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Dokumentenidentifikation DE10135208C1 10.04.2003
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Fruchtkuchens
Anmelder Velten, Klaus Markus, 52525 Heinsberg, DE
Erfinder Velten, Klaus Markus, 52525 Heinsberg, DE
Vertreter von Creytz, D., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 41844 Wegberg
DE-Anmeldedatum 24.07.2001
DE-Aktenzeichen 10135208
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.04.2003
IPC-Hauptklasse A21C 9/04
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zum Herstellen eines Fruchtkuchens mit mindestens einer Teigschicht und mindestes einer Stückfrüchteschicht beschrieben. Um das Herstellen der Stückfrüchteschicht zu vereinfachen, wird die letztere unabhängig von der Teigschicht am Boden einer Schale vorfabriziert. Die Teigschicht wird bei Bedarf auf die bereits in der Schale befindliche Fruchtschicht aufgebracht, anschließend wird die Schale mit Inhalt gestürzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Fruchtkuchens mit mindestens einer Teigschicht und mindestens einer Schicht eines vorfabrizierten Stückfrüchtebelags und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfarens.

Der Begriff "Fruchtkuchen" umfaßt im Rahmen der Erfindung Teigwaren bzw. Backwerke mit in Stücken, bevorzugt mit jeweils, z. B. vom Bäcker, vorbestimmtem Muster, vorgelegten Früchteteilen, dem "Stückfrüchtebelag". Letzterer soll alle Frucht- bzw. Obstarten, wie geschälte und geschnittene Äpfel, entkernte und geteilte Pflaumen, gezupfte und halbierte Erdbeeren, Ananasscheiben, Mangoteile, Kiwi-, Aprikosen- oder Pfirsichstücke, aber auch Gurken-, Tomaten- oder Paprikaabschnitte, umfassen, welche vorbereitet zum Verzehr in Form von Stücken, z. B. Hälften oder Vierteln, in dem Fruchtkuchen verarbeitet werden. Dazu gehören in erster Linie Obstkuchen, gebacken oder ungebacken, mit je mindestens einer Früchte- und Teigschicht, aber auch andere Teigwaren, wie Pizza, speziell, wenn die jeweiligen Früchteteile mustergetreu zu legen - also nicht nur einfach aufzustreuen oder aufzugießen - sind. Der Begriff "Stückfrüchtebelag" kann daher auch eine Zwischenschicht beschreiben. Auch der Begriff "Teigschicht" ist allgemein zu verstehen. Es kann sich dabei um eine nicht vorgebackene, oder um eine vorgebackene (vorfabrizierte) Boden- oder Zwischenschicht handeln. Die Teigschicht wird auch als "Backwerkboden" bezeichnet.

Herkömmlich wird bei der Herstellung eines sogenannten Blechkuchens auf dem Kuchenblech zunächst eine Teigschicht vorbereitet und geglättet. Auf diese Teigschicht werden die vorbereiteten Fruchtstücke im jeweils gewünschten Muster Stück-für-Stück gelegt. Als Unterlage für die zu legende Stückfrüchteschicht kommen auch bereits vorgebackene Kuchenböden in Frage. Das mustergetreue Positionieren der einzelnen Stückfruchtteile ist bei der Herstellung von Fruchtkuchen, ebenso wie bei anderen Fruchtteigwaren, eine aufwendige Handarbeit, die - z. B. vom Kuchen- oder Pizzabäcker - oft in größter Eile zu erledigen ist, etwa weil viele Kuchen zugleich in den Ofen müssen, aber eine langfristige Vorarbeit bzw. Vorfabrikation, etwa wegen aus den Fruchtstücken austretenden Saftes verfahrenstechnisch nicht angängig ist oder weil die Kundschaft auf die nächste Pizza wartet.

In DE 11 42 566 B wird ein Verfahren zum Herstellen einer Torte bestehend aus Tortenboden und Stückfrüchtebelag beschrieben. Letzterer wird auf einer auf den fertig gebackenen Tortenboden aufgelegten Kunststoff-Folie hergestellt. Die Kunststoff-Folie wird anschließend rundum verschlossen, so daß sie den Belag luftdicht einschließt. Der so verpackte Tortenbelag wird auf den Tortenboden gelagert.

Zum Entfernen der Kunstoff-Folie von dem bekannten Tortenbelag wird zunächst die gesamte Torte (mit Belag und Boden) auf eine Platte gestürzt, so daß der Tortenboden oben liegt. Letzterer wird dann vorübergehend abgehoben, um die zwischen Boden und Belag befindliche Folie herauszunehmen. Dann wird der Boden wieder aufgelegt und die gesamte Torte nochmals gestürzt, so daß der Boden wieder unterhalb des Belags liegt.

Als Unterlage zum Herstellen des Stückfrüchtebelags wird im Bekannten ein bereits fertig gebackener Tortenboden vorgesehen. Der fertige und in einer Folie eingeschlossene Stückfrüchtebelag wird liegend auf dem Tortenboden - zusammen mit diesem - aufbewahrt. Eine getrennte, zeitlich und räumlich von der Herstellung des Tortenbodens unabhängige Fabrikation des Früchtebelags wird im Bekannten nicht vorgesehen. Das zweimalige Stürzen des fertigen Tortenbodens ist nicht nur Zeit- und arbeitsaufwendig, es kann vielmehr zu Rissen und Brüchen im fertig gebackenen Tortenboden führen. Der Stückfrüchtebelag bleibt im Bekannten frisch, er selbst wird nicht gebacken bzw. mit dem Tortenboden zu einer Einheit verbacken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das maßstabsgetreue Aufbringen einer Stückfrüchteschicht auf eine Teig- oder Backwerkschicht beim Herstellen eines Fruchtkuchens zu vereinfachen; die Gefahr eines Zerbrechens des Tortenbodens soll gegenüber dem Stand der Technik vermindert werden.

Die erfindungsgemäße Lösung wird für das eingangs angegebene Verfahren zum Herstellen eines Fruchtkuchens im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegeben. Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist Gegenstand des Anspruchs 4.

Die Stückfrüchteschicht wird unabhängig von der Teigschicht mustergetreu hergestellt, insbesondere vorfabriziert. Grundsätzlich können im Rahmen der Erfindung beide Schichten unabhängig von einander hergestellt bzw. vorfabriziert werden. Es ist damit möglich, die Stückfrüchteschicht und die Teigschicht im verfahrens- und betriebstechnisch günstigen Moment, z. B. praktisch unmittelbar vor der Weiterverarbeitung, zu verbinden.

Erfindungsgemäß wird die Teigschicht auf die nach oben gerichtete Unterseite des in seiner Schale vorbereiteten Stückfrüchtebelags - gewissermaßen "mit einem Griff", aber erst bei Bedarf - aufgelegt.

Wenn diese Verbindung in dem verfahrenstechnisch günstigsten Moment erfolgt, kann aus der Stückfrüchteschicht nicht vorzeitig Fruchtsaft in die Teigschicht eindringen.

Ein Vorteil der Erfindung besteht auch darin, die zeitraubende Arbeit mit den Früchten in die Zeit mit mehr Muße vorzuverlegen oder durch einen Zulieferer ausführen zu lassen, und die vorbereiteten Teile erst dann zu verbinden, wenn sie in dieser Form gebraucht werden. Für diese Schlußarbeit sind nur wenige Handgriffe erforderlich, nämlich das Aufbringen der Teigschicht und das Stürzen der vorbereiteten Schale. Das Stürzen ist beispielsweise unter Zuhilfenahme einer aufgelegten Platte ohne störenden Einfluß auf das Früchtemuster leicht möglich. Nach dem Stürzen wird die Schale im allgemeinen vom Kuchen oder dgl. abgehoben und gereinigt sowie wiederverwendet oder entsorgt. Der so vorbereitete Fruchtkuchen kann in üblicher Weise weiter behandelt, z. B. gebacken, werden.

Die erfindungsgemäß vorgesehene Schale kann jede beliebige Form passend zur jeweilig herzustellenden Stückfrüchteschicht und Teigschicht haben. Sie kann auch aus jeden für den Nahrungsmittelbereich im vorliegenden Zusammenhang zulässigen Material, z. B. aus Kunststoff, Aluminium, Pappe oder (Kuchen-)Blech bestehen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in dem Unteransprüchen beschreiben.

Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels werden einige Einzelheiten der Erfindung erläutert.

Die beiliegende Zeichnung zeigt einen senkrechten Schnitt durch eine waagrecht stehende Schale 1. Diese besitzt einen Boden 2 und eine Umrandung 3. An die Oberkante 4 der Umrandung 3 kann sich vorteilhaft außen ein Griffrand 5, der das Anfassen zum Stürzen vereinfacht, anschließen. Die Umrandung 3 soll ausgehend vom Boden 2 schräg nach außen geneigt sein, um das saubere Stürzen zu erleichtern.

In der Schale 1 wird eine Stückfrüchteschicht 6 mustergetreu auf dem Boden 2 gelegt. Die Seite des herzustellenden Fruchtkuchens, die nach der Fertigstellung oben liegt, also die Oberseite 7, ist in der Schale 1 deren Boden 2 zugewendet. Die Unterseite 8 der Stückfrüchteschicht 6 ist in der Schale 1 nach oben gerichtet. Wenn ein Fruchtkuchen hergestellt werden soll, wird auf die Unterseite 8 eine Teigschicht 9 aufgebracht. Dann wird auf die Schale 1 eine Platte 10 auf gelegt und die ganze Anordnung derart - auf eine Backunterlage oder dergleichen oder auf eine andere Doppelschicht (Stückfrüchteschicht 6 und Teigschicht 9) - gestürzt, daß die Teigschicht 9 nach unten gelangt


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen eines Fruchtkuchens mit mindestens einer Teigschicht (9) und mindestens einer Schicht eines vorfabrizierten Stückfrüchtebelags (6), dadurch gekennzeichnet, daß der Stückfrüchtebelag (6) unabhängig von der Teigschicht (9) in einer die Umfangsform des Stückfrüchtebelags (6) definierenden Schale (1) mit nach oben gerichteter Unterseite (8) vorbereitet wird und daß auf den auf dem Kopf liegenden Stückfrüchtebelag (6) eine Teigschicht (9) aufgebracht und dann der Stückfrüchtebelag (6) zusammen mit der Teigschicht (9) einmalig gestürzt wird, um gemeinsam im Ofen ausgebacken zu werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaleninhalt auf ein auf die Unterseite (8) der Teigschicht (9) aufgelegtes Backblech gestürzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schale (1) nach dem Stürzen zur Wiederverwendung oder zur Entsorgung abgehoben wird.
  4. 4. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine eine Bodenfläche (2) mit der Geometrie des vorgesehenen Stückfrüchtebelags (6) aufweisende Schale (1) zum Positionieren der Stückfrüchte in der backfertigen Anordnung mit oben liegender Unterseite (8), aber fertig zum Stürzen.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine Schalenumrandung (3) zur Aufnahme und zum Begrenzen einer auf die oben liegende Unterseite (8) des Stückfrüchtebelags (6) in der Schale (1) aufzubringende Teigschicht (9).
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich außen an die Schalenumrandung (3) ein Griffrand (5) anschließt.






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