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Dokumentenidentifikation DE10241371A1 27.03.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Folienbändchen
Anmelder Barmag-Spinnzwirn GmbH, 09116 Chemnitz, DE
Erfinder Krauße, Eberhard, 09119 Chemnitz, DE;
Weinhold, Jens, 09337 Hohenstein-Ernstthal, DE
Vertreter Kahlhöfer - Neumann - Herzog - Fiesser, Patentanwälte, 40210 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 06.09.2002
DE-Aktenzeichen 10241371
Offenlegungstag 27.03.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.03.2003
IPC-Hauptklasse D01D 5/42
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Folienbändchen. Die Folienbändchen werden durch Schneiden einer extrudierten Folie gebildet und nach einem Verstrecken jeweils zu Spulen aufgewickelt. Erfindungsgemäß wird nach dem Schneiden und vor dem Aufwickeln der Folienbändchen ein Teil der Folienbändchen als Teilgruppe separiert, die eine separate Zusatzbehandlung erhält. Damit können Folienbändchen verschiedener Konfiguration aus einer Folie hergestellt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Folienbändchen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10.

Ein gattungsgemäßes Verfahren und eine gattungsgemäße Vorrichtung sind aus der EP 1 095 892 A2 bekannt.

Zur Herstellung von Folienbändchen ist es bekannt, daß aus einem thermoplastischen Material eine Folie extrudiert wird, die als Flachfolie oder als Schlauchfolie einer Schneideinrichtung zugeführt wird. Die Schneideinrichtung teilt die Folie in eine Vielzahl von Folienbändchen. Die Folienbändchen werden nach einem Verstrecken jeweils zu Spulen aufgewickelt. Derartige Folienbändchen werden insbesondere für Verpackungsgewebe wie beispielsweise Säcke und Big-Bag- Container verwendet. Es sind jedoch auch Anwendungsfälle bekannt, bei welchen die Folienbänder zu Teppichgrundgeweben oder zur Herstellung von Schnüren, Seilen oder Tauen verwendet werden. Ebenso ist es bekannt, die Folienbändchen zu fibrillierten Folienstreifen bzw. Folienfäden herzustellen. Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung sind beispielsweise aus der DE 25 11 916 A1 bekannt.

Die bekannten Verfahren und Vorrichtungen zielen darauf ab, daß aus einer Folie eine Vielzahl von Folienbändchen einer bestimmten Art hergestellt wird.

Insbesondere bei den Anwendungsfällen, bei welchen die Folienbändchen zu Verpackungsgeweben wie beispielsweise Säcken oder Big-Bag-Containern verarbeitet werden, sind Folienbändchen unterschiedlicher Konfiguration erforderlich. So sind Folienbändchen zum Weben des Verpackungsmaterials sowie Folienbändchen zum Vernähen der Verpackungsgewebe erforderlich.

Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Folienbändchen der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß Folienbändchen mit unterschiedlicher Konfiguration aus einer Folie hergestellt werden können.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst.

Die Erfindung löst sich von dem Vorbehalt, daß aus einer extrudierten Folie eine Vielzahl von Folienbändchen gleicher Konfiguration herzustellen sind. Die Erfindung geht einen neuen Weg, wobei die Veränderungen der Folie zur Erzeugung anders konfigurierter Folienbändchen erst nach dem Schneiden der Folie erfolgt. Hierzu wird nach dem Schneiden und vor dem Aufwickeln der Folienbändchen ein Teil der Folienbändchen als Teilgruppe durch einen Gruppenfadenführer separiert und anschließend einer Behandlungseinrichtung für eine Zusatzbehandlung der Teilgruppe zugeführt. Die separierte Teilgruppe der Folienbändchen kann somit unabhängig von den nicht separierten Folienbändchen eine individuelle Zusatzbehandlung erhalten.

Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird die Teilgruppe der Folienbändchen zum Fibrillieren über den Umfang einer Nadelwalze geführt. Dabei werden die Folienbändchen geschlitzt, so daß eine netzartig zusammenhängende Struktur entsteht. Es lassen sich vorteilhaft aus einer Folie nicht fibrillierte Folienbändchen und fibrillierte Folienbändchen herstellen.

Neben der Nadelwalze trägt die Behandlungseinrichtung vorzugsweise eine zwischen der Nadelwalze und dem Gruppenfadenführer angeordnete Überlaufwalze, die schwenkbar ausgebildet ist und die Umschlingung der Folienbändchen am Umfang der Nadelwalze beeinflußt. Durch Veränderung der Umschlingung der Folienbändchen am Umfang der Nadelwalze lassen sich vorteilhaft die Eindringtiefen bzw. die Schlitzlängen in den Folienstreifen beeinflussen.

Um möglichst Folienbändchen mit geringer Folienstärke herzustellen, werden die Folienbändchen nach dem Schneiden und vor dem Separieren durch eine Heizeinrichtung geführt, um eine Wärmebehandlung zu erhalten. Hierbei werden die Folienbändchen vorzugsweise durch Heißluft temperiert. Gleichzeitig kann durch ein nachgeordnetes Reckwerk ein Warmverstrecken folgen.

Die separierte Teilgruppe der Folienbändchen erhält vorteilhaft in mehreren Stufen jeweils eine Zusatzbehandlung. So ist bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß vor dem Aufwickeln der Folienbändchen die Teilgruppe der Folienbändchen eine Präparation erhalten. Durch diese besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 4 und 14 ist die Möglichkeit gegeben, die aufgewickelten fibrillierten Folienbändchen in einem Weiterverarbeitungsprozeß beispielsweise zu einem Nähfaden zu verzwirnen. Damit könnten die zum Konfektionieren von Verpackungsgeweben erforderlichen Nähmaterialien gleichzeitig in einem Prozeß bereitgestellt werden. So würden die nicht separierten Folienbändchen anschließend zu Verpackungsgeweben verarbeitet. Die separierten Folienbändchen könnten nach einem Verzwirnen zu einem Vernähen der Verpackungsgewebe zu Säcken oder Big-Bag-Containern genutzt werden. Sowohl das Material des Verpackungsgewebes als auch das Material zum Vernähen des Verpackungsgewebes ist identisch und aus einer Folie hergestellt.

Zwischen den Zusatzbehandlungen kann die Teilgruppe der Folienbändchen vorteilhaft nachbehandelt werden. Als Nachbehandlung ist eine Nachverstreckung, Thermofixierung oder eine Relaxierung möglich.

Die vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung gemäß den Ansprüchen 6 und 7 sowie 15 und 16 besitzt den Vorteil, daß die beispielsweise fibrillierten Folienbändchen und die nicht fibrillierten Folienbändchen gemeinsam verstreckt und gemeinsam zur Aufwickeleinrichtung geführt werden können.

Beim Aufwickeln der Folienbändchen ist besonders die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 8 und 17 vorteilhaft, hierbei wird die Teilgruppe der Folienbändchen mittels einer separaten Gruppe von Wickelstellen zu Vorlagespulen gewickelt, welche unmittelbar einem Zwirnprozeß vorgelegt werden können. So werden zum Weben von Folienbändchen insbesondere Spulhülsen benötigt, die im Durchmesser kleiner als 40 mm sind. Zum Zwirnen von fibrillierten Folienbändchen werden dagegen Spulhülsen benötigt, die im Durchmesser wesentlich größer als 40 mm sind. Die erfindungsgemäße Weiterbildung ermöglicht daher die Verwendung beider Spulhülsenarten.

Insbesondere bei der Herstellung von fibrillierten Folienbändchen und nicht fibrillierten Folienbändchen für Verpackungsmittel ist der Bedarf an Nähmaterial und somit an fibrillierten Bändchen wesentlich geringer als der Bedarf an Verpackungsgewebe. Somit stellt für diesen Anwendungsfall die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 9 und Anspruch 18 eine besonders günstige Alternative dar. Hierbei ist die Teilgruppe der Folienbändchen auf einen Anteil von < 25%, vorzugsweise < 10%, an der gesamten Bändchenschar beschränkt.

Weitere Vorteile der Erfindungen werden anhand eines Ausführungsbeispiels im folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.

Es stellen dar:

Fig. 1 schematisch eine Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Folienbändchen;

Fig. 2 schematisch eine Teildraufsicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung aus Fig. 1;

Fig. 3 schematisch weitere Teilansichten der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Fig. 1.

In dem in Fig. 1 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung bilden ein Extruder 1 und ein Strangpreßwerkzeug 2 eine Folienextrudiereinrichtung. Hierbei wird in der Folienextrudiereinrichtung ein Kunststoffgranulat in dem Extruder 1 aufgeschmolzen und am Ausstoßende des Extruders 1 durch das mit dem Extruder 1 verbundene Strangpreßwerkzeug 2 zu einer Folie 3 extrudiert. Hierbei tritt die extrudierte Folie 3 in ein unterhalb des Strangpreßwerkzeugs 2 angeordnetes Kühlbad 4 ein, so daß die Folie 3 an ihrer Oberfläche verfestigt wird. Die Folie 3 wird über ein Lieferwerk 5 zu einer Schneideinrichtung 6 geführt. In der Schneideinrichtung 6 treten einzelne Messer in die Folie 3 ein, um die Folienbahn in eine Schar von Folienbändchen 7 zu zerschneiden. Die Folienbändchen 7 durchlaufen parallel eine Heizeinrichtung 8 und werden dabei von einem Reckwerk 12 abgezogen. Das Reckwerk 12 weist hierzu mehrere Streckwalzen 13 auf. Zwischen der Heizeinrichtung 8 und dem Reckwerk 12 sind ein Gruppenfadenführer 10 und eine dem Gruppenfadenführer 10 zugeordnete Behandlungseinrichtung 9 angeordnet. Der Gruppenfadenführer 10 separiert einen Teil der Folienbändchen 7 zu einer Teilgruppe 11. Die Teilgruppe 11 der Folienbändchen wird vor Einlauf in das Reckwerk 12 durch die Behandlungseinrichtung 9 geführt. Der Aufbau der Behandlungseinrichtung 9 wird später beschrieben.

Die Folienbändchen 7 sowie die Teilgruppe 11 der Folienbändchen durchlaufen parallel das Reckwerk 12 und gelangen dann zu einer Abzugsvorrichtung 14 mit mehreren Abzugswalzen 15. Sowohl das Reckwerk 12 als auch die Abzugsvorrichtung 14 weisen mehrere Streckwalzen 13 bzw. Abzugswalzen 15 auf, über deren Umfang die Folienbändchen 7 mit möglichst großem Umschlingungswinkel herumgeführt werden. Auf der jeweils letzten Walze liegt jeweils eine schwenkbar gelagerte Anpreßwalze 16 auf, durch deren Normalkraft die Folienbändchen 7 an den jeweiligen Walzen angedrückt und in Verbindung mit der Umschlingung die Halte- und Streckkräfte festgelegt sind. An dem Reckwerk 12 und an der Abzugsvorrichtung 14 ist eine Absaugeinrichtung 18 angeschlossen, von welcher die Folienbändchen bei der Inbetriebnahme der Anlage, d. h. während des Anlegens der einzelnen Folienbändchen, zunächst abgesaugt werden. Hierdurch werden auch die während des Betriebes abgerissenen Bändchen abgesaugt, damit sich an den Walzen keine Wickler bilden können.

Am Ende der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist eine Aufwickeleinrichtung 22 angeordnet. Zwischen der Aufwickeleinrichtung 22 und der Abzugsvorrichtung 14 ist eine Präparationseinrichtung 19 angeordnet. Die Präparationseinrichtung 19 ist in Laufrichtung dem Gruppenfadenführer 10 zugeordnet, so daß nur die Teilgruppe 11 der Folienbändchen durch die Präparationseinrichtung 19 geführt wird. Die nicht separierten Folienbändchen 7 werden an der Präparationseinrichtung 19 vorbeigeführt und unmittelbar über eine Umlenkwalze 17 der Aufwickeleinrichtung 22 zugeführt.

Wie in Fig. 2 dargestellt, erstrecken sich die Abzugswalzen 15 sowie die zugeordneten Anpreßwalzen 16 und Umlenkwalzen 17 über die gesamte Folienbreite, so daß die Folienbändchen 7 und die separierte Teilgruppe 11 der Folienbändchen gemeinsam durch die Abzugsvorrichtung 14 geführt werden.

Die der Abzugsvorrichtung 14 nachgeordnete Präparationseinrichtung besitzt eine Präparationswalze 33 und eine Überlaufrolle 36. Die Präparationswalze 33 ist teilweise in einen Behälter 34 getaucht, welcher eine Präparationsflüssigkeit zur Benetzung der Präparationswalze 33 aufweist. Die Präparationswalze 33 und die Überlaufrolle 36 erstrecken sich nur über einen Teil der Folienbreite, so daß nur die Teilgruppe 11 der Folienbändchen die Präparationswalze 33 und die Überlaufrolle 36 umschlingen. In dem Ausführungsbeispiel besteht die Teilgruppe 11 aus insgesamt vier einzelnen Folienbändchen, die durch den Gruppenfadenführer 10 von den aus der Folie 3 geschnittenen 24 einzelnen Folienbändchen getrennt wurden.

Wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, weist die Aufwickeleinrichtung 22 zwei Maschinengestellteile 37.1 und 37.2 auf. Das Maschinengestell 37.1 besitzt eine Vielzahl von Wickelstellen 23, die horizontal nebeneinander und vertikal untereinander angeordnet sind. In einer horizontalen Reihe sind in diesem Beispiel fünf Wickelstellen 23 nebeneinander und in einer vertikalen Reihe vier Wickelstellen 23 übereinander angeordnet. Die Anzahl der Wickelstellen 23 sowohl in der horizontalen Reihe als auch in der vertikalen Reihe ist beispielhaft. In jeder der Wickelstellen 23 wird ein Folienbändchen zu einer Spule 25 gewickelt.

Das zweite Maschinengestellteil 37.2 weist ebenfalls mehrere Wickelstellen 24 auf. Hierbei sind vier Wickelstellen 24 vertikal übereinander an dem Maschinengestell 37.2 angeordnet. Die Wickelstellen 24 der Aufwickeleinrichtung 22 sind dabei getrennt von den übrigen Wickelstellen 23 an dem Maschinengestell 37.1 angeordnet. Die Wickelstellen 24 sind unmittelbar der Teilgruppe 11 der separierten Folienbändchen zugeordnet. Hierbei wird jedes Folienbändchen der Teilgruppe 11 zu einer Vorlagespule 26 gewickelt. Die Vorlagespulen 26 in den Wickelstellen 24 werden dabei auf Spulhülsen aufgewickelt, die beispielsweise einen Innendurchmesser von 75 mm oder größer aufweisen. Die Spulhülsen sind auf Spulspindeln aufgesteckt und werden durch die Spulspindeln derart angetrieben, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Spule im wesentlichen konstant bleibt. Hierzu wird die Drehzahl der Spulspindeln mittels einer Tänzerarmregelung geregelt. Dabei wird das Folienbändchen mit im wesentlichen konstanter Spannung und gleichmäßiger Umfangsgeschwindigkeit der Vorlagespule aufgewickelt.

Die Spulen 25 in den Wickelstellen 23 werden beispielsweise auf Spulhülsen mit einem Innendurchmesser von 35 mm aufgewickelt. Die Spulhülsen werden hierbei ebenfalls über angetriebene Spulspindeln getragen, wobei die Spulspindeln ebenfalls über eine Tänzerarmregelung derart geregelt werden, daß die Folienbändchen 7 mit im wesentlichen konstanter Spannung aufgewickelt werden. Die Wickelstellen 23 und die Wickelstellen 24 sind mit Einzelantrieben ausgeführt, so daß jeweils identische Wickelgeschwindigkeiten zum Aufspulen der Folienbändchen 7 und der Teilgruppe 11 der Folienbändchen erreicht wird.

Die Verteilung der Folienbändchen 7 auf die Wickelstellen 23 und 24 erfolgt durch eine Fadenführerleiste 20 und den den Wickelstellen 23 und 24 vorgeschalteten Fadenführern 21. Die Fadenführer 21 sind dabei derart ausgebildete, daß die Folienbändchen einer vertikalen Reihe von Wickelstellen nacheinander auf die einzelnen Wickelstellen 23 oder 24 verteilt werden.

In Fig. 3 ist schematisch die Behandlungseinrichtung 9 für die Zusatzbehandlung der Teilgruppe 11 der Folienbändchen in mehreren Ansichten dargestellt. In Fig. 3.1 ist die Behandlungseinrichtung einer Seitenansicht und in Fig. 3.2 in einer Draufsicht gezeigt. Insoweit kein ausdrücklicher Bezug zu einer der Figuren gemacht ist, gilt die nachfolgende Beschreibung für beide Figuren.

Die Behandlungseinrichtung 9 weist in Laufrichtung der Folienbändchen gesehen eine erste Überlaufrolle 27, eine zweite Überlaufrolle 28 und eine Nadelwalze 29 auf. Die Überlaufrollen 27 und 28 sind frei drehbar. Die Nadelwalze 29 ist angetrieben, wobei die Umfangsgeschwindigkeit der Nadelwalze 29 höher eingestellt ist als die Laufgeschwindigkeit der Folienbändchen. Die Nadelwalze 29 weist am Umfang eine Vielzahl von hervorstehenden Nadeln auf, die ein Fibrillieren der Folienbändchen 11 bewirken. Die Überlaufrollen 27 und 28 sowie die Nadelwalze 29 erstrecken sich über eine Teilbreite der gesamten Bänderschar, so daß nur die Teilgruppe 11 der Folienbändchen durch die Behandlungseinrichtung 9 geführt werden. Die nicht separierten Folienbändchen 7 werden an der Behandlungseinrichtung 9 vorbeigeführt. Der Behandlungseinrichtung 9 ist der Gruppenfadenführer 10 vorgeordnet. Der Gruppenfadenführer 10 ist kurz oberhalb der Laufebene der Folienbändchen 7 angeordnet und enthält mehrere Führungsstifte, um die Folienbändchen 7 der Teilgruppe 11 parallel in die nachgeordnete Behandlungseinrichtung 9 zu führen. In der Behandlungseinrichtung 9 werden die Folienbändchen der Teilgruppe 11 über die Überlaufrollen 27 und 28 geführt. Die Überlaufrolle 28 ist an einer Schwinge 30 angeordnet, die über eine Schwenkachse 3 l schwenkbar quer zur Laufrichtung der Folienbändchen 7 verstellbar ist. Damit läßt sich die Umschlingung der Folienbändchen am Umfang der Überlaufrolle 28 einstellen. Daraus folgt, daß die von der Überlaufrolle 28 ablaufenden Folienbändchen am Umfang der folgenden Nadelwalze 29 einen mehr oder weniger großen Umschlingungswinkel einhalten. Beim Passieren der Nadelwalze 29 werden die Folienbändchen geschlitzt. Dabei entsteht eine netzartig zusammenhängende Struktur in den Folienbändchen. Die so fibrillierten Folienbändchen werden anschließend gemeinsam mit den nicht fibrillierten Folienbändchen über die Streckwalze 13 in das Reckwerk 12 geführt. In dem Reckwerk 12 werden die fibrillierten Folienbändchen und die nicht fibrillierten Folienbändchen gemeinsam unter gleichen Bedingungen verstreckt.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung lassen sich somit beispielsweise fibrillierte und nicht fibrillierte Folienbändchen in einem Prozeß parallel nebeneinander herstellen. Die fibrillierten Folienbändchen werden dabei separat aufgewickelt und der Verarbeitung zu niedrig gezwirntem Nähmaterial auf einer Zwirnmaschine weiterverarbeitet. Somit können insbesondere bei der Konfektionierung von Verpackungsmitteln aus flach- oder rundgewebten Flächengebilden aus Folienbändchen wie beispielsweise Säcken Nähgarn verwendet werden, welches im Material identisch ist zu dem Grundgewebe. Damit wird ein späteres Recyceln wesentlich vereinfacht. Desweiteren können Hersteller von Verpackungsmitteln vorteilhaft auf einer die Folienbändchen für das Gewebe herstellenden Anlage gleichzeitig fibrillierte Folienbändchen erhalten. Die Verfahrensparameter werden dabei so abgestimmt, daß für beide Konfigurationen ein Optimum an Verarbeitungseigenschaften erreicht wird.

Das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach Fig. 1 stellt nur eine Möglichkeit einer individuellen Zusatzbehandlung dar. Die Erfindung erstreckt sich auch auf die nicht dargestellten Vorrichtungen, bei welchen zwei oder mehr unterschiedlich konfigurierte Folienbändchen aus einer Folie hergestellt werden. Die Zusatzbehandlung muß dabei nur an einer separierten Teilgruppe der Folienbändchen durchgeführt werden. Bezugszeichenliste 1 Extruder

2 Stangpreßwerkzeug

3 Folie

4 Kühlbad

5 Lieferwerk

6 Schneideinrichtung

7 Folienbändchen

8 Heizeinrichtung

9 Behandlungseinrichtung

10 Gruppenfadenführer

11 Teilgruppe Folienbändchen

12 Reckwerk

13 Streckwalze

14 Abzugsvorrichtung

15 Abzugswalzen

16 Anpreßwalze

17 Umlenkwalze

18 Absaugeinrichtung

19 Präparationseinrichtung

20 Fadenführerleiste

21 Fadenführer

22 Aufwickeleinrichtung

23 Wickelstelle

24 Wickelstelle

25 Spule

26 Vorlagespule

27 Überlaufrolle

28 Überlaufrolle

29 Nadelwalze

30 Schwinge

31 Schwenkachse

33 Präparationswalze

34 Behälter

36 Überlaufrolle

37 Maschinengestell


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von Folienbändchen, bei welchem die Folienbändchen durch Schneiden einer extrudierten Folie gebildet werden und bei welchem die Folienbändchen nach einem Verstrecken jeweils zu Spulen aufgewickelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Schneiden und vor dem Aufwickeln der Folienbändchen ein Teil der Folienbändchen als Teilgruppe separiert wird und daß die Teilgruppe der Folienbändchen eine separate Zusatzbehandlung erhalten.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzbehandlung ein Fibrillieren ist, wobei die Teilgruppe der Folienbändchen über eine Nadelwalze geführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienbändchen vor dem Separieren eine Wärmebehandlung erhalten.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilgruppe der Folienbändchen vor dem Aufwickeln in einer weiteren Zusatzbehandlung eine Präparation erhält.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilgruppe der Folienbändchen zwischen der ersten Zusatzbehandlung und der zweiten Zusatzbehandlung nachbehandelt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilgruppe der Folienbändchen nach dem Fibrillieren gemeinsam mit den nicht fibrillierten Folienbändchen verstreckt werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die fibrillierten Folienbändchen und die nicht fibrillierten Folienbändchen gemeinsam über mehrere Streckwalzen (Galetten) geführt werden.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die fibrillierten Folienbändchen separat zu Vorlagespulen für einen anschließenden Zwirnprozeß gewickelt werden.
  9. 9. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilgruppe der Folienbändchen einen Anteil an der gesamten Bändchenschar von < 25% vorzugsweise < 10% bildet.
  10. 10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9 mit einer Folienextrudiereinrichtung (1, 2), einer Schneideinrichtung (6), mit einem Reckwerk (12) und mit einer Aufwickeleinrichtung (22), dadurch gekennzeichnet, daß ein Gruppenfadenführer (10) zum Separieren eines Teils der Folienbändchen (7) als Teilgruppe (11) der Schneideinrichtung (6) nachgeordnet ist und daß dem Gruppenfadenführer (10) eine Behandlungseinrichtung (9) für eine Zusatzbehandlung der Teilgruppe (11) von Folienbändchen zugeordnet ist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungseinrichtung (9) eine Nadelwalze (29) zum Fibrillieren der Teilgruppe (11) von Folienbändchen aufweist, wobei die Folienbändchen (7) am Umfang der Nadelwalze (29) geführt sind.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungseinrichtung (9) zwischen dem Gruppenfadenführer (10) und der Nadelwalze (29) eine schwenkbare Überlaufwalze (28) aufweist, durch welche eine Umschlingung der Folienbändchen (7) an der Nadelwalze (29) einstellbar ist.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Heizeinrichtung (8) zwischen der Schneideinrichtung (6) und dem Gruppenfadenführer (10) angeordnet ist, welche von den Folienbändchen (7) durchlaufen wird.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Präparationseinrichtung (19) zum Präparieren der Teilgruppe (11) von Folienbändchen der Aufwickeleinrichtung (22) vorgeordnet ist.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungseinrichtung (9) unmittelbar vor dem Reckwerk (12) derart angeordnet ist, daß die fibrillierten Folienbändchen und die nicht fibrillierten Folienbändchen gemeinsam verstreckbar sind.
  16. 16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Reckwerk (12) aus mehreren Streckwalzen (13) oder Gruppen von Streckwalzen (13) besteht.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickeleinrichtung (22) eine separate Gruppe von Wickelstellen (24) aufweist, welche der Teilgruppe (11) von Folienbändchen zugeordnet ist und welche jeweils eine Spulspindel zum Aufwickeln von Vorlagespulen (26) für einen Zwirnprozeß enthält.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Gruppenfadenführer (10) und die Behandlungseinrichtung (9) eine Länge aufweisen, die eine Führung von mindestens 25% der gesamten Folienbändchen, vorzugsweise mindestens 10% der gesamten Folienbändchen ermöglicht.






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