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Dokumentenidentifikation DE69232628T2 30.01.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0612211
Titel VERÄNDERUNG DER GESCHINDIGKEIT UND DER ART DES HAARWUCHSES
Anmelder The Gillette Co., Boston, Mass., US
Erfinder HANDELMAN, H., Joseph, New York, US;
AHLUWALIA, S., Gurpreet, Gaithersburg, US
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69232628
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 04.11.1992
EP-Aktenzeichen 929242444
WO-Anmeldetag 04.11.1992
PCT-Aktenzeichen PCT/US92/09438
WO-Veröffentlichungsnummer 0009308687
WO-Veröffentlichungsdatum 13.05.1993
EP-Offenlegungsdatum 31.08.1994
EP date of grant 05.06.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.01.2003
IPC-Hauptklasse A01N 37/10
IPC-Nebenklasse A01N 37/12   A61K 31/19   A61K 31/195   A61K 7/06   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein kosmetisches Verfahren zur Veränderung der Geschwindigkeit und des Charakters des Haarwuchses von Mammalia, speziell androgen-stimulierter Haarwuchs, durch topische Aufbringung einer Zusammensetzung auf die Haut, wobei die Zusammensetzung einen Hemmstoff ((Inhibitor)) des Enzyms L-Asparagin-Synthetase enthält.

Es ist bereits vorgeschlagen worden, dass die Haarwuchsgeschwindigkeit sowie der Charakter des Haars durch topische Aufbringung von Hemmstoffen bestimmter Enzyme modifiziert werden können, wie beispielsweise Hemmstoffe der 5-α-Reduktase oder Ornithin-Decarboxylase, oder solche Antiandrogene, wie beispielsweise Androgen-Rezeptor-bindende Mittel, wie sie in der US-P-4 720 489 und 4 885 289 beschrieben wurden. Darüber hinaus ist theoretisch erwogen worden, dass bestimmte andere Enzyme, einschließlich gamma-Glutamyltranspeptidase, in verschiedenen Stufender Haarfollikelbildung oder des Haarwuchses beteiligt sind, wobei jedoch die Beziehung zwischen den verschiedenen Enzymen und den Reaktionen, die sie kontrollieren, sowie deren Einfluss auf einander und auf den Haarwuchs, nicht vollständig verstanden wird, was aus Richards et al., Cancer Research, Bd. 42, 4143-4152 (1982) und DeYoung et al., Cancer Research, Bd. 38, 3697-3701 (1978) sowie Chase, Physiol. Zool. Bd. 24, 1-8 (1951) hervorgeht.

David A. Conney et al., Int. J. Biochem., Bd. 11, 519-539 (1980) offenbaren eine Reihe von organischen Verbindungen, die in der Lage sind, L-Asparaginase-Synthetase zu hemmen. Die WO 86/02269 offenbart topische Zusammensetzungen zur Veränderung des Haarwuchses, die Progesteron aufweisen, das L-Asparagin-Synthetase (siehe David A. Conney et al. wie vorstehend, Tabelle 11) hemmen. Die US-A-4 283 386 offenbart topische Zusammensetzungen für die Behandlung von Hauterkrankungen und für kosmetische Zwecke (Haarpflege), die Cysteinsulfinsäuren aufweisen. Die US-A-4 439 432 offenbart topische Zusammensetzungen, die Progesteron aufweisen, das zur Behandlung von anormalem Haarwuchs verwendet werden kann. Die US-A-4 248 861 offenbart topische Zusammensetzungen zum Verhindern nachteiliger Einflüsse der Sonnenstrahlung, die Calciumpantothenat aufweisen, bei dem es sich um einen starken Hemmstoff der L-Asparagin-Synthetase handelt (siehe David A. Conney et al., wie vorstehend, Tabelle 9).

In der vorliegenden Erfindung ist entdeckt worden, dass die Geschwindigkeit und der Charakter des Haarwuchses von Mammalia (einschließlich Mensch), insbesondere androgen-stimulierter Haarwuchs, durch topische Aufbringung einer Zusammensetzung auf die Haut modifiziert werden kann, die einen organischen Hemmstoff des Enzyms L-Asparagin-Synthetase enthält.

Anorganische Hemmstoffe, wie beispielsweise Zinkchlorid sind unerwünscht, da sie zu Reizungen neigen.

Nach der vorliegenden Erfindung wird ein kosmetisches Verfahren zur Verringerung der Geschwindigkeit und zur Veränderung des Charakters des Haarwuchses von Mammalia gewährt, das die Aufbringung einer Zusammensetzung auf die Haut eines Vertreters der Mammalia umfasst, welche Zusammensetzung einen nicht toxischen, dermatologisch zulässigen Träger aufweist sowie eine ausreichende Menge eines organischen Hemmstoffes von L- Asparagin-Synthetase, ausgenommen jedoch Progesteron.

Unter den bekannten organischen Hemmstoffen des Enzyms L-Asparagin-Synthetase, die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können sind: Guanidinsuccinsäure; Oxalessigsäure; L-Cysteinsulfinsäure; Diethylaminomalonat; Dipeptide, die L-Asparaginsäure (L-Aspartylglycin, L-Aspartyl-L-leucin, L-Aspartyl-L-phenylalanin, L-Aspartyl-L-prolin, L-α-Aspartyl-L-serin und L-α- Aspartyl-L-valin)enthalten; N-o-Nitrophenylsulfenyl-L-asparaginsäure; N-o-Nitrophenylsulfenyl-L-glutamin; S-Adenosyl-L-methionin; L-Homoserin-β-adenylat; Palmitinsäure; Laurinsäure; sowie Ethacrinsäure. Von diesen sind Guanidinsuccinsäure, Ethacrinsäure, Oxalessigsäure, L-Cysteinsulfinsäure und Diethylaminomalonat bevorzugt.

Die Zusammensetzung enthält zusätzlich zu dem Hemmstoff einen nicht toxischen, dermatologisch zulässiges Vehikel oder Träger, die ausgebildet sind, sich auf der Haut auszubreiten. Die Konzentration des Hemmstoffes in der Zusammensetzung kann entweder in Form einer Lösung oder einer Dispersion über einen breiten Bereich variieren und von 0,1% bis 30 Gew.-% Hemmstoff enthalten, vorzugsweise 2 bis 15%, und die Zusammensetzung kann mit einer Applikationsmenge von 10 bis 25 mg/cm² Haut aufgebracht werden, d. h. die Dosierung des Hemmstoffes selbst beträgt 10 bis 7.500 ug pro cm² Haut. Permeationsverstärker können ebenfalls in der Zusammensetzung vorliegen, einschließend Alkohol, Aceton, Propylenglykol, Polyethylenglykol, Dimethysulfoxid, 2-Pyrrolidon, N-Methyl-2-pyrrolidon, Tenside, Azon und dergleichen und vorzugsweise in einer wirksamen Menge, um mindestens eine 10%ige Hemmung des Haarwuchses zu bewirken, wenn die Zusammensetzung auf die Haut an dem Haar angrenzend aufgetragen wird. Die Maximalmenge der Zusammensetzung, die wirksam aufgetragen wird, ist durch die Geschwindigkeit begrenzt, mit der der Hemmstoff in die Haut eindringt.

Die folgenden speziellen Beispiele sollen das Wesen der vorliegenden Erfindung deutlicher veranschaulichen, ohne als Beschränkung ihres Geltungsbereiches zu wirken.

Beispiel 1

Ein Vehikel oder ein Träger werden mit der folgenden Zusammensetzung zubereitet:

Komponente Konzentration in Gew.-%

Wasser 68%

Ethanol 16%

Propylenglykol 5%

Dipropylenglykol 5%

Benzylalkohol 4%

Propylencarbonat 2%

Zu separaten Portionen des Vehikels wurden 4 verschiedene Hemmstoffe von L-Asparagin-Synthetase in den in Tabelle 1 angegebenen Mengen zugegeben und der pH-Wert mit Natriumhydroxid so eingestellt, dass eine vollständige Auflösung erreicht wird.

Es wurden 4 Gruppen (8 Tiere in jeder Gruppe) von männlichen gesunden Goldhamstern bereitgestellt. Diese Tiere gelten als anerkannte Modelle für den Barthaarwuchs des Menschen insofern, dass sie auf jeder Seite über oval geformte Flanken mit einem Hauptdurchmesser von etwa 8 mm verfügen auf denen dickes, schwarzes und grobes Haar wächst, das dem Barthaar des Menschen ähnlich ist. Diese Organe erzeugen in dem Hamster Haar in Reaktion auf Androgene. Die Flanken jedes Hamsters wurden depiliert, indem ein chemisches Depiliermittel auf Basis von Thioglykolat (Surgex) und auf das eine Organ jedes Tieres 10 ul Vehikel allein einmal täglich aufgetragen wurden, während das andere Organ jedes Tieres eine gleiche Menge des Vehikels aufgetragen erhielt, das Hemmstoff enthielt. Nach drei Wochen solcher Behandlungen (fünf Tage jede Woche) wurden die Flanken rasiert und die gewonnene Haarmenge (Haarmasse) von jedem gewogen. Der Umfang der Haarwuchsverringerung durch den Hemmstoff wurde als prozentuale Abnahme der Haarmasse auf dem mit dem Hemmstoff behandelten Organ im Vergleich zu dem Organ ausgedrückt, das mit dem Vehikel allein behandelt worden war. Als Kontrolle wurde bei einer der Gruppen von 8 Tieren beide Flanken jedes Tiers mit Vehikel allein behandelt. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 1 gezeigt.

Tabelle 1 Haarwuchshemmund durch Hemmstoffe von L-Aspargin-Synthetase

Beispiel 2

Es wurden Zusammensetzungen hergestellt, die 5%, 10% bzw. 20% Guanidinsuccinsäure in dem Vehikel entsprechend der vorstehenden Beschreibung in Beispiel 1 enthielten und wie in diesem Beispiel aufgetragen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.

Tabelle 2 Haarwuchshemmung durch Guanidinsuccinsäure

Es wurde festgestellt, dass ähnliche topische Behandlungen mit einer 10%igen und 20%igen Lösung von Guanidinsuccinsäure (zwei Behandlungen über eine Dauer von 24 Stunden unter Verwendung von Gruppen von 10 Tieren) zu einer entsprechenden Verringerung der L-Asparagin-Synthetaseaktivität in den Haarfollikeln des Hamsters von 76% und 85% führten.

Beispiel 3

Es wurden Zusammensetzungen hergestellt, die 10% bzw. 20% Ethacrinsäure in dem Vehikel entsprechend der vorstehenden Beschreibung in Beispiel 1 enthielten und wurden auf Hamsterflanken unter den gleichen Bedingungen aufgetragen, wie in Beispiel 1 beschrieben wurde mit der Ausnahme, dass in jeder Gruppe anstelle von 8 Tieren 7 Tiere waren. Die Ergebnisse sind nachfolgend in Tabelle 3 gezeigt.

Tabelle 3 Haarwuchshemmung durch Ethacrinsäure

Ähnliche Ergebnisse können unter Verwendung anderer organischer Hemmstoffe von L-Asparagin-Synthetase erhalten werden.


Anspruch[de]

1. Kosmetisches Verfahren zur Verringerung der Geschwindigkeit und zur Veränderung des Charakters des Haarwuchses von Mammalia, umfassend das Aufbringen einer Zusammensetzung auf die Haut der Mammalia, welche Zusammensetzung einen nichttoxischen, dermatologisch zulässigen Träger aufweist und eine ausreichende Menge eines organischen Hemmstoffes von L- Asparagin-Synthetase, ausgenommen jedoch Progesteron.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Menge des organischen Hemmstoffes 0,1% bis 30 Gew.-% bezogen auf das Gewicht der Zusammensetzung beträgt und wobei der Hemmstoff ausgewählt wird aus Guanidinsuccinsäure, Oxalessigsäure, Cysteinsulfinsäure, Diethylaminomalonat oder Ethacrinsäure.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Zusammensetzung für die Aufbringung von 10 bis 7.500 ug Hemmstoff pro Quadratzentimeter Haut bemessen ist.







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