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Dokumentenidentifikation DE10133070C2 30.04.2003
Titel Mischverteiler
Anmelder Pill Nassvliestechnik GmbH, 72760 Reutlingen, DE
Erfinder Pill, Helmuth, 72760 Reutlingen, DE
Vertreter Ruckh, R., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 73277 Owen
DE-Anmeldedatum 07.07.2001
DE-Aktenzeichen 10133070
Offenlegungstag 23.01.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.04.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.2003
IPC-Hauptklasse D21F 1/06
IPC-Nebenklasse D04H 1/42   D06N 7/00   D01F 6/14   B32B 5/24   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Mischverteiler zum Mischen und Verteilen von Stoffsuspensionen.

In Nassvliesanlagen zur Herstellung von Faser-Gelegen werden Verteiler eingesetzt, die zur gleichmäßigen Verteilung von Suspensionen über die Formationsbreite der Anlage eingesetzt werden. Insbesondere dienen derartige Nassvliesanlagen auch zur Papierherstellung. Weiterhin werden damit Faser-Gelege hergestellt, die allgemein zur Herstellung von Vliesstoffen wie zum Beispiel Filterpapieren und Filtervliesen dienen.

Zur Bereitstellung möglichst gleichmäßig ausgebildeter Stoffsuspensionen, welche die Basis zur Herstellung derartiger Vliesstoffe bilden, werden verschiedene Verteilertypen eingesetzt. Ein Verteiler dient allgemein zum gleichmäßigen Verteilen einer Stoffsuspension, welche dann der Stoffauflauf- Querverteilerkammer einer Nassvliesanlage zugeführt wird.

Aus der DE 44 17 461 A1 ist ein als Zentralverteiler ausgebildeter Verteiler bekannt. Dieser weist einen rotationssymmetrischen Zentralbehälter auf, welchem mittels einer Hauptstromzufuhr die Stoffsuspension derart zugeführt wird, dass im Innern des Zentralbehälters eine rotierende Strömung erzeugt wird.

Die verteilte Stoffsuspension wird über eine Vielzahl von Suspensionsleitungen, die seitlich am Zentralbehälter ausmünden, ausgeleitet.

Aus der DE 198 59 848 A1 ist ein weiterer Zentralverteiler zur Verteilung von Stoffsuspensionen bekannt. Der Zentralverteiler weist einen Behälter mit einem Einlaufrohr auf, an welchem ein Ringkanal bestehend aus einem Trichterboden und einer Umlenkplatte vorgesehen ist. Der Ringkanal weist einen stetig abnehmenden Querschnitt auf. Weiterhin sind Abgangsstutzen zur Ausleitung der Stoffsuspension aus dem Behälter vorgesehen, die im Trichterboden oder in der Umlenkplatte angeordnet sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Mischverteiler der eingangs genannten Art bereitzustellen, welcher bei geringem konstruktiven Aufwand eine gleichmäßige Mischung und Verteilung von Stoffsuspensionen gewährleistet.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Der erfindungsgemäße Mischverteiler zum Verteilen von Stoffsuspensionen weist Mittel zur radialen Einleitung von Stoffsuspensionen in einen Behälter auf. Ebenso weist der erfindungsgemäße Mischverteiler Mittel zur tangentialen Einleitung von Verdünnungswasser in den Behälter zur Erzeugung eines in Umfangsrichtung des Behälters rotierenden und zur Decke des Behälters verlaufenden Stoffstromes auf. Weiterhin weist der Mischverteiler wenigstens einen im Behälter angeordneten Verdrängungskörper auf, welcher von dem Stoffstrom umströmt ist. An der Decke des Behälters sind Mittel zum Ausleiten der Stoffsuspensionen aus dem Behälter angebracht.

Bei dem erfindungsgemäßen Mischverteiler wird durch die tangentiale Einleitung von Verdünnungswasser im Innern des Behälters eine rotierende zur Oberseite des Behälters hin verlaufende Strömung erzeugt. Die Strömung verläuft insbesondere im Randbereich und wird durch den Verdrängungskörper im Innern des Behälters gefördert und beschleunigt.

Die Einleitung der zu verteilenden Stoffsuspensionen in den Behälter erfolgt radial. Die Zugabe der Stoffsuspension zu dem Verdünnungswasser erfolgt dabei an dem seitlichen Rand des Behälters. Dort ist die Strömung des Verdünnungswassers maximal, so dass bereits bei Einleiten der Stoffsuspension eine effektive Verteilung erfolgt. Durch den Verdrängungskörper und die dadurch bewirkte Beschleunigung der Strömung insbesondere im oberen Bereich des Behälters wird über die gesamte Behälterhöhe eine gleichmäßige Verteilung der Stoffsuspension bewirkt.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Mischverteilers besteht darin, dass durch die separate Einleitung des Verdünnungswassers und der Stoffsuspension die Zufuhr der Stoffsuspension und damit die der Nassvliesanlage zugeführte Menge an Stoffsuspensionen exakt regelbar ist.

Damit können mit dem erfindungsgemäßen Mischverteiler besonders homogene Faser-Gelege hergestellt werden. Insbesondere können besonders geringe Flächengewichte der Faser-Gelege erzielt werden, welche typischerweise unterhalb von 200 g/m2 liegen. Trotz ihrer geringen Dicke weisen dabei die Faser-Gelege eine hohe Stabilität auf.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Mischverteilers besteht darin, dass die Ausleitung der Stoffsuspensionen über die Decke des Behälters erfolgt. Die Zuführung der verdünnten und vermischten Stoffsuspension zu der oberhalb des Behälters angeordneten Stoffauflauf-Querverteilerkammer der Nassvliesanlage kann damit beispielsweise über Schlauchleitungen auf direktem Wege erfolgen, ohne dass in den Schlauchleitungen Umlenkungen vorgesehen werden müssen. Dies ist deshalb vorteilhaft, da sich in derartigen Umlenkungen insbesondere bei geringen Fördergeschwindigkeiten Luftsäcke bilden können, welche zu Verteilungsproblemen führen können.

Mittels einer Nassvliesanlage, welche als Bestandteil den erfindungsgemäßen Mischverteiler aufweist, sind Faser-Gelege aller Art herstellbar, wobei diese auch bei dünnen Schichtdicken eine hohe Stabilität und Homogenität aufweisen.

Insbesondere sind Faser-Gelege herstellbar, welche zumindest teilweise aus Kokosfasern bestehen. Derartige Faser-Gelege können durch geeignete Einrichtungen an der Nassvliesanlage mit Quellmitteln versetzt werden, welche insbesondere von superabsorbierenden Polymeren gebildet sind. Zur Erhöhung der Stabilität der Faser-Gelege sind den Kokosfasern vorteilhaft geeignete Bindemittel beigemischt.

Derartige Faser-Gelege können insbesondere auch mehrschichtig ausgebildet sein, in dem eine Träger- oder Abdeckschicht auf das Faser-Gelege aufgebracht wird, wobei diese vorzugsweise wiederum von einem Faser-Gelege gebildet ist. Das Quellmittel wird dann zwischen die einzelnen Schichten eingebracht.

Die ein- oder mehrschichtigen Faser-Gelege werden als Wasser- und Nährstoffspeichersysteme für Pflanzen eingesetzt. Besonders bevorzugt werden die Faser-Gelege zur Herstellung von Pflanzentöpfen eingesetzt.

Die Kokosfasern des Faser-Geleges weisen eine große Porengröße auf, so dass sie für Wasser gut durchlässig sind. Zudem sind die Poren so groß, dass auch die Wurzeln durch die Poren dringen können, so dass diese aus dem Pflanzentopf herauswachsen können. Die Quellmittel dienen als Zwischenspeicher für Wasser und darin enthaltene Nährstoffe. Bei vorhandenem Wasserüberschuss, beispielsweise bei Regenfällen oder Gießen der Pflanzen speichert das Quellmittel das überschüssige Wasser und gibt es an die Pflanzen bei Wassermangel wieder ab.

In einer vorteilhaften Ausführungsform können dem Quellmittel selbst Nährstoffe oder dergleichen zur Förderung des Pflanzenwachstums zugesetzt werden.

Durch die in den Kokosfasern enthaltenen ätherischen Öle wird mit derartigen Pflanzentöpfen der Pilzbefall der Pflanzen gegenüber herkömmlichen Pflanzentöpfen erheblich reduziert. Auch der Schneckenbefall der Pflanzen wird durch die Verwendung von Kokosfasern erheblich reduziert.

Besonders vorteilhaft sind diese Faser-Gelege mit den Quellmitteln biologisch abbaubar, wobei diese sich typischerweise innerhalb eines Zeitraumes von ein bis zwei Jahren vollständig zersetzen.

Die Erfindung wird im nachstehenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

Fig. 1: Erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Mischverteilers

  • a) Längsschnitt durch den Mischverteiler.
  • b) Querschnitt durch den Mischverteiler.

Fig. 2: Zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Mischverteilers

  • a) Längsschnitt durch den Mischverteiler.
  • b) Querschnitt durch den Mischverteiler.

Fig. 3: Schematische Darstellung einer Nassvliesanlage mit dem Mischverteiler gemäß Fig. 1.

Die Fig. 1a und 1b zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel eines Mischverteilers 1 zum Verteilen von Stoffsuspensionen. Der Mischverteiler 1 weist einen hohlzylindrischen Behälter 2 auf, dessen Boden 2a auf einem Aufsatz 3 aufsitzt.

Im Bodenbereich des Behälters 2 sind Mittel zur Einleitung von Verdünnungswasser in den Innenraum des Behälters 2 vorgesehen. Diese Mittel sind von einem Rohrstück 4 gebildet, welches seitlich an der Mantelfläche des Behälters 2 einmündet. Über dieses Rohrstück 4 wird das Verdünnungswasser in den Randbereich des Behälters 2 tangential eingeströmt, wodurch in dem Innenraum des Behälters 2 eine rotierende zur Oberseite des Behälters 2 hin verlaufende Strömung erzeugt wird. Die Strömung verläuft dabei überwiegend in den Randbereichen des Behälters 2.

In diesem Randbereich sind an der Unterseite des Behälters 2 Mittel zum radialen Einleiten der Stoffsuspensionen vorgesehen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind diese Mittel von einer Düse 5 gebildet, die in der Seitenwand des Behälters 2 angeordnet ist. Alternativ können auch mehrere derartiger Düsen 5 vorgesehen sein. Die Stoffsuspensionen werden direkt in die nach oben rotierende Strömung des Verdünnungswassers eingeleitet, so dass die Stoffsuspensionen von diesen mitgeführt und gleichmäßig verteilt werden.

Zur Förderung der rotierenden Strömung sind in dem Behälter 2 zwei Verdrängungskörper vorgesehen. Im vorliegenden Fall sind beide Verdrängungskörper in Form von Kegeln 6, 7 ausgebildet. Der erste Verdrängungskörper ist an der Decke 2b des Behälters 2 befestigt und ragt von dort nach unten in den Behälterinnenraum. Der zweite Verdrängungskörper sitzt auf dem Boden 2a des Behälters 2 auf und ragt nach oben in den Behälterinnenraum.

In einer alternativen Ausführungsform kann auf den unteren Verdrängungskörper auch verzichtet werden.

Die von den Kegeln 6, 7 gebildeten Verdrängungskörper sind jeweils rotationssymmetrisch ausgebildet und symmetrisch zur Längsachse des Behälters 2 angeordnet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die beiden Kegel 6, 7 identisch ausgebildet.

Die nach unten gerichtete Spitze des oberen Kegels 6 und die nach oben gerichtete Spitze des unteren Kegels 7 liegen in der Längsachse des Behälters 2 und stehen einander in Abstand gegenüber.

Die Grundfläche des auf der Unterseite der Decke 2b des Behälters 2 aufsitzenden Kegels 6 ist kleiner als die Fläche der Decke 2b. Somit ist nur ein Teil der Fläche der Decke 2b von dem Kegel 6 bedeckt. In dem verbleibenden Zwischenraum zwischen dem Rand der Grundfläche des Kegels 6 und dem Rand der Decke 2b des Behälters 2 sind Mittel zur Ausleitung der Stoffsuspensionen aus dem Behälter 2 vorgesehen.

Diese Mittel sind von Rohrstutzen 8 gebildet, welche an der Oberseite der Decke 2b des Behälters 2 ausmünden. Zudem sind Schlauchleitungen 9 vorgesehen, welche jeweils auf einen der Rohrstutzen 8 aufgesetzt sind.

Die Rohrstutzen 8 sind rotationssymmetrisch zur Längsachse des Behälters 2 angeordnet. Im vorliegenden Fall sind sechs Rohrstutzen 8 vorgesehen. Die Rohrstutzen 8 bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 sowie die anschließenden Schlauchleitungen 9 sind jeweils identisch ausgebildet. Prinzipiell können auch verschiedenartige Rohrstutzen 8 mit insbesondere variablen Querschnitten vorgesehen sein.

Im vorliegenden Fall verläuft die Decke 2b des Behälters 2 in einer horizontalen Ebene. Prinzipiell kann die Decke 2b auch eine insbesondere nach oben verlaufende Wölbung aufweisen.

Die Schlauchleitungen 9 führen von den Rohrstutzen 8 nach oben zu einer Stoffauflauf-Querverteilerkammer 10, über welchen die Stoffsuspensionen der weiteren Verarbeitung zur Herstellung von Faser-Gelegen zugeführt werden.

Wie aus Fig. 1a ersichtlich, schließt die Stoffauflauf-Quervertellerkammer 10 seitlich an die Oberseite des Mischverteilers 1 an. Dabei sind die Leitungslängen der einzelnen Schlauchleitungen 9 zur Stoffauflauf-Querverteilerkammer 10 vorzugsweise gleich lang, damit in allen Schlauchleitungen 9 derselbe Druck erhalten wird.

Um eine gleichmäßige Zuführung von Stoffsuspensionen aus den Schlauchleitungen 9 zu erhalten, können unterschiedliche Druckverhältnisse bei unterschiedlichen Leitungslängen gegebenenfalls durch eine geeignete variable Dimensionierung der Rohrstutzen 8 kompensiert werden.

Die Fig. 2a und 2b zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel des Mischverteilers 1. Der Aufbau dieses Mischverteilers 1 entspricht im Wesentlichen dem Aufbau des Mischverteilers 1 gemäß den Fig. 1a und 1b und unterscheidet sich von diesem lediglich hinsichtlich der Ausbildung der Verdrängungskörper.

Die Verdrängungskörper sind im vorliegenden Fall von zwei identisch ausgebildeten Kegelstümpfen 6', 7' sowie einer zylindrischen Säule 11 gebildet, die jeweils rotationssymmetrisch ausgebildet sind und deren Symmetrieachsen mit der Längsachse des Behälters 2 zusammenfallen. Ein Kegelstumpf 7' sitzt auf dem Boden 2a des Behälters 2 auf. Dabei verjüngt sich der Querschnitt dieses Kegelstumpfes 7' zu dessen Oberseite hin. Der zweite Kegelstumpf 6' sitzt mit seiner Grundfläche auf der Unterseite der Decke 2b des Behälters 2 auf. Der Querschnitt dieses Kegelstumpfes 6' verjüngt sich zu dessen Unterseite. Die Grundfläche dieses Kegelstumpfes 6' ist analog zu dem Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 1a und 1b kleiner als die Fläche der Decke 2b des Behälters 2, so dass die Rohrstutzen 8 zum Ausleiten der Stoffsuspensionen wiederum in dem Zwischenraum zwischen dem Rand der Grundfläche des Kegelstumpfes 6' und dem Rand der Decke 2b des Behälters 2 rotationssymmetrisch an der Decke 2b des Behälters 2 angeordnet sind.

Die zylindrische Säule 11 verläuft von der Unterseite des oberen Kegelstumpfes 6' zur Oberseite des unteren Kegelstumpfes 7', wobei die Querschnittsfläche der zylindrischen Säule 11 den Querschnittsflächen der Kegelstümpfe 6', 7' an den jeweils angrenzenden Grenzflächen der Kegelstümpfe 6', 7' entsprechen, so dass die Mantelflächen der Verdrängungskörper kontinuierlich aneinander anschließen.

In einer Abwandlung des Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 2 kann auf die Kegelstümpfe 6', 7' auch verzichtet werden, so dass der Verdrängungskörper allein von der zylindrischen Säule 11 gebildet ist, welche sich vom Boden 2a bis zur Decke 2b des Behälters 2 erstreckt.

Die Verdrängungskörper können von Massivkörpern oder von Hohlkörpern gebildet sein. In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die zylindrische Säule 11 als Hohlzylinder mit einer lichtdurchlässigen Seitenwand ausgebildet sein. Vorzugsweise bestehen der Hohlzylinder und die Behälterwand aus Glas. In diesem Fall kann in den Innenraum des Hohlzylinders eine nicht dargestellte Beleuchtungsquelle eingebracht werden. Damit kann die Strömung der Stoffsuspensionen sichtbar gemacht und von einer Bedienperson zu Kontrollzwecken betrachtet werden.

Fig. 3 zeigt eine Nassvliesanlage 12 zur Herstellung von Faser-Gelegen, in welcher der erfindungsgemäße Mischverteiler 1 eingesetzt wird.

Die Anlage weist eine Stoffaufbereitungseinheit 13 auf, in welcher die Stoffsuspensionen, aus welchen die Faser-Gelege hergestellt werden, aufbereitet werden. In der Stoffaufbereitungseinheit 13 erfolgt insbesondere eine Zerlegung von Fasermaterialien in Einzelfasern sowie beispielsweise das Entfernen von Avivagen aus den Fasermaterialien. Die so aufbereiteten Stoffsuspensionen werden dem Mischverteiler 1 zugeführt. Dieser ist zudem an eine nicht dargestellte Wasserversorgung zur Einleitung von Verdünnungswasser angeschlossen.

Die im Mischverteiler 1 verteilten und durchmischten Stoffsuspensionen werden über die Schlauchleitungen 9 der Stoffauflauf-Querverteilerkammer 10 einer Schrägsiebanlage 14 zugeführt.

In der Schrägsiebanlage 14 erfolgt eine Entwässerung der Stoffsuspensionen sowie die Herstellung des Faser-Geleges aus den Faserbestandteilen der Stoffsuspension. Das so hergestellte Faser-Gelege wird über eine Fördereinrichtung 15 einer Imprägnierstation 16 und dann einer Trocknereinrichtung 17 zugeführt. Auf die Imprägnierstation 16 kann in einer alternativen Ausführungsform auch verzichtet werden.

Das imprägnierte und getrocknete Faser-Gelege wird dann in einer Aufrolleinheit 18 aufgerollt.

Weiterhin weist die Nassvliesanlage 12 eine erste Abrolleinrichtung 19 auf, mittels derer eine Trägerschicht auf die Unterseite des Faser-Geleges aufbringbar ist. Zudem ist eine zweite Abrolleinrichtung 20 vorgesehen, mittels derer eine Abdeckschicht auf die Oberseite des Geleges aufbringbar ist. Die Trägerschicht und die Abdeckschicht können von verschiedenartigen, insbesondere netzförmigen Materialschichten gebildet sein, welche zur Stabilisierung des Faser-Geleges dienen. In einer vorteilhaften Ausführungsform bestehen die Trägerschicht und die Abdeckschicht selbst aus einem Faser-Gelege, welches vorzugsweise identisch mit dem in der Nassvliesanlage 12 hergestellten Faser- Gelege ausgebildet ist.

Mit der Nassvliesanlage 12 werden Faser-Gelege hergestellt, welche als Wasser- und Nährstoffspeichersysteme für Pflanzen eingesetzt werden. Vorzugsweise werden aus diesen Faser-Gelegen Pflanzentöpfe hergestellt.

Das Faser-Gelege besteht in diesem Fall aus Kokosfasern, welchen Bindemittel zugegeben sind. Als Bindemittel werden vorzugsweise Bindefasern verwendet.

Diesem Fasergelege wird ein wasserspeicherndes Material, vorzugsweise ein Quellmittel zugeführt, welches als Wasser- und Nährstoffspeicher für Pflanzen dient, wie zum Beispiel Pflanztöpfe oder Pflanzhilfen in Kissen- und Mattenform. Diese können beispielsweise im Bereich der Jungpflanzenaufzucht und für die Verlegung von Rasen in Rollen oder Matten angewendet werden.

Dieses wasserspeichernde Material weist insbesondere eine mikro- /makroporöse Struktur zur Wasseraufnahme auf, wie dies auch bei Naturmaterialien, z. B. bei Tonen, Lava-Steinen oder auch bei Kokosfaser bekannt ist.

Deren Wasserspeichervermögen bezogen auf das Eigengewicht oder -volumen ist im Vergleich zu modernen Quellmitteln gering.

Auch die Kombination eines wasserspeichernden Naturmaterials mit einem Quellmittel ermöglicht für spezifische Anwendungen eine synergistische Nutzung der jeweiligen Materialeigenschaften

Bei Einsatz eines Quellmittels ist dieses von einem superabsorbierenden Polymer gebildet, welches eine mikroporöse oder makroporöse Struktur aufweist. Das Quellmittels kann biologisch abbaubar oder nicht abbaubar sein.

Bei einem einschichtig ausgebildeten Faser-Gelege wird das Quellmittel in der Nassvliesanlage 12 gemäß Fig. 3 im Bereich vor der Trocknereinheit auf das Faser-Gelege aufgebracht. Bei mehrschichtig ausgebildeten Faser-Gelege- Strukturen wird das Quellmittel zwischen die einzelnen Schichten eingebracht. Auf diese Weise entsteht eine Sandwich-Struktur bestehend aus mehreren Schichten von Faser-Gelegen und Quellmitteln.

Weitere Einsatzmöglichkeiten des Fasergeleges liegen in der Verwendung als Hilfsmittel zur Verbesserung der Kompostierung von organischen Stoffen (z. B. Verhinderung von Schimmelpilzen). Die Faser-Gelege können auch als Elemente für den Hochwasserschutz an Gebäuden und Tankanlagen eingesetzt werden.

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Schädlingsbekämpfung bzw. Vorsorge mittels Schädlingsbarrieren und Schädlingsfallen, z. B. gegen Nacktschnecken. Ein weiterer Einsatzbereich ist der Einsatz als Tapeten und als dekorative Raumelemente.

Für den Einsatz als Trittschalldämmung und für Einlagen in Schuhen ist das Kokosvlies-Gelege insbesondere mit einem niedrigen Flächengewicht von 150-300 g/m2 prädestiniert. Die Faser-Gelege eignen sich auch als Produkte zur Adsorption/Aufnahme von Leckageflüssigkeiten oder Abfallflüssigkeiten oder Abwässern, welche aus natürlichen und/oder künstlichen Stoffen zusammengesetzt sind, wie z. B. Fäkalien, Urin, Chemieabwässer aus Industriebetrieben. Bezugszeichenliste 1 Mischverteiler

2 Behälter

2a Boden

2b Decke

3 Aufsatz

4 Rohrstück

5 Düse

6 Kegel

6' Kegelstumpf

7 Kegel

7' Kegelstumpf

8 Rohrstutzen

9 Schlauchleitungen

10 Stoffauflauf-Querverteilerkammer

11 Säule

12 Nassvliesanlage

13 Stoffaufbereitungseinheit

14 Schrägsiebanlage

15 Fördereinrichtung

16 Imprägnierstation

17 Trocknereinrichtung

18 Aufrolleinheit

19 Erste Abrolleinrichtung

20 Zweite Abrolleinrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Mischverteiler zum Mischen und Verteilen von Stoffsuspensionen mit Mitteln zur radialen Einleitung von Stoffsuspensionen in einen Behälter, mit Mitteln zur tangentialen Einleitung von Verdünnungswasser in den Behälter zur Erzeugung eines in Umfangsrichtung des Behälters rotierenden und zur Decke des Behälters verlaufenden Stoffstromes, mit wenigstens einem im Behälter angeordneten Verdrängungskörper, welcher von dem Stoffstrom umströmt ist, und mit an der Decke des Behälters angeordneten Mitteln zum Ausleiten der Stoffsuspensionen aus dem Behälter.
  2. 2. Mischverteiler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (2) hohlzylindrisch ausgebildet ist, wobei in dessen Bodenbereich die Stoffsuspensionen und das Verdünnungswasser eingeleitet werden.
  3. 3. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittel zur tangentialen Einleitung des Verdünnungswassers in den Behälter (2) ein an dessen Mantelfläche einmündendes Rohrstück (4) vorgesehen ist.
  4. 4. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittel zur radialen Einleitung der Stoffsuspensionen in den Behälter (2) wenigstens eine an dessen Mantelfläche einmündende Düse (5) vorgesehen ist.
  5. 5. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittel zum Ausleiten der Stoffsuspensionen aus dem Behälter (2) an dessen Decke (2b) ausmündende Rohrstutzen (8) vorgesehen sind, an welche Schlauchleitungen (9) anschließbar sind.
  6. 6. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass der oder ein Verdrängungskörper auf der Unterseite der Decke (2b) aufsitzend in das Innere des Behälters (2) ragt.
  7. 7. Mischverteiler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängungskörper rotationssymmetrisch zur Längsachse des Behälters (2) ausgebildet ist.
  8. 8. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfläche des Verdrängungskörpers einen Teil der Decke (2b) abdeckt, und dass im frei bleibenden Teil der Decke (2b) die Rohrstutzen (8) angeordnet sind.
  9. 9. Mischverteiler nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrstutzen (8) rotationssymmetrisch zur Längsachse des Behälters (2) angeordnet sind.
  10. 10. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 6-9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängungskörper von einem Kegel (6) gebildet ist, welcher zu seinem unteren Ende hin spitz zuläuft.
  11. 11. Mischverteiler nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Verdrängungskörpers kleiner ist als die Hälfte der Höhe des Behälters (2).
  12. 12. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass dieser einen zweiten Verdrängungskörper aufweist, welcher auf dem Boden (2a) des Behälters (2) aufsitzt.
  13. 13. Mischverteiler nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Verdrängungskörper rotationssymmetrisch zur Längsachse des Behälters (2) ausgebildet ist.
  14. 14. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrängungskörper identisch ausgebildet sind.
  15. 15. Mischverteiler nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Verdrängungskörper von einem Kegel (7) gebildet ist, welcher zu seinem oberen Ende hin spitz zuläuft.
  16. 16. Mischverteiler nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitzen der beiden die Verdrängungskörper bildenden Kegel (6, 7) in der Längsachse des Behälters (2) liegend einander in Abstand gegenüber stehen.
  17. 17. Mischverteiler nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden die Verdrängungskörper bildenden Kegel (6, 7) über eine zylinderförmige Säule (11) miteinander verbunden sind, deren Symmetrieachse mit der Längsachse des Behälters (2) zusammenfällt.
  18. 18. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 6-9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängungskörper von einem kugelförmigen Körper oder von einer zylinderförmigen Säule (11) gebildet ist, welcher bzw. welche sich vom Boden (2a) bis zur Decke (2b) des Behälters (2) erstreckt.
  19. 19. Mischverteiler nach einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängungskörper von einem Hohlkörper gebildet ist und eine lichtdurchlässige Seitenwand aufweist, wobei im Innern des Hohlkörpers (11) eine Beleuchtungsquelle angeordnet ist.






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