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Dokumentenidentifikation DE10112400C2 27.02.2003
Titel Verfahren zum Polstern von Sitzkomponenten
Anmelder Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., 80636 München, DE
Erfinder Czabanski, Joachim, Dipl.-Ing., 70569 Stuttgart, DE;
Langhoff, Wolfgang, Dipl.-Ing., 71229 Leonberg, DE
Vertreter Rösler, U., Dipl.-Phys.Univ., Pat.-Anw., 81241 München
DE-Anmeldedatum 13.03.2001
DE-Aktenzeichen 10112400
Offenlegungstag 02.10.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.02.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.02.2003
IPC-Hauptklasse B68G 7/02
IPC-Nebenklasse B68G 7/05   
Zusammenfassung Beschrieben wird eine Vorrichtung zum Polstern eines Gegenstandes, insbesondere einer Sitzkomponente, der wenigstens einen elastischen Polsterkern aufweist, der von einem Polsterüberzug überspannt ist, mit wenigstens einem Verbindungselement, das mit dem Polsterüberzug mit seiner dem Polsterkern zugewandten Seite in einer Zugkräfte übertragenden Wirkverbindung steht und wenigstens einem Niederhalter, der beabstandet vom Polsterüberzug innerhalb oder außerhalb des Polsterkerns vorgesehen ist und in dem das Verbindungselement wenigstens teilweise einführbar und arretierbar ist.
Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das wenigstens eine Verbindungselement stegartig ausgebildet ist und längs seiner Erstreckung eine rasterartige Struktur aufweist, dass der wenigstens eine Niederhalter eine Einführöffnung aufweist, durch die das Verbindungselement beliebig ablängbar hindurchführbar ist, und dass innerhalb der Einführöffnung ein Gegenschlagelement vorgesehen ist, das nach Einführen des Verbindungselementes in den Niederhalter mit der rasterartigen Struktur in Wirkverbindung tritt, so dass das Verbindungselement innerhalb des Niederhalters selbsttätig in Gegenzugrichtung selbsthemmend arretierbar ist.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung sowie auf ein Verfahren zum Polstern eines Gegenstandes, insbesondere einer Sitzkomponente, der wenigstens einen elastischen Polsterkern aufweist, der von einem Polsterüberzug überspannt ist, mit wenigstens einem Verbindungselement, das mit dem Polsterüberzug mit seiner dem Polsterkern zugewandten Seite in einer Zugkräfte übertragenden Wirkverbindung steht und mit wenigstens einem Niederhalter, der beabstandet vom Polsterüberzug innerhalb oder außerhalb des Polsterkerns vorgesehen ist und in dem das Verbindungselement wenigstens teilweise einführbar und arretierbar ist.

Stand der Technik

Vorrichtungen in der vorstehend genannten Gattung dienen bei Polsterarbeiten zum Herstellen formschlüssigen Verbindungen zwischen dem Polsterbezugsstoff, der üblicherweise aus Stoff oder Leder besteht, und dem Polsterkern, der vorzugsweise als Schaumstoff-Polstermaterial die gewünschte, sitzgerechte Form bestimmt.

Polsterarbeiten im industriellen Maßstab bspw. in der Automobilbranche werden üblicherweise derart ausgeführt, indem einerseits an der Innenseite des Polsterbezugsstoffes Drahtschlingen vorgesehen und andererseits in dem zu bepolsternden Schaumformteil Drahtbögen integriert werden, die das Formteil geringfügig freistehend überragen. Nun werden Drahtschlingen und Drahtbögen manuell in Deckung gebracht und mit Hilfe sog. Hook-Ringen fest verbunden. Dies erfolgt unter Verwendung sog. Hand-Schussgeräte durch die die Hook-Ringe - branchenüblich auch als "Schweineklammern" bekannt - an die in Deckung gebrachten Drahtschlingen sowie Drahtbögen regelrecht geschossen werden. Die hierzu erforderlichen Hand-Schussgeräte weisen jedoch ein beträchtliches Eigengewicht auf und führen beim Werkpersonal zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Handgelenkbereich sowie im gesamten Halte- und Bewegungsapparat des Werkpersonals. Zudem ist mit der Verwendung derartiger Hand-Schussgeräte ein hohes Verletzungsrisiko verbunden, zumal es häufig zu Verletzungen im Handbereich kommt, da aufgrund der zumeist sehr beengten Platzverhältnisse der Handbereich unbeabsichtigt vom Hand-Schussgerät getroffen werden kann.

Alternativ zum vorstehend beschriebenen Einsatz von Hand-Schussgeräten sind auch Verbindungssysteme mit Kunststoffklippleisten bekannt. In diesem Zusammenhang wird auf die Deutsche Gebrauchsmusterschrift DE 93 16 093 U1 hingewiesen, in der eine Verankerungsleiste für einen Einzugsstab zur Profilformung von an ihrer Außenseite durch einen Bezugsstoff abgedeckten Polstermaterial aus Schaumstoff bei Polstermöbeln und dergleichen beschrieben wird, wobei der Einzugsstab entlang einem Längsrand eine mit dem Bezugsstoff verbindbare Annähfahne trägt und mit der Verankerungsleist in eine Klippverbindung gebracht werden kann, die ihrerseits fest mit dem Polstermaterial über einen flexiblen Basissteg verbunden ist. Zwar erfordert diese Polstertechnik keine zusätzlichen Hand-Schussgeräte mit den vorstehend aufgezeigten Nachteilen, doch ist es wie im vorstehend beschriebenen Fall auch mit diesem bekannten System nicht möglich nachträgliche individuelle Anpassungen bzw. Trimmungen zwischen dem Polsterbezug und dem Sitzschaum vorzunehmen. Mit allen bisher bekannten Polstertechniken bedarf es bei derartigen Nacharbeit-Maßnahmen einer vollständigen Abpolsterung, um schadhafte Polsterstellen, die sich bspw. durch Faltenbildung auszeichnen, nachzubessern. Im Anschluss daran muss der nachgebesserte Polstergegenstand neu gepolstert bzw. bezogen werden.

Auch bei derzeit sehr häufig angewendeten Hinterschäumverfahren, bei denen die Bezugsstoffe direkt in ein Schäumwerkzeug eingelegt und mit dem Polsterschaum hinterspritzt werden, ist eine nachträgliche Trimmung nicht möglich.

Darstellung der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zum Polstern eines Gegenstandes, vorzugsweise einer Sitzkomponente, der wenigstens einen elastischen Polsterkern aufweist, der wiederum von einem Polsterüberzug überspannt ist, derart weiterzubilden, dass auch nach vollendeter Polsterung die Möglichkeit besteht, den Polsterüberzug nachträglich nachzuspannen, um Faltenbildungen innerhalb des Polsterüberzuges entgegenzutreten. Die Nachpolsterung sollte auf möglichst einfache Weise möglich sein, ohne dabei den bepolsterten Gegenstand teilweise oder vollständig abzupolstern. Ferner soll das Verletzungsrisiko des Werkpersonals, das die Polsterung durchführt erheblich reduziert werden.

Die Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist Gegenstand des Anspruches 18. Den Erfindungsgedanken vorteilhaft weiterbildende Merkmale sind überdies in den Unteransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Ausführungsbeispiele zu entnehmen.

Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung zum Polstern eines Gegenstandes, insbesondere einer Sitzkomponente, der wenigstens einen elastischen Polsterkern aufweist, der von einem Polsterüberzug überspannt ist, mit wenigstens einem Verbindungselement, das mit dem Polsterüberzug mit seiner dem Polsterkern zugewandten Seite in einer Zugkraft übertragenden Wirkverbindung steht und mit wenigstens einem Niederhalter, der beabstandet vom Polsterüberzug innerhalb oder außerhalb des Polsterkerns vorgesehen ist und in dem das Verbindungselement wenigstens teilweise einführbar und arretierbar ist, derart weitergebildet, dass das wenigstens eine Verbindungselement stegartig ausgebildet ist und längs seiner Erstreckung eine rasterartige Struktur aufweist. Ferner weist der wenigstens eine Niederhalter eine Einführöffnung auf, durch die das Verbindungselement beliebig ablängbar hindurchführbar ist. Schließlich ist innerhalb der Einführöffnung des Niederhalters ein Gegenschlagelement vorgesehen, das nach Einführen des Verbindungselementes in den Niederhalter mit der rasterartigen Struktur in Wirkverbindung tritt, so dass das Verbindungselement innerhalb des Niederhalters selbsttätig in Gegenzugrichtung selbsthemmend arretierbar ist.

Der Erfindung liegt die Idee des Verbindungsprinzip zugrunde, auf dem bspw. an sich bekannte "Kabelbinder" beruhen. So weisen an sich bekannte Kabelbinder an ihrem einen Ende einen Rastkopf auf, in das das andere Ende des Kabelbinders eingeführt wird und das sich aufgrund der längs des Kabelbinders vorhandenen Rasterung entgegen der Einsteckrichtung innerhalb des Rastkopfes selbsthemmend arretiert. Modifiziert man nun an sich bekannte Kabelbinder, die üblicherweise aus einem biegsamen Kunststoffmaterial gefertigt sind derart, dass an Stelle des an ihrem einen Ende vorgesehenen Rastkopfes eine feste Verbindung zur Innenseite eines Polsterüberzuges hergestellt wird, auf die im Weiteren näher einzugehen ist, und verfügt man einen als eine Art Rastkopf ausgebildeten Niederhalter innerhalb oder unterhalb des Schaumkörpers des zu polsternden Gegenstandes, so beschränkt sich der Vorgang der Bepolsterung letztlich darin, die jeweiligen Verbindungselemente in die als Rastköpfe ausgebildeten Niederhalter einzuführen und gegen diese entsprechend zu arretieren. Hierzu ist es notwendig, die mit dem Polsterüberzug verbundenen Verbindungselemente mit ihren losen Enden manuell durch den entsprechenden Schaumkörper zu schieben und in die innerhalb oder unterhalb des Schaumkörpers vorgesehenen Niederhalter einzufädeln. Innerhalb der Niederhalter rasten die Verbindungselemente in Gegenzugrichtung ein und können mit einfachen Handgeräten oder auch automatisiert mit geeigneten Drehmoment gesteuerten Abzugswalzen getrimmt bzw. nachgetrimmt werden.

Durch Vorsehen einer Vielzahl von mit dem Polsterbezug verbundenen Verbindungselementen, die flächig, vorzugsweise entlang von Nähten an der Unterseite des Polsterbezuges angebracht sind, kann der Polsterbezug flächig individuell an den Schaumformkörper angezogen werden. Bei einer Vielzahl von linear- oder matrix- bzw. arrayförmig angeordneten Verbindungselementen ist es vorteilhaft die einzelnen Niederhalter in gleichförmiger Anordnung einstückig miteinander zu verbinden, bspw. mit geeigneten Verbindungsstreben, wobei die Vielzahl der Niederhalter im Wege eines Kunststoffspritzverfahrens als einstückiges Einlegeteil hergestellt und in die entsprechende Sitzkomponente in geeigneter Weise integriert werden kann.

Weitere bauliche Einzelheiten können den nachstehenden, unter Bezugnahme auf die Figuren beschriebenen Ausführungsbeispielen entnommen werden. Mit Hilfe der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Polsterung von Gegenständen sind eine Reihe von Vorteilen verbunden: Durch die Verwendung des "Kabelbinder-Prinzips" in der Polstertechnik werden lös- und insbesondere trimmbare Verbindungen zwischen dem Polsterbezug und dem Polsterkern geschaffen. Jegliche Gefahr von Verletzungen, die bei der Polsterung durch den Gebrauch von Hand-Schussgeräten, wie sie bei an sich bekannten Verfahren eingesetzt werden, sind eliminiert. Durch den Wegfall des Hand-Schussgerätes und durch die konstruktive Auslegung der erfindungsgemäßen Verbindungstechnologie ist der Arbeitsprozess des Polsterns für das Werkpersonal ergonomisch erheblich günstiger und überdies schneller durchzuführen.

Durch die flächige Anordnung einer Vielzahl von Verbindungselementen ist die Möglichkeit einer kundenspezifischen Trimmung unterschiedlicher Polsterformen gegeben. Eine Nachtrimmung aufgrund bspw. eines eventuellen zeitlichen Relaxierens des Polsterbezugsstoffes durch langandauernde Belastung ist ebenso auf diese Weise sichergestellt.

Eventuelles Nacharbeiten am fertig gepolsterten Gegenstand, beispielsweise eines Autositzes, erfordern kein vollständiges Abpolstern des Polsterbezuges mit der damit einhergehenden Zerstörung der Halte- und Verbindungselemente, sondern derartige Nacharbeiten können aufgrund der Lösbarkeit der Verbindung mit deutlich reduziertem zeitlichen Aufwand durchgeführt werden.

Durch die einstückige Ausbildung der über Verbindungsstreben zusammenhängenden Niederhaltern können überdies sehr hohe Ausreißkräfte zwischen Polsterbezug und Schaumkern hergestellt werden.

Weitere, die erfindungsgemäße Polstervorrichtung sowie die hierbei durchzuführende neuartige Polstermethode sei nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren beschrieben.

Kurze Beschreibung der Erfindung

Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 Übersicht der mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu verbindenden Sitzkomponenten,

Fig. 2a, b, c Ausgestaltungsformen für Verbindungselemente

Fig. 3a, b Darstellung von Varianten für Verbindungselemente sowie Niederhalter,

Fig. 4 matrixartig angeordnete Niederhalteranordnung

Fig. 5a, b Verbindungselement sowie

Fig. 6a, b Verbindungselement.

Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit

In Fig. 1 sind die im Wege der Polsterung miteinander zu verbindenden Komponenten eines Sitzes, vorzugsweise eines Autositzes dargestellt. So gilt es, den vorwiegend aus Leder oder Stoff gefertigten Polstersitzüberzug 1 mit einem als Schaumstoff ausgeführten Polsterkern 2 zu verbinden, wobei zusätzlich eine aus elastischem Material gefertigte Sitzschale 3 vorgesehen ist, über die der Polsterüberzug 1 zu ziehen ist. Aufgabe ist es, eine feste definierte Verbindung zwischen dem Polsterüberzug 1 und der Sitzschale 3 herzustellen, wobei der Polsterkern 2 zwischen dem Polsterüberzug 1 und der Sitzschale 3 vorzusehen ist.

Quer zur Sitzfläche des Polsterüberzuges 1 sind im Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 1 Steppnähte 4 vorgesehen, längs der auf der Unterseite des Polsterüberzuges 1, also der dem Polsterkern zugewandten Seite vorzugsweise aus Kunststoff gefertigte Verbindungsleisten 5 fest mit dem Polsterüberzug 1 vernäht sind. Einstückig mit der Verbindungsleiste 5 verbunden sind im gezeigten Ausführungsbeispiel zwei stegartig ausgebildete Verbindungselemente 6 vorgesehen, deren Länge größer bemessen ist als der in Fig. 1 dargestellte Montageabstand zwischen dem Polsterüberzug 1 und der elastischen Sitzschale 3. Entsprechend der Anordnung der Verbindungsstege 6 sind Niederhalter 7 innerhalb der elastischen Sitzschale 3 eingebracht, die im gezeigten Ausführungsbeispiel an der Unterseite der aus einem elastischen Schaum gefertigten Sitzschale 3 eingeschäumt sind.

Zum Durchfädeln der Verbindungselemente 6 durch den Polsterkern 2 sowie der elastischen Sitzschale 3 sind entsprechende Durchgangskanäle in den einzelnen Sitzkomponenten vorgesehen, so dass die Verbindungselemente 6 manuell durch die Niederhalter 7 hindurchgefädelt werden können. Um eine vorbestimmte definierte Zugkraft zwischen dem Niederhalter 7 und der Polsterüberzugoberfläche 1 zu gewährleisten, sind Drehmoment gesteuerte Abzugswalzen 8 vorgesehen, die jeweils ein Verbindungselement 6 durch den entsprechenden Niederhalter 7 hindurchzieht. Die Verbindungswalzen 6 können nacheinanderfolgend an die einzelnen Verbindungselemente angesetzt werden, wie es auch aus Fig. 1 zu entnehmen ist.

Gleichsam des eingangs erläuterten Wirkmechanismuses eines Kabelbinders, bleibt das innerhalb eines Niederhalters 7 eingeführte Verbindungselement in Gegenzugrichtung, also in Richtung des Polsterüberzuges 1 selbsthemmend arretiert.

In Fig. 2a ist eine mögliche Verbindung zwischen einer Vielzahl von Verbindungselementen 6 mit der Unterseite des Polsterüberzuges 1 dargestellt. Die einzelnen Verbindungselemente 6 sind einseitig mit einem Kunststoffgewebe 61 verbunden, bspw. durch Kleb- oder Schweißverbindung. Das Kunststoffgewebe 61 ist seinerseits ganzflächig mit der Unterseite des Polsterüberzuges 1 verbunden bspw. vernäht. Auch diese Verbindung kann mit Hilfe bekannter Klebetechniken erfolgen.

Mit der in Fig. 2a dargestellten flächig verteilten Anordnung von Verbindungselementen 6 ist es möglich, den Polsterüberzug 1 flächig gegen entsprechend angeordnete Niederhalter vorzuspannen.

In Fig. 2b ist eine weitere Möglichkeit der Ausbildung von linear zusammenhängenden Verbindungselementen 6 dargestellt, die jeweils über eine rund ausgebildete Kunststoffleiste 62 miteinander verbunden sind. Alternativ dazu zeigt Fig. 2c eine flach ausgebildete Kunststoffleiste 63, die gleichsam der rund ausgebildeten Kunststoffleist mittels Klebetechnik oder geeigneten Nahtverbindungen an die Unterseite des Polsterüberzuges gefügt werden kann.

In Fig. 3a ist eine Variante eines Verbindungselementes 6 dargestellt, das längs seiner Erstreckung sphärisch ausgebildete, sich in periodischer Abfolge wiederholende Struktur- oder Rastelemente 9 vorsieht. Das mit der rasterartigen Struktur versehene Verbindungselement 6 wird von oben in die Einführöffnung 10 eines Niederhalters 7 (siehe rechte Darstellung in Fig. 2a) eingeführt. Die obere Darstellung zeigt den Niederhalter 7 in der Seitenansicht, die darunter befindliche Darstellung in der Draufsicht, also in Richtung der Einführöffnung 10. Der sich konisch verjüngende Niederhalter 7 weist einen kleinsten Durchgangsquerschnitt 11 auf, der kleiner bemessen ist als der Durchmesser der sphärisch ausgeformten Strukturelemente 9. Damit das mit Strukturelementen 9 versehene Verbindungselement 6 zugkraftbeaufschlagt durch den Niederhalter 7 hindurchgezogen werden kann, ist der Bereich des Niederhalters 7 in seinem kleinsten Durchmesser elastisch ausgebildet.

Eine alternative Ausführungsform sowohl das Verbindungselement 6 als auch den Niederhalter 8 betreffend ist in Fig. 3b dargestellt. Hierbei weist das Verbindungselement 6 rippenartig ausgebildete Strukturelemente 9 auf, die mit einem innerhalb der Einführöffnung 10 eines entsprechend ausgeformten Niederhalters 7 (siehe Fig. 3b rechte Darstellung) vorgesehenen Gegenanschlages 12 eine Klemmverbindung eingehen.

In Fig. 4 sind eine Vielzahl einzelner Niederhalter 7 einstückig, bspw. im Rahmen eines Kunststoffspritzverfahrens hergestellt und über Verbindungsstreben 13 miteinander verbunden. Eine derartige Anordnung bestehend aus einer Vielzahl jeweils miteinander zusammenhängender Niederhalter 7 erleichtert zum einen die Integration der Niederhalter 7 bspw. in der elastische Sitzschale 3 gemäß Fig. 1 und besitzt darüber hinaus eine erhöhte räumliche Stabilität und Lagesicherheit jedes einzelnen Niederhalters 7.

Um zu verhindern, dass die mit einer bestimmten Länge durch die Niederhalter 7 hindurchgeführten Verbindungselemente 6 unbeabsichtigt weit durch die einzelnen Niederhalter 7 gezogen bzw. gedrückt werden, bspw. während des Polstervorganges insbesondere durch starke punktuelle Druckbelastung auf den Polsterüberzug, sind ab einer bestimmten Durchdringungslänge die Querschnitte der Verbindungselemente vergrößert ausgebildet, durch die ein unbeabsichtigtes, weiteres Hindurchziehen bzw. Hindurchrutschen der Verbindungselemente durch die jeweiligen Niederhalter ausgeschlossen werden kann.

Eine derartige Querschnittsvergrößerung ist in Fig. 5a, die eine Vorderansicht und Fig. 5b, die eine Seitenansicht eines Verbindungselementes 6 darstellt, gezeigt. Die Querschnittsvergrößerung ist als einstückig mit dem Verbindungselement 6 vorgesehene Struktur 14 ausgebildet. Vor dem Bereich des den Querschnitt vergrößernden Strukturelementes 14 ist eine sogenannte Freilaufzone 15 vorgesehen, auf der kein Struktur- bzw. Rastelement 9 vorgesehen ist. Die Freilaufzone 15 dient als Ausgleichsfläche bei normaler Belastung der Polsterung. Soll jedoch trotz Vorsehen der den Querschnitt vergrößernden Strukturelemente 14 eine Nachtrimmung erfolgen, so kann dies durch gezieltes Aufbringen einer hohen Zugkraft realisiert werden, die über der maximalen auftretenden normalen Sitzbelastung liegt, und die ein Hindurchtreten des den Querschnitt vergrößernden Strukturelementes durch den Niederhalter ermöglicht. Selbstverständlich können mehr als ein, dem Querschnitt des Verbindungselementes vergrößernde Strukturelemente längs des Verbindungselementes 6 vorgesehen werden.

Alternativ dazu ist es auch möglich, die Querschnittsvergrößerung durch konische Verbreiterung der Stegbreite des Verbindungselementes 6 zu realisieren, wie es in den Fig. 6a und 6b dargestellt ist. Bezugszeichenliste 1 Polsterüberzug

2 Polsterkern

3 Elastische Sitzschale

4 Steppnähte

5 Verbindungsleiste

6 Verbindungselement

7 Niederhalter

8 Abzugswalze

9 Rast- bzw. Strukturelement

10 Einführöffnung

11 Kleinster Querschnitt des Niederhalters

12 Gegenanschlag

13 Verbindungssteg

14 Strukturelement

15 Freilaufzone

61 Kunststoffgeflecht

62 Kunststoffleiste


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Polstern eines Gegenstandes, insbesondere einer Sitzkomponente, der wenigstens einen elastischen Polsterkern (2) aufweist, der von einem Polsterüberzug (1) überspannt ist, mit

    wenigstens einem Verbindungselement (6), das mit dem Polsterüberzug (1) mit seiner dem Polsterkern (2) zugewandten Seite in einer Zugkräfte übertragenden Wirkverbindung steht und

    wenigstens einem Niederhalter (7), der beabstandet vom Polsterüberzug (1) innerhalb oder außerhalb des Polsterkerns (2) vorgesehen ist und in dem das Verbindungselement (6) wenigstens teilweise einführbar und arretierbar ist,

    dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Verbindungselement (6) stegartig ausgebildet ist und längs seiner Erstreckung eine rasterartige Struktur (9) aufweist,

    dass der wenigstens eine Niederhalter (7) eine Einführöffnung (10) aufweist, durch die das Verbindungselement (6) beliebig ablängbar hindurchführbar ist, und

    dass innerhalb der Einführöffnung (10) ein Gegenschlagelement (12) vorgesehen ist, das nach Einführen des Verbindungselementes (6) in den Niederhalter (7) mit der rasterartigen Struktur (9) in Wirkverbindung tritt, so dass das Verbindungselement (6) innerhalb des Niederhalters (7) selbsttätig in Gegenzugrichtung selbsthemmend arretierbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vielzahl von Niederhaltern (7) vorgesehen sind, die miteinander verbunden sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Niederhalter (7) linear nebeneinander, längs einer Kurve oder matrix- oder arrayförmig angeordnet und als ein einziges Bauteil ausgebildet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil ein Spritzgußteil aus Kunststoff ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß entsprechend der Anzahl und räumlicher Anordnung der Niederhalter (7), diesen gegenüberliegend und mit dem Polsterüberzug (1) in Wirkverbindung stehende Verbindungselemente (6) vorgesehen sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vielzahl von Verbindungselementen (6) in einer flächigen Verteilung mit dem Polsterüberzug (1) in Wirkverbindung stehen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens eine Verbindungselement (6) einseitig mit einem Flächenmittel fest verfügt ist, das wiederum mit dem Polsterüberbezug (1) fest verfügt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Flächenmittel ein Kunststoffgewebe ist, an das das wenigstens eine Verbindungsmittel angeschweißt ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vielzahl von Verbindungselementen (6) mit jeweils ihrem einen Ende über eine geradlinig oder gekrümmt verlaufende Verbindungsleiste (5) miteinander verbunden sind.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleiste (5) als im Querschnitt runde oder rechteckförmige Kunststoffleiste ausgebildet ist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleiste (5) mit dem Polsterüberzug (1) längs einer Naht verbunden ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sich die rasterartige Struktur (9) aus entlang der Längserstreckung des Verbindungselementes (6) verteilte, sich periodisch wiederholende, gleichförmige Rastelemente (9) zusammensetzt.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Rastelemente (9) parallel verlaufende Rippen, sphärische Verdickungen längs des Verbindungselementes oder leitersprossenartige Ausnehmungen sind.
  14. 14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei benachbarte Rastelemente (9) weiter voneinander beabstandet sind als alle anderen Rastelemente (9) längs des Verbindungselementes (6).
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Rastelement (9) größer ausgebildet ist als alle anderen Rastelemente (9) längs des Verbindungselementes (6).
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (6) längs seiner Erstreckung einen ersten Abschnitt mit gleichbleibender Breite aufweist, und dass sich an diesen Bereich ein zweiter Bereich anschließt, dessen Breite gegenüber der Breite des ersten Bereiches größer ist.
  17. 17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß dass der erste Bereich, dem Polsterüberzug (1) gegenüberliegt und der zweite Bereich an den Polsterüberzug (1) angrenzt.
  18. 18. Verfahren zum Polstern eines Gegenstandes, insbesondere einer Sitzkomponente, der wenigstens einen elastischen Polsterkern (2) aufweist, der von einem Polsterüberzug (1) überspannt wird unter Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Verbindungselement (6) mit dem Polsterüberzug (1) mit seiner dem Polsterkern (2) zugewandten Seite in eine Zugkräfte übertragende Wirkverbindung gebracht wird,

    daß wenigstens ein Niederhalter (7), der beabstandet vom Polsterüberzug (1) innerhalb oder außerhalb des Polsterkerns (2) vorgesehen wird und

    dass das Verbindungselement (6) wenigstens teilweise in den Niederhalter (7) eingeführt wird und mit diesem selbständig arretiert, bis eine vorgegebene Einführstellung oder Einführzugkraft erreicht wird.
  19. 19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß nach vollzogener Polsterung die Verbindungselemente (6) derart abgeschnitten werden, sodass ein geringer Überstand des jeweiligen Verbindungselementes (6) aus den Nierderhaltern (7) herausragt.
  20. 20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß durch nachträgliches Anziehen an dem Überstand jedes einzelne Verbindungselement (6) nachgetrimmt wird.






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