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Dokumentenidentifikation DE19518491C2 24.10.2002
Titel Anordnung aus zwei Schließzylindern für abzusichernde Zugangsbereiche
Anmelder Schindler, Eduard, 82110 Germering, DE
Erfinder Schindler, Eduard, 82110 Germering, DE
Vertreter Jaeger, Böck & Köster, Patentanwälte, 82131 Gauting
DE-Anmeldedatum 19.05.1995
DE-Aktenzeichen 19518491
Offenlegungstag 21.11.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.10.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.10.2002
Addition 19647854.5
IPC-Hauptklasse E05B 45/08

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung aus zwei Schließzylindern für abzusichernde Zugangsbereiche gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außerdem eine Verwendung einer Anordnung aus zwei Schließzylindern gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 6.

Schließzylinder allgemein für abzusichernde Zugangsbereiche sind in einer Vielzahl von Ausführungsformen bekannt. Derartige Schließzylinder werden dabei regelmäßig beispielsweise an Zugangstüren an Gebäuden, Wohnungen und dergleichen eingesetzt. Sie dienen der Absicherung gegen unbefugtes Betreten des Zugangsbereiches und weisen hierzu eine Vielzahl von Sicherungseinrichtungen wie Stiftzuhaltungen und - gegen die Zerstörung bzw. das Entfernen des gesamten Schließzylinders - Abzugsschutzvorrichtungen bzw. verschiedenartige als Aufbohrschutz dienende Einrichtungen auf.

Darüber hinaus besitzen diese Schließzylinder regelmäßig einen einzigen Schließbart, eine Schließnase oder eine Schließnocke die zur Betätigung des Schloßriegels vorgesehen ist.

Neben dieser mechanisch wirkenden Sicherungsvorrichtung sind zur Absicherung von Zugangsbereichen auch eine Vielzahl von elektrischen oder elektronischen Alarmsicherungssystemen bzw. Alarmanlagen bekannt.

Beim Einschalten oder Scharfschalten derartiger Alarmanlagen wird zwischen der Schärfung "intern" und "extern" unterschieden. Die interne oder auch Anwesenheitssicherung wird dann vorgenommen, wenn sich im Zugangs- oder Sicherungsbereich Personen befinden. Hierdurch kann die Auswerteelektronik der Zentrale der Alarmanlage Teile des Sicherungsbereiches passivschalten und etwaige dort vorhandene Bewegungsmelder oder auch Fensteröffnungskontakte werden von der Auswerteelektronik ausgeblendet, d. h. diese Vorrichtungen lösen dann keinen Alarm aus.

Die angesprochene "externe" oder Abwesenheitssicherung wird dann vorgenommen, wenn sich im abzusichernden Bereich oder Zugangsbereich keine Personen befinden, wobei das Scharfschalten der Alarmanlage regelmäßig über ein sog. Blockschloß an der letzten Tür bzw. Ausgangstür des Sicherungsbereiches vorgenommen wird.

Die Funktion dieses Blockschlosses ist dabei derart, daß das Scharfschalten der Alarmanlage über das Blockschloß ausgeführt wird, das einen dem Schloßriegel des Schlosses der Türe vergleichbaren Schloßriegel aufweist. Es ist dies deshalb erforderlich, da Fehlalarme der Alarmanlage vermieden werden können, da sich die abzusichernde Türe bei eingeschalteter Alarmanlage vom legitim in den Sicherungsbereich eintretenden Benutzer nicht öffnen läßt und mit dem Öffnen des Schloßriegels des Blockschlosses gleichzeitig die scharfgeschaltete Alarmanlage ausgeschaltet wird.

Wie leicht ersichtlich, ist es dabei erforderlich, auch bei der Verwendung dieses Blockschlosses zwischen der Anwesenheitssicherung und der Abwesenheitssicherung zu unterscheiden. Ohne eine derartige Unterscheidung würde nämlich beim Herbeiführen der Anwesenheitssicherung von innerhalb des Sicherungsbereiches der gesamte Sicherungsbereich von der Alarmanlage ausgewertet werden, was Fehlalarme zur Folge hätte.

Hierbei kann die Anwesenheitssicherung durch einen Schalter, Taster, Schlüsselschalter oder eine Kodierung, ein abgesetztes Bedienteil oder dergleichen an der Zentrale, der Alarmanlage oder auch an sonstiger beliebiger, innerhalb des Sicherungsbereiches angeordneter Stelle, die mit der Alarmanlage funktionell in Verbindung steht, erfolgen. Nach der Herbeiführung der Anwesenheitssicherung ist es möglich, zum Ausschalten der Anwesenheitssicherung einen entsprechenden umgekehrten Vorgang an den vorerwähnten Schaltelementen durchzuführen oder die Anwesenheitssicherung durch ein kurzes Scharf- /Unscharfschalten am Blockschloß zu beenden.

Es macht dies deutlich, daß das bekannte Blockschloß funktionell mit einer zusätzlichen Auswerteelektronik - beispielsweise in der Alarmzentrale - für die Unterscheidung Anwesenheitssicherung- Abwesenheitssicherung zusammenwirken muß und aufgrund der oben geschilderten Zwangsläufigkeit, das heißt also der Vermeidung, von Fehlalarmen einen zum in der Türe ohnehin vorhandenen Schloßriegel zusätzlichen Schloßriegel aufweisen muß.

Auch ist die Anordnung des bekannten Blockschlosses an der Zugangstüre des Zugangs- oder Sicherungsbereiches aufwendig, da bei nachträglichem Einbau des Blockschlosses in die Türe eine Aufnahmeöffnung in die Türe eingebracht werden muß und auch eine entsprechende Öffnung in dem Türrahmen angebracht werden muß, in welche der Schloßriegel des Blockschlosses eingreift.

Es macht dies deutlich, daß einerseits das bekannte Blockschloß aufwendig und damit teuer ist und darüber hinaus der Einbau des Blockschlosses mit der Anbringung einer Öffnung im Türrahmen oder einem entsprechenden Schließblech mit großem Aufwand verbunden ist.

Eine Anordnung von zwei funktionell getrennten und auch getrennt voneinander ausgebildeten Schließzylindern mit Profilzylinderkernen ist gemäß der DE 44 22 094 A1 bekannt, die von der Innenseite und der Außenseite mittels eines Schlüssels betätigbar sind. Die Schließnasen der Zylinderkerne bewegen unabhängig voneinander einen Schloßriegel in eine Ent- oder Verriegelungsstellung, wobei zwei mit einer Alarmanlage verbundene Detektoren als Endschalter vorgesehen sind, die die Bewegungsbahnen der Schließnasen erfassen und so mittels des einen Schließzylinders die Anlage extern scharf geschaltet wird, während mittels des anderen Schließzylinders die Anlage intern scharf geschaltet wird.

Eine weitere Schrift, die AT-PS 3 71 538 zeigt eine Anordnung von zwei auf einer gemeinsamen Achse fest installierten Schließzylindern zur Betätigung eines Schalters für eine Alarmanlage.

Zwar ist entsprechend der oben angegebenen Schriften ein Einbau in handelsübliche Schloßgehäuse möglich, jedoch müssen entweder die beiden Schließzylinder auf komplizierte Art entsprechend einer gemeinsamen Drehachse axial beabstandet und ausgerichtet werden, oder aber eine kompakte Baueinheit aus den beiden Schließzylindern wird in das entsprechende Schloßgehäuse eingebaut, ohne dass z. B. eine Anpassung an Türblätter von unterschiedlicher Dicke möglich ist.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung von zwei Schließzylindern der eingangs genannten Art zu schaffen, die ein hohes Maß an Anpassbarkeit für unterschiedlich starke Türblätter und gleichzeitig eine verbesserte Bedienbarkeit als die nach dem Stand der Technik bekannten Anordnungen ermöglicht.

Die Erfindung weist zur Lösung dieser Aufgabe hinsichtlich der Anordnung aus zwei Schließzylindern die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale auf. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben. Die Erfindung weist außerdem zur Lösung dieser Aufgabe hinsichtlich der Verwendung die im Anspruch 6 angegebenen Merkmale auf.

Der Erfindung liegt der wesentliche Gedanke zugrunde, die bei der Absicherung des Zugangs- oder Sicherungsbereiches eines Gebäudes notwendigen Betätigungsvorgänge dadurch sowohl hinsichtlich des Betätigungsaufwandes als auch hinsichtlich des Installationsaufwandes der Einrichtung deutlich zu verringern, indem ein in die ohnehin an jeder Tür zur Aufnahme des Schließzylinders passender Schließzylinder eingesetzt wird, der sowohl die erforderlichen mechanischen als auch elektrischen oder elektronischen Betätigungsvorgänge ausführt.

Erfindungsgemäß ist daher eine Anordnung zweier Schließzylinder für abzusichernde Zugangsbereiche mit jeweils einem Zylinderkern und einem Schließbart vorgesehen, wobei gemäß der Erfindung die Zylinderkerne der beiden Schließzylinder über eine Kraftübertragungseinrichtung miteinander drehbar verbunden und die Schließbarte zueinander so beabstandet angeordnet sind, daß einer der Schließbarte der Betätigung des Schloßriegels eines Türschlosses und der andere der Betätigung separater Schalt- und Steuermechanismen dient.

Die Schließbarte oder auch Schließnasen bzw. Schließnocken führen über den in den Zylinderkern einzuführenden Schlüssel sowohl die mechanische Betätigung des Schloßriegels als auch Steueraufgaben der elektrischen oder elektronischen Alarmanlage aus.

Hierdurch werden wesentliche Vorteile gegenüber dem Stand der Technik erzielt. Der Einbau der Schließzylinder wird erleichtert, während gleichzeitig der Betätigungsaufwand verringert wird. Auch wird eine deutliche Verringerung des bei der Absicherung des Zugangsbereiches zu betreibenden Investitionsaufwandes erzielt, da Nachbearbeiten der Tür, die auch z. B. bei der Verwendung eines bekannten Blockschlosses notwendig sind, entfallen. Darüber hinaus wird auch der optische Eindruck der Zugangstür nicht durch den Einbau beeinflußt.

Hierbei ist es möglich, daß die von dem zweiten Schließbart betätigten elektrischen oder elektronischen Teile einer Alarmanlage entweder von vorne herein innerhalb des Türblattes vorgesehen werden oder aber an der Türinnenseite, beispielsweise über ein kleines Gehäuse abgedeckt angeordnet werden können, so daß sich der zweite Schließbart in dieses Gehäuse hineinerstreckt und dort seine Schalt- und Steueraufgaben ausführt.

Hierzu ist es gemäß der Erfindung vorgesehen, daß die Zylinderkerne koaxial angeordnet sind, so daß der Schließbart des ersten Schließzylinders von dem Schließbart des zweiten Schließzylinders axial beabstandet ist. Es bedeutet dies mit anderen Worten, daß einer der mindestens zwei Schließbarte nach wie vor den Schloßriegel betätigt und der andere Schließbart axial beabstandet zum ersten Schließbart angeordnet - die Schalt- und Steuerungsfunktionen ausführt.

Da erfindungsgemäß der axiale Abstand zwischen den beiden Zylinderkernen und somit der axiale Abstand zwischen den Schließbarten einstellbar ist, ist der Einbau in schon vorhandene Türschlösser vereinfacht und eine entsprechende Anpassung an die Dicke des Türblattes kann so erfolgen.

Weiterhin kann es vorteilhaft sein, wenn der Schließbart des ersten Schließzylinders zu dem Schließbart des zweiten Schließzylinders winkelig versetzt angeordnet ist. Beispielsweise dann, wenn der die Schalt- und/oder Steuerungsfunktion ausübende Schließbart auf ein Schaltteil, eine Schaltscheibe, ein Schaltgestänge oder ein anderes Funktionsteil wirkt, das beispielsweise innerhalb des Türblattes, das heißt also an einer Stelle vom Türrahmen entfernt angeordnet ist.

In Weiterbildung der Erfindung ist dabei möglich, daß mindestens einer der beiden Schließzylinder, der nicht der Betätigung des Schloßriegels dient, zumindest zwei Schließbarte aufweist, die miteinander kuppelbar sind.

Durch diese vorteilhafte Ausbildung ist es möglich, den ungeteilten der zwei Schließbarte zur Betätigung des Schloßriegels einzusetzen, während der geteilte Schließbart einerseits zum Schalten und/oder Steuern der Alarmanlage oder Teilen davon eingesetzt wird und andererseits - aufgrund seiner Teilung - Sonderfunktionen ausfahren kann.

Diese Sonderfunktionen sind dabei beispielsweise das Schalten und/oder Steuern der Alarmanlage zur Herbeiführung der Anwesenheitssicherung, da in diesem Fall in den Zylinderkern des Schließzylinders der Schlüssel von der Innenseite der Türe, das heißt also von innerhalb des Sicherungsbereiches eingeführt wird und damit ein Schließbartteil des geteilten Schließbartes die Internschärfung bewirkt, während bei der Betätigung des Schließzylinders durch einen Schlüssel im Zylinderkern von außerhalb des Sicherungsbereiches, das heißt also der Zugangstüre von außen, eine Betätigung des einen Schließbartteiles des geteilten Schließbartes nicht durchführbar ist und somit eine Abwesenheitssicherung herbeiführbar ist.

Die Betätigung geschieht dabei ganz allgemein derart, daß unabhängig, ob der Zylinderkern von innen her oder von außen her betätigt wird, derjenige Schließbart, welcher dem Schloßriegel funktionell zugeordnet ist, betätigt wird und eine Betätigung der Schließbartteile des geteilten Schließbartes in Abhängigkeit von der Seite des Einführens des Schlüssels in den Zylinderkern stattfindet. Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, die Anwesenheitssicherung durch Einstecken des Schlüssels in den Zylinderkern von innerhalb des Zugangsbereiches her und durch eine einmalige Drehung des Schlüssels den Schloßriegel durch den dem Schloßriegel zugeordneten Schließbart zu betätigen, wobei gleichzeitig über eine im Bereich des zweiten Schließbartes oder des geteilten zweiten Schließbartes vorgesehene Schalteinrichtung die Betätigung abtasten kann, so daß erfaßt wird, daß der Schloßriegel betätigt wurde. Der durch den von innen eingesteckten Schlüssel betätigte Schließbart kann damit eine Steuer- oder Schaltfunktion an die Alarmanlage abgeben derart, daß der Zugangsbereich von innen abgesperrt wurde, also eine Anwesenheitssicherung herbeigeführt werden soll.

Mit der zweiten Umdrehung des von innen her eingeführten Schlüssels wird dann die zweite Stufe des Schloßriegels ausgefahren und im Bereich des zweiten Schließbartes die "Intern-Schärfung", also die Anwesenheitssicherung herbeigeführt.

Hierdurch ist es ermöglicht, durch die erste Umdrehung des von innen her eingesteckten Schlüssels die Türe zu versperren und mit der zweiten Drehung die Anlage "intern" scharfzuschalten. Im Falle einer Störung, das heißt also beispielsweise eines im Absicherungsbereich liegenden geöffneten Fensters, ist es möglich, einen Hubmagneten vorzusehen, der das Drehen des Schlüssels verhindert, oder eine Warneinrichtung vorzusehen, die das Drehen des Schlüssels verhindert oder einen Warnton abgibt. Eine - ansonsten üblicherweise vorhandene - Alarmverzögerung für die Meldelinie, in der die Zugangstüre eingeschleift ist, ist damit nicht mehr erforderlich, ein bei Anwesenheit ausgeführter Einbruchsversuch wird sofort von der Alarmanlage gemeldet.

Wenn die "intern" geschärfte Alarmanlage von außen her aufgesperrt wird, wird bereits durch die erste Schlüsselumdrehung die Scharfstellung der Alarmanlage aufgehoben, so daß ein Fehlalarm nicht mehr möglich ist.

Dies führt außerdem zu dem Vorteil, daß bei "Intern"-Schärfung der Alarmanlage in bekannter Weise, das heißt also an einer von der Zugangstüre entfernten Stelle, ein Fehlalarm bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Schließzylinders nicht mehr möglich ist, da durch das Aufsperren der Tür die Alarmanlage automatisch unscharf geschaltet wird.

Die angesprochene Abwesenheitssicherung wird in ähnlicher Weise herbeigeführt, allerdings mit einem in den Schließzylinder von außen her eingeführten Schlüssel, so daß mit der ersten Umdrehung des Schlüssels der dem Schloßriegel zugeordnete Schließbart den Schloßriegel in die erste verriegelnde Stellung überführt und der zweite Schließbart eine Schalteinrichtung betätigen kann, die erkennt, daß der Schloßriegel betätigt wurde. Mit der zweiten Umdrehung des von außen her eingeführten Schlüssels wird der Schloßriegel in seine weiter ausgefahrene Verriegelungsstellung gebracht und der zweite Schließbart kann eine Schalteinrichtung betätigen, mittels der festgestellt wird, daß die Abwesenheitssicherung herbeigeführt werden soll.

Im Falle eines geteilten zweiten Schließbartes bleibt der bei einer "Intern"-Schärfung betätigte Schließbartteil passiv, da der Schlüssel in den Zylinderkern von außerhalb des Zugangsbereiches her eingeführt wurde, d. h. nur ein Teil des geteilten Schließbartes wird betätigt, nicht aber der für das "Intern"Scharfschalten heranzuziehende Schließbartteil.

Das Unscharfschalten der Alarmanlage bei aktivierter Abwesenheitssicherung erfolgt durch das einfache Aufschließen des Schließzylinders. Mit der ersten Umdrehung der Schließbarte des Schließzylinders wird der Schloßriegel um eine Stufe zurückgefahren - die Türe ist immer noch versperrt -, die Alarmanlage ist aber bereits unscharf gescholten. Durch die zweite Umdrehung der Schließbarte wird der Schloßriegel in seine Ruhestellung bewegt, die Tür kann geöffnet werden, ein unbeabsichtigtes und einen Fehlalarm auslösendes Öffnen der Zugangstür zum Zugangsbereich ist nicht möglich.

Darüber hinaus wird der Vorteil erreicht, daß auch ein gewaltsames Zurückschieben des Schloßriegels die scharf geschaltete Alarmanlage nicht unscharf schaltet, denn erst durch die legitime Betätigung des die Schaltfunktion ausübenden Schließbartes, das heißt durch die Betätigung des Zylinderkernes und damit des Schließbartes durch den Schlüssel, ist ein Unscharfschalten der Alarmanlage möglich.

Eine Hälfte des geteilten zweiten Schließbartes kann dabei in beiden Fällen, d. h. der Anwesenheitssicherung und der Abwesenheitssicherung zur Betätigung eines Schloßriegelstellungsdetektors eingesetzt werden, der erkennt, ob und daß der Schloßriegel betätigt wird.

Erfindungsgemäß kann auch ein Schließzylinder für abzusichernde Zugangsbereiche, insbesondere Zugangstüren, an Gebäuden vorgesehen sein, der zwei Schließzylinder, beispielsweise Schließhalbzylinder, mit jeweils einem Gehäuse, einem Zylinderkern und mindestens einer Sicherungseinrichtung gegen unbefugtes Betätigen eines Schließbartes, aufweist, wobei die zwei Schließzylinder zur gleichzeitigen Betätigung der Zylinderkerne funktionell gekoppelt und beabstandet zueinander angeordnet sind.

Als Schließeinrichtung dient hierzu ein zum legitimen Öffnen dienender Schlüssel, der ein handelsüblicher Schlüssel oder beispielsweise ein elektronischer Schlüssel oder dergleichen sein kann. Hierbei ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß jeder der beiden Schließzylinder mindestens einen Schließbart aufweist und die Schließbarte der beiden Schließzylinder bezogen auf die Längsachse des so gebildeten Schließzylinders zueinander winkelig versetzt angeordnet werden können.

Zur funktionellen Koppelung der beiden Schließzylinder ist eine die beiden Zylinderkerne verbindende Kraftübertragungseinrichtung vorgesehen, die hinsichtlich ihrer Länge, das heißt also hinsichtlich des axialen Abstandes zwischen den beiden Zylinderkernen einstellbar ist.

Es kann aber auch eine andere beliebige Einrichtung zur Übertragung des auf den Zylinderkern des einen Schließzylinders durch den Schlüssel ausgeübten Moments zum anderen Schließzylinder vorgesehen werden. Dies kann beispielsweise eine biegsame oder eine Doppelgelenkwelle sein, aber auch eine Zahnradanordnung oder ein Zahnriemen, eine Zahnstange, eine Kette oder dergleichen.

Hierbei kann einer der beiden Schließbarte des so gebildeten Schließzylinders den Schloßriegel betätigen, während der andere der mindestens zwei Schließbarte eine Schalt- oder Steuerungsfunktion für eine elektrische oder elektronische Alarmanlage oder Bauteile davon ausführen kann.

Auch hier ist es wiederum möglich, daß mindestens einer der mindestens zwei Schließbarte entlang seiner Mittelebene geteilt ausgebildet ist, um eine Unterscheidung bei der Absicherung des Zugangsbereiches des Gebäudes in Anwesenheitssicherung und Abwesenheitssicherung zu ermöglichen.

Nach der erfindungsgemäßen Verwendung ist eine Anordnung aus zwei Schließzylindern zum Schalten und zur Ansteuerung einer Alarmanlage oder Teile davon zur Zugangssicherung vorgesehen, wobei einer der Schließbarte ausschließlich der Betätigung des Schloßriegels eines Türschlosses dient und der andere oder mindestens einer der mehreren Schließbarte eine Schalt- und Steuerungsfunktion für die Alarmanlage oder Teile davon ausführt.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen in:

Fig. 1 einen Schließzylinder gemäß der Erfindung in einer zweigeteilten Ausführungsform in perspektivischer Ansicht;

Fig. 2 den Schließzylinder in einem Teilschnitt in einer Tür eingebaut; und

Fig. 3 in einer schematischen Darstellung ähnlich derjenigen nach Fig. 2.

Wie leicht aus Fig. 1 der Zeichnungen ersichtlich, weist der Schließzylinder 1 in der dargestellten Ausführungsform zwei Schließzylinder 2, 3 auf, die über eine Welle 4 funktionell gekoppelt sind.

Diese funktionelle Koppelung bedeutet in diesem Fall, daß die jeweiligen Zylinderkerne 5, 6 durch die Welle 4 miteinander verbunden sind, so daß bei einer Betätigung eines der Zylinderkerne 5, 6 auch der jeweils andere Zylinderkern 5, 6 betätigt, das heißt gedreht, wird.

Mit der schlüsselbetätigten Drehung der jeweiligen Zylinderkerne 5, 6 werden die durch die Welle 4 und die Zylinderkerne 5, 6 gekoppelten Schließbarte 7, 8 betätigt.

In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform des Schließzylinders weist der aus den Schließhalbzylindern 2, 3 gebildete Schließzylinder 1 zwei Schließbarte 7, 8 auf.

Wie leicht aus Fig. 2 der Zeichnungen ersichtlich, welche nur einen Schließzylinder zeigt, kann gemäß einer weiteren Ausführungsform des Schließzylinders 1 der Schließbart 7 oder 8 - in dargestelltem Ausführungsbeispiel der Schließbart 7 - an seiner Mittelebene 9, das heißt quer zur Längsachse des Profilhalbzylinders zur Bildung zweier Schließbarthälften 10, 11 geteilt ausgebildet sein.

Die Schließbarthälften 10, 11 stehen dabei in Wirkverbindung mit den nur schematisch dargestellten Schaltgestängen 12, 13, die eine Schaltfunktion an der nicht dargestellten elektrischen oder elektronischen Alarmeinrichtung ausführen.

Der in Fig. 2 dargestellte Schließhalbzylinder 2 ist dabei an der Innenseite eines Zugangsbereiches angeordnet, was durch einen nur schematisch dargestellten Türausschnitt 14 gezeigt ist.

Wird nun ein nicht dargestellter Schlüssel in den Schließzylinder 2 von der Türinnenseite her eingeführt, so wird durch seine Drehung der in Fig. 1 dargestellte Schließbart 8 zur Betätigung des Schloßriegels betätigt. Mit dieser Drehbewegung wird gleichzeitig die Schließbarthälfte 10 und die Schließbarthälfte 11 bewegt, so daß diese die Schaltgestänge 12, 13 betätigen. Die durch das Einstecken des Schlüssels in den im Sicherungsbereich liegenden Schließzylinder 2 freigegebene Schließbarthälfte 11 kann über das Schaltgestänge 12 einen in Fig. 3 ersichtlichen Schalter betätigen, so daß eine von diesem wiederum gesteuerte Alarmanlage erkennen kann, daß der Schließzylinder 1 von innerhalb des Sicherungsbereiches aus betätigt wurde und nunmehr eine Anwesenheitssicherung durchgeführt werden soll.

Mit der Drehung des Schlüssels von innerhalb des Sicherungsbereiches aus wird auch die zweite Schließbarthälfte 10 betätigt, welche über das Schaltgestänge 13 einen in Fig. 3 dargestellten Mikroschalter 16 oder dergleichen schalten kann, damit erkannt werden kann, daß und ob der Schloßriegel betätigt wurde.

Mit der zweiten Umdrehung des in den Schließzylinder 2 eingesteckten Schlüssels wird der in Fig. 1 dargestellte Schließbart 8 zur weiteren Betätigung des Schloßriegels betätigt, das heißt, der Schloßriegel wird weiter ausgefahren und gleichzeitig wird durch die Drehung der Schließbarthälfte 11 die nicht dargestellte Alarmanlage scharfgeschaltet, wodurch die Abwesenheitssicherung realisiert ist.

Der in Fig. 3 dargestellte Hubmagnet 17 dient als Sicherung 15 derart, daß ein Scharfschalten der Alarmanlage nicht möglich ist, wenn eine Störung in der Meldeschleife vorliegt, das heißt also beispielsweise ein abzusicherndes Fenster geöffnet ist. In diesem Fall blockiert der Sperrstift 18 das zugeordnete Schaltgestänge, so daß die Schließbarthälfte 11 nicht gedreht werden kann und somit ein Scharfschalten der Alarmanlage nicht möglich ist.

Die beschriebene Anwesenheitssicherung, wird aufgehoben, indem entweder der Schließzylinder 2 von innerhalb des Sicherungsbereiches her schlüsselbetätigt wird und damit die Alarmanlage in einem Vorgang umgekehrt zum soeben beschriebenen Vorgang unscharf gescholten wird oder aber der in Fig. 1 dargestellte Schließzylinder 3 schlüsselbetätigt über die Kraftübertragungseinrichtung 4 den Schließzylinder 2 bzw. die dort - siehe Fig. 2 - angeordneten Schließbarthälften 10, 11 betätigt, so daß ein erstes Umdrehen des in den Schließzylinder 3 eingesteckten Schlüssels für ein Unscharfschalten sorgt und die zweite Umdrehung des Schlüssels den nicht dargestellten Schloßriegel öffnet, so daß die Türe ohne Alarm auszulösen, geöffnet werden kann.

Wenn die Sicherungsstufe Abwesenheitssicherung gewünscht ist, wird ein nicht dargestellter Schlüssel in den Schließzylinder 3 eingeführt und gedreht. Diese Drehung sorgt einerseits dafür, daß der Schließbart 8 den nicht dargestellten Schloßriegel betätigt und gleichzeitig die in Fig. 2 dargestellte Schließbarthälfte 10 betätigt, so daß diese über das Schaltgestänge 13 einen Mikroschalter betätigen kann, damit feststellbar ist, ob und daß der Schloßriegel betätigt wird. Mit der zweiten Umdrehung des in den Schließzylinder 3 eingeführten Schlüssels wird einerseits der Schloßriegel weiter ausgefahren und andererseits durch die zweite Betätigung der Schließbarthälfte 10 das Schaltgestänge 13 zum "Extern"-Scharfschalten der Alarmanlage betätigt.

Hierbei ist es möglich, daß die beiden Schließbarthälften 10, 11 des Schließzylinders 2 entweder beim Einstecken des nicht dargestellten Schlüssels in den Schließzylinder 2 gekoppelt werden, das heißt also gemeinsam gedreht werden oder aber beim Einstecken des Schlüssels in den Schließzylinder 3 entkoppelt werden, das heißt also, die Schließbarthälfte 11 sich bei der Betätigung des in den Schließzylinder 3 eingeführten Schlüssels nicht mitdreht. Hierzu kann zur Entkoppelung in der Kraftübertragungseinrichtung 4 eine federbetätigte Kerneinrichtung vorgesehen sein.

Ganz allgemein kann die in Fig. 2 oder Fig. 3 dargestellte Schalteinrichtung - also der Schließzylinder 1 und die weiteren Bauteile - an Zugangstüren sowohl mit linkem Anschlag als auch an solchen mit rechtem Anschlag angeordnet werden. Hierbei findet lediglich eine Drehrichtungsumkehr des schlüsselbetätigten Zylinderkerns 5, 6 des Zylinders 1 zum Versperren/Aufsperren des Schloßriegels statt, so daß die Schaltgestänge 12, 13 zum Sperren entweder nach unten (bei Linksanschlag) oder nach oben (bei Rechtsanschlag) betätigt werden und in entsprechend umgekehrter Weise beim Aufsperren.

Hinsichtlich vorstehend im einzelnen nicht näher erläuterter Merkmale der Erfindung wird im übrigen ausdrücklich auf die Ansprüche und die Zeichnungen verwiesen.


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung aus zwei Schließzylindern für abzusichernde Zugangsbereiche mit jeweils einem Zylinderkern und einem Schließbart, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Zylinderkerne (5, 6) der beiden Schließzylinder (2, 3) über eine Kraftübertragungseinrichtung (4) miteinander drehbar verbunden und die Schließbarte (7, 8) zueinander so beabstandet angeordnet sind,

    daß einer der Schließbarte (7, 8) der Betätigung des Schloßriegels eines Türschlosses und der andere der Betätigung separater Schalt- und Steuermechanismen dient.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine koaxiale Anordnung der Zylinderkerne (5, 6), so daß der Schließbart (7) des ersten Schließzylinders (2) von dem Schließbart (8) des zweiten Schließzylinders (3) axial beabstandet ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der axiale Abstand zwischen den beiden Zylinderkernen (5, 6) und somit zwischen den Schließbarten (7, 8) einstellbar ist.
  4. 4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schließbart (7) des ersten Schließzylinders (2) zu dem Schließbart (8) des zweiten Schließzylinders (3) winkelig versetzt angeordnet ist.
  5. 5. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß einer der beiden Schließzylinder (2, 3), der nicht der Betätigung des Schloßriegels dient, zumindest zwei Schließbarte (10, 11) aufweist, die miteinander kuppelbar sind.
  6. 6. Verwendung einer Anordnung aus zwei Schließzylindern nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Schalten und zur Ansteuerung einer Alarmanlage oder Teile davon zur Zugangssicherung, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Schließbarte (7, 8) ausschließlich der Betätigung des Schloßriegels eines Türschlosses dient und der andere oder mindestens einer der mehreren Schließbarte (10, 11) eine Schalt- und Steuerungsfunktion für die Alarmanlage oder Teile davon ausführt.






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