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Dokumentenidentifikation DE10039698C2 30.04.2003
Titel Transporteinrichtung für Tiere
Anmelder Dengler, Martin, 95691 Hohenberg, DE
Erfinder Dengler, Martin, 95691 Hohenberg, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner, 80538 München
DE-Anmeldedatum 14.08.2000
DE-Aktenzeichen 10039698
Offenlegungstag 07.03.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.2003
IPC-Hauptklasse B60P 3/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Transporteinrichtung für Tiere, insbesondere Transporthänger oder -aufleger mit einem kastenförmigen Aufbau oder als Pritsche mit Spriegel und im wesentlichen geschlossener Beplanung gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Transporteinrichtungen für Tiere als ein- oder zweiachsige Hänger, die von einer Zugmaschine bzw. einem Kraftfahrzeug bewegt werden, sind bekannter Stand der Technik.

Problematisch bei geschlossenen Kastenaufbauten, aber auch bei Transporthängern mit Beplankung ist die Belüftung im Inneren des Transportraums.

Üblicherweise vorgesehene, im Front- und/oder Heckbereich vorhandene Belüftungsöffnungen führen bei höheren Fahrgeschwindigkeiten zu unangenehmen Zugerscheinungen bedingt durch die kaum zu regulierende Strömung. Aus tierphysiologischen Gründen soll ein idealer Windschutz einerseits bei tiefen Temperaturen die Luftgeschwindigkeit bis unter 0,5 m/s reduzieren, andererseits bei hohen Umgebungstemperaturen die Strömung oder den Wind nur wenig bremsen, damit den Tieren die Wärmeabgabe erleichtert wird.

Die bekannten, geschlossenen Transporthänger erfüllen diese Aufgabe nur unzureichend. So wird vom Tierhalter insbesondere bei hohen Außentemperaturen für eine zusätzliche Belüftung dadurch gesorgt, dass im Heckbereich ein Teil der Plane zurückgeschlagen oder eine Heckklappe im oberen Teil geöffnet wird. Bei der Fahrt jedoch entstehen Verwirbelungen an den vorhandenen Abrisskanten, die zu Luftströmungsgeschwindigkeiten im Inneren des Transportraums führen, die für die Tiere abträglich sind.

Aus der gattungsbildenden US-PS 4,454,837 ist eine Transporteinrichtung für Boxen mit Geflügel vorbekannt, wobei diese Transporteinrichtung einen kastenförmigen Aufbau besitzt. Teile der Beplankung im vorderen aber auch im hinteren Bereich besitzen eine Öffnung zum Lufteintritt und -austritt.

Der luftaustrittsseitige Bereich ist so gestaltet, dass eine Aufnahmekammer vorgesehen ist, die mit Durchbrüchen in der Decke des kastenförmigen Aufbaus, die zu einem Luftkanal führen, zusammenwirkt. Innerhalb der zum übrigen Innenraum hin gekapselten Öffnung ist ein Zwangslüfter, nämlich ein Ventilator befindlich. Über einen Federmechanismus können jalousieartige Klappen zum Luftaustritt geöffnet werden. Die Öffnung der Klappen erfolgt in Abhängigkeit von der Inbetriebnahme des Ventilators oder wenn an der Frontseite angebrachte Öffnungen zu einer Luftströmung führen, die bei entsprechender Geschwindigkeit des Fahrzeuges einen ausreichenden Staudruck ergibt.

Demnach ist also bei dem zitierten Dokument eine Zwangsbelüftung vom vorderen, lufteintrittsseitigen Bereich zum hinteren luftaustrittsseitigen Bereich vorgesehen, die entweder über eine Zwangsbelüftung mittels Ventilator oder bedingt durch den Staudruck bei fahrendem Fahrzeug entsteht. Mit steigender Fahrzeuggeschwindigkeit erhöht sich in gleichem Maß die unter Umständen dann unerwünschte Luftbewegung, so dass im Bereich der vorderseitigen Öffnung die dortigen Klappen über eine Steuereinrichtung zur Anpassung der Strömungsverhältnisse mehr oder weniger geschlossen oder geöffnet werden müssen.

Bei dem deutschen Gebrauchsmuster DE 299 11 668 U1 ist eine Aufzuchtseinrichtung für Kälber offenbart, wobei die dortige Liegehütte eine Rückwand mit einem darin angeordneten Windschutznetz umfasst. Mit Hilfe des vorgesehenen Windschutznetzes soll ein regelmäßiger Luftwechsel im Ruhebereich mit einem hierdurch optimierten Klima sichergestellt werden. Naturgemäß handelt es sich jedoch bei der zitierten Aufzuchtseinrichtung um ein stationäres, immobiles Objekt.

Auch bei der Stallbelüftungsanlage nach DE 198 22 806 A1 ist von einer immobilen Anordnung auszugehen, die darüber hinaus auch eine Zwangsbelüftung über Abluft- Absauginstallationen mit Absaug-Verdichter zurückgreift.

Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Transporteinrichtung für Tiere, insbesondere Transporthänger oder -aufleger mit einem kastenförmigen Aufbau oder als Pritsche mit Spriegel und im wesentlichen geschlossene Beplanung anzugeben, die eine optimale Belüftung des Innenraumes auch bei höheren Fahrgeschwindigkeiten ermöglicht, die in leichter Weise nachrüstbar ist und welche ohne sonstige Mittel zur Steuerung der Belüftung bzw. des Luftdurchtrittes auskommt.

Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einer Transporteinrichtung gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs, wobei die Unteransprüche zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen beinhalten.

Der Grundgedanke der Erfindung liegt demgemäß darin, dass Teile der Beplankung oder Beplanung Öffnungsabschnitte aufweisen, die mit einer Abdeckung zur Reduzierung der Luftgeschwindigkeit versehen sind, wobei diese Abdeckung ein Windschutznetz vorgegebener Porosität ist.

Es hat sich gezeigt, dass die Porosität P als Quotient aus der Oberfläche der Öffnungen und der Gesamtoberfläche der Abdeckung multipliziert mit 100% im Bereich zwischen im wesentlichen 10% und 25% optimal ist.

Bei Windschutznetzen mit einer Porosität von bis zu 25% können die Tiere ohne Zugerscheinungen relativ dicht vor dem Netz stehen, was für Transporthänger mit regelmäßig beengten Platzverhältnissen von Vorteil ist.

Bevorzugt sind in einer Ausgestaltung der Erfindung die Öffnungsabschnitte an der Rückwand des Aufbaus oder der Beplankung bzw. Beplanung befindlich oder machen Teile dieser aus.

Weiterhin bevorzugt verlaufen die Öffnungsabschnitte über den oberen Bereich der Rückwand oder Beplankung und die Abdeckung kann mit Ösen, Schlaufen oder dergleichen Mitteln am unteren sowie seitlichen Rückwandteil befestigt werden.

Eine bekannte Plane kann im hinteren Bereich mit einer Abdeckung in Form eines Windschutznetzes versehen oder komplettiert werden, so dass auch ein Nachrüsten vorhandener Hänger möglich wird.

Eine an der Rückseite befestigte Abdeckung in Form eines Windschutznetzes kann außen oder innen von einer nicht durchlässigen, üblichen Plane verschlossen werden, wobei zur zugfreien Luftzirkulation der betreffende abdeckende Planenteil oder -abschnitt entfernbar ist oder zurückgeschlagen bzw. zusammengerollt fixiert werden kann.

Von besonderem Vorteil ist die vorgeschlagene Transporteinrichtung bei deren Verwendung zur Beförderung von Pferden, wobei die Abdeckung zur Reduzierung der Luftgeschwindigkeit in Form eines Windschutznetzes an der Oberseite der Rückwand der Beplanung angebracht ist, so dass die beim Fahrbetrieb über die Strömungsabrisskanten erzeugten Wirbel den Innenraum der Einrichtung zugfrei belüften.

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme einer Figur näher erläutert werden.

Die Figur zeigt hierbei eine Heckansicht eines Pferde-Transportanhängers mit im oberen Bereich der Beplanung vorgesehener Abdeckung in Form eines Windschutznetzes.

Das im Heckbereich angebrachte Windschutznetz kann ähnlich einer üblichen Plane zusammengerollt und mittels Halteschlaufen an der Oberkante des hinteren Spriegels befestigt werden, so dass im Stand genügend Frischluft zugeführt ist. Beim Fahrbetrieb wird das Windschutznetz an der Oberkante der Heckklappe an dort befindlichen Ösen fixiert.

Es hat sich darüber hinaus gezeigt, dass das im Heckbereich angebrachte Windschutznetz nicht nur eine optimale Möglichkeit gibt, Frischluft und Licht in das Innere des Transporthängers eintreten zu lassen, sondern zusätzlich Schutz gegen Feuchtigkeit, z. B. Schlagregen oder dergleichen bietet.

Als Windschutznetze können handelsübliche, z. B. mit PVC beschichtete Polyesternetze zur Anwendung kommen, welche UV-stabilisiert sind und die über eine ausreichende Verwitterungsbeständigkeit und Flexibilität verfügen. In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann eine übliche Heckseiten-Beplanung vorgesehen sein, wobei unter dieser das Windschutznetz befindlich ist. Bei Leerfahrten ist dann ein vollständiges Schließen durch Herabrollen der äußeren Beplanung möglich.

Beim Tiertransport hingegen wird die äußere Beplanung zusammengerollt und fixiert oder, sofern vorgesehen, gänzlich entfernt.

Wie aus der Figur erkennbar, ist der obere Teil der Beplanung im Heckbereich entfernt worden, wobei ein Windschutznetz 1 die Abdeckung zur Reduzierung der Luftgeschwindigkeit bildet. Im oberen Bildteil ist das Windschutznetz 1 mit seinem unteren Ende 2 am oberen Rand der Heckklappe 3 lösbar befestigt.

Beim Transport, d. h. beim Fahrbetrieb entsteht durch die oberen und seitlichen Abrisskanten am Transporthänger eine Luftwirbelbildung, die eine zugfreie Innenbelüftung des Hängerinnenraums aufgrund des Windschutznetzes 1 ermöglicht.

Der untere Bildteil zeigt den aufgerollten Zustand des Windschutznetzes 1, welches mit entsprechenden Schlaufen 4 im Spriegelbereich fixiert ist.

Das Windschutznetz 1 ist zur Erhöhung der Festigkeit und Stabilität mit einem umlaufenden Saum 5 versehen, der darüber hinaus noch Verstärkungs- oder Versteifungsmittel aufweisen kann.

Selbstverständlich besteht ergänzend die Möglichkeit, im seitlichen Bereich der Beplanung ebenfalls Öffnungsabschnitte vorzusehen, die mit einem Windschutznetz abgedeckt sind. Es hat sich jedoch gezeigt, dass gerade bei einem Windschutznetz im Bereich des Hecks oder der Rückseite des Hängers eine besonders effektive verwirbelungsfreie Belüftung möglich ist, die auch und insbesondere bei hohen Fahrgeschwindigkeiten für die Gesundheit der Tiere nicht von Nachteil ist. Bezugszeichenliste 1 Windschutznetz

2 unteres Ende des Windschutznetzes

3 Heckklappe

4 Schlaufen

5 umlaufender Saum


Anspruch[de]
  1. 1. Transporteinrichtung für Tiere, insbesondere Transporthänger oder -aufleger mit einem kastenförmigen Aufbau oder als Pritsche mit Spriegel und im wesentlichen geschlossener Beplanung, wobei Teile der Beplankung oder Beplanung Öffnungsabschnitte an der Rückwand des Aufbaus oder der Beplanung aufweisen, die mit einer Abdeckung zur Reduzierung der Luftgeschwindigkeit versehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung ein Windschutznetz vorgegebener Porosität zur zugfreien Innenbelüftung beim Fahrbetrieb ist, wobei die Porosität P als Quotient aus der Oberfläche der Öffnungen und der Gesamtoberfläche der Abdeckung multipliziert mit 100% im Bereich zwischen im wesentlichen 10% und 25% liegt.
  2. 2. Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungsabschnitte über den oberen Bereich der Rückwand oder Beplanung verlaufen und die Abdeckung mit Ösen, Schlaufen oder dergleichen Mittel am unteren sowie seitlichen Rückwandteil befestigt ist.
  3. 3. Transporteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung von einer nicht durchlässigen, üblichen Plane außen oder innen verschließbar ist, wobei zur zugfreien Luftzirkulation der betreffende Planenteil oder -abschnitt entfernbar, zurückgeschlagen oder zusammengerollt fixierbar ist.
  4. 4. Transporteinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch Verwendung bei der Beförderung von Tieren, nämlich Pferden, wobei die Abdeckung zur Reduzierung der Luftgeschwindigkeit in Form eines Windschutznetzes an der Oberseite der Rückwand der Beplanung angebracht ist, so dass die beim Fahrbetrieb über die Strömungsabrisskanten erzeugten Wirbel den Innenraum der Einrichtung zugfrei belüften.






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