Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung beschichteter Schleifmittel und
insbesondere die Herstellung von waschbaren Materialien, das heißt solchen, die durch
einfaches Abspritzen der Oberfläche von Spänen, die sich während des Schleifens auf der
Oberfläche ansammeln, gereinigt werden können.
Der mit dem Ansammeln von Spänen verbundenen Probleme ist man sich seit vielen Jahren
bewusst, insbesondere im Bereich des Holzschleifens. Das liegt an der relativen Weichheit
des Holzes, die eine sehr viel längere Lebensdauer der Schleifgegenstände ermöglicht, als es
der Fall wäre beim Metallschleifen. Darüber hinaus hat die Entwicklung von Schleifkörnern
mit verbesserter Leistungsfähigkeit das Problem der Ansammlung von Spänen verstärkt.
Es ist bekannt, dass bestimmte Zusätze, mit denen die Oberfläche eines beschichteten
Schleifmittels beschichtet ist, zu einer Verringerung der Ansammlung von Spänen führen. Es wurde
vorgeschlagen, verschiedene Polysiloxane, metallische Stearate und Wachse zu verwenden,
wobei alle wirksam sind. Das US-Patent 5,213,589 lehrt die Verwendung eines vernetzten
Polysiloxans auf zumindest einem Teil der obersten Oberfläche, um die Haftung an einer sich
damit in Kontakt befindenden PSA-Schicht zu verhindern. Sie funktionieren jedoch durch
Übertragen einer hydrophoben Eigenschaft auf eine üblicherweise hydrophile Oberfläche und
mit fortschreitendem Schleifen löst sich diese Beschichtung relativ leicht von der Oberfläche,
was zu einer signifikant reduzierten Wirksamkeit führt.
US-A-5,213,589 beschreibt ein beschichtetes Schleifmittel umfassend ein Substrat, eine
Kleberbeschichtung, eine Schicht aus Schleifpartikeln, eine Schlichtebeschichtung und optional
eine Überschlichtebeschichtung, wobei die zuletzt aufgebrachte Schicht ein vernetztes
Siloxan umfasst.
Es wurde nun gefunden, dass bei Verwendung eines geeigneten Zusatzes die Beständigkeit
der hydrophoben Beschichtung der Lebensdauer des beschichteten Schleifmittelproduktes
angeglichen werden kann oder diese übertreffen kann.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung stellt ein beschichtetes Schleifmittel umfassend ein Substrat, eine
Kleberbeschichtung, eine Schicht aus Schleifpartikeln, die durch die Kleberbeschichtung auf
dem Substrat haften, eine Schlichtebeschichtung, die über der Schicht aus Schleifpartikeln
aufgebracht ist, und optional eine weitere Überschlichtebeschichtung, die über der
Schlichtebeschichtung aufgebracht ist, bereit, wobei die zuletzt aufgebrachte Schicht einen Harzbinder
und einen an den Harzbinder gebundenen, funktionalisierten (wie unten definiert)
Polysiloxanzusatz umfasst.
Da eine Bindung zwischen dem Polysiloxan und dem Harz besteht, kann das Polysiloxan
nicht leicht von der Oberfläche gelöst werden und bleibt auch nach längerem Schleifen
wirksam. Die Bindung kann eine chemische Kovalenzbindung oder eine Wasserstoffbindung sein.
Da bei typischen Beschichtungen viele solcher Bindungen zwischen der Beschichtung und
dem Binder bestehen, wird das Polysiloxan immobilisiert und während des Gebrauches vor
einer Migration oder einem Abwischen geschützt.
Die Bindung wird durch Reaktion funktioneller Gruppen des Polysiloxans mit funktionellen
Gruppen des Binders gebildet. Bei der praktischen Anwendung der Erfindung müssen der
Binder und die funktionellen Gruppen des Polysiloxans sorgsam ausgewählt werden und
zusammenpassen. Wenn z. B. der Harzbinder ein Phenolharz, ein Epoxidharz oder ein
Harnstoff/Formaldehydharz ist, ist die Anzahl an verfügbaren Hydroxylgruppen groß. In dem Fall
können die entsprechenden funktionellen Gruppen des Polysiloxans z. B. Carbonsäure-,
Hydroxyl-, Amin-, Mercapto-, Epoxy- oder Wasserstoff-Gruppen sein.
Wenn das Harz ein ungesättigtes Polyester- oder Acrylat-(co)polymer umfasst (einschließlich
acrylierte und methacrylierte Harze), kann die bevorzugte funktionelle Gruppe auf dem
Polysiloxan (Meth)acrylat- oder Vinylgruppen umfassen.
Das funktionalisierte Polysiloxan kann zusammen mit dem Harz, an das es gebunden wird, in
der Schlichtebeschichtung enthalten sein. In diesem Fall stellt die geringere
Oberflächenenergie des Polysiloxans sicher, dass das Polysiloxan an die Oberflächenschichten migriert, wo es
am wirkungsvollsten zu den gewünschten Charakteristika der beschichteten
Schleifmittelprodukte führt.
Alternativ kann das funktionalisierte Polysiloxan in einem geeigneten Dispersionsmedium auf
der Oberfläche der obersten Schicht, welche eine Schlichte- oder Überschlichtebeschichtung
sein kann, aufgebracht werden. Selbstverständlich ist die Zahl der beteiligten Gruppen auf der
Oberfläche der obersten Schicht am größten, bevor das Härten der Schicht beendet ist. Wenn
das funktionalisierte Polysiloxan auf der obersten Schicht zugegeben wird, erfolgt dies
bevorzugt bevor das Aushärten der Schicht im wesentlichen vervollständigt ist. Bei den meisten
Duroplasten, wie z. B. Phenolharzen, ist jedoch die Menge verbleibender reaktiver Gruppen
auf der Oberfläche der vollständig ausgehärteten Harzschicht oftmals ausreichend, um eine
angemessene Bindung mit den funktionellen Gruppen des Polysiloxans sicherzustellen.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Polysiloxane haben folgende Grundstruktur:
wobei jedes R gleich oder verschieden sein kann und Wasserstoff oder eine
Kohlenwasserstoffgruppe, wie etwa Methyl, Ethyl, t-Butyl, Phenyl und ähnliche sein kann und "n" eine
ganze Zahl ≥1 ist. Die üblichsten Polysiloxane sind die, in denen zumindest die Mehrzahl der
R-Gruppen Methyl- oder Niederalkylgruppen sind.
Dies können Homopolymere sein, wenn die R-Gruppen in allen "n"-Wiederholungseinheiten
gleich sind. Das soll aber nicht heißen, dass innerhalb der Wiederholungseinheiten und der
endständigen Einheiten die durch "R" wiedergegebene Einheit immer dieselbe sein muss.
Alternativ können die Polysiloxane mit folgender Formel durch Copolymerisation erhalten
werden:
wobei n und m gleiche oder verschiedene ganze Zahlen sind und R in den
"n"-Wiederholungseinheiten verschieden ist von dem R in den "m"-Wiederholungseinheiten.
Eine weitere alternative Struktur ist die sogenannte "T"-Struktur:
wobei jedes n gleich oder verschieden sein kann und eine ganze Zahl 1 ist.
In den funktionalisierten Polysiloxanen, die in vorliegender Erfindung verwendet werden,
wird mindestens eine Gruppe R in den obengenannten Formeln durch eine funktionelle
Gruppe ersetzt, die mit einer Gruppe der Harzstruktur reagieren kann. Da die Gegenwart einer
Vielzahl solcher Gruppen die Möglichkeit erhöht, solche Bindungen zu bilden, sind bevorzugt
mehrere solche Gruppen funktionalisiert. Insbesondere sind Copolymerstrukturen bevorzugt,
in denen jede Wiederholungseinheit von mindestens den Comonomeren mindestens eine
funktionalisierte Gruppe umfasst.
Typische nützliche funktionalisierte Gruppen umfassen Amino-, Methacrylat-, Acrylat-,
Mercapto-, Carbonsäure-, Vinyl-, Epoxy- und Hydrid-Gruppen.
Während die Natur der reaktiven Funktionalität durch die co-reaktiven Funktionalitäten in
dem Harz bestimmt sind, können sie durch irgendeine verbindende Gruppe an die
Siloxanpolymerhauptkette gebunden werden. Z. B. ist in einem kommerziell funktionalisierten
Polysiloxan, vertrieben von BYK Chemie USA unter dem Handelsnamen BYK-370, das
Polysiloxan ein Copolymer folgender Formel:
wobei R&sub2; eine CpH2p+1-Gruppe mit "p" von 5 bis 8 ist, R&sub1; eine Polyestergruppe mit einer
endständigen Hydroxylgruppe mit folgender Formel:
-CH&sub2;-[O-CO.R&sub3;.CO-O-R&sub3;]q-OH
ist wobei R&sub3; eine Niederalkylgruppe und q eine ganze Zahl von 1 bis 8 ist, und alle anderen
Gruppen "R" Methylgruppen sind. Es wurde gefunden, dass dieses Polysiloxan besonders
wirksam bei der Bildung von Bindungen mit Phenolharzen ist. Andere reaktive Polysiloxane
sind kommerziell erhältlich, einschließlich der als PS-510, PS-805 und PS-820 bezeichneten
Huls-Produkte.
Das Einführen der funktionalisierten Gruppen kann auch durch geeignete Wahl von Siloxanen
oder kettenabrechenden Agenzien erfolgen, die ihrerseits die gewünschte funktionalisierte
Gruppe enthalten können oder alternativ eine andere Gruppe, die leicht in die gewünschte
Gruppe überführt werden kann, ohne die Polysiloxaneigenschaften nachteilig zu beeinflussen.
Die Wahl der Werte von "n" und/oder "m" in bevorzugten Polysiloxanen führt zu einem
Produkt mit einer Viskosität von 20-25 N·sec&supmin;¹/m² (20.000-25.000 cps).
Die Menge des verwendeten Polysiloxans liegt üblicherweise im Bereich von 0,5 bis 20%,
bevorzugt im Bereich von 1 bis 10% und am bevorzugtesten im Bereich von 2 bis 5% des
Gewichts des Harzes in der Schicht, an die das Polysiloxan gebunden ist. Wenn das
Polysiloxan der Formulierung der obersten Schicht zugegeben wird, wird die Menge des der
Formulierung zugegebenen Polysiloxans auf der Basis des Feststoffgewichts des Harzes in der
Formulierung berechnet.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
Die Erfindung wird nun des weiteren unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele, die
lediglich dem Zweck der Veranschaulichung dienen und nicht den Umfang der Erfindung
begrenzen sollen, beschrieben.
Beispiel 1
Ein Baumwollgewebesubstratmaterial wurde mit 6,5 Pfund/Ries (91,9 g/m²) an 180er Korn
geschmolzenem Aluminiumoxidschleifkorn unter Verwendung einer herkömmlichen
Phenolharzkleberbeschichtungsformulierung beschichtet. Es wurde dann mit einer herkömmlichen
Phenolharzschlichtebeschichtung, der ein funktionalisiertes Polysiloxan (BYK-370)
zugegeben wurde, behandelt und das Härten der Schlichtebeschichtung vervollständigt.
Es wurden verschiedene Bögen mit unterschiedlichen Mengen an BYK-370 hergestellt. Diese
Bögen wurden dann in Scheiben geschnitten, die in einem Schieffer-Testverfahren auf
Ahornholz bewertet wurden, um ihre Waschbarkeit nach dem Schleifen zu bestimmen. Das
Schleifen wurde solange fortgeführt, bis die Oberfläche als mit Holzschleifabfall angefüllt
angesehen wurde. Die Ergebnisse erscheinen in der nachstehenden Tabelle.
Tabelle
Obiges macht deutlich, dass das Polysiloxan an die Oberfläche der Schlichtebeschichtung
migrierte, die dort auch nach dem Schleifen verblieb. Die Hydrophobität der Oberfläche wurde
beurteilt, indem Wasser auf die Scheibe gegossen wurde und bestimmt wurde, ob sich das
Wasser zu Tröpfchen zusammenzieht oder die Oberfläche benetzt. Auch wenn die Oberfläche
mit 0,5% Polysiloxan nicht als hydrophob beurteilt wurde, konnte die Oberfläche von
Holzschleifrückständen sauber gewaschen werden. Oberhalb dieses Levels wurde die Oberfläche
nicht mit Wasser benetzt und die Rückstände konnten leicht entfernt werden.
Dieselben Scheiben wurden einem einfachen Test unterzogen, um die Oberflächenenergie der
modifizierten Oberfläche zu zeigen. Jede wurde unter Verwendung einer Sprühfarbendose
besprüht. Die Farbe haftete in gewissem Ausmaß an der unmodifizierten Oberfläche, konnte
aber sehr leicht von der behandelten Oberfläche entfernt werden. Das zeigt die geringe
Oberflächenenergie und den oleophoben Charakter der modifizierten Oberflächen.
Anspruch[de]
1. Ein beschichtetes Schleifmittel umfassend ein Substrat, eine Kleberbeschichtung,
eine Schicht aus Schleifpartikeln, die durch die Kleberbeschichtung auf dem Substrat haften,
eine Schlichtebeschichtung, die über der Schicht aus Schleifpartikeln aufgebracht ist, und
optional eine weitere Überschlichtebeschichtung, die über der Schlichtebeschichtung
aufgebracht ist, wobei die zuletzt aufgebrachte Schicht einen Harzbinder und einen an den
Harzbinder gebundenen Polysiloxanzusatz umfaßt und wobei der Polysiloxanzusatz derart
funktionalisiert ist, um eine Vielzahl an funktionellen Gruppen bereitzustellen, die Bindungen mit
Gruppen des Harzbinders bilden.
2. Ein beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 1, wobei der Harzbinder ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Phenolharzen, Harnstoff-Formaldehydharzen, Epoxidharzen,
Acryl- und Methacrylharzen und ungesättigten Polyesterharzen sowie Mischungen davon.
3. Ein beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 1, wobei der Harzbinder eine
Vielzahl an Hydroxygruppen hat und das Polysiloxan mit einer Vielzahl an funktionellen
Gruppen, die mit den Hydroxygruppen des Harzbinders reagieren, versehen ist.
4. Ein beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 1, wobei das an den Harzbinder
gebundene Polysiloxan in einem Anteil von 0,5-20 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des
Harzbinders, vorliegt.
5. Ein beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 4, wobei der Polysiloxan-Anteil 2-10
Gew.-% beträgt.
6. Ein beschichtetes Schleifmittel nach Anspruch 1, wobei der Harzbinder in der
zuletzt aufgebrachten Schicht funktionelle Hydroxygruppen umfaßt und die funktionellen
Gruppen in dem Polysiloxan, die mit besagten Hydroxygruppen reagieren können,
Polyestergruppen mit terminalen Hydroxygruppen sind.
7. Verfahren zur Herstellung eines beschichteten Schleifmittels umfassend:
a) das Bereitstellen eines Substrats mit darauf durch eine Kleberbeschichtung
haftenden Schleifkörnern;
b) das Aufbringen einer Schlichtebeschichtung über den Schleifkörnern, die
einen Harzbinder umfaßt und optional einer Überschlichtebeschichtung, die ebenfalls
einen Harzbinder umfaßt; und
c) das Modifizieren der Oberfläche der zuletzt aufgebrachten Schicht durch
Verwendung eines Polysiloxans mit funktionellen Gruppen, die mit den funktionellen
Gruppen, die im Harzbinder dieser Schicht vorhanden sind, eine Bindung eingehen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Polysiloxan als Beimischung zu dem
Harzbinder in der zuletzt aufgebrachten Schicht zugegeben wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, wobei der Harzbinder in der zuletzt aufgebrachten
Schicht ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Phenolharzen, Harnstoff-Formaldehyd-
Harzen, Epoxidharzen und ungesättigten Polyester-Harzen sowie Mischungen davon.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei der Harzbinder in der zuletzt aufgebrachten
Schicht ein Phenolharz ist.
11. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Polysiloxan der Schlichtebeschichtung in
einer Menge von 0,5-20% des Harzbindergewichts zugegeben wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei das Polysiloxan der Schlichtebeschichtung in
einer Menge von 2-10% des Harzbindergewichts zugegeben wird.