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Dokumentenidentifikation DE69803811T2 26.09.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0873726
Titel Besamungsrohr mit einem aus einer mikroporösen Vollfaser hergestellten Stopfen
Anmelder IMV Technologies, L'Aigle, FR
Erfinder Saint-Ramon, Jean-Gerard, 95160 Montmorency, FR;
Decuadro-Hansen, Gustavo, 61300 L'Aigle, FR;
Beau, Christian, 78960 Voisins-Le-Bretonneux, FR;
Dassier, Claude, 28190 Fontaine La Guyon, FR
Vertreter Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Eggert, 45128 Essen
DE-Aktenzeichen 69803811
Vertragsstaaten AT, BE, DE, DK, ES, FI, FR, GB, IE, IT, LU, NL, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 10.04.1998
EP-Aktenzeichen 984009001
EP-Offenlegungsdatum 28.10.1998
EP date of grant 13.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.09.2002
IPC-Hauptklasse A61D 19/00

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Besamungsrohr für die Aufbewahrung kleiner Mengen von Substanzen, insbesondere von biologischen Substanzen, insbesondere von biologischen Flüssigkeiten.

Dieser Besamungsrohrtyp, der unter der Bezeichnung "paillette française" bekannt ist, wurde zum ersten Mal in dem französischen Patent 995 878 beschrieben.

Die bisher verwendeten Besamungsrohre umfaßten einen dreiteiligen Stopfen, der von zwei Puffern aus einer faserigen Substanz gebildet wurde, die ein Pulver einschließen, das in der Lage ist, sich in Kontakt mit einer Flüssigkeit in eine undurchlässige Paste oder ein undurchlässiges Gel zu verwandeln, das an der Wand des Rohres anhaftet und einen dichten Stopfen bildet.

Die Besamungsrohre mit dreiteiligem Stopfen, die von der Anmelderin entwickelt und vertrieben werden, sind vollkommen zufriedenstellend. Dennoch konnte eine, wenn auch geringe, Absorption von in dem Besamungsrohr enthaltener Flüssigkeit festgestellt werden.

Es gibt auch dreiteilige Stopfen geringerer Größe, jedoch beseitigt diese Lösung auch nicht das Absorptionsproblem.

Eine Lösung, die vorgeschlagen wurde, um das oben erwähnte Problem zu lösen, bestand darin, den dreiteiligen Stopfen durch eine Kugel aus starrem Kunststoff oder aus Metall zu ersetzen. Diese Lösung stellte sich nicht als zufriedenstellend heraus, da, auch wenn die Absorption der in dem Besamungsrohr enthaltenen Flüssigkeit auf Null reduziert wurde, neue unüberwindbare Schwierigkeiten auftraten und der Stopfen keineswegs mehr dicht gegenüber Flüssigkeiten war.

Ein Ziel der Erfindung besteht darin, ein Besamungsrohr bereitzustellen, umfassend ein Verschlußmittel, das gegen Flüssigkeiten dicht und für Gase durchlässig ist und keinerlei Flüssigkeitsmenge absorbiert.

Die vorliegende Erfindung trägt einem solchen Ziel Rechnung und liefert ein Besamungsrohr für die Aufbewahrung kleiner Mengen von Substanzen, insbesondere biologischen Substanzen, umfassend einen Abschnitt eines Rohres, das im Inneren eines seiner beiden Enden mit einem Verschlußmittel ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußmittel aus einem hydrophoben, mikroporösen einteiligen Stopfen besteht.

Der mikroporöse Stopfen des erfindungsgemäßen Besamungsrohres besteht zu einem Teil aus einem Polymermaterial, weist zylindrische Form auf und wird von einer Vollfaser gebildet. Die Vollfaser wird vorzugsweise durch ein kontinuierliches Extrusionsverfahren hergestellt.

Der Porendurchmesser des mikroporösen Stopfens des erfindungsgemäßen Besamungsrohres liegt vorzugsweise zwischen ungefähr 0,2 und 2 um, besser noch bei ungefähr 1 um, kann allerdings weitere Werte aufweisen, die zwischen ungefähr 0,001 und 10 um liegen.

Das Polymermaterial des Stopfens des Besamungsrohres wird unter Polypropylen, Polyethylen hoher Dichte (PE-HD), Polyamiden, Nitrocellulose, Polyestern, Phenol/Formol-Harzen (PF-Harze) und Perfluoralkoxyharzen (PFA) usw. ausgewählt. Nach einer bevorzugten Ausführungsart der vorliegenden Erfindung ist das Polymermaterial des Stopfens des Besamungsrohres Polyethylen hoher Dichte.

Der Durchmesser des Stopfens ist natürlich an jenen des Querschnittes des Besamungsrohres, in dem er verwendet wird, angepaßt. Ganz allgemein liegt dieser Durchmesser zwischen 100 um und 1 cm. Erfindungsgemäß ist der Durchmesser des Stopfens vor der Einführung in das Besamungsrohr etwas größer als der Innendurchmesser des Besamungsrohres.

Der Stopfen des Besamungsrohres der vorliegenden Erfindung ist für Flüssigkeiten nicht absorbierend. Er läßt nur Gase, insbesondere Luft bis zum Intrusionsdruck durch (dieser Druck hängt natürlich von der Porosität ab). Der Fachmann wird verstehen, daß der Porendurchmesser des erfindungsgemäßen Stopfens in Abhängigkeit von diesem Intrusionsdruck anzupassen ist, vorzugsweise um 1 um.

Das andere Ende des Besamungsrohres, d. h. jenes, das den erfindungsgemäßen Stopfen nicht umfaßt, bleibt normalerweise offen für die Einführung des aufzubewahrenden Produktes, welches im allgemeinen eine Flüssigkeit ist.

Um das eingefüllte Produkt vor jeglicher Verschmutzung zu schützen, wird das offene Ende beispielsweise durch Schweißen, insbesondere mit Ultraschall oder durch thermisches Schweißen, oder jede andere dem Fachmann bekannte geeignete Technik verschlossen.

Abgesehen von der Tatsache, daß er keinerlei Absorption von in dem Besamungsrohr enthaltener Flüssigkeit hervorruft, weist der erfindungsgemäße Stopfen zahlreiche Vorteile auf: er ist nicht toxisch, sterilisierbar, er kann gefroren oder wieder erhitzt werden, ohne Schaden zu nehmen.

Der erfindungsgemäße Stopfen absorbiert weder das Verdünnungsmittel noch die Spermatozoiden.

Der erfindungsgemäße Stopfen ist ferner besonders vorteilhaft, da er es ermöglicht, nur einen Teil der in dem Besamungsrohr enthaltenen Flüssigkeit zu entnehmen und letztgenannte für eine spätere Verwendung aufzubewahren. Dies war mit dem dreiteiligen Stopfen des vorveröffentlichten Standes der Technik nicht möglich.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß das Besamungsrohr nach zwei Techniken entleert werden kann:

- durch Herausziehen des Stopfens (wie beim dreiteiligen Stopfen) oder durch Blasen durch den Stopfen, wobei diese letztgenannte Technik eine Entleerung und neuerliche Befüllung ermöglicht.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht auch darin, daß dieser nicht absorbierende Stopfen aufgrund seines Aufbaus (Materials) ein gutes Anhaften an den Seiten des Besamungsrohres ermöglicht, wodurch das bei Verwendung des dreiteiligen Stopfens gut bekannte Loslösen vermieden wird.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist die einfache Ausführung, da der Stopfen nämlich aus einem einteiligen Stück anstelle von drei Stücken gebildet ist.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, daß die Länge des nicht absorbierenden Stopfens geringer als jene des dreiteiligen Stopfens ist. Dies ermöglicht es somit, das Fassungsvolumen des Besamungsrohres zu erhöhen und gleichzeitig innerhalb derselben Dimensionsnorm zu bleiben.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß der Stopfen aufgrund seiner Porosität natürlich eine Filterung gewährleistet, die es ermöglicht, auf mehr oder weniger sterile Art zu arbeiten.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß mit demselben Besamungsrohr ein Produkt wieder absorbiert werden kann.

Die Erfindung ist schematisch in der beiliegenden Figur dargestellt, die eine Längsschnittansicht eines erfindungsgemäßen Besamungsrohres zeigt, wobei das Besamungsrohr 1 mit einem erfindungsgemäßen mikroporösen, einteiligen, hydrophoben Stopfen versehen ist. Die Länge 1 des Stopfens 2 liegt üblicherweise zwischen ungefähr 2 und 5 mm, jedoch nicht ausschließlich. Der Innendurchmesser d des Besamungsrohres 1 ist etwas kleiner als der Durchmesser des Stopfens vor der Einführung in das Besamungsrohr, um eine gute Dichtigkeit zwischen dem Stopfen und der Innenwand des Besamungsrohres zu gewährleisten.

Die in dem Stopfen des Besamungsrohres gemäß der vorliegenden Erfindung verwendete Faser ist eine Vollfaser, die auf dieselbe Weise wie die herkömmlichen Hohlfasern gewonnen wird, durch dem Fachmann gut bekannte Verfahren, die insbesondere in den Patenten US-A-4 778 601 und US-A-4 828 772 beschrieben sind, indem ein Extrusionskopf verwendet wird, allerdings ohne das Rohr, das dazu bestimmt ist, die Faseröffnung einzuarbeiten. Beispielsweise kann das Verfahren der Phasentrennung durch thermische Inversion (Verfahren TIPS) verwendet werden. Beispielsweise werden 10% eines Polyethylens hoher Dichte (PE-HD) und ein Verdünnungsmittel, das sich aus einem geeigneten Lösemittel zusammensetzt, welches ein einfaches Lösemittel oder ein Lösemittelgemisch sein kann, in einen auf hohe Temperatur erhitzten Extruder geschickt, um eine Schmelzflüssigkeit zu bilden, und sodann durch eine Öffnung gedrückt. Das Schmelzextrudat, das nun Zylinderform aufweist, wird abgekühlt, indem es durch ein Heißwasserbad geschickt wird. Die geringere Temperatur des Bades führt zur Abkühlung des Schmelzmaterials und zur Phasentrennung zwischen dem Polymer und dem Verdünnungsmittel. Das Verdünnungsmittel, das in dem auf die Weise in Form eines kontinuierlichen Fadens gewonnenen Gel verbleibt, kann durch Verwendung eines geeigneten Lösemittels entzogen werden. Die extrudierte Faser wird sodann durch Verdampfung getrocknet, um das Endprodukt zu erhalten.

Die durch Verwendung dieses Verfahrens typischerweise gewonnenen Vollfasern weisen einen Durchmesser von ungefähr 1 bis 3 mm mit einem Dampfdruck von ungefähr 2·10&sup4; bis 3·10&sup4; Pa (0,2 bis 0,3 bar) auf.

Um als Stopfen für ein Besamungsrohr gemäß der vorliegenden Erfindung dienen zu können, muß die erfindungsgemäße Vollfaser vorzugsweise einen Durchmesser aufweisen, der etwas größer als jener des Besamungsrohres ist, wobei die gute Dichtigkeit der Faser durch das daraus resultierende leichte Zusammendrücken entsteht.

Als nicht einschränkendes Beispiel wird ein erfindungsgemäßes Besamungsrohr mit einem mikroporösen einteiligen Stopfen hergestellt, der von einer Vollfaser aus Polyethylen hoher Dichte mit einem Porendurchmesser zwischen ungefähr 0,2 und 2 um gebildet wird. Der Durchmesser des Besamungsrohres betrug ungefähr 1,60 mm und der Durchmesser des Stopfens vor der Einführung in das Besamungsrohr betrug ungefähr 1,65 mm. Die Länge des Stopfens in dem Besamungsrohr betrug ungefähr 4 mm.

Der Fachmann wird verstehen, daß, obwohl die Erfindung für besondere Ausführungsarten beschrieben und dargestellt wurde, zahlreiche Varianten möglich sind, ohne über den Rahmen der Erfindung, wie in den beiliegenden Ansprüchen definiert, hinauszugehen.


Anspruch[de]

1. Besamungsrohr zur Aufbewahrung kleiner Mengen von Substanzen, insbesondere biologischer Substanzen, bestehend aus einem Abschnitt eines Rohrs, das im Inneren einer seiner beiden Enden mit einem Verschlußmittel ausgestattet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußmittel aus einem hydrophoben, mikroporösen einteiligen Stopfen besteht.

2. Besamungsrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mikroporöse Stopfen zu einem Teil aus einem Polymermaterial besteht.

3. Besamungsrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen eine zylindrische Form aufweist.

4. Besamungsrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen aus einer Vollfaser besteht.

5. Besamungsrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der mikroporöse Stopfen einen Porendurchmesser zwischen etwa 0,001 und 10 mm aufweist.

6. Besamungsrohr nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der mikroporöse Stopfen einen Porendurchmesser zwischen etwa 0,2 und 2 mm aufweist.

7. Besamungsrohr nach einem der Ansprüche 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Faser, aus welcher der mikroporöse Stopfen besteht, einen Dampfdruck von etwas 2404 bis 3404 Pa (0,2 bis 0,3 bar) aufweist.

8. Besamungsrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stopfen eine Länge zwischen etwa 2 und 5 mm aufweist.

9. Besamungsrohr nach 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymermaterial aus Polyethylen hoher Dichte (HD-PE), Polyamiden, Nitrocellulose, Polyestern, Phenol/Formol-Harzen (PF-Harzen) und Perfluoralkoxyharzen (PFA) ausgewählt ist.

10. Besamungsrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymermaterial Polyethylen hoher Dichte ist.

11. Besamungsrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vollfaser durch ein kontinuierliches Extrusionsverfahren herstellbar ist.

12. Besamungsrohr nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vollfaser durch ein Phasentrennverfahren mittels thermischer Inversion herstellbar ist.

13. Besamungsrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß es entweder durch Herausnehmen des Stopfens oder durch Durchblasen durch den Stopfen entleerbar ist.







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