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Dokumentenidentifikation DE10041025C2 12.09.2002
Titel Vorrichtung zur Tilgung von Torsionsschwingungen im Antrieb einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogenoffset-Rotationsdruckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Wiese, Holger, Dr., 63179 Obertshausen, DE;
Gensheimer, Valentin, 63165 Mühlheim, DE
Vertreter L. Haar und Kollegen, 61231 Bad Nauheim
DE-Anmeldedatum 22.08.2000
DE-Aktenzeichen 10041025
Offenlegungstag 14.03.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.09.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.09.2002
IPC-Hauptklasse B41F 13/008
IPC-Nebenklasse F16F 15/14   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Tilgung von Torsionsschwingungen im Antrieb einer Druckmaschine, wobei mindestens ein auf eine bestimmte Erregerordnung des Drehfrequenzbereichs des Antriebs abgestimmtes physikalisches Pendel mit einer oder mehreren Drehmassen des Antriebs drehbar verbunden ist, wobei das Pendel in einem Aufhängeabstand L von der Drehachse des Antriebs aufgehängt ist und eine Pendellänge l aufweist.

Eine Vorrichtung der angegebenen Art ist aus DD 130 321 bekannt. Sie dient dazu, im Antrieb der Druckmaschine auftretende Drehschwingungen im gesamten Drehfrequenzbereich der Druckmaschine soweit zu beseitigen, daß eine Qualitätsminderung der Druckerzeugnisse infolge von Torsionsschwingungen im Antrieb vermieden wird. Bei einem Mehrfach-Offset-Druckwerk ist hierbei vorgesehen, daß mit jedem aus Antriebszahnrädern für die Zylinder der einzelnen Druckwerke bestehenden, geschlossenen Räderzug oder den dazugehörigen Zylindern der Druckwerke selbst mindestens zwei paarweise angeordnete Pendel oder ein Pendel in Kombination mit einer Ausgleichsmasse gekoppelt sind. Die Pendel sind als Bifilar- oder Rollpendel ausgebildet.

Es sind weiterhin Druckmaschinen bekannt, bei denen der Hauptantrieb ein Keilriemengetriebe mit in der Regel mehreren parallel angeordneten Keilriemen aufweist. Es wurde gefunden, daß hierbei die Umlaufordnung der Keilriemen die Druckqualität beeinflussende Erregerordnungen erzeugt. Die Tilgung dieser Erregerordnungen bereitet in der Praxis besondere Schwierigkeit, da die Eigenschaften der Keilriemen in gewissem Umfang variieren und die hiervon abhängigen Erregerordnungen sich daher nicht exakt vorherbestimmen lassen. Auch können sich im Laufe des Betriebs für die Druckqualität relevante Änderungen der Erregerordnungen ergeben.

Es ist auch bekannt, daß die Frequenz eines Pendels durch Verstellen der Pendellänge verändert werden kann (Wie funktioniert das? Die Technik im Leben von heute, 2. überarb. Aufl., Bibliographisches Institut AG, Mannheim 1978, S. 126, 127. ISBN 3-411-01732-5).

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche eine wirksame Tilgung der für die Druckqualität relevanten Ordnungen der Torsionsschwingungen eines Keilriemenantriebs ermöglicht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Aufhängeabstand L des Pendels und/oder die Pendellänge l einstellbar sind und daß das Pendel mittels einstellbarer Exzenterbolzen oder Exzenterlager an einem Rotor des Antriebs drehbar gelagert ist. Je nach Zuordnung der Exzenterbolzen oder der Exzenterlager kann durch diese entweder der Aufhängeabstand L oder die Pendellänge l eingestellt werden. Werden Exzenterbolzen und Exzenterlager miteinander kombiniert, so lassen sich sowohl Aufhängeabstand L als auch Pendellänge l einstellen.

Durch die Einstellbarkeit des Aufhängeabstands L bzw. der Pendellänge l ist eine genaue Abstimmung der Schwingungstilgung auf die an der jeweiligen Druckmaschine auftretenden und die Druckqualität beeinflussenden Erregerordnungen möglich. Durch Material oder Fertigungsunterschiede bedingte Abweichungen der zu tilgenden Erregerordnungen von dem Wert, für den das Pendel berechnet ist, können daher auf einfach Weise kompensiert werden.

Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Pendel an der abtriebseitigen Riemenscheibe eines in dem Antrieb angeordneten Riemengetriebes gelagert ist. Die dort üblicherweise höhere Drehzahl erleichtert die Tilgerabstimmung auf die Riemenumlaufordnung und ermöglicht dadurch eine einfache Lagerung des Fliehkraftpendels. Auf die Sonderform eines Rollpendels oder eines Zweifadenpendels kann verzichtet werden. Vorzugsweise weist die Tilgungsvorrichtung an der antriebsseitigen Riemenscheibe vier einfach auf einem Exzenterbolzen gelagerte Pendel auf, die zum Unwuchtausgleich jeweils paarweise gegenüberliegend angeordnet sind.

Um höhere Ordnungen von Schwingungen zu tilgen, kann nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung vorgesehen sein, das Fliehkraftpendel an schneller laufende Rotoren im Antriebssystem der Druckmaschine anzukoppeln. Daraus ergeben sich konstruktiv besser realisierbare Verhältnisse l : L. So kann beispielsweise bei einer Anordnung des Pendels im Bereich des Farbwerks die durch den Heberschlag hervorgerufene Erregerordnung getilgt werden, wobei sich die räumliche Nähe der Pendelanordnung zum Entstehungsort des Heberschlags vorteilhaft auswirkt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigen

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Riemenscheibe mit vier daran angeordneten Fliehkraftpendeln und

Fig. 2 eine Seitenansicht, teilsweise geschnitten, der Riemenscheibe gemäß Fig. 1.

Die in der Zeichnung dargestellte Riemenscheibe 1 ist für einen Keilriementrieb bestimmt und weist mehrere Keilnuten 2 für die Aufnahme von Keilriemen auf. An einer Stirnseite ist die Riemenscheibe 1 mit einer Schwungscheibe 3 drehfest verbunden, die auf ihrer außenliegenden Scheibenfläche 4 vier Fliehkraftpendel 5 trägt. Die Pendel 5 sind jeweils baugleich und im gleichen Teilungsabstand voneinander angeordnet. Sie sind auf Exzenterbolzen 6 mittels Wälzlagern 7 drehbar gelagert, die an der Schwungscheibe 3 verstellbar befestigt sind. Durch Verstellen der Exzenterbolzen 6 kann der Aufhängeabstand L zwischen der Lagerung der Fliehkraftpendel 5 und der Drehachse der Riemenscheibe 1 eingestellt und dadurch ein Feinabgleich zwischen der Tilgerfrequenz der Pendel 5 und der Frequenz der durch den Riemenumlauf hervorgerufenen Torsionsschwingungen erreicht werden. Durch unterschiedliche Einstellungen des Aufhängeabstands L der beiden Paare von gegenüberliegenden Pendeln 5 kann der Frequenzbereich, in dem die Vorrichtung wirksam ist, vergrößert werden.

Soll auch die Pendellänge l der Fliehkraftpendel 5 einstellbar sein, so können, z. B. anstelle der Wälzlager 7 in den Pendeln 5 Exzenterbuchsen angeordnet sein, die gegenüber den Pendeln 5 einstellbar sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Tilgung von Torsionsschwingungen im Antrieb einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogenoffset-Rotationsdruckmaschine, wobei mindestens ein auf eine bestimmte Erregerordnung des Drehfrequenzbereichs des Antriebs abgestimmtes physikalisches Pendel mit einer oder mehreren Drehmassen des Antriebs drehbar verbunden ist, wobei das Pendel in einem Aufhängeabstand L von der Drehachse des Antriebs aufgehängt ist und eine Pendellänge l aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufhängeabstand L des Pendels (5) und/oder die Pendellänge l einstellbar sind und daß das Pendel (5) mittels einstellbarer Exzenterbolzen (6) oder Exzenterlager an einem Rotor des Antriebs drehbar gelagert ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Pendel (5) an der abtriebseitigen Riemenscheibe (1) eines in dem Antrieb angeordneten Riemengetriebes gelagert ist.
  3. 3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Tilgungsvorrichtung an der antriebsseitigen Riemenscheibe (1) vier einfach auf jeweils einem Exzenterbolzen (6) gelagerte Pendel (5) aufweist, die zum Unwuchtausgleich jeweils paarweise gegenüberliegend angeordnet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankopplung des Fliehkraftpendels an einen Rotor erfolgt, der schneller als die Druckwerkzylinder rotiert.






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