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Dokumentenidentifikation DE10150590A1 24.04.2003
Titel Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine
Anmelder W. Schlafhorst AG & Co, 41061 Mönchengladbach, DE
Erfinder Reimann, Michael, 41515 Grevenbroich, DE
DE-Anmeldedatum 12.10.2001
DE-Aktenzeichen 10150590
Offenlegungstag 24.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.04.2003
IPC-Hauptklasse B65H 67/08
IPC-Nebenklasse D01H 13/26   B65H 54/28   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Spulvorrichtung für eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, mit einem auf einer Schwenkachse gelagerten Spulenrahmen zum Haltern einer Kreuzspule, einer Saugdüse zum Aufnehmen eines auf die Kreuzspule aufgelaufenden Fadens sowie einem Saugdüsenanschlag zum Positionieren der Saugdüse während der Fadenentnahme in einem vorgegebenen Abstand zur Oberfläche der Kreuzspule.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß der Saugdüsenanschlag (55) ein beweglich gelagertes Anschlagglied (56) aufweist, das auf einer Schwenkachse (50) einer Lagerstelle (61) derart angeordnet ist, daß die Hauptkraftkomponente (R) der beim Anlaufen der Saugdüse (12) an das Anschlagglied (56) wirksamen Kräfte auf die Lagerstelle (61) gerichtet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Derartige ausgestattete Arbeitsstelle sind beispielsweise im Zusammenhang mit Kreuzspulautomaten seit langem bekannt und haben sich in der Praxis bewährt.

Wie beispielsweise im Handbuch "Autoconer System 238" der Firma Schlafhorst auf Seite 1.5.2 der Ausgabe vom Februar 1993 beschrieben, verfügen die Arbeitsstellen derartiger Textilmaschinen unter anderem über eine Saugdüse, die den auf die Kreuzspule aufgelaufenen sogenannten Oberfaden aufnehmen und in eine pneumatische Fadenspleißvorrichtung einlegen kann, wo der Oberfaden mit einem Unterfaden verbunden wird.

Die in der Regel zwischen zwei Endstellungen verlagerbare Saugdüse wird dabei federbeaufschlagt in eine Fadenaufnahmestellung geschwenkt, in der die Mündung der Saugdüse im Bereich der Oberfläche einer im Spulenrahmen gehaltenen Kreuzspule positioniert ist.

Das heißt, an der Saugdüse ist im Bereich ihrer Schwenkachse ein Zahnkranz angeordnet, der mit einem Zahnsegment eines Kurvenhebels kämmt.

Der Kurvenhebel, der durch eine Zugfeder beaufschlagt ist, liegt dabei mit einer Laufrolle auf einer Kurvenscheibe auf, die mittels eines Antriebes gedreht werden kann.

Die Form der Kurvenscheibe ist vorzugsweise so gewählt, daß die Saugdüse, sobald die Kurvenscheibe um eine gewisse Gradzahl verdreht ist, unter der Kraft der Zugfeder langsam nach oben geschwenkt wird, bis die Saugdüse an einen sogenannten Saugdüsenanschlag anläuft.

Über diesen Saugdüsenanschlag ist der optimale Abstand zwischen der Mündung der Saugdüse und der Oberfläche der während der Fadenaufnahme langsam in Abwickelrichtung rotierenden Kreuzspule einstellbar.

Um sicherzustellen, daß dieser optimale Abstand sowohl bei kleinen Kreuzspulen zu Beginn einer Spulenreise als auch bei großen Kreuzspulen am Ende einer Spulenreise gegeben ist, wird der Saugdüsenanschlag, in Abhängigkeit vom Durchmesser der Kreuzspule, über ein mehrteiliges Hebelgestänge automatisch nachgestellt.

Bei dem im Handbuch der Fa. Schlafhorst beschriebenen Saugdüsenanschlag ist beispielsweise drehfest an der Spulenrahmenachse einen Rahmenachsenhebel anzuordnen, der über eine sogenannte Dämpferstange mit einem schwenkbar gelagerten Kurventeil verbunden ist. Auf dem Kurventeil liegt mit einer endseitig angeordneten Abkröpfung ein weiterer Anschlaghebel auf, der drehbar im Spulengehäuse gelagert ist, und auf seiner der Abkröpfung gegenüberliegenden Seite ein Widerlagerelement besitzt, gegen das die Saugdüse in der Fadenaufnahmestellung anläuft.

Die vorbeschriebene Anordnung eines automatisch nachgeführten Saugdüsenanschlages sowie ähnliche, geringfügig modifizierte Anordnungen, haben sich in der Praxis zwar durchaus bewährt, es hat sich allerdings gezeigt, daß bei derartig gestalteten Saugdüsenanschlägen Schwierigkeiten auftreten können, wenn das Bedienpersonal unsachgemäß in den Spulbetrieb eingreift oder wenn besonders schwierige Garne gespult werden müssen. Das heißt, eine vorübergehende manuelle Blockierung der Saugdüse sowie eine anschließende, unkontrollierte Freigabe dieser Saugdüse kann, da gleichzeitig die zugehörige Kurvenscheibe weitergedreht wird, dazu führen, daß die Saugdüse schlagartig nach oben schnellt und mit großer kinetischer Energie gegen den Saugdüsenanschlag schlägt, was zumindest auf Dauer zu erheblichen Beschädigungen des relativ empfindlichen Saugdüsenanschlages führen kann.

Das gleiche kann sich ereignen, wenn die Saugdüse zum Beispiel beim Umspulen eines relativ schwierigen Garnes durch eine Garnverhakung vorübergehend blockiert wird.

Auf in diesem Fall besteht die Gefahr, daß die Saugdüse durch die Federkraft beaufschlagt nach oben schnellt und den Saugdüsenanschlag beschädigt.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Arbeitstellen von Kreuzspulautomaten, insbesondere deren Saugdüsenanschlag, zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Arbeitstelle gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäße Ausbildung eines Saugdüsenanschlages hat insbesondere den Vorteil, daß die bei einem harten Anschlagen der Saugdüse an den Saugdüsenanschlag wirksame Hauptkraftkomponente der kinetische Energie direkt auf die Lagerstelle übertragen und dort weitestgehend absorbiert wird. Das heißt, die nachgeschalteten Bauteile, wie das Koppelelement und der Stellhebel, bleiben von diesen Kräften weitestgehend verschont.

Der erfindungsgemäß ausgebildete Saugdüsenanschlag verkraftet daher problemlos auch harte Anläufe der Saugdüse, wie sie beispielsweise bei unsachgemäßer Handhabung der Saugdüse oder bei Garnverhakungen auftreten können, ohne daß sofort Schäden auftreten.

Wie im Anspruch 2 dargelegt, ist dabei in bevorzugter Ausführungsform vorgesehen, daß der Abstand zwischen der Mündung der Saugdüse und der Oberfläche der Kreuzspule definiert einstellbar ist und während der Fadenaufnahme unabhängig vom jeweiligen Durchmesser der Kreuzspule nahezu konstant bleibt.

Das heißt, es kann, je nach vorliegendem Garn auf einfache Weise ein individueller, bezüglich der Fadenaufnahme optimierter Abstand festgelegt und dieser optimale Abstand dann über die gesamte Spulenreise beibehalten werden.

In vorteilhafter Ausführungsform ist das Anschlagglied über ein Koppelelement an einen auf der Schwenkachse des Spulenrahmens festgelegten Stellhebel angeschlossen. Durch eine solche funktionelle Kopplung des Anschlaggliedes an die Schwenkachse des Spulenrahmens ist dabei gewährleistet, daß das jedes Anwachsen der Kreuzspule während ihrer Spulenreise sofort bei der Einstellung des Abstandes des Saugdüsenanschlages Berücksichtigung findet (Anspruch 3).

Ein bei jedem Durchmesser der Kreuzspule nahezu konstanter Abstand zwischen der Mündung der Saugdüse und der Oberfläche der Kreuzspule läßt sich auf vorteilhafte Weise beispielsweise dadurch erzielen, daß das Anschlagglied, wie im Anspruch 4 dargelegt, eine Anlauffläche aufweist, die bezüglich der Schwenkachse des Anschlaggliedes exzentrisch angeordnet ist. Da das Anschlagglied, wie vorstehend erläutert, mit der Schwenkachse des Spulenrahmens gekoppelt und beim Anwachsen der Kreuzspule verschwenkt wird, kann über die Form der Anlauffläche leicht der jeweilige Abstand der Mündung der Saugdüse zur Kreuzspulenoberfläche festgelegt werden.

Um diesen optimalen Abstand problemlos einstellen und gegebenenfalls ändern zu können, sind verschiedene Einrichtungen denkbar.

Es kann beispielsweise, wie im Anspruch 5 dargelegt, in der Lagerstelle für die Schwenkachse des Anschlaggliedes eine Langlochführung angeordnet sein, in der die Schwenkachse des Anschlaggliedes in verschiedenen Positionen festlegbar ist. In den jeweils äußeren Positionen der Langlochführung ergeben sich dann beispielsweise ein minimaler beziehungsweise ein maximaler Abstand zwischen der Mündung der Saugdüse und der Oberfläche der Kreuzspule.

Die Schwenkachse kann dabei innerhalb der Langlochführung, zum Beispiel durch ein Füllstück, so arretiert werden, daß eine unbeabsichtigte lineare Verschiebung der Schwenkachse innerhalb der Langlochführung zuverlässig verhindert ist.

Eine weitere Möglichkeit, den Abstand der Saugdüse zur Kreuzspule optimal einzustellen, ist in den Ansprüchen 6 und 7 beschrieben.

Es ist beispielsweise möglich, das Koppelelement mit einer Einstelleinrichtung zu versehen, die eine Änderung der Länge des Koppelelementes erlaubt.

In vorteilhafter Ausführungsform kann das Koppelelement beispielsweise, wie im Anspruch 7 beschrieben, aus zwei Koppelstangenteilen bestehen, die endseitig jeweils ein Gewinde aufweisen. Ein Koppelstangenteil weist dabei ein Rechtsgewinde, das andere Koppelstangenteil ein Linksgewinde auf. Diese Außengewinde der Koppelstangenteile korrespondieren mit entsprechenden Innengewinden einer Gewindemuffe.

Bei einer solchen Einrichtung kann durch entsprechendes Verdrehen der Gewindemuffe auf einfache Weise die Länge der Koppelstange verändert und damit der Abstand der Mündung der Saugdüse zur Oberfläche der Kreuzspule exakt eingestellt werden.

Der Abstand zwischen der Mündung der Saugdüse und der Oberfläche der Kreuzspule kann auf vorteilhafte Weise allerdings auch über eine spezielle Rohrschelle eingestellt werden, die auf der Saugdüse in Höhe des Anschlaggliedes festklemmbar ist, (Ansprüche 8 und 9).

Die Rohrschelle weist dabei an ihrem Außenumfang eine Exzenterkontur auf, die mit dem Anschlagglied des Saugdüsenanschlages korrespondiert.

Bei einer solchen Ausstattung kann auf einfache Weise über die Einbaulage der Rohrschelle, das heißt, über entsprechendes Verdrehen der Rohrschelle auf der Saugdüse, der Abstand der Saugdüsenmündung zur Kreuzspulenoberfläche variiert und damit eingestellt werden.

Wie im Anspruch 10 dargelegt, ist in vorteilhafter Ausbildung außerdem vorgesehen, daß das Anschlagglied aus einem Polyplast, vorzugsweise einem Polyamid, gefertigt ist.

Solche Kunststoffe weisen neben einer hohen Zähigkeit auch eine gute Elastizität auf, so daß die durch die Saugdüse auf das Anschlagglied einwirkende kinetische Energie, zumindest teilweise, sofort absorbiert wird.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den nachfolgend anhand der Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen 4 entnehmbar.

Es zeigt:

Fig. 1 eine Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einer Spulvorrichtung, die einen erfindungsgemäß ausgebildeten Saugdüsenanschlag aufweist, in Seitenansicht,

Fig. 2 die Spulvorrichtung gemäß Fig. 1, mit einem erfindungsgemäßen Saugdüsenanschlag in einer ersten Ausführungsform,

Fig. 3a und 3b eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Saugdüsenanschlages,

Fig. 4a und 4b eine spezielle Ausführungsform der Koppelstange des Saugdüsenanschlages,

Fig. 5a und 5b eine spezielle Rohrschelle im Bereich der Saugdüse.

In Fig. 1 ist in Vorderansicht schematisch eine insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, im Ausführungsbeispiel ein Kreuzspulautomat, dargestellt. Derartige Kreuzspulautomaten weisen üblicherweise zwischen ihren (nicht dargestellten) Endgestellen eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen, im vorliegenden Fall Spulstellen 2, auf.

Auf diesen Spulstellen 2 werden, wie bekannt und daher nicht näher erläutert, die z. B. auf einer Ringspinnmaschine produzierten Spinnkopse 9 zu großvolumigen Kreuzspulen 11 umgespult.

Nach ihrer Fertigstellung werden die Kreuzspulen 11 mittels eines selbsttätig arbeitenden (nicht dargestellten) Serviceaggregates, vorzugsweise eines Kreuzspulenwechslers, auf eine maschinenlange Kreuzspulentransporteinrichtung 21 übergeben und zu einer maschinenendseitig angeordneten Spulenverladestation oder dergleichen transportiert.

Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen üblicherweise eine Logistikeinrichtung in Form eines Spulen- und Hülsentransportsystems 3 auf. In diesem Spulen- und Hülsentransportsystem 3 laufen, auf Transporttellern 8, die Spinnkopse 9 beziehungsweise Leerhülsen 34 um.

Des weiteren verfügt ein solcher Kreuzspulautomat 1 über eine Zentralsteuereinheit 37, die über einen Maschinenbus 40 sowohl mit den separaten Arbeitsstellenrechnern 39 der einzelnen Spulstellen 2 als auch mit einer Steuereinrichtung des Serviceaggregates verbunden ist.

Von dem vorstehend erwähnten Hülsentransportsystem 3 ist in Fig. 1 lediglich die Kopszuführstrecke 4, die reversierend antreibbare Speicherstrecke 5, eine der zu den Spulstellen 2 führenden Quertransportstrecken 6 sowie die Hülsenrückführstrecke 7 dargestellt. Wie in Fig. 1 angedeutet, werden die angelieferten Spinnkopse 9 in Abspulstellungen 10, die sich jeweils im Bereich der Quertransportstrecken 6 an den Spulstellen 2 befinden, zu großvolumigen Kreuzspulen 11 umgespult.

Die einzelnen Spulstellen verfügen zu diesem Zweck, wie bekannt und daher nur angedeutet, über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb derartiger Arbeitsstellen gewährleisten.

In Fig. 1 ist beispielsweise ein vom Spinnkops 9 zur Kreuzspule 11 laufender Faden mit der Bezugszahl 30, eine Saugdüse mit 12 sowie ein Greiferrohr mit 42 bezeichnet. Solche Spulstellen 2 verfügen außerdem über eine Spleißeinrichtung 13, eine Fadenspanneinrichtung 14, einen Fadenreiniger 15, eine Paraffiniereinrichtung 16, eine Fadenschneideinrichtung 17, einen Fadenzugkraftsensor 20 sowie einen Unterfadensensor 22.

Die insgesamt mit der Bezugszahl 24 gekennzeichnete Spulvorrichtung besteht aus einem Spulenrahmen 18, der um eine Schwenkachse 19 beweglich gelagert ist. Der Spulenrahmen 18kann dabei, zum Beispiel zur Fertigung von konischen Kreuzspulen, außerdem um eine Achse 25 verschwenkt werden.

Während des Spulprozesses liegt die Kreuzspule 11 mit ihrer Oberfläche 48 auf einer Andrückrolle 26 und nimmt diese antriebslose Andrückrolle 26 über Reibschluß mit.

Der Antrieb der Kreuzspule 11 erfolgt vorzugsweise über eine (nicht dargestellte) drehzahlregelbare Antriebseinrichtung. Die beispielsweise als elektronisch kommutierbarer Gleichstrommotor ausgebildete Antriebseinrichtung ist dabei an den Spulenrahmen 18 angeflanscht oder direkt in den Spulenrahmen 18 integriert.

Zur Changierung des Fadens 30 während des Spulprozesses ist eine bekannte Fadenchangiereinrichtung 28 vorgesehen. Eine solche Changiereinrichtung ist beispielsweise in der DE 198 58 548.9 ausführlich beschrieben.

Die Fadenchangiereinrichtung 28 besteht im wesentlichen aus einem fingerartig ausgebildeten Fadenführer 29, der, durch einen elektromechanischen Antrieb 31 beaufschlagt, den Faden 30 zwischen den beiden Stirnseiten der Kreuzspule 11 traversiert. Wie angedeutet ist der Faden 30 dabei außerdem auf einem Führungslineal 32 geführt.

Des weiteren ist im Bereich der Spulvorrichtung 24 ein insgesamt mit der Bezugszahl 55 gekennzeichneter, sogenannter Saugdüsenanschlag angeordnet.

Über diesen Saugdüsenanschlag 55 ist der Abstand a bzw a1 zwischen der Mündung 38 der unterdruckbeaufschlagbaren Saugdüse 12 und der Oberfläche 48 der während der Fadenaufnahme langsam in Abwickelrichtung rotierenden Kreuzspule 11 einstellbar.

Das heißt, der Saugdüsenanschlag 55 gewährleistet während der Fadenaufnahme einen optimalen Abstand a beziehungsweise a1 zwischen der Saugdüsenmündung 38 und der Kreuzspulenoberfläche 48, wobei dieser Abstand a bzw. a1 während der gesamten Spulenreise nahezu konstant gehalten wird.

Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, besteht der Saugdüsenanschlag 55 im einzelnen aus einem Anschlagglied 56, das auf einer Schwenkachse 50 begrenzt beweglich in einer Lagerstelle 61 angeordnet ist, einem Koppelelement 57 sowie einem Stellhebel 58. Der Stellhebel 58 ist dabei drehfest auf der Schwenkachse 19 des Spulenrahmens 18 festgelegt und über das Koppelelement 57 an das Anschlagglied 56 angeschlossen.

Die Fig. 2 zeigt die Situation an einer Spulstelle 2 bei einer Spulunterbrechung zu Beginn eines Fadenverbindungsvorganges.

Zu einer solchen Spulunterbrechung kann es beispielsweise kommen, wenn der Fadenreiniger 15 aufgrund eines festgestellten Fadenfehlers den laufenden Faden 30 getrennt hat. In diesem Fall läuft der sogenannte Oberfaden 71 zunächst auf die Oberfläche 48 der Kreuzspule 11 auf, während der sogenannte Unterfaden 73 in der Regel im Fadenspanner 14 geklemmt und dort für den nachfolgenden Fadenverbindungsvorgang bereit gehalten wird.

Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 hat die Saugdüse 12, die in ihre obere Stellung geschwenkt wurde und am Saugdüsenanschlag 55 anliegt, den Oberfaden 71 bereits aufgenommen.

Das heißt, die Saugdüse 12 hat mit ihrer unterdruckbeaufschlagten Mündung 38, die im Abstand a von der Oberfläche 48 der Kreuzspule 11 positioniert ist, den auf die Oberfläche 48 der Kreuzspule 11 aufgelaufenen Oberfaden 71 angesaugt.

Die Saugdüse 12 läuft in der Regel verhältnismäßig sanft an den Saugdüsenanschlag 55 an.

In Ausnahmesituationen kann jedoch der Fall eintreten, daß die Saugdüse 12 mit einer relativ großen kinetischen Energie gegen den Saugdüsenanschlag 55 schlägt.

Die Form und die Anordnung des erfindungsgemäßen Saugdüsenanschlages 55 stellen jedoch sicher, das die Hauptkraftkomponente R der kinetischen Energie stets auf die Schwenkachse 50 der Lagerstelle 61 gerichtet ist, so daß die kinetische Energie direkt auf die Lagerstelle 61 übertragen und von dieser sofort weitestgehend absorbiert wird.

Wie angedeutet, wird während der Fadenaufnahme die Kreuzspule 11 langsam in Abwickelrichtung 23 gedreht.

Wie in Fig. 2 schematisch angedeutet, sind sowohl das Greiferrohr 42 als auch die Saugdüse 12 über Wirkverbindungen, vorzugsweise Kurvenhebel 46, 47, mit den Kurvenscheiben 43, 44 eines Kurvenscheibenpaketes 41 verbunden, das mit einem reversierbaren Elektroantrieb 27 in Verbindung steht. Der reversierbare Antrieb 27 ist dabei über eine Steuerleitung 36 mit dem Spulstellenrechner 39 der betreffenden Spulstelle 2 verbunden.

Auf der Kurvenscheibe 43 liegt beispielsweise, wie bekannt, mit einer Laufrolle der schwenkbar gelagerte Kurvenhebel 46 auf.

Der lediglich schematisch angedeutete Kurvenhebel 46 verfügt, wie eingangs bereits beschrieben, beispielsweise endseitig über ein Zahnsegment, das mit einem entsprechenden Zahnkranz an der Saugdüse 12 kämmt. Außerdem wird ein solcher Kurvenhebel 46 durch eine Zugfeder beaufschlagt.

Die in Fig. 2 lediglich schematisch dargestellte, an sich bekannte Antriebsanordnung für eine solche Saugdüse ist in der DE 196 50 933 A1 relativ ausführlich beschrieben.

In Fig. 2 ist außerdem dargestellt, daß in die Saugdüse 12 eine Sensoreinrichtung 35, vorzugsweise ein optischer Fadensensor, integriert ist, der die Anwesenheit des Fadenanfangs 49 des Oberfadens 71 detektiert und der über eine Signalleitung 45 ebenfalls mit dem Spulstellenrechner 39 verbunden ist.

In den Fig. 3a, 3b, 4a, 4b sowie 5a, 5b sind verschiedene Ausführungsformen von Einrichtungen dargestellt, die es ermöglichen, den Abstand a beziehungsweise a1 zwischen der Mündung 38 der Saugdüse 12 und der Oberfläche 48 der Kreuzspule 11 optimal einzustellen.

Wie angedeutet, ist bei allen diesen Ausführungsformen die Hauptkraftkomponente R der beim Anlaufen der Saugdüse 12 an den Saugdüseanschlag 55 einwirkenden kinetischen Energie stets auf die Schwenkachse 50 der Lagerstelle 61 gerichtet.

Bei der Ausführungsform gemäß der Fig. 3a und 3b weist die Lagerstelle 61 beispielsweise eine Langlochführung 51 auf. In dieser Langlochführung 51 ist die Schwenkachse 50 des Anschlaggliedes 56 in einer vorgebbaren Position gelagert und in dieser Position beispielsweise mittels eines Füllstückes 52 sicher arretierbar.

Die Fig. 3a zeigt dabei eine Situation, in der die Schwenkachse 50 im hinteren Bereich der Langlochbohrung 51 positioniert und damit der kleinste Abstand a eingestellt ist. In der Fig. 3b ist eine Situation dargestellt, in der die Schwenkachse 50 im vorderen Bereich der Langlochbohrung 51 festgelegt und damit der größte Abstand a1 vorgegeben ist.

Eine weitere Möglichkeit, den Abstand a beziehungsweise a1 einzustellen, ist in den Fig. 4a und 4b angedeutet. Das zwischen Stellhebel 58 und Anschlagglied 56 eingeschaltete Koppelelement 57 besteht dabei aus Koppelstangenteilen 57A und 57B, die über eine Gewindemuffe 54 verbunden sind.

Das heißt, die Koppelstangenteile 57A und 57B weisen endseitig entweder ein Rechtsgewinde 64 oder ein Linksgewinde 65 auf, Diese als Außengewinde ausgebildeten Gewinde 64, 65 korrespondieren mit entsprechenden (nicht dargestellten) Innengewinden in der Gewindemuffe 54.

Die Koppelstangenteile 57A und 57B bilden mit der Gewindemuffe 54 eine Einstelleinrichtung 53, die eine exakte Verstellung des Koppelelementes 57 zwischen einer minimalen Länge l und einer maximalen Länge l + x ermöglicht.

Wie insbesondere in der Fig. 4b angedeutet, führt eine Verlängerung des Koppelelementes 57 zu einem Verschwenken des Anschlaggliedes 56 um seine Schwenkachse 50 und damit zu einer Änderung des Abstandes a beziehungsweise a1 zwischen der Mündung 38 der Saugdüse 12 und der Oberfläche 48 der Kreuzspule 11.

Eine weitere Möglichkeit, den Abstand der Mündung 38 der Saugdüse 12 von der Oberfläche 48 der Kreuzspule 11 einzustellen, ist in den Fig. 5a und 5b dargestellt.

Im Bereich der Saugdüse 12 ist dabei eine Rohrschelle 62 installiert, die auf der Saugdüse 12 zum Beispiel kraftschlüssig in verschiedenen Einbaustellungen festgelegt werden kann.

Die Rohrschelle 62 weist dabei an ihrem Außenumfang eine Exzenterkontur 63. Durch entsprechendes Verdrehen der Rohrschelle 62 kann auf relativ einfache Weise der zwischen der Oberfläche 58 der Kreuzspule 11 und der Mündung 38 der Saugdüse 12 gewünschte Abstand a bzw. a1 eingestellt werden. In Fig. 5a ist dabei die Situation angedeutet, in der die Mündung 38 der Saugdüse 12 den kleinsten Abstand a aufweist, während in Fig. 5b die Situation dargestellt ist, bei der ein größerer Abstand a1 gegeben ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine, mit einem auf einer Schwenkachse gelagerten Spulenrahmen zum Haltern einer Kreuzspule, einer Saugdüse zum Aufnehmen eines auf die Kreuzspule aufgelaufenen Fadens sowie einem Saugdüsenanschlag zum Positionieren der Saugdüse während der Fadenaufnahme in einem vorgegebenen Abstand zur Oberfläche der Kreuzspule, dadurch gekennzeichnet, daß der Saugdüsenanschlag (55) ein beweglich gelagertes Anschlagglied (56) aufweist, das auf einer Schwenkachse (50) einer Lagerstelle (61) derart angeordnet ist, daß die Hauptkraftkomponente (R) der beim Anlaufen der Saugdüse (12) an das Anschlagglied (56) wirksamen Kräfte auf die Schwenkachse (50) der Lagerstelle (61) gerichtet ist.
  2. 2. Arbeitsstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der durch das Anschlagglied (56) vorgegebene Abstand (a, a1) zwischen der Mündung (38) der Saugdüse (12) und der Oberfläche (48) der Kreuzspule (11) definiert einstellbar ist und unabhängig vom Durchmesser der Kreuzspule (11) nahezu konstant bleibt.
  3. 3. Arbeitsstelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagglied (56) über ein Koppelelement (57) mit einem auf der Schwenkachse (19) des Spulenrahmens (18) festgelegten Stellhebel (58) verbunden ist.
  4. 4. Arbeitsstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagglied (56) eine bezüglich seiner Schwenkachse (50) exzentrisch angeordnete Anlauffläche (60) aufweist, an die sich die Saugdüse (12) während der Fadenaufnahme anlegt.
  5. 5. Arbeitsstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (50) des Anschlaggliedes (56) in einer Langlochführung (51) der Lagerstelle (61) gelagert und dort in unterschiedlichen Positionen (I, II) festlegbar ist.
  6. 6. Arbeitsstelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (57) eine Einstelleinrichtung (53) aufweist, die eine Änderung der Länge (1) des Koppelelementes (57) ermöglicht.
  7. 7. Arbeitsstelle nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (57) aus Koppelstangenteilen (57A, 57B) besteht, die jeweils entweder ein Rechts- oder ein Linksgewinde (64, 65) aufweisen und die über eine Gewindemuffe (54) mit entsprechend ausgebildeten Innengewinden verbunden sind.
  8. 8. Arbeitsstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Saugdüse (12) eine Rohrschelle (62) verstellbar angeordnet ist, die an ihrem Außenumfang eine Exzenterkontur (63) aufweist.
  9. 9. Arbeitsstelle nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß über die Exzenterkontur (63) der Rohrschelle (62) der Abstand (a, a1) zwischen der Mündung (38) der Saugdüse (12) und der Oberfläche (48) der Kreuzspule (11) einstellbar ist.
  10. 10. Arbeitsstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagglied (56) aus einem Polyplast, vorzugsweise einem Polyamid, gefertigt ist.






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