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Dokumentenidentifikation DE19828665C2 20.03.2003
Titel Verfahren zur Verringerung der Konzentration an Cr(VI) in Chrom -Kontamierten Böden mit Ascorbinsäure
Anmelder Chemical Land Holdings Inc., Dallas, US
Erfinder James, Bruce R., Bowie, Md., US
Vertreter Flügel, O., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 81929 München
DE-Anmeldedatum 26.06.1998
DE-Aktenzeichen 19828665
Offenlegungstag 07.01.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.03.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.03.2003
IPC-Hauptklasse B09C 1/08

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Cr(VI) enthaltenden Böden. Im einzelnen wird ein Verfahren zur Reduktion der toxischen sechswertigen Form von Chrom, Cr(VI), zu dreiwertigem Chrom, Cr(III), durch Zugabe von Ascorbinsäure (CAS: 5081-7; C6H8O6)1 zu Cr(VI) enthaltenden Böden angegeben. Die Ascorbinsäure wird mit dem Cr(VI) enthaltenden Material bevorzugt in situ gemischt, ohne daß es erforderlich ist, die Böden von dem Ort zu entfernen, an dem sie sich befinden; die Ascorbinsäure kann auch ex situ auf Cr(VI) enthaltende Böden angewandt werden, die ausgehoben, abgetragen oder ausgebaggert oder auf andere Weise aus dem Boden oder einem anderen Herkunftsort entnommen wurden. Das Verfahren kann bei Umgebungstemperatur und Atmosphärendruck durchgeführt werden. Die Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) verläuft schnell und erfordert keinen Zusatz anderer Mittel und auch keine vorherige Änderung des pH-Werts der Cr(VI) enthaltenden Böden. Das Verfahren ist besonders gut anwendbar auf Böden, die entweder (1) durch Freisetzung von Chromatverbindungen oder (2) durch Mischen mit Cr(VI) enthaltenden Rückständen, die bei der Herstellung von Chromverbindungen erzeugt wurden, z. B. solchen, die aus der Aufbereitung von Chromiterzen stammen, mit Cr(VI) belastet wurden, wie von Austin2 und Westbrook3 beschrieben wurde, aber auch auf Rückstände der Aufbereitung von Chromiterzen, die unerwünscht hohe Konzentrationen an Cr(VI) enthalten.

Aufgrund von Bemühungen zur Sanierung von mit gefährlichen Abfällen belasteten Stellen bzw. Geländen in den Vereinigten Staaten wurden Chrom, Chromat und/oder Cr(VI) als bedenkliche Verunreinigungen an einer signifikanten Anzahl von Orten identifiziert, wie aus der US-amerikanischen Liste National Priority List (Superfund)4 gemäß der gesetzlichen Vorschrift CERLCA (Comprehensive Environmental Responsibility and Liability Compensation Act) hervorgeht; gleiches gilt für viele Hunderte weiterer Stellen oder Gelände, wo Chromverbindungen in die Umwelt gelangen konnten. Cr(VI) wird in der Gruppe der für den Menschen carcinogenen Stoffe als Inhalationscarcinogen5 geführt, wobei zahlreiche Formen von Cr(VI) in der Umwelt sehr gut löslich und beweglich sind. Die Inhalation von Cr(VI) enthaltenden, in der Luft schwebenden Teilchen ist der wichtigste Weg einer potentiellen Exposition für den Menschen. Die hohe Löslichkeit und die hohe Beweglichkeit zahlreicher Chromatverbindungen stellt ein weiteres Problem bei Cr(VI) enthaltenden Böden dar, da sich die Cr(VI)-Kontamination über erhebliche Distanzen von einer Quelle aus über das Oberflächenwasser oder über das Grundwasser ausbreiten kann. Bedenklich ist ferner auch die Aufnahme von Wasser, das hohe Gesamtkonzentrationen an Chrom enthält, mit der Nahrung, was sich in dem US-amerikanischen Grenzwert für die Chromkonzentration im Trinkwasser von 0,1 mg/l widerspiegelt.

Im Gegensatz zu Cr(VI) gilt Cr(III) nicht als carcinogen für den Menschen und wird sogar als für die Ernährung wesentliches Spurenelement für Säugetiere und Menschen angesehen. Obgleich gezeigt wurde, daß einige lösliche Formen von Cr(III) gegenüber einigen im Wasser lebenden Species toxisch sind, ist doch festzustellen, daß lösliche Cr(III)- Verbindungen nur selten in Gewässersystemen anzutreffen sind. Die dreiwertigen Formen von Chrom treten zumeist in unlöslichen Formen in der Umwelt auf6. Dementsprechend wird davon ausgegangen, daß Cr(III) enthaltende Böden wesentlich weniger gesundheitlich bedenklich sind als Materialien, die Cr(VI) enthalten. Daher steht meistens Cr(VI) im Mittelpunkt von Sanierungsentscheidungen, die sich auf Stellen oder Gelände beziehen, wo erhöhte Chromkonzentrationen in Böden festgestellt wurden.

Aufgrund der in den USA geltenden gesetzlichen Vorschrift Resource Conservation and Recovery Act (RCRA) wurden von der amerikanischen Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency (USEPA)) Testkriterien aufgestellt, um festzustellen, wann ein Abfall oder ein Boden mit Chromgehalt als gefährlicher Abfall anzusehen ist. Wenn das von der US- Umweltschutzbehörde (USEPA) standardisierte Auslaugverfahren zur Ermittlung der Toxizitätscharakteristik (Toxicity Characteristic Leaching Procedure (TCLP)) auf ein Material angewandt wird und die gesamte in der Auslaugungsflüssigkeit vorliegende Chromkonzentration mehr als 5 mg/l beträgt, ist das Material als typischer gefährlicher Abfall zu bezeichnen, der gemäß der gesetzlichen Vorschrift (RCRA) behandelt, gelagert und entsorgt werden muß.

Cr(VI) tritt in den meisten Boden-Wasser-Umweltmilieus von Natur aus nicht auf. Dementsprechend ist praktisch die gesamte Cr(VI)-Kontamination, die in Böden, Sedimenten, Rückständen, Abfällen und anderen Materialien auftritt, das Ergebnis menschlicher Tätigkeit7. Die meisten Kontaminationen an Cr(VI) rühren vom Verstreuen, Verschütten oder Wegwerfen von Cr(VI) enthaltenden Materialien her, zu denen die in weitem Umfang verwendeten Chromatverbindungen K2Cr2O7, Na2CrO4 und CrO3 gehören8. Eine derartige Kontamination mit Cr(VI) kann zu physikalischen, chemischen und/oder biologischen Veränderungen führen, aufgrund derer die Eigenschaften der kontaminierten Böden/Materialien verändert werden, z. B. der pH-Wert, die Durchlässigkeit, die Porosität, der Salzgehalt, das Redoxpotential sowie die Mikrobenpopulationen.

Ein anderer Typ von Cr(VI)-Verunreinigungen von Böden ist Rückständen der Aufbereitung von Chromiterzen (im folgenden kurz als Chromiterzaufbereitungsrückstand CEAR bezeichnet) zuzuordnen. Diese Rückstände besitzen im Vergleich zu den meisten Böden im natürlichen Zustand eindeutige und typische physikalische/chemische Eigenschaften (z. B. eine Teilchengröße, wie sie bei Schlamm, Schlick und Sand vorliegt, wobei die Teilchen etwa kugelförmig sind, bis hin zu agglomerierten, zementartigen monolithischen Erscheinungsformen mit einer Teilchengröße, die größer als ein Baseball ist), wie von James9,10 beschrieben wurde. Diese Rückstände entstehen beim Rösten von Chromiterzen in Röstöfen unter alkalischen Oxidationsbedingungen, wie sie zur kommerziellen Extraktion und Erzeugung verschiedener Chromverbindungen herangezogen werden3,11. Da dieses Extraktionsverfahren unvollständig abläuft, enthält der CEAR noch lösliche und unlösliche Cr(VI)-Rückstände12. Der CEAR ist ferner stark alkalisch und weist typischerweise einen pH-Wert von über 11 auf, da beim Röstprozeß ungelöschter Kalk (CaO) und Soda (Na2CO3) verwendet werden3. Die Farbe dieser Rückstände kann je nach der Herkunft des Erzes und den beim Röstprozeß eingesetzten Materialien variieren, wobei jedoch grauschwarze und rötlichbraune Materialien typisch sind.

Über viele Jahrzehnte dieses Jahrhunderts bis in die 1970- er Jahre wurden CEAR zusammen mit anderen Verfüllmaterialien zur Trockenlegung von Sumpfgebieten in der Nähe von chemischen Fabriken, bei denen die Rückstände anfielen, verwendet. Der Gehalt an Cr(VI) und der Gesamtchromgehalt dieser CEAR-enthaltenden Böden/Materialien variiert sehr stark aufgrund zahlreicher Faktoren, zu denen die Herkunft und die Eigenschaften der aufbereiteten Chromiterze, die bei der Erzaufbereitung zugesetzten Materialien, die angewandten Verarbeitungsbedingungen zum Zeitpunkt des Anfallens der Rückstände aus dem Prozeß, die Art der Böden oder der Verfüllmaterialien, mit denen die CEAR bei der Deponierung gemischt wurden, sowie das Ausmais der Verwitterung und anderer Wettereinflüsse, die seit dem Verbringen in die Umwelt auftraten, gehören.

Für Böden, die stark mit CEAR angereichert sind, kann die Gesamtkonzentration an Chrom mehr als 30000 mg/kg betragen, wobei etwa 33 bis 66% als Cr(VI) vorliegen. Derartig hohe Gesamtkonzentrationen an Chrom und Cr(VI) in CEAR- enthaltenden Böden treten allerdings nur selten auf, mit Ausnahme von Geländen, bei denen eine überwiegende Verfüllung mit CEAR vorgenommen wurde. Typische CEAR-enthaltende Böden weisen Gesamtchromkonzentrationen von einigen Hundert bis 4000 mg/kg auf, wobei die Konzentrationen an Cr(VI) etwa 1 bis 8% des gesamten Chromgehalts ausmachen. Die anderen Hauptkationen in CEAR-angereicherten Böden sind typischerweise Eisen, Aluminium, Calcium und Magnesium, deren Konzentrationen ebenfalls in Abhängigkeit von der Herkunft des Chromiterzes, den Verarbeitungsbedingungen und dem Mischen mit CEAR mit anderen Verfüllmaterialien innerhalb weiter Bereiche variieren können13.

Im Vergleich mit CEAR-enthaltenden Böden enthalten natürliche Böden in den Vereinigten Staaten einen Gesamtgehalt an Chrom von 1 bis 2000 mg/kg bei einem Mittelwert von 54 mg/kg14, wobei die Konzentrationen an Chrom, das als Cr(VI) vorliegt, vernachlässigbar gering sind. Auch in CEAR- enthaltenden Böden, die mit Rückständen, Sedimenten oder an organischen Materialien reichen Böden gemischt wurden, können die Cr(VI)-Konzentrationen auf nicht erfaßbaren Niveaus liegen (≤ 5 mg/kg); dies ist durch den reduzierenden Zustand der Bodenmatrix bedingt12,15, wobei die Gesamtkonzentration an Chrom sogar mehr als 10000 mg/kg betragen kann.

Es ist in der Praxis üblich, mit Cr(VI) kontaminierte Böden/Materialien durch physikalische Entnahme und/oder Isolierung zu sanieren (z. B. durch Verfestigung/Stabilisierung, Einkapselung, Einschließen in Schlammbecken, Einschließen in mit Deckeln verschlossenen Behältnissen etc.)16. In der Patentschrift US 4 504 321 ist angegeben, daß die Kombination von Chromerzabfällen mit bestimmen Schlämmen oder Baggerschlamm unter Zusatz von 5 bis 30% fein vermahlener Hochofenschlacke zu einer Stabilisierung des Gemisches führt, das nach der Härtung in einem gehärteten Zustand vorliegt. In der Patentschrift US 3937785 ist ferner ein Verfahren angegeben, das die Verringerung der Teilchengröße von CEAR durch Mahlen in der Weise, daß mindestens 20 Gew.-% durch ein Sieb mit einer Maschenweite von 0,074 mm (Siebgröße 200 mesh) hindurchgehen, das Ausbluten von löslichem Cr(VI) aus CEAR-enthaltenden Böden beim Kontakt mit Wasser am Deponieort verringert werden kann. Eine andere physikalische Behandlungstechnik zur Sanierung von Orten mit Cr(VI)-belasteten Böden besteht darin, daß die Böden entweder ausgehoben und gewaschen oder am Ort gespült werden 16. Dieses Verfahren ist jedoch typischerweise in seiner Wirksamkeit begrenzt, sofern es sich nicht um Böden handelt, die leicht auslaugbare Cr(VI)-Verbindungen enthalten. Ein Problem, das bei den meisten Verfahren nach dem Stand der Technik auftritt, besteht darin, daß Verfahren zur physikalischen Entnahme, Verfahren des Verbringens an andere Orte oder Verfahren zur Isolierung üblicherweise nicht zu einer Umwandlung von Cr(VI) in einen weniger gefährlichen Wertigkeitszustand führen. Nach diesen Verfahren werden die mit Cr(VI) kontaminierten Materialien (1) lediglich in eine andere Deponie verbracht, (2) in einen Wasserstrom aufgenommen, der dann zur Reduktion des Cr(VI) und zu dessen Entfernung aus dem Wasser behandelt werden muß, oder (3) an dem Ort, wo sie vorliegen, physikalisch eingeschlossen, wobei sie in diesem Fall wegen der möglichen unkontrollierten Freisetzung von Cr(VI) in die Umwelt eine langfristige Gefahr darstellen.

Die Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) stellt eine Möglichkeit dar, die Toxizität und Beweglichkeit des in den Böden/Materialien vorliegenden Cr(VI) zu verringern, ohne daß eine Extraktion oder eine Änderung des Gesamtchromgehalts der Materialien erforderlich ist. Verfahren zur chemischen Reduktion, bei denen Cr(VI) in wäßrigen oder festen Materialien zu Cr(III) reduziert wird, wurden im Stand der Technik bereits beschrieben, wobei in einigen Fällen die Verfestigung/Stabilisierung mit der Cr(VI)-Reduktion kombiniert ist, um eine stärkere Verringerung der Gefährlichkeit des behandelten Materials zu erzielen. In dem Patent US 5 397 478 ist ein Verfahren zur Cr(VI)-Reduktion und zur Stabilisierung und Fixierung des Chroms in kontaminierten Materialien beschrieben. Die Cr(VI) enthaltenden Böden oder Abwässer werden zunächst mit einem Reduktionsmittel, wie Natriumdithionit, Natriumhydrogensulfit, Eisen(II)sulfat, Schwefeldioxid oder einer von mehreren Formen von Natriumsulfit, und anschließend durch Zugabe von ungelöschtem Kalk behandelt, um das reduzierte Chrom zu stabilisieren, wonach sich eine abschließende Behandlung durch Zusatz von Phosphat anschließt, um die Bindung des Chroms zur vervollständigen.

Bei dem Stand der Technik entsprechenden chemischen Verfahren wurde eine Vielzahl von Mitteln zur Reduktion und. Behandlung für Cr(VI) angegeben, wozu die folgenden Beispiele gehören: (1) reduzierende Zucker, wie Saccharose, Glucose und Maltose (US 3 784 669); (2) wasserunlösliche Bleiverbindungen (z. B. Bleioxid, Bleicarbonat und Bleihydroxid) zur Fällung von Bleichromat aus Abwässern (US 3 791 520); (3) Bariumcarbonat zur direkten Fällung und Gewinnung von Chrom aus Abwässern, die Chromsäure und/oder Metallchromate in einem wäßrigen Medium enthalten, das mit Eisessig angesäuert wird (US 3 969 246); (4) nicht pulverförmiges elementares Eisen zur Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) durch Behandlung von angesäuerten Industrieabwässern in einem kontinuierlichen Absetzsystem (US 4 108 770); (5) Wasserstoffperoxid und Oxalsäure, Äpfelsäure oder Maleinsäure unter Anwendung von Polyvinylalkohol und ungelöschtem Kalk zur Fällung von Cr(OH)2 aus Cr(VI)-belasteten Abwässern (US 4 321 149) sowie (6) Alkalidithionite zur Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) in Abfallmaterialien mit anschließender Abtrennung des kopräzipitierten Materials aus dem Abwasser (US 5 200 088).

Ein weiteres chemisches Verfahren, das in US 4 798 708 beschrieben ist, stellt ein kompliziertes Verfahren dar, bei dem Chrom aus chromhaltigen Materialien unter Verwendung von einem oder mehreren Metallen, z. B. Cobalt, Nickel, Molybdän, Wolfram, Aluminium, Eisen und Zinn, dadurch gewonnen wird, daß das chromhaltige Material durch Sprühtrocknung in ein fließfähiges Pulver übergeführt und in einem alkalischen oxidierenden Milieu erhitzt wird, worauf eine wäßrige Aufschlämmung erzeugt und der pH-Wert auf etwa 9,6 eingestellt wird, um unlösliche Metalle, (d. h. Cobalt, Nickel, Eisen und Aluminium) zu binden; anschließend wird der pH auf einen Wert unter 2 eingestellt und Methanol in einer Menge zugegeben, die ausreicht, um Cr(VI) zu Cr(III) zu reduzieren. Danach wird Adsorption an Aktivkohle angewandt, um Wolfram und Molybdän aus der Suspension abzutrennen, worauf der pH-Wert mit einer Base auf etwa 5,0 bis 8,5 eingestellt wird, um einen Niederschlag zu erzeugen; abschließend wird praktisch das gesamte Chrom aus dem resultierenden Überstand abgetrennt.

Bei einem weiteren, in US 5 285 000 angegebenen Verfahren wird Metall-belasteter Boden mit Eisen(II) behandelt, um Cr(VI) zu Cr(III) zu reduzieren, wonach Natriumsilicat zugesetzt wird, um ein undurchlässiges Gel zu erzeugen, das die Durchlässigkeit der behandelten Bodenmatrix verringert. In den Patenten US 4 401 573 und US 4 560 546 ist angegeben, daß durch Behandlung von Chrom-belasteten Abwässern mit Essigsäure oder Alkaliacetaten und Alkalihydroxiden bei 40 bis 100°C und pH- Werten über 6,5 Chromhydroxid erhalten wird, das zur Gewinnung des Chroms schnell filtrierbar ist. Die chemische Behandlung durch Zugabe von Eisenpartikeln und mechanisches Rühren zur Reduktion des Cr(VI) und anschließende pH- Einstellung und Abtrennung der unlöslichen Niederschläge aus Abwasser wurde ebenfalls im Stand der Technik angegeben (US 5 380 441).

Neben den chemischen Reduktionsverfahren wurden biologische Sanierungsverfahren zur Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) entwickelt. In US 5 062 956 ist ein Behandlungsverfahren zur Sanierung von mit Cr(VI) kontaminierten Bodenwässern beschrieben, bei dem Sulfat-reduzierende anaerobe Bakterien und ein alkalisches Additiv eingesetzt werden, um Cr(VI) zu Cr(III) zu reduzieren und Cr(III) in Form eines unlöslichen Hydroxids zu immobilisieren. Später wurde in US 5 155 042 ein weiteres Verfahren zur biologischen Sanierung beschrieben, bei dem mit Cr(VI) kontaminierte feste Rückstände zuerst mit Säure behandelt werden, um das Cr(VI) von den Feststoffen abzutrennen, wobei eine wäßrige Lösung mit einem pH-Wert im Bereich von 6,5 bis 9,5 erhalten wird, worauf Sulfat-reduzierende anaerobe Bakterien und Nährstoffe zugegeben werden, um Cr(VI) zu Cr(III) zu reduzieren. Eine Abwandlung dieses Ansatzes ist in US 5 562 588 beschrieben; bei diesem Verfahren werden Cr(VI)-belastete Feststoffe in situ mit einer Mineralsäure oder einer Base gemischt, um den pH- Wert auf 6,5 bis 9,5 einzustellen, worauf mit einem organischen Material, wie Tierdung oder Torf, gemischt wird, um Bakterien und Nährstoffe zur Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) zur Verfügung zu stellen, ohne daß hierzu der Boden aus dem Untergrund ausgehoben werden muß. In dieser Patentschrift ist ferner angegeben, daß die zur Behandlung dienenden Materialien vor Ort unter Verwendung eines Erdbohrers mit Hohlwelle oder einer anderen geeigneten mechanischen Mischeinrichtung ausreichend mit dem Cr(VI)- belasteten Boden gemischt werden sollten, sowie, daß Eisen(II)sulfat zur Erhöhung der Cr(VI)-Reduktionsrate zugesetzt werden kann.

Schließlich ist in US 5 202 031 ein Hybridverfahren beschrieben, bei dem eine chemische Reduktion und ein mechanisches Mischen in situ durchgeführt werden; bei diesem Verfahren wird ein fester Abfall, der Arsen, Cadmium, Chrom und/oder Kupfer enthält, zunächst mit einem Phosphat oder Carbonat oder Eisen(II)sulfat sowie gegebenenfalls mit einem Mittel zur pH-Kontrolle gemischt; anschließend wird entweder das Material auf der Oberfläche des Bodens verteilt und mit einer oder mehreren mechanischen Vorrichtungen eingemischt, oder es wird eine Einrichtung zur Einspritzung von Chemikalien und zum Mischen verwendet, z. B. eine Vorrichtung mit Düsen unter Ausbringung von Bohrlöchern, durch Anlegen von Sickerstrecken oder unter Verwendung eines Erdbohrers mit Hohlwelle, um ein mechanisches Mischen vor Ort zu erzielen.

Aus mindestens einem der nachstehenden Gründe werden die meisten der oben angeführten patentierten Verfahren gegenwärtig nicht zur Behandlung von Cr(VI) enthaltenden Böden, Sedimenten, Verfüllmaterialien oder Abfällen oder zur Sanierung von mit Cr(VI) kontaminiertem Gelände herangezogen; diese Gründe sind: (I) Kompliziertheit des Verfahrens, (2) die Transportwege und die Materialkosten, die das Verfahren notwendigerweise mit sich bringt, (3) die Schwierigkeit der Entsorgung von Rückständen, die bei dem Verfahren entstehen, (4) die nur geringe Effektivität hinsichtlich der Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III), (5) Komplikationen, die mit am betreffenden Ort in nur geringer Tiefe liegendem Grundwasser verbunden sind, und/oder (6) die hohen Kosten, die mit der Anwendung des Verfahrens verbunden sind. Darüber hinaus unterliegen die meisten Verfahren des Standes der Technik Einschränkungen hinsichtlich des Bereichs der Materialien, die gleichzeitig behandelt werden können, insbesondere bei einer Kontamination mit Cr(VI), die in der gleichen Bodensäule eines Geländes sowohl in mit Wasser gesättigtem Boden als auch in nicht mit Wässer gesättigtem Boden vorliegt.

Aus DE 42 09 180 war ein Verfahren zur Beseitigung von Schwermetallen aus wäßrigen Medien bekannt, bei dem die zu beseitigenden Schwermetalle mit organischen Reduktionsmitteln zum freien Metall reduziert und dann mit physikalischen Trennmethoden in elementarer Form aus dem wäßrigen Medium abgetrennt werden. Als vorteilhaftes Reduktionsmittel ist Ascorbinsäure erwähnt, jedoch sind auch andere organische Reduktionsmittel genannt, wie z. B. Isoascorbinsäure, Trioseredukton und Reduktinsäure und entsprechende Salze sowie Derivate dieser Stoffe, wie Ascorbylpalmitat, Ascorbylpolyphosphate und Ascorbylpolysulfate. Mit diesen Reduktionsmitteln läßt sich Cr(VI) oder Cr(III) nicht zum Metall reduzieren. Eine partielle Reduktion von Schwermetallionen zu einem niedrigeren Wertigkeitszustand ist bei diesem bekannten Verfahren nicht vorgesehen.

DE 44 44 033 lehrt andererseits die Entgiftung von chromathaltigem Bauschutt, Erdreich oder Deponiematerial durch ein Verfahren, bei dem die Chromationen durch Reduktion mit Eisen(II)-Salzen in Cr(III)-Ionen umgewandelt und als entsprechendes Hydroxid ausgefällt werden. Als Beispiel für Eisen(II)-Salze ist lediglich FeSO4 angegeben. Bereits wegen des Eintrags von Eisenionen wie auch des entsprechenden Anions, z. B. von Sulfationen, ist diese Verfahrensweise außerordentlich nachteilig, zumal noch Calciumhydroxid oder Natriumcarbonat zur Einstellung eines alkalischen pH-Werts eingesetzt werden muß. Ascorbinsäure ist in dieser Druckschrift nicht genannt.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Verringerung der Konzentration potentiell toxischer Formen von Chrom, die in der Umwelt vorliegen, insbesondere der Reduktion von sechswertigem Chrom zu weniger toxischen Formen, im Prinzip zu dreiwertigem Chrom, durch Reduktion mit Ascorbinsäure anzugeben.

Eine Teilaufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Reduktion von sechswertigem Chrom mit Ascorbinsäure anzugeben, bei dem die Ascorbinsäure in situ auf Chrom-kontaminierte Böden angewandt wird, ohne daß die Böden/Materialien von ihrem Lagerort entnommen werden müssen.

Eine weitere Teilaufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren zur Analyse Chrom-kontaminierter Böden anzugeben, mit dem die geeignete Menge an Ascorbinsäure bestimmt werden kann, die eingesetzt werden muß, um das angestrebte Niveau der Verringerung der Konzentration an sechswertigem Chrom zu erzielen.

Eine weitere Teilaufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Behandlung Chrom-kontaminierter Böden anzugeben, die sich prinzipiell in den oberflächennahen Schichten befinden.

Eine weitere Teilaufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren anzugeben, mit dem eine schnelle Reduktion von sechswertigem Chrom in einem einstufigen Verfahren möglich ist, bei dem Ascorbinsäure eingesetzt wird.

Eine weitere Teilaufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Messung und Bewertung der Wirksamkeit eines Verfahrens zur schnellen Reduktion von sechswertigem Chrom zu dreiwertigem Chrom unter Verwendung von Ascorbinsäure anzugeben.

Eine weitere Teilaufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Reduktion von sechswertigem Chrom zu dreiwertigem Chrom unter Verwendung von Ascorbinsäure anzugeben, bei dem das behandelte Material nach der Reduktion im niedrigeren Wertigkeitszustand verbleibt.

Eine weitere Teilaufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Behandlung von mit sechswertigem Chrom kontaminierten Materialien anzugeben, bei dem das sechswertige Chrom zu dreiwertigem Chrom reduziert wird, das dann nach der Reduktion in einem stabilen Wertigkeitszustand vorliegt.

Die Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindungskonzeption.

Die vorliegende Erfindung beruht auf einem vom Stand der Technik verschiedenen Konzept zur Verringerung der Konzentration an Cr(VI) in situ wie auch ex situ. Die vorliegende Erfindung gibt ein Verfahren an, bei dem eine einzige organische Verbindung, Ascorbinsäure, den Cr(VI)-belasteten Böden in situ oder ex situ zugesetzt und damit vermischt wird. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung müssen die Materialien nicht aus dem Boden oder einer anderen Ablagerungsstätte oder Deponie, in die sie verbracht wurden, entnommen werden. Hierdurch werden sowohl die Kosten als auch der zur Reinigung einer kontaminierten Stelle erforderliche Aufwand signifikant verringert. Alternativ dazu kann das Verfahren auch auf mit Cr(VI) kontaminierte Böden angewandt werden, die aus dem Boden oder einer anderen Ablagerungsstelle entnommen oder ausgehoben wurden (ex situ). Ascorbinsäure stellt eine ungiftige Substanz dar, die bei richtiger Handhabung gemäß den Sicherheitsvorschriften des Herstellers innerhalb eines sehr weiten Konzentrationsbereichs eingesetzt werden kann, ohne daß hierbei Probleme hinsichtlich der menschlichen Gesundheit oder hinsichtlich einer Schädigung der Umwelt vorliegen. Zur Durchführung der vorliegenden Erfindung kann Ascorbinsäure in Form einer wäßrigen Lösung oder einer übersättigten Aufschlämmung den Böden zugesetzt werden. Alternativ dazu ist es auch möglich, die Ascorbinsäure in trockener Form anzuwenden, wenn der Boden einen geeigneten Feuchtigkeitsgehalt aufweist, aufgrund dessen ein ausreichendes Mischen und eine ausreichende Auflösung der Ascorbinsäure gewährleistet sind.

Zur Durchführung des Verfahrens wird zunächst die Konzentration an Cr(VI) in dem Material ermittelt, und zwar vorzugsweise zusammen mit Hilfsparametern, wie dem pH-Wert und dem Redoxpotential Eh, die dazu beitragen, den Redoxzustand der zu behandelnden Böden zu charakterisieren. Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird eine überschüssige Menge an Ascorbinsäure, bezogen auf die für die ermittelte Cr(VI) Konzentration erforderliche theoretische stöchiometrische Menge, zugesetzt. Der Überschuß wird angewandt, um eine Menge an Ascorbinsäure zur Verfügung zu stellen, die sowohl gebundene als auch nicht gebundene Formen von Cr(VI) in den Böden/Materialien in ausreichendem Maß reduziert. Mehrere Proben werden mit unterschiedlichen Mengen Ascorbinsäure behandelt und analysiert, um die Menge an Ascorbinsäure zu ermitteln, die erforderlich ist (Überschuß gegenüber der theoretischen stöchiometrischen Menge), um die angestrebte Verringerung der vorliegenden Konzentration an Cr(VI) zu erzielen. Das behandelte Material wird typischerweise hinsichtlich der Konzentration an Cr(VI), des pH-Werts und des Redoxpotentials Eh analysiert. Aufgrund dieser Daten kann die geeignete Menge an zuzusetzender Ascorbinsäure ausgewählt und in situ oder ex situ mit den zu behandelnden Böden gemischt werden, was entweder in einem einstufigen Verfahren oder in einem mehrstufigen Verfahren erfolgen kann, um Cr(VI) zu Cr(III) zu reduzieren und das angestrebte Behandlungsergebnis zu erreichen.

Im Rahmen der Erfindung wurde festgestellt, daß Ascorbinsäure im Vergleich mit anderen, üblichen organischen Säuren, wie Essigsäure und Citronensäure, und mit zahlreichen anderen organischen Verbindungen, die als potentielle Reduktionsmittel anzusehen sind, ein erheblich effektiveres Reduktionsmittel zur Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) in Cr(VI)-belasteten Böden darstellt. Ferner wurde überraschend festgestellt, daß die Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) in Cr(VI) enthaltenden Böden mit Ascorbinsäure signifikant schneller erfolgt, als dies für andere in Frage kommende organische Reduktionsmittel sowie bei im Stand der Technik beschriebenen biologischen Sanierungsverfahren der Fall ist. Nach Zugabe der Ascorbinsäure wurde eine signifikante Verringerung der Konzentration an Cr(VI) in wenigen Stunden erzielt, was im Vergleich mit anderen organischen Reduktionsmitteln, bei denen Zeiten von einigen Tagen erforderlich sind, sowie mit biologischen Sanierungsverfahren, bei denen typischerweise einige Monate erforderlich sind, um ähnliche Ergebnisse zu erzielen, besonders überraschend ist.

Ferner wurde bei Laboruntersuchungen, bei denen stark alkalische, CEAR-belastete Böden mit Ascorbinsäure bzw. einer Mineralsäure behandelt wurden, überraschend festgestellt, daß im Fall der Verwendung von Ascorbinsäure nur minimale Gasmengen erzeugt wurden, während im Fall der Mineralsäure erhebliche Gasmengen und erhebliche Wärmemengen freigesetzt wurden. Diese Feststellung ist im Hinblick auf Feldanwendungen von Bedeutung, bei denen die Bildung von überschüssigem Gas (1) die Menge an Additiv(en), die in situ eingemischt werden können, begrenzen könnte, und (2) eine wirksame Verringerung der Cr(VI)-Konzentration, die im Stand der Technik beschrieben wurde, verhindern könnte.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Verringerung der Konzentration an Cr(VI) in Chrom-kontaminierten Böden durch Reduktion des Cr(VI) zu Cr(III) mit Ascorbinsäure beruht darauf, daß die Ascorbinsäure in einer Menge eingesetzt wird, die mindestens der zweifachen stöchiometrischen Menge entspricht.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform werden folgende Schritte durchgeführt:

  • 1. Gewinnung repräsentativer Proben der kontaminierten Böden,
  • 2. Mischen der Proben mit variierenden Dosiermengen an Ascorbinsäure,
  • 3. Messung der Konzentration an in den Proben verbliebenem sechswertigem Chrom in Abhängigkeit von der Zeit nach dem Mischen,
  • 4. Messung des Redoxpotentials der Proben in Abhängigkeit von der Zeit nach dem Mischen und
  • 5. Auswahl der Dosiermenge an Ascorbinsäure, mit der die Konzentration des sechswertigen Chroms auf das gewünschte Niveau verringert und ein erniedrigtes Redoxpotential aufrechterhalten wird, das der angestrebten Verringerung der Konzentration an sechswertigem Chrom entspricht.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zur Behandlung des Cr(VI) an Orten, wo die Cr(VI)-belasteten Böden sowohl in der nicht mit Wasser gesättigten Zone, oberhalb des Grundwasserspiegels, als auch in der gesättigten Zone, unterhalb des Grundwasserspiegels, vorliegen, wobei das Cr(VI) sowohl in den Bodenschichten als auch gleichzeitig im zugehörigen Grundwasser behandelt werden kann. Dem Fachmann sind mechanische Vorrichtungen zum Einbringen bzw. Einspritzen und zum Mischen geläufig, mit denen bis zu einer Tiefe von mehr als 15 m unter der Bodenoberfläche gearbeitet werden kann und mit denen eine gleichzeitige Zufuhr von Ascorbinsäure und ein Mischen mit dem Cr(VI)-belasteten Boden in situ in einem einzigen Schritt möglich ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner auch zur Behandlung von Cr(VI)-belasteten Böden im Oberflächenbereich bis zu einer Tiefe von einigen Metern unter der Oberfläche eingesetzt werden, wenn eine Verringerung der Konzentration an Cr(VI) lediglich für diese oberflächlichen Bodenschichten erforderlich oder angestrebt ist. Die Ascorbinsäure kann in Form einer wäßrigen Dispersion, insbesondere einer Suspension, bevorzugt einer wäßrigen Aufschlämmung, oder einer Lösung oder auch in trockener Form zugegeben werden. Das Mischen kann in situ zusammen mit dem Einbringen der Ascorbinsäure in einem einzigen Schritt oder auch in mehreren Anwendungen bzw. Schritten erfolgen. Je nach dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens kann es erforderlich sein, dem Boden Wasser zuzuführen, um ein ausreichendes Einmischen zu ermöglichen, um eine Solubilisierung der Ascorbinsäure mit dem Cr(VI)- belasteten Material zu erreichen.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner auch zur Behandlung von Böden herangezogen werden, die in Behältern oder Erdverbauungen gelagert oder aus dem Boden oder einer anderen Ablagerungsstätte oder Deponie entnommen (z. B. ausgebaggert oder ausgehoben) wurden. Zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens der Behandlung mit Ascorbinsäure können herkömmliche Vorrichtungen verwendet werden, z. B. Bagger, Fördersysteme, Systeme zur Zufuhr von Chemikalien, Mörtelmischvorrichtungen, Frontlader und Transportfahrzeuge, die dem Fachmann auf dem Gebiet der Behandlung kontaminierter Böden an sich geläufig sind.

Heim erfindungsgemäßen Verfahren ist es üblicherweise nicht erforderlich, den pH-Wert der Cr(VI) enthaltenden Böden einzustellen; ferner ist auch kein Zusatz weiterer organischer Materialien oder von Nährstoffen, Bakterien oder anderen Mikroorganismen und dementsprechend auch keine anschließende Aufrechterhaltung geeigneter pH- Bedingungen für ihre Vermehrung erforderlich. Im Gegensatz zu einigen Verfahren nach dem Stand der Technik, bei denen die Zufuhr von Wärme erforderlich ist, kann das erfindungsgemäße Verfahren an Cr(VI)-belasteten Böden bei Umgebungstemperaturen und Atmosphärendruck durchgeführt werden. Das Erfindungskonzept erlaubt eine schnellere, gründlichere und zugleich wirtschaftliche Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden im Vergleich mit Verfahren nach dem Stand der Technik.

Die Ascorbinsäure wird erfindungsgemäß vorteilhaft in situ mit den kontaminierten Böden gemischt.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren werden die Gefährdungen, die mit einigen im Stand der Technik verwendeten Zusätzen verbunden sind (z. B. mit Wasserstoffperoxid, Schwefelsäure, Eisen(II)sulfat, ungelöschtem Kalk, Hydrazin), vermieden. Das einzige Additiv, das beim erfindungsgemäßen Verfahren angewandt wird, nämlich die Ascorbinsäure, bringt bei Anwendung gemäß den Sicherheitsinstruktionen des Herstellers keinerlei gesundheitliche oder umweltmäßige Risiken mit sich und insbesondere keine Risiken für mit Sanierungsarbeiten befaßte Arbeiter, Anwohner und/oder andere Arbeiter in der näheren und/oder weiteren Umgebung, da die Ascorbinsäure für den Menschen praktisch keine potentielle Toxizität aufweist. Im Gegenteil hat Ascorbinsäure eine große Bedeutung für die menschliche Gesundheit hinsichtlich der Vermeidung von Skorbut und wird als nützlicher Ergänzungsstoff für Nahrungsmittel eingesetzt.

Es wird angenommen, daß die beim erfindungsgemäßen Verfahren stattfindenden Reduktionsreaktionen durch die nachstehende chemische Gleichung beschrieben werden können, bei der Ascorbinsäure verbraucht und Dehydroascorbat gebildet und gleichzeitig das Chromation zum dreiwertigen Zustand in Form von Chromhydroxid reduziert wird, also zu einer unlöslichen Verbindung, die keiner Reoxidation unterliegt:



CrO42 + 2H+ + 1,5C6H8O6 → Cr(OH)3 + 1,5C6H6O6 + H2O (1)

Obgleich anzunehmen ist, daß diese Beziehung repräsentativ ist und den prinzipiellen Mechanismus für die Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) durch Ascorbinsäure darstellt, besteht die Möglichkeit, daß andere chemische Reaktionen gleichzeitig und möglicherweise mit von dieser Reaktion verschiedenen Reaktionsgeschwindigkeiten ablaufen. Wie aus der nachstehenden Beschreibung hervorgeht, läßt der Umstand, daß Überschußmengen gegenüber den oben definierten stöchiometrischen Mengen in realen Systemen erforderlich sind, vermuten, daß andere Reaktionen, und möglicherweise konkurrierende Reaktionen, ebenfalls beteiligt sind. Unabhängig davon beträgt die stöchiometrische Menge an Ascorbinsäure, die erforderlich ist, um 1 g Cr(VI) zu Cr(III) in Form von unlöslichem Chromhydroxid zu reduzieren, bezogen auf die obige Gleichung (1) als Bezugsgleichung, 5,1 g.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung besteht der erste Schritt bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens darin, die Cr(VI)-Konzentration repräsentativer Proben der zu behandelnden Böden zu messen. Dies kann durch Anwendung des Standardverfahrens der alkalischen Extraktion und der Analysenprozedur, wie von Vitale et al.12 beschrieben, geschehen. Es ist ferner auch wichtig, Hilfsparameter, wie die Gesamtchromkonzentration, den pH-Wert und das Redoxpotential Eh, zu messen, wie von James et al.15 diskutiert wurde, was dazu beiträgt, den veränderten Redoxzustand (verstärkt reduzierender Zustand) des behandelten Materials im Vergleich zum unbehandelten Material zu bestätigen.

Bezogen auf die ermittelte Konzentration an Cr(VI) kann die stöchiometrische Menge Ascorbinsäure, die erforderlich ist, um Cr(VI) in dieser Konzentration zu reduzieren, nach Gleichung (I) berechnet werden. Zusätzlich werden einige Vielfache der stöchiometrischen Menge, typischerweise im Bereich der zweifachen bis neunfachen Menge, berechnet. Die Ermittlung der stöchiometrischen Menge und der darauf bezogenen Vielfachen dient dazu, den Dosiermengenbereich für die Ascorbinsäure zu ermitteln, innerhalb dessen die Cr(VI)- kontaminierten Materialien zu testen sind. Wie aus den nachstehenden Beispielen hervorgeht, variiert die Wirksamkeit unterschiedlicher Dosiermengen mit der Probe. Dies ist aus mehreren Gründen auch zu erwarten: (1) Materialien, von denen die Proben genommen werden, sind selbst dann, wenn sie von der gleichen Stelle stammen, nicht homogen; (2) die Proben stellen komplexe organische und anorganische Gemische von Cr(VI)-kontaminierten Materialien dar; (3) Art und Herkunft der Cr(VI)-kontaminierten Materialien variieren innerhalb weiter Bereiche.

So führt beispielsweise, wie oben diskutiert wurde, die Chromiterzaufarbeitung zu CEAR mit unterschiedlicher Teilchengröße, unterschiedlicher Alkalinität und unterschiedlicher physikalischer wie auch chemischer Zusammensetzung. So wurde festgestellt, daß typischerweise stöchiometrische Vielfache vom 2-Fachen bis zum 7,5-Fachen günstig und ausreichend sind, um den Bereich der untersuchten Materialien abzudecken. Es ist jedoch klar, daß ein Fachmann, der die Erfindung anwendet, Umstände erkennt, unter denen ein weiterer Bereich von stöchiometrischen Vielfachen angewandt werden sollte.

Die stöchiometrische Dosiermenge sowie Vielfache davon werden anschließend zu repräsentativen unbehandelten Proben des Cr(VI)-belasteten Materials zugegeben und ausreichend mit ihm vermischt. Ferner wird eine Kontrollprobe (ohne Ascorbinsäure) zur Grundlinienmessung verwendet. Drei Hauptmessungen werden an den behandelten Materialien in Abhängigkeit von der Zeit nach dem Mischen vorgenommen, nämlich die Messung der Cr(VI)-Konzentration, die Messung des Redoxpotentials Eh und die Messung des pH-Werts. Diese drei Messungen können verwendet werden, um folgende Bestimmungen durchzuführen: (1) ob eine ausreichende Verringerung der Cr(VI)-Konzentration bei einem gegebenen Material erzielt wurde, sowie, (2) ob die Konzentration des durch Reduktion erhaltenen Cr(III) wahrscheinlich zeitlich erhalten bleibt.

Beim chemischen Reduktionsverfahren gemäß der vorliegenden Erfindung müssen, wie aus Beobachtungsergebnissen hervorgeht, folgende Vorgänge stattfinden: die Ascorbinsäure, die sich in Lösung befindet, dringt in die Poren und in die Zwischenräume zwischen den Bodenpartikeln ein und verteilt sich darin und reduziert Cr(VI) zu Cr(III). Wenn die Ascorbinsäure in einer Dosiermenge angewandt wird, die einen ausreichenden Überschuß gegenüber der theoretischen Menge darstellt, wird die angestrebte Cr(VI)-Reduktion erzielt. Das erwünschte Niveau der Verringerung der Konzentration an Cr(VI) hängt von einer Anzahl von Faktoren ab, zu denen, inter alia, der Ort, an dem sich die kontaminierten Materialien befinden, die Möglichkeit, daß Menschen damit in Kontakt kommen, sowie die zum Anwendungszeitpunkt geltenden Umweltvorschriften und Sanierungskriterien gehören. Ein derartiges Kriterium für die Reduktion ist in den Vereinigten Staaten die von der US-Umweltbehörde USEPA aufgestellte Bodenauswahlrichtlinie ('Soil screening guideline') von 1996, die auf in den USA als 'Superfund'-Orte bezeichnete Stellen anwendbar ist, an denen Cr(VI)-kontaminierte Böden, die sich in Wohnbereichen befinden, saniert werden sollen. Nach dieser Richtlinie gilt eine maximale Bodenkonzentration von 270 mg Cr(VI)/kg, bezogen auf die Exposition durch Inhalation17.

Unter Bezug auf die Ergebnisse der Tests zur Behandelbarkeit repräsentativer Proben, wie oben beschrieben, wird eine Dosiermenge (Vielfaches der stöchiometrischen Menge) ausgewählt, die zu der gewünschten Verringerung der Cr(VI)- Konzentration führt. Die Ascorbinsäure wird als wäßrige Lösung oder übersättigte Aufschlämmung in situ oder ex situ unter ausreichendem chemischem und mechanischem Mischen angewandt, um eine Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) in den Böden zu erzielen. In Abhängigkeit von der Zielsetzung der Verringerung der Konzentration für einen gegebenen kontaminierten Ort und von dem Ansprechen der Böden auf die Ascorbinsäurebehandlung können geeignete stöchiometrische Vielfache aufgrund der Testergebnisse ausgewählt werden, um die Konzentration an Cr(VI) über einen kurzen oder langen Zeitraum zu verringern. Größere Vielfache der Ascorbinsäuremenge führen typischerweise zu einer schnelleren Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) als kleinere Vielfache, jedoch sind mit der Anwendung größerer Mengen an Ascorbinsäure höhere Kosten verbunden. Wenn die angestrebte Verringerung der Cr(VI)-Konzentration für einen längeren und akzeptablen Zeitraum mit einem kleineren Vielfachen der stöchiometrischen Menge erzielt werden kann, kann es aus wirtschaftlichen Gründen vorteilhaft sein, das kleinere Vielfache auszuwählen. Bei einer solchen Auswahl sollten ferner auch die anderen Kostenanteile berücksichtigt werden, die mit der Lieferung und dem Mischen der Ascorbinsäure mit den zu behandelnden Böden verbunden sind. Die Ascorbinsäurelösung oder Ascorbinsäureaufschlämmung kann den Böden zugesetzt und gleichzeitig damit vermischt werden; es ist jedoch auch möglich, die Zugabe zuerst vorzunehmen und anschließend zu mischen. Das Mischverfahren und die Dauer des Mischens hängen hauptsächlich vom Feuchtigkeitsgehalt, der Viskosität, dem Kohäsionsvermögen und anderen Eigenschaften der Böden ab, welche die Wirksamkeit der ausgewählten Vorrichtung, die Ascorbinsäure ausreichend mit dem Cr(VI)- belasteten Material zu mischen, beeinflussen. Wie oben angegeben, sind Mischverfahren und Vorrichtungen dem Fachmann auf dem Gebiet der Bodensanierung geläufig; hierzu gehören, unter anderem, in größeren Bodentiefen arbeitende Mischvorrichtungen oder landwirtschaftliche Geräte, die zum Mischen relativ oberflächennaher Bodenbereiche verwendet werden. Von den behandelten Böden können Proben gesammelt und analysiert werden, um festzustellen, ob die Behandlungsziele auch erreicht wurden.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch unter Verwendung der Ascorbinsäure in trockener Form durchgeführt werden, wenn sich im Boden ausreichend natürliche Feuchtigkeit befindet, Niederschläge häufig und ausreichend sind oder Feuchtigkeit separat in die Böden eingebracht werden kann, um die Auflösung der Ascorbinsäure und ihre Verteilung in die Poren innerhalb der Matrix der Böden hinein zu unterstützen. Wenn die Ascorbinsäure in trockener Form (z. B. in Form eines Pulvers) verwendet wird, kann sie zur Behandlung der Oberfläche sowie oberflächennaher Bereiche von Böden bei einer oder mehreren Anwendungen herangezogen werden (z. B. bis zu einer Tiefe von wenigen Metern unterhalb der Bodenoberfläche), wobei die oben beschriebenen Ergebnisse zur Behandelbarkeit als Hilfe bei der Auswahl der Dosiermenge herangezogen werden. Die Ascorbinsäure wird unter Verwendung einer oder mehrerer geeigneter, im Stand der Technik wohlbekannter Mischvorrichtungen für geringe Bodentiefen in die Böden eingemischt, beispielsweise mit einer Egge, einer Scheibenegge, einem Pflug, einer Fräse oder anderen Geräten, wie sie typischerweise für die Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft verwendet werden.

Die zu behandelnden Böden sollten während oder unmittelbar nach der Zugabe der Ascorbinsäure damit vermischt werden, um maximalen Nutzeffekt bei der Feldanwendung zu erzielen. Die Verwendung eines Erdbohrers mit Hohlwelle und Mischblättern ermöglicht das Einbringen bzw. Einspritzen von Ascorbinsäure in einer wäßrigen Lösung oder in Form einer Aufschlämmung direkt in die Böden, wobei gleichzeitig das Mischen mit den Böden stattfindet. Dies stellt ein besonders wirksames Verfahren zur Behandlung von Böden dar, die sich in einer Tiefe von mehr als etwa 60 cm bis 1 m befinden; dieses Verfahren kann zur Behandlung von Cr(VI)-belasteten Böden, Schlämmen, Sedimenten, Ablagerungen und dergl. in Tiefen bis zu etwa 15 m oder mehr unter der Bodenoberfläche herangezogen werden, sofern nicht Hindernisse, Gesteinseinschlüsse im Boden oder andere Bedingungen vorliegen, welche das Mischvermögen der ausgewählten Vorrichtung begrenzen.

Wenn es aus logistischen oder technischen oder anderen Gründen vorteilhaft ist, Cr(VI) enthaltende Böden zur Behandlung mit Ascorbinsäure aus dem Untergrund oder Erddeponien oder anderen Ablagerungsstätten zu entnehmen, können zum Einbringen und Einmischen der Ascorbinsäüre herkömmliche Vorrichtungen verwendet werden (z. B. Bagger, Fördereinrichtungen, Systeme zur Lagerung/Zufuhr von Chemikalien, Mischbehälter sowie Erdbewegüngsfahrzeuge), die dem Fachmann auf dem Gebiet der Behandlung kontaminierter Böden/Materialien geläufig sind.

Ein weiterer ausgeprägter Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß es bei Umgebungstemperaturen durchgeführt werden kann, die typischerweise bei Cr(VI)- belasteten Böden vorliegen. Da die Bodentemperaturen im allgemeinen zwischen Temperaturen etwas unterhalb des Gefrierpunkts (0°C) und mehr als 30°C in der Nähe der Bodenoberfläche sowie relativ nahe an etwa 13°C unterhalb der Frostlinie liegen, differiert die Geschwindigkeit der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration, die sich bei Labortests bei Standardtemperatur und Standarddruck ergibt, etwas unter Feldbedingungen. Es ist anzunehmen, daß die Reaktionsgeschwindigkeit bei einer Temperaturverringerung um 10°C jeweils auf etwa die Hälfte verringert wird, wobei Umgekehrtes für eine Erhöhung der Bodentemperatur gilt. Dies bedeutet beispielsweise, daß eine bestimmte Verringerung der Konzentration an Cr(VI), die innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls im Labor erzielt wird, unter Feldbedingungen unterhalb der Frostlinie länger dauern kann. Wenn gefrorene Böden behandelt werden sollen, kann es beispielsweise erforderlich sein, zusätzliche Ascorbinsäure einzumischen und/oder Wärme anzuwenden, um die angestrebte Verringerung der Cr(VI)-Konzentration innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne zu erzielen. Derartige Modifizierungen des erfindungsgemäßen Verfahrens liegen im Bereich des fachmännischen Könnens auf dem Gebiet der Bodenbehandlung und Bodensanierung. Unter solchen Umständen können geeignete vorgeschaltete Tests im Rahmen der vorliegenden Erfindung günstig sein, um geeignete Bedingungen zur Anwendung des Verfahrens zu ermitteln.

Es wurde festgestellt, daß Ascorbinsäure im Vergleich zu mehr als einem Dutzend anderer organischer Verbindungen mit verschiedenen funktionellen Gruppen, zu denen Essigsäure, Citronensäure, Milchsäure, Oxalsäure, Mandelsäure, Salicylsäure und substituierte Phenole gehören, erheblich bessere Reduktionseigenschaften (in Bezug auf die Wirksamkeit und Geschwindigkeit der Cr(VI)-Reduktion in Cr(VI)- belasteten Böden/Materialien) aufweist. Aus der Molekülstruktur und der chemischen Erfahrung konnte erwartet werden, daß Ascorbinsäure als Reduktionsmittel wirkt. Die außergewöhnliche Schnelligkeit und die größere Effektivität, mit der Ascorbinsäure im Vergleich zu anderen organischen Substanzen in Cr(VI)-belasteten Böden/Materialien Cr(VI) zu Cr(III) reduziert, war außerordentlich überraschend. Ergebnisse vergleichender Laboruntersuchungen an einigen unterschiedlichen Cr(VI)-belasteten Böden von Stellen mit unterschiedlichen örtlichen Charakteristika, die innerhalb eines weiten Bereichs variierende Cr(VI)-Konzentrationen enthielten, zeigen, daß Ascorbinsäure zu einer erheblich größeren prozentualen Verringerung der Cr(VI)-Konzentration führt, als dies mit Essigsäure oder Citronensäure der Fall ist. Essigsäure und Citronensäure führten zu einer weniger als 55%igen Verringerung der Cr(VI)-Konzentration im Vergleich zu einer etwa 88- bis 99,9%igen Verringerung bei Verwendung von Ascorbinsäure bei gleichen Dosiermengen bei der Behandlung. Darüber hinaus wurden diese Ergebnisse bei Verwendung von Ascorbinsäure in nur wenigen Stunden erzielt. Dies ist ebenfalls außerordentlich schnell im Vergleich zu dem Zeitraum von vielen Monaten, die bei den im Stand der Technik beschriebenen biologischen Sanierungsverfahren erforderlich sind, um eine vergleichbare Verringerung der Cr(VI)-Konzentration zu erzielen.

Die Geschwindigkeit der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration durch Ascorbinsäure erwies sich ferner auch als unerwarteterweise erheblich größer als die von Deng und Stone18 angegebenen Geschwindigkeiten, die für die Verwendung zahlreicher organischer Verbindungen zur Behandlung zur Verringerung der Cr(VI)-Konzentrationen in wäßrigen Lösungen, die etwa 1 mg Cr(VI)/l in Gegenwart oder Abwesenheit von Oxidoberflächen (TiO2) enthielten, angegeben wurden. Die Untersuchungen von Deng und Stone bezogen sich auf 16 niedermolekulare organische Verbindungen (zu denen Ascorbinsäure nicht gehörte) in sechs funktionellen Gruppen (α-Hydroxycarbonsäuren, ihre Ester, α-Ketosäuren, Oxalsäure, Benzaldehyd und Phenolverbindungen), von denen keine in Abwesenheit von Oxidoberflächen zu einer signifikanten Verringerung der Cr(VI)-Konzentration führte. Von Deng und Stone wurde ferner festgestellt, daß in Gegenwart von Oxidoberflächen die Verringerung der Cr(VI)-Konzentration in Zeiträumen von etwa 5,5 bis 8 Tagen typischerweise 15 bis 80% betrug. Lediglich zwei der Verbindungen, 4-Methoxyphenol und Mandelsäure, führten zu einer mehr als 80%igen Verringerung der Cr(VI)-Konzentration (97 und 94% während etwa 35 bzw. 54 h). Aus dem Stand der Technik war daher auch kein entfernter Hinweis darauf zu gewinnen, daß Ascorbinsäure bei Cr(VI)-belasteten Böden und Abfallmaterialien zu derartig dramatischen Reduktionsergebnissen führen würde.

Die Erfindung wird im folgenden anhand von Beispielen bevorzugter Ausführungsformen und unter Bezug auf die Figuren näher erläutert.

Die Fig. 1A bis 1E, die sich auf die Proben A bis E beziehen, zeigen die Abhängigkeit der Cr(VI)-Konzentration von der Zeit für die Behandlung mit Ascorbinsäure bei unterschiedlichen Dosiermengen.

Verfahren und Materialien Versuchsprotokoll

Es wurden Laboruntersuchungen durchgeführt, um die Wirksamkeit der Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) bei einer Vielzahl verschiedener Cr(VI)-belasteter Böden zu ermitteln. Zwei andere übliche organische Säuren, Essigsäure und Citronensäure, wurden als Vergleichssubstanzen untersucht. Bei den Tests wurden Proben von 50 g (Aliquote) von unterschiedlichen CEAR-belasteten Böden verwendet, die mäßige bis hohe Konzentrationen an Cr(VI) aufwiesen. Die von jedem Probenort gewonnenen 50 g-Aliquote wurden mit unterschiedlichen Mengen Ascorbinsäure (0,55 g/ml in entionisiertem Wasser) versetzt und 30 s bei Raumtemperatur manuell kräftig gemischt. Für die Untersuchungen mit Essigsäure oder Citronensäure wurden geringere Säurepegel und kleinere Probennahmeintervalle als bei Ascorbinsäure angewandt, obgleich sämtliche Aliquote in gleicher Weise gemischt wurden. Nach dem anfänglichen Mischen sowie für die restliche Testdauer wurden die Proben bei 25°C der Umgebungsluft ausgesetzt, jedoch nicht nochmals gemischt. Ausreichende Mengen an Kontrollproben (unbehandelte Proben) und behandelten Proben wurden hergestellt, um das Sammeln und die Analyse individueller Aliquote bei verschiedenen Zeitintervallen bis zu mindestens 28 Tagen für jede Probenquelle zu ermöglichen. Bei jedem Zeitintervall wurden das Redoxpotential Eh und der pH-Wert mit geeichten Meßvorrichtungen gemessen, und die Gesamtkonzentration an Cr(VI) wurde unter Anwendung der SW-846-Verfahren 3060A/7196A19,20 gemessen. Die Eh-Daten beziehen sich auf den Redoxzustand einer Probe, wobei verringerte Eh-Werte in einer mit Ascorbinsäure behandelten Probe im Vergleich zur unbehandelten Probe zeigen, daß die Bedingungen in der behandelten Probe eher für eine Cr(VI)-Reduktion förderlich sind als in der unbehandelten Probe. In das Versuchsprotokoll wurden ferner Qualitätskontrollproben, einschließlich Doppelproben und Labor-Leerversuchen, aufgenommen, um nachzuweisen, daß die Testergebnisse die wesentlichen Erfordernisse hinsichtlich der Akzeptanz der Datenqualität erfüllten.

Die nachstehenden Beispiele erläutern die Anwendbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens bei CEAR-belasteten Böden, in denen Cr(VI) innerhalb eines weiten Konzentrationsbereichs vorliegt. Die Proben wurden an unterschiedlichen Stellen an Orten gewonnen, die als Cr(VI)-kontaminiert identifiziert worden waren. Bei den CEAR-belasteten Böden war bekannt oder zu unterstellen, daß sie an den betreffenden Orten zusammen mit nicht identifizierten Verfüllmaterialien unbekannten Ursprungs abgelagert worden waren. Zu den fünf diskutierten Proben lagen keine weiteren allgemeinen Eigenschaften vor. Auf der Basis zuvor entnommener Proben und der Testerfahrung mit der betreffenden Art eines nichthomogenen, Cr(VI)-kontaminierten Materials, das zum Testen des erfindungsgemäßen Verfahrens herangezogen worden war, wurden zu den gleichen Zeitintervallen, zu denen die ascorbinsäurebehandelten Proben zur Analyse gewonnen worden waren, zahlreiche Kontroll-Aliquote (ohne Zusatz von Ascorbinsäure gesammelt und auf ihre Cr(VI)-Konzentration analysiert. Da, wie zu erwarten war, die Proben nicht homogen waren und für die verschiedenen Aliquote variierende Cr(VI)-Konzentrationen ergaben, wurde das arithmetische Mittel der mehreren Kontrollproben verwendet, um die prozentuale Verringerung der Cr(VI)- Konzentration bei jedem stöchiometrischen Vielfachen zu berechnen, obgleich in den nachstehenden Tabellen lediglich die mit der 7,5fachen stöchiometrischen Menge erzielten prozentualen Verringerungen der Cr(VI)-Konzentration in verschiedenen Zeitintervallen aufgeführt sind.

Beispiel 1

Das oben beschriebene Protokoll wurde auf einen CEAR- belasteten Boden (als "Probe A" bezeichnet) angewandt, der über den Testzeitraum einen mittleren Gehalt von 4.060 mg Cr(VI)/kg aufwies. Die unbehandelte Probe (Kontrollprobe) ergab einen anfänglichen pH-Wert von 12,1 und ein anfängliches Redoxpotential (Eh) von 533 mV. Die Testergebnisse sind in Tabelle I zusammengefaßt.



Die Tabelle zeigt die Vielfachen der stöchiometrischen Ascorbinsäuremenge (0, 2,0, 3,5, 5,0 und 7,5), die auf die verschiedenen Aliquote der Probe A angewandt wurden, sowie die Cr(VI)-Konzentrationen, den pH-Wert und das Redoxpotential Eh als Ergebnisse des Kontrollversuchs (Vielfaches 0) und der mit Ascorbinsäure behandelten Proben bei steigenden Zeitintervallen nach dem anfänglichen Mischen (Zeit 0). Der arimethische Mittelwert der Kontrollproben ist links unten an der Tabelle angegeben; er wurde zur Berechnung der angegebenen Prozentwerte der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration herangezogen. Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß für Probe A die 7,5fache stöchiometrische Menge zu einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentrationen der Bodenmatrix um etwa 99% innerhalb der ersten Stunde führte; ferner ist ersichtlich, daß die 7,5fache stöchiometrische Menge zu einer mehr als 99%igen Verringerung der Konzentration an Cr(VI) nach 720 h (30d) bei Umgebungsbedingungen führte. Bei der 7,5fachen stöchiometrischen Menge fiel der pH-Wert nach dem Zusatz der Ascorbinsäure von 12,1 auf den niedrigen Wert von 8,7 merklich ab. Nach 24 h war der pH-Wert auf 9,7 angestiegen; der Anstieg setzte sich in einer Steigerung auf 10,5 nach 720 h fort. Dieses Verhalten wird dem stark alkalischen Zustand der Probe zugeschrieben. Für die 7,5fache stöchiometrische Menge ergab sich bei dem stark oxidierten Zustand der Kontrollprobe (unbehandelte Probe), die ein Redoxpotential Eh von 533 mV aufwies, ein wesentlicher Abfall durch Zugabe von Ascorbinsäure auf einen Eh-Wert von 195 mV innerhalb der ersten Stunde nach der Behandlung. Der Eh-Wert fiel ferner während des Testzeitraums von 720 h allmählich weiter auf 128 mV ab. Aus den Daten ist ersichtlich, daß der Abfall des Eh-Werts mit der Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) unmittelbar nach Zugabe und Einmischen der Ascorbinsäure einherging. Die stetige Verringerung von Eh zeigt ferner, daß das behandelte Material in einem reduzierten Zustand verblieb, d. h., in einem für Oxidationsreaktionen, die im Boden auftreten und zur Bildung von Cr(VI) führen könnten, ungünstigen Zustand.

Bei Vielfachen der stöchiometrischen Menge von weniger als 7,5X war die Geschwindigkeit der Verringerung der Cr(VI)- Konzentration nicht so schnell (vgl. die Fig. 1A bis 1E für 0 bis 24 h) und auch nicht so wirksam wie beim 7,5fachen Wert (vgl. Tabelle 1, Spalten 2,0, 3,5 und 5,0). Zur Erläuterung sei angeführt, daß der zweifache stöchiometrische Wert lediglich zu einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentration in 24 h, 168 h (7d) und 720 h (30d) von 66%, 89% bzw. 98% führte. Die Cr(VI)-Konzentrationen für sämtliche Vielfache der stöchiometrischen Menge, die nach 720 h bestimmt wurden, ergaben Werte von 138 mg Cr(VI)/kg oder weniger, was einer mindestens 96,6%igen Verringerung entspricht.

Die Ergebnisse der Behandlung der Probe A mit Essigsäure und Citronensäure gehen aus Tabelle 2 hervor. Tabelle 2 Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden mit Essigsäure oder Citronensäure Probe A



Die Ergebnisse von Tabelle 2 zeigen, daß diese beiden organischen Säuren hinsichtlich der Verringerung der Cr(VI)- Konzentration signifikant weniger wirksam sind als Ascorbinsäure bei gleichen zur Behandlung angewandten Dosiermengen. Eine Verringerung von weniger als 52% wurde 6d nach der Behandlung erzielt; die behandelten Proben zeigten dementsprechend nach dem Zusatz von Essigsäure oder Citronensäure noch einen oxidierenden Zustand an (hohe Eh- Werte)

Beispiel 2

Das oben beschriebene Protokoll wurde auf einen CEAR-belasteten Boden (als "Probe B" bezeichnet) angewandt, der während der Testdauer einen Mittelwert der Chromkonzentration von 314 mg Cr(IV)/kg aufwies. Die Testergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefaßt.



Die unbehandelte Probe (Kontrollprobe) ergab einen anfänglichen pH-Wert von 10,5 und ein anfängliches Redoxpotential Eh von 409 mV, was anzeigt, daß die Probe stark alkalisch war und sich in einem oxidierten Zustand befand. Innerhalb 1 h nach der Behandlung führte die Anwendung der 7,5fachen stöchiometrischen Menge an Ascorbinsäure zu einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentration in Probe B von etwa 89%, wobei der pH-Wert auf 6,7 und das Redoxpotential Eh auf 190 mV abfielen. Der pH-Wert stieg während 672 h (4 Wochen) leicht auf Werte unter 9 an, während der Eh-Wert im Bereich von etwa 110 bis 180 mV verblieb. Die Cr(VI)-Konzentration fiel ferner weiter auf etwa 2 mg Cr(VI)/kg ab, was eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von mehr als 99% bedeutet.

Bei kleineren Vielfachen der stöchiometrischen Menge war die Reaktionsgeschwindigkeit der Verringerung der Cr(VI)- Konzentration nicht so schnell oder so wirksam wie bei der maximalen angewandten Dosiermenge. So ergab die zweifache stöchiometrische Menge innerhalb von 48 h, 168 h und 672 h eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von etwa 74%, 81% bzw. 84%. Bei sämtlichen Vielfachen der stöchiometrischen Menge ergaben die nach 672 h gewonnenen Proben jedoch eine Chromkonzentration von höchstens 50 mg Cr(VI)/kg, was einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von mindestens 84% entspricht.

Die Ergebnisse der Behandlung von Probe B mit Essigsäure und Citronensäure, die in Tabelle 4 aufgeführt sind, zeigen, daß diese beiden organischen Säuren 144 h nach der Behandlung bei Anwendung gleicher Dosiermengen zur Behandlung wie im Fall von Ascorbinsäure praktisch keine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration ergaben; im Einklang damit ergab sich, die behandelten Proben nach der Zugabe von Essigsäure oder Citronensäure weiterhin in einem stark oxidierenden Zustand verblieben. Tabelle 4 Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden mit Essigsäure oder Citronensäure Probe B



Die negativen Werte (Erhöhung der Konzentrationen) in der Tabelle zeigen möglicherweise Veränderungen an, die mit der Probennahme aus nichthomogenen Materialien zusammenhängen.

Beispiel 3

Das oben beschriebene Protokoll wurde auf einen CEAR- belasteten Boden (als "Probe C" bezeichnet) angewandt, der während der Testdauer einen Mittelwert der Chromkonzentration von 3980 mg Cr(VI)/kg aufwies. Die unbehandelte Probe (Kontrollprobe) ergab einen anfänglichen pH-Wert von 11,8 und einen anfänglichen Wert des Redoxpotentials Eh von 516 mV, was anzeigt, daß die Probe stark alkalisch war und sich in einem oxidierten Zustand befand. Die Testergebnisse sind in Tabelle 5 zusammengefaßt.



Innerhalb 1 h nach der Ascorbinsäurezugabe und dem Mischen ergab sich für die 7,5fache stöchiometrische Menge eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von mehr als 99,9%. Der pH-Wert war in die Nähe des Neutralpunkts auf 7,1 abgefallen, das Redoxpotential Eh auf 175 mV verringert. Nach 816 h (34d) zeigte die behandelte Probe eine pH- Erhöhung von mehr als zwei pH-Einheiten, was dem stark alkalischen Zustand der anfänglichen Probe zuzuschreiben ist. Während der gleichen Zeitdauer wurden Cr(VI)-Konzentrationen im Bereich von 1 bis 56 mg/kg gemessen, was einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von mehr als 98% entspricht. Diese Daten zeigen, zusammen mit der pH- Erhöhung, daß eine allmähliche Auslaugung von Cr(VI) aus den inneren Poren der Bodenmatrix weiterging. Das Redoxpotential Eh war allerdings nach 816 h weiter auf 80 mV gefallen, was bestätigt, daß die Probe mehr als einen Monat nach der Behandlung weiterhin in einem reduzierenden Zustand verblieb.

Bei kleineren Vielfachen der stöchiometrischen Menge war die Verringerung der Cr(VI)-Konzentration nicht so schnell oder so wirksam wie bei der maximalen angewandten Dosiermenge. So ergab die zweifache stöchiometrische Menge innerhalb von 24 h, 432 h und 816 h eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von etwa 60%, 80% bzw. 82%.

Die Ergebnisse, die bei der Behandlung von Probe C mit Essigsäure und Citronensäure erhalten wurden, sind in Tabelle 6 aufgeführt. Die Ergebnisse zeigen, daß diese beiden organischen Säuren hinsichtlich der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration bei gleichen Dosiermengen bei der Behandlung wesentlich weniger wirksam sind als Ascorbinsäure. Tabelle 6 Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden mit Essigsäure oder Citronensäure Probe C



144 h nach Behandlung unter Anwendung der 7,5fachen stöchiometrischen Menge ergab sich eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration im Bereich von lediglich 33 bis 55%; im Einklang damit ergab sich, daß die mit Essigsäure oder Citronensäure behandelten Proben nach der Behandlung weiterhin in einem stark oxidierenden Zustand (hoher Eh-Wert) verblieben.

Beispiel 4

Das oben beschriebene Protokoll wurde auf einen CEAR- belasteten Boden (als "Probe D" bezeichnet) angewandt, der während der Testdauer einen Mittelwert der Chromkonzentration von 336 mg Cr(VI)/kg aufwies. Die unbehandelte Probe (Kontrollprobe) wies einen anfänglichen pH-Wert von 9,8 und ein anfängliches Redoxpotential Eh von 573 mV auf, was anzeigt, daß diese Probe stark alkalisch war und in einem oxidierenden Zustand vorlag. Die Testergebnisse sind in Tabelle 7 zusammengefaßt. Tabelle 7 Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden mit Ascorbinsäure Probe D



Innerhalb von 1 h nach Zugabe der Ascorbinsäure und Mischen ergab sich für die 7,5fache stöchiometrische Menge eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von etwa 80%. Der pH-Wert war auf 7,8, das Redoxpotential Eh auf 240 mV abgefallen. Im Verlauf von 1.032 h (43d) zeigte die mit der höchsten Dosiermenge an Ascorbinsäure behandelte Probe eine allmähliche Erhöhung des pH-Werts auf etwa 8,5. Während der gleichen Zeitdauer lag im Einklang damit die Cr(VI)-Konzentration im Bereich von 39 bis 69 mg/kg, was einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von 79 bis 88% entspricht. Der Eh-Wert blieb 408 h (17d) im Bereich von etwa 160 bis 260 mV.

Bei kleineren Vielfachen der stöchiometrischen Menge war die Reaktionsgeschwindigkeit bei der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration nicht so hoch oder so wirksam wie bei der maximalen angewandten Dosiermenge. So ergab die zwei- zweifache stöchiometrische Menge innerhalb von 24 h, 192 h (8d) und 1.032 h eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von etwa 73%, 72% bzw. 62%.

Die Ergebnisse, die mit Probe D bei Verwendung von Essigsäure und Citronensäure erhalten wurden, gehen aus Tabelle 8 hervor; sie zeigen, daß diese beiden organischen Säuren 144 h nach der Behandlung bei gleichen Dosiermengen bei der Behandlung wie im Fall der Ascorbinsäure praktisch keine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration ergaben. Tabelle 8 Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden mit Essigsäure oder Citronensäure Probe D



Die negativen Werte (erhöhte Konzentrationen) von Tabelle 8 spiegeln wahrscheinlich Veränderungen wider, die mit der Probennahme bei nichthomogenen Materialien zusammenhängen. Die Eh-Werte der mit Essigsäure oder Citronensäure behandelten Proben waren wesentlich höher als bei mit Ascorbinsäure behandelten Proben und verblieben in einem stark oxidierenden Bereich.

Beispiel 5

Das oben beschriebene Protokoll wurde auf einen CEAP-belasteten Boden (als "Probe E" bezeichnet) angewandt, der während der Testdauer einen Mittelwert der Chromkonzentration von 940 mg Cr(VI)/kg aufwies. Die Testergebnisse sind in Tabelle 9 zusammengefaßt.



Innerhalb von 1 h nach Zugabe der Ascorbinsäure und Mischen ergab sich für die 7,5fache stöchiometrische Menge eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von mehr als 90%. Der pH-Wert war auf 8,3, das Redoxpotential Eh auf 112 mV gefallen. Im Verlauf von 672 h (28d) zeigte die behandelte Probe eine pH-Steigerung von fast zwei pH-Einheiten, was dem stark alkalischen Zustand der anfänglichen Probe zugeschrieben wird. Während der gleichen Zeitdauer wurden Cr(VI)-Konzentrationen von 40 bis 88 mg/kg gemessen, was einer Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von bis zu 95% entspricht. Das Redoxpotential Eh verblieb innerhalb der Zeitdauer von 672 h im Bereich von etwa 110 bis 190 mV.

Bei kleineren Vielfachen der stöchiometrischen Menge war die Reaktionsgeschwindigkeit bei Verringerung der Cr(VI)- Konzentration nicht so hoch oder so wirksam wie bei der maximalen angewandten Dosiermenge. So ergab die zweifache stöchiometrische Menge innerhalb von 24 h, 168 h und 672 h eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration von etwa 80%, 87% bzw. 92%. Sämtliche behandelten Proben enthielten jedoch 672 h nach der Ascorbinsäurebehandlung eine Chromkonzentration ≤ 78 mg Cr(VI)/kg (Verringerung um 91%).

Die Ergebnisse der Behandlung von Probe E mit Essigsäure und Citronensäure sind in Tabelle 10 zusammengestellt; sie zeigt, daß diese beiden organischen Säuren bei der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration bei gleichen Dosiermengen bei der Behandlung wesentlich weniger wirksam sind als Ascorbinsäure. Tabelle 10 Behandlung Cr(VI)-belasteter Böden mit Essigsäure oder Citronensäure Probe E



144 h nach der Behandlung wurde eine Verringerung der Cr(VI)-Konzentration im Bereich von etwa 9 bis 27% erzielt; die behandelten Proben zeigten im Vergleich zu den mit Ascorbinsäure behandelten Proben weiterhin signifikant höhere Eh-Werte.

Zusammenfassung der experimentellen Ergebnisse

Die Fig. 1A bis 1E, die sich auf die Proben A bis E beziehen, zeigen die in den obigen Tabellen enthaltenen Daten in graphischer Farm für die Cr(VI)-belasteten Proben A bis E. Dabei sind lediglich die Daten der ersten 24 h dargestellt, da innerhalb dieses Zeitraums die größte prozentuale Verringerung eintrat. Es ist klar ersichtlich, daß größere Zusatzmengen an Ascorbinsäure zur Probe (höhere Vielfache der stöchiometrischen Menge/Dosiermengen) zu kleineren Cr(VI)-Konzentrationen in der behandelten Probe führen. Die vorliegenden Unterschiede bei den resultierenden Cr(VI)-Konzentrationen für die unterschiedlichen Dosiermengen hängen von der Art/Zusammensetzung der Probe ab. Dementsprechend ist ein Bereich der Verringerung der Konzentration an Cr(VI) von mehr als 80% für Probe D bis auf mehr als 99,9% für Probe C bei der höchsten angewandten Ascorbinsäure-Dosiermenge (7,5fache stöchiometrische Menge) zu ersehen. Die Fig. 1A bis 1E und die Tabellen 1, 3, 5, 7 und 9 zeigen ebenfalls, daß während längerer Zeiträume prozentuale Verringungen der Cr(VI)-Konzentration ähnlich denen, die mit der 7,5fachen stöchiometrischen Menge erzielt wurden (> 90%) bei kleineren Dosiermengen zur Behandlung bei allen Proben außer Probe D erzielt werden konnten (83%).

Die Fig. 1A bis 1E zeigen ferner, daß die Geschwindigkeit der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration innerhalb der ersten Stunde nicht nur hoch und für jede der verschiedenen Proben im wesentlichen gleich war, sondern auch, daß sie von der Dosiermenge unabhängig war, wie aus den ähnlichen Anfangssteigungen der Kurven innerhalb der ersten Stunde für die unterschiedlichen Vielfachen der stöchiometrischen Menge hervorgeht. Für sämtliche Proben trat die stärkste Verringerung der Cr(VI)-Konzentration (z. B. 65 bis 85% und 90 bis 99,9%) bei der 3,5fachen bzw. 7,5fachen stöchiometrischen Menge) und die stärkste Abnahme des Redoxpotentials Eh (mehr als 200 mV) im wesentlichen unmittelbar nach der Zugabe der Ascorbinsäure und dem Mischen (innerhalb der ersten Stunde) auf. Die Tabellen 1, 3, 5, 7 und 9 zeigen ferner, daß der pH-Wert anfänglich nach dem Mischen stark abfiel, wobei der pH-Abfall größenordnungsmäßig für größere Dosiermengen an Ascorbinsäure stärker war als für kleinere Dosiermengen.

Der pH-Wert stieg dann während Tagen und Wochen stetig an. Der End-pH-Wert war im allgemeinen kleiner als der anfängliche pH-Wert oder gleich dem anfänglichen pH-Wert, obgleich hier wiederum eine gewisse Abhängigkeit von der Anwendung von Vielfachen der stöchiometrischen Menge ersichtlich ist. Die allmähliche pH-Steigerung nach dem abrupten anfänglichen Abfallen unmittelbar nach der Ascorbinsäurebehandlung ist wahrscheinlich durch Auslaugung von vorhandener Alkalinität aus inneren Poren des Probenmaterials mit abnehmender Geschwindigkeit bedingt. Während der gleichen Zeitdauer verblieb das Redoxpotential Eh typischerweise in dem Bereich, in den es zugleich mit der anfänglichen Verringerung der Cr(VI)-Konzentration verringert worden war. Diese Daten zeigen, daß eine ausreichende Menge an Ascorbinsäure in die Materialmatrix der Proben eingebracht worden war, so daß die reduzierenden Bedingungen während einer langen Zeit nach der Behandlung fortbestanden.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verringerung der Cr(VI)-Konzentration in komplexen Böden auf akzeptierbare Niveaus muß die Ascorbinsäure in geeigneter Weise mit den Böden gemischt werden, um einen Kontakt der gelösten Ascorbinsäure mit dem vorliegenden Cr(VI) zu erzielen: 1) auf der Oberfläche der Böden; 2) innerhalb eines kleinen Tiefenbereichs in den Böden; 3) innerhalb der. Zwischenräume und Poren der Cr(VI)-belasteten Böden und 4) in der zugehörigen wäßrigen Umgebung.

Wie aus den obigen Beispielen ersichtlich ist, ist allerdings kein spezielles Brechen, Sieben, Zerreiben, Mahlen oder die Anwendung eines anderen mechanischen Verfahrens erforderlich. Das flüssige Medium (Wasser), in dem die Ascorbinsäure gelöst oder in geeigneter Weise suspendiert ist, befördert die. Ascorbinsäure in die Materialien hinein. Dieser Transport ist tatsächlich so wirksam, daß der größte Teil des Cr(VI) bereits innerhalb einer Stunde nach dem Mischen reduziert wird. Da die physikalische Zusammensetzung (z. B. Dichte/Kompaktheit) von mit Cr(VI) kontaminierten Böden innerhalb eines weiten Bereichs variiert, ist ein einziges Mischprotokoll nicht für alle vorkommenden Situationen praktisch anwendbar. Den Fachleuten auf dem Gebiet der Umweltsanierung sind jedoch Mischverfahren geläufig, und geeignete Mischprotokolle für verschiedene Zusammensetzungen von Böden können ohne weiteres für einen gegebenen Boden leicht ermittelt werden.

Einer der besonders wichtigen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß das Verfahren selbst, ganz im Gegensatz zu anderen Verfahren nach dem Stand der Technik, keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der Mischverfahren mit sich bringt. Die Reduktion von Cr(VI) durch Ascorbinsäure ist so wirksam, daß das erfindungsgemäße Verfahren in situ zur Behandlung kontaminierter Böden herangezogen werden kann, ohne daß die Böden von der Stelle, an der sie sich befinden, entfernt werden müssen. Auf der Basis von Versuchsergebnissen und des bodenchemischen Wissens ist zu erwarten, daß das durch Reduktion von Cr(VI) gebildete, resultierende Cr(III) in typischen Bodenumgebungen thermodynamisch stabil ist und unter den meisten Umweltbedingungen, unter denen Cr(VI)-belastete Böden eine Sanierung erfordern, nicht zu Cr(VI) rückoxidiert wird.

Da die Ascorbinsäure in Wasser löslich ist, kann das Verfahren in situ auf Böden angewandt werden, die folgende Eigenschaften aufweisen: 1) nicht an Wasser gesättigt und oberhalb des Grundwassers befindlich; 2) konstant wassergesättigt unterhalb der Obergrenze des Grundwasserspiegels oder 3) sowohl nichtgesättigt als auch gesättigt gleichzeitig in der Bodensäule vorliegend. Im Fall der gesättigten Böden muß eine ausreichende Menge an Ascorbinsäure zugegeben werden, um die Konzentration an Cr(VI) sowohl im Boden als auch im angrenzenden Grundwasser zu verringern. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es auch nicht mehr erforderlich, die Böden zur Ex- situ-Behandlung auszubaggern, was ein Wiederverbringen der behandelten Böden in den Untergrund oder eine Deponie erfordern würde, woraus sie entnommen wurden, oder das Verbringen an eine andere Stelle. Die Ex-situ-Behandlung ist jedoch ebenfalls mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, wobei dann die Böden nach dem Ausbaggern mit Ascorbinsäure behandelt und danach wieder in das Gelände verbracht werden, aus dem sie entnommen wurden.

Die vorliegende Erfindung beruht ferner auf der Erkenntnis, daß, im Gegensatz zu den Verfahren nach dem Stand der Technik, eine chemische Reduktion von Cr(VI)-belasteten Böden erzielt werden kann, ohne daß folgende Maßnahmen erforderlich sind: 1) Auslaugung oder Extraktion des Cr(VI) aus den Böden/Materialien und Behandlung des in der Auslaugungsflüssigkeit enthaltenen Cr(VI); 2) Modifizierung des pH-Werts der Cr(VI)-belasteten Böden oder des damit in Verbindung stehenden Porenwassers durch Behandlung mit Säuren oder Basen zur Erzeugung geeigneter Reaktionsbedingungen für Reduktionsmittel oder zur Erzeugung geeigneter Bedingungen für die Vermehrung von Bakterien oder (3) der Zusatz von Bakterien oder Bakterien enthaltendem Material, Nährstoffen oder zusätzlichem organischem Material in die Böden.

Eine der wichtigen mit der vorliegenden Erfindung verbundenen Feststellungen ist, daß bei der Zugabe von Ascorbinsäure zu alkalischen Cr(VI)-belasteten Böden, wie oben erläutert, nur minimale Mengen an Gas erzeugt werden. Wenn allerdings zu Proben des gleichen Materials eine Mineralsäure zugegeben wurde, wurden erhebliche Gasmengen erzeugt und eine ausgeprägte Erhöhung der Bodentemperatur festgestellt. Die Freisetzung von Gas erfolgte wahrscheinlich aufgrund der ausreichenden Absenkung des pH-Werts der Böden, um die Freisetzung von Kohlendioxidgas gegenüber der Lösung von Hydrogencarbonat zu begünstigen. Wenn die dem Stand der Technik entsprechenden Mineralsäureverfahren auf derartige stark alkalische Cr(VI)-belastete Böden/Matrialien unter Feldbedingungen angewandt werden sollen, begrenzt die Erzeugung signifikanter Gasmengen mit großer Wahrscheinlichkeit die Menge an Reduktionsmittel, das in situ mit den Böden/Materialien gemischt werden kann; dementsprechend wird auch das Ausmaß der erzielten Cr(VI)- Reduktion begrenzt. Wenn sich das Gas ggf. verteilt, wäre es erforderlich, die Behandlung anschließend zu wiederholen. Das Problem der Bildung von überschüssigem Gas wird durch Verwendung von Ascorbinsäure minimiert; dementsprechend werden Aufwand und Zeit, die zur Behandlung erforderlich sind, im Vergleich zur Anwendung von Mineralsäureverfahren zur Reduktion von Cr(VI) zu Cr(III) in stark alkalischen Cr(VI)-belasteten Böden/Materialien signifikant verringert.

Der Vergleich der mit Ascorbinsäure erhaltenen Ergebnisse mit den unter Verwendung von Essigsäure und Citronensäure erhaltenen Ergebnissen (Tabellen 2, 4, 6, 8 und 10) für jede der fünf untersuchten Proben zeigt klar, daß die Verringerung der Cr(VI)-Konzentration bei Verwendung von Ascorbinsäure erheblich wirksamer war als mit vergleichbaren Behandlungsmengen an Essigsäure oder Citronensäure. Ebenso zeigt die Gesamtheit der Behandlungsergebnisse, daß Ascorbinsäure bei der Verringerung der Konzentration an Cr(VI) erheblich wirksamer ist (höhere prozentuale Verringerung) und zugleich erheblich schneller reagiert als sämtliche organischen Verbindungen, die von Deng und Stone18 untersucht wurden.

Wie aus den Daten der Fig. 1A bis 1E für unterschiedliche eingesetzte Böden hervorgeht, führten die gleichen Vielfachen der stöchiometrischen Menge zu unterschiedlichen Verringerungen der Cr(VI)-Konzentration, wobei jedoch in sämtlichen Fällen die prozentuale Verringerung sehr signifikant war. Es ist klar, daß Unterschiede in der Bodenzusammensetzung, wie oben beschrieben, ihr Ansprechen auf die Behandlung etwas beeinflussen. Diese Daten zeigen die Bedeutung der Durchführung von vorherigen Tests, wie im Rahmen der vorliegenden Erfindung angegeben, an Proben von Böden, die für den betreffenden Ort repräsentativ sind, um die geeignete Dosiermenge zu ermitteln, die erforderlich ist, um einen erwünschten Grad der Verringerung der Cr(VI)-Konzentration und ein erwünschtes Niveau der Reaktionsgeschwindigkeit für jedes Ausgangsmaterial zu erzielen. Literaturliste 1. Sax, N. I and Lewis, R. J., Sr. eds. 1993. Hawley's Condensed Chemical Dictionary, 13th edn., Van Nostrand Reinhold, New York, p. 101.

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3. Westbrook, J. H. 1991. Chromium and Chromium Alloys. In: Kirk-Othmer Encyclopedia of Chemical Technology, 4th edn., Vol. 6, Kroschwitz, J. I. and Howe-Grant, M., eds., Wiley-Interscience, New York.

4. The Hazardous Waste Consultant, 1993. EPA Updates CERCLA Prioriry List of Hazardous Substances, 11 (3), 2.26-2.30. McCoy and Associates, Inc., Lakewood, CO.

5. USEPA, 1995a. IRIS (Integrated Risk Information System). A continuously updated electronic database maintained by U.S. Environmental Protection Agency. Bethesda, MD.

6. Barlett. R. J. and James. B. R., 1988. Mobility and Bioavailability of Chromium in Soils. In: Chromium in Natural and Human Environments. Nriagu, J. O. and Nieboer, E., eds.; Wiley-Interscience: New York, 267-304.

7. Nriagu, J. O. and Nieboer, E., Eds. 1988. Chromium in the Natural and Human Environments. Wiley-Interscience, New York.

8. Page, B. J. and Loar, G. W., 1991. Chromium Compounds. In: Kirk-Othmer Encyclopedia of Chemical Technology, 4th edn., Vol. 6, Kroschwitz, J. I. and Howe-Grant, M., eds., Wiley-Interscience, New York.

9. James, B. R., 1994. Hexavalent Chromium Solubility and Reduction in Alkaline Soils Enriched with Chromice Ore Processing Residue; J. Environ. Qual. 23, 227-233.

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11. Copson, R. L., 1956. Production of Chromium Chemicals. In: Chromium. I. Chemistry of Chromium and Its Compounds, Udy, M. J., ed., Reinhold Publishing Corp., New York.

12. Vitale, R. J., Mussoline, G. R., Petura, J. C., James, B. R. 1994. Hexavalent Chromium Extraction from Soils: Evaluation of an Alkaline Digestion Method, J. Environ. Qual., 23, 1249-1256.

13. Environmental Science and Engineering (ES & E), 1989. Remedial Investigation for Chromium Sites in Hudson County, New Jersey. Prepared for the New Jersey Department of Environmental Protection. Environmental Science and Engineering, Inc.

14. Dragun, J. and A. Chiasson, 1991. Elements in North American Soils. Hazardous Materials Control Resources Institute, Greenbelt, MD.

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16. The Hazardous Waste Consultant, 1996. Remediating Soils and Sediments Contaminated with Heavy Metals, 14 (6), 4.1-4.57 Elsevier Science, Inc., New York.

17. USEPA 1996. Soil Screening Guidance. Technical Background Document, EPA1540/R-95/128, PB96-96302. U.S. EPA Office of Solid Waste and Emergency Response, Washington, DC.

18. Deng, B. and Stone, A. 1996. Surface-Catalyzed Chromium (VI) Reduction: Reactivity Comparisons of Different Organic Reductants and Different Oxide Surfaces, Environ. Sci. Technol. 30 (8), 2484-2494.

19. USEPA, 1995 Test methods for evaluating solid wastes, physical/chemical methods, SW- 846, 3rd update. 3rd ed. Method 3060A - Alkaline Digestion for Hexavalent Chromium, Washington, DC: U.S. EPA Office of Solid Waste and Emergency Response.

20. USEPA, 1994. Test methods for evaluating solid wastes, physical/chemical methods, SW- 846, 2nd update. 3rd ed. Method 7196A - Hexavalent Chromium (Colorimetric), U.S. EPA Office of Solid Waste and Emergency Response, Washington, DC.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Verringerung der Konzentration an Cr(VI) in Chrom-kontaminierten Böden durch Reduktion des Cr(VI) zu Cr(III) mit Ascorbinsäure, wobei die Ascorbinsäure in einer Menge eingesetzt wird, die mindestens der zweifachen stöchiometrischen Menge entspricht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem folgende Schritte durchgeführt werden:
    1. 1. Gewinnung repräsentativer Proben der kontaminierten Böden,
    2. 2. Mischen der Proben mit variierenden Dosiermengen an Ascorbinsäure,
    3. 3. Messung der Konzentration an in den Proben verbliebenem sechswertigem Chrom in Abhängigkeit von der Zeit nach dem Mischen,
    4. 4. Messung des Redoxpotentials der Proben in Abhängigkeit von der Zeit nach dem Mischen und
    5. 5. Auswahl der Dosiermenge an Ascorbinsäure, mit der die Konzentration des sechswertigen Chroms auf das gewünschte Niveau verringert und ein erniedrigtes Redoxpotential aufrechterhalten wird, das der angestrebten Verringerung der Konzentration an sechswertigem Chrom entspricht.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ascorbinsäure in fester Form mit den Böden gemischt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ascorbinsäure in Form einer Dispersion, insbesondere einer Suspension, bevorzugt einer Aufschlämmung, mit den Böden gemischt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Ascorbinsäure mit den kontaminierten Böden in situ gemischt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Mischen in situ mit einer erdbohrerartigen rotierenden Vorrichtung durchgeführt wird, die eine Einführung der Ascorbinsäure unter Mischen erlaubt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei eine erdbohrerartige rotierende Vorrichtung mit Hohlwelle verwendet und die Ascorbinsäure durch die Hohlwelle der Vorrichtung unter Mischen eingespritzt wird.
  8. 8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Ascorbinsäure mit den kontaminierten Böden ex situ gemischt wird.
  9. 9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ascorbinsäure in einer Menge bis zum Neunfachen der stöchiometrischen Menge eingesetzt wird.
  10. 10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ascorbinsäure in einer Menge bis zum 7,5-Fachen der stöchiometrischen Menge eingesetzt wird.






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