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Dokumentenidentifikation DE10011618C2 10.04.2003
Titel Schutzeinrichtung für Kernkraftwerke und Verfahren zum Druckabbau in Kernkraftwerke umschließenden Bauwerken
Anmelder Urdl, Franz, Ing., Wien, AT
Erfinder Urdl, Franz, Ing., Wien, AT
Vertreter Glawe, Delfs, Moll, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 10.03.2000
DE-Aktenzeichen 10011618
Offenlegungstag 28.09.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.04.2003
IPC-Hauptklasse G21C 9/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schutzeinrichtung für Kernkraftwerke in Form eines, das Kernkraftwerk umschließenden Bauwerks, dessen Innenwandungen aus thermisch beständigem Werkstoff bestehen und insbesondere an einer Fachwerkskonstruktion befestigt sind, wobei die Innenwandung des Bauwerks mit durch Verschlußorgane verschließbaren Durchbrechungen versehen sind.

Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine Schutzdom-Anlage kombiniert mit einem Druck- und Gas-Abbauverfahren bei einem Störfall eines Ostkernkraftwerkes u. a. mit Druckwasser-Reaktoren zB. ohne Containment sowie technisch alten Ausführungen. Die Schutzdom-Einrichtung ist über in Betrieb befindliche Kernkraftwerke in massiver, doppelwandiger Bauweise errichtbar, um bei einem großen Störfall die ausströmenden Gase und Dämpfe mit den Radionukliden, einerseits im großvolumigen Innenraum der Einrichtung aufzunehmen, und andererseits, durch den viele Tage andauernden Störfall mit hoher Wärmeenergiezufuhr den Volumens- und Druckanstieg des Mediums, durch das Druckabbau-Verfahren, gleichzeitig die Verarbeitung des Mediums zu bewirken, wodurch radionuklidfreie, neutralisierte Gase wieder freigesetzt werden.

Durch die Verfahrensmaßnahmen und der speziellen Ausgestaltung der Innenwand an vier örtlich versetzten Bereichen, erfolgt der Abbau des Störfallmediums in Kammern durch Druckentspannung und Filterung der Gase von den Radionukliden und Toxinen vor der anschließenden Freisetzung in die Umgebung.

Durch weitere Erfindungsaspekte ist es vorgesehen, die Schutzdom-Anlage niedrig auszuführen und für die Verfahrensmaßnahmen zu optimieren. Das ist einerseits durch Berechnungsgrundlagen des Österreichischen Forschungsinstitut in A-2444 Seibersdorf, dem AUSTRIAN RESEARCH CENTERS bei Wien, gemäß der GUTACHTERLICHEN STELLUNGNAHME von 1999 06 17, von Herrn Dr. K. Mück, auf Seite 2, bestätigt: Modellrechnungen können für einen Störfall eines Kernkraftwerkes (OST-KKW) für die zu erwartenden Quellterme durchgeführt werden. (zu Druck, Temperatur u. Volumenmasse). Andererseits ist ein massiv errichtetes Bauwerk für die Zulassung des Medienvolumens beim Maximaldruck optimierbar. Der Maximaldruck würde jedoch versuchen, das Bauwerk gemäß der großen Grundfläche vom Boden abzuheben, jedoch zufolge der massiven Ausführung der Innenwandung mit relativ dicken Plattenelementen aus Stahl, im Zusammenwirken mit der ebenfalls stärkeren Stahlhochbau-Konstruktion, wird das durch hohe Bodenlasten verhindert. An der tiefsten Stelle kann gemäß Verfahrensmaßnahmen die radioaktive Flüssigkeit entsorgt werden.

Es ist bekannt, daß Druckwasser-Reaktoren bei einem Störfall nicht explodieren, wie im Vergleich dazu die russischen RBMK- Tschernobyl-Reaktoren. Allerdings steigt auch bei einem Druckwasserreaktor-Störfall der Druck in den Gebäudekammern, sodaß deren Wände brechen können und radioaktive Teilchen freigesetzt werden. Der bekannteste Unfall ist der eines westlichen Druckwasser-Reaktors. Dieser ereignete sich 1979 in Three-Mile-Island, Harrisburg Pennsylvania, USA, mit einer teilweisen Kernschmelze. Der Sicherheitsbehälter aus Stahl über dem Reaktor, das Containment, hat den hohen Druck- und Temperaturanstieg, der sich nachträglich als kritisch erwies, noch standgehalten.

Eine Studie in der Zeitschrift Atomwirtschaft, vom März 1981, verfaßt von den Herren Hennies, Hosenn und Mayinger aus Deutschland mit dem Titel: "Ablauf und Konsequenzen eines DWR- Kernschmelzenunfalls", gibt grundsätzlich Auskunft über die Störfallfolgen eines Druckwasser-Reaktors westlicher Kernkraftwerks-Konstruktionen mit Containment. Siehe die Seiten 168-175. In der Darstellung auf Seite 170, Abb. 1 ist der Druckverlauf im Sicherheitsbehälter und der Zeitablauf ersichtlich. Entscheidend ist die zu erwartende Störfalldauer von 4,5-12,5 Tagen, bis der Druck im Containment das für 5 bar Druck ausgelegt ist, den Wert 9 bar erreicht hat. Das Kriterium ist die tagelange Wärmeenergiezufuhr, die auch wesentlich länger als 12,5 Tage, bei weiterer Drucksteigerung andauern kann. Allerdings bricht dann das Containment beim Überschreiten von 9 bar Berstdruck, mit wahrscheinlich ähnlichen Folgen für Mensch und Umwelt, wie bei der Katastrophe des GAU in Tschernobyl 1986. Daher wäre auch für diese Anlagen, um jedes Risiko zu vermeiden der sichere Schutzdom mit Abbau-Verfahren vorzusehen.

Das PCT-Patent WO 92/02 021 zeigt einen Apparat und Methoden mit einer Plastik-Barriere zum Zurückhalten radioaktiver Partikel, Gase, toxische Flüssigkeiten während eines Unfalles in einem Kernkraftwerk. Über diesem Kernkraftwerk sind 4 aufpumpbare voneinander distanzierte Kuppendächer in der Mitte hochragend und seitlich am Boden abgedichtet dargestellt. Die Zwischenabstände der 4 Domkuppen haben Luftfiltersysteme. Auch Zeltdächer und unterirdische Tunnels sind Aufnahmeanlagen. Diese nicht stabile Barriere ist lediglich eine Schutzhülle, keine temperaturbeständige Maßnahme und nicht vorgesehen für den Gas- u. Druckabbau des verseuchten Mediums beim KKW-GAU.

Das BRD-Patent 29 21 944 stellt einen um ein Atomkraftwerk angeordneten Schutzmantel mit Aufnahmeräumen dar, um Strahlen Gase, Kühlwasser, die außer Kontrolle geraten sind, je in einem besonderen Raum aufzunehmen, wobei zur Abwehr relativ kleine Radialräume auch für die Aufnahme von Geräten und Spezialbehälter vorgesehen sind und von speziell ausgebildeten Personal zu konzentrieren und letzlich abzutransportieren sind.

Diese Ausführung ist für kleinere Betriebsunfälle vorgesehen, nicht für Kernkraftwerkstörfälle ohne Containment zur Aufnahme großer Massenvolumina an Ort und Stelle mit Abbaumaßnahmen.

Bei einer Schutzeinrichtung gemäß Patent AT 405 110 ist es bekannt, seine Bauhöhe etwa 150 m hoch auszuführen, die Innenwände mit dünnen Stahlplatten auszuführen, die an ihrer äußeren Wandseite Zugelemente zur Aufnahme hoher Durchbiegelasten haben. Die Anbringung der Zugelemente an Stahlträgern und Platten am Umfang jeder horizontalen Reihe vom Boden bis zur Kuppe ist kompliziert und daher teuer. Das in sich geschlossene Bauwerk hat keine Überdrucksicherung installiert, die beim tage- oder wochenlang fortschreitenden Druck- und Volumensanstieg, dessen Abbau und Mediumsreinigung ermöglichen würde.

Aufgabe der Erfindung ist es hier Abhilfe zu schaffen. Erreicht wird dies dadurch, daß die in der aus massiven Metallplatten gebildeten Innenwand vorgesehenen Durchbrechungen je eine zwischen Außen- und Innenwandung angeordnete Kammer münden, in der eine Filtereinrichtung für feinste Korngrößen zur Filterung der Radionuklide mit austauschbaren Einsätzen angeordnet ist, die in den Ringraum zwischen Außen- und Innenwand mündet, der einen Mischraum bildet, der über Undichtheiten der Außenabdeckung mit dem Außenraum verbunden ist.

Dadurch erfolgt ein kombinierter Druck- und Gasabbau in dieser Schutzdomanlage, wobei durch die spezielle Innenwandgestaltung eine massive Ausführung mit relativ dicken Stahlplattenelementen zur Innenwandgestaltung des Bauwerks erreicht wird.

Vorteilhafter Weise können die Verschlußorgane jeweils paarweise und einander diametral gegenüberliegend in einer im wesentlichen horizontalen Querschnittsebene des Bauwerks angeordnet sein, wobei die in aufeinanderfolgenden Querschnittsebenen angeordneten Verschlußorgane gegeneinander versetzt sind. Diese insgesamt vier, jedoch paarweise versetzten Kammern sind in Bodennähe und ca. 1/3 der Bauhöhe angeordnet und mit Klappen abschließbar, deren gewichtsbelasteter Klappenkörper sich aus der vorhandenen Sitzöffnung in der Innenwand, gelenkig nach oben öffnen können, und dann wieder in vertikaler Lage eine geschlossene, gedichtete Wand bilden. Die Klappenkörper können sich beim Innendruck, oder Sog durch ein eingeschaltetes Absauggerät zufolge Unterdruck von außen, wieder öffnen.

Durch die in jeder Kammer in der Strömungsrichtung befindlichen Filtereinrichtung, werden Teilchen feinster Korngrößen zur Filterung der Radionuklide und toxischer Medien mit austauschbaren Einsätzen, ausgefiltert. Nach dem Durchgang des GAU-Mediums durch die geöffnete Wandklappe, der oberen Hälfte der Filtereinrichtung, treten die neutralisierten Gase in den Ringraum zwischen Innenwand und Außenabdeckung, der als Mischraum dient, aus. Aus diesem Ringraum gelangt das gereinigte Gas durch die nicht dicht ausgeführte Außenabdeckung der Schutzdom-Anlage nach außen in die freie Umgebung.

Für den Austritt des Mediums aus dem Innenraum der Schutzeinrichtung sind 4 Kammern mit Wandöffnungen für Verschlußorgane mit je einer Abschlußklappe so vorgesehen, daß die Verschlußorgane in Umfangsrichtung um ca. 90 Grad versetzt sein können.

Durch eine am Boden installierte und auf diese zuschaltbare Absaugeinrichtung ist es weiters vorgesehen, daß in die Kammer eine gegebenenfalls durch ein Verschlußorgan verschließbare, ins Freie führende Saugleitung mündet, und daß gegebenenfalls in den Raum zwischen Außen- und Innenwandung außerhalb der Kammer eine weitere Saugleitung mündet, die gegebenenfalls mit der aus der Kammer kommenden Saugleitung zusammengeführt ist. Daher ist es vorgesehen, daß die Absaugeinrichtung auf den 2. Anschluß, direkt aus dem Innenraum des Bauwerkes umschaltbar sein muß, wobei durch den Sog bzw. Unterdruck sich die Klappe öffnet und das Medium über die untere Hälfte der Filtereinrichtung, der geöffneten Abschlußarmatur und Absaugleitung, die gereinigten Gase in die freie Umgebung fördert.

Weiters ist es sehr vorteilhaft, eine Beregnungseinrichtung bzw. Sprinklereinrichtung die der kombinierten Verfahrensanwendung dient, im großvolumigen Schutzdom als Ringleitung zu installieren. Erreicht wird dies dadurch, daß in dem von der Innenwandung umschlossenen Raum, eine mit Düsen versehene Ringleitung angeordnet ist, die an einem Vorrat aus unbrennbarer Flüssigkeit zB. Wasser, angeschlossen ist, wobei der Vorrat sich in einem Tank befindet, der im Ringraum zwischen Außen- und Innenwandung etwa im Bereich der Kuppel des Bauwerkes angeordnet ist, oder daß der Vorrat von der Wasserversorgung gebildet ist.

Vorteilhafter Weise kann die Beregnungseinrichtung so installiert werden, daß die Ringleitung in etwa 2/3 der Bauhöhe angeordnet ist. Die Düsen sind auf das Zentrum hin gerichtet, um ein intensives Besprühen des Störfallmediums zu erreichen, wodurch nach anfänglicher Dampfbildung, Abkühlung und Druckreduzierung eintritt.

Der Flüssigkeitstank muß als Reserve immer gefüllt sein und durch das Öffnen des zugehörigen Absperrventils immer zuschaltbar sein, inklusive des Sprühkopfes in zentraler Position, der etwas tiefer zur Ringrohrleitung liegt. Dazu ist ein wenige Meter breites, temperaturbeständiges Tragnetz so zu spannen, daß zwischen der Ringleitung und dem Boden ungefähr horizontal eine Fahrbahn für einen auf einem Wagen montierten Sprühkopf angeordnet ist, in der eine bewegbare Leitung zur Zufuhr unbrennbarer Flüssigkeit, zB. Wasser mündet, die durch eine Wandöffnung aus dem Innenraum hinaus führt.

Weiters ist es zweckmäßig, daß die Fahrbahn von einem den Innenraum durchsetzenden Netzstreifen gebildet ist, um einen freien Dampfdurchtritt zu ermöglichen.

Zur variablen Sprühverteilung mit dem Sprühkopf ist es vorgesehen, daß an dem Wagen die Enden zweier aus dem Innenraum, an diametral gegenüberliegenden Stellen hinausgeführter Seile befestigt sind, die den kombinierten Verfahrensmaßnahmen dienen.

Für die langjährige Funktion der Schutzeinrichtung ist es vorgesehen, daß die Innenwand mit einer abschirmenden Abdeckschicht versehen ist, die auf eine gereinigte Innenwand aufgebracht ist, wodurch eine Abschirmung gegen Austritt radioaktiver Strahlung gewährleistet werden kann.

Für die Steuerung der Verfahrensmaßnahmen sind insbesondere mehrere Schauöffnungen am Innenmantel mit Schutzglas auszustatten, und zwar so, daß in der Innenwand durch Schutzglas verschlossene Schauöffnungen angeordnet sind. Auch TV-Geräte kann man an diesen Öffnungen zur Überwachung aus einer zentralen Stelle, installieren.

Vom Boden sind Zugänge bis zum jeweiligen Schauglas und Bedienungsgerät vorzusehen, wodurch die Steuerung aller Maßnahmen für Personen hinter der geschützten, massiven Innenwandung für alle sichergestellt ist.

Die Schutzdom-Anlage ist einerseits zur Druckentspannung und andererseits als Medien-Abbauverfahren kombiniert über ein Kernkraftwerk zu errichten vorgesehen und schafft durch hohe Ausführungsqualität menschenmögliche Sicherheit gegen Austritte radioaktiver Strahlung dadurch, daß in Kraftwerken in einem das Kernkraftwerk umschließenden Bauwerk, der in einem Störfall im Inneren entweichende Druck des verseuchten Gases, nach Reinigung des Gases, insbesondere von radioaktiven Teilchen, über die Außenwand, gegebenenfalls zusätzlich über Filter, abgebaut wird. Mensch und Umwelt erhalten örtlich und in großen Entfernungen, bei einem großen KKW-Störfall, sichersten Schutz.

In der Zeichnung ist die erfindungsgemäße Schutzeinrichtung mit dem Druck- und Gas-Abbauverfahren in drei beispielsweisen Ausführungen dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 die erfindungsgemäße Schutzdom-Anlage mit Druck- u. Gas- Abbauverfahren über ein Kernkraftwerk mit Nebengebäuden errichtet, im vertikalen Schnitt.

Fig. 2 zeigt einen horizontalen Schnitt der Fig. 1 nach der Linie a-a.

Fig. 3 zeigt einen Teilschnitt nach der Linie b-b der Fig. 2

Die Stahlhochbaukonstruktion ist schematisch in Fig. 1 in doppelwandiger Bauweise mit kuppenförmigen Dach dargestellt. Die Innenwand ist massiv ausgeführt, wobei in Bodennähe sowie ca. in 1/3 der Bauhöhe 90 Grad versetzt, paarweise zueinander, insgesamt vier Kammern mit Wandklappen angeordnet sind, die beim Überdruck vom Innenraum oder durch Unterdruck von außen, insbesondere durch den Sog des Absauggerätes erzeugt, öffnen.

Zur Verfahrenssteuerung ist in 2/3 der Bauhöhe an der Innenwand eine Sprinklereinrichtung mit feinen Düsen sowie der Flüssigkeitsanschluß angebracht. Tiefer liegend befindet sich der Sprühkopf auf einem Wagen, verbunden mit einer beweglichen Leitung, die durch eine Öffnung der Innenwand zu dahinter befindlichen Wasseranschlüssen führt, angebracht.

Am Wagen sind zwei Seilenden befestigt, die durch die Innenwand führen und seitlichen Verstellzwecken des Sprühkopfes dienen.

In Fig. 2 ist ebenfalls schematisch die Stahlhochbaukonstruktion mit der Außenabdeckung, der. Innenringrohrleitung mit den Düsen der Sprinklereinrichtung dargestellt. Zentral darunter ist ein schmales, durchlässiges Tragnetz als Fahrbahn zur Aufnahme des Wagens mit dem Sprükopf befestigt, der eine angeschlossene nach außen führende Schlauchleitung hat, die zur Wasserleitung führt.

Die Fig. 3 zeigt die beiden bodennahen, gegenüberliegenden Kammern, von denen nur eine gezeichnet ist, die durch Wandklappen- Verschlüsse geöffnet werden, von denen das zweite Paar um 90° versetzt in ca. 1/3 der Bauhöhe angeordnet ist, einerseits vom Innendruck, andererseits vom erzeugten Unterdruck der auf die Wandklappen durch die Absaugeinrichtung von außen einwirkt.

Das verseuchte Medium wird verfahrensgemäß in Strömungsrichtung durch die Reinigungsfilter mittels austauschbaren Einsätzen von den feinsten Radionukliden, vor dem Austritt dieser Gase in den Mischraum und weiter in die freie Umgebung, gereinigt.

Die Absaugeinrichtung muß umschaltbar sein auf die ausgetretenen Gase aus der Kammer über den Oberteil der Filterungseinrichtung, auf die Mischluft des Ringraumes zwischen Innen- und Außenwand der Schutzdom-Anlage. Jede der vier Kammern muß mit einer eigenen Absaugeinrichtung ausgestattet sein.

Gemäß Fig. 1 ist die Schutzdom-Anlage 1 mit der massiven Innenwand 2 am Fundament 3 befestigt und steht über einem Kernkraftwerk 4 mit mehreren Nebengebäuden 5. Die Innenwand 2 hat in Bodennähe zwei gegenüberliegende Kammern 6, wovon eine dargestellt ist, und um 90 Grad versetzt dazu, jedoch höher liegend und paarweise gegenüber angeordnet Kammer 7, wovon ebenfalls nur eine in die Ebene gedreht dargestellt ist, mit jeweils der gelenkigen, gewichtsbelasteten Wandklappe 8, Filtereinrichtung 9 sowie angeschlossener Absperrarmatur 10 und Absaugleitung 11.

In 2/3 der Bauhöhe der Schutzeinrichtung 1, befindet sich an der Innenwand 2 die Sprinklereinrichtung angeordnet, mit der Ringrohrleitung 12 und den Düsen 13 sowie darunter das seitlich befestigte Tragnetz als Fahrbahn 14, worauf sich der Wagen 15, mit dem Sprühkopf 16 und Schlauchleitung 17, befinden und bewegen können, ebenso auch die zwei zur Positionsverstellung erforderlichen Seilenden 18, angebracht sind.

Im Kuppenbereich sind die zwei großen, gefüllten Wasserbehälter 19, mit der gemeinsamen Verbindungsleitung 20, untergebracht. Durch die Falleitung 21, kann nach dem Öffnen der Absperrarmatur 22, und geschlossener Armatur 24, die Sprinklereinrichtung durch die gefüllten Wasserbehälter 19, im Notfall versorgt werden, wobei das T-Stück 23, auch für die weitere Wasserversorgung aus der Hauptleitung 30, vorgesehen ist. Der Eckverteiler 26, dient ebenfalls der weiteren Wasserversorgung zur Schlauchleitung 17 und dem Sprühkopf 16, bei geöffneter Absperrarmatur 25 und Förderung aus der Steigleitung 27, offener Absperrarmatur 28 sowie eingeschaltetem Fördergerät 29. Dieses Fördergerät ist zB. eine Pumpe und fördert verfahrensgemäß aus der Wasserversorgung 30, durch die Steigleitung 27, offener Absperrarmaturen 25 und 28 sowie 24, sowohl zum Sprühkopf 16, als auch in die Ringleitung 12 und sprüht Wasser durch die Düsen 13, auf das zu kühlende GAU-Medium radial im Kreise, als auch zentral in den Innenraum 2, der Schutzeinrichtung. Die Behälter 19, sind ebenfalls durch die Pumpe 29, immer wieder zu füllen.

Fig. 2 zeigt knapp über und durch 2/3 der Höhe des Bauwerks die schematisch dargestellte tragende Stahlhochbaukonstruktion 31, mit der außen daran angebrachten Abdeckung 32. Weiters das am Boden befindliche Absauggerät 33, zum Absaugen des ruhenden Gases. An der Innenwand 2, befestigt ist sowohl die Ringrohrleitung 12, als auch das Tragnetz als Fahrbahn 14, worauf ein Wagen 15, mit montierten Sprühkopf 16, den zentralen Platz einnimmt und mittels der beiden Seilenden 18, aus der geschützten Position hinter der Innenwand 2, seitlich links und rechts für Sprühzwecke verstellt werden kann.

Fig. 3 zeigt die Schutzdom-Innenwand 2 und die Außenabdeckung 32, mit der bodennahen Kammer 6, sowie die gewichtsbelastete Klappe 8, und die Filtereinrichtung 9. Das darunter befindliche Absauggerät 33, kann einerseits aus der Kammer 6, und zufolge des Soges der auf die Wandklappe 8, einwirkt und sie teilweise öffnet, durch die untere Hälfte der Filtereinrichtung 9, der geöffneten Absperrarmatur 34 und der Absaugleitung 35, das ruhende Medium aus dem Innenraum der Schutzdomwand 2, absaugen und muß andererseits, auf den Ansaugstutzen 36, umschaltbar sein, sodaß auch ruhende Mischluft aus dem Ringraum zwischen Innenwand 2, und Außenabdeckung 32, abgesaugt werden kann. Die Sitzöffnung 37, wird vom massengewichtsbelasteten Klappenkörper 8, im drucklosen Zustand selbsttätig an der Innenwand 2, vertikal geschlossen und gleichzeitig abgedichtet.


Anspruch[de]
  1. 1. Schutzeinrichtung für Kernkraftwerke in Form eines das Kernkraftwerk (4) umschließenden Bauwerks (1) mit Außenwandung und Innenwandung, wobei zwischen beiden ein Ringraum angeordnet ist, und die Innenwandung aus thermisch beständigem Werkstoff besteht, wobei die Innenwandung (2) des Bauwerks mit durch Verschlußorgane verschließbaren Durchbrechungen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die in der aus massivem Metallplatten gebildeten Innenwand (2) vorgesehenen Durchbrechungen je in eine zwischen Außen- und Innenwandung angeordnete Kammer (6, 7) münden, in der eine Filtereinrichtung (9) für feinste Korngrößen zur Filterung der Radionuklide mit austauschbaren Einsätzen angeordnet ist, die in den< Ringraum zwischen Außen- und Innenwand mündet, der einen Mischraum bildet, der über Undichtheiten der Außenabdeckung (32) mit dem Außenraum verbunden ist.
  2. 2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußorgane (8) jeweils paarweise und einander diametral gegenüberliegend in einer im wesentlichen horizontalen Querschnittsebene des Bauwerks (1) angeordnet sind, wobei die in aufeinanderfolgenden Querschnittsebenen angeordneten Verschlußorgane (8) gegeneinander versetzt sind.
  3. 3. Schutzeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußorgane (8) in Umfangsrichtung um z. B. 90 Grad versetzt sind.
  4. 4. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in die Kammer (6, 7) eine durch ein Verschlußorgan (34) verschließbare ins Freie führende Saugleitung (35) mündet und daß in den Raum zwischen Außen- und Innenwand, außerhalb der Kammer eine weitere Saugleitung (33) mündet, die mit der aus der Kammer (6, 7) kommenden Saugleitung (35) zusammengeführt ist.
  5. 5. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem von der Innenwandung (2) umschlossenen Raum, eine mit Düsen (13) versehenen Ringleitung (12) angeordnet ist, die an einem Vorrat aus unbrennbarer Flüssigkeit, z. B. Wasser, angeschlossen ist, wobei der Vorrat sich in einem Tank (19) befindet, der im Ringraum zwischen Außen- und Innenwandung, etwa im Bereich der Kuppel des Bauwerks angeordnet ist, oder daß der Vorrat von der Wasserversorgung (30) gebildet ist.
  6. 6. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringleitung (12) in etwa 2/3 der Bauhöhe angeordnet ist.
  7. 7. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Ringleitung (12) und dem Boden ungefähr horizontal eine Fahrbahn (14) für einem auf einem Wagen (15) montierten Sprühkopf (16) angeordnet ist, in den eine bewegbare Leitung (17) zur Zufuhr unbrennbarer Flüssigkeit, z. B. Wasser mündet, die durch eine Wandöffnung aus dem Innenraum hinausführt.
  8. 8. Schutzeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrbahn (14) von einem der Innenraum durchsetzenden Netzstreifen (14) gebildet ist.
  9. 9. Schutzeinrichtung nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Wagen (15) die Enden zweier aus dem Innenraum, an diametral gegenüberliegenden Stellen hinausgeführter Seile (18) befestigt sind.
  10. 10. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenwand (2) mit einer abschirmenden Abdeckschicht versehen ist, die auf eine gereinigte Innenwand aufgebracht ist.
  11. 11. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß in der Innenwand (2) durch Schutzglas verschlossene Schauöffnungen angeordnet sind.
  12. 12. Verfahren zum Betrieb einer Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß in Kraftwerken in einem das Kernkraftwerk (4) umschließenden Bauwerk (1), der in einem Störfall im Inneren entweichende Druck des verseuchten Gases, nach Reinigung des Gases von radioaktiven Teilchen, über die Außenwand (32), gegebenenfalls zusätzlich über Filter (9) abgebaut wird.






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