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Dokumentenidentifikation DE69902740T2 09.01.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 1010418
Titel Mascara-Produkt das ein Polyurethan enthält
Anmelder L'OREAL, Paris, FR
Erfinder Piot, Bertrand, 75009 Paris, FR;
de La Poterie, Valerie, 77820 Le Chatelet en Brie, FR;
Auguste, Frederic, 94550 Chevilly-Larue, FR;
Bodelin, Sophie, 92170 Vanves, FR
Vertreter Beetz & Partner, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69902740
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 02.12.1999
EP-Aktenzeichen 994030062
EP-Offenlegungsdatum 21.06.2000
EP date of grant 04.09.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.01.2003
IPC-Hauptklasse A61K 7/032
IPC-Nebenklasse A61K 7/48   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Produkt zum Umhüllen und insbesondere zum Schminken von Keratinfasern, insbesondere der Wimpern und der Haare von Personen, das ein Polyurethan enthält. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Umhüllen von Keratinfasern. Das erfindungsgemäße Produkt und das erfindungsgemäße Verfahren zum Umhüllen sind insbesondere für deutlich langgestreckte Keratinfasern bestimmt, wie Wimpern, Augenbrauen und Haare einschließlich falscher Wimpern und Perücken. Bei dem Produkt kann es sich um ein Schminkprodukt, eine Grundmasse zum Schminken, ein Produkt zum Auftragen auf eine Schminke, das auch als topcoat bezeichnet wird, oder auch um ein Produkt zur kosmetischen Behandlung von Keratinfasern handeln. Die Erfindung betrifft spezieller eine Mascara.

Mascaras werden üblicherweise in zwei Formulierungstypen auf der Basis von Wachsen hergestellt: Wässerige Mascaras, die als Creme-Mascaras bezeichnet werden, in Form einer Emulsion von Wachsen in Wasser und wasserfreie Mascaras oder Mascaras mit einem geringen Wassergehalt, die als waterproof Mascaras bezeichnet werden, in Form von Dispersionen von Wachsen in Lösemitteln.

Der mit diesen Zusammensetzungen erhaltene Schminkfilm neigt nach dem Auftragen auf die Wimpern mit der Zeit dazu, abzubröckeln: Es lösen sich Körnchen ab und hinterlassen Spuren um die Augen. Außerdem ist der Film, der auf diese Weise brüchig geworden ist, gegenüber Reiben, insbesondere mit den Fingern und/oder mit Wasser, beispielsweise beim Baden oder beim Duschen, nicht beständig. Die Schminke ist also nicht strapazierfähig und weist eine schlechte Haltbarkeit über der Zeit auf.

Es ist bekannt, zusammen mit den Wachsen filmbildende Polymere zu verwenden, die solubilisiert oder in einem wässerigen Medium dispergiert sein können, wie es insbesondere in den Druckschriften FR-A-2528 699 und EP-A-655234 beschrieben ist. Nichtsdestotrotz führt die Anwesenheit von Wachsen zu einer schlechten Beständigkeit der Schminke über der Zeit, insbesondere gegenüber Wasser und gegenüber Reiben.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Mascara-Zusammensetzung anzugeben, die zu einer Schminke führt, die eine gute Haltbarkeit über der Zeit aufweist.

Die Anmelderin hat festgestellt, dass eine derartige Mascara mit einer Zusammensetzung erhalten werden kann, die frei von Wachs ist und ein filmbildendes Polyurethan enthält. Die Zusammensetzung ist leicht aufzutragen und umhüllt die Wimpern gut. Die Schminke wirkt natürlich, ist angenehm und hält lange: Der Film bröckelt nicht nach einem Tag ab und lässt sich mit Wasser, insbesondere mit warmem Wasser, abnehmen.

Die Erfindung hat genauer ein Produkt zum Umhüllen nach Anspruch 1 zum Gegenstand.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Umhüllen und insbesondere zum Schminken von Keratinfasern und insbesondere der Wimpern, das dadurch gekennzeichnet ist, dass eine Zusammensetzung des oben definierten Produkts zum Umhüllen und insbesondere zum Schminken auf die gesamte Länge der Keratinfasern aufgebracht wird.

Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung einer wie oben definierten Zusammensetzung zum Umhüllen und insbesondere zum Schminken, um eine Umhüllung und insbesondere eine Schminke zu erhalten, die gut hält und/oder mit Wasser abgenommen werden kann.

Unter "Zusammensetzung, die frei von Wachs ist" wird in der vorliegenden Anmeldung eine Zusammensetzung verstanden, die keine Verbindung enthält, die bei Raumtemperatur (25ºC) fest ist und einen Schmelzpunkt von 45 bis 110ºC aufweist.

Das gemäß der Erfindung verwendete Polyurethan kann vorteilhaft unter Polyester-Polyurethanen, Polyether-Polyurethanen, Acryl-Polyurethanen und siliconhaltigen Polyurethanen ausgewählt sein. Das Polyurethan kann vorzugsweise ein anionisches Polyurethan sein.

Nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung kann die Wasseraufnahme des Polyurethans kleiner oder gleich 30% und insbesondere 0,5 bis 15% sein. Die erfindungsgemäßen Polyester-Polyurethane weisen in Bezug auf die Wasseraufnahme derartige Eigenschaften auf. Mit solchen Polyurethanen kann ein Produkt zum Schminken erhalten werden, das lange und insbesondere länger als einen Tag oder sogar zwei bis drei Tage hält und das eine gute Beständigkeit gegenüber Wasser aufweist. Es können vorteilhaft Polyurethane und insbesondere Polyester-Polyurethane verwendet werden, die befähigt sind, einen Film mit einer Härte von 40 bis 200 Sekunden und besser noch von 50 bis 170 Sekunden zu bilden.

Gemäß der vorliegenden Anmeldung wird unter "Wasseraufnahme des Polyurethans" der prozentuale Anteil von Wasser verstanden, der von dem Polyurethan aufgenommen wird, nachdem es bei 30ºC 10 Minuten in Wasser getaucht wurde. Die Wasseraufnahme wird an einer (vor dem Trocknen) 300 um dicken Schicht bestimmt, die auf eine Platte aufgebracht und anschließend 24 Stunden bei 30ºC und einer relativen Feuchtigkeit von 50% getrocknet wird. Dann werden aus dem trockenen Film geschnittene Stücke von etwa 1 cm² gewogen (Bestimmung der Masse M1) und anschließend 10 Minuten in Wasser getaucht. Nach dem Eintauchen wird das Filmstück abgetrocknet, um das überschüssige Wasser an der Oberfläche zu beseitigen, und anschließend gewogen (Bestimmung der Masse M2). Die Differenz M2-M1 entspricht der von dem Polymer aufgenommenen Wassermenge.

Die Wasseraufnahme ist gleich [(M2 - M1)/M1] · 100 und wird als auf das Gewicht des Polymers bezogener Gewichtsanteil des Wassers ausgedrückt.

Die Härte des Polymerfilms wird an einem Film bestimmt, der nach dem Trocknen einer (vor dem Trocknen) 300 um dicken Schicht einer wässerigen Dispersion der Partikel eines durch radikalische Polymerisation erhaltenen Polymers mit einem Trockensubstanzgehalt von 28% während einer Zeitspanne von 24 Stunden bei 30ºC und einer relativen Feuchtigkeit von 50% erhalten wird. Die Härte des Films wird nach der Norm ASTM D-43-66 oder der Norm NF-T 30-016 (Oktober 1981) mit einem Pendelschlagwerk nach Persoz bestimmt.

Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung kann die Wasseraufnahme des Polyurethans größer 30%, vorzugsweise 30 bis 150% und besser noch 40 bis 100% sein. Die erfindungsgemäßen Polyether-Polyurethane weisen in Bezug auf die Wasseraufnahme derartige Eigenschaften auf. Mit solchen Polyurethanen kann ein Produkt zum Schminken erhalten werden, das gut auf den Wimpern haftet, lange hält und mit Wasser leicht abzunehmen ist, insbesondere mit warmem Wasser von 35 bis 45ºC. Es können vorteilhaft Polyurethane und insbesondere Polyether-Polyurethane verwendet werden, die befähigt sind, einen Film mit einer Härte von 10 bis 40 Sekunden und besser noch von 20 bis 35 Sekunden zu bilden.

Die Größe der in dem wässerigen Medium der Zusammensetzung dispergierten Polyurethan-Partikel kann im allgemeinen im Bereich von 10 bis 200 nm liegen.

Von den Polyester-Polyurethanen können die Polyurethane verwendet werden, die unter den Bezeichnungen "AVALURE UR-425", "AVALURE UR-430", "AVALURE UR-405" und "AVALURE UR-410" von der Firma GOODRICH und "NEOREZ R-989" von der Firma ZENECA im Handel sind.

Von den Polyether-Polyurethanen können die Polyurethane verwendet werden, die unter den Bezeichnungen "SANCURE 878", "AVALURE UR- 450" und "SANCURE 861" von der Firma GOODRICH im Handel sind.

Unter Acryl-Polyurethanen werden Polyurethane verstanden, die mindestens eine Acrylpolymerkette aufweisen, oder auch Polyurethan/Acryl- Hybridpolymere. Von den Acryl-Polyurethanen können die Polyurethane verwendet werden, die unter den Bezeichnungen "UCECOAT DW 5560", "UCECOAT DW 5561 ", "UCECOAT DW 5160", "UCECOAT DW 5460" und "UCECOAT DW 5660" von der Firma UCB, "FLEXTHANE 610", "FLEXTHANE 620" und "FLEXTHANE 630" von der Firma Air Products und "SANCURE AU-4000" und "SANCURE XPD-2361" von der Firma GOODRICH im Handel sind.

Das Polyurethan liegt in der Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Produkts in einer Menge vor, die ausreichend ist, um auf den Keratinsfasern einen Film zum Umhüllen zu bilden.

Das Polyurethan kann in der Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Produkts in einem als Trockensubstanz ausgedrückten Mengenanteil von 5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise von 10 bis 45 Gew.-% und besser noch von 15 bis 35 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegen.

Das wässerige Medium der Zusammensetzung kann im wesentlichen aus Wasser bestehen. Es kann auch ein Gemisch von Wasser und einem mit Wasser mischbaren Lösemittel, wie niederen Monoalkoholen mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, C&sub3;&submin;&sub4;-Ketonen und C&sub3;&submin;&sub4;-Aldehyden, enthalten. Von den mit Wasser mischbaren Lösemitteln kann vorzugsweise Ethanol verwendet werden. Der Mengenanteil des mit Wasser mischbaren Lösemittels kann im Bereich von 0,1 bis 15 Gew.-% und besser noch von 1 bis 8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, liegen.

Die Zusammensetzung kann vorteilhaft eine Viskosität von 6 Pa·s (60 Poise) bis 15 Pas (150 Poise) und besser noch von 7 Pa·s (70 Poise) bis 12 Pa·s (120 Poise) aufweisen. Diese Viskosität ermöglicht eine leichte und rasche Applikation der Zusammensetzung sowie eine gleichmäßige Umhüllung der Wimpern auf ihrer gesamten Länge. Die Viskosität wird bei 25ºC mit einem Viskosimeter RHEOMAT RM 180 bestimmt, das mit einem mobilen Körper Nr. 4 ausgestattet ist, wobei die Messung nach 10- minütiger Rotation des mobilen Körpers bei einer Schergeschwindigkeit von 200 s&supmin;¹ erfolgt (Zeitspanne, nach der eine Stabilisierung der Viskosität und der Rotationsgeschwindigkeit des mobilen Körpers festgestellt wird).

Um der Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Produkts die zur Applikation auf die Keratinfasern und insbesondere auf die Wimpern erforderliche Viskosität zu verleihen, kann die Zusammensetzung ein Verdickungsmittel enthalten, mit dem die gewünschte Viskosität eingestellt werden kann.

Von den gemäß der Erfindung verwendbaren Verdickungsmitteln können angegeben werden:

- wasserlösliche cellulosehaltige Verdickungsmittel, wie Hydroxyethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose und Carboxymethylcellulose. Von diesen Verdickungsmitteln können insbesondere die Gummen genannt werden, die unter der Bezeichnung "Cellosize QP 4400 H" von der Firma AMERCHOL im Handel sind;

- Guargummi und insbesondere die Produkte, die unter der Bezeichnung VIDOGUM GH 175 von der Firma UNIPECTINE und unter der Bezeichnung JAGUAR C von der Firma MEYHALL im Handel sind;

- das quaternisierte Guargummi, das unter der Bezeichnung "JAGUAR C-13-S" von der Firma MEYHALL im Handel ist;

- nichtionische Guargummen, die C&sub1;&submin;&sub6;-Hydroxyalkylgruppen aufweisen. Es können beispielsweise Hydroxymethyl-, Hydroxyethyl-, Hydroxypropyl- und Hydroxybutyl-Gruppen genannt werden. Derartige Guargummen sind insbesondere unter den Handelsbezeichnungen JAGUAR HP8, JAGUAR HP60, JAGUAR HP120 und JAGUAR HP105 von der Firma MEYHALL oder unter der Bezeichnung GALACTASOL 40H4FD2 von der Firma AQUALON im Handel.

- Xanthangummi, Johannisbrotbaum-Kernmehl, Skleroglucan, Gellan, Rhamsan und Karaya-Gummi,

- Alginate, Maltodextrin, Stärke, Stärkederivate, Hyaluronsäure und ihre Salze,

- Tone und insbesondere Montmorillonite, Hectorite und Laponite,

- vernetzte Polyacrylsäuren, wie "Carbopol" von der Firma GOODRICH,

- die Polyglyceryl(meth)acrylat-Polymere, die unter den Bezeichnungen "Hispagel" oder "Lubragel" von den Firmen HISPANO QUIMICA oder GUARDIAN im Handel sind,

- Polyvinylpyrrolidon,

- Polyvinylalkohol,

- vernetzte Polymere und Copolymere von Acrylamid, wie die Produkte, die unter den Bezeichnungen "PAS 5161" oder "Bozepol C" von der Firma HOECHST und "Sepigel 305" von der Firma SEPPIC im Handel sind,

oder auch

- die vernetzten Homopolymere von Methacryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid, die unter der Bezeichnung "Salcare SC95" von der Firma ALLIED COLLOID im Handel sind

und

- assoziative Polymere und insbesondere assoziative Polyurethane.

Das Verdickungsmittel kann in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung in einer Menge vorliegen, die bewirkt, dass die Zusammensetzung eine wie oben definierte Viskosität aufweist. Der Mengenanteil des Verdickungsmittels kann beispielsweise im Bereich von 0,1 bis 10 Gew.-% und vorzugsweise von 0,5 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, liegen.

Die Zusammensetzung kann außerdem weitere Zusatzstoffe enthalten, die üblicherweise in der Kosmetik verwendet werden. Diese Zusatzstoffe können insbesondere unter Weichmachern, Koaleszenzmitteln, Füllstoffen, Farbmitteln, wie Pigmenten oder Farbstoffen, grenzflächenaktiven Stoffen, Konservierungsstoffen, Ölen, kosmetischen Wirkstoffen, wie Hydratisierungsmitteln und Mitteln gegen UV-Strahlung, ausgewählt sein, die im Stand der Technik wohl bekannt sind. Der Fachmann wird den gegebenenfalls verwendeten Zusatzstoff oder die Zusatzstoffe und/oder ihre Menge selbstverständlich so auswählen, dass die vorteilhaften Eigenschaften der Schminke erhalten bleiben.

Als Füllstoff können insbesondere die üblicherweise in Mascara-Zusammensetzungen verwendeten Füllstoffe eingesetzt werden. Es kann beispielsweise pyrogene Kieselsäure verwendet werden, insbesondere, um eine stärkere Schminke auf den Wimpern zu erhalten. Füllstoffe, die für die erfindungsgemäße Zusammensetzung besonders bevorzugt werden, sind insbesondere Stärke, wie Stärke aus Reis, Talk und Polytetrafluorethylen: Diese Füllstoffe sind mit dem wässerigen Medium der Zusammensetzung gut kompatibel und können leicht in die Zusammensetzung eingearbeitet werden. Außerdem kann mit ihnen ein glatter und glänzender Schminkfilm erzielt werden.

Die Füllstoffe können in der Zusammensetzung in einem Mengenanteil im Bereich von 0,1 bis 6 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegen.

Die Zusammensetzung kann ferner ein zusätzliches filmbildendes Polymer enthalten, damit die kosmetischen und physikalisch-chemischen Eigenschaften des Schminkfilms modifiziert werden können. Das zusätzliche filmbildende Polymer kann in gelöster Form oder auch in Form von festen Partikeln vorliegen, die in dem wässerigen Medium der Zusammensetzung dispergiert sind.

Als zusätzliches filmbildendes Polymer können beispielsweise Vinylpolymere und insbesondere Acrylpolymere oder auch Polyester, wie beispielsweise Polyester mit Sulfonsäuregruppe, angegeben werden.

Die Zusammensetzung zum Umhüllen und insbesondere zum Schminken kann in einem Applikationsprodukt konfektioniert sein, das einen Behälter und ein abnehmbares Element zum Verschließen und insbesondere zum dichten Verschließen des Behälters aufweist.

Das Applikationssystem kann ferner ein Element zum Auftragen der Schminkzusammensetzung auf die Keratinfasern und insbesondere die Wimpern aufweisen, wobei das Element zum Auftragen die Entnahme der Zusammensetzung und die Verteilung der entnommenen Zusammensetzung auf die Wimpern ermöglicht. Das Element zum Auftragen ist vorzugsweise fest mit dem Element zum dichten Verschließen des Systems verbunden.

Das Applikationssystem kann ferner eine Einrichtung zum Abstreifen des Elements zum Auftragen (oder einen Abstreifer) aufweisen, wobei die Einrichtung zum Abstreifen fest mit dem Behälter verbunden sein kann.

Bei dem Element zum Auftragen kann es sich vorzugsweise um eine Mascarabürste handeln, die dem Fachmann wohl bekannt ist. Eine solche Bürste weist insbesondere radial um ein gedrehtes Mittelstück und insbesondere um ein Mittelstück aus Metall angeordnete Borsten auf. Die Bürste kann in unterschiedlichen Formen vorliegen und Segmente aufweisen. Mascarabürsten sind beispielsweise in den Druckschriften FR-A-2607373, EP-A-611170, EP-A-811336, EP-A-811337 und EP-A-842620 beschrieben.

In einer Ausführungsform kann das Applikationssystem einen Behälter aufweisen, der eine wie oben definierte Mascara-Zusammensetzung enthält und der mit einem Halsstück und mit einem Applikator versehen ist. Der Applikator kann einen Stiel aufweisen, der an einem ersten Ende mit einem Element zum Auftragen versehen ist und an einem zweiten Ende fest mit einem Griff verbunden ist, bei dem es sich um ein Element zum Verschließen des Applikationssystems handelt.

Das Applikationssystem kann ferner einen ringförmigen Abstreifer aufweisen, der in dem Halsstück des Behälters befestigt ist und durch den der Stiel hindurchragt, wobei an dem Abstreifer der Stiel und/oder das Element zum Auftragen abgestreift werden kann. Der Abstreifer besitzt vorteilhaft die Form eines Handschuhfingers, der mit einer zentralen Durchlassöffnung versehen ist, die gegebenenfalls geflockt sein kann. Eine derartige Einrichtung ist insbesondere in der Druckschrift FR-A-2705876 beschrieben.

Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele ausführlicher erläutert.

Die Fig. 1 zeigt im Aufriss ein erfindungsgemäßes Mascarasystem.

In Fig. 1 ist ein System 1 zur Applikation von Mascara dargestellt, das einen Applikator 2 und einen Behälter 3 aufweist, wobei der Behälter mit einem Halsstück 4 mit Gewinde, auf dem eine Dichtung 5 angebracht ist, ausgestattet ist und eine Mascara-Zusammensetzung 6 enthält, die die Zusammensetzung von Beispiel 1 aufweist. Der Behälter 3 besitzt in seinem Halsstück 4 einen Abstreifer 7, der durch einen Wulst 8 festgehalten wird, der mit einer ebenfalls in dem Halsstück 4 befindlichen Rille 9 zusammenwirkt. Der Abstreifer besteht in bekannter Weise aus einem weichen und elastischen Material.

Der Applikator 2 weist ein Element zum Auftragen 10 auf, das an einem Ende 11a eines Stiels 11 befestigt ist. Ein Griff 12 ist fest mit dem Ende des Stiels 11 verbunden, das dem Element zum Auftragen 10 gegenüber liegt. Das Element zum Auftragen 10 ist eine Mascarabürste, die in bekannter Weise Borsten aufweist, die in schraubenförmiger Anordnung radial um ein gedrehtes Mittelstück stehen.

Der Griff 12, der eine Verschlusskappe bildet, besitzt ein Gewinde 12a, das mit dem Gewinde 4a des Halsstücks 4 des Behälters 3 zusammenwirkt. Durch Aufschrauben des Griffs 10 auf das mit der Dichtung 5 versehene Halsstück 4 des Behälters 3 wird der Behälter dicht verschlossen.

Im folgenden werden Beispiele für Mascara-Zusammensetzungen angegeben, die in dem vorstehend beschriebenen Applikationssystem konfektioniert sein können.

Beispiele für Zusammensetzungen: Beispiel 1

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

- Wässerige Polyester-Polyurethan-Dispersion (49% Trockensubstanz) (AVALURE UR-425 von GOODRICH) 35,8 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,82 g

- Pyrogene Kieselsäure (AEROSIL 200 von DEGUSSA) 1,82 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 4,05 g

- Citronensäure 0,15 g

- Pigmente 4 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Die Mascara lässt sich leicht auf die Wimpern auftragen und führt zu einer Schminke, die mindestens einen Tag lang oder sogar 2 bis 4 Tage gut hält, gegenüber Reiben mit den Fingern beständig ist und mit Wasser abgenommen werden kann.

Die Mascara wurde von einem Paneel von 17 Frauen getestet: 12 Frauen (70%) stellten fest, dass die Mascara nach dem Auftragen mindestens 3 Tage lang auf den Wimpern hält.

Beispiel 2:

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

- Wässerige Polyester-Polyurethan-Dispersion (49% Trockensubstanz) (AVALURE UR-425 von GOODRICH) 24,5 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,9 g

- Pyrogene Kieselsäure (AEROSIL 200 von DEGUSSA) 1 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 5 g

- Pigmente 5 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Die Mascara lässt sich leicht auftragen und haftet gut auf den Wimpern. Der Schminkfilm umhüllt die Wimpern auf ihrer gesamten Länge gut und hält lange. Die Mascara kann mit warmem Wasser von 35ºC abgenommen werden.

Beispiel 3:

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

- Wässerige Polyether-Polyurethan-Dispersion (35% Trockensubstanz) (SANCURE 878 von GOODRICH) 24,5 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,82 g

- Pyrogene Kieselsäure (AEROSIL 200 von DEGUSSA) 1 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 5 g

- Schwarzes Pigment 5 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Anstelle des Polyether-Polyurethans SANCURE 878 können die Polyether-Polyurethane AVALURE UR-450 oder SANCURE 861 von GOODRICH verwendet werden.

Die Mascara lässt sich leicht auf die Wimpern auftragen und führt zu einer natürlichen Schminke, die gut hält. Die Mascara wird nach zwei Tagen mit warmem Wasser von 35ºC abgenommen.

Beispiel 4:

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

- Wässerige Polyester-Polyurethan-Dispersion (49% Trockensubstanz) (AVALURE UR-425 von GOODRICH) 24,5 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,9 g

- Polytetrafluorethylen-Pulver (CERIDUST 9205 F von HOECHST) 1 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 5 g

- Pigmente 5 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Die Mascara lässt sich leicht auftragen und haftet gut auf den Wimpern. Der Schminkfilm umhüllt die Wimpern auf ihrer gesamten Länge gut und hält lange. Der Film ist außerdem glatt und glänzend.

Beispiel 5:

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

- Wässerige Polyester-Polyurethan-Dispersion (49% Trockensubstanz) (AVALURE UR-425 von GOODRICH) 24,5 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,9 g

- Stärke aus Reis 2 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 5 g

- Pigmente 5 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Die Mascara lässt sich leicht auftragen und haftet gut auf den Wimpern. Der Schminkfilm weist eine gute Haltbarkeit über der Zeit auf; er ist glatt und glänzend. Die Mascara lässt sich mit warmem Wasser abnehmen.

Beispiel 6:

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt:

- Wässerige Polyester-Polyurethan-Dispersion (49% Trockensubstanz) (AVALURE UR-425 von GOODRICH) 24,5 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,9 g

- Talk (LUZENAC 15 M 00 von LUZENAC) 2 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 5 g

- Pigmente 5 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Die Mascara lässt sich leicht auftragen und haftet gut auf den Wimpern. Der Schminkfilm weist eine gute Haltbarkeit über der Zeit auf; er ist glatt und glänzend.

Beispiel 7: Vergleich

Es wird eine Mascara der folgenden Zusammensetzung hergestellt, die nicht erfindungsgemäß ist:

- Wässerige Dispersion eines Styrol/Acrylat- Copolymers (45% Trockensubstanz) (NEOCRYL A 1070 von ZENECA) 27 g WS

- Hydroxyethylcellulose (Cellosize QP 4400 H von AMERCHOL) 1,82 g

- Pyrogene Kieselsäure (AEROSIL 200 von DEGUSSA) 1 g

- Ethanol 5 g

- Propylenglykol 5 g

- Pigmente 5 g

- Konservierungsstoffe q.s.

- Wasser q.s.p. 100 g

Nach dem Auftragen der Zusammensetzung auf die Wimpern wird festgestellt, dass der Mascarafilm weniger gut hält als der Mascarafilm, der mit den Zusammensetzungen der Beispiele 1 bis 6 erhalten wird.


Anspruch[de]

1. Produkt für Mascara, das einen Behälter (3) aufweist, der eine Mascara-Zusammensetzung, ein abnehmbares Element zum Verschließen (12), das zum Verschließen des Behälters bestimmt ist, und ein Element zum Auftragen (10) der Mascara auf die Wimpern umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Mascara-Zusammensetzung ein wässeriges Medium und ein filmbildendes Polyurethan in Form von in dem wässerigen Medium dispergierten festen Partikeln enthält, wobei das Polyurethan in einem als Trockensubstanz ausgedrückten Gewichtsanteil von 5 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegt und wobei die Zusammensetzung bei einer Schergeschwindigkeit von 200 s&supmin;¹ eine bei 25ºC bestimmte Viskosität von 5 bis 18 Pa·s aufweist und wobei die Zusammensetzung frei von Wachs ist.

2. Produkt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan unter Polyester-Polyurethanen, Polyether-Polyurethanen, Acryl-Polyurethanen und siliconhaltigen Polyurethanen ausgewählt ist.

3. Produkt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan unter Polyester-Polyurethanen und Polyether-Polyurethanen ausgewählt ist.

4. Produkt nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan ein anionisches Polyurethan ist.

5. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasseraufnahme des Polyurethans kleiner oder gleich 30% ist.

6. Produkt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasseraufnahme des Polyurethans größer 30% ist.

7. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan in einem als Trockensubstanz ausgedrückten Gewichtsanteil von 10 bis 15 Gew.-% und besser noch von 15 bis 35 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegt.

8. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskosität der Zusammensetzung 6 bis 15 Pas und besser noch 7 bis 12 Pa·s beträgt.

9. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung mindestens ein Verdickungsmittel enthält.

10. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung mindestens ein Verdickungsmittel enthält, das unter cellulosehaltigen Verdickungsmitteln, Guargummen, Xanthangummi, Johannisbrotbaum-Kernmehl, Skleroglucan, Gellan, Rhamsan, Karaya-Gummi, Alginaten, Maltodextrin, Stärke, Stärkederivaten, Hyaluronsäure und ihren Salzen, Tonen, vernetzten Polyacrylsäuren, Polyglyceryl(meth)acrylaten, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, vernetzten Polymeren und Copolymeren von Acrylamid, vernetzten Homopolymeren von Methacryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid und assoziativen Polymeren ausgewählt ist.

11. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung ferner mindestens einen Zusatzstoff enthält, der unter Weichmachern, Koaleszenzmitteln, Füllstoffen, Farbmitteln, grenzflächenaktiven Stoffen, Konservierungsstoffen, Ölen und kosmetischen Wirkstoffen ausgewählt ist.

12. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung ferner mindestens einen Füllstoff enthält, der unter pyrogener Kieselsäure, Stärke, Talk und Polytetrafluorethylen ausgewählt ist.

13. Produkt nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff in einem Mengenanteil von 0,1 bis 6 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, vorliegt.

14. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung ferner ein zusätzliches filmbildendes Polymer enthält.

15. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Element zum Auftragen fest mit dem abnehmbaren Element zum Verschließen (12) verbunden ist.

16. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Element zum Auftragen (10) um eine Mascarabürste handelt.

17. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ferner eine Einrichtung zum Abstreifen (7) aufweist.

18. Produkt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Schminkprodukt, eine Grundmasse zum Schminken, ein Produkt zum Auftragen auf eine Schminke oder ein Produkt zur kosmetischen Behandlung der Wimpern ist.

19. Verfahren zum Umhüllen und insbesondere zum Schminken der Wimpern, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mascara-Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche auf die gesamte Länge der Wimpern aufgetragen wird.

20. Verwendung eines filmbildenden Polyurethans in einer Mascara- Zusammensetzung, die ein wässeriges Medium enthält, wobei das Polyurethan in Form von in dem wässerigen Medium dispergierten festen Partikeln vorliegt und das Polyurethan in einem als Trockensubstanz ausgedrückten Gewichtsanteil von 5 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, enthalten ist und wobei die Zusammensetzung kein Wachs enthält und bei einer Schergeschwindigkeit von 200 s&supmin;¹ eine bei 25ºC bestimmte Viskosität von 5 bis 18 Pa·s aufweist, um eine Umhüllung und insbesondere eine Schminke der Wimpern zu erhalten, die gut hält und/oder mit Wasser abgenommen werden kann.

21. Verwendung eines filmbildenden Polyurethans und eines Füllstoffs, der unter Stärke, Talk und Polytetrafluorethylen ausgewählt ist, in einer Mascara-Zusammensetzung, die ein wässeriges Medium enthält, wobei das Polyurethan in Form von in dem wässerigen Medium dispergierten festen Partikeln vorliegt und das Polyurethan in einem als Trockensubstanz ausgedrückten Gewichtsanteil von 5 bis 60 Gew.-%; bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, enthalten ist und wobei die Zusammensetzung kein Wachs enthält und bei einer Schergeschwindigkeit von 200 s&supmin;¹ eine bei 25ºC bestimmte Viskosität von 5 bis 18 Pas aufweist, um eine Umhüllung und insbesondere eine Schminke der Wimpern zu erhalten, die gut hält und/oder mit Wasser abgenommen werden kann und/oder glatt ist und/oder glänzt.







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