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Dokumentenidentifikation DE10034172C2 24.10.2002
Titel Sicherheitsschloss
Anmelder Augthun, Joachim, 60385 Frankfurt, DE
Erfinder Augthun, Joachim, 60385 Frankfurt, DE
Vertreter Rheinpatent Kodron & Mackert Patentanwälte, 55118 Mainz
DE-Anmeldedatum 13.07.2000
DE-Aktenzeichen 10034172
Offenlegungstag 31.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.10.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.10.2002
IPC-Hauptklasse E05B 67/06
IPC-Nebenklasse E05B 67/00   
Zusammenfassung Es wird angestrebt, ein Sicherheitsschloss zu schaffen, welches einen wirksamen Schutz gegen Zerstörung durch mit professionellem Werkzeug ausgerüstete Kriminelle bietet.
Erreicht wird dies durch ein Sicherheitsschloss, bei welchem in und/oder um den Schließzylinder mindestens eine Kammer angeordnet ist, in der sich eine unter hohem Druck stehende Flüssigkeit oder ein unter hohem Druck stehendes Gas befindet, welches im Falle einer Beschädigung des Schließzylinderbereiches, z. B. durch Aufbohren, unter hohem Druck aus der Kammer austritt und in Kontakt mit der das Schloss beschädigenden Person kommt. Diese wird entweder farblich markiert oder erleidet einen abschreckenden physischen Schock.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsschloss.

Herkömmliche Sicherheitsschlösser wie zum Beispiel U-förmige Bügelschlösser oder Ketten bieten aufgrund der Verwendung von speziellen besonders harten Materialien, insbesondere von gehärtetem Stahl, und von schwer manipulierbaren Schlössern einen ausreichenden Schutz gegen den Gelegenheitsdiebstahl beispielsweise von Zweirädern. Es erfordert geeignete Werkzeuge, um diese Sicherheitsschlösser mechanisch zu zerstören und somit den zuvor gesicherten Gegenstand zu entwenden.

Es ist hierbei jedoch nachteilig, daß herkömmliche Sicherheitsschlösser gegen einen Zugriff durch mit professionellem Werkzeug ausgerüstete Kriminelle keinen wirksamen Schutz bieten. Auch Schlösser aus besonders gehärtetem Stahl sind mit geeignetem Werkzeug zu zerstören.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Sicherheitsschloss zu schaffen, welches die zuvor aufgezeigten Nachteile vermeidet und einen über das herkömmliche Maß hinausreichenden Schutz gegen die Zerstörung des Sicherheitsschlosses bietet.

Dies wird erreicht durch ein Sicherheitsschloss gemäß den Merkmalen des Anspruch 1.

Hierbei ist in und/oder um den Schließzylinder eines Sicherheitsschlosses mindestens eine Kammer angeordnet, in der sich eine unter hohem Druck stehende Flüssigkeit oder ein unter hohem Druck stehendes Gas befindet.

Im Falle einer Beschädigung des Schließzylinderbereichs durch beispielsweise Aufbohren tritt die Flüssigkeit oder das Gas unter hohem Druck aus der Kammer bzw. den Kammern aus und kommt hierbei zwangsläufig in Kontakt mit der das Schloss beschädigenden Person.

Durch den Kontakt mit der Flüssigkeit bzw. dem Gas wird diese Person entweder markiert und somit im Falle einer Flucht kenntlich gemacht, oder erleidet einen abschreckenden physischen Schock, der die Person vom weiteren Vorgehen abhalten soll.

Somit ist das erfindungsgemäße Sicherheitsschloß ein aktiver Schutz, der aufgrund des hohen Austrittsdrucks der Flüssigkeit bzw. des Gases nicht durch Umwickeln der beschädigten Stelle des Schlosses oder ähnliche Maßnahmen umgangen werden kann.

Vorteilhafterweise ist sowohl im Schlosskörper als auch im und um den Schließzylinder mindestens eine Kammer zur Aufnahme der Flüssigkeit bzw. des Gases angeordnet.

Ist hierdurch gewährleistet, daß das Sicherheitsschloss weder durch mechanisches Zerstören des Schlossbügels oder der Kette noch durch beispielsweise Aufbohren eines Schließzylinders oder Schließbeschlags an einer Haustür aufgebrochen werden kann. Die Kammern im Sicherheitsschloss sind so angeordnet, daß keine Schwachstelle vorhanden ist, an der das Sicherheitsschloss aufgebrochen werden könnte, ohne daß die unter Druck ausströmende Flüssigkeit bzw. das Gas die agierende Person trifft.

Es sind nun zweckmäßigerweise verschiedene Flüssigkeiten bzw. Gase in Bauformen des Sicherheitsschlosses einsetzbar.

In einer Bauform ist als Flüssigkeit eine Farbmarkierungsflüssigkeit in die Kammern des Schlosses eingebracht.

Hierdurch ist die das Sicherheitsschloss aufbrechende Person durch die Farbmarkierungsflüssigkeit kenntlich gemacht. Es ist somit ein Leichtes, eine flüchtige Person anhand dieser Farbmarkierung auszumachen, da die Kleidung der Person charakteristische Farbspuren aufweist.

In einer anderen Ausführungsform ist als Flüssigkeit eine Geruchsmarkierungsflüssigkeit in die Kammern des Schlosses eingebracht.

Diese Form der Markierung lenkt zum einen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die somit übelriechende Person. Die Person wird hierdurch auffällig und ist leicht auszumachen.

Zum anderen ist der üble Geruch auch für die derart markierte Person selbst unerträglich, weshalb diese Art der Markierung sogar zu einer Vereitlung der Straftat führen kann, da die geruchliche Markierung eine starke Behinderung der Person bedeutet.

In einer weiteren zweckmäßigen Bauform ist eine stark hautreizende Flüssigkeit, beispielsweise eine Säure, in die Kammern des Schlosses eingebracht.

Diese Bauform zielt zum einen auf eine Markierung der das Sicherheitsschloss aufbrechenden Person. Im Gegensatz zu den verwendeten Flüssigkeiten zur Farb- und Geruchsmarkierung wird hierbei eine Verletzung der das Sicherheitsschloss aufbrechenden Person herbeigeführt. Dies ist insofern vorteilhaft, als eine solche Verletzung nicht einfach beseitigbar ist sondern die hierdurch gezeichnete Person über einen längeren Zeitraum bis zur Heilung der Verletzung markiert. Zum anderen bewirkt eine hautreizende Flüssigkeit einen physischen Schock bei der das Sicherheitsschloss aufbrechenden Person, der zu einer Vereitlung der Straftat führen kann.

Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn der Flüssigkeit in der Kammer ein Frostschutzmittel zugegeben ist.

Hierdurch soll umgangen werden, daß durch Einsatz eines Frostmittels eine Aggregatszustandsänderung bei der Flüssigkeit in der Kammer herbeigeführt wird, die den gewünschten Ausströmeffekt behindert.

Bei einer anderen vorteilhaften Bauform ist ein Reizgas in die Kammern des Sicherheitsschlosses eingebracht.

Analog zur Verwendung einer hautreizenden Flüssigkeit bewirkt das Reizgas einen physischen Schock bei der das Sicherheitsschloss aufbrechenden Person, der zu einer Vereitlung der Straftat führen soll. Durch den Kontakt des Reizgases mit den Schleimhäuten und Augen der Person ist diese zeitweise in ihrer optischen Wahrnehmung und Atmung behindert, was sowohl die Entwendung des gesicherten Gegenstandes als auch die schnelle Entfernung des Täters vom Tatort verhindert.

Es sind über diese Ausführungsbeispiele hinaus weitere in die Kammern des Sicherheitsschlosses einbringbare Stoffe denkbar, beispielsweise Klebstoffe und -schäume und diverse chemische, biochemische und biologische Stoffe, weshalb die angeführten Ausführungsbeispiele keine abschließende Beschreibung darstellen.

Im folgenden soll eine Ausführungsform der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert werden.

Die Figur zeigt ein U-förmiges Bügelschloss, wie es im Bereich der Zweiradsicherung weit verbreitet ist.

Sowohl im U-förmigen Bügelschlosskörper 3 als auch im den Schließzylinder 4 aufnehmenden Bügelschlossblock 5 sind Kammern 2 so angeordnet, daß bei gewaltsamer Zerstörung des Sicherheitsschlosses 1 diese eine unter hohem Druck stehende Flüssigkeit bzw. ein Gas freisetzen.

Auch vor und hinter dem Schließzylinder 4 sind entsprechende Kammern 2 angeordnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Sicherheitsschloss dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - in und/oder um den Schließzylinder (4) mindestens eine Kammer (2) angeordnet ist,
    2. - in der sich eine unter hohem Druck stehende Flüssigkeit oder ein unter hohem Druck stehendes Gas befindet.
  2. 2. Sicherheitsschloss nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß sowohl im Schlosskörper (3) als auch in und/oder um den Schließzylinder (4) mindestens eine Kammer (2) zur Aufnahme der Flüssigkeit bzw. des Gases angeordnet ist.
  3. 3. Sicherheitsschloss nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Flüssigkeit eine Farbmarkierungsflüssigkeit in die Kammern (2) des Schlosses (1) eingebracht ist.
  4. 4. Sicherheitsschloss nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Flüssigkeit eine Geruchsmarkierungsflüssigkeit in die Kammern (2) des Sicherheitsschlosses (1) eingebracht ist.
  5. 5. Sicherheitsschloss nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß eine stark hautreizende Flüssigkeit, beispielsweise eine Säure, in die Kammern (2) des Sicherheitsschlosses (1) eingebracht ist.
  6. 6. Sicherheitsschloss nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeit in der Kammer (2) ein Frostschutzmittel zugegeben ist.
  7. 7. Sicherheitsschloss nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß ein Reizgas in die Kammern (2) des Sicherheitsschlosses (1) eingebracht ist.






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