kopstransportrichtung weiter hinten angeordneten Spulstellen aufgrund ausbleibender Kopslieferung noch außer Betrieb sind.

Die reversiblen, über eine Steuereinrichtung definiert ansteuerbaren Einzelantriebe bieten auch Vorteile beim Auslaufen einer Garnpartie. Durch gezieltes Ansteuern der entsprechenden Einzelantriebe können zum Beispiel ein Teil der in den Quertransportstrecken befindlichen Vorratskopse wieder in die als Speicherstrecke ausgebildete Kopszuführstrecke zurückgeschleust und neu verteilt werden. Auf diese Weise wird es möglich, einen verbliebenen, relativ geringen Garnvorrat gezielt auf wenige im Aufbau befindliche Kreuzspulen zu konzentrieren, so daß diese Kreuzspulen noch mit der vorbestimmten Garnlänge bewickelt werden können.

Da die Transportelemente der Quertransportstrecken während des Spulvorganges still stehen und vom Spulstellenrechner nur im Bedarfsfall zugeschaltet werden, bietet die erfindungsgemäße Einrichtung außerdem Vorteile bezüglich des Verschleißes der Transportelemente und der Spulenträger. Des weiteren führt die deutlich verringerte Laufzeit der Transportelemente zu einer Verminderung des Energieverbrauchs derartiger Einrichtungen.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Ansteuerung der Einzelantriebe über die spulstelleneigenen Rechner, die mit der Zentralsteuereinheit der Spulmaschine verbunden sind. Da diese Spulstellenrechner an jeder Spulstelle bereits vorhanden und zum Zeitpunkt des Hülsen-/Kopswechselvorganges nicht mit ihren üblichen Aufgaben belastet sind, können diese Spulstellenrechner problemlos die zusätzliche Aufgabe übernehmen. Das Ansteuern der reversiblen Einzelantriebe über die jeweiligen Spulstellenrechner stellt somit eine äußerst kostengünstige Lösung dar. Zusätzliche, in der Regel kostenintensive Steuereinrichtungen sind nicht erforderlich.

Die reversiblen Einzelantriebe sind in bevorzugter Ausführungsform entweder als Schrittmotoren oder als bürstenlose Gleichstrommotoren ausgebildet. Solche Antriebe sind einerseits ausreichend zuverlässig und andererseits relativ kostengünstig.

Die im Bereich der Quertransportstrecken angeordneten, von den reversiblen Einzelantrieben beaufschlagten Transportelemente sind in bevorzugter Ausführungsform als Transportbandpaare ausgeführt, wobei die beiden Einzeltransportbänder beabstandet angeordnet sind und dadurch die auf den Transportbändern beförderten Spulenträger im Bereich der Spulstelle von unten frei zugängig bleiben. Die Transportbandpaare erstrecken sich bis in den Transportweg der Speicherstrecke hinein, so daß im Bedarfsfall problemlos ein kopsbestückter Spulenträger aus der Speicherstrecke in die Quertransportstrecke übernommen werden kann. Die einwandfreie Übernahme der kopsbestückten Spulenträger wird außerdem durch die spezielle Anordnung des im Bereich der Speicherstrecke umlaufenden Spulenträgertransportmittels unterstützt. Vorzugsweise ist diese Spulenträgertransportmittel als Rundschnurriemen ausgebildet, der bezüglich der Mittellängsachse der Speicherstrecke seitlich versetzt angeordnet ist. Durch das seitliche Versetzen wird den Spulenträgern eine Kraftkomponente in Richtung der Quertransportstreckeneingänge erteilt, was sich bei der Übernahme der Spulenträger durch die in den Quertransportstrecken angeordneten Transportbandpaare sehr vorteilhaft auswirkt.

Die Erfindung ist in einem nachfolgend anhand der Zeichnungen beschriebenen Ausführungsbeispiel näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 in perspektivischer Ansicht ein Spulenträgertransportsystem einer schematisch angedeuteten Spulmaschine,

Fig. 2 die Spulstelle einer Spulmaschine mit zugehörigem Spulenträgertransportsystem in Seitenansicht,

Fig. 3 den Bereich einer Quertransportstrecke in Seitenansicht, gemäß Schnitt III-III der Fig. 4,

Fig. 4 eine Draufsicht auf einen Teil des erfindungsgemäßen Spulenträgertransportsystems.

In Fig. 1 ist in perspektivischer Ansicht das Spulenträgertransportsystem 21 einer der Übersichtlichkeit halber nur schematisch angedeuteten Spülmaschine 25 dargestellt. Die Darstellung der Spulmaschine 25 beschränkt sich dabei im wesentlichen auf die maschinenendseitig angeordnete Energie- und Bedienungseinheit 22, in der auch die Zentralsteuereinheit 40 angeordnet ist sowie die Positionsangaben für die Spulstellen I, II . . . X usw.

Auf einem insgesamt mit 20 bezeichneten Chassis ist ein Spulenträgertransportsystem 21 angeordnet. Das Transportsystem 21 weist eine Vielzahl von verschiedenen Transportstrecken auf, deren Funktion nachfolgend kurz erläutert wird.

Die Übernahmestrecke 1 bildet die Schnittstelle des vorliegenden Transportsystemes 21 zu den Transportsystemen im Produktionsprozeß vorgeschalteter Textilmaschinen. Diese vorgeschalteten Textilmaschinen sind in der Regel Ringspinnmaschinen.

Im Bereich der Übernahmestrecke 1 erfolgt mittels eines (nicht dargestellten) Umsetzers die Übernahme der auf den Ringspinnmaschinen gefertigten Kopse vom Transportsystem der Ringspinnmaschinen auf das Transportsystem der Spulmaschine sowie die Rückführung der abgespulten Hülsen. Die auf spulmaschineneigene Spulenträger aufgesetzten Kopse werden über eine maschinenlange Transportstrecke 2 zu einer oder mehreren Vorbereitungsstrecken 3 transportiert, wo in (nicht dargestellten) Vorbereitungsstationen, wie bekannt, die Hinterwindung vom Kops gelöst und der Kops mit einer Spitzenwicklung versehen wird. Anschließend gelangen die Kopse über die Abtransportstrecke 4 auf eine als Speicherstrecke ausgebildete Kopszuführstrecke 5. Von der Kopszuführstrecke 5, die abwechselnd von Rechts- auf Linkslauf geschaltet wird, gelangen die auf den Spulenträgern positionierten Kopse in den Eingangsbereich von Quertransportstrecken 6. Die Quertransportstrecken 6 nehmen in der Regel drei Kopse auf, wobei ein Kops in Spulstellung innerhalb einer, in Fig. 1 nicht dargestellten Blaskammer 17 der Spulstellen I, II usw. steht, während zwei weitere ebenfalls auf Spulenträgern positionierte Kopse in Vorrats- oder Wartepositionen vor der Blaskammer geparkt sind.

Abgespulte Hülsen werden über die Rückführstrecke 8, beziehungsweise die Verteilerstrecke 9, zur Übergabestrecke 1 zurückbefördert und dort wie eingangs angedeutet, mittels eines Umsetzers auf das Transportsystem der Ringspinnmaschinen zurückgegeben.

Kopse, die durch die im Bereich der Vorbereitungsstrecke 3 angeordneten Vorbereitungseinrichtungen nicht bearbeitet werden konnten, werden über die Verbindungsstrecke 7 direkt auf die Rückführstrecke 8 geschleust und gelangen sofort auf die Verteilerstrecke 9. Die Verteilerstrecke 9 lenkt Hülsen mit geringem Garnrest, Restkopse und nicht vorbereitete Kopse auf eine Passage 10, von der aus die Hülsen oder Kopse je nach Zustand auf die Restevorbereitungsstrecke 11, die Repetierstrecke 12 oder die Hülsenreinigungsstrecke 13 verteilt werden. Kopse, die auch auf einer im Bereich der Repetierstrecke 12 angeordneten speziellen Vorbereitungsstation nicht bearbeitet werden können, werden auf die Handvorbereitungsstrecke 14 ausgetragen.

Die Fig. 2 zeigt eine der Spinnstellen I, II usw. der Spulmaschine 25 sowie eine Ausführungsform des Spulenträgertransportsystems 21 in Seitenansicht. Der konstruktive Aufbau und die Funktion derartiger Spulstellen ist bekannt und wird daher nicht näher erläutert.

Hinter den Spulstellen ist die Transportstrecke 2 angedeutet, über die die Spulmaschine 25 mit Kopsen 15 versorgt wird. Wie vorstehend bereits angedeutet, gelangen vorbereitete Kopse 15 über eine Abtransportstrecke 4 auf die Kopszuführ- oder Speicherstrecke 5, die ebenfalls hinter den Spulstellen angeordnet ist. Die Kopszuführstrecke 5 weist einen reversiblen Antrieb 44 auf, der ein zugehöriges Transportmittel, zum Beispiel ein Transportband oder einen Rundschnurriemen 26 so beaufschlagt, daß die auf der Kopszuführstrecke 5 befindlichen, kopsbestückten Spulenträger 16 ständig hinter den Eingangsbereichen der Quertransportstrecken 6 patrouillieren.

Wie insbesondere in den Fig. 3 und 4 dargestellt, sind innerhalb der Quertransportstrecken 6 Transportelemente 30 in Form von Transportbandpaaren angeordnet. Die beiden beabstandeten Transportbänder laufen dabei über endseitig angeordnete Umlenkrollen 31. Jeweils eine dieser Umlenkrollen 31 wird von einem reversiblen Einzelantrieb 27 beaufschlagt. Die Einzelantriebe 27, die über eine Steuerleitung 28 mit dem zugehörigen Spulstellenrechner 29 verbunden sind, sind beispielsweise über eine Getriebeanordnung 32 oder eine Kraftübertragungseinrichtung 33 mit einer der beiden endseitig angeordneten Umlenkrollen 31 gekoppelt.

Funktion der Vorrichtung, beschrieben anhand der Fig. 4:

Die Spulstelle I zeigt die Situation während des Umspulvorganges. Ein in einer Blaskammer 17 positionierter Kops 15 wird abgespult und zu einer wesentlich großvolumigeren Kreuzspule 18 (siehe Fig. 2) umgewickelt. Vor der Blaskammer 17 sind in Vorrats- und Wartepositionen 34 auf Spulenträgern 16 zwei weitere Kopse 15 positioniert. Das Transportelement 30 der Quertransportstrecke 6' steht still. Hinter der Quertransportstrecke 6' patrouillieren in der Kopszuführstrecke 5 ständig kopsbestückte Spulenträger 16. Als Spulenträgertransportmittel findet im Bereich der Kopszuführstrecke 5 ein Rundschnurriemen 26 Anwendung, der von einem reversiblen Antrieb 44 beaufschlagt wird und, wie durch den Richtungspfeil 41 angedeutet, die Spulenträger 16 abwechselnd nach rechts oder links befördert. Die Spulenträger 16 gleiten dabei auf Gleitschienen 35, 36 und werden seitlich durch Führungsleisten 37, 38 geführt. Der Fuß der kopsbestückten Spulenträger 16 wird dabei, wenigstens teilweise, durch Deckbleche 23 überfaßt.

Nach Beendigung des Abspulvorganges wird die Leerhülse 24 in Richtung zur Hülsenrückführstrecke 8 abgefördert. Diese Situation ist an der Spulstelle II angedeutet. Der vom zugehörigen Spulstellenrechner 29 über die Steuerleitung 28 angesteuerte reversible Einzelantrieb 27 bewegt die Transportbänder 30 in Richtung der Pfeile 42. Aus der geöffneten Blaskammer 17 wird der mit der Leerhülse 24 bestückte Spulenträger 16 zur Hülsenrückführstrecke 8 hin ausgeschleust, deren von einem Antrieb 45 beaufschlagtes Transportmittel in Richtung des Pfeiles 43 umläuft.

Gleichzeitig fährt der erste der beiden in Wartestellung 34 geparkten, kopsbestückten Spulenträger 16 in den Bereich der Blaskammer 17 und wird dort, nach Schließen der Blaskammer, wie bekannt, bearbeitet.

Die Transportelemente 30 der Quertransportstrecke 6" laufen anschließend so lange weiter in Richtung der Pfeile 42 um, bis einer der in der Speicherstrecke 5 patrouillierenden, kopsbestückten Spulenträger 16 in die freigewordene Warteposition vor der betreffenden Spulstelle II befördert ist. Daraufhin wird der Einzelantrieb 27 abgeschaltet, die Transportelemente 30 der Quertransportstrecke 6" stehen bis zum nächsten Wechselvorgang still.

Spezielle Maschinenereignisse, wie Partiewechsel, werden durch eine Zentralsteuereinheit 40, die über Steuerleitungen 41 mit den Spulstellenrechner 29 verbunden ist überwacht. Die Zentralsteuereinheit 40 steuert in solchen Fällen über die Spulstellenrechner 29 die reversiblen Einzelantriebe 27 entsprechend den vorgegebenen Kriterien an.

Bei Partiestart werden die reversiblen Einzelantriebe 27 beispielsweise so angesteuert, daß die einzelnen Spulstellen I, II . . . . X, usw. zunächst nur entsprechend ihres akuten Kopsbedarfs mit Kopsen 15 versorgt werden. Auf diese Weise wird gewährleistet, daß die Vorratspositionen 34 der Quertransportstrecken 6 erst dann aufgefüllt werden, wenn an den übrigen Spulstellen I, II . . . . X, usw. der Spulmaschine 25 kein akuter Kopsbedarf mehr besteht.

Bei Partieauslauf wird die im Augenblick im Spulentransportsystem 21 befindliche Garnmenge, die in Form kopsbestückter Spulenträger 16 vorliegt, auf bestimmte, von der der Zentralsteuereinheit 40 festgelegte Spulstellen konzentriert, so daß wenigstens an diesen ausgewählten Spulstellen Kreuzspulen mit der gewünschten Garnlänge erzeugt werden können. Aus diesem Grund werden durch Umschalten der reversiblen Einzelantriebe 27 nicht ausgewählter Spulstellen deren in Wartepositionen 34 stehenden, kopsbestückten Spulenträger 16 wieder auf die Kopszuführstrecke 5 zurückbefördert und anschließend auf die vorgenannten, ausgewählten Spulstellen verteilt.

Die Verwendung reversibler Einzelantriebe im Bereich der Quertransportstrecken führt insgesamt zu einer weiteren Verbesserung der Spulentransportsysteme Kreuzspulen herstellender Textilmaschinen.


Anspruch[de]
  1. 1. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine mit einer Vielzahl von in Reihe angeordneten Spulstellen sowie einem Spulenträgertransportsystem, in dem auf Einzelträgern stehend angeordnete Kopse und Hülsen befördert werden, wobei das Spulenträgertransportsystem wenigstens eine Kopszuführstrecke, wenigstens eine Hülsenrückführstrecke und mehrere, die einzelnen Spulstellen mit diesen Strecken verbindende Quertransportstrecken aufweist, dadurch gekennzeichnet,

    daß jede Quertransportstrecke (6) wenigstens ein bis in den Bereich der Kopszuführstrecke (5) reichendes Transportelement (30) aufweist und

    daß ein das Transportelement (30) beaufschlagender reversibler Einzelantrieb (27) vorgesehen ist, der über eine Steuereinrichtung (29) definiert ansteuerbar ist.
  2. 2. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der reversible Einzelantrieb (27) an den Spulstellenrechner (29) der betreffenden Spulstelle (I II usw.) angeschlossen und über den Spulstellenrechner (29) bezüglich Laufrichtung, Laufdauer und Laufzeitpunkt ansteuerbar ist.
  3. 3. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulstellenrechner (29) mit einer Zentralsteuereinheit (40) der Spulmaschine (25) verbunden sind und spezielle Maschinenereignisse, wie Partiewechsel oder dergleichen durch die Zentralsteuereinheit (40) geleitet werden, die über die Spulstellenrechner (29) die reversiblen Einzelantriebe (27) nach vorgegebenen Kriterien ansteuert.
  4. 4. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Partieanlauf die reversiblen Einzelantriebe (27) so angesteuert werden, daß die Spulstellen (I, II, . . . ., usw.) zunächst entsprechend ihres akuten Kopsbedarfes mit Kopsen (15) versorgt werden.
  5. 5. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Quertransportstrecken (6) vorgesehenen Vorratspositionen (34) erst dann mit Kopsen (15) bestückt werden, wenn an den übrigen Spulstellen (I, II . . . ., usw.) der Spulmaschine (25) kein akuter Kopsbedarf mehr besteht.
  6. 6. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Partieauslauf die reversiblen Einzelantriebe (27) der Quertransportstrecken (6) so angesteuert werden, daß die im Spulenträgertransportsystem (21) der Spulmaschine (25) befindliche Garnmenge auf ausgewählte, durch die Zentralsteuereinheit (40) bestimmte Spulstellen konzentriert wird.
  7. 7. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die reversiblen Einzelantriebe (27) der Quertransportstrecken (6), die von der Zentralsteuereinheit (40) nicht ausgewählt sind, durch die Spulstellenrechner (29) so angesteuert werden, daß in Vorratsposition (34) befindliche kopsbestückte Spulenträger (16) auf die Kopszuführstrecke (5) zurückbefördert werden.
  8. 8. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die reversiblen Einzelantriebe (27) als Schrittmotoren ausgebildet sind.
  9. 9. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die reversiblen Einzelantriebe (27) als bürstenlose Gleichstrommotoren ausgebildet sind.
  10. 10. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das im Bereich der Quertransportstrecke (6) umlaufende Transportelement (30) jeweils als Transportbandpaar mit beabstandet angeordneten Einzeltransportbändern ausgebildet ist.
  11. 11. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Bereich der Speicherstrecke (5) umlaufendes Spulenträgertransportmittel (26) als Rundschnurriemen ausgebildet ist.
  12. 12. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Rundschnurriemen (26) mittels eines reversiblen Antriebes (44) abwechselnd im Links- oder Rechtslauf beaufschlagbar ist.
  13. 13. Kreuzspulen herstellende Textilmaschine nach Anspruch 11 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Rundschnurriemen (26) bezüglich der Mittellängsachse der Speicherstrecke (5) seitlich versetzt angeordnet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com