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Automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge sowie Verfahren zu dessen Betrieb - Dokument DE10129878A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10129878A1 27.02.2003
Titel Automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge sowie Verfahren zu dessen Betrieb
Anmelder Conti Temic microelectronic GmbH, 90411 Nürnberg, DE
Erfinder Bärenweiler, Josef, Dipl.-Ing., 90513 Zirndorf, DE;
Fendt, Günter, Dipl.-Ing. (FH), 86529 Schrobenhausen, DE;
Riedel, Helmut, Dr., 82256 Fürstenfeldbruck, DE
DE-Anmeldedatum 21.06.2001
DE-Aktenzeichen 10129878
Offenlegungstag 27.02.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.02.2003
IPC-Hauptklasse F02D 35/00
IPC-Nebenklasse B60K 26/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge sowie Verfahren zu dessen Betrieb, bei dem eine Vorrichtung zur Messung des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung, insbesondere vorausfahrenden Fahrzeugen, vorgesehen ist und die Steuervorrichtung in Abhängigkeit vom Vorliegen vorgegebener Bedingungen des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit über die automatische Motorabschaltung oder/und das automatische Wiederanlassen des Motors entscheidet. So erfolgt eine Motorabschaltung vorzugsweise erst bei stehendem Fahrzeug und bei einem über eine Zeitdauer kostantem Abstand zum vorausbefindlichen Fahrzeug sowie ein Anlassen des Motors, wenn der Abstand bzw. die Differenzgeschwindigkeit zum vorausbefindlichen Fahrzeug zunimmt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie Verfahren zu dessen Betrieb.

Ein derartiges automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge ist beispielsweise bereits aus der DE-OS 21 58 095, DE-OS 24 47 579, DE-OS 28 03 145, DE 29 45 304 A1, DE 30 13 878 A1, DE 32 16 204 A1, DE 32 27 888 A1, DE 33 43 399 oder DE 36 16 086 A1 bekannt. Dabei werden jeweils separate oder an den Pedalen, insbesondere an der Kupplung montierte Schalter überwacht und in Abhängigkeit von ermittelten Betriebsbedingungen des Fahrzeugs, insbesondere dessen Stillstands das Abschalten bzw. bei abgeschaltetem Motor das Anlassen eingeleitet. Dies setzt immer eine Steuerung durch den Fahrer voraus.

Dabei wurden bereits auch bestehende Sicherheitsrisiken bei einer letztlich von der manuellen Bedienung des Fahrers abhängigen Motorabschaltung bzw. dem (Wieder-) Anlassen betrachtet. So schlägt die DE-OS 21 58 095 beispielsweise eine Überwachung der Eigengeschwindigkeit des Fahrzeugs vor, um ein versehentliches Abschalten des Motors während der Fahrt zu verhindern. Die Neigung der Fahrbahn bzw. Straße wird zur Vermeidung eines Wegrollens nach Motorabschaltung geprüft. Zudem sollen DE-OS 28 03 145 bei Motorabschaltung zusätzliche Stromverbraucher abgeschaltet werden, um die Batterie vor Entladung zu schützen oder eine Abschaltung des Motors nur möglich sein, wenn der Motor eine Mindesttemperatur erreicht hat und der Ladezustand der Batterie ausreichend, bspw. zum späteren Anlassen, ist. Die DE 93 09 617 U1 beschreibt ebenfalls ein derartiges Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge, wobei die Eigengeschwindigkeit des Fahrzeuges berücksichtigt wird. Die DE 32 27 888 A1 betrachtet zusätzlich die Türschließsensoren und leitet in Abhängigkeit davon eine Aktivierung bzw. Deaktivierung des automatischen Motorabschalt-/Anlassersystems ein. Die DE 32 28 561 beschäftigt sich primär mit dem Problem der Klimaanlage als großen Verbraucher bei einem solchen Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge. Die DE 33 43 399 C2 erfasst zusätzlich die Schaltstellung eines automatischen Getriebes, insbesondere die Neutralstellung.

Darüber hinaus sind eine große Anzahl von Veröffentlichungen zum Thema des automatischen Fahrens, insbesondere der Abstandsregelung zwischen im Kolonnenverkehr fahrenden Fahrzeugen bekannt, von denen beispielhaft die DE 43 12 595 A1, DE 43 35 979 A1, DE 198 04 944 A1 oder DE 199 24 255 A1 DE 100 17 279 A1 genannt werden sollen. Dazu ist jeweils eine Meßeinrichtung zur Messung des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung, insbesondere vorausfahrenden Fahrzeugen, vorgesehen und wird die eigene Fahrtgeschwindigkeit durch Regelung der Kraftstoffzufuhr, in manchen Fällen sogar durch Bremseingriff geregelt. In Zusammenhang mit dem automatischen Fahren wird jedoch keine Motorabschaltung bzw. ein Anlassen des Motors betrachtet.

Die DE 198 38 818 A1 beschreibt eine von der Blickrichtung des Fahrers aus gesteuerte Fahrtsteuerung des Kraftfahrzeugs, wobei in Abhängigkeit von der Blickrichtung des Fahrers neben dem Fahrantrieb auch die Motorab- bzw. Wiederanschaltung gesteuert wird. Während des Fahrtbetriebs erfolgt dann wieder eine Motorregelung und erforderlichenfalls ein Bremseingriff in Abhängigkeit vom Abstand und/oder der Differenzgeschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Ergänzung zu den bisherigen automatischen Motorabschalt-/Anlaßsystemen für Kraftfahrzeuge vorzustellen. Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zudem werden in den Ansprüchen 2 und 7 geeignete Verfahren zu der Steuerung dieser weitergebildeten Motorabschalt-/Anlaßsysteme vorgestellt. Vorteilhafte Weiterbildungen sind jeweils den Unteransprüchen zu entnehmen.

So wird ein automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge vorgestellt, bei dem eine Vorrichtung zur Messung des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung, insbesondere vorausfahrenden Fahrzeugen, vorgesehen ist und die Steuervorrichtung in Abhängigkeit vom Vorliegen vorgegebener Bedingungen des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit über die automatische Motorabschaltung oder das automatische Wiederanlassen des Motors entscheidet. Es wird dabei also vorzugsweise auf eine für die automatische Fahrtsteuerung und Abstandsregelung bereits vorgesehene Meßvorrichtung zurückgegriffen und diese ergänzend auch für die Steuerung des Motorabschalt- und/oder Anlassersystems genutzt.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und Figuren näher erläutert werden. Kurze Beschreibung der Figuren:

Fig. 1 Kraftfahrzeug mit automatischem Motor-Abschalt-/Anlassersystem

Fig. 2 Skizze einer Fahrzeugkolonne mit den von der Meßeinrichtung erfasten Größen Abstand und Differenzgeschwindigkeit

Fig. 3 Ablauf der Verfahren zur Motorabschaltung und des Wiederanlassens in Abhängigkeit vom Abstand bzw. der Differenzgeschwindigkeit

Fig. 4 Erhöhung der Zeitdauer T0 bis zum Abschalten des Motors mit zunehmender Durchschnittsgeschwindigkeit ∅v0 des Fahrzeugs F0

Fig. 5 Abhängigkeit der Zeitdauer T0 von der Häufigkeit h der Motorabschaltungen Taus

Fig. 6 Abhängigkeit der Zeitdauer T0 von der Zeitspanne Taus der vorangegangenen Abschaltungen

Fig. 7 Abhängigkeit der Zeitdauer T1 vom Anfahren des voranbefindlichen Fahrzeugs bis zum Anlassen des Motors

Fig. 8 Skizze des Ablaufs der Anpassung in Abhängigkeit von den Zeitspannen Tan und/oder Taus der vorangegangenen Abschaltung (x-1)

Die Fig. 1 zeigt zunächst skizzenhaft den Aufbau eines automatischen Motor-Abschalt-/Anlassersystems für Kraftfahrzeuge einschließlich der relevanten Eingangs- und Steuergrößen. So ist eine Steuervorrichtung 1, bspw. ein Microcontroller zur Durchführung der Steuerungsaufgaben vorgesehen, der neben einer Vielzahl anderer bei bekannten Motor-Abschalt-/Anlassersystemen bereits berücksichtigten Größen, wie dem Zündschloß oder einer separaten Start-/Stop-Taste einer Überwachung der Pedalen oder der Eigengeschwindigkeit v0 des Fahrzeugs eine Vorrichtung 2 zur Messung des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung, insbesondere vorausfahrenden Fahrzeugen aufweist. Die von dieser Vorrichtung 2 erfassten Eingangsgrößen lassen sich anhand der Skizze in Fig. 2 besonders gut illustrieren. So wird von der Meßeinrichtung 2 des Fahrzeugs F0 aus der Abstand d1 und die Differenzgeschwindigkeit Δv1 zumindest zum unmittelbar vorausbefindlichen Fahrzeug F1 bestimmt. Vorzugsweise werden aber auch zu weiter voraus befindliche Fahrzeuge F2 ff. berücksichtigt, wobei dies entweder durch Erfassung der Größen Abstand d2 und die Differenzgeschwindigkeit Δv2 relativ zum Fahrzeug F0 durch die Meßeinrichtung 2 oder aber bei bestehendem Datenaustausch in einer Fahrzeugkolonne auch vom Fahrzeug F1 mittels einer entsprechenden Meßeinrichtung 2 relativ zum Fahrzeug F1 erfolgen und die Steuervorrichtung 1 diese vom Fahrzeug F1 an das Fahrzeug F0 weitergegebenen Daten berücksichtigen kann.

Zudem ist ein Betriebszustandsparameterspeicher 3 vorgesehen, in welchem die vorangehenden Betriebsbedingungen zumindest für eine vorgegebene Zeitdauer T2 gespeichert werden. Die Zeitdauer T2 wird dabei direkt zeitlich, bspw. als letzte x (bspw. 5 bis 10) Betriebsminuten, oder in Abhängigkeit von anderen Bedingungen, bspw. der Häufigkeit von Motorabschaltungen (bspw. die letzten 5 Motorabschaltungen) vorgegeben (vgl. Fig. 8). Auch ein Löschen dieses Betriebszustandsparameterspeichers 3 bei Deaktivierung des Gesamtfahrzeugs, bspw. Verlassen des Fahrzeugs etc. ist denkbar.

Von der Steuervorrichtung 1 aus werden dann zur Motorabschaltung die Zündung 4 bzw. insbesondere bei Dieselfahrzeugen auch die Kraftstoffzufuhr abgeschaltet sowie zum Motoranlassen neben der Zündung 4 und Kraftstoffzufuhr insbesondere der elektrische Anlasser 5 angesteuert.

Als Meßvorrichtung 2 wird dabei eine bereits vorhandene Vorrichtung zur Messung des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung zur automatischen Abstands- und Fahrtgeschwindigkeitsregelung des fahrenden Fahrzeugs genutzt, wodurch sich die Mehrkosten für dieses automatische Motor- Abschalt-/Anlassersystem deutlich reduzieren.

Im nachfolgenden soll anhand der Fig. 3a bis 3d der Ablauf der verschiedenen Verfahrensalternativen erläutert werden. Dabei wird der Übersichtlichkeit halber für das Fahrzeug F0 nur das unmittelbar vorausfahrende Fahrzeug F1 betrachtet und in Fig. 3a die Eigengeschwindigkeit v1 des Fahrzeugs F1, in Fig. 3b die Eigengeschwindigkeit v0 des Fahrzeugs F0, in Fig. 3c der resultierende Abstand zwischen den Fahrzeugen F0 und F1 und in Fig. 3d der Betriebszustand des Motors bzw. die Schaltbefehle des Motor-Abschalt-/Anlassersystems skizziert.

Bremst nach einer Kolonnenfahrt der Fahrzeuge F0 und F1 zunächst das vorausfahrende Fahrzeug F1 in t0 ab, so greift in t1 die Abstandsregelung ein und auch das Fahrzeug F0 wird abgebremst. Kommt das vorausfahrende Fahrzeug F1 in t2 zum Stehen (v1(t2) = 0), so reduziert sich der Abstand d1 zwischen den Fahrzeugen bis zum Stillstand zu d10.

Dies ist insoweit Gegenstand eines automatischen Fahrbetriebs. An diesem Zeitpunkt setzt aber nun die Steuerung für das automatische Motor-Abschalt-/Anlassersystem ein. So wird nach dem Anhalten des Kraftfahrzeugs F0 der Abstand (d10) zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung, hier dem Fahrzeug F1, erfasst und durch die Steuervorrichtung 1 der Motor abschaltet, sofern dieser Abstand d10 sich für eine vorgegebene Zeitdauer T0 nicht ändert. Im Gegensatz zu einer reinen Zeitsteuerung auf Basis des Stehens des Fahrzeugs hat diese Weiterbildung den Vorteil, dass eine Abschaltung nur erfolgt, wenn eine alsbaldige Weiterfahrt aufgrund des Stehens des vorausbefindlichen Fahrzeugs F1 tatsächlich nicht möglich ist. Selbstverständlich können dabei weitere Parameter berücksichtigt werden, insbesondere die im Stand der Technik üblichen Parameter Eigengeschwindigkeit v0 und diverse Schalter an den Pedalen oder Fahrbetriebswählschaltern oder separate Schalter für die Steuerung des Motorabschalt- und/oder Wiederanlassersystems.

Zudem wird der Motor vorzugsweise nur abgeschaltet, wenn der Abstand d10 kleiner als ein vorgegebener Maximalabstand ist, da der Erfassungsraum der Meßeinrichtung 2 eventuell deutlich größer ist als der Überwachungsraum für ein automatisches Motor- Abschalt-/Anlassersystem, für welches in diesem Beispiel der Maximalabstand für das unmittelbar vorausbefindliche Fahrzeug F1 ca. 10 bis 20 Meter betrachtet wird.

Zudem wird überwacht, dass die Motortemperatur θ eine Mindestbetriebstemperatur erreicht hat und der Batterieladezustand anhand der Spannung der Batterie Ubatt eine Mindestschwelle nicht unterschreitet. Anderenfalls würde bekanntermaßen eine Motorabschaltung unterdrückt.

Besondere Vorteile bietet die abstandsbezogene Steuerung des Motorabschalt- /Anlassersystems auch für den Fall des Anlassens bzw. Wideranlassens des Kraftfahrzeugs, indem die Meßeinrichtung 2 zumindest nach dem Anhalten des Kraftfahrzeugs den Abstand zu relevanten Objekten erfasst bzw. den erfassten Wert speichert. Der Motor ist oder wird in Abhängigkeit von vorgegebenen Bedingungen, bspw. dem Abstand oder auch nur dem Betätigen des Zündschlüssels, dem Auskuppeln oder sonstigen Bedingungen, Bedingungen mit oder ohne Zeitverzögerung abgeschaltet. Die Steuervorrichtung 1 läßt den Motor dann wieder an, wenn sich dieser gemessene Abstand d10 zu den relevanten Objekten, wieder erhöht, also beispielsweise das unmittelbar vorausbefindliche Fahrzeug F1 wieder anfährt. Um im Kolonnenverkehr ein zu häufiges Anlassen und Wiederabschalten zu verhindern, sind weitere Bedingungen und insbesondere eine Anpassung der Zeitdauer bis zum Abschalten oder Anlassen des Motors vorgesehen.

Der Motor wird bspw. wieder angelassen, wenn der Abstand d1 zu den relevanten Objekten sich um mehr als einen vorgegebenen Mindestabstand d11 erhöht hat und/oder die Differenzgeschwindigkeit Δv1 zu den relevanten Objekten eine vorgegebene Mindestdifferenzgeschwindigkeit erreicht. Der Mindestabstand d11 beziehungsweise die Mindestdifferenzgeschwindigkeit werden vorzugsweise dabei in Abhängigkeit von dem Abstand d10 während des Stehens der relevanten Objekte und/oder der Dauer der Motorabschaltung Taus verändert. Zudem wird in Fig. 3c noch der Fall eines nach beginnender Erhöhung des Abstands d1 in t6 einsetzenden Zeitfensters T1 bis zum Wideranlassen des Motors in t6 skizziert. Das dem Anlassen in t6 nachfolgende Anfahren des Fahrzeugs F0 ist dann wiederum Gegenstand eines automatischen Fahrbetriebs.

Die Zeitdauer T0 bis zur Motorabschaltung sowie die Zeitdauer bis zum Anlassen T1 wird vorzugsweise verändert in Abhängigkeit von Parametern des vorherigen Betriebsverlaufs, die im Betriebszustandsparameterspeicher 3 zumindest für eine vorgegebene Dauer gespeichert sind.

Als Parameter des vorherigen Betriebsverlaufs werden dabei in diesem Ausführungsbeispiel (vgl. auch Fig. 8) vorzugsweise erfasst:

  • - die Eigengeschwindigkeit v0 des Fahrzeugs F0
  • - die über das Zeitfenster gemittelte Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeugs F0
  • - Anzahl h von Motorabschaltungen (h(Taus))
  • - die Dauer der Motorabschaltungen Taus einzeln und summiert über das Zeitfenster
  • - die Dauer der Betriebsphasen des Motors Tan

So wird die Zeitdauer bis zur Motorabschaltung T0 ausgehend von einer Normzeitdauer vorzugsweise erhöht, wenn in einer vorgegebenen Zeitspanne zuvor die Geschwindigkeit v0 des Fahrzeugs F1 zumindest einmal eine oberer Schwelle überschritten hat und/oder über diese Zeitspanne gemittelt eine Durchschnittsgeschwindigkeitsschwelle übersteigt, der Motor zumindest für eine vorgegebene Anzahl von Motorabschaltungen und/oder für mehr als eine vorgegebene Dauer Taus einer oder aller Motorabschaltungen bereits zuvor innerhalb der Zeitspanne abgeschaltet wurde.

Zudem können Betriebszustandsparameterspeicher 3 Parameter, insbesondere die Häufigkeit, der zeitliche Abstand Tan oder die Dauer von Phasen der Motorabschaltung Taus zumindest für eine vorgegebene zeitliche Dauer oder Anzahl von Abschaltungen (Häufigkeit h von Taus) erfasst und die Zeitdauer bis zum Abschalten To oder Wiederanlassen T1 des Motors in Abhängigkeit von diesen Parametern angepasst werden. Dies kann entsprechend einem Kennlinienfeld oder selbstlernend anhand vorgegebener Regeln erfolgen.

So wird in Fig. 8 insbesondere die Zeitdauer T0(x) bis zum Abschalten des Motors erhöht, wenn die Zeitspanne der vorangehenden Abschaltung Taus(x-1) oder/und des Motorbetriebs Tan(x-1) vorgegebene Sollzeitdauern (Taus.soll/Tan.soll) unterschreiten. Neben den Zeitspanne des vorangehenden Motorbetriebs Tan(x-1) kann auch noch die Dauer des tatsächlichen Fahrtbetriebs, also mit v0 > 0, bewertet werden.

Das Kennlinienfeld wie auch die Regeln zum selbsttätigen Anpassen der Zeitdauern To und T1 sind dabei von einer Vielzahl von Parametern abhängig und in der Komplexität nicht darstellbar.

Auszugsweise sollen in den Fig. 4 bis 7 daher weitere mögliche funktionale Abhängigkeiten der Anpassung der Zeitdauern bis zur Abschaltung T0 bzw. zum Wiederanlassen T1 dargestellt werden.

So zeigt Fig. 4 die Erhöhung der Zeitdauer T0 bis zum Abschalten des Motors mit zunehmender Durchschnittsgeschwindigkeit ∅v0 des Fahrzeugs F0, wobei dazu die Eigengeschwindigkeit des Fahrzeugs F0 über das Zeitfenster T2 gemittelt wurde. Dabei kann eine untere Grenze T0min und eine T0max vorgegeben werden, die von der selbstlernenden Reglung bzw. im Kennlinienfeld anhand aller Parameter insgesamt nicht über- bzw. unterschritten werden soll.

Die Fig. 5 zeigt eine denkbare Abhängigkeit der Zeitdauer T0 von der Häufigkeit h der Motorabschaltungen Taus in den letzten x Betriebsminuten. Alternativ könnten auch die Häufigkeit oder Dauer des Stehens des Fahrzeugs F0 ohne Motorabschaltung mit bewertet werden. In diesem Ausführungsbeispiel wird die Zeitdauer bis zum Abschalten des Motors mit zunehmender Anzahl der Abschaltungen verkürzt. Es ist je nach Zielrichtung des Verfahrens aber auch die gerade umgekehrte Strategie denkbar, nämlich zur Vermeidung zu häufiger Motorabschaltungen die Zeitdauer T0 vom Anhalten und Abstandmessen bis zur Motorabschaltung mit der Häufigkeit der vorherigen Abschaltungen zu erhöhen.

Eine weitere mit den anderen verknüpfbare oder eigenständige Alternative skizziert Fig. 6. Dort wird eine Abhängigkeit der Zeitdauer T0 von der Zeitspanne Taus der vorangegangenen Abschaltungen verwendet, d. h. wenn der Motor in den letzten Betriebsminuten bereits relativ lange stillstand, so wird die Abschaltung im aktuellen Fall früher einsetzen.

Fig. 7 skizziert nun noch die Abhängigkeit der Zeitdauer T1 vom Anfahren des voranbefindlichen Fahrzeugs (d1 bzw. Δv1 nehmen ab t5 zu) bis zum Anlassen des Motors (in t6).

Wie bereits erläutert, werden die erforderlichen Betriebszustandsparameter jeweils im Speicher 3 zuvor abgelegt und in der Steuervorrichtung über ein Kennlinienfeld oder selbstlernend anhand vorgegebenen Regeln die Anpassung der Zeitdauer bis zum Abschalten To oder Wiederanlassen T1 des Motors vorgenommen.

Als relevante Objekte für die Abstand- und/oder Differenzgeschwindigkeitsmessung werden vorzugsweise neben dem jeweils nächstliegenden Fahrzeug F1 in Fahrtrichtung auch eine vorbestimmte Anzahl weiter vorausbefindlicher Fahrzeuge F2 ff. erfasst, sofern der Abstand d2, . . . zu diesen innerhalb vorgegebener Grenzen liegt. Der Abstand und/oder die Differenzgeschwindigkeit zu diesen in Fahrtrichtung befindlichen Fahrzeugen F2 ff. wird ergänzend ebenfalls zur Steuerung herangezogen. So wird in einer Weiterbildung der Motor angelassen, wenn von den innerhalb der Abstandsgrenze erfassten in Fahrtrichtung vorausbefindlichen Fahrzeugen F1, F2 bis auf eine vorgebbare Anzahl, bspw. 1, der unmittelbar nächstliegenden Fahrzeuge (F1) alle weiter vorausbefindlichen Fahrzeuge (F2, ff.) einen sich über eine Schwelle erhöhenden Abstand (d2, . . .) oder/und eine Differenzgeschwindigkeit oberhalb einer Mindestdifferenzgeschwindigkeit aufweisen.

Andererseits wird beispielsweise der Motor nicht angelassen, wenn von den innerhalb der Abstandsgrenze erfassten in Fahrtrichtung vorausbefindlichen Fahrzeugen (F1, F2, . . .) eine vorgebbare Anzahl (im Grenzfall wieder 1) der weiter vorausbefindlichen Fahrzeuge (F2) keinen sich über eine Schwelle erhöhenden Abstand oder/und keine Differenzgeschwindigkeit oberhalb einer Mindestdifferenzgeschwindigkeit aufweisen, und zwar unabhängig von dem sich verändernden Abstand und/oder Differenzgeschwindigkeit der anderen unmittelbar nächstliegenden Fahrzeuge, hier F1.


Anspruch[de]
  1. 1. Automatisches Motor-Abschalt-/Anlassersystem für Kraftfahrzeuge
    1. a) mit Meßeinrichtungen zur Ermittlung von Betriebsbedingungen des Kraftfahrzeugs und einer Steuervorrichtung, die in Abhängigkeit der ermittelten Betriebsbedingungen eine automatische Motorabschaltung oder/und ein automatisches Anlassen des Motors herbeiführt, dadurch gekennzeichnet, daß
    2. b) eine Meßeinrichtung (2) zur Messung des Abstands (d1, d2, . . .) und/oder der Differenzgeschwindigkeit (Δv1, Δv2, . . .) zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung, insbesondere vorausfahrenden Fahrzeugen (F1, F2, . . .), vorgesehen ist und
    3. c) die Steuervorrichtung (1) in Abhängigkeit vom Vorliegen vorgegebener Bedingungen des Abstands (d1, d2, . . .) und/oder der Differenzgeschwindigkeit (Δv1, Δv2, . . .) über die automatische Motorabschaltung oder/und das automatische Wiederanlassen des Motors entscheidet.
  2. 2. Verfahren zum Betrieb eines automatischen Motor-Abschalt-/Anlassersystems nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (2) zumindest nach dem Anhalten des Kraftfahrzeugs den Abstand (d10) zu relevanten Objekten erfasst und die Steuervorrichtung (1) den Motor abschaltet, sofern dieser Abstand (d10 = const) sich für eine vorgegebene Zeitdauer (T0) nicht ändert.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor nur abgeschaltet wird, wenn der Abstand (d1) kleiner als ein vorgegebener Wert (d10) ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor nur abgeschaltet wird, wenn zudem
    1. a) die Motortemperatur (θ) eine Mindestbetriebstemperatur erreicht hat und
    2. b) der Batterieladezustand (Ubatt) eine Mindestschwelle nicht unterschreitet.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitdauer (T0(x)) bis zur Motorabschaltung verändert wird in Abhängigkeit von Parametern des vorherigen Betriebsverlaufs, die in einem Betriebszustandsparameterspeicher (3) zumindest für eine vorgegebene Dauer (T2) gespeichert sind.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitdauer (T0) bis zur Motorabschaltung ausgehend von einer Normzeitdauer erhöht wird, wenn in einer vorgegebenen Zeitspanne (T2) zuvor
    1. a) die Geschwindigkeit (v0) des Fahrzeugs (F0)
      1. 1. zumindest einmal eine obere Schwelle überschritten hat und/oder
      2. 2. über diese Zeitspanne gemittelt (∅V0) eine Durchschnittsgeschwindigkeitsschwelle übersteigt, oder/und
    2. b) der Motor bereits zuvor innerhalb der Zeitspanne (T2) abgeschaltet wurde
      1. 1. zumindest für eine vorgegebene Anzahl (h(Taus)) von Motorabschaltungen und/oder
      2. 2. für mehr als eine vorgegebene Dauer einer Motorabschaltung (Taus(x-1) > Taus.soll) oder eine vorgegebene Dauer aller Motorabschaltungen (ΣTaus(x-i)) in der Zeitspanne (T2).
  7. 7. Verfahren zur Steuerung eines automatischen Motor-Abschalt-/Anlassersystems nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) die Meßeinrichtung (2) zumindest nach dem Anhalten des Kraftfahrzeugs den Abstand (d10) zu relevanten Objekten (F1, F2, . . ) erfasst,
    2. b) der Motor in Abhängigkeit von vorgegebenen Bedingungen abgeschaltet wird und
    3. c) die Steuervorrichtung (1) den Motor dann wieder anläßt, wenn sich dieser Abstand (d1 > d10) bzw. die Differenzgeschwindigkeit zu den relevanten Objekten erhöht.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor wieder angelassen wird, wenn der Abstand (d1 > d11) zu den relevanten Objekten sich um mehr als einen vorgegebenen Mindestabstand (d11) erhöht hat.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor wieder angelassen wird, wenn die Differenzgeschwindigkeit zu den relevanten Objekten eine vorgegebene Mindestdifferenzgeschwindigkeit erreicht.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Mindestabstand beziehungsweise die Mindestdifferenzgeschwindigkeit verändert werden in Abhängigkeit von
    1. a) dem Abstand (d10) während des Stehens der relevanten Objekte und/oder
    2. b) der Dauer der Motorabschaltung (Taus(x)).
  11. 11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß im Betriebszustandsparameterspeicher (3) Parameter des vorangegangenen Betriebs des Motorabschalt-/Anlassersystems, insbesondere die Häufigkeit (h(Taus)), der zeitliche Abstand (Tan(x-1, x-2, . . .)) oder die Dauer (Taus(x- 1, x-2, . . .)) von Phasen der Motorabschaltung zumindest für eine vorgegebene Dauer (T2) oder Anzahl (n) von Abschaltungen erfasst und die Zeitdauer bis zum Abschalten (T0(x)) oder Wiederanlassen (T1(x)) des Motors in Abhängigkeit von diesen Parametern angepasst wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (1) die Zeitdauer bis zum Abschalten (T0) oder Wiederanlassen (T1) des Motors entsprechend einem Kennlinienfeld in Abhängigkeit von diesen Parametern anpasst.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (1) anhand vorgegebener Regeln selbstlernend die Zeitdauer (T0, T1) bis zum Abschalten oder Wiederanlassen des Motors entsprechend dieser Parameter des vorangegangenen Betriebs des Motor-Abschalt-/Anlassersystems anpasst.
  14. 14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitdauer (T0(x), T1(x)) bis zum Abschalten oder Wiederanlassen des Motors erhöht wird, wenn die Zeitspanne der vorangehenden Abschaltung (Taus(x-1)) oder/und des Motorbetriebs (Tan(x-1)) jeweils vorgegebene Sollzeitdauern (Taus.soll/Tan.soll) unterschreiten.
  15. 15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß als relevantes Objekt das jeweils nächstliegende Fahrzeug (F1) in. Fahrtrichtung erfasst und der Abstand (d1) und/oder die Differenzgeschwindigkeit (Δv1) zu diesem zur Steuerung herangezogen wird.
  16. 16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als relevante Objekte neben dem jeweils nächstliegenden Fahrzeug (F1) in Fahrtrichtung auch eine vorbestimmte Anzahl weiter vorausbefindlicher Fahrzeuge (F2, . . .) erfasst werden, sofern der Abstand (d2, . . .) zu diesen innerhalb vorgegebener Grenzen liegt.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor angelassen wird, wenn von den innerhalb der Abstandsgrenze erfassten in Fahrtrichtung vorausbefindlichen Fahrzeugen bis auf eine vorgebbare Anzahl (1, 2, . . .) der unmittelbar nächstliegenden Fahrzeuge (F1) alle weiter vorausbefindlichen Fahrzeuge (F2, . . .) einen sich über eine Schwelle erhöhenden Abstand oder/und eine Differenzgeschwindigkeit oberhalb einer Mindestdifferenzgeschwindigkeit aufweisen.
  18. 18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor nicht angelassen wird, wenn von den innerhalb der Abstandsgrenze erfassten in Fahrtrichtung vorausbefindlichen Fahrzeugen eine vorgebbare Anzahl der weiter vorausbefindlichen Fahrzeuge (F2, . . .)
    1. a) keinen sich über eine Schwelle erhöhenden Abstand oder/und
    2. b) keine Differenzgeschwindigkeit oberhalb einer Mindestdifferenzgeschwindigkeit aufweisen,
    3. c) unabhängig von dem sich verändernden Abstand und/oder Differenzgeschwindigkeit der anderen unmittelbar nächstliegenden Fahrzeuge (F1).
  19. 19. Verwendung der Vorrichtung sowie der Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche für Kraftfahrzeuge mit einer bereits vorhandenen Vorrichtung zur Messung des Abstands und/oder der Differenzgeschwindigkeit zu relevanten Objekten in Fahrtrichtung zur automatischen Abstands- und Fahrtgeschwindigkeitsregelung des fahrenden Fahrzeugs.






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