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Dokumentenidentifikation DE69806113T2 23.01.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0911119
Titel Verfahren zum Feststellen des Drehmoments in einer mittels drehschlagverschraubten erzeugten Schraubverbindung und Drehschlag-Werkzeug zum Erzeugen einer Schraubverbindung mit vorgegebenem Drehmoment
Anmelder Atlas Copco Tools AB, Stockholm, SE
Erfinder Schoeps, Christian Knut, 13547 Tyresö, SE
Vertreter Beyer & Jochem Patentanwälte, 60322 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 69806113
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 22.10.1998
EP-Aktenzeichen 988501656
EP-Offenlegungsdatum 28.04.1999
EP date of grant 19.06.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.01.2003
IPC-Hauptklasse B25B 23/14
IPC-Nebenklasse B25B 23/145   B23P 19/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung befaßt sich mit einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Anziehen von Schraubverbindungen durch Anwendung einer Reihe von wiederholten Drehmomentimpulsen. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren, das zum Steuern und zur Überprüfung der Qualität des Impuls-Anzugsvorganges dient und das auf der Erfassung des in die Schraubverbindung eingebrachten Drehmoments bei jedem der aufgebrachten Drehmomentimpulse basiert.

Ein Problem betreffend den Stand der Technik auf diesem Gebiet besteht in der Schwierigkeit, eine genaue Messung des eingebrachten Drehmoments und damit ein genaues abschließendes Anzugsniveau in der Schraubverbindung auf der Grundlage einer solchen Messung zu erhalten. Einer der Gründe für dieses Problem bestand in dem Mangel an zuverlässigen Drehmomentmeßwertaufnehmern, die für Drehmomentimpulswerkzeuge geeignet sind. Obgleich das Problem mit dem Meßwertaufnehmern heute gelöst ist, besteht das Genauigkeitsproblem im Hinblick auf die Messung des eingebrachten Drehmoments nach wie vor.

Entsprechend ist bei den zuvor beschriebenen Verfahren zum Anziehen von Schraubverbindungen unter Verwendung von Drehimpulswerkzeugen, wie beispielsweise in dem US-Patent 5,366,026 beschrieben, das durch das Anziehwerkzeug abgegebene Drehmoment zur Bestimmung des Vorspannungsniveaus in der Schraubverbindung herangezogen worden. Das tatsächliche Drehmomentniveau während des Anziehvorgangs ist immer durch Messen des Spitzenwertes des abgegebenen Drehmomentimpulses erfaßt worden und der Anziehvorgang ist durch Vergleich des pro Impuls zunehmenden Spitzenwertes mit einem vorbestimmten Wert, der einem gewünschten Vorspannungsniveau in der Schraubverbindung entspricht, gesteuert worden.

Dieses zuvor beschriebene Verfahren zur Anziehsteuerung leidet jedoch immer noch unter Genauigkeitsproblemen. Einer der Gründe hierfür besteht darin, daß der bei jedem abgegebenen Impuls angezeigte Spitzenwert das wahre momentane Spannungsniveau in der Schraubverbindung nicht korrekt wiedergibt. Bei einer genauen Studie der Drehmomentimpulsaufbringung auf Schraubverbindungen ist festgestellt worden, daß die Spitze eines abgegebenen Drehmomentimpulses zu Beginn des Drehmomentimpulses auftritt und daß die Schraubverbindung fortfährt, sich danach um einen bestimmten Winkelbetrag zu drehen. Wenn die Schraubverbindung ihre Rotation tatsächlich beendet, liegt das Drehmomentniveau tatsächlich wesentlich niedriger als der angezeigte Spitzenwert. Da die Spannung in der Schraubverbindung über die Steigung des Gewindes unmittelbar mit der Winkelverlagerung der Schraube zusammenhängt, nimmt die Spannung zu, solange die Schraubverbindung rotiert.

Entsprechend hat die zuvor erwähnte Studie gezeigt, daß die Schraubverbindung über einen weiteren Winkelbetrag angezogen wird, nachdem die Drehmomentspitze aufgetreten ist, und daß die tatsächliche Schraubenspannung in einem Großteil der Fälle einem erheblich niedrigeren Drehmomentniveau als dem angezeigten Spitzenniveau entsprach. Folglich ist das angezeigte Spitzendrehmomentniveau nicht gleich dem eingebrachten Drehmoment und gibt die Spannung in der Schraubverbindung nicht wahrheitsgemäß wieder. Entsprechend ist es nicht geeignet als eine Messung zur Steuerung des Vorganges.

In der DE 42 43 069 ist ein Impulsschrauber beschrieben, der mit einem Impulszähler versehen ist, um eine zusätzliche Information zu dem Anziehvorgang und dadurch ein verbessertes Überwachen des Anziehergebnisses zu erhalten.

Diese bekannte Vorrichtung umfaßt jedoch keine Mittel zur Erfassung der Drehbewegung und dort ist noch nicht einmal erwähnt, wie man die Messung des Drehmomentwertes bei jedem abgegebenen Impuls verbessern könnte.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Genauigkeit des Impulsanziehens von Schraubverbindungen durch Erhalten einer genaueren Messung des eingebrachten Drehmoments in die Schraubverbindung zu verbessern.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren zum Steuern eines Anziehvorganges einer Schraubenverbindung durch Verwendung des neuen verbesserten Verfahrens zum Messen des eingebrachten Drehmoments in die Schraubverbindung bereitzustellen.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren für die Qualitätskontrolle des Endergebnisses eines Anziehvorganges einer Schraubverbindung durch Verwendung der Messung des eingebrachten Drehmoments im Einklang mit dem neuen Verfahren ebenso zu schaffen wie eine Messung der gesamten Winkelbewegung der Verbindung.

Weitere Zielsetzungen und Vorzüge der Erfindung werden aus der folgenden genauen Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen deutlich. Es zeigen:

Fig. 1 eine teilgeschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Drehmomentimpulse abgebenden Werkzeuges, das an eine Einheit zur Energieversorgung und Ablaufsteuerung angeschlossen ist;

Fig. 2 schematisch in größerem Maßstab einen Ausbruch einer Vorrichtung zur Dreherfassung und Winkelmessung, die in dem Werkzeug nach Fig. 1 enthalten ist;

Fig. 3a und 3b die Drehbewegung der Abtriebswelle des des Anziehwerkzeuges während eines diskreten Impulses angezeigt durch zwei getrennte Sensorelemente, die in einen Phasenabstand von 90º relativ zueinander angeordnet sind;

Fig. 3c im Verhältnis zur Zeit das an eine Schraubverbindung abgegebene Drehmoment ebenso wie die während eines diskreten Drehmomentimpulses erhaltene Spannung;

Fig. 4a und 4b ähnlich zu Fig. 3a und 3b die Drehbewegung der Schraubverbindung während eines weiteren, späteren Impulses;

Fig. 4c ähnlich zu Fig. 3c das tatsächliche Drehmoment und die Spannungsentwicklung im Verhältnis zur Zeit bei einem späteren Drehmomentimpuls während desselben Anziehvorganges;

Fig. 5a-b ähnlich Fig. 3a und 3b die Drehbewegung und 6a-b der Schraubverbindung während zweier noch späterer Impulse während desselben Anziehvorgangs und

Fig. 5c und 6c die tatsächliche Drehmoment- und Spannungsentwicklung im Verhältnis zur Zeit während der impulsbezogenen Winkelbewegungen, wie sie in Fig. 5a, 5b, 6c bzw. 6b dargestellt sind.

Das in Fig. 1 gezeigte Drehimpulswerkzeug besitzt ein Gehäuse 10 mit einem pistolenartigen Griff 11, einen pneumatischen Rotationsmotor (nicht gezeigt), der in dem Gehäuse 10 angeordnet ist, einen hydraulischen Impulserzeuger 12, der mit dem Motor verbunden ist, und eine Abtriebswelle 13, die mit dem Impulserzeuger 12 verbunden ist. Die Abtriebswelle 13 ist mit einem Außen-Vierkantende 14 für die Anbringung eines Steckschlüssels oder dergleichen ausgebildet. Der Griff 11 umfaßt in bekannter Weise Lufteinlaß- und Auslaßkanäle (nicht gezeigt) und ist mit einem Drosselventil 16 und einem Druckluft-Versorgungsanschluß 17 sowie einem Abluftdeflektor 18 ausgerüstet.

Die Abtriebswelle 13 besteht aus einem magneto-striktiven Material und besitzt zwei Umfangsfelder mit Ausnehmungen 20 und 21, die zusammen mit einer Spulenanordnung 22 eine drehmomenterfassende Einheit 23 bilden. Diese Art von drehmomenterfassender Einheit ist als solche bereits vorbekannt, beispielsweise durch das zuvor erwähnte US-Patent Nr. 5,366,026 und bildet keinen Teil dieser Erfindung.

Ferner ist das Werkzeug mit einer rotationserfassenden Vorrichtung 24 von der Art eines Magnetsensors versehen, der ein Ringelement 26, das an der Abtriebswelle 13 festgelegt ist, und eine Sensoreinheit 27 aufweist, die im vorderen Bereich 25 des Gehäuses angebracht ist. Das Ringelement 26 besitzt eine Umfangsreihe radialer Zähne 28, die in einem gleichmäßigen Abstand angeordnet sind. Die Sensoreinheit 27 ist dem Ringelement 26 genau gegenüberliegend angeordnet und besitzt zwei Sensorelemente 30, 31, die derart angeordnet sind, daß sie elektrische Signale in Abhängigkeit von ihren Relativstellungen gegenüber den Zähnen 28 erzeugen.

Durch die Vorrichtung 24 zum Erfassen von Rotation ist es auch möglich, eine Information über die Größe der Winkelverlagerung 9 der Abtriebswelle 13 zu erhalten. Dies ist nützlich zur Durchführung einer Qualitätskontrolle des Endergebnisses des Anziehvorganges. Dadurch werden die Grenzwerte für das abschließende Drehmoment und der Gesamtdrehwinkel gegen das tatsächliche eingebrachte Drehmoment und die gemessene Winkelverlagerung am Ende des Anziehvorganges überprüft.

Wie in Fig. 2 dargestellt, sind die Sensorelemente 30, 31 in eine bedruckte Schaltung 29 integriert und nebeneinander in einem Abstand gleich 5/4 des Abstandes der Zähne 28 angeordnet. Der Zweck dieser Beabstandung der Sensorelemente 30, 31 besteht darin, eine Phasenverschiebung um 90º der Signale zu erhalten, die die Winkelverlagerung der Abtriebswelle 13 wiedergeben. Dies macht es einfacher, die Rotationsbewegung der Welle 13 sicher zu bestimmen. Alternativ können die Sensorelemente 30, 31 auch mit einem Abstand von 1/4, 3/4, 5/4 oder 7/4 usw. des Zahnabstandes angeordnet sein. Die rotationerfassende Vorrichtung 24 ist jedoch als solche vorbekannt und bildet keinen Teil der vorliegenden Erfindung. Diese Art von Vorrichtungen ist kommerziell erhältlich und wird von Firmen wie z. B. der Siemens AG vertrieben.

Die drehmomenterfassende Einheit 23 und die rotationerfassende Vorrichtung 24 sind beide über ein mehradriges Kabel 34 mit einer Steuereinheit 33 verbunden, das über eine Verbindungseinheit 32 mit dem Werkzeug verbunden ist. Die Steuereinheit 33 weist Mittel zur Einstellung eines gewünschten Zielwertes für das in die Schraubverbindung eingebrachte Drehmoment und von Grenzwerten für das abschließende Drehmoment und den gesamten Drehwinkel auf. Die Steuereinheit 33 umfaßt auch eine Vergleichsschaltung zum Vergleichen des tatsächlichen Drehmomentwertes mit dem eingestellten Zielwert und eine Schaltung zum Bewirken des Abschalten der Motorversorgung, wenn das tatsächliche Drehmoment gleich dem eingestellten Zielwert ist.

Die Vorgang-Steuereinheit 33 ist mit einer Leistungsversorgungseinheit 35 verbunden, die in eine Druckluftzuleitung 36 integriert ist, die mit dem Impulswerkzeug verbunden ist und dazu dient, die Luftzufuhr zu dem Motor des Werkzeuges zu steuern. Die Leistungsversorgungseinheit 35 ist an eine Druckluftquelle S angeschlossen.

Die elektronischen Bauteile und Schaltungen der Steuereinheit 33 werden nicht im Detail beschrieben, weil sie von einer Art sind, die allgemein für Steuerungszwecke bei Motorwerkzeugen eingesetzt wird. Für einen Fachmann auf dem Gebiet der Steuerungstechnik von Motorwerkzeugen wäre keine erfinderische Tätigkeit erforderlich, eine Steuereinheit zu bauen, sobald die gewünschten besonderen Funktionsmerkmale dargelegt sind. Die Erfindung beschreibt diese Funktionsmerkmale als ein Verfahren zur Bestimmung des eingebrachten Drehmomentes in eine Schraubverbindung, die durch wiederholte Drehmomentimpulse angezogen wird, und Anwendungsverfahren zum Steuern und Überwachen eines Anziehvorganges mit Drehmomentimpulsen.

Die Funktionsmerkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Betriebsablauf des Impulswerkzeuges während eines Anziehvorgangs, der eine Vielzahl von aufeinander folgenden Drehmomentimpulsen umfaßt, die auf eine Schraubverbindung abgegeben werden, werden durch die Diagramme 3a-c, bis 6a-c dargestellt. Diese Diagramme sind Ausdrucke von Messungen, die während eines realen Anziehvorganges gemacht worden sind. Die Diagramme zeigen Signale, die die Drehbewegung der Schraubverbindung und die Meßwerte zeigen, die das an die Verbindung abgegebene Drehmoment und die Klemmkraft oder Spannungsgröße repräsentieren, die man in der Verbindung während vier verschiedener Impulse erhält, die für vier unterschiedliche Anziehzustände während des gleichen Anziehvorganges stehen.

Der erste der beschriebenen, an die Verbindung abgegebenen Impulse ist in Fig. 3a-c dargestellt. In Fig. 3a ist das drehabhängige Signal gezeigt, das von einem der Sensorelement 30, 31 abgegeben wird und Fig. 3b zeigt das von dem anderen der Sensorelemente 30, 31 abgegebene rotationsabhängige Signal. Die Diagramme zeigen das Rotationssignal im Verhältnis zur Zeit und die wellenförmigen Kurven geben den magnetischen Einfluß einer Abfolge von Zähnen und 28 wieder, die bei einer Drehbewegung der Abtriebswelle 13 an den Sensorelementen 30, 31 vorbeilaufen.

Durch Auswertung dieser Kurvenformen ist es recht leicht zu bestimmen, wo die Rotation der Verbindung während des Impulses beginnt und endet. Beginnend von links ist die Kurve horizontal geradlinig. Dies stellt den Zustand des Stillstandes dar, bevor die Rotation beginnt. Die Rotation beginnt bei φ&sub0;, und nach einem bestimmten Drehinkrement, das durch die wiederholten Wellenformen dargestellt ist, stoppt die Rotation bei φI Ab diesem Moment erreicht die Wellenform die Kurve nicht mehr ihre volle Amplitude. Dies ist in Fig. 3b deutlich dargestellt. In Fig. 3a tritt der Rotationsstop in einem der Beugungspunkte der Kurve auf und es ist nicht möglich, mit Sicherheit zu bestimmen, ob ein Stop der Rotation tatsächlich stattgefunden hat. Infolge der Phasenverschiebung der Sensorelemente 30, 31 um 90º ist es immer möglich, einen klaren Hinweis für einen Rotationsstop durch Vergleich der beiden Kurven zu erhalten.

Es versteht sich, daß die Abtriebswelle 13 nicht in einen vollständigen Stillstandszustand gelangt, nachdem die Stopposition φI erreicht worden ist, was durch die Kurven 3a und 3b angezeigt ist, die nicht geradlinig horizontal nach dieser Position verlaufen. Der Grund hierfür besteht in einer leichten Rückprallbewegung der Abtriebswelle 13, die jedoch nicht die Stopposition der Verbindung beeinflußt. Wie zuvor beschrieben, ist die Stellung der Schraubverbindung am Ende des bewerkstelligten Rotationsinkrements mit φI markiert und besitzt eine entsprechende Lage in allen drei Diagrammen 3a-c.

In dem in Fig. 3c gezeigten Diagramm sind sowohl ein Signal, welches das an die Schraubverbindung abgegebene Drehmoment M repräsentiert, als auch ein Signal dargestellt, das die erhaltene Klemmkraft oder -spannung F in der Verbindung repräsentiert. Die Klemmkraft F erhält man von einem Sensor, der unmittelbar an der Schraubverbindung angebracht ist. Diese Anordnung wird nur für Experimentierzwecke verwendet, weil dann, wenn man immer Zugang zu der tatsächlichen Klemmkraft in der Verbindung während des Anziehens hätte, das neue Verfahren zum Erhalten einer genaueren Messung des eingebrachten Drehmomentes bedeutungslos wäre. Entsprechend wird der Sensor für die Klemmkraft nur zum Erfassen einer schematischen Darstellung des Spannungszuwachses während jedes Impulses verwendet, insbesondere, wenn dieser in einem direkten Vergleich mit der Kurve des Drehmomentes über die Zeit dargestellt ist.

Es ist zu beachten, daß die Drehmomentkurve mit einem nach unten gerichteten ansteigenden Drehmoment ausgedruckt ist, während die Spannungskurve mit nach oben gerichteten ansteigenden Größen gezeigt ist (siehe Pfeile auf der linken Seite des Diagramms in Fig. 3c). Aus dem Diagramm in Fig. 3c ist ersichtlich, daß die Stellung φI der Schraubverbindung nicht mit der Stellung zusammenfällt, in welcher der Stützenwert MP des Drehmomentes erfaßt wird. Stattdessen zeigt das Diagramm, daß die Schraubverbindung mit der Rotation über einen weiteren Winkelbetrag fortsetzt, nachdem der Spitzenwert des Drehmoments erfaßt worden ist. Dies bedeutet, daß die Schraubverbindung einer weiter ansteigenden Klemmkraft ausgesetzt ist, und daß das erreichte Klemmkraftniveau einer viel niedrigeren Drehmomentgröße entspricht, als sie durch das Spitzenniveau MP des Drehmoments repräsentiert ist. Die Drehmomentgröße entsprechend der Anhalteposition der Verbindung ist das eingebrachte Drehmoment und wird mit MI bezeichnet.

In Fig. 3c ist auch der Anstieg der Klemmkraft F während eines an die Verbindung abgegebenen Drehmomentimpulses dargestellt. In dem Diagramm nach Fig. 3 ist deutlich gezeigt, daß die Klemmkraft F zu wachsen beginnt, wenn die Verbindung anfängt zu rotieren, und fortgesetzt wächst, bis die Verbindung aufhört sich zu drehen, wie durch den Punkt φI dargestellt.

Die leichte Wellenform der Kurve des Drehmoments über die Zeit, d. h. das Auftreten einer zweiten, niedrigeren Spitze rührt von den dynamischen Kräften und einer Elastizität im Antriebsstrang des Anziehwerkzeuges her.

In Fig. 4a-c, 5a-c und 6a-c sind Kurven gezeigt, die die Rotationsbewegung der Schraubverbindung und das erfaßte Drehmoment sowie die Klemmkraftwerte während drei späterer, während des gleichen Anziehvorganges an die Verbindung abgegebener Drehmomentimpulse wiedergeben. Es ist deutlich gezeigt, daß die Impulse nachfolgend kürzer werden, wenn die Verbindung weiter angezogen wird, und das die zweite Drehmomentspitze dazu neigt, mit der Hauptdrehmomentspitze zu verschmelzen, wenn sich der Anziehvorgang dem abschließenden Vorspannungszustand annähert (siehe Fig. 6c).

Erfindungsgemäß wird das pro Impuls zunehmende eingebrachte Drehmoment MI, das an dem Punkt erfaßt wird, an welchem die Schraubverbindung bei jedem Impuls aufhört sich zu drehen, dazu verwendet, um zu bestimmen, wann die Verbindung auf das vorbestimmte Drehmomentzielniveau angezogen worden ist.

Zudem wird in den in Fig. 3c, 4c, 5c und 6c gezeigten Diagrammen bestätigt, daß die tatsächtliche Klemmkraft F tatsächlich über das Winkelintervall zunimmt, das durch die Dauer jedes Impulses bestimmt ist. Entsprechend kann man sehen, daß die Klemmkraft F von dem Punkt φ&sub0;, an welchem die Rotation beginnt, bis zu dem Punkt φI zunimmt, an welchem die Drehbewegung endet.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Erfassen des in einer Schraubverbindung durch eine Reihe von wiederholten Drehmomentimpulsen eingebrachten Drehmoments mit folgenden Schritten:

die Drehbewegung der Schraubverbindung wird während jedes Impulses kontinuierlich erfaßt, das Aufhören der Drehbewegung der Schraubverbindung bei jedem Impuls wird angezeigt und

im Augenblick des Aufhörens der Drehbewegung wird der Wert des tatsächlich auf die Schraubverbindung aufgebrachten Drehmomentes aufgenommen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zum Anziehen einer Schraubverbindung auf ein vorbestimmtes Ziel-Drehmomentniveau verwendet wird, wobei der tatsächliche Wert des auf die Schraubverbindung aufgebrachten Drehmoments, wie er beim Aufhören der Rotation der Schraubverbindung bei jedem Impuls aufgenommen wird, mit dem Ziel-Drehmomentniveau verglichen wird und der Anzugsvorgang unterbrochen wird, wenn der tatsächliche Wert des auf die Schraubverbindung aufgebrachten Drehmoments das Ziel-Drehmomentniveau erreicht.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das beim ersten Impuls einer Reihe von abgegebenen Impulsen bewirkte Drehinkrement von einem Punkt aus gemessen wird, der dadurch bestimmt wird, daß das abgegebene Drehmoment einen vorbestimmten Schwellenwert zu Beginn des Impulses erreicht.

4. Drehmomentimpulse abgebendes Motorwerkzeug zum Anziehen einer Schraubverbindung auf ein vorbestimmtes Ziel-Drehmomentniveau mit einem Rotationsmotor, einer Abtriebswelle (13), einem Drehimpulserzeuger (12), der den Motor mit der Abtriebswelle (13) verbindet, einem Drehmoment-Meßwerterfasser (23) zum Erzeugen von Signalen in Abhängigkeit von dem tatsächlichen Wert des über die Abtriebswelle (13) abgegebenen Drehmoments und einer Steuereinheit (33), die Mittel zum Einstellen des Ziel-Drehmomentniveaus und Vergleichsmittel zum Vergleichen des auf die Schraubverbindung abgegebenen tatsächlichen Drehmoments mit dem Ziel-Drehmomentniveau aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorrichtung (24) zum Erfassen einer Drehbewegung der Abtriebswelle (13) zugeordnet und mit der Steuereinheit (33) verbunden ist, wobei die Steuereinheit (33) Mittel zum Erfassen des abgegebenen Drehmomentniveaus in dem Augenblick aufweist, in welchem die die Bewegung erfassende Vorrichtung (24) bei jedem abgegebenen Impuls anzeigt, daß die Schraubverbindung aufgehört hat, sich zu drehen, und die Steuereinheit (33) derart beschaffen ist, daß sie ein Abschaltsignal für den Motorantrieb abgibt, wenn der Wert des tatsächlich auf die Schraubverbindung beim Aufhören der Rotation bei jedem Impuls abgegebene tatsächliche Drehmoment das Zieldrehmomentniveau erreicht hat.







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