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Dokumentenidentifikation DE10025999C2 10.04.2003
Titel Druckeinheit
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Schaede, Johannes, 97074 Würzburg, DE
DE-Anmeldedatum 25.05.2000
DE-Aktenzeichen 10025999
Offenlegungstag 09.08.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.04.2003
IPC-Hauptklasse B41F 15/08
IPC-Nebenklasse B41F 15/38   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Druckeinheit gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der EP 07 23 864 B1 ist eine Druckeinheit für eine Rotationsdruckmaschine bekannt, die einen Siebdruckzylinder und einen von zwei Zylindern gebildeten Druckspalt, in dem ein Bedruckstoff bedruckt wird, aufweist.

Ein Siebdruckzylinder dieser Druckeinheit bildet einen Druckspalt zusammen mit einem Gegendruckzylinder, der Umfangsabschnitte mit verringertem Radius aufweist, in denen Bogengreifer angeordnet sind. Im Innern des Siebdruckzylinders ist eine Rakeleinrichtung dem Druckspalt zugewandt angeordnet, die gegen das Sieb des Siebdruckzylinders drückt und Farbe hindurchstreicht. Um eine Verformung des Siebes zu vermeiden, wenn ein Umfangsabschnitt mit verringertem Radius den Druckspalt durchläuft, ist ein Mechanismus vorgesehen, der zu diesen Zeiten die Rakeleinrichtung vom Sieb abrückt.

Diese bekannte Druckeinheit ist nur zum einseitigen Drucken geeignet. Der Mechanismus zum Abrücken der Rakeleinrichtung ist aufwendig.

Die JP 11-129599 AA offenbart eine Siebdruckmaschine mit zwei Siebdruckzylindern und einem bogenführenden Übertragungszylinder.

Die EP 0 949 069 A1 beschreibt eine Offsetdruckmaschine mit zusammenwirkenden Übertragungszylindern, denen eine Siebdruckeinheit vorgeschaltet sein kann.

Die DE 22 02 545 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Bedrucken, wobei das Druckbild von Siebdruckschablonen zuerst auf einen Übertragungszylinder und dann erst auf den Bedruckstoff übertragen wird.

Die DE 26 38 344 A1 offenbart eine vertikale Siebdruckmaschine, deren Siebdruckzylinder direkt zusammen wirken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Druckeinheit zum passerhaltigen Schön- und Widerdruck im Siebdruckverfahren in einem Druckvorgang zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die Druckeinheit Schön- und Widerdruck im Siebdruckverfahren passerhaltig zueinander in einem Druckvorgang ermöglicht. Der Siebdruckzylinder zeichnet sich besonders durch seinen einfachen Aufbau aus.

Bei der Druckeinheit ist erfindungsgemäß vorgesehen, einen ersten Siebdruckzylinder und einen zweiten Siebdruckzylinder so anzuordnen, so dass mit dem ersten Siebdruckzylinder ein erster Übertragungszylinder und mit dem zweiten Siebdruckzylinder ein zweiter Übertragungszylinder zusammenwirkt, und erster und zweiter Übertragungszylinder einen Druckspalt bilden.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Druckmaschine mit einer Druckeinheit;

Fig. 2 die Druckeinheit der Maschine aus Fig. 1 in einem schematischen Schnitt.

Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht, z. B. einer Bogenrotationsdruckmaschine, in der die Druckeinheit 4 beispielsweise eingesetzt ist. Die Druckmaschine umfasst einen Bogenanleger 1 mit einem Bogenstapel 2, von dessen automatisch auf einem gleichbleibenden Niveau gehaltener Oberseite Bogen einzeln oder geschuppt von einem Bandförderer 3 der Druckeinheit 4 zugeführt werden, welche die Bögen einzeln übernimmt, bedruckt und an einen Kettenförderer 6 ausgibt, der diese im Fall von Mehrfarbdruck weiteren Druckeinheiten in Art der Druckeinheit 4 oder, wie hier gezeigt, direkt einem Auslagestapel 5 zuführt.

Die Bogen durchlaufen die Druckeinheit 4 von oben nach unten; ihr Aufbau ist in Fig. 2 in größerem Maßstab dargestellt.

Zwei Transportzylinder 7, von denen der obere in der Fig. 2 nur teilweise dargestellt ist, sind jeweils an einem Abschnitt 8 ihres Umfangs mit Bogengreifern versehen, um zu bedruckende Bogen passerhaltig zu deren Rand von dem ersten Bandförderer 3 zu übernehmen. Der untere der zwei Transportzylinder 7 rollt in Kontakt mit einem ersten Übertragungszylinder 9 ab. Der Übertragungszylinder 9 ist, z. B. als Gummituchzylinder 9 ausgebildet und ist ebenfalls an einem Abschnitt 11 seines Umfangs mit einer Greiferbrücke zum Übernehmen der Bogen von dem unteren Transportzylinder 7 ausgestattet. Der erste Gummituchzylinder 9 rollt ferner in Kontakt mit einem ersten Siebdruckzylinder 12 ab, wodurch auf ihn ein Druckmuster übertragen wird, welches in dem Spalt 13 zwischen Transportzylinder 7 und erstem Gummituchzylinder 9 auf einen geförderten Bogen gedruckt wird.

Nach Durchgang durch den Spalt 13 erreicht ein zu bedruckender Bogen einen zweiten Spalt 14 zwischen dem ersten Gummituchzylinder 9 und einem zweiten, ebenfalls als Gummituchzylinder 16 ausgebildeten Übertragungszylinder 16. In diesem Spalt 14 wird der Bogen auf seiner zweiten Seite mit einem von einem zweiten Siebdruckzylinder 17 auf den zweiten Gummituchzylinder 16 übertragenen Muster bedruckt.

Der zweite Gummituchzylinder 16 besitzt keine Greiferbrücke; stattdessen verfügt er in einem Abschnitt 18 seines Umfangs über einen Kanal, der den Durchgang der Greiferbrücke 11 des Gummituchzylinders 9 durch den Spalt 14 ermöglicht.

Da die zwei Gummituchzylinder 9; 16 und mit ihnen auch die Siebdruckzylinder 12; 17 gekoppelt rotieren können, ist es durch eine manuelle oder automatische Feineinstellung der auf den Siebdruckzylindern 12; 17 montierten Druckformen relativ zu einander in axialer Richtung und in Umfangsrichtung der Zylinder 9; 16; 12; 17 auf einfache Weise möglich, eine exakte und dauerhafte Passerhaltigkeit des Drucks auf Vorder- und Rückseite der Bögen zu erreichen.

Die diversen oben erwähnten Zylinder 7; 9; 16; 12; 17 sind jeweils an ihren Stirnseiten in Seitengestellen 19; 21; 22 gelagert. Diese Seitengestelle 19; 21; 22 bestehen bei der in Fig. 2 gezeigten Druckeinheit jeweils aus einem zentralen Modul, welches die Transportzylinder 7 und die zwei Gummituchzylinder 9; 16 trägt, sowie zwei seitlichen Modulen, die jeweils einen der Siebdruckzylinder 12; 17 tragen. Die stirnseitigen Platten eines Moduls sind jeweils fest miteinander verbunden, so dass sie eine starre Rahmeneinheit bilden, die mitsamt dem von ihnen getragenen Siebdruckzylinder 12 bzw. 17 von der Druckeinheit 4 abnehmbar ist. Ein solches Modul kann dann z. B. durch ein anderes Modul ersetzt werden, welches einen Formzylinder z. B. für herkömmlichen Flach-Offsetdruck oder dergleichen enthält. Auf diese Weise lässt sich die Druckeinheit bequem unterschiedlichen Bedürfnissen anpassen, um Dokumente, bei denen unterschiedliche Drucktechniken für Vorder- und Rückseite verlangt werden, passerhaltig in einem Durchgang zu drucken. Bezugszeichenliste 1 Bogenanleger

2 Bogenstapel

3 Bandförderer

4 Druckeinheit

5 Auslagestapel

6 Kettenförderer

7 Transportzylinder

8 Abschnitt

9 Übertragungszylinder, Gummituchzylinder

10 -

11 Abschnitt

12 Siebdruckzylinder

13 Spalt

14 Spalt

15 -

16 Übertragungszylinder, Gummituchzylinder

17 Siebdruckzylinder

18 Abschnitt

19 Seitengestell

20 -

21 Seitengestell

22 Seitengestell


Anspruch[de]
  1. 1. Druckeinheit mit einem ersten Siebdruckzylinder (12) und einem zweiten Siebdruckzylinder (17), wobei mit dem ersten Siebdruckzylinder (12) ein erster Übertragungszylinder (9) zusammenwirkend angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem zweiten Siebdruckzylinder (17) ein zweiter Übertragungszylinder (16) zusammenwirkend angeordnet ist und daß erster (9) und zweiter Übertragungszylinder (16) einen Druckspalt (14) bilden.
  2. 2. Druckeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Übertragungszylinder (9) eine Halteeinrichtung für bogenartige Bedruckstoffe aufweist.
  3. 3. Druckeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinheit modular aufgebaut ist, wobei die Siebdruckzylinder (12; 17) jeweils abnehmbare Module (21; 22) bilden.






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