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Dokumentenidentifikation DE10062747C2 10.04.2003
Titel Koppelmittel zum schmerzreduzierten Einleiten von Schallwellen in den menschlichen Körper
Anmelder Dornier Medtech Holding International GmbH, 82234 Weßling, DE
Erfinder Überle, Friedrich, Dr., 82205 Gilching, DE;
Forssmann, Bernd, Dr., 82211 Herrsching, DE;
Streich, Klaus, 86916 Kaufering, DE
Vertreter Frick, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 85630 Grasbrunn
DE-Anmeldedatum 15.12.2000
DE-Aktenzeichen 10062747
Offenlegungstag 04.07.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.04.2003
IPC-Hauptklasse A61K 49/22
IPC-Nebenklasse A61N 7/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Koppelmittel zum schmerzreduzierten Einleiten von Schallwellen in den menschlichen Körper gemäß den Patentansprüchen.

Die Erfindung bezieht sich auf ein Mittel, im Fachjargon auch Koppelmittel genannt, zum mehr oder weniger schmerzreduzierten Einleiten von Schallwellen, im besonderen Stoßwellen in den menschlichen, gegebenenfalls auch in den tierischen Körper aus Gründen der Diagnose und/oder der Therapie. Das Koppelmittel wird dabei schichtweise auf die betroffene Körperpartie und/oder auf den Koppelbalg des Gerätes aufgetragen, mit welchem die Behandlung durchgeführt wird.

Aus Literatur und Praxis liegen gesicherte Erkenntnisse vor, dass das Schmerzempfinden des Patienten nicht unbeachtlich von dem jeweils verwendeten Koppelmittel bei der Lithotripsie (ESWL) und bei anderen Therapien mit Schallanwendungen (ESWT) abhängt. Von allen bekannten und bisher in der Praxis erprobten Koppelmitteln hat sich Vaseline, ein Abfallprodukt aus Kohlenwasserstoffen bei der Erdöldestillation als das erfolgversprechendste erwiesen. Es ist beispielsweise durch A. Heidenreich et al. aus der Fachzeitschrift "Urologe /A/ (1995) 34, Seiten 343-347 bekannt, die ESWL durch kutane Applikation von Vaseline schmerzfrei durchzuführen. Vaseline hat jedoch in dem vorhergehenden Zusammenhang auch Nachteile; sie ist in ihrer Konsistenz ein gallertartiger, sehr zäh-elastischer Stoff und daher nicht geeignet, einfach und schnell in einer möglichst dünnen Schicht aufgetragen zu werden. Dies ist aber Voraussetzung für den angestrebten Behandlungserfolg. Die praktische Anwendung der Vaseline hat nämlich auch gezeigt, dass bei zu dick aufgetragenen Vaseline- Schichten die Schallwellen stark gedämpft werden. Der Grund dafür sind in der Schicht eingelagerte Luftbläschen, die partiell das Durchtreten des Schalls verhindern und daher die Beschallung in ihrer Gesamteffizienz wesentlich dämpfen bzw. schwächen.

Des weiteren ist es durch I. von der Auwera et al. bekannt, bei sonographischen Methoden u. a. Vaselineöl zu verwenden; diese Publikation ist erschienen in "ULLMAN REPRODUCTION, (1998 Aug.) 13 (8) 2234-7" (Medline Abstract).

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die aufgezeigten Nachteile zu vermeiden und für einen möglichst effizienten sowie für einen möglichst schmerzfreien Einsatz von Schallwellen am lebenden Körper ein geeignetes Koppelmittel vorzuschlagen.

Gelöst ist diese Aufgabe in überraschend einfacher Weise dadurch, dass als Koppelmittel eine Mischung aus Vaseline und Vaselineöl gemäß dem Kennzeichen von Patentanspruch 1 zur Anwendung kommt. Diese Mischung ergibt im Rahmen der erfindungsgemäßen Aufgabe einen gut streichfähigen Stoff zum raschen Auftragen bzw. Erzielen einer entsprechend dünnen Schicht des Koppelmittels.

Praktische Versuche mit dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen Koppelmittel haben gezeigt, dass eine Mischung aus drei Teilen Vaseline und einem Teil Vaseline-Öl gegenüber allen bisher bekannten Koppelmitteln sehr gut wirkt sowohl hinsichtlich einer merklichen Schmerzlinderung wie auch bezüglich der Effizienz der mit Schallwellen behandelten Patienten.

Zur Aromaverbesserung kann dem erfindungsgemäßen Koppelmittel ein Aromaöl beigemischt werden. Als Beispiel kann in diesem Zusammenhang Pfirsichöl genannt werden, dessen Dämpfe während der Behandlung eine erkenntlich beruhigende Wirkung auf den Patienten ausüben. Die Auswahl des Aromaöls kann zuweilen auch in Abhängigkeit von dem subjektiven Geschmack des Patienten erfolgen.

Für die Anwendung des erfindungsgemäßen Koppelmittels bieten sich im wesentlichen drei Strategien an:

  • 1. Die erfindungsgemäße Mischung des Koppelmittels wird in einer dünnen Schicht auf den Ankoppelbalg beispielsweise eines Lithotripters appliziert, bevor dieser mit der betreffenden Hautpartie des Patienten in Berührung gebracht wird.
  • 2. Das erfindungsgemäße Koppelmittel wird dünnschichtig direkt auf die Haut des Patienten appliziert. Dabei hat sich herausgestellt, dass eine Einwirkdauer von 10 bis 30, vorzugsweise von 15 bis 25 Minuten vor Behandlungsbeginn den erfindungsgemäßen Effekt weiter verbessern kann. Des weiteren kann es auch nützlich sein, zusätzlich den Behandlungsbalg des betreffenden Gerätes mit einer dünnen Schicht des erfindungsgemäßen Koppelmittels zu versehen.
  • 3. Es kann auch vorteilhaft sein, das erfindungsgemäße Koppelmittel nur in einer dünnen Schicht auf die Haut des Patienten aufzutragen und den Therapiebalg des Gerätes mit einer Schicht aus herkömmlichem Koppelgel zu versehen.

Zur Vermeidung von Stosswellenabsorptionen sollten alle Schichten des Koppelmittels stets sehr dünn aufgetragen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Koppelmittel zum schmerzreduzierten Einkoppeln von Schallwellen in den menschlichen Körper zum Diagnostizieren und/oder zum Therapieren, dadurch gekennzeichnet, dass das Koppelmittel aus einer Mischung aus drei Teilen Vaseline und aus einem Teil Vaselineöl besteht.
  2. 2. Koppelmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung zusätzlich Aromaöl enthält.
  3. 3. Koppelmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Aromaöl Pfirsichöl beigemischt ist.






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