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Dokumentenidentifikation DE10002675C2 30.04.2003
Titel Pfeifenorgel mit Tonkanzellen-Windladen
Anmelder Göckel, Karl, 69254 Malsch, DE
Vertreter Matschkur Lindner Blaumeier Patent- und Rechtsanwälte, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 24.01.2000
DE-Aktenzeichen 10002675
Offenlegungstag 09.08.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.2003
IPC-Hauptklasse G10B 1/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Pfeifenorgel mit einer eine Mehrzahl von Tonkanzellen aufweisenden Windlade, die im Wesentlichen aus dem Orgelgehäuse, dem Pfeifenwerk, den Windladen, der Spielanlage, der Windanlage, der Tontraktur sowie der Registertraktur besteht.

Seit vielen Jahrhunderten werden solche Instrumente als Einzelstücke gebaut. Im Normalfall entsteht jedes Werk einmalig als Maßanfertigung bzw. als Unikat, oft nach speziellen Wünschen des Auftraggebers.

Aus US 1,645,608 ist eine Pfeifenorgel mit Registerkanzellen-Windladen bekannt, bei welcher die Orgelpfeifen registerweise auf den Halterungen angeordnet sind, die wiederum auf dem Windladen stehen. Dementsprechend können bei dieser Pfeifenorgel nur komplette Register ausgetauscht werden, die beispielsweise jeweils 56 Pfeifen umfassen.

Ferner ist auf DE-PS 529 921 zu verweisen, wo Metall-Registerkanzellen für Orgeln und ähnliche Instrumente beschrieben sind. Bei Registerkanzellen-Windladen sind die Pfeifen im Unterschied zu Tonkanzellen-Windladen nicht nach Tönen, sondern nach Registern kopiert. Eine Registerkanzelle enthält also alle Pfeifen eines Registers, die auf einem gemeinsamen Windladen stehen. Die Metallregisterkanzellen gemäß DE 529 921 sind aus Teilstücken von gleicher Länge hergestellt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache aufgebaute Orgel anzugeben.

Zur Lösung dieses Problems ist eine Pfeifenorgel mit einer eine Mehrzahl von Tonkanzellen aufweisenden Windlade vorgesehen, wobei jede Tonkanzelle aus mehreren Tonkanzellenabschnitten modular zusammensetzbar oder zusammengesetzt ist.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Bei der erfindungsgemäßen Pfeifenorgel können bestimmte Teile einer Orgel in Serie produziert und später zu einem Gesamtwerk zusammengefügt werden. Der Orgelprospekt, die Schauseite mit den Pfeifen, kann z. B. bei gleichen äußeren Abmessungen unterschiedliche Gestaltungsvarianten aufweisen und als separates Einzelteil einem speziellen Modell zugeordnet werden. Das seitliche Orgelgehäuse wird je nach Tiefe der Orgel aus einzelnen Segmenten zusammengefügt; d. h. bei Erweiterung der Windladen kann das Gehäuse ebenfalls erweitert werden. Die gleiche Erweiterung wie das Gehäuse kann auch das Lagerwerk, wo die Windladen aufliegen, erfahren. Das Pfeifenwerk kann bei diesen Orgeltypen weiterhin als individueller Bestandteil auf die Raumakustik Rücksicht nehmen. Der eigentliche Kern der Erfindung betrifft die Windlade. Die Windlade ist der Teil einer Orgel, wo die Pfeifen darauf stehen. Dort kommen die Informationen des Organisten an und werden zu den Pfeifen weitergeleitet. Im Orgelbau unterscheidet man im wesentlichen zwischen Tonkanzellen-Windladen (Zeichnung 1 und 2) und Registerkanzellen-Windladen. Die Erfindung betrifft die Tonkanzellen-Windladen-Orgel. Diese funktioniert so, dass im Normalfall ein Ventil (6) für eine Taste zuständig ist; d. h. wenn der Organist eine Taste drückt, öffnet sich ein Ventil (6), das über den Abzugsdraht (8) durch die Klaviatur an der Spielanlage betätigt, geöffnet wird, welches der entsprechenden Tonkanzelle (1) zugeordnet ist. Als Tonkanzelle (1) bezeichnet man eine Windkammer, welche durch Öffnen des Ventils (6) mit Wind gefüllt wird. Die Seitenwände der Tonkanzellen (1) werden als Schiede bezeichnet. Eine Windlade hat im Normalfall demzufolge so viel Tonkanzellen (1) oder auch nur Kanzellen genannt, wie auch Tasten (Töne) die dazugehörige Klaviatur aufweist. Das Pfeifenwerk (9) ist nun quer über den Kanzellen (1) stehend hintereinander angeordnet. Sind Register eingeschaltet, bedeutet dies, dass zwischen dem Lochbild der Windladenoberseite (14) und dem Lochbild der Pfeifenstöcke (3) direkte Verbindungen bestehen und eine Übereinstimmung des Lochbildes herrscht. Der Wind in der Kanzelle (1) strömt nun durch die Windladenoberseite (14), die Schleife (2) durch die Pfeifenstockbohrung (5) zu den Pfeifen. Ein Register ist eine Pfeifenreihe, z. B. von C-g''', was hierbei 56 Tasten, Tönen bzw. Registerkanzellen entspricht, von Pfeifen gleicher Bauart. Als Registereinschaltung dienen z. B. Schleifen (2), welche wiederum das gleiche Lochbild wie die Windladenoberseite (14) und die Pfeifenstöcke (2) aufweisen, die ebenfalls quer zu den Kanzellen (1) auf der Windladenoberseite (14) und den Pfeifenstöcken (2) angeordnet sind und zum Ein- und Auschalten des Registers verschoben werden. Damit die Schleife (2) überhaupt bewegt werden kann, werden die Pfeifenstöcke (3) auf Dämmen (4) befestigt. Der Damm (4) ist etwas dicker als die Schleife (2). Auf der Windladenoberseite (14) und der Pfeifenstock (3) -Unterseite werden jeweils sogenannte Schleifendichtungen angebracht, auf deren genaue Beschreibung hier verzichtet wird. Überdecken sich alle drei Lochbilder, ist das Register eingeschaltet und so verteilt sich der Wind bei gedrückter Taste über die Kanzelle (1) zu den darüberstehenden Pfeifen unterschiedlicher Registern des gleichen Tones. D. h., wenn die Windlade fünf Register aufweist und diese alle eingeschaltet sind, erklingen, sofern der Orgelspieler z. B. a' drückt, alle fünf a' der unterschiedlichen fünf Register.

Bei der herkömmlichen Fertigung der Windlade (Zeichnung 1), dem Stand der Technik, muss man sich bereits vor dem Bau der Orgel entscheiden, welche und wieviel Register die Orgel enthalten soll. Hierbei werden die Kanzellen (1) der Windladen durchgehend aus einem Stück gefertigt und mit der Windladenoberseite (14) und dem Teil, wo die Ventile angeordnet sind, fest verleimt. Danach werden alle einzelnen Bestandteile der Orgel geplant, gefertigt und zusammengefügt. Eine nachträgliche Erweiterung der Orgel bzw. der Windlade um weitere Register ist somit im Normalfall nicht möglich. Der Erfindung liegt nun wie bereits erwähnt die Aufgabe zu Grunde, dass eine Orgel auch nachträglich verändert werden kann. Diese Veränderung bezieht sich im Wesentlichen auf die Windlade, das Lagerwerk und das Gehäuse. Die Erfindung sieht vor, dass einzelne Kanzellen-Abschnitte (10), auf denen die Pfeifen stehen, geschaffen werden. Die Windlade besteht somit im Wesentlichen aus dem Windkasten und einzelnen Kanzellenabschnitten (10), welche je nach Registertypen individuell zusammengefügt werden können. Die einzelnen Kanzellenabschnitte (10) können vor oder hinter dem Windkasten (7) angeordnet werden. Das Breiten-Mass, Mass zwischen z. B. Dichtmittel (12) und Dichtmittel (13), einzelner Kanzellen-Abschnitten richtet sich jeweils nach den Durchmessern oder Flächen der darauf stehenden Pfeifen. Auf der Zeichnung Nr. 2 sind die einzelnen Kanzellenabschnitte (10) links und rechts vom Windkasten (7) auseinander gezeichnet, dargestellt. Zeichnung 1 zeigt die herkömmliche Bauart einer Windlade, ebenfalls im Schnitt. Eine Erweiterung, Tausch oder Reduzierung einzelner Kanzellenabschnitte (10) ist hier nicht möglich.

Kauft sich ein Kunde eine Orgel, so kann er zunächst z. B. nur drei Register bestellen. Das Instrument ist somit spielbar. Möchte er danach noch weitere Register haben, so ordert er diese nach. Bei dem Anbau der neuen Register oder des Registers, wird nun eine Kanzellen-Adeckplatte (11) entfernt, das oder die neuen Register dazwischen gefügt und die Kanzellen-Abdeckplatte wieder an das letzte Register bzw. Kanzellenabschnitt (10) angebracht. Die Kanzellen (1) werden somit durch die angefügten Kanzellenabschnitte (10) verlängert. Die Windmenge, Kanzellenmaße, etc. werden vorher auf ein ausreichendes Mass ausgelegt. Auch ein Tausch einzelner Register ist somit nachträglich möglich. Die Erfindung gibt den Kunden je nach finanzieller Lage die Möglichkeit mit einer kleinen Orgel zu beginnen und je nach Finanzlage das Instrument zu erweitern. Die Kanzellenabschnitte (10) werden bevorzugter Weise aus Holz auf CNC-Maschinen gefertigt. Die Arbeitsweise ermöglicht eine sehr gute Wiederholgenauigkeit der einzelnen Kanzellenfräsungen etc. Zwischen den Kanzellenabschnitten (10) kann eine Dichtung (13) mit entsprechendem Lochbild eingebaut werden. Um eine sehr gute Genauigkeit beim Zusammenfügen der einzelnen Kanzellenabschnitte (10) zu erreichen, können Justierbolzen etc. angebracht werden. Da die einzelnen Kanzellenabschnitte wie bereits erwähnt z. B. aus Holz bestehen, können die Verbindungselemente aus Metall, in Form von Spezialverbindungselementen, gefertigt werden. Somit wäre eine ausreichende Dichtigkeit zu gewährleisten und ein beliebiges Hinzufügen oder Entfernen einzelner Kanzellenabschnitte (10) nahezu verschleissfrei. Würde man die Kanzellen nur mit normalen Holzschrauben verbinden, so könnten bei öfterem Lösen und Zusammenfügen einzelner Kanzellenabschnitte (10) Verschleisserscheinungen entstehen. Bezugszeichenliste 1 Tonkanzelle

2 Schleife

3 Pfeifenstock

4 Damm

5 Pfeifenstock-Bohrung

6 Ton-Ventil

7 Windkasten

8 Abzugsdraht zur Klaviatur

9 Pfeifen

10 Kanzellen-Abschnitt

11 Abdeckplatte

12 Dichtmittel für Abdeckplatte

13 Dichtmittel zwischen den Kanzellen-Abschnitten

14 Windladenoberseite


Anspruch[de]
  1. 1. Pfeifenorgel mit einer eine Mehrzahl von Tonkanzellen aufweisenden Windlade, wobei jede Tonkanzelle (1) aus mehreren Tonkanzellenabschnitten (10) modular zusammensetzbar oder zusammengesetzt ist.
  2. 2. Pfeifenorgel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Reihe von parallelen, den verschiedenen Tonkanzellen zugeordneten Tonkanzellenabschnitten (10) ein quer zu den Tonkanzellen angeordnetes Register zugeordnet ist.
  3. 3. Pfeifenorgel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tonkanzellenabschnitt (10) mehrere Pfeifenstockbohrungen (5) aufweist.
  4. 4. Pfeifenorgel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Tonkanzellenabschnitte (10) mittels eines Dichtmittels (13) gegeneinander abdichtbar oder abgedichtet sind.
  5. 5. Pfeifenorgel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem äußeren Tonkanzellenabschnitt (10) eine lösbar befestigbare, die Windlade abschließende Abdeckplatte (11) angeordnet ist.
  6. 6. Pfeifenorgel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Tonkanzellenabschnitten (10) Justierteile anbringbar oder angebracht sind.
  7. 7. Pfeifenorgel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Tonkanzellenabschnitte (10) mittels als Justierbolzen ausgebildeten Verbindungselementen zusammensetzbar oder zusammengesetzt sind.
  8. 8. Pfeifenorgel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungselemente aus Metall bestehen.
  9. 9. Pfeifenorgel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein durch Erweiterung, Reduzierung oder Tausch einzelner Teile veränderbares Orgelgehäuse aufweist.
  10. 10. Pfeifenorgel nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein entsprechend der Windladentiefe erweiterbares oder reduzierbares Lagerwerk für die Windladen aufweist.






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