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Dokumentenidentifikation DE10106718A1 05.09.2002
Titel Hefestamm von Saccharomyces cerevisiae mit funktioneller Expression eines Glut-Transporters
Anmelder Aventis Pharma Deutschland GmbH, 65929 Frankfurt, DE
Erfinder Müller, Günter, Dr., 65843 Sulzbach, DE;
Koller, Klaus-Peter, Prof. Dr., 65812 Bad Soden, DE;
Boles, Eckhard, Dr., 40591 Düsseldorf, DE;
Wieczorke, Roman, 40476 Düsseldorf, DE;
Dlugai, Silke, 40591 Düsseldorf, DE
DE-Anmeldedatum 14.02.2001
DE-Aktenzeichen 10106718
Offenlegungstag 05.09.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.09.2002
IPC-Hauptklasse C12N 1/19
IPC-Nebenklasse C12N 15/63   C12Q 1/02   C07K 14/245   
IPC additional class // (C12N 1/19,C12R 1:865)  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher durch Deletion der genomischen Sequenzen keine Hexosetransporter mehr ausbildet und in Folge dessen sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein GLUT4-Gen zur Expression bringt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher durch Deletion der genomischen Sequenzen keine Hexosetransporter mehr ausbildet und in Folge dessen sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein GLUT4-Gen zur Expression bringt.

Die meisten heterotrophen Zellen transportieren Glukose über spezielle Transporterproteine ins Zellinnere. Bei den verschiedenen Organismen haben sich unterschiedliche Mechanismen herausgebildet, die den Glukosetransport vermitteln, also Protonen-Symportsysteme, Na+-Glukosecotransporter, bindungsproteinabhängige Systeme, Phosphotransferasesysteme sowie Systeme für die erleichterte Diffusion. Bei den Eukaryonten vermittelt eine Familie von Glukosetransportern, die bei Säugetieren von den GLUT-Genen und bei Saccharomyces cerevisiae von den HXT-Genen codiert werden, die Glukoseaufnahme über erleichterte Diffusion. Diese Transporter zählen zu einer größeren Zuckertransport-Superfamilie und sind durch das Vorliegen 12 transmembranöser Helices und mehrerer konservierter Aminosäurereste und -motive gekennzeichnet.

Der Glukosetransport bei Säugetieren war Gegenstand zahlreicher Untersuchungen, da die Kenntnis der Vorgänge bei Krankheiten, die mit einer defekten Glukosehomöostase assoziiert sind, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Fanconi-Bickel-Syndrom, von großer Wichtigkeit ist. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind acht Glukosetransporter (GLUT1 bis GLUT5, GLUT8, GLUT9/SLC2A9, GLUT9 (GenBank Aufnahme-Nr. Y17803)) identifiziert worden, welche zur erleichterten Glukoseaufnahme beitragen. Zu den Schlüsselrollen dieser Transporter zählen die Aufnahme von Glukose in verschiedene Gewebe, ihre Speicherung in der Leber, ihre insulinabhängige Aufnahme in die Muskelzellen und Adipozyten sowie die Glukose-Messung durch die β-Zellen des Pankreas. GLUT1 vermittelt den Glukosetransport in die Erythrozyten und durch die Blut-Hirn- Schranke, wird jedoch auch in vielen anderen Geweben exprimiert, während GLUT4 auf insulinabhängige Gewebe, in erster Linie auf Muskel- und Fettgewebe beschränkt ist. Bei diesen insulinabhängigen Geweben stellt die Kontrolle des Targeting von GLUT4-Transportern in intrazelluläre Kompartimente oder Plasmamembrankompartimente einen wichtigen Mechanismus für die Regulierung der Glukoseaufnahme dar. In Gegenwart von Insulin wird intrazelluläres GLUT4 auf die Plasmamembran zurückverteilt, um die Glukoseaufnahme zu erleichtern. GLUT1 wird in diesen insulinabhängigen Geweben ebenfalls exprimiert, und seine Verteilung in der Zelle wird ebenfalls von Insulin beeinflußt, jedoch weniger stark. Darüberhinaus wird die relative Wirksamkeit, mit der GLUT1 oder GLUT4 den Zuckertransport katalysieren, nicht nur von dem Ausmaß des Targetings jedes Transporters an die Zelloberfläche bestimmt, sondern auch von ihren kinetischen Eigenschaften.

Die Tatsache, daß unterschiedliche Glukosetransporter-Isoformen koexprimiert werden sowie der rasche Glukosemetabolismus hat Untersuchungen bezüglich der Rolle und der genauen Eigenschaften jeder Glukosetransporter-Isoform in diesen insulinabhängigen Geweben kompliziert gestaltet. Um diese Probleme zu lösen, wurden heterologe Expressionssysteme wie Xenopus-Oozyten, Gewebekulturzellen, Insektenzellen und Hefezellen verwendet. Es stellte sich jedoch heraus, daß Schwierigkeiten bei diesen Systemen auftraten: zu schwache Aktivität der heterolog exprimierten Transporter, eigene Glukosetransporter bei diesen Systemen, die intrazelluläre Retention eines beträchtlichen Teils der Transporter, oder sogar die Produktion inaktiver Transporter.

Bislang ist noch kein Organismus bekannt, der außer einem heterologen und funktionellen Glut4-Glukosetransportprotein kein weiteres insbesondere intrinsisches Hexosetransportprotein exprimiert. Dies führt zu einer Reihe von Nachteilen bei der Suche nach Verbindungen, welche die Transporteigenschaften des Glut4-Proteins verändern können. Solche Verbindungen wären von großem Interesse als Bestandteile von Arzneimitteln, da bekannt ist, daß Glut4 bei der Absenkung der Blutglukosekonzentration im Zusammenspiel mit Insulin und anderen Faktoren eine wichtige Rolle spielt. Mit Hilfe eines Organismus, der ein funktionelles Glut4-Transportprotein exprimiert, hätte man die Möglichkeit nach Verbindungen zu suchen, die den Glut4-Transporter direkt beeinflußen. Die Nebenwirkungen solcher Verbindungen wären geringer, da keine Nebeneffekte vermittelt über Signalfaktoren auftreten würden. Außerdem wären die Handhabung und Bereitstellung des Materials im Falle eines zur Verfügung stehenden Hefestammes sehr erleichtert. Als Aufgabe der Erfindung wird deshalb die Bereitstellung eines Hefestammes angesehen, der ein funktionelles Glut4-Protein exprimiert.

Die Erfindung betrifft einen Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein GLUT4-Gen zur Expression bringt. Solch ein Stamm kann beispielsweise durch Mutation oder Deletion der entsprechenden genomischen Sequenzen hergestellt werden. Hexosen soll als Bezeichnung für Aldosen mit 6 Kohlenstoffatomen wie Glukose, Galaktose oder Mannose sowie für Ketosen mit 6 Kohlenstoffatomen wie Fruktose oder Sorbose verwendet werden.

Die Erfindung betrifft weiterhin einen Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae wie eben beschrieben, wobei dieser Stamm ein GLUT4-Gen enthält.

Bei der Hefe Saccharomyces cerevisiae sind 17 Hexosetransporter und zusätzlich drei Maltosetransporter bekannt, die, sofern sie stark genug exprimiert werden, in der Lage sind, Hexosen in die Hefe zu transportieren. Bekannt ist ein Stamm, dem durch Deletion sämtliche Transporter, die zur Hexoseaufnahme geeignet sind, entfernt wurden. Dieser Stamm enthält lediglich noch die beiden Gene MPH2 und MPH3, die zu Maltosetransportproteinen homolog sind. Die beiden Gene MPH2 und MPH3 werden bei Anwesenheit von Glukose im Medium reprimiert. Herstellung und Charakterisierung dieses Hefestammes ist in Wieczorke et al., FEBS Lett. 464, 123-128 (1999) beschrieben. Dieser Stamm ist nicht in der Lage, sich auf einem Substrat mit einer Glukose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren. Aus diesem Stamm können Mutanten selektiert werden, die ausgehend von einem entsprechenden Vektor Glut1 funktionell exprimieren (Stamm hxt fgy1-1). Transformiert man in den Hefestamm hxt fgy1-1 einen Plasmidvektor, welcher ein GLUT4-Gen unter Kontrolle eines Hefepromotors trägt, wird dennoch nur sehr wenig Glukose transportiert. Die funktionelle Expression von Glut4 erfordert weitere Anpassungen dieses Hefestammes, um einen signifikanten Glukosetransport mittels Glut4 zu ermöglichen. Solche Hefestämme, die Glukose mittels eines einzigen Glukosetransporters Glut4 in die Zellen aufnehmen, lassen sich auf Substraten mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle isolieren. Dazu wird ein Hefestamm hxt fgy1- 1 der ein Glut4-Gen unter funktioneller Kontrolle eines Hefepromotors trägt, transformiert. Diese so transformierten Hefezellen werden auf einem Nährmedium ausgebracht, welches Glukose als einzige Kohlenstoffquelle enthält, und werden darauf inkubiert. Nach einigen Tagen der Inkubation bei beispielsweise 30°C beobachtet man Wachstum von vereinzelten Kolonien. Eine dieser Kolonien wird isoliert. Entfernt man aus dieser Kolonie das Hefeplasmid, unterbleibt die Vermehrung auf dem Nährmedium mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle. Wird diesem Stamm, der nun kein Vektorplasmid mehr enthält, wiederum ein Hefevektor, der ein GLUT4-Gen unter funktioneller Kontrolle eines Hefepromotors trägt, durch Transformation zugeführt, dann ist dieser Stamm wiederum in der Lage, sich auf einem Medium mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren. Die Herstellung eines Stammes von Saccharomyces cerevisiae, welcher die Glukoseaufnahme mittels eines Glut4-Transporters ermöglicht, wird in den Beispielen ausführlich beschrieben. Dieser Stamm exprimiert keine hefeeigenen Transporter für Hexosen und ist in der Lage mittels eines beispielsweise durch Transformation eingeführten Gens für einen Glut4-Transporter Hexosen insbesondere Glukose in die Zelle aufzunehmen. Hefestämme mit dieser Eigenschaft wurden unter der Nummer DSM 14035, DSM 14036 oder DSM 14037 bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, (DSMZ) in Braunschweig gemäß dem Budapester Vertrag über die internationale Anerkennung der Hinterlegung von Mikroorganismen für die Zwecke von Patentverfahren hinterlegt (Tabelle 1).

In einer bevorzugten Ausführungsform des Stammes von Saccharomyces cerevisiae dieser Erfindung wird ein GLUT4-Gen unter funktioneller Kontrolle eines Expressionspromotors für Hefen zur Expression gebracht. Geeignete Expressionspromotoren der Hefe sind dem Fachmann bekannt. Solche sind beispielsweise der SOD1-Promotor (Superoxiddismutase), ADH-Promotor (Alkoholdehydrogenase), der Promotor für das Gen der sauren Phosphatase, HXT2- Promotor (Glukosetransporter 2), HXT7-Promotor (Glukosetransporter 7), GAL2- Promotor (Galaktosetransporter) und andere. Das Konstrukt bestehend aus einem Expressionspromotor einer Hefe und einem GLUT4-Gen ist für den Zweck der Expression Bestandteil eines Hefevektors. Dieser Hefevektor kann zur Durchführung der Expression als selbstreplizierendes Partikel unabhängig vom Genom der Hefe vorliegen oder stabil in das Genom der Hefe integriert sein. Als Hefevektor eignet sich grundsätzlich jede Polynukleotidsequenz, welche in einer Hefe vermehrt werden kann. Als Hefevektoren können insbesondere Hefeplasmide oder künstliche Hefechromosomen (Yeast Artificial Chromosomes) verwendet werden. Hefevektoren enthalten in der Regel einen "origin of replication" (2 µ, ars) für die Einleitung der Replikation sowie einen Selektionsmarker, der üblicherweise aus einem Auxotrophiemarker oder einem Antibiotikumresistenzgen besteht. Einem Fachmann als Hefevektoren bekannt sind beispielsweise pBM272, pCS19, pEMBCYe23, pFL26, pG6, pNN414, pTV3 oder andere. Grundsätzlich kann das GLUT4-Gen jeder Spezies zur Expression gebracht werden. Bevorzugt wird ein GLUT4-Gen aus Mensch, Maus oder Ratte zur Expression gebracht. Die Polynukleotid- und Aminosäuresequenzen für Glut4 sind zugänglich beispielsweise über folgende Einträge in Genbank: M20747 (cDNA; Mensch), EMBL: D28561 (cDNA; Ratte), EMBL: M23382 (cDNA; Maus), Swissprot: P14672 (Protein; Mensch), Swissprot: P19357 (Protein; Ratte) und Swissprot: P14142 (Protein; Maus). Besonders bevorzugt wird das GLUT4-Gen mittels des Vektors YEp4H7-HsGlut4 (SEQ ID Nr. 9) zur Expression gebracht. Das GLUT4-Gen dieses Vektors ist menschlichen Ursprungs. Die Herstellung eines Hefevektors enthaltend ein GLUT4- Gen zur Expression in Zellen ist dem Fachmann geläufig. In den Beispielen wird die Herstellung solch eines Vektors beschrieben. Ein Hefevektor enthaltend ein Gen zur Expression wird, damit es zur Expression gebracht werden kann, durch Transformation in die Hefe eingeführt. Dazu eignen sich beispielsweise Methoden wie die Elektroporation oder die Inkubation kompetenter Zellen durch Vektor-DNA. Die Transformation ist eine dem Fachmann geläufige Technik zur Einführung von Fremd-DNA insbesondere von Plasmiden oder Vektoren in Mikroorganismen wie Hefen oder Bakterien. In der einem Fachmann bekannten Methodensammlung "Methods in Yeast Genetics, 1997: A Cold Spring Harbor Laboratory Course Manual; Adams Alison (Edt.); Cold Spring Harbor Laboratory; ISBN: 0-87969-508-0" finden sich ausführliche Protokolle zu Transformation von Hefen, Hefevektoren, Selektion von Mutanten der Hefe oder die Expression von Proteinen in Hefen. Der Nachweis erfolgter Expression des GLUT4-Gens in einer Hefe dieser Erfindung kann insbesondere durch Northern-Blotting, Western-Blotting, Glukoseaufnahmestudien sowie Glukoseverwertungsstudien oder andere Methoden geführt werden. Beim Northern-Blotting wird isolierte RNA des zu untersuchenden Organismus auf einen Träger wie beispielsweise Nitrozellulose aufgebracht und fixiert, sowie anschließend durch Inkubation dieses mit der RNA des Organismus versehenen Trägers mit radioaktiv oder über einen Fluoreszenzfarbstoff markierter DNA einer GLUT4-Polynukleotidsequenz detektiert. Die Expression von GLUT4-mRNA in einer Hefe dieser Erfindung erkennt man am Auftreten geschwärzter Banden. Im Vergleich dazu können mit der RNA einer sonst gleichen Hefe, die aber nicht mit einem GLUT4-haltigen Expressionsvektor transformiert wurde, keine geschwärzten Banden nachgewiesen werden. Beim Western-Blotting erfolgt der Nachweis des exprimierten Proteins nach Aufbringen eines Proteinextrakts des zu untersuchenden Organismus auf einen Membranträger wie Nitrozellulose über Antikörper. Antikörper für das Glut4-Protein sind beispielsweise erhältlich von Alpha Diagnostic International, Inc., 5415 Lost Lane, San Antonio, TX 78238 USA. Über diesen Anbieter können auch die zum Nachweis des gebundenen Antikörpers erforderlichen Testsysteme bezogen werden. Der Nachweis des exprimierten Glut4-Proteins wird im Vergleich zu einem sonst gleichen Hefestamm geführt, der kein Glut4-Protein enthält. Bei Glukoseaufnahmestudien wird dem zu untersuchenden Organismus radioaktiv markierte Glukose als einzige Kohlenstoffquelle angeboten. Die Hefe mit Glut4 als einzigem Glukosetransporter nimmt im Gegensatz zu einem sonst gleichen Kontrollstamm, der keinen Glut4 Transporter enthält, diese radioaktiv markierte Glukose ins Zellinnere auf. Die Glukoseverwertung kann auf Nährmedien getestet werden, die Glukose als einzige Kohlenstoffquelle enthalten. Der Hefestamm mit einem Glut4-Transportprotein als einzigem Glukosetransporter ist im Unterschied zur sonst gleichen Kontrolle ohne Glut4-Transporter in der Lage, sich im Nährmedium mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren. Diese eben erwähnten Methoden sind dem Fachmann geläufig. Ausführliche Beschreibungen finden sich beispielsweise in "Current Protocols in Molecular Biology; Edited by: F. M. Ausubel, R. Brent, R. E. Kingston, D. m. Moore, J. G. Seidman, J. A. Smith, K. Struhl; published by: John Wiley & Sons; 2000 (currently updated)".

Die Erfindung betrifft bevorzugt einen Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae wobei ein Glut4-Gen aus Mensch, Maus oder Ratte zur Expression gebracht wird.

Die Erfindung betrifft besonders bevorzugt einen Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae wobei eine Polynukleotidsequenz enthaltend einen codierenden Bereich eines menschlichen Glut4-Gens zur Expression gebracht wird.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bezieht sich die Erfindung auf einen oder mehrere der Stämme der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher beispielsweise unter dem Aktenzeichen DSM 14038, DSM 14039 oder DSM 14040 bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, Braunschweig hinterlegt wurden. Diese Stämme sind in Tabelle 1 aufgelistet. Diese Liste enthält die Angaben zu den verwendeten Hefestämmen, in welche die Plasmide transformiert wurden, den Plasmiden sowie den Anzuchtbedingungen für diese Hefen.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Herstellung eines Stammes der Hefe Saccharomyces cerevisiae dieser Erfindung erhältlich durch folgende Verfahrensschritte:

  • a) Bereitstellung einer Hefe, die sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann;
  • b) Transformation der Hefe aus a) durch ein Plasmid, welches ein GLUT4-Gen umfaßt, welches unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors steht;
  • c) Ausbringen eines Stammes nach Transformation gemäß b) auf einem Medium, welches eine Hexose als einzige Kohlenstoffquelle enthält;
  • d) Selektion eines Stammes nach Ausbringen gemäß c), der sich auf diesem Medium vermehrt und der die Hexoseaufnahme mittels des Glut-4 Gens unterstützt. Die Erfindung betrifft ebenso die Vermehrung eines solchen Stammes.

Zur Bereitstellung einer Hefe dieser Erfindung wird in einem ersten Schritt ein Stamm einer Hefe Saccharomyces cerevisiae isoliert, welcher sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein Glut4-Gen, zur Expression bringt. Dies kann durch Mutation oder Deletion der entsprechenden genomischen Sequenzen, welche für die Hexosetransporter codieren, geschehen. Die Bereitstellung erfordert weiterhin die Vermehrung dieser Hefe. Die Vermehrung erfolgt mittels Standardmethoden der Mikrobiologie in geeigneten Medien. Geeignete Medien zur Vermehrung einer Hefe sind beispielsweise Vollmedien insbesondere YPD-Medium (Yeast extract/Peptone/Dextrose-Medium) oder selektive Medien und andere. Die Hefe-Zellen werden in diesen Nährmedien vermehrt, nach der Vermehrung durch Zentrifugation vom Medium abgetrennt und für die Zwecke des Verfahrens in einem wäßrigen Lösungsmittel enthaltend unter anderem Puffersubstanzen, Salze oder andere Zusätze in eine wäßrige Suspension gebracht. Angaben zu Vermehrung von Hefen findet der Fachmann im bereits erwähnten "Methods in Yeast Genetics, 1997: A Cold Spring Harbor Laboratory Course Manual; Adams Alison (Edt.); Cold Spring Harbor Laboratory; ISBN: 0- 87969-508-0".

In einer bevorzugten Ausführungsform der Herstellung eines Stammes der Hefe wie vorstehend beschrieben wird zur Transformation ein GLUT4-Gen, welches unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors steht, verwendet. Zur Durchführung der Transformation sei auf das vorstehend bereits erwähnte "Methods in Yeast Genetics" verwiesen.

Besonders bevorzugt für die Herstellung wird zur Transformation ein GLUT4-Gen aus Mensch, Maus oder Ratte verwendet. Weiterhin besonders bevorzugt wird zur Transformation ein GLUT4-Gen enthalten in einer Polynukleotidsequenz gemäß SEQ ID Nr. 9 oder 10 verwendet. SEQ ID Nr. 9 offenbart die Polynukleotidsequenz des Hefevektors Yep4H7-HsGLUT4. Dieser Vektor enthält eine Polynukleotidsequenz unter funktioneller Kontrolle des HXT7-Promotors, welche für die Aminosäuresequenz des menschlichen GLUT4-Gens codiert. In SEQ ID Nr. 10 ist die Polynukleotidsequenz des Vektors H2rg4g2 enthalten. Das Hefeplasmid H2rg4g2 trägt ein GLUT4-Gen der Ratte unter funktioneller Kontrolle eines HXT2- Promotors. Funktionelle Kontrolle des GLUT4-Gens durch den Promotor bedeutet, daß mittels des Promotors eine mRNA transkribiert wird, die in ein Glut4-Protein translatiert werden kann. Bezüglich der Offenbarungen der GLUT4-Sequenzen und der verwendeten Methoden sei auf das bereits vorstehend ausgeführte hierzu verwiesen.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Identifizerung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut4-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert enthaltend folgende Verfahrensschritte:

  • a) Bereitstellung eines Stammes der Hefe Saccharomyces cerevisiae dieser Erfindung, der ein GLUT4-Gen exprimiert;
  • b) Bestimmung der Menge einer Hexose, die von diesem aufgenommem wird;
  • c) Bereitstellung einer Verbindung;
  • d) In-Kontakt-Bringen eines Stammes der Hefe bereitgestellt gemäß a) mit einer Verbindung bereitgestellt gemäß c)
  • e) Bestimmung der Menge einer Hexose, die in den Stamm der Hefe nach In- Kontakt-Bringen gemäß d) aufgenommen wird;
  • f) Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut4-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, durch Vergleich der in den Stamm aufgenommenen Menge der Hexose vor und nach In-Kontakt-Bringen gemäß d), die gemäß b) und e) bestimmt wird.

Zur Bereitstellung einer Hefe dieser Erfindung wird in einem ersten Schritt ein Stamm einer Hefe Saccharomyces cerevisiae isoliert, welcher sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein GLUT4-Gen zur Expression bringt. Dieser Hefestamm wird mittels eines Hefevektors transformiert, der ein GLUT4-Gen unter funktioneller Kontrolle eines Hefepromotors enthält. Die Herstellung eines solchen Stammes der Hefe ist in den Beispielen beschrieben. Die Bereitstellung erfordert weiterhin die Vermehrung dieser Hefe. Die Vermehrung erfolgt mittels Standardmethoden der Mikrobiologie in geeigneten Medien. Geeignete Medien zur Vermehrung einer Hefe sind beispielsweise Vollmedien insbesondere YPD-Medium (Yeast extract/Peptone/Dextrose-Medium) oder selektive Medien und andere. Die Hefe-Zellen werden in diesen Nährmedien vermehrt, nach der Vermehrung durch Zentrifugation vom Medium abgetrennt und für die Zwecke des Verfahrens in einem wäßrigen Lösungsmittel enthaltend unter anderem Puffersubstanzen, Salze oder andere Zusätze in eine wäßrige Suspension gebracht. Angaben zu Vermehrung von Hefen findet der Fachmann im bereits erwähnten "Methods in Yeast Genetics, 1997: A Cold Spring Harbor Laboratory Course Manual; Adams Alison (Edt.); Cold Spring Harbor Laboratory; ISBN: 0- 87969-508-0".

Die Bestimmung der Menge einer Hexose, die von einem wie eben vorstehend beschrieben bereitgestellten Hefestamm aufgenommem wird, kann mittels Aufnahmestudien mit radioaktiv markierter Glukose erfolgen. Dazu wird eine bestimmte Menge der Hefezellen beispielsweise eine Menge von 60 mg Naßgewicht pro ml in beispielsweise 100 µl eines Puffers suspendiert und mit einer definierten Menge von 14C- oder 3H-markierter Glukose als einziger Kohlenstoffquelle versetzt. Man inkubiert die Zellen und entnimmt zu bestimmten Zeiten definierte Mengen der Zellen. Die Bestimmung der aufgenommenen Menge an Glukose erfolgt mit Hilfe von LSC (Liquid Scintillation Counting = Flüssig-Szintillationszählung). Die Bestimmung der Menge einer Hexose, die von einem wie eben vorstehend beschrieben bereitgestellten Hefestamm aufgenommem wird, kann aber auch mittels Wachstumstests auf Medien mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle erfolgen. Dazu bestimmt man die Wachstumsrate des Stammes nach Zugabe der Verbindung beispielsweise durch regelmäßige Messungen der optischen Dichte der Kultur bei 600 nm und vergleicht diesen Wert mit der Wachstumsrate eines Kontrollstammes (z. B. Wildtyphefestamm).

Die Bereitstellung einer Verbindung erfolgt insbesondere durch chemische Synthese oder Isolierung chemischer Stoffe aus biologischen Organismen. Die chemische Synthese kann auch automatisiert erfolgen. Die durch Synthese oder Isolierung gewonnenen Verbindungen können in einem geeigneten Lösungsmittel in Lösung gebracht werden. Geeignete Lösungsmittel sind insbesondere wäßrige Lösungen, welche einen bestimmten Anteil eines organischen Lösungsmittels wie zum Beispiel DMSO (Dimethylsulfoxid) enthalten.

Das In-Kontakt-Bringen eines Stammes der Hefe mit einer Verbindung zur Identifizerung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut4-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, erfolgt insbesondere in dafür vorgesehenen Vorrichtungen eines Laborrobotors. Solche Vorrichtungen können aus speziell präparierten Kammern mit Vertiefungen, aus Mikrotiterplatten, Eppendorfgefäßen oder Laborgläsern bestehen. Laborrobotor sind in aller Regel auf hohe Durchsatzraten konzipiert. Ein Verfahren wie das vorstehend genannte ausgeführt mit Hilfe eines Laborobotors wird deshalb auch HTS (High Throughput Screening) genannt.

Nach In-Kontakt-Bringen der Hefe mit der Verbindung wird die Menge einer Hexose insbesondere von Glukose, die unter diesen Bedingungen von der Hefezelle ins Zellinnere befördert wird, bestimmt. Dazu kann man sich desselben Vorgehens bedienen, das bereits zur Bestimmung der Glukoseaufnahme für einen Stamm, der nicht mit einer Verbindung in Kontakt gebracht wurde, beschrieben wurde.

Die Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut4-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, erfolgt durch Vergleich der in den Stamm aufgenommenen Menge der Hexose vor und nach In- Kontakt-Bringen mit der Verbindung.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Arzneimittel enthaltend eine Verbindung, welche durch das soeben beschriebene Verfahren unter Verwendung des Glut4 Gens identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, sowie Hilfsstoffe zur Formulierung des Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit. Die Weiterentwicklung einer Verbindung, welche identifiziert wurde, bedeutet, daß zum einen die Spezifität hinsichtlich des Zielproteins, hier Glut4, verbessert wird, daß weiterhin die Verfügbarkeit im tierischen oder menschlichen Organismus erhöht wird sowie daß eventuell bestehende unerwünschte Nebenwirkungen vermindert werden. Dafür stehen dem Fachmann eine Reihe von Methoden zur Verfügung, von denen beispielhaft aber nicht abschließend die Verwendung pharmakologischer Tiermodelle wie der Zucker-Ratte oder ob/ob Maus, der Einsatz biochemischer in vitro Messungen, die Verwendung von virtuellen Strukturmodellen von Verbindungen und dem Glut4 Protein genannt seien. Hilfsstoffe zur Formulierung eines Arzneimittels ermöglichen die Zubereitung der wirksamen Substanz mit dem Ziel, eine auf die jeweilige Anwendung optimal abgestimmte Ausbringung, Verteilung und Entfaltung des Wirkstoffes zu ermöglichen. Solche Hilfstoffe sind beispielsweise Füll-, Binde-, Spreng-, oder Gleitmittel wie Lactose, Saccharose, Mannit, Sorbit, Cellulose, Stärke, Dicalciumphosphat, Polyglykole, Alginate, Polyvinylpyrrolidon, Carboxymethylcellulose, Talkum oder Siliciumdioxid.

Diabetes oder Zuckerkrankheit äußert sich durch Ausscheidung von Glukose mit dem Harn bei krankhafter Erhöhung des Blutglukosespiegels (Hyperglycämie) aufgrund einer chronischen Stoffwechselstörung, die auf Mangel an Insulin oder herabgesetzter Insulinwirkung beruht. Die fehlende oder reduzierte Insulinwirkung führt zu mangelhafter Resorption und Verwertung der ins Blut aufgenommenen Glukose durch die Körperzellen. Im Fettgewebe kommt es unter der Einwirkung Insulin-antagonistischer Hormone zur gesteigerten Lipolyse mit Erhöhung der freien Fettsäuren im Blut.

Bei der Fettleibigkeit (Adipositas, Obesitas) handelt es sich um abnorme Gewichtszunahme aufgrund einer gestörten Energiebilanz durch übermäßige Kalorienaufnahme, die ein Gesundheitsrisiko beeinhaltet.

Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung einer Verbindung, welche durch ein Verfahren unter Verwendung des Glut4 Proteins identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, zur Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit. Arzneimittel sind Darreichungsformen pharmakologisch aktiver Substanzen zur Therapie von Krankheiten oder körperliche Fehlfunktionen bei Mensch und Tier. Für die orale Therapie kennt man beispielsweise Pulver, Granulate, Tabletten, Pillen, Pastillen, Dragees, Kapseln, flüssige Extrakte, Tinkturen, Sirup. Für eine äußerliche Anwendung verwendet man beispielsweise Aerosole, Sprays, Gele, Salben oder Puder. Eine parenterale Anwendung ist möglich mit Injektions- oder Infusionslösungen mit Ampullen, Flaschen oder Spritzampullen. Dem Fachmann der pharmazeutischen Technologie (Galenik) sind diese und andere Arzneimittel bekannt.

Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Identifizerung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, enthaltend folgende Verfahrensschritte:

  • a) Bereitstellung eines Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, und dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein GLUT1-Gen zur Expression bringt, wobei dieser Stamm ein GLUT1 Gen enthält, welches unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors steht.
  • b) Bestimmung der Menge einer Hexose, die in diesen Stamm bereitgestellt gemäß a) aufgenommen wird;
  • c) Bereitstellung einer Verbindung;
  • d) In-Kontakt-Bringen eines Stammes der Hefe bereitgestellt gemäß a) mit einer Verbindung bereitgestellt gemäß c)
  • e) Bestimmung der Menge einer Hexose, die in den Stamm der Hefe nach In- Kontakt-Bringen gemäß d) aufgenommen wird;
  • f) Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, durch Vergleich der in den Stamm aufgenommenen Menge der Hexose vor und nach In-Kontakt-Bringen gemäß d), die gemäß b) und e) bestimmt wird.

Zur Bereitstellung einer Hefe dieser Erfindung wird in einem ersten Schritt ein Stamm einer Hefe Saccharomyces cerevisiae isoliert, welcher durch Deletion der genomischen Sequenzen keine Hexosetransporter mehr ausbildet und in Folge dessen sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein GLUT1-Gen zur Expression bringt. Solche stämme sind bei der deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH unter der Nummer DSM 14031, DSM 14032 oder DSM 14034 hinterlegt.

Bei der Hefe Saccharomyces cerevisiae sind 17 Hexosetransporter und zusätzlich drei Maltosetransporter bekannt, die in der Lage sind, Hexosen in die Hefe zu transportieren. Bekannt ist ein Stamm, dem durch Deletion sämliche Transporter, die zur Hexoseaufnahme geeignet sind, entfernt wurden. Herstellung und Charakterisierung dieses Hefestammes ist in Wieczorke et al., FEBS Lett. 464, 123-128 (1999) beschrieben. Dieser Stamm ist nicht in der Lage, sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren. Transformiert man in solch einen Hefestamm einen Plasmidvektor, welcher ein Glut1-Gen unter Kontrolle eines Hefepromotors trägt, wird dennoch keine Glukose transportiert. Die funktionelle Expression von Glut1 erfordert weitere Anpassungen dieses Hefestammes, um den Glukosetransport mittels Glut1 zu ermöglichen. Solche Hefestämme, die Glukose mittels eines einzigen Glukosetransporters Glut1 in die Zellen aufnehmen, lassen sich auf Substraten mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle isolieren. Dazu wird ein Hefestamm, der keine intakten Hexose transportierenden Proteine mehr exprimiert mit einem Hefevektor, der ein GLUT1- Gen unter funktioneller Kontrolle eines Hefepromotors trägt, transformiert. Diese so transformierten Hefezellen werden auf einem Nährmedium ausgebracht, welches Glukose als einziger Kohlenstoffquelle enthält und werden darauf inkubiert. Nach einigen Tagen der Inkubation bei beispielsweise 30°C beobachtet man Wachstum von vereinzelten Kolonien. Eine dieser Kolonien wird isoliert. Entfernt man aus dieser Kolonie das Hefeplasmid, unterbleibt die Vermehrung auf dem Nährmedium mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle. Wird diesem Stamm, der nun kein Vektorplasmid mehr enthält, wiederum ein Hefevektor, der ein GLUT1-Gen unter funktioneller Kontrolle eines Hefepromotors trägt, durch Transformation zugeführt, dann ist dieser Stamm wiederum in der Lage, sich auf einem Medium mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren.

Zur Transformation eines Hefestammes wird insbesondere ein GLUT1-Gen aus Mensch, Maus oder Ratte verwendet. Polynukleotidsequenzen und Aminosäuresequenzen für Glut1 sind offenbart unter den folgenden Code-Nummern der angegebenen Datenbanken: EMBL: M20653 (cDNA; Mensch), EMBL: M13979 (cDNA; Ratte), EMBL: M23384 (cDNA; Maus), Swissprot: P11166 (Protein; Mensch), Swissprot: P11167 (Protein; Ratte), Swissprot: P17809 (Protein; Maus).

Die Herstellung eines solchen Stammes der Hefe ist in den Beispielen beschrieben. Die Bereitstellung erfordert weiterhin die Vermehrung dieser Hefe. Die Vermehrung erfolgt mittels Standardmethoden der Mikrobiologie in geeigneten Medien. Geeignete Medien zur Vermehrung einer Hefe sind beispielsweise Vollmedien insbesondere YPD-Medium (Yeast extract/Peptone/Dextrose-Medium) oder selektive Medien. Die Hefe-Zellen werden in diesen Nährmedien vermehrt, nach der Vermehrung durch Zentrifugation vom Medium abgetrennt und für die Zwecke des Verfahrens in einem wäßrigen Lösungsmittel enthaltend unter anderem Puffersubstanzen, Salze oder andere Zusätze in eine wäßrige Suspension gebracht. Angaben zu Vermehrung von Hefen findet der Fachmann im bereits erwähnten "Methods in Yeast Genetics, 1997: A Cold Spring Harbor Laboratory Course Manual; Adams Alison (Edt.); Cold Spring Harbor Laboratory; ISBN: 0-87969-508-0".

In einer bevorzugten Ausführungsform dieses Verfahren wird ein Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae bereitgestellt, der ein GLUT1 Gen unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors enthält. Solche für dieses Verfahren geeignete Stämme wurden bei der Sammlung für Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH unter der Nummer DSM 14033, DSM 14026 oder DSM 14033 hinterlegt.

Ein GLUT1 Gen als Bestandteil eines Plasmids ist SEQ ID Nr. 11 oder SEQ ID Nr. 12 offenbart. SEQ ID Nr. 11 enthält die Sequenz des Hefevektors Yep4H7-HsGlut1. In diesem Plasmid ist die Polynukleotidsequenz eines menschlichen GLUT1 Gens enthalten, welches unter funktioneller Kontrolle eines HXT7-Promotors steht. SEQ ID Nr. 12 enthält die Polynukleotidsequenz des Hefevektors H2rg1g2. Dieses Plasmid enthält die Polynukleotidsequenz eines GLUT1-Gens der Ratte unter funktioneller Kontrolle des HXT2-Promotors.

Die Bestimmung der Menge einer Hexose, die von einem wie eben vorstehend beschrieben bereitgestellten Hefestamm aufgenommem wird, kann mittels Aufnahmestudien mit radioaktiv markierter Glukose erfolgen. Dazu wird eine bestimmte Menge der Hefezellen beispielsweise eine Menge von 60 mg Naßgewicht in beispielsweise 100 µl eines Puffers suspendiert und mit einer definierten Menge von 14C- oder 3H-markierter Glukose als einziger Kohlenstoffquelle versetzt. Man inkubiert die Zellen und entnimmt zu bestimmten Zeiten definierte Mengen der Zellen. Die Bestimmung der aufgenommenen Menge an Glukose erfolgt mit Hilfe von LSC(Liquid Scintillation Counting; = Flüssig Szintillationszählung).

Die Bereitstellung einer Verbindung erfolgt insbesondere durch chemische Synthese oder Isolierung chemischer Stoffe aus biologischen Organismen. Die chemische Synthese kann auch automatisiert erfolgen. Die durch Synthese oder Isolierung gewonnenen Verbindungen können in einem geeigneten Lösungsmittel in Lösung gebracht werden. Geeignete Lösungsmittel sind insbesondere wäßrige Lösungen, welche einen bestimmten Anteil eines organischen Lösungsmittels wie zum Beispiel DMSO (Dimethylsulfoxid) enthalten.

Das In-Kontakt-Bringen eines Stammes der Hefe mit einer Verbindung zur Identifizerung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, erfolgt insbesondere in dafür vorgesehenen Vorrichtungen eines Laborrobotors. Solche Vorrichtungen können aus speziell präparierten Kammern mit Vertiefungen, aus Mikrotiterplatten, Eppendorfgefäßen oder Laborgläsern bestehen. Laborrobotor sind in aller Regel auf hohe Durchsatzraten konzipiert. Ein Verfahren wie das vorstehend genannte ausgeführt mit Hilfe eines Laborobotors wird deshalb auch HTS (High Throughput Screening) genannt.

Nach In-Kontakt-Bringen der Hefe mit der Verbindung wird die Menge einer Hexose insbesondere von Glukose, die unter diesen Bedingungen von der Hefezelle ins Zellinnere befördert wird, bestimmt. Dazu kann man sich desselben Vorgehens bedienen, das bereits zur Bestimmung der Glukoseaufnahme für einen Stamm, der nicht mit einer Verbindung in Kontakt gebracht wurde, beschrieben wurde.

Die Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, erfolgt durch Vergleich der in den Stamm aufgenommenen Menge der Hexose vor und nach In- Kontakt-Bringen mit der Verbindung.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Arzneimittel enthaltend eine Verbindung, welche durch das soeben beschriebene Verfahren unter Verwendung des Glut1 Gens identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, sowie Hilfsstoffe zur Formulierung des Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit. Die Weiterentwicklung einer Verbindung, welche identifiziert wurde, bedeutet, daß zum einen die Spezifität hinsichtlich des Zielproteins, hier Glut4, verbessert wird, daß weiterhin die Verfügbarkeit im tierischen oder menschlichen Organismus erhöht wird sowie daß eventuell bestehende unerwünschte Nebenwirkungen vermindert werden. Dafür stehen dem Fachmann eine Reihe von Methoden zur Verfügung, von denen beispielhaft aber nicht abschließend die Verwendung pharmakologischer Tiermodelle wie der Zucker-Ratte oder ob/ob Maus, der Einsatz biochemischer in vitro Messungen, die Verwendung von virtuellen Strukturmodellen von Verbindungen und dem Glut1 Protein genannt seien. Hilfsstoffe zur Formulierung eines Arzneimittels ermöglichen die Zubereitung der wirksamen Substanz mit dem Ziel, eine auf die jeweilige Anwendung optimal abgestimmte Ausbringung, Verteilung und Entfaltung des Wirkstoffes zu ermöglichen. Solche Hilfstoffe sind beispielsweise Füll-, Binde-, Spreng-, oder Gleitmittel wie Lactose, Saccharose, Mannit, Sorbit, Cellulose, Stärke, Dicalciumphosphat, Polyglykole, Alginate, Polyvinylpyrrolidon, Carboxymethylcellulose, Talkum oder Siliciumdioxid.

Diabetes oder Zuckerkrankheit äußert sich durch Ausscheidung von Glukose mit dem Harn bei krankhafter Erhöhung des Blutglukosespiegels (Hyperglycämie) aufgrund einer chronischen Stoffwechselstörung, die auf Mangel an Insulin oder herabgesetzter Insulinwirkung beruht. Die fehlende oder reduzierte Insulinwirkung führt zu mangelhafter Resorption und Verwertung der ins Blut aufgenommenen Glukose durch die Körperzellen. Im Fettgewebe kommt es unter der Einwirkung Insulin-antagonistischer Hormone zur gesteigerten Lipolyse mit Erhöhung der freien Fettsäuren im Blut.

Bei der Fettleibigkeit (Adipositas, Obesitas) handelt es sich um abnorme Gewichtszunahme aufgrund einer gestörten Energiebilanz durch übermäßige Kalorienaufnahme, die ein Gesundheitsrisiko beeinhaltet.

Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung einer Verbindung, welche durch ein Verfahren unter Verwendung des Glut1 Proteins identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, zur Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit. Arzneimittel sind Darreichungsformen pharmakologisch aktiver Substanzen zur Therapie von Krankheiten oder körperliche Fehlfunktionen bei Mensch und Tier. Für die orale Therapie kennt man beispielsweise Pulver, Granulate, Tabletten, Pillen, Pastillen, Dragees, Kapseln, flüssige Extrakte, Tinkturen, Sirup. Für eine äußerliche Anwendung verwendet man beispielsweise Aerosole, Sprays, Gele, Salben oder Puder. Eine parenterale Anwendung ist möglich mit Injektions- oder Infusionslösungen mit Ampullen, Flaschen oder Spritzampullen. Dem Fachmann der pharmazeutischen Technologie (Galenik) sind diese und andere Arzneimittel bekannt.

Die Erfindung betrifft weiterhin die Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 13 sowie die Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 14. Die Polynukleotidsequenzen der SEQ ID Nr. 13 und 14 codieren für Mutationen des Glut1-Gens der Ratte, die im entsprechenden Protein zum Austausch einzelner Aminosäuren führen. Die Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 13 codiert für ein Glut1-Protein, welches an Position 69 der Aminosäurekette einen Austausch von Valin durch Methionin enthält. Die Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 14 codiert für ein Glut1-Protein, bei dem an Position 70 der Aminosäurekette ein Alanin durch Methionin ausgetauscht ist. Beide Proteinmutanten unterstützen die Aufnahme von Glukose bereits in einen Stamm, dessen Hexosetransporter durch Deletion ausgeschaltet sind, der aber noch nicht die Glukoseaufnahme durch das Wildtyp-Glut1-Protein unterstützt. Solche Mutanten können beispielsweise über Selektion auf Suppressormutationen oder über in vitro Mutagenese erhalten werden.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Glut1-Protein, welches durch die Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 13 oder 14 codiert wird.

Die Erfindung betrifft auch Hefestämme, welche eine Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 13 oder eine Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 14 enthalten. Solche Hefestämme sind bei der Deutschen Sammlung für Mikroorganismen und Zellkuturen GmbH als DSM 14026 und DSM 14027 hinterlegt. Für die Herstellung dieser Stämme werden Hefevektoren entsprechend der SEQ ID Nr. 13 oder 14 in einen Hefestamm transformiert, der sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann und dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit Hexose als einziger Kohlenstoffquelle eventuell wiederhergestellt wird, wenn in diesem Stamm ein Glut1 Gen zur Expression gebracht wird. Die Zellen werden dann nach der Transformation auf einem Medium ausgebracht, welches Glukose als einzige Kohlenstoffquelle enthält. Die sich auf diesem Medium vermehrenden Kolonien werden isoliert. Der so transformierte Hefestamm eignet sich beispielsweise zur Durchführung eines Verfahrens zur Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert. Abkürzungen HXT Hexose Transporter

ORF Open Reading Frame

PCR Polymerase Chain Reaction

Beispiele Vermehrung der Hefestämme

Alle in der vorliegenden Arbeit beschriebenen Hefestämme stammten vom Stamm CEN.PK2-1C (MATa leu2-3, 112 ura3-52 trp1-289 his3-Δ1 MAL2-8c SUC2) ab. Die Herstellung eines Hefestammes mit Deletionen in den Hexose-Transportergenen (HXT) wurde von Wieczorke et al., FEBS Lett. 464, 123-128 (1999) beschrieben: EBY.18ga (MATa Δhxt1-17 Δgal2 Δagt1 Δstl1 leu2-3, 112 ura3-52 trp1-289 his3-Δ1 MAL2-8c SUC2), EBY.VW4000 (MATa Δhxt1-17 Δgal2 Δagt1 Δmph2 Δmph3 Δstl1 leu2-3, 112 ura3-52 trp1-289 his3-Δ1 MAL2-8c SUC2). Die Medien beruhten auf 1% Hefeextrakt und 2% Pepton (YP), während die Minimalmedien aus 0,67% Difco- Hefe-Stickstoffbasis ohne Aminosäuren (YNB) bestanden und Zusätze für Auxotrophiebedürfnisse sowie unterschiedliche Kohlenstoffquellen enthielten. Die Hefezellen wurden unter aerobischen Bedingungen bei 30°C auf einem Rundschüttler oder auf Agarplatten gezüchtet. Das Zellwachstum wurde durch Messung der optischen Dichte bei 600 nm (OD600) verfolgt.

Bestimmung der Glukoseaufnahme

Der Glukosetransport wurde als Aufnahme von D-[U-14C]-Glukose (Amersham) gemessen und die Kinetikparameter wurden aus Eadie-Hofstee-Graphiken bestimmt. Die Zellen wurden abzentrifugiert, mit Phosphatpuffer gewaschen und wieder in Phosphatpuffer in einer Konzentration von 60 mg (Naßgewicht) pro ml suspendiert. Die Glukoseaufnahme wurde bei Glukosekonzentrationen zwischen 0,2 und 100 mM bestimmt, und die spezifische Aktivität des Substrats bewegte sich zwischen 0,1 und 55,5 kBq µmol-1. Die Zellen und die Glukoselösungen wurden 5 Minuten bei 30°C vorinkubiert. Die Glukoseaufnahme wurde durch Versetzen der Zellen mit radioaktiver Glukose gestartet. Nachdem 5 Sekunden lang inkubiert worden war, versetzte man mit 10 ml eiskaltem Stoppuffer (0,1 M KiPO4, pH 6,5, 500 mM Glukose) und die Zellen wurden rasch auf Glasfaserfiltern (∅ = 24 mm, Whatman) abfiltriert. Die Filter wurden dreimal rasch mit eiskaltem Puffer gewaschen und die eingebaute Radioaktivität wurde mit einem Flüssigkeits-Szintillationszähler gemessen. Die Hemmung durch Cytochalasin B (Endkonzentration 20 µM, gelöst in Ethanol) wurde in einem 15-Sekunden-Aufnahmetest mit 50 mM bzw. 100 mM radioaktiver Glukose gemessen, nachdem die Zellen 15 Minuten lang in Gegenwart des Hemmstoffs oder nur des Lösungsmittels inkubiert worden waren.

Konstruktion von H2rg4g2 (SEQ ID Nr. 10) und H2rg1g2 (SEQ ID Nr. 12)

H2rg4g2 und H2rglg2 sind DNA-Konstrukte, welche einen HXT2-Promotor (Promotor des Glukosetransportproteins 2 der Hefe) enthalten, der funktionell mit einem GLUT4- (in SEQ ID Nr. 10) oder GLUT1-Gen (in SEQ ID Nr. 12) aus der Ratte verbunden ist. Es wurde ein 0,5 kB langes SalI/EcoRI-GAL2- Promoterfragment der Plasmide GLUT1-pTV3 bzw. GLUT4-pTV3 (Kasahara und Kasahara, Biochem J. 315, 177-182 (1996); Kasahara und Kasahara, Biochim. Biophys. Acta 857, 146-154 (1997)) jeweils mit einem 0,5 kB langen DNA- Fragment, das den Hefe-HXT2-Promoter von -452 bp bis +9 bp (Genbank: P23585) enthielt, ersetzt.

Konstruktion von YEp4H7-HsGLUT1 (SEQ ID Nr. 11) und YEp4H7-HsGLUT4 (SEQ ID Nr. 9)

YEp4H7-HsGLUT1 und YEp4H7-HsGLUT4 sind Plasmide, in welchen ein Promotorfragment der Positionen -392 bis -1 des HXT7-Promotors (Promotor des HXT7-Gens) funktionell mit einem GLUT1- (In SEQ ID Nr. 11) oder GLUT4-Gen (in SEQ ID Nr. 9) des Menschen verbunden ist. Das Fragment des Promotors wurde verwendet, da der komplette HXT7-Promotor durch Glukose reprimiert wird. Ein 0,4 kB langes SacI/SpeI-MET25-Promoterfragment aus p426MET25 (Mumberg et al., Nucleic Acids Res. 22, 5767-5768 (1994)) wurde durch ein 0,4 kB langes DNA-Fragment enthaltend ein HXT7 Promoterfragment von den Positionen -392 bis -1, das mittels PCR mit den Primern P426H7-1 (SEQ ID Nr. 1) und P426H7-2 (SEQ ID Nr. 2) aus einem HXT7-Gen (Genbank: P39004) als Matrize amplifiziert worden war, ersetzt, wodurch man das Plasmid YEp4H7 (SEQ ID Nr. 15) erhielt. Die Human-GLUT1- und GLUT4-ORF (Open Reading Frame) wurden über 10 Zyklen mittels PCR mit den Primer-Paaren HSG1-F7/T2-HSG1 (SEQ ID Nr. 3, 4) für Glut1 und HSG4-F7/T2-HSG4 (SEQ ID Nr. 5, 6) für Glut4 sowie einer humanen GLUT1 (EMBL:M20653) und humaner GLUT4-cDNA (Genbank: M20747) als Matrizen amplifiziert. Die PCR-Produkte wurden nochmals über 10 Zyklen mit den Primern T71-ORF (SEQ ID Nr. 7) sowie T2-HSG1 (SEQ ID Nr. 4) bzw. T2-HSG4 (SEQ ID Nr. 6) amplifiziert. Stromaufwärts und stromabwärts der GLUT-ORF-Sequenzen enthalten die PCR-Endprodukte Sequenzen, die zur HXT7-Promoter- bzw. zur CYC1-Terminationsregion (iso-Cytochrome c1) des Plasmids YEp4H7-homolog sind. Sie wurden gemeinsam mit dem mit EcoRI linearisierten YEp4H7 in den Hefestamm EBY. F4-1 transformiert, wobei man nach homologer Rekombination in Hefe auf einem 2%igen Maltosemedium auf Uracilprototrophie selektierte.

Expression von Ratten-GLUT1 und -GLUT4 in einem hexosetransportdefizienten Hefestamm

Die Hefe-Multikopie-Expressionsplasmide GLUT1-pTV3e und GLUT4-pTV3e tragen die Ratten-Glukosetransportergene GLUT1 bzw. GLUT4 unter der Kontrolle des galaktoseinduzierbaren und glukosereprimierbaren Hefe-GAL2-Promoters. In beiden Konstrukten wurde der GAL2-Promoter durch den glukoseinduzierbaren Hefe-HXT2- Promoter ersetzt. Diese Vektoren wurden in den Hefestamm EBY.18ga (Δhxt) transformiert, der zur Aufnahme von keinerlei Hexosen fähig ist und daher auf Medien, die Glukose oder andere Hexosen als einzige Kohlenstoffquelle enthalten, nicht wachsen kann. Die Zellen wurden auf ein tryptophanfreies synthetisches Medium mit Maltose als Kohlenstoffquelle ausplattiert. Die Transformanten wurden mit der Stempel-Methode auf das gleiche Basalmedium ohne Maltose, jedoch mit unterschiedlichen Glukosekonzentrationen (5 mM, 10 mM, 50 mM, 100 mM) ausplattiert. Die Transformanten wuchsen auf den unterschiedlichen Glukosemedien nicht, nicht einmal bei bis zu einwöchiger Inkubation bei 30°C. Dies belegt, daß der Glut1- und Glut4-Glukosetransporter in einem normalen Stamm von S. cerevisiae die Aufnahme von Glukose nicht unterstützen.

Aufnahme von Glukose über den Glut1-Transporter in Hefezellen

Es zeigte sich, daß nach längerer Inkubation von Glut1-Transformanten des Stamms EBY.18ga auf einem Glukosemedium sich Kolonien (im folgenden Supressormutanten oder Supressorkolonien) vermehren konnten, die offenbar fähig wurden, Glukose aufzunehmen und zu verwerten. Deshalb plattierte man die GLUT1- und GLUT4-Transformanten auf Agarplatten aus, die ein YNB-Medium mit 10 mM Glukose als einziger Kohlenstoffquelle enthielten. Nach Bestrahlung mit UV- Licht in einer subletalen Dosis wurden die Zellen 7-14 Tage bei 30°C inkubiert. Während bei den GLUT4-Transformanten keine Suppressorkolonien erschienen, wuchsen auf den Agarplatten mit den GLUT1-Transformanten mehrere Suppressorkolonien, die zum Wachstum auf Glukose fähig waren. Mehrere der GLUT1-Suppressormutanten wurden mehr als 15 Generationen lang in nichtselektivem YP-Maltose-Medium gezüchtet. Alle Zellen, die ihre Plasmide verloren hatten, waren nicht länger fähig, auf Medien, die Glukose als Kohlenstoffquelle enthielten, zu wachsen. Damit konnte gezeigt werden, daß Wachstum auf Glukose als einziger Kohlenstoffquelle von GLUT1 abhängig war. Nach der Neutransformierung des ursprünglichen Wildtyp-H2rg1g2-Plasmids in diese Zellen erlangte einer von mehreren Hefestämmen wiederum die Fähigkeit, auf Glukose zu wachsen. Das belegt, daß dieser Stamm eine Mutation in seinem Genom enthält, die die Hemmwirkung auf funktionelle GLUT1-Expression eliminiert.

Das mutierte Allel wurde mit fgy1-1 bezeichnet (was für "functional expression of GLUT1 in yeast" steht), und der Stamm wurde mit der Bezeichung EBY.S7 versehen.

Aus anderen Suppressormutanten wurden H2rg1g2-Plasmide isoliert, in E. coli amplifiziert und in den ursprünglichen glukosetransportdefizienten Hefestamm EBY.18ga (Δhxt) zurücktransformiert. Mehrere dieser Plasmide konnten ein Wachstum auf einem synthetischen Medium mit 10 mM Glukose als einziger Kohlenstoffquelle ermöglichen. Diese GLUT1-Sequenzen enthielten demnach Mutationen, die das entsprechende GLUT1-Protein in der Hefe zu einem funktionellen Glukosetransporter umwandelten. Solche Mutanten enthielten beispielsweise einen Austausch von Valin nach Methionin an der Position der Aminosäure 69 (SEQ ID Nr. 13) oder einen Austausch von Alanin nach Methionin an der Position der Aminosäure 70 (SEQ ID Nr. 14). Die Mutante gemäß SEQ ID Nr. 13 wurde im Mutantenscreening wie vorstehend beschrieben gefunden. Die Mutante gemäß SEQ ID Nr. 14 erhielt man durch in vitro Mutagenese wie im folgenden dargestellt. Das Prinzip der angewandten in vitro Mutagenese-Methode ist in Boles und Miosga (1995) beschrieben (Boles und Miosga, Curr Genet. 28, 197-198 (1995)). In einer ersten PCR-Reaktion wurde das Plasmid YEpH2-rGLUT1 (20 ng) als DNA-Vorlage zusammen mit den Primern seqhxt2 (SEQ ID Nr. 16) und glutmet2 (SEQ ID Nr. 17) (jeweils 100 µmol) eingesetzt (PCR-Bedingungen: 95°C 45 sec, 50°C 30 sec, 72°C 2 min. 25 Zyklen, Taq-Polymerase). Der Primer glutmet2 enthält eine gegenüber dem normalen GLUT1-Gen geänderte Basensequenz, die zu einem Austausch von Alanin nach Methionin an der Position der Aminosäure 70 von GLUT1 der Ratte führt. Das resultierende PCR-Fragment wurde mittels Agarosegelelektrophorese und anschließender Gelextraktion gereinigt. In einer zweiten PCR-Reaktion wurde das gereinigte PCR-Fragment (20 ng) zusammen mit dem Plasmid GLUT1-pTV3 (Kasahara und Kasahara, Biochem J. 315, 177-182 (1996)) als DNA-Vorlage (50 ng) und zusammen mit den Primern seqhxt2 und seq2ga12 (SEQ ID Nr. 18) (jeweils 100 µmol) eingesetzt (PCR-Bedingungen: 95°C 45 sec, 54°C 30 sec, 72°C 2 min. 20 Zyklen, Taq-Polymerase). Da der Primer seqhxt2 nur an das Fragment der ersten PCR-Reaktion bindet, wurden in dieser zweiten PCR-Reaktion nur solche DNA-Sequenzen amplifiziert, die zu einem Austausch von Alanin nach Methionin an der Position der Aminosäure 70 führen. Das resultierende PCR-Fragment mit dem mutierten GLUT1-Gen wurde mittels Agarosegelelektrophorese und anschließender Gelextraktion gereinigt und gegen das Wildtyp GLUT1-Gen im Plasmid YEpH2-rGLUT1 ausgetauscht. Dieses Plasmid (SEQ ID Nr. 14) wurde in den glukosetransportdefizienten Hefestamm EBY.18ga (Δhxt) transformiert und ermöglichte ein Wachstum auf einem synthetischen Medium mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle.

Stämme der Hefe Saccharomyces cerevisiae, die Glukose über den Glut4- Transporter aufnehmen

Der Stamm EBY.S7 (Δhxt fgy1-1) enthält offenbar eine Genommutation, nämlich fgy1-1, die Glut1 befähigt, in der Hefe funktionell zu werden und die Aufnahme von Glukose durch die Plasmamembran hindurch in die Zellen zu unterstützen.

Nach Transformation des Stamms EBY.S7 (Δhxt fgy1-1) durch H2rg4g2 konnten Supressor-Kolonien isoliert werden, die zur Vermehrung auf Medien mit Glukose als einziger Kohlenstoffquelle befähigt waren.

Neun dieser GLUT4-Suppressormutanten wurden über mehr als 15 Generationen lang in nichtselektivem YP-Maltose-Medium gezüchtet. Alle Zellen, die ihre Plasmide verloren hatten, waren ebenfalls nicht mehr fähig, auf 10 mM Glukosemedien zu wachsen, was beweist, daß das frühere Wachstum GLUT4-abhängig war. Die H2rg4g2-Plasmide wurden aus den neun Suppressorstämmen wieder isoliert, in E. coli amplifiziert und in den ursprünglichen glukosetransportdefizienten Hefestamm EBY.S7 zurücktransformiert. Keines der Plasmide konnte auf einem synthetischen Medium mit 10 mM Glukose als einzige Kohlenstoffquelle ein Wachstum ermöglichen. Damit wurde gezeigt, daß sie keine "aktivierte" Mutantenformen von GLUT4 enthielten. Nach der erneuten Transformation des ursprünglichen Wildtyp- H2rg4g2 -Plasmids in die neun nunmehr plasmidfreien Suppressorstämme erlangten diese alle wiederum die Fähigkeit zurück, auf Glukose wachsen zu können, und zwar im Unterschied zu Transformanten, die einen Kontrollvektor ohne Glut4- Transportproteingen enthielten. Die entsprechenden Mutationen dieses Stammes wurden fgy4-X (x = 1-9) genannt. Die mutierten Allele fgy4-X bewirken die funktionelle GLUT4-Expression eines in diesen Stämmen exprimierten GLUT4- Gens. Damit konnte die Aufgabe der Erfindung gelöst werden. Die Tabelle enthält eine Übersicht der verwendeten Hefestämme dieser Erfindung.

Die Tabelle gibt eine Übersicht der in dieser Erfindung verwendeten Hefestämme einschließlich des Genotyp, den für die Vermehrung einzuhaltenden Wachstumsbedingungen und der jeweiligen Hinterlegungsnummer bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH. Tabelle 1/1



SEQUENZPROTOKOLL




























































Anspruch[de]
  1. 1. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, wobei dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn in diesem Stamm ein GLUT4-Gen zur Expression gebracht wird.
  2. 2. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach Anspruch 1 wie hinterlegt bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH als DSM 14035, DSM 14036 oder DSM 14037.
  3. 3. Herstellung eines Stammes der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach Anspruch 1 oder 2, erhältlich durch
    1. a) Bereitstellung einer Hefe,
    2. b) Beseitigung der Funktion aller Hexosetransporter dieser Hefe aus a) durch Mutation oder Deletion der entsprechenden genomischen Sequenzen.
  4. 4. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, wobei dieser Stamm ein GLUT4-Gen enthält.
  5. 5. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach Anspruch 4, wobei ein rekombinantes GLUT4-Gen unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors steht.
  6. 6. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach Anspruch 4 oder 5, wobei das Glut4-Gen aus Mensch, Maus oder Ratte stammt.
  7. 7. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 6 wie hinterlegt bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH als DSM 14038, DSM 14039 oder DSM 14040.
  8. 8. Herstellung eines Stammes der Hefe Saccharomyces cerevisiae nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 7, erhältlich durch
    1. a) Bereitstellung einer Hefe gemäß Anspruch 1 bis 3;
    2. b) Transformation der Hefe aus a) durch ein Plasmid, welches ein GLUT-4 Gen enthält, welches unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors steht;
    3. c) Ausbringen eines Stammes nach Transformation gemäß b) auf einem Medium, welches Glukose als einzige Kohlenstoffquelle enthält;
    4. d) Isolierung eines Stammes nach Ausbringen gemäß c), welcher sich auf einem solchen Medium vermehrt.
  9. 9. Herstellung nach Anspruch 8, wobei zur Transformation ein GLUT4-Gen aus Mensch, Maus oder Ratte verwendet wird.
  10. 10. Herstellung nach Anspruch 8 oder 9, wobei zur Transformation ein Vektor, der eine Polynukleotidsequenz gemäß SEQ ID Nr. 9 oder 10 enthält, verwendet wird.
  11. 11. Verfahren verwendbar zur Identifizerung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut4-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert enthaltend folgende Verfahrensschritte:
    1. a) Bereitstellung eines Stammes der Hefe Saccharomyces cerevisiae gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 10;
    2. b) Bestimmung der Menge einer Hexose, die von diesem Stamm, der gemäß a) bereitgestellt wird, aufgenommem wird;
    3. c) Bereitstellung einer Verbindung;
    4. d) In-Kontakt-Bringen eines Stammes der Hefe bereitgestellt gemäß a) mit einer Verbindung bereitgestellt gemäß c)
    5. e) Bestimmung der Menge einer Hexose, die in den Stamm der Hefe nach In- Kontakt-Bringen gemäß d) aufgenommen wird;
    6. f) Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut4-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, durch Vergleich der in den Stamm aufgenommenen Menge der Hexose vor und nach In-Kontakt-Bringen gemäß d), die gemäß b) und e) bestimmt wird.
  12. 12. Arzneimittel enthaltend eine Verbindung, welche durch ein Verfahren gemäß Anspruch 11 identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, sowie Hilfsstoffe zur Formulierung des Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit.
  13. 13. Verwendung einer Verbindung, welche durch ein Verfahren gemäß Anspruch 11 identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, zur Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit.
  14. 14. Verfahren verwendbar zur Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert enthaltend folgende Verfahrensschritte:
    1. a) Bereitstellung eines Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae, welcher sich auf Substraten mit Hexosen als einziger Kohlenstoffquelle nicht mehr vermehren kann, und dessen Fähigkeit sich auf einem Substrat mit einer Hexose als einziger Kohlenstoffquelle zu vermehren wiederhergestellt wird, wenn er ein Glut1-Gen zur Expression bringt, wobei dieser Stamm ein GLUT-1 Gen enthält, welches unter funktioneller Kontrolle eines in Hefe exprimierbaren Promotors steht.
    2. b) Bestimmung der Menge einer Hexose, die von diesem Stamm bereitgestellt gemäß a) aufgenommem wird;
    3. c) Bereitstellung einer Verbindung;
    4. d) In-Kontakt-Bringen eines Stammes der Hefe gemäß a) mit einer Verbindung gemäß c)
    5. e) Bestimmung der Menge einer Hexose, die in den Stamm der Hefe nach In- Kontakt-Bringen gemäß d) aufgenommen wird;
    6. f) Identifizierung einer Verbindung, welche die Menge einer Hexose, die mittels eines Glut1-Proteins transportiert wird, vermehrt oder vermindert, durch Vergleich der in den Stamm aufgenommenen Menge der Hexose vor und nach In-Kontakt-Bringen gemäß d), die gemäß b) und e) bestimmt wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei gemäß a) ein Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae mit der Stammnummer DSM 14026, DSM 14027 oder DSM14033 bereitgestellt wird.
  16. 16. Arzneimittel enthaltend eine Verbindung, welche durch ein Verfahren gemäß Anspruch 14 oder 15 identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, sowie Hilfsstoffe zur Formulierung des Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit.
  17. 17. Verwendung einer Verbindung, welche durch ein Verfahren gemäß Anspruch 14 oder 15 identifiziert und gegebenenfalls weiterentwickelt wurde, zur Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung von Diabetes oder Übergewichtigkeit.
  18. 18. Stamm der Hefe Saccharomyces cerevisiae wie hinterlegt bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH unter dem Aktenzeichen DSM 14026 oder DSM 14027.
  19. 19. Herstellung eines Stammes von Saccharomyces cerevisiae nach Anspruch 18, erhältlich durch
    1. a) Bereitstellung einer Hefe gemäß Anspruch 1 bis 3;
    2. b) Transformation der Hefe aus a) durch ein Plasmid enthaltend eine Polynukleotidsequenz der SEQ ID Nr. 13 oder 14;
    3. c) Ausbringen eines Stammes nach Transformation gemäß b) auf einem Medium, welches Glukose als einzige Kohlenstoffquelle enthält;
    4. d) Isolierung eines Stammes nach Ausbringen gemäß c), welcher sich auf einem solchen Medium vermehrt.
  20. 20. Polynukleotidsequenz codierend für ein GLUT1-Protein enthaltend einen Austausch von Valin nach Methionin an Position 69 der Aminosäuresequenz.
  21. 21. Polynukleotidsequenz nach Anspruch 20 enthaltend eine Sequenz der SEQ ID Nr. 13.
  22. 22. Glut1-Protein codiert durch eine Polynukleotidsequenz gemäß Anspruch 20 oder 21.
  23. 23. Polynukleotidsequenz codierend für ein GLUT1-Protein enthaltend einen Austausch von Alanin nach Methionin an Position 70 der Aminosäuresequenz.
  24. 24. Polynukleotidsequenz nach Anspruch 23 enthaltend eine Sequenz der SEQ ID Nr. 14.
  25. 25. Glut1-Protein codiert durch eine Polynukleotidsequenz gemäß Anspruch 23 oder 24.






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