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Dokumentenidentifikation DE10150579A1 17.04.2003
Titel Fadenspleißvorrichtung
Anmelder W. Schlafhorst AG & Co, 41061 Mönchengladbach, DE
Erfinder Irmen, Wolfgang, 41068 Mönchengladbach, DE;
Schmitz, Bernhard, 47877 Willich, DE;
Corres, Norbert, 41844 Wegberg, DE
DE-Anmeldedatum 12.10.2001
DE-Aktenzeichen 10150579
Offenlegungstag 17.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.04.2003
IPC-Hauptklasse B65H 69/06
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Fadenspleißvorrichtung zum pneumatischen Verbinden zweier Fadenenden, mit einem Spleißkopf, der einen druckluftbeaufschlagbaren und mittels eines Deckelelementes auch an dessen Enden weitgehend verschließbaren Spleißkanal aufweist.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß das während des Spleißvorganges in seiner Schließstellung befindliche Deckelelement (23) Öffnungen (38, 45) freigibt, über die die in den Spleißkanal (20) einströmende, die Spleißverbindung erzeugende Druckluft im wesentlichen im Bereich zwischen den beiden Enden des Spleißkanals (20) entweichen kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenspleißvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Fadenspleißvorrichtungen zum pneumatischen Verbinden zweier Fadenenden sind im Zusammenhang mit Kreuzspulautomaten seit langem bekannt und in zahlreichen Schutzrechtsanmeldungen beschrieben.

Es sind dabei sowohl Fadenspleißvorrichtungen bekannt, bei denen der Fadeneinlegeschlitz eines in einem sogenannten Spleißkopf angeordneten Spleißkanals während des Spleißvorganges unverschlossen bleibt, als auch Fadenspleißvorrichtungen, bei denen dieser Fadeneinlegeschlitz während des Spleißvorganges durch ein Deckelelement verschlossen wird.

In der DE 33 42 858 C2 ist beispielsweise eine Fadenspleißvorrichtung beschrieben, bei der der Fadeneinlegeschlitz durch ein Deckelelement abdeckbar ist. Bei dieser bekannten Fadenspleißvorrichtung sind außerdem im Bereich der Spleißkanalenden verschiebbar gelagerte Abdeckmittel angeordnet, die während des Spleißvorganges ein teilweises Verschließen der Austrittsöffnungen des Spleißkanals ermöglichen.

Nachteilig bei solchen Fadenspleißvorrichtungen ist allerdings die Führung der Luftströmung während des Spleißvorganges.

Das heißt, die über spezielle Einblasöffnungen in den Spleißkanal eingeblasene Druckluft führt innerhalb des Spleißkanals zu einer axialen Luftströmung, die im Bereich der teilweise verschlossenen Austrittsöffnungen des Spleißkanals aus dem Spleißkopf austritt.

Die axiale Luftströmung kann dabei sowohl zu Faserverschiebungen oder Faserablösungen führen, als auch die vor dem Spleißkopf angeordneten Fadenenden schädigen, was sich nicht nur negativ auf das Aussehen der Spleißverbindung sondern auch nachteilig auf die Haltbarkeit des Fadens auswirkt.

Durch die im Spleißkanal auftretende, axiale Luftströmung besteht außerdem stets die Gefahr, daß eins der im Spleißkanal liegenden, zu verspleißenden Fadenenden axial etwas verlagert wird, was für die Haltbarkeit der Spleißverbindung ebenfalls wenig förderlich ist.

Es ist deshalb bereits vorgeschlagen worden, sowohl den Fadeneinlegeschlitz als auch die Enden des Spleißkanals durch geeignete Abdeckeinrichtungen weitestgehend zu verschließen und die während des Spleißvorgang eingeleitete Druckluft über spezielle Abströmkanäle im Spleißkopf abzuleiten.

Die DE 35 40 324 C2 beschreibt eine solche Fadenspleißvorrichtung, die ein Deckelelement zum Verschließen des Spleißkanals sowie bezüglich des Spleißkanals axial verschiebbar gelagerte Verschlußkolben aufweist.

In den Spleißkopf sind dabei, orthogonal zum Spleißkanal, Querkanäle eingearbeitet, über die die Druckluft während des Spleißvorganges abströmen soll.

In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, daß bei einer solchen Ausführungsform aufgrund der innerhalb des Spleißkanals auftretenden Strömungsverhältnisse, insbesondere der unzureichenden Abführung der eingeblasenen Spleißluft, gute, das heißt, nahezu garngleiche Spleißverbindungen nicht zu gewährleisten sind.

In der DE 42 40 742 A1 ist eine Weiterentwicklung der vorstehend erläuterten Fadenspleißvorrichtung beschriebenen. Diese bekannte Fadenspleißvorrichtung weist ein Deckelelement auf, das sowohl den Fadeneinlegeschlitz des Spleißkanals abdeckt, als auch die Enden des Spleißkanals teilweise verschließt.

Spezielle Seitenwände des Deckelelementes, die mit entsprechenden Wandabschnitten des Spleißkopfes korrespondieren, verlaufen dabei in Richtung des austretenden Luftstromes divergierend und bilden sogenannte Luftleitflächen.

Durch diese Luftleitflächen soll der schädliche Einfluß der austretenden Luftströmung auf die vor dem Spleißkopf angeordneten Fadenstücke verhindert oder zumindest abgemildert werden.

Bei der Fadenspleißvorrichtung gemäß DE 42 40 742 A1 weist der Spleißkopf außerdem einen relativ großen, orthogonal zum Spleißkanal angeordneten, V-förmigen Querkanal auf, durch den die Spleißluft ebenfalls abströmen kann.

Des weiteren ist es von sogenannten Naßspleißvorrichtungen bekannt, den Spleißkopf in einer während des Spleißvorganges nach außen hermetisch abgeschirmten Kammer anzuordnen. Bei einer solchen beispielsweise in der DE 38 40 035 C2 beschriebenen Naßspleißvorrichtung wird das zum Spleißen eingesetzte Luft-/Wassergemisch über einen speziellen Kanal abgesaugt, der in die Kammer mündet, in der der Spleißkopf angeordnet ist.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannten Fadenspleißvorrichtungen zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Fadenspleißvorrichtung gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäße Ausführungsform hat insbesondere den Vorteil, daß die eingeblasene Spleißluft innerhalb des Spleißkanals zu einer gleichmäßigen Luftströmung führt, die anschließend über den Fadeneinlegeschlitz sowie die im Bereich des Deckelelementes vorhandenen Öffnungen großflächig in radialer Richtung aus dem Spleißkanal entweichen kann. Das heißt, durch die Erfindung wird verhindert, daß sich im Spleißkanal eine axiale Luftströmung aufbaut, die zu einer Verschiebung oder zu einer Ablösung von Fasern an den zu verspleißenden Fadenenden führen kann.

Solche Faserverschiebungen oder Faserablösungen beeinflussen sowohl die Festigkeit als auch das Aussehen eines Spleißes höchst negativ.

Da im Bereich der Enden des Spleißkanals keine Luftströmung mehr ansteht, werden außerdem auch die vor dem Spleißkopf angeordneten Fadenstücke nicht mehr belastet.

Wie im Anspruch 2 dargelegt, ist in bevorzugter Ausführungsform vorgesehen, daß der Spleißkanal großflächig durch ein Deckelelement verschlossen wird, so daß eine mechanisch geschlossene Spleißkammer entsteht. Das Deckelelement verfügt zu diesem Zweck über eine Deckplatte, die den Fadeneinlegeschlitz des Spleißkanals verschließt sowie Seitenwände, die die Enden des Spleißkanals vollständig abdecken.

In der Deckplatte sind außerdem Luftaustrittsöffnungen angeordnet, die ein problemloses Abströmen der über Einblasöffnungen in den Spleißkanal geblasenen Druckluft ermöglichen.

Das heißt, während die zu verspleißenden Fadenende durch das Deckelelement mechanisch gesichert werden, kann die eingeblasene Spleißluft über den Fadeneinlegeschlitz sowie die Luftaustrittsöffnungen großflächig aus dem Spleißkanal ausströmen, ohne daß Faserverschiebungen oder Faserablösungen an den im Spleißkanal liegenden Fadenenden zu befürchten sind oder daß die vor dem Spleißkopf angeordneten Fadenstücke tangiert werden.

Die im Anspruch 3 beschriebene, vorteilhafte Ausbildung der Erfindung mit in Reihe nebeneinander angeordneten Luftaustrittsöffnungen, die in die Deckplatte so eingearbeitet sind, daß sie bei geschlossenem Spleißkanal etwa parallel zum Fadeneinlegeschlitz des Spleißkanals stehen, gewährleistet dabei ein sicheres, radiales Abströmen der Spleißluft.

Wie im Anspruch 4 dargestellt, sind die Luftaustrittsöffnungen in bevorzugter Ausführungsform mehrreihig, beispielsweise wie im Anspruch 5 beschrieben, in zwei nebeneinander liegenden Reihen so in der Deckplatte angeordnet, daß die Luftaustrittsöffnungen der ersten Reihe gegenüber den Luftaustrittsöffnungen der zweiten Reihe jeweils um eine halbe Teilung versetzt sind.

Auf diese Weise kann die benötigte Luftaustrittsfläche leicht auf zahlreiche relativ kleine Einzelluftaustritte verteilt werden.

Die zahlreichen relativ kleinen Luftaustrittsöffnungen führen dabei sowohl zu einer gleichmäßigen Luftströmung innerhalb des Spleißkanals als auch zu einer Entschärfung des aus dem Spleißkopf austretenden Luftstromes.

In einer alternativen, im Anspruch 6 beschriebenen Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Deckplatte des Deckelelementes während des Spleißvorganges beabstandet zur Oberfläche des Spleißkopfes positioniert ist. Das heißt, zwischen der Deckplatte und dem Spleißkopf ist während des Spleißvorganges ein Spalt gegeben, durch den die durch den Fadeneinlegeschlitz austretende Spleißluft abströmen kann.

Die aus dem Spalt austretende Luftströmung verläuft dabei etwa orthogonal zum Spleißkanal. Auch bei dieser Ausführungsform ist gewährleistet, daß sich innerhalb des Spleißkanals keine axiale Luftströmung aufbaut, die zu Faserverschiebungen oder Faserablösungen führen und/oder bei ihrem Austritt aus dem Spleißkanal die vor dem Spleißkopf angeordneten Fadenstücke schädigen kann.

Wie im Anspruch 7 beschrieben, ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung außerdem vorgesehen, daß das Deckelelement im Bereich der Seitenwände jeweils eine Zentriereinrichtung aufweist.

Diese beispielsweise V-förmig ausgebildeten Zentriereinrichtungen legen sich beim Schließen des Spleißkanals über die Fadenenden und positionieren diese exakt in der Mitte des Spleißkanals.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind nachfolgend anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert.

Es zeigt:

Fig. 1 eine Arbeitsstelle eines Kreuzspulautomaten mit einer erfindungsgemäß ausgebildeten Fadenspleißvorrichtung, in Seitenansicht,

Fig. 2 die Fadenspleißvorrichtung während des Einlegens der zu verspleißenden Fadenenden, in Draufsicht,

Fig. 3 die Fadenspleißvorrichtung gemäß Fig. 2 während des Spleißvorganges,

Fig. 4 die erfindungsgemäße Fadenspleißvorrichtung in Seitenansicht, teilweise geschnitten,

Fig. 5 das Deckelelement der Fadenspleißvorrichtung in einer ersten Ausführungsform,

Fig. 6 eine weitere Ausführungsform der Fadenspleißvorrichtung, in Seitenansicht,

Fig. 7 die Fadenspleißvorrichtung gemäß Fig. 6, in Vorderansicht.

In Fig. 1 ist in Vorderansicht schematisch eine insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, im Ausführungsbeispiel ein Kreuzspulautomat, dargestellt.

Derartige Kreuzspulautomaten 1 weisen üblicherweise zwischen ihren (nicht dargestellten) Endgestellen eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen, im vorliegenden Fall Spulstellen 2, auf.

Auf diesen Spulstellen 2 werden, wie bekannt und daher nicht näher erläutert, die auf einer Ringspinnmaschine produzierte Spinnkopse 9 zu großvolumigen Kreuzspulen 15 umgespult.

Nach ihrer Fertigstellung werden diese Kreuzspulen 15 mittels eines selbsttätig arbeitenden (nicht dargestellten) Serviceaggregates, vorzugsweise eines Kreuzspulenwechslers, auf eine maschinenlange Kreuzspulentransporteinrichtung 21 übergeben und zu einer maschinenendseitig angeordneten Spulenverladestation oder dergleichen transportiert.

Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen außerdem eine Logistikeinrichtung in Form eines Spulen- und Hülsentransportsystems 3 auf. In diesem Spulen- und Hülsentransportsystem 3 laufen, auf Transporttellern 8, die Spinnkopse 9 beziehungsweise Leerhülsen um.

Des weiteren verfügt ein solcher Kreuzspulautomat 1 üblicherweise über eine (nicht dargestellte) Zentralsteuereinheit, die über einen Maschinenbus sowohl mit den separaten Arbeitsstellenrechnern 29 der einzelnen Spulstellen 2 als auch mit einer Steuereinrichtung des Serviceaggregates verbunden ist.

Von dem vorstehend erwähnten Hülsentransportsystem 3 sind in Fig. 1 lediglich die Kopszuführstrecke 4, die reversierend antreibbare Speicherstrecke 5, eine der zu den Spulstellen 2 führenden Quertransportstrecken 6 sowie die Hülsenrückführstrecke 7 dargestellt.

Wie bekannt, werden die angelieferten Spinnkopse 9 in den Abspulstellungen AS, die sich jeweils im Bereich der Quertransportstrecken 6 an den Spulstellen 2 befinden, zu großvolumigen Kreuzspulen 15 umgespult.

Die einzelnen Spulstellen verfügen zu diesem Zweck, wie ebenfalls bekannt und daher nur angedeutet, über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb dieser Arbeitsstellen gewährleisten.

Diese Einrichtungen sind beispielsweise eine Saugdüse 12, ein Greiferrohr 25 sowie eine Fadenverbindungseinrichtung 10. Die Fadenverbindungseinrichtung 10 ist dabei vorzugsweise als pneumatischer Spleißer ausgebildet.

Die pneumatische Fadenspleißvorrichtung 10 ist bezüglich des regulären Fadenlaufes etwas zurückgesetzt und besitzt, wie in den Fig. 2 und 3 angedeutet, eine obere Fadenklemm- und -schneideinrichtung 11 und eine untere Fadenklemm- und -schneideinrichtung 17.

Solche Spulstellen 2 verfügen in der Regel über weitere, nicht näher dargestellte Einrichtungen, wie einen Fadenspanner, einen Fadenreiniger, eine Paraffiniereinrichtung, eine Fadenschneideinrichtung, einen Fadenzugkraftsensor sowie einen Unterfadensensor.

Das Wickeln der Kreuzspulen 15 erfolgt dabei auf sogenannten Spulvorrichtungen 24. Derartige Spulvorrichtung 24 verfügen unter anderem über einen Spulenrahmen 28, der um eine Schwenkachse 13 beweglich gelagert ist und eine Einrichtung zum drehbaren Haltern einer Kreuzspulenhülse aufweist. Während des Spulprozesses liegt die im Spulenrahmen zum Beispiel frei drehbar gelagerte Kreuzspule 15 mit ihrer Oberfläche auf einer Nuttrommel 14 und wird von dieser über Reibschluß mitgenommen.

Wie vorstehend bereits angedeutet, verfügt jede Spulstelle 2 über eine Saugdüse 12 sowie ein Greiferrohr 25, die jeweils über Saugluftanschlüsse an einen maschinenlangen Saugkanal 37 angeschlossen sind.

Die Saugdüse 12 ist dabei um eine Drehachse 16, das Greiferrohr 25 um eine Drehachse 26 begrenzt schwenkbar gelagert.

Die Fig. 2 und 3 zeigen eine erfindungsgemäße Fadenspleißvorrichtung 10 in Draufsicht sowie die ober- und unterhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 angeordneten Fadenklemm- und -schneideinrichtungen 11 beziehungsweise 17. Außerdem sind in Fig. 2 das Greiferrohr 25 zum Handhaben des Unterfadens 32 sowie die Saugdüse 12 zum Handhaben des Oberfadens 31 dargestellt.

Jede Fadenspleißvorrichtung 10 verfügt über einen Luftverteilungsblock 33, in dem sogenannte Auflöseröhrchen 34 angeordnet sind, einen pneumatisch beaufschlagbaren Spleißkopf 19 sowie ein Deckelelement 23.

Der Spleißkopf 19, der einen Spleißkanal 20 mit einem Fadeneinlegeschlitz 18 und Spleißkanalenden 46 aufweist, ist, vorzugsweise über eine Schraubverbindung 39, am Luftverteilungsblock 33 festgelegt. Bei eingebautem Spleißkopf 19 stehen die in den Spleißkanal 20 mündende Einblasöffnungen 22 mit einer Pneumatikbohrung 41 im Luftverteilungsblock 33 in Verbindung. Die Pneumatikbohrung 41 ist dabei über eine entsprechende Leitung 42, in die zum Beispiel ein Elektromagnetventil 44 eingeschaltet ist, an eine Druckluftquelle 43 angeschlossen.

Wie in den Fig. 2 bzw. 3 angedeutet, kann der im Spleißkopf 19 angeordnete Spleißkanal 20 durch ein Deckelelement 23 verschlossen werden, das aus einer Deckplatte 35 und Seitenwänden 36 besteht.

Gemäß einer ersten Ausführungsform sind dabei im Bereich der Deckplatte 35 des Deckelelementes 23 Luftaustrittsöffnungen 38 angeordnet.

Bei eingeschwenktem Deckelelement 23, das heißt, bei geschlossenem Spleißkanal 20, wie dies in Fig. 3 angedeutet ist, sind die Luftaustrittsöffnungen 38 dabei etwa parallel zum Einlegeschlitz 18 des Spleißkanals 20 positioniert.

Die Luftaustrittsöffnungen 38 sind dabei vorzugsweise mehrreihig angeordnet, wobei, wie in Fig. 5 angedeutet, die Luftaustrittsöffnungen 38 einer ersten Reihe 38' gegenüber den Luftaustrittsöffnungen 38 einer zweiten Reihe 38" jeweils um eine halbe Teilung t versetzt angeordnet sind.

Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, ist das Deckelelement 23 um eine Schwenkachse 30 begrenzt drehbar gelagert.

Das heißt, das Deckelelement 23 ist über einen Schwenkhebel 27 mit einem (schematisch dargestellten) Schwenkantrieb 47 verbunden.

Wie beispielsweise aus den Fig. 4 und 5 weiter ersichtlich, können im Bereich der Seitenwände 36 des Deckelelementes 23 außerdem Zentriereinrichtungen 40 angeordnet sein, die während des Spleißvorganges für eine vorschriftsmäßige Positionierung der zu verspleißenden Fadenenden im Spleißkanal 20 sorgen.

In eine alternativen, in den Fig. 6 und 7 angedeuteten Ausführungsform, weist das Deckelelement 23 keine speziellen Luftaustrittsöffnungen auf.

Das Deckelelement 23 ist statt dessen während des Spleißvorganges mit einem Abstand a zur Oberseite des Spleißkopfes 19 positioniert, so daß sich zwischen der Unterseite des Deckelelementes 23 und der Oberseite des Spleißkopfes 19 Luftaustrittsspalten 45 ergeben.

Auf diese Weise ist sichergestellt, daß die über die Einblasöffnungen 22 in den Spleißkanal 20 eingeblasene Spleißluft über den Fadeneinlegeschlitz 18 sowie Luftaustrittsspalten 45 entweichen kann, wobei auch hier die austretende Luftströmung die vor dem Spleißkopf 19 angeordneten Fadenstücke nicht tangiert.

Funktion der erfindungsgemäßen Fadenspleißvorrichtung:

Bei Kreuzspulautomaten unterscheidet man im wesentlichen zwischen zwei Arten von Spulunterbrechungen. Die erste Art, zu der beispielsweise das Leerlaufen des Spinnkopses 9 oder ein Fadenbruch unterhalb des Fadenspanners gehört, macht eine sogenannte Spulenwechselschaltung notwendig, das heißt, der in der Spulposition befindliche Spinnkops 9 beziehungsweise eine entsprechende Leerhülse muß gegen einen neuen Spinnkops ausgetauscht werden.

Der Ablauf einer solchen Spulenwechselschaltung ist bekannt und beispielsweise in der DE 195 10 171 A1 anhand einer sogenannten Rundmagazinmaschine ausführlich beschrieben.

Nach Ablauf einer Spulenwechselschaltung steht ein neuer Unterfaden 32 bereit, der durch das Greiferrohr 25 in den Spleißkanal 20 der pneumatischen Fadenspleißvorrichtung 10 eingelegt werden kann.

Bei der zweiten Art einer Spulunterbrechung, beispielsweise einem regulären Reinigerschnitt oder einem Fadenbruch oberhalb des Fadenspanners, bleibt der Unterfaden 32 im Fadenspanner gehalten, da ein Fadenreiniger aufgrund des Ausbleibens eines dynamischen Fadensignals die Fadenklemmfunktion des Fadenspanners ausgelöst hat.

Der im Fadenspanner gehaltene Unterfaden 32 wird durch das Greiferrohr 25 abgeholt, das zu diesem Zweck zunächst in den Bereich des Fadenspanners schwenkt und dort den Unterfaden 32 ansaugt, der vom Fadenspanner freigegeben wird.

Wenn die erfolgreiche Aufnahme des Unterfadens 32, zum Beispiel durch einen innerhalb des Greiferrohres 25 angeordneten (nicht dargestellten) Sensor, registriert wird, schwenkt das Greiferrohr 25 in seine obere, in Fig. 2 angedeutete Arbeitsposition. Der Unterfaden 32 wird dabei über den Fadeneinlegeschlitz 18 in den Spleißkanal 20 des Spleißkopfes 19 sowie in das Klemmelement 17' der unteren und das Schneidelement 11" der oberen Fadenschneid- und -klemmeinrichtung 17 beziehungsweise 11 eingelegt.

Etwa gleichzeitig wird der auf die Kreuzspule 15 aufgelaufene Oberfaden 31, wie bekannt, durch die Saugdüse 12 aufgenommen und ebenfalls in den Spleißkanal 20 der Fadenspleißvorrichtung 10 eingelegt.

Das heißt, die Saugdüse 12 fädelt den Oberfaden 31 über den Fadeneinlegeschlitz 18 in den Spleißkanal 20 des Spleißkopfes 19 sowie in das Klemmelement 11' der oberen und das Schneidelement 17" der unteren Fadenklemm- und -schneideinrichtung 11 beziehungsweise 17 ein.

Nach dem Verschließen des Spleißkopfes 19 mittels des Deckelelementes 23 werden die in den Fadenschneid- und -klemmeinrichtungen 11 und 17 fixierten Fäden 31, 32 geschnitten, wobei das abgeschnittene Fadenende des Unterfadens 32 durch das Greiferrohr 25 und das abgeschnittene Fadenende des Oberfadens 31 durch die Saugdüse 12 entsorgt werden.

Gleichzeitig werden die aus dem Spleißkanal 20 herausragenden Fadenenden von Oberfaden 31 und Unterfaden 32 jeweils in eines der unterdruckbeaufschlagten Vorbereitungsröhrchen 34 eingesaugt und dort, vorzugsweise pneumatisch, wenigstens teilweise von ihrer Fadendrehung sowie von Kurzfasern befreit. Anschließend werden die so vorbereiteten Fadenenden von Oberfaden 31 und Unterfaden 31 z. B. durch einen sogenannten (nicht dargestellten) Schlaufenzieher oder dergleichen in den Spleißkanal 20 gezogen.

Durch entsprechendes Ansteuern des Elektromagnetventiles 44 wird dann über die Einblasöffnungen 22 Spleißluft in den Spleißkanal 20 geblasen.

Die im Spleißkanal 20 befindlichen Fadenenden von Oberfaden 31 und Unterfaden 32, die vorher wenigstens teilweise von ihrer Fadendrehung befreit worden waren, werden durch die Spleißluft miteinander so verwirbelt, daß eine nahezu fadengleiche Spleißverbindung gebildet wird.

Das heißt, das Deckelelement verhindert sicher, daß die Fadenenden während des Spleißvorganges aus dem Spleißkanal geblasen werden können, während die in den Spleißkanal 20 eingeblasene Spleißluft großflächig über den Fadeneinlegeschlitz 18 sowie die Luftaustrittsöffnungen 38 beziehungsweise die Luftaustrittsspalten 45 entweichen kann.

Da durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Fadenspleißvorrichtung das Auftreten einer axialen Luftströmung zuverlässig vermieden werden kann, kommt es während des Spleißvorganges weder zu Faserverschiebungen oder Faserablösungen an den innerhalb des Spleißkanals 20 befindlichen Fadenenden, noch zu Schädigungen der vor dem Spleißkopf 19 der Fadenspleißvorrichtung 10 angeordneten Fadenstücke.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenspleißvorrichtung zum pneumatischen Verbinden zweier Fadenenden, mit einem Spleißkopf, der einen druckluftbeaufschlagbaren und mittels eines Deckelelementes auch an dessen Enden weitgehend verschließbaren Spleißkanal aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das während des Spleißvorganges in seiner Schließstellung befindliche Deckelelement (23) Öffnungen (38, 45) freigibt, über die die in den Spleißkanal (20) einströmende, die Spleißverbindung erzeugende Druckluft im wesentlichen im Bereich zwischen den beiden Enden des Spleißkanals (20) entweichen kann.
  2. 2. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das auf den Spleißkopf (19) aufsetzbare Deckelelement (23) eine Deckplatte (35) zum Abdecken des Fadeneinlegeschlitzes (18), Seitenwände (36) zum Abdecken der Austrittsöffnungen (46) des Spleißkanals (20) sowie in der Deckplatte (35) angeordnete Luftaustrittsöffnungen (38) aufweist.
  3. 3. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftaustrittsöffnungen (38) in der Deckplatte (35) so angeordnet sind, daß sie bei geschlossenem Spleißkanal (20) parallel zum Fadeneinlegeschlitz (18) des Spleißkanals (20) positioniert sind.
  4. 4. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftaustrittsöffnungen (38) mehrreihig angeordnet sind.
  5. 5. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftaustrittsöffnungen (38) einer ersten Reihe (38') gegenüber entsprechenden Luftaustrittsöffnungen (38) einer zweiten Reihe (38") jeweils um eine halbe Teilung (t) versetzt angeordnet sind.
  6. 6. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckplatte (35) des Deckelelementes (23) in einem Abstand (a) oberhalb des Spleißkopfes (19) so positioniert ist, daß sich beidseitig der Deckplatte (35) zwischen den Seitenwänden (36) jeweils ein Luftaustrittsspalt (45) ergibt.
  7. 7. Fadenspleißvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwände (36) des Deckelelementes (23) jeweils eine Zentriereinrichtung (40) aufweisen.






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