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Dokumentenidentifikation DE69710705T2 21.11.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0878751
Titel Uhr verbunden mit einem Kompass und einem Sucher
Anmelder Asulab S.A., Marin, CH
Erfinder Moser, Nicolas, 2000 Neuchâtel, CH;
Germiquet, Christophe, 2512 Tuescherz, CH
Vertreter Sparing . Röhl . Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 69710705
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 17.05.1997
EP-Aktenzeichen 971080700
EP-Offenlegungsdatum 18.11.1998
EP date of grant 27.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.11.2002
IPC-Hauptklasse G04B 47/06

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Zeitmeßgerät, dem ein Kompaß und eine Visiervorrichtung zugeordnet sind. Der Kompaß ermöglicht die Bestimmung der magnetischen Nordrichtung oder der Richtung eines beliebigen auf diese Richtung bezogenen Kurses. Die Visiervorrichtung ermöglicht einem Benutzer, eine ausgewählte Azimutrichtung oder einen vorgegebenen Kurs genau zu bestimmen.

Es sind verschiedene Typen von Visiervorrichtungen bekannt, insbesondere aus dem Bereich der Waffentechnik und dabei vor allem für Schußwaffen. Mehrere Vorrichtungen, die der Bestimmung des Kurses oder der Azimutrichtung eines Ziels oder einer vorgegebenen Region dienen, sind mit Visiervorrichtungen ausgestattet. Ebenso sind Vorrichtungen, die der Anzeige der Richtung dienen, die einem vorgegebenen geographischen oder magnetischen Azimut entspricht, insbesondere für den Orientierungslauf, mit Visiervorrichtungen versehen.

Unter Visiervorrichtung wird eine Vorrichtung verstanden, die eine Bezugsachse definiert, die in bezug auf das Auge eines Benutzers so angeordnet sein kann, daß dieser letztere ein Ziel oder eine geographische Region in Verlängerung der Bezugsachse visuell erfassen kann, indem er die Visiervorrichtung so ausrichtet, daß sein Auge mittels der Bezugsachse die Region anpeilt. Folglich kann eine langgestreckte Einkerbung mit einer gewissen Länge als Visiervorrichtung dienen. Um einen präzisen und einfachen Visiervorgang zu gewährleisten, ist eine Visiervorrichtung im allgemeinen aus wenigstens zwei Visierkerben gebildet, die so angeordnet sind, daß sie in bezug auf das Auge eines Benutzers hintereinander ausgerichtet werden können, so daß sie dem Auge dieses Benutzers ermöglichen, im Zusammenwirken mit der Visiervorrichtung eine geographische Zone oder ein Ziel zu erfassen, das sich mehr oder weniger weit entfernt in der Verlängerung der Fluchtlinie der beiden eine Bezugsachse definierenden Visierkerben befindet.

In den herkömmlichen Vorrichtungen zur Ausrichtung, die eine Visiervorrichtung und einen Kompaß mit Magnetnadel umfassen, wird die Visiervorrichtung von zwei Nuten oder Kerben gebildet, die bei einem Visiervorgang durch einen dazwischenliegenden freien Bereich voneinander getrennt sind, um so einem Benutzer zu ermöglichen, diese beiden Nuten oder Kerben derart hintereinander anzuordnen, daß das Querprofil der beiden Nuten oder Kerben für das Auge des Benutzers verschmilzt, so daß dieser dann ein Ziel oder eine geographische Zone in der Verlängerung dieser für sein Auge miteinander verschmolzener Querprofile präzise erfassen kann.

Aus dem Patent CH 346 826 ist eine Armbanduhr bekannt, der ein Kompaß und eine Visiervorrichtung zugeordnet sind. Insbesondere beschreibt dieses Dokument eine Vorrichtung, die aus zwei Modulen gebildet ist, die über ein Gelenk miteinander verbunden sind, wobei das untere Modul, dem die Mittel zur Befestigung eines Armbandes zugeordnet sind, einen Kompaß enthält, der aus einer Magnetnadel gebildet ist, und das obere Modul, das ein Gehäuse bildet, ein Uhrwerk umfaßt, dem Mittel zur Anzeige der Zeit zugeordnet sind, die durch ein Glas geschützt sind. Auf dem die Magnetnadel enthaltenden unteren Modul ist ein Visiersystem oder eine Visiervorrichtung vorgesehen, die zwei Visierkerben umfaßt, die jeweils durch zwei entlang der Achse 6 Uhr-12 Uhr der Uhr, d. h. in Längsrichtung des Armbandes, diametral entgegengesetzt angeordnete Einkerbungen gebildet ist. Um einem Benutzer das Ausführen eines Visiervorgangs zu ermöglichen, ist ein reflektierender Boden am oberen, das Uhrwerk umfassenden Modul vorgesehen. Mittels der Gelenkverbindung kann das obere Modul in eine Position gebracht werden, welche in Winkelrichtung um etwa 45º zur Hauptebene des unteren Moduls versetzt ist, die parallel zur Bezugsachse ist, die durch die beiden Visierkerben definiert ist. Aufgrund dieser Anordnung kann ein Benutzer einen Visiervorgang durchführen. Dieser Visiervorgang erfolgt jedoch visuell durch die Gelenkverbindung hindurch, die dafür zwischen den beiden Modulen, wenn das obere Modul in Winkelrichtung in bezug auf das untere Modul versetzt ist, einen freien Raum definiert.

Die vorangehend beschriebene Vorrichtung weist mehrere Nachteile auf. Erstens ist ihr Aufbau kompliziert und teuer. Dann ist die Überdeckung der beiden voneinander unabhängigen Module, die das Uhrwerk bzw. den Kompaß enthalten, unhandlich. Außerdem ist es nicht leicht, einen Visiervorgang über den freien Raum hinweg, der zwischen den in Winkelrichtung um ungefähr 45º gegeneinander versetzten Modulen vorgesehen ist, auszuführen, wie insbesondere aus der Fig. 1 dieses Dokuments hervorgeht. Dieser freie Raum ist nämlich begrenzt und stört das Sehfeld des Benutzers, was ihn insbesondere daran hindert, sich korrekt auszurichten, um das anvisierte Ziel oder die anvisierte geographische Zone zu erfassen. Die Tatsache, daß die Gelenkverbindung der beiden Module aus vier Armen gebildet ist, die jeweils paarweise an den beiden Enden eines Stegs oder einer Achse angeordnet sind, erlaubt nicht, das Problem der erheblichen Verkleinerung des Sehfeldes des Auges des Benutzers zu lösen; aufgrund seiner gegebenen Fähigkeit sich auszurichten, ist es das obere Modul, welches das Hauptproblem darstellt. Folglich würden selbst dann, wenn das Uhrwerk im unteren Modul untergebracht wäre und wenn nur eine obere Abdeckung vorgesehen wäre, deren innere Oberfläche einen Spiegel definiert, die Nachteile, die sich aus den Lehren des Dokuments CH 346 826 ergeben, voll und ganz bestehen bleiben.

Das Patent CH 324 565 beschreibt eine Armbanduhr mit einem drehbar befestigten Gehäuse, um zu ermöglichen, dieses Gehäuse so zu drehen, daß in dem oberen, sichtbaren Teil der Uhr entweder die Anzeige der Zeit oder aber die Magnetnadel eines Kompasses erscheint. Dazu ist das Gehäuse auf einer Fassung befestigt, die Mittel zur Befestigung an einem Armband aufweist. Auf dieser Fassung sind zwei Visierkerben angeordnet, die ebenfalls aus zwei Einschnitten gebildet sind, deren Wände sich unmittelbar über der Oberfläche befinden, die durch das Glas definiert ist, welches die Magnetnadel des Kompasses schützt. Diese Kompaßuhr umfaßt wohl eine Visiervorrichtung, wobei sie kein Modul und keinen ausschwenkbaren Spiegel umfaßt, der unterhalb des Kompaßmoduls und der Visiervorrichtung angebracht ist; jedoch ist die in diesem Dokument CH 324 565 beschriebene Visiervorrichtung oder die in dem Dokument EP-A-0 743 567 beschriebene Visiervorrichtung, die einen elektronischen Kompaß enthält, nicht zweckmäßig, denn sie ermöglicht nicht wirklich, einen Visiervorgang in der zuvor definierten Art auszuführen. Wenn nämlich der Benutzer die beiden Visierkerben so führt, daß die beiden Einschnitte für sein Auge verschmolzen sind, d. h. daß die Profilschnitte dieser beiden Einschnitt übereinander liegen und folglich für sein Auge verschmelzen, ist die Magnetnadel des Kompasses nicht mehr sichtbar und ein präziser Visiervorgang ist demzufolge unmöglich.

Der Fachmann befindet sich in bezug auf die Lehren des Standes der Technik über Zeitmeßgeräte, denen eine Visiervorrichtung zugeordnet ist, vor einem grundlegenden Problem, auf welches die Erfinder der heutigen Zeit aufmerksam gemacht haben, daß nämlich eine dieser Vorrichtungen absolut unzweckmäßig ist, während die andere Vorrichtung kompliziert, aufwendig und schwierig in der Anwendung ist, wodurch diese Vorrichtung wenig zweckmäßig und folglich von zweifelhaftem Nutzen ist.

Nachdem also auf das von Zeitmeßgeräten des Standes der Technik, insbesondere von Armbanduhren, denen ein Kompaß und eine Visiervorrichtung zugeordnet ist, gestellte Problem aufmerksam gemacht worden ist, nehmen sich die gegenwärtigen Erfinder vor, eine Lösung dieses Problems zu liefern, welche die vorangehend genannten Hauptnachteile beseitigt, indem ein Zeitmeßgerät geschaffen wird, dem ein Kompaß und eine Visiervorrichtung zugeordnet sind, wobei es einen verhältnismäßig einfachen und platzsparenden Aufbau besitzt, während es sehr zweckmäßig ist, so daß ein Visiervorgang einfach, sicher und effektiv ausgeführt wird.

Dazu betrifft die vorliegende Erfindung ein Zeitmeßgerät, das ein Gehäuse und Mittel zur Anzeige der Uhrzeit umfaßt, wobei diesem Zeitmeßgerät ein elektronischer Kompaß und eine Visiervorrichtung zugeordnet sind, die gemeinsam eine Bestimmung einer ausgewählten Azimutrichtung ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektronische Einheit vorgesehen ist, die mit dem elektronischen. Kompaß elektrisch verbunden ist und so beschaffen ist, daß mit Hilfe von Signalen, die von diesem Kompaß geliefert werden, die Azimutorientierung einer Bezugsachse des Zeitmeßgeräts bestimmt wird, und Alarmmittel, die durch die elektronische Einheit gesteuert werden, um wenigstens ein von einem Benutzer des Zeitmeßgeräts wahrnehmbares Signal abzugeben, wenn er mittels der Visiervorrichtung einen Visiervorgang ausführt, wobei die elektronische Einheit so beschaffen ist, daß das Signal an den Benutzer ausgegeben wird, wenn die Bezugsachse auf die gewählte Azimutrichtung ausgerichtet ist.

Aufgrund der Merkmale der Erfindung ist es möglich, einen Visiervorgang mit Hilfe der vorgesehenen Visiervorrichtung einfach auszuführen, ohne daß die Notwendigkeit der Verwendung eines Spiegels besteht. Folglich besteht keine Notwendigkeit, eine Vorrichtung vorzusehen, die zwei gelenkig verbundene Module aufweist oder die einfacher eine obere Abdeckung besitzt, die mit einem einen Spiegel bildenden Boden gelenkig verbunden ist, wie dies der Fall im weiter oben angegebenen Stand der Technik ist. Die Vorrichtung gemäß der Erfindung umfaßt vorzugsweise eine Visiervorrichtung, die aus zwei Visierkerben gebildet ist, die auf dem oberen Teil des Gehäuses des Zeitmeßgeräts, genauer in Höhe des dieses Gehäuse bildenden Glasreifes oder des Glases, angeordnet sind. Um einen einfachen Visiervorgang zu ermöglichen, wenn das Zeitmeßgerät eine Armbanduhr bildet, die am Handgelenk eines Benutzers getragen wird, entspricht die durch die Visiervorrichtung, insbesondere durch die beiden Visierkerben, die eine derartige Visiervorrichtung bilden, definierte Bezugsachse der Achse 6 Uhr-12 Uhr des Gehäuses.

Gemäß einer ersten Hauptausführungform der Erfindung werden die Alarmmittel von akustischen Mitteln gebildet, die elektrisch aktiviert werden, wobei das wahrnehmbare Signal ein Tonsignal ist.

Gemäß einer zweiten Hauptausführungsform der Erfindung werden die Alarmmittel von optischen Mitteln gebildet, die elektrisch aktiviert werden und ein sichtbares Signal liefern, das von dem Benutzer bei einem Visiervorgang wahrgenommen werden kann. Gemäß einer bevorzugten Variante sind die optischen Mittel auf der Oberfläche des Gehäuses in einem Bereich dieses Gehäuses angeordnet, der sich im wesentlichen bei 6 Uhr befindet.

Es folgt eine genauere Darstellung weiterer besonderer Merkmale und weiterer Vorteile der vorliegenden Erfindung anhand der folgenden Beschreibung, die auf die beigefügte Zeichnung Bezug nimmt, die beispielhaft und keinesfalls einschränkend gegeben wird und worin

- Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines Zeitmeßgeräts gemäß der Erfindung ist;

- Fig. 2 eine schematische Darstellung der ersten Ausführungsform ist, die das Zeitmeßgerät zeigt, dem eine Visiervorrichtung und ein Kompaß zugeordnet sind;

- Fig. 3 eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines Zeitmeßgeräts gemäß der Erfindung ist; und

- Fig. 4 in schematischer Weise die Anordnung der zweiten Ausführungsform sowie ihre Funktion zeigt.

Es folgt eine Beschreibung einer ersten Ausführungsform der Erfindung mit Bezug auf die Fig. 1 und 2. Die Armbanduhr 2 umfaßt ein Gehäuse 4, das aus einem Gehäusemittelteil 6, einem Glasreif 8 und einem die Anzeigemittel 12 bedeckenden und schützenden Glas 10 gebildet ist.

Auf dem Glasreif 8 sind zwei Visierkerben 14 und 15 angeordnet, die eine Visiervorrichtung bilden. Die beiden Einkerbungen oder Einschnitte 16 und 17 sind zueinander ausgerichtet und definieren gemeinsam eine Bezugsachse, deren Richtung der Achse 6 Uhr-12 Uhr der Uhr 2 entspricht. Die Uhr 2 umfaßt außerdem eine Krone 20 und eine LCD-Anzeige 22. Außerdem umfassen die Anzeigemittel 12 ein Zifferblatt 24 und ein Paar Zeiger 25, die eine analoge Anzeige der Zeit oder anderer Größen ermöglichen, wobei insbesondere einer der Zeiger des Zeigerpaares 25 zur Angabe einer Richtung dienen kann.

Im Inneren des Gehäuses 4 ist ein elektronischer Kompaß 26 angeordnet, der einen Permanentmagneten 28, der frei drehbar in dem Gehäuse 4 befestigt ist, und zwei elektromagnetische Sensoren 29 und 30 umfaßt, die dem Fachmann bekannt sind und in bezug auf die Drehachse des Permanentmagneten 28 in einem Winkelabstand von 90º angeordnet sind. Die beiden elektromagnetischen Sensoren 29 und 30 liefern jeweils ein elektrisches Signal an eine Elektronikeinheit 32, die so beschaffen ist, daß sie die von den elektromagnetischen Sensoren 29 und 30 empfangenen elektrischen Signale in der Weise verarbeitet, daß genau die Richtung der magnetischen Achse 34 des Permanentmagneten 28 in der Hauptebene des Gehäuses 4 bestimmt wird. Da die elektromagnetischen Sensoren 29 und 30 mit dem Gehäuse 4 fest verbunden sind, kann die Elektronikeinheit 32 mit Hilfe einer dem Fachmann bekannten Verarbeitung die Azimutrichtung der durch die beiden Visierkerben 14 und 15 definierten Bezugsachse 36 bestimmen. Für die Bestimmung der Azimutrichtung des Gehäuses 4 und für die Ausführung eines Visiervorgangs mit Hilfe der Visiervorrichtung 14, 15 ist die Hauptebene des Gehäuses 4 vorzugsweise horizontal vorgesehen.

Gemäß der Erfindung ist ein akustischer Alarm 40 vorgesehen, der mit der Elektronikeinheit 32 elektrisch verbunden ist. Der Fachmann weiß einen Schwingungserzeuger oder eine akustische Vorrichtung anzuordnen, um Töne oder akustische Signale liefern zu können, die von einem Benutzer der Uhr 2 wahrnehmbar sind. Der Fachmann wird Beschreibungen von Anordnungen von Schwingungserzeugern oder akustischen Vorrichtungen insbesondere in den Dokumenten EP 0 741 344, EP 0 712 059, US 4 267 849, US 4 330 878 und US 4 373 624 vorfinden.

Die Elektronikeinheit 32 ist so beschaffen, daß sie die Alarmmittel, die aus der akustischen Vorrichtung 40 gebildet sind, steuert, um wenigstens ein erstes akustisches Signal abzugeben, das von einem Benutzer der Uhr 2 wahrgenommen werden kann, wenn er mit Hilfe der Visiervorrichtung 14, 15 einen Visiervorgang ausführt. Insbesondere steuert die Elektronikeinheit 32 die akustische Vorrichtung 40 so, daß der Benutzer durch ein beliebiges akustisches Signal informiert wird, wenn die Bezugsachse 36 in einer ausgewählten Azimutrichtung ausgerichtet ist. Um die Betriebsart "Kompaß" zu aktivieren und somit einem Benutzer zu ermöglichen, einen Visiervorgang auszuführen, ist vorgesehen, die Krone oder Steuerstange 20 zu verwenden, die mit der Elektronikeinheit 32 elektrisch verbunden ist. Um eine Azimutrichtung auszuwählen, ist schließlich beispielsweise vorgesehen, einen gegebenen Kurs oder einen gegebenen Azimut mit Hilfe der Krone oder elektronischen Steuerstange 20 in Verbindung mit der LCD-Anzeige in einen Teil des Speichers der Elektronikeinheit 32 einzugeben. Wenn die Uhr 2 erst einmal in die Betriebsart "Kompaß" versetzt worden ist, gibt die LCD-Anzeige je nach vorgesehener Variante einen Winkelabstand in bezug auf die Richtung des magnetischen Nordpols oder des geographischen Nordpols an, wobei insbesondere die Möglichkeit besteht, entweder die geographische Position des Benutzers oder aber den Wert der magnetischen Deklination des geographischen Nordpols in bezug auf den Punkt des magnetischen Nordpols einzugeben.

Der Fachmann weiß die Elektronikeinheit 32 so auszulegen, daß die eine oder die andere dieser Eingaben von Werten magnetischer Deklinationen und geographischer oder magnetischer Azimute je nach vorgesehenem Benutzerbetrieb möglich ist. Aufgrund der soeben beschriebenen Anordnung kann ein Benutzer also eine Azimutrichtung auswählen, dann mit Hilfe der Visiervorrichtung 14, 15 einen Visiervorgang in genau dieser ausgewählten Azimutrichtung vornehmen, während er die Armbanduhr 2 am Handgelenk behält.

Während des Visiervorgangs sieht der Benutzer die Anzeigemittel 12 nicht, er wird jedoch von der akustischen Vorrichtung 40 informiert, wenn das Gehäuse 4 der Uhr 2 entsprechend der ausgewählten Azimutrichtung ausgerichtet ist, die Achse 6 Uhr-12 Uhr, die der Bezugsachse 36 entspricht, nämlich in dieser ausgewählten Azimutrichtung ausgerichtet ist. Da der Raum unterhalb der Visiervorrichtung 14, 15 völlig frei ist, kann so ein Benutzer in wirksamer und einfacher Weise einen präzisen Visiervorgang ausführen, um das vorgegebene Ziel zu erreichen oder um den magnetischen oder geographischen Azimut eines Ziels oder einer geographischen Zone in bezug auf die geographische Position, in der er sich befindet, zu bestimmen.

Es wird hervorgehoben, daß, um die Uhr 2 in eine Betriebsart "Kompaß" zu versetzen, und für die Eingabe von Daten, die notwendig sind, um eine gegebene Richtung auszuwählen, alle dem Fachmann bekannten Eingabemittel, insbesondere eine Eingabe mit Hilfe eines drehbaren Glasreifs, kapazitiven Sensoren oder Drucksensoren, Knöpfen, Druckknöpfen oder auch dem Zeigerpaar 24, verwendet werden können.

Die akustische Vorrichtung 40 kann mehrere Funktionen haben und auf verschiedene Weise genutzt werden, damit sie das Signal liefert, das der Benutzer, der mit Hilfe der Armbanduhr 2 einen Visiervorgang ausführt, benötigt. Um dem Benutzer die Abweichung des Gehäuses 4 in bezug auf die ausgewählte Azimutrichtung anzugeben, ist es möglich, verschiedene Töne oder einen Klang mit veränderlicher Frequenz und/oder veränderlicher Amplitude vorzusehen. So ist beispielsweise die Elektronikeinheit 32 so beschaffen, daß sie die akustische Vorrichtung steuert, damit sie ein Signal abgibt, das in der Betriebsart "Kompaß" eine erste Frequenz besitzt, wenn die Bezugsachse 36 nicht mit der ausgewählten Azimutrichtung übereinstimmt, wobei dieses Signal eine zunehmende oder abnehmende Amplitude besitzt, je nachdem, ob sich der Winkelabstand zwischen der ausgewählten Richtung und der Bezugsachse 36 vergrößert oder verkleinert. Wenn die Bezugsachse 36 in der ausgewählten Richtung orientiert ist, wird die akustische Vorrichtung so gesteuert, daß sie ein anderes Signal abgibt, das eine Frequenz besitzt, die von dem zuvor beschriebenen Signal der Nichtausrichtung verschieden ist. Es ist außerdem möglich, eine solche Abweichung durch Variieren der Tonalität der abgegebenen Klänge zu markieren. Der Fachmann kann für den Betrieb und die Steuerung der Alarmmittel verschiedene Varianten vorsehen, wobei er innerhalb des Rahmens der vorliegenden Erfindung bleibt.

Mit Hilfe der Fig. 3 und 4 wird nachfolgend eine zweite Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Die bereits bei der Erläuterung der ersten Ausführungsform beschriebenen Bezüge werden hier nicht erneut ausführlich beschrieben.

Die Armbanduhr 42 umfaßt ein Gehäuse 44, das aus einem Gehäusemittelteil 46, einem Glasreif 48 und einem die Mittel zur Anzeige der Zeit 12 bedeckenden und schützenden Glas 10 gebildet ist. Auf dem Glas 10 sind zwei Visierkerben 14 und 15 angeordnet, die zwei Kerben bzw. Einschnitte 16 und 17 aufweisen, die zueinander ausgerichtet sind und gemeinsam eine Bezugsachse des Gehäuses 44 parallel zur Achse 6 Uhr-12 Uhr dieses Gehäuses bilden. Im Inneren des Gehäuses 44 ist außerdem ein elektronischer Kompaß 26 angeordnet, dessen zwei elektromagnetische Sensoren 29 und 30 jeweils ein elektrisches Signal an eine Elektronikeinheit 52 abgeben, die wie die Elektronikeinheit 32 der zuvor beschriebenen ersten Ausführungsform ermöglicht, die Position des Gehäuses in bezug auf die magnetische Nordrichtung oder die geographische Nordrichtung, je nach gewähltem Bezugssystem, zu bestimmen. Die Elektronikeinheit 52 ist folglich für eine Bestimmung der Azimutrichtung des Gehäuses 44, insbesondere der durch die Bezugsachse definierten Azimutrichtung, die durch die Visiervorrichtung 15, 16 definiert ist, ausgelegt.

In dieser zweiten Ausführungsform dient der Stundenzeiger 50, wenn die Uhr 42 insbesondere mit Hilfe der Krone 20 in eine Betriebsart "Kompaß" versetzt worden ist, dazu, die magnetische oder geographische Nordrichtung oder die Richtung eines vorgegebenen Kurses oder Azimuts anzuzeigen. Da die Visierkerben 14 und 15 auf dem Glas 10 angeordnet sind, ist es in dieser Ausführungsform einfach, einen Glasreif 48 vorzusehen, der drehbar ist und demnach dazu dienen kann, eine vorgegebene Azimutrichtung zu bestimmen, ohne einen Visiervorgang auszuführen, wenn die zu verfolgende Richtung dem Benutzer der Uhr 42 nicht genau bekannt zu sein braucht.

In dieser zweiten Ausführungsform sind die Alarmmittel, die dazu dienen, dem einen Visiervorgang ausführenden Benutzer anzuzeigen, wenn die durch die Visiervorrichtung 14, 15 definierte Bezugsachse in einer ausgewählten Azimutrichtung ausgerichtet ist, aus optischen Mitteln gebildet, die elektrisch aktiviert werden. Diese optischen Mittel sind in dem für diese zweite Ausführungsform gegebenen Beispiel aus drei Leuchtdioden 54, 55, 56 gebildet, die auf der Oberfläche des Gehäuses 44, insbesondere auf einer äußeren oberen Oberfläche des Gehäusemittelteils 46 in einem Bereich, der sich bei 6 Uhr befindet, angeordnet sind. Wenn ein Benutzer einen Visiervorgang ausführt, wobei sich die durch das Glas 10 definierte Ebene im wesentlichen in Höhe seiner Augen befindet, dann kann er problemlos die Dioden 54, 55 und 56 sehen und ein oder mehrere optische Signale wahrnehmen, die von diesen Dioden abgegeben werden.

Die Elektronikeinheit 52 ist elektrisch mit einer Stromversorgung 58 für die Dioden 54, 55 und 56 verbunden. Die Dioden 54, 55 und 56 können gemäß verschiedener Varianten auf unterschiedliche Weise verwendet werden, um einen Benutzer von der Tatsache in Kenntnis zu setzen oder ihn darüber zu informieren, daß die durch die Visiervorrichtung 14, 15 definierte Bezugsachse in einer ausgewählten Azimutrichtung ausgerichtet ist oder nicht. Beispielsweise wird, wenn der Benutzer das Gehäuse 44 entgegengesetzt zur Uhrzeigerrichtung drehen muß, die Diode 54 aktiviert, so daß sie ein Leuchtsignal abgibt. Wenn das Gehäuse 44 hingegen in Uhrzeigerrichtung gedreht werden muß, gibt die Diode 56 ein Leuchtsignal ab. Sobald die Bezugsachse in der ausgewählten Azimutrichtung ausgerichtet ist, wird die mittige Diode 55 aktiviert, so daß sie ein Leuchtsignal abgibt, oder es ist möglich vorzusehen, daß die drei Dioden 54, 55 und 56 aktiviert werden. In einer weiteren Variante ist es sogar möglich vorzusehen, daß bei korrekter Ausrichtung der Bezugsachse in der ausgewählten Richtung das von den Dioden abgegebene Signal in einem Fehlen der Lichtemission besteht. Die Dioden können von verschiedener Farbe sein, beispielsweise können die äußeren Dioden 54 und 56 von roter Farbe sein, während die mittige Diode 55 von grüner Farbe ist.

Es ist anzumerken, daß, wenn ein Benutzer einen Visiervorgang ausführt, der die Richtung angebende Zeiger 50 für diesen Benutzer nicht sichtbar ist, woraus sich der volle Nutzen und die Effektivität der auf dem Gehäusemittelteil 46 angeordneten Alarmmittel ergeben. Die zweite Ausführungsform mit visuellen Alarmmitteln ermöglicht eine Verwendung der Uhr 42 als Kompaß und als Vorrichtung zur Orientierung unter Wasser, d. h. daß sie bei einem Tauchgang verwendet werden kann.

Schließlich wird erwähnt, daß der Hinweiszeiger 50, der alternativ zur Anzeige der Zeit oder einer vorgegebenen Richtung dient, von einem Motor 62 angetrieben wird, der von einer Stromversorgung 64 gespeist wird, die elektrisch mit der Elektronikeinheit 52 verbunden ist, die so beschaffen ist, daß sie diesen Motor steuert.

Es wird darauf hingewiesen, daß der Fachmann andere Anzeigemittel vorsehen kann, die wenigstens ein Signal abgeben, daß von einem Benutzer eines Zeitmeßgeräts gemäß der Erfindung wahrnehmbar ist, wenn dieser mittels der diesem Zeitmeßgerät zugeordneten Visiervorrichtung einen Visiervorgang ausführt. Als dritte Ausführungsform wird ein Zeitmeßgerät erwähnt, das der Uhr 2 der ersten Ausführungsform ähnlich ist, wobei die akustische Vorrichtung 40 durch einen niederfrequenten Schwingungserzeuger ersetzt ist, der eine Schwingung liefert, die vom Körper des Benutzers wahrnehmbar ist. Die übrigen Elemente der Erfindung bleiben denjenigen, die in der ersten Ausführungsvorrichtung beschrieben worden sind, vergleichbar.


Anspruch[de]

1. Zeitmeßgerät (2; 42), das ein Gehäuse (4; 44) und Anzeigemittel (12), die insbesondere der Anzeige der Uhrzeit dienen, umfaßt, wobei diesem Zeitmeßgerät ein elektronischer Kompaß (26, 28, 29, 30) und eine Visiervorrichtung (14, 15) zugeordnet sind, die gemeinsam eine Bestimmung einer ausgewählten Azimutrichtung ermöglichen, gekennzeichnet durch eine elektronische Einheit (32; 52), die mit dem elektronischen Kompaß (26, 28, 29, 30) elektrisch verbunden und so beschaffen ist, daß sie mit Hilfe elektrischer Signale, die von diesem Kompaß geliefert werden, die Azimutorientierung einer Bezugsachse (36) des Zeitmeßgeräts bestimmt, und Alarmmittel (40; 54, 55, 56, 58), die durch die elektronische Einheit gesteuert werden, um wenigstens ein von einem Benutzer des Zeitmeßgeräts wahrnehmbares Signal auszugeben, wenn mittels der Visiereinrichtung ein Visiervorgang ausgeführt wird, wobei die elektronische Einheit so beschaffen ist, daß das Signal an den Benutzer ausgegeben wird, wenn die Bezugsachse auf die gewählte Azimutrichtung ausgerichtet ist.

2. Zeitmeßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Alarmmittel (40) aus einer elektrisch aktivierten Tonvorrichtung gebildet sind.

3. Zeitmeßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Alarmmittel aus optischen Mitteln (54, 55, 56) gebildet sind, die durch eine Stromversorgung (58), die mit der elektronischen Einheit (52) verbunden ist, elektrisch aktiviert werden.

4. Zeitmeßgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die optischen Mittel aus wenigstens einer Diode (54, 55, 56) gebildet sind, die auf einer äußeren Oberfläche des Gehäuses (44) in einem Bereich dieses Gehäuses angeordnet ist, der sich im wesentlichen bei 6 Uhr in bezug auf eine herkömmliche Zeitanzeige mit 12 Stunden befindet.

5. Zeitmeßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Alarmmittel durch einen Vibrator gebildet sind, der ein vom Körper eines Benutzers wahrnehmbares Vibrationssignal liefert.

6. Zeitmeßgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Visiereinrichtung aus zwei Visierkerben (14, 15) gebildet ist, die auf einem Glasreif (8) des Gehäuses (4) diametral entgegengesetzt auf der 6 Uhr-12 Uhr-Achse des Zeitmeßgeräts (2) angeordnet sind.

7. Zeitmeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Visiereinrichtung aus zwei Visiereinschnitten (14, 15) gebildet ist, die auf dem Glas (10) diametral entgegengesetzt auf der 6 Uhr-12 Uhr-Achse des Zeitmeßgeräts (42) angeordnet sind.

8. Zeitmeßgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Glasreif (48) drehbar ist.

9. Zeitmeßgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hinweiszeiger (50) vorgesehen ist, der dazu dient, eine gegebene Azimutrichtung, insbesondere die magnetische oder geographische Nordrichtung, anzugeben.

10. Zeitmeßgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine elektronische Krone (20) und digitale Anzeigemittel (22) vorgesehen sind, die so beschaffen sind, daß sie einem Benutzer ermöglichen, eine beliebige Azimutrichtung einzugeben.







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