PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10139133A1 20.02.2003
Titel Verfahren zum Verkleben zweier Bleche
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Thaleier, Wolfgang, 82223 Eichenau, DE
DE-Anmeldedatum 09.08.2001
DE-Aktenzeichen 10139133
Offenlegungstag 20.02.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.02.2003
IPC-Hauptklasse B32B 7/12
IPC-Nebenklasse B32B 31/20   C09J 5/00   B32B 15/01   B62D 27/02   
Zusammenfassung Um Einfallstellungen oder Verwerfern beim Verkleben zweier Bleche auf dem Außenblech zu vermeiden, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, als Klebstoff einen hochfesten, kalt aushärtenden Zweikomponenten-Klebstoff zu verwenden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der im Oberbegriff des ersten Anspruchs angegebenen Art.

Es ist allgemein im Karosseriebau von Kraftfahrzeugen bekannt, ein Außenblech mit einem Innenblech oder ein Außenblech mit einem Verstärkungsblech zu verkleben, damit eine ausreichende Bausteifigkeit erzielt wird und Schwingungen und Flattern des Außenbleches vermieden werden. Üblicherweise verwendet man einen warm aushärtenden Klebstoff.

Warm aushärtende Klebstoffe mit einem hohen Schubmodul konnten sich nicht durchsetzen, da dies zu Verwerfungen oder Eindellungen auf dem Außenblech führte. Der Grund hierfür liegt darin, dass beim Abkühlen nach einem Ofenprozess zum Aushärten des Klebstoffes das Außenblech schneller abkühlte als das Innenblech. Damit entstanden Spannungen im Außenblechbereich zwischen den einzelnen Klebstoffstellen.

Um dies zu verhindern, ist man dazu übergegangen, warm aushärtende Klebstoffe zu verwenden, die weich elastisch sind, d. h. deren Schubmodul mit seinem Maximalwert auf einem sehr niedrigen Niveau, beispielsweise bei 6 Mpa, liegt. Damit konnten der Aufbau von Spannungen beim Abkühlen im Außenblech verhindert werden. Allerdings ist aufgrund der hohen Elastizität der Klebstoffe eine Erhöhung der Bauteilsteifigkeit nicht möglich. Weiterhin ist durch den herstellungsbedingten großen und schwer reproduzierbaren Klebspalt die Verbindung weich und der Klebstoffverbrauch hoch.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.

Die Lösung basiert auf der Erkenntnis, dass durch die Verwendung von hochfesten Klebstoffen, deren Schubmodul deutlich über 6 Mpa liegt und bevorzugt > 250 Mpa, besonders bevorzugt > 300 Mpa, ist, und die kalt aushärtend sind, der Warmaushärtungsprozess gespart werden kann und damit auch die aufgrund der unterschiedlichen Abkühlbedingungen auftretenden Verwerfungen oder Eindellungen vermieden werden. Damit werden auch sehr steife Bauteile erreicht, ohne dass deren Oberflächenqualität beeinflusst wird.

Bisher hat man im Automobilbau vermieden, kalt aushärtende Klebstoffe zu verwenden, da im Produktionsprozess der Karosserie entweder schon im Rohbau oder spätestens in der Lackhärtung ein Ofenprozess vorgesehen war, der dann auch zum Aushärten des Klebstoffs herangezogen werden konnte.

Die Weiterbildung nach Anspruch 2 hat den Vorteil, dass das maßungenauere Blech unter Spannung, also maßgenau gedrückt, auf das maßgenauere Blech während der Kaltaushärtung des Klebstoffes aufgedrückt wird. Damit entsteht ein formgenaues Bauteil, auch wenn einer der beteiligten Komponenten nicht so formgenau hergestellt wurde.

Letzteres hat im Automobilbau den Vorteil, dass die meist komplizierteren Innenbleche oder Verstärkungsbleche, die nur mit einem überproportional hohen Aufwand maßgenau gepresst werden können, nunmehr mit einer leichten Ungenauigkeit hergestellt werden können, da sie auf das in der Regel einfacher maßgenau herzustellende Außenblech aufgedrückt werden können. Der Druck, der während des Kaltaushärtens aufgebracht wird, wird so gewählt, dass sich das Innenblech so verformt, dass es konturgenau mit dem Außenblech verbunden werden kann. Hierzu wird beispielsweise das Außenblech zuerst in eine maßgenaue Form gelegt und dann das Innenblech, nachdem der Klebstoff aufgebracht wurde, durch Spanneinrichtungen verspannt auf das Außenblech aufgelegt wird und solange gehalten wird, bis die Kaltaushärtung des Klebstoffes erfolgt ist. Damit lassen sich auch eine Minimierung des Klebstoffspaltes erzielen, was einen geringeren Klebstoffverbrauch und damit Kosteneinsparungen bewirkt.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, dass die im Rohbau eingesetzten Öfen zur Aushärtung entfallen können und keine Zusatzmaßnahmen ergriffen werden müssen, um geklebte Bauteile im Lacktrocknungsofen zu fixieren.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Verkleben zweier Bleche, insbesondere eines Außenbleches mit einem Innenblech/Verstärkungsblech für ein Kraftfahrzeug, mit Hilfe eines Klebstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass ein hochfester, kalt aushärtender Zweikomponenten-Klebstoff verwendet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Verkleben das maßungenauere Blech unter Aufbringung und Halten eines definierten Anpressdruckes auf das maßgenauere Blech gedrückt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com