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Dokumentenidentifikation DE69716927T2 24.04.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0920478
Titel VERLACKTER AZOFARBSTOFF
Anmelder Engelhard Corp., Iselin, N.J., US
Erfinder BINDRA, Amrit, Brecksville, US
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69716927
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 18.07.1997
EP-Aktenzeichen 979342169
WO-Anmeldetag 18.07.1997
PCT-Aktenzeichen PCT/US97/12613
WO-Veröffentlichungsnummer 0098005718
WO-Veröffentlichungsdatum 12.02.1998
EP-Offenlegungsdatum 09.06.1999
EP date of grant 06.11.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.04.2003
IPC-Hauptklasse C09B 63/00
IPC-Nebenklasse C09D 11/00   C09D 5/00   C08K 5/42   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung Gebiet der Erfindung

Diese Erfindung bezieht sich auf neue Azoorangepigmente, Verfahren zu ihrer Herstellung und auf derartige Pigmente enthaltende Farben-, Kunststoff- und Druckfarbenzusammensetzungen.

Beschreibung des Standes der Technik

Im Handel erhältliche, gemeinhin in Kunststoffen verwendete Orangepigmente schließen solche Pigmente wie Colour Index (C. I.) Pigment Orange 16 und 34 und Pigment Red 104 ein.

Pigment Orange 16 und 34 sind Pigmente auf Diarylidgrundlage. Es wurde jedoch bei R. Az et al., Dyes and Pigments, 15, 1 (1991), berichtet, daß sich Diarylide in bei über 20000, einer niedrigeren Temperatur als der beim Verarbeiten der meisten Kunststoffe angewendeten (z. B. 250-330ºC), verarbeiteten Kunststoffen zu möglicherweise karzinogenen Nebenprodukten (z. B. 3,3'-Dichlorbenzidin) zersetzen.

Pigment Red 104 ist ein Bleichromat-Bleimolybdat, das wegen seines Schwermetallgehalts selbstverständlich unerwünscht ist.

Es besteht folglich noch immer ein Bedarf an Orangepigmenten, die bei solchen Eigenschaften wie etwa der Farbstärke, Beständigkeit gegenüber polaren Lösungsmitteln, Lichtbeständigkeit und/oder Wärmestabilität ein verbessertes Leistungsverhalten zeigen.

Die EP-A-0 052 069 bezieht sich auf 4-[(2-Hydroxy-6-sulfo-1-naphthalenyl)azo]benzoesäure. Das Benzoesäurederivat enthält sowohl eine Carbonsäurestruktureinheit in der freien Säureform als auch eine Sulfonsäurestruktureinheit in der freien Säureform.

Zusammenfassung der Erfindung

Diese Erfindung bezieht sich auf zur Verwendung als Farbmittel geeignete Orangepigmente und Verfahren zu ihrer Herstellung.

In einer Ausführungsform bezieht sich diese Erfindung auf eine Zusammensetzung, die eine oder mehr durch die Formel

dargestellte Verbindungen umfaßt, worin R jeweils unabhängig Hydrocarbyl, Hydroxy, Hydrocarbyloxy, Carbonsäure, Carbonsäureester, Carbonsäureamid, Sulfonsäure, Sulfonsäureamid oder Imidazolon ist; n 0, 1 oder 2 ist und M wenigstens ein zweiwertiges Metall ist, wobei der Ausdruck "Hydrocarbylgruppe" eine Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die Substituentengruppen wie etwa Ether, Ester, Nitro oder Halogen enthalten kann, die die Kohlenwasserstoffeigenschaft der Gruppe nicht wesentlich beeinflussen, und wobei die Imidazolongruppe durch die Formel -NHCONH- dargestellt wird, die mit dem aromatischen Ring (n = 2) zusammengenommen durch das Binden von Stickstoffatomen an benachbarte Kohlenstoffatome einen fünfgliedrigen Ring bildet.

In einer weiteren Ausführungsform bezieht sich diese Erfindung auf ein Verfahren zum Herstellen von Azopigmenten, das

1) das Herstellen einer Azofarbstoffzusammensetzung durch ein das Kuppeln (i) wenigstens einer Diazoniumkomponente aus einem oder mehr aromatischen Aminen, die durch die Formel

gekennzeichnet sind, worin R jeweils unabhängig Hydrocarbyl, Hydroxy, Hydrocarbyloxy, Carbonsäure, Carbonsäureester, Carbonsäureamid, Sulfonsäure, Sulfonsäureamid oder Imidazolon ist; n 0, 1 oder 2 ist, mit (ii) wenigstens einer Hydroxynaphthalinsulfonsäure als Kupplungskomponente,

2) Metallisieren wenigstens eines Teils des Azofarbstoffs mit einem oder mehr zweiwertigen Metallsalzen unter Bilden einer Anschlämmung des Azopigments, wobei der End-pH der Anschlämmung weniger als 6 ist, und

3) Isolieren wenigstens eines Teils des Pigments umfaßt; wobei der Ausdruck "Hydrocarbylgruppe" eine Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die Substituentengruppen wie etwa Ether, Ester, Nitro oder Halogen enthalten kann, die die Kohlenwasserstoffeigenschaft der Gruppe nicht wesentlich beeinflussen, und wobei die Imidazolongruppe durch die Formel -NHCONH- dargestellt wird, die mit dem aromatischen Ring (n = 2) zusammengenommen durch das Binden von Stickstoffatomen an benachbarte Kohlenstoffatome einen fünfgliedrigen Ring bildet.

In noch einer weiteren Ausführungsform bezieht sich diese Erfindung auf durch das vorangehende Verfahren hergestellte Azoorangepigmente.

In einer anderen Ausführungsform bezieht sich diese Erfindung auf die Azopigmentzusammensetzungen dieser Erfindung enthaltende Farben-, Kunststoff- und Druckfarbenzusammensetzungen.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen

Wie zuvor angeführt stellt diese Erfindung Azopigmente und Verfahren zu ihrer Herstellung bereit. Die Azopigmente der vorliegenden Erfindung werden durch zuerst Diazotieren eines oder mehrerer, zur Verwendung in dieser Erfindung geeigneter aromatischer Amine und danach Kuppeln der Diazoniumkomponente mit einer zur Verwendung in dieser Erfindung geeigneten Kupplungskomponente unter Bilden des gewünschten Farbstoffs hergestellt.

Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung geeignete aromatische Amine sind die durch die Formel

gekennzeichneten, worin R jeweils unabhängig Hydrocarbyl, Hydroxy, Hydrocarbyloxy, Carbonsäure, Carbonsäureester, Carbonsäureamid, Sulfonsäure, Sulfonsäureamid oder Imidazolon ist; n 0, 1 oder 2 ist.

Der in dieser Beschreibung und Ansprüchen verwendete Ausdruck "Hydrocarbyl" ist so zu verstehen, daß er Kohlenwasserstoffgruppen bedeutet, die Substituentengruppen wie etwa Ether, Ester, Nitro oder Halogen enthalten können, die die Kohlenwasserstoffeigenschaft der Gruppe nicht wesentlich beeinflussen.

Die zur Verwendung in dieser Erfindung geeigneten aromatischen Amine weisen eine para-substituierte Carbonsäuregruppe auf und können 0, 1 oder 2, vorzugsweise 0 oder 1, Gruppen R enthalten, die jeweils unabhängig Hydrocarbyl, Hydroxy, Hydrocarbyloxy, Carbonsäureester, Carbonsäureamid, Sulfonsäureester, Sulfonsäureamid oder Imidazolon sind. Die Hydrocarbylgruppen können unabhängig Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Aralkyl- oder Alkarylgruppen sein. Fall R zum Beispiel eine unsubstituierte Arylgruppe ist, ist das aromatische Amin ein Biphenylamin. Wenn R eine Alkylgruppe ist, enthält die Alkylgruppe im allgemeinen ein bis vier Kohlenstoffatome. Hierin verwendet soll "Niederalkyl" die Alkylgruppen bedeuten, die von 1 bis zu 4 Kohlenstoffatome enthalten. Wenn R eine Hydrocarbyloxygruppe ist, kann die Hydrocarbylstruktureinheit eine der vorstehend erörterten Hydrocarbylgruppen sein, obschon die Hydrocarbyloxygruppe im allgemeinen eine Alkoxygruppe ist, die von 1 bis zu 4 Kohlenstoffatome enthält (d. h. Niederalkyloxy). Bevorzugte Gruppen R sind Methyl-, Ethyl-, Methoxy- und Ethoxygruppen.

Ein Beispiel aromatischer Amine, bei denen n 0 ist, ist 4-Aminobenzoesäure, und schließt, wenn n 1 ist, 4-Amino-3-methylbenzoesäure ein, wobei es sich versteht, daß die Imidazolongruppe durch die Formel -NHCONH- dargestellt wird, die mit dem aromatischen Ring (n = 2) zusammengenommen durch das Binden von Stickstoffatomen an benachbarte Kohlenstoffe einen fünfgliedrigen Ring bildet. Die carbonsäuresubstituierten aromatischen Amine können als solche oder als ihre Salze verwendet werden. Beispiele bevorzugter Salze schließen Alkalimetallsalze wie etwa die Natrium- und Kaliumsalze ein.

Gemische zweier oder mehrerer aromatischer Amine fallen unter den Umfang dieser Erfindung.

Die Diazotierung der aromatischen Amine kann in dem Fachmann bekannter Weise durch die Verwendung von Alkalimetallnitriten oder Niederalkylnitriten zusammen mit einer geeignet starken Säure wie etwa einer Mineralsäure durchgeführt werden. Beispiele brauchbarer Mineralsäuren schließen Salzsäure und Schwefelsäure ein. Nitrosylschwefelsäure kann ebenfalls benützt werden. Die Diazotierungsreaktion kann bei einer Temperatur im Bereich von etwa -20º bis +30ºC, vorzugsweise von 0º bis 15ºC ausgeführt werden. Obschon nicht erforderlich, kann es bei einigen Diazotierungsreaktionen (und bei den nachfolgenden Kupplungsreaktionen) vorteilhaft sein, ein oberflächenaktives Mittel wie etwa ein nichtionisches, anionisches oder kationisches oberflächenaktives Mittel und gegebenenfalls geeignete organische Lösungsmittel wie etwa zum Beispiel Eisessig, niedrige Alkanole, Dioxan, Formamid, Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid, Pyridin oder N-Methylpyrrolidon einschließen.

Die für die Zwecke dieser Erfindung brauchbaren Hydroxynaphthalinsulfonsäurekuppler werden durch die Formel

dargestellt.

Beispiele der für die Zwecke dieser Erfindung brauchbaren Hydroxynaphthalinsulfonsäurekuppler schließen 1-Naphthol-4-sulfonsäure, 1-Hydroxynaphthalin-4-sulfonsäure, 1-Hydroxynaphthalin-5-sulfonsäure, 1-Hydroxynaphthalin-8-sulfonsäure, 2-Hydroxynaphthalin-6-sulfonsäure usw. ein.

Gemische zweier oder mehrerer Hydroxynaphthalinsulfonsäurekuppler liegen im Umfang dieser Erfindung.

Die für die Zwecke der vorliegenden Erfindung brauchbare Kupplungsreaktion kann vorzugsweise durch Hinzufügen der Diazoniumkomponenten zu den Kupplungskomponenten ausgeführt werden, aber die Kupplungskomponenten können auch den Diazoniumkomponenten zugesetzt werden. Das Kuppeln wird vorzugsweise bei einer Temperatur von etwa -20º bis etwa 80ºC, vorzugsweise von etwa 0º bis etwa 60ºC und bei einem pH von 4 bis 12, vorzugsweise von etwa 5 bis 11 ausgeführt. Wie bei der Diazotierungsreaktion kann das Kuppeln in Gegenwart eines geeigneten oberflächenaktiven Mittels oder organischen Lösungsmittels, wie etwa alle den für die Diazotierungsreaktion vorstehend bezeichneten, durchgeführt werden.

Bei einer Ausführungsform wird die Kupplungskomponente in einer basischen Lösung wie etwa einer wäßrigen Alkalimetallhydroxidlösung gelöst und mit einer verdünnten Säure wie etwa Essigsäure wieder gefällt.

Bei einer weiteren Ausführungsform wird die Diazoniumkomponente allgemein mit einem leichten stöchiometrischen Überschuß der Kupplungskomponente gekuppelt. Das heißt, ein Äquivalent der Diazoniumkomponente wird mit geringfügig mehr als einem Äquivalent der Kupplungskomponente gekuppelt.

Bei einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die Dispergierbarkeit der Pigmente der vorliegenden Erfindung durch Hinzufügen alkalilöslicher, harzähnlicher Produkte vor, während oder nachdem das Kuppeln beendet ist oder nach der nachstehend erörterten Metallisierung verbessert werden. Verschiedene harzähnliche Materialien können zu diesem Zweck hinzugesetzt werden und diese schließen zum Beispiel Resinoharze, polymere Resine, Harzseife, chemisch modifizierte Resinoharze wie etwa Resino-Maleinat-Harze, Alkydharze und andere synthetische Kohlenwasserstoffharze mit einer höheren Säurezahl oder Kombinationen dieser Harze ein. Die Harze können in einem Produkt mit freien Carboxygruppen, die ein Salz bilden können, vorliegen oder können teilweise oder vollständig in Form von Salzen zum Beispiel mit Alkalimetallionen vorliegen. Es kann auch vorteilhaft sein, die Kupplungsreaktion in Gegenwart eines feinverteilten, unlöslichen Materials, zum Beispiel Erdalkalimetallsulfate und -carbonate, Titandioxid oder Tonmaterialien oder sehr fein verteilte, organische Kunststoffmaterialien, auszuführen.

Die durch die vorstehend beschriebene Kupplungsreaktion hergestellte Zusammensetzung kann durch ein zweiwertiges Metallsalz, das das Sulfonatsalz bildet, metallisiert werden. Dies ist auch als Verlacken bekannt und bildet das Azopigment. Das Metallsalz kann ein Salz von Erdalkalimetallen, Mangan, Nickel oder Zink oder Gemischen zweier oder mehr dieser Salze sein. Erdalkalimetallsalze sind bevorzugt. Erdalkalimetallsalze wie etwa SrCl&sub2; und CaCl&sub2; sind zu diesem Zweck besonders nützlich. Die Metallisierung kann vorzugsweise durch Hinzufügen des Metallsalzes zu dem Farbstoff, nachdem das Kuppeln der gesamten vorhandenen Diazoniumkomponente abgeschlossen ist, oder durch Einschließen des Metallsalzes in die Diazoniumkomponente bewerkstelligt werden, wodurch die Metallisierung erfolgt, wenn der Farbstoff gebildet wird. Die Metallisierung des Farbstoffs wird durch Steuern des pH der durch Metallisierung des Farbstoffs gebildeten Anschlämmung abgeschlossen, so daß die Anschlämmung unter 6, vorzugsweise etwa 5,5 ist. Obschon man nicht an eine Theorie gebunden ist, wird angenommen, daß das Steuern des pH auf diese Weise die bevorzugte Metallisierung der Sulfonsäuregruppe ergibt, was zu einer bedeutenden Ausbeute and dem Halbsulfonsäuresalz führt.

Bei den meisten Anwendungen ist es zum Erzielen der vollen Helligkeit und Färbestärke erwünscht, das Azopigment zu erhitzen. Das Produkt der Metallisierung kann zum Beispiel 1 bis 3 Stunden unter Rückfluß oder auf Temperaturen über 100ºC unter Druck in Gegenwart der vorstehend beschriebenen Harzseifen oder anderer löslicher Harze erhitzt werden.

Nach Abschluß der Metallisierung werden die Azopigmente aus der Anschlämmung der Reaktion auf Wassergrundlage durch Filtrieren unter Bilden eines Pigmentpreßkuchens isoliert, der zum Entfernen überschüssiger Säuren, Basen und bei der Kupplungsreaktion gebildeter Salze mit Wasser gewaschen wird. Der Preßkuchen wird typischerweise mit etwa dem 10- bis 20fachen Volumen an Wasser gewaschen. Der Filterkuchen wird im allgemeinen gewaschen, bis das Filtrat nur einen schwach positiven Test auf Chloridionen liefert. Die gewaschenen Preßkuchen können getrocknet, gemahlen und in Form eines groben oder feinverteilten Pulvers verwendet werden. Wahlweise können die Azopigmente dieser Erfindung in ölharzigen Trägern zum Herstellen belegter Pigmente dispergiert oder zum Herstellen wäßriger Dispersionen, bei denen der pH unter 6,5 gehalten wird, in wäßrigen Trägern dispergiert werden.

Die Pigmentzusammensetzungen dieser Erfindung liefern eine verbesserte Farbstärke, Beständigkeit gegenüber polaren Lösungsmitteln, Lichtechtheit und/oder Wärmestabilität und sind als Farbmittel in Kunststoffen, Farben und Druckfarben brauchbar.

Diese Erfindung bezieht sich daher auch auf Farben-, Druckfarben- und Kunststoffzusammensetzungen, die größere Mengen einer Farbengrundlage, Druckfarbengrundlage oder eines Kunststoffs und untergeordnete Mengen der Zusammensetzungen dieser Erfindung umfassen.

Die Farben-, Druckfarben- und Kunststoffzusammensetzungen, bei denen die Zusammensetzungen dieser Erfindung nützlich sind, sind dem einschlägigen Fachmann wohlbekannt. Beispiele schließen Druckfarben, Lacke, thermoplastische und wärmeaushärtbare Materialien, natürliche Harze und synthetische Harze, Polystyrol und seine Polymergemische, Polyolefine, insbesondere Polyethylen und Polypropylen, Polyacrylverbindungen, Polyvinylverbindungen, zum Beispiel Polyvinylchlorid und Polyvinylacetat, Polyester und Kautschuk und ferner aus Viskose und Celluloseethern, Celluloseestern, Polyamiden, Polyurethanen, Polyestern, zum Beispiel Polyglykolterephthalate, und Polyacrylnitril gefertigte Fasern ein. Sie ist auch zum Pigmentdruck und zur Massefärbung von Papier brauchbar.

Aufgrund seiner ausgezeichneten Wärmebständigkeit ist das Pigment zum Pigmentieren von Kunststoffen in der Masse wie zum Beispiel von Polystyrol und seinen Polymergemischen, Polyolefinen, insbesondere Polyethylen und Polypropylen und die entsprechenden Polymergemische, Polyvinylchlorid und Polyestern, insbesondere Polyethylenglykolterephthalat und Polybutylenterephthalat, und den entsprechenden Mischkondensationsprodukten auf Polyestergrundlage besonders geeignet.

Bezüglich Druckfarben siehe zum Beispiel: R. H. Leach, Herausgeber, "The Printing Ink Manual", vierte Ausgabe, Van Nostrand Reinhold (International) Co. Ltd., London (1988), insbesondere Seite 282-591; bezüglich Farben: C. H. Hare, "Protective Coatings", Technology Publishing Cp., Pittsburgh (1994), insbesondere Seite 63-288, und bezüglich Kunststoffe: T. G. Webber, "Coloring of Plastics", John Wiley & Sons, New York (1979), insbesondere Seite 79-204. Das Pigment kann zum Beispiel in einem Gehalt von 10 bis 15% in einer offsetlithographischen Druckfarbe verwendet werden, wobei der Rest ein Träger ist, der gelierte und ungelierte Kohlenwasserstoffharze, Alkydharze, Wachsverbindungen und aliphatische Lösungsmittel enthält. Das Pigment kann auch zum Beispiel in einem Gehalt von 1 bis 10% in einer Innenfarbenformulierung zusammen mit anderen Pigmenten verwendet werden, die Titandioxid, Acryllactide, Koaleszenzmittel, Wasser oder Lösungsmittel verwendet werden. Das Pigment kann auch zum Beispiel in einem Gehalt von 20 bis 30% in einem Kunststoffarbkonzentrat in Polyethylen verwendet werden.

Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung und ihre Herstellungsverfahren. Solange nicht anders angegeben sind in den folgenden Beispielen und anderswo in der Beschreibung und den Ansprüchen alle Teile und Prozentangaben in Gewicht, Temperaturen sind in Grad Celsius und Drücke sind bei oder in der Nähe von Atmosphärendruck.

Beispiel 1

Eine Diazoanschlämmung wird durch Lösen von 8 Teilen 4-Aminobenzoesäure in 200 Teilen Wasser und 25 Teilen Salzsäure mit 20 Baumé hergestellt. Die Lösung wird durch Hinzufügen von Eis auf 0ºC gekühlt und durch Zugabe von 4 Teilen Natriumnitrit in 12 Teilen Wasser und 30 Minuten Rühren der Lösung bei 0-10ºC diazotiert. Überschüssige salpetrige Säure wird anschließend durch Zugabe von Sulfaminsäure zerstört.

Eine Kuppleranschlämmung wird durch Lösen von 17 Teilen des Kaliumsalzes von 2- Hydroxynaphthalin-6-sulfonsäure (Schaeffer-Salz) durch Erhitzen in 250 Teilen Wasser und 2,5 Teilen 50%igem Natriumhydroxid hergestellt und mit Eis auf 0ºC gekühlt.

Die Diazoanschlämmung wird über einen Zeitraum von 10-15 Minuten in der Kuppleranschlämmung gekuppelt. Eine 10%ige Natriumhydroxidlösung wird anschließend hinzugefügt, bis der pH der Anschlämmung auf 10 angestiegen ist. Die Temperatur der Anschlämmung wird durch Zugabe von Eis unter 5ºC gehalten. Das Gemisch wird anschließend zum Vervollständigen des Kuppelns ungefähr zwanzig Minuten gerührt, gefolgt von der Zugabe von 30 Teilen 30%iger Strontiumnitratlösung und 30 Minuten Rühren. Der pH der Anschlämmung wird anschließend durch die Zugabe von 2,5 Teilen Essigsäure, gefolgt von der Zugabe von verdünnter Salzsäure auf 4,2 erniedrigt. Die Anschlämmung wird anschließend zum Sieden erhitzt. Nach einer Stunde Sieden wird die Anschlämmung mit Eis auf niedriger als 50ºC gekühlt und filtriert. Der Filterkuchen wird mit Wasser gewaschen über Nacht bei 70ºC getrocknet und unter Ergeben eines Orangepigmentpulvers pulverisiert.

Vergleichsbeispiel 1

Das Verfahren von Beispiel 1 wird wiederholt, außer daß nach der Strontiumnitratzugabe der pH der Anschlämmung mit Essigsäure anstatt auf 4,2 in Beispiel 1 auf 6,45 eingestellt wird.

Beispiel 2

Das Verfahren von Beispiel 1 wird wiederholt, außer daß anstatt der 4-Aminobenzoesäure 8,8 Teile 4-Amino-3-methylbenzoesäure unter Ergeben eines rötlichen Orangepigments verwendet werden.

Vergleichsbeispiel 2

Das Verfahren von Beispiel 2 wird wiederholt, außer daß nach der Strontiumnitratzugabe der pH der Anschlämmung anstatt auf 4,2 in Beispiel 2 auf 6,5 eingestellt wird.

Beispiel 3

Das Verfahren von Beispiel 1 wird wiederholt, außer daß anstatt 8 Teilen 4-Aminobenzoesäure 4 Teile 4-Aminobenzoesäure und 4 Teile 3-Aminobenzoesäure verwendet werden.

Beispiel 4

Das Verfahren von Beispiel 1 wird wiederholt, außer daß anstatt der Strontiumnitratlösung 30 Teile 30%ige Calciumchloridlösung verwendet werden.

Beispiel 5

Das Verfahren von Beispiel 1 wird wiederholt, außer daß anstatt der Strontiumnitratlösung 50 Teile 15%ige Magnesiumchloridlösung verwendet werden.

Testverfahren

Ein Gemisch von 0,5 Teilen Pigment, 0,5 Teilen Titandioxid (DuPont Ti-Pure® R-960) und 500 Teilen Polyethylen hoher Dichte (Solvay FORTIFLEX® T50-2000-G) wird auf einer Farbenschüttelvorrichtung bis zur Gleichförmigkeit geschüttelt und anschließend bei 232ºC in einer 30 Tonnen Battenfield-Maschine spritzgegossen.

Spektrophotometrische Werte werden mit einem Macbeth Color-Eye (Spiegelteil eingeschlossen, große Fläche) unter Ergeben der in der Tabelle dargestellten scheinbaren Stärke und des Farbwinkels unter Illuminant D, 10, gemessen:

TABELLE I Ergebnisses des Testverfahrens

Wie aus der vorangehenden Tabelle ersichtlich ist, zeigen die Pigmente dieser Erfindung eine bedeutende Verbesserung der Farbstärke und eine bedeutende Zunahme des Farbwinkels.


Anspruch[de]

1. Zusammensetzung umfassend eine oder mehr Verbindungen, gekennzeichnet durch die Formel

worin R jeweils unabhängig Hydrocarbyl, Hydroxy, Hydrocarbyloxy, Carbonsäure, Carbonsäureester, Carbonsäureamid, Sulfonsäure, Sulfonsäureamid oder Imidazolon ist; n 0, 1 oder 2 ist und M wenigstens ein zweiwertiges Metall ist; wobei der Ausdruck "Hydrocarbylgruppe" eine Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die Substituentengruppen wie etwa Ether, Ester, Nitro oder Halogen enthalten kann, die die Kohlenwasserstoffeigenschaft nicht wesentlich beeinflussen, und wobei die Imidazolongruppe durch die Formel -NHCONH- dargestellt wird, die mit dem aromatischen Ring (n = 2) zusammengenommen durch das Binden von Stickstoffatomen an benachbarte Kohlenstoffatome einen fünfgliedrigen Ring bildet.

2. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei R jeweils unabhängig eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder eine Alkoxygruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist.

3. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei n = 0.

4. Zusammensetzung gemäß Anspruch 2, wobei R jeweils unabhängig eine Methyl-, Ethyl-, Methoxy- oder Ethoxygruppe ist.

5. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei die Naphthalinstruktureinheit durch die Formel

dargestellt wird.

6. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei das zweiwertige Metall aus der aus Erdalkalimetallen, Mangan, Nickel und Zink bestehenden Gruppe ausgewählt ist.

7. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei M Ca, Sr, Zn oder Mg ist.

8. Zusammensetzung umfassend eine oder mehr Verbindungen, gekennzeichnet durch die Formel

9. Zusammensetzung umfassend eine oder mehr Verbindungen, gekennzeichnet durch die Formel

10. Verfahren zum Herstellen eines Azopigments, das 1) das Herstellen einer Azofarbstoffzusammensetzung durch ein das Kuppeln (i) wenigstens einer Diazoniumkomponente aus einem oder mehr aromatischen Aminen, die durch die Formel

gekennzeichnet sind, worin R jeweils unabhängig Hydrocarbyl, Hydroxy, Hydrocarbyloxy, Carbonsäure, Carbonsäureester, Carbonsäureamid, Sulfonsäure, Sulfonsäureamid oder Imidazolon ist; n 0, 1 oder 2 ist, mit (ii) wenigstens einer Kupplungskomponente der Formel

umfassendes Verfahren,

2) Metallisieren wenigstens eines Teils des Azofarbstoffs mit einem oder mehr zweiwertigen Metallsalzen unter Bilden einer Anschlämmung des Azopigments, wobei der End- pH der Anschlämmung kleiner als 6 ist, und

3) Isolieren wenigstens eines Teils des Pigments umfaßt; wobei der Ausdruck "Hydrocarbylgruppe" eine Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet, die Substituentengruppen wie etwa Ether, Ester, Nitro oder Halogen enthalten kann, die die Kohlenwasserstoffeigenschaft der Gruppe nicht wesentlich beeinflussen, und wobei die Imidazolongruppe durch die Formel -NHCONH- dargestellt wird, die mit dem aromatischen Ring (n = 2) zusammengenommen durch das Binden von Stickstoffatomen an benachbarte Kohlenstoffatome einen fünfgliedrigen Ring bildet.

11. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei R jeweils unabhängig eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder eine Alkoxygruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist.

12. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei n = 0.

13. Verfahren gemäß Anspruch 11, wobei R jeweils unabhängig eine Methyl-, Ethyl-, Methoxy- oder Ethoxygruppe ist.

14. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei die Kupplungskomponente 2-Hydroxynaphthalin-6-sulfonsäure ist.

15. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei die zweiwertigen Metallsalze aus der aus Erdalkalimetall-, Zink-, Mangan-, Nickelsalzen und Gemischen davon bestehenden Gruppe ausgewählt sind.

16. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei das zweiwertige Metallsalz aus der aus Ca-, Sr-, Zn- und Mg-Salzen bestehenden Gruppe ausgewählt ist.

17. Verfahren gemäß Anspruch 10, wobei der End-pH der Anschlämmung kleiner als 5,5 ist.

18. Verfahren zum Herstellen eines Azopigments, das 1) das Herstellen einer Azofarbstoffzusammensetzung durch ein das Kuppeln (i) der Diazoniumkomponente aus 4- Aminobenzoesäure mit (ii) 2-Hydroxynaphthalin-6-sulfonsäure umfassendes Verfahren, 2) Metallisieren wenigstens eines Teils des Azofarbstoffs mit einem oder mehr aus der aus Ca-, Sr-, Zn- und Mg-Salzen bestehenden Gruppe ausgewählten zweiwertigen Metallsalzen unter Bilden einer Anschlämmung des Azopigments, wobei der End-pH der Anschlämmung kleiner als 5,5 ist, und 3) Isolieren wenigstens eines Teils des Pigments umfaßt.

19. Zusammensetzung hergestellt gemäß dem Verfahren eines der Ansprüche 10 bis 18.

20. Farbenzusammensetzung umfassend einen Farbenträger und die Zusammensetzung eines der Ansprüche 1 bis 9 oder 19.

21. Druckfarbenzusammensetzung umfassend einen Druckfarbenträger und die Zusammensetzung eines der Ansprüche 1 bis 9 oder 19.

22. Kunststoffzusammensetzung umfassend ein Kunststoffmaterial und die Zusammensetzung eines der Ansprüche 1 bis 9 oder 19.







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