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Dokumentenidentifikation DE69625026T2 30.04.2003
EP-Veröffentlichungsnummer 0776687
Titel Verfahren zur Entfernung von Kohlensäure aus Gasen
Anmelder Mitsubishi Jukogyo K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Iijima, Masaki, Chiyoda-ku, Tokyo, JP;
Mitsuoka, Shigeaki, Nishi-ku, Hiroshima-ken, JP
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Aktenzeichen 69625026
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 02.08.1996
EP-Aktenzeichen 961125283
EP-Offenlegungsdatum 04.06.1997
EP date of grant 27.11.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.2003
IPC-Hauptklasse B01D 53/14
IPC-Nebenklasse C10L 3/10   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung 1. Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid (CO&sub2;) aus Gasen. Insbesondere bezieht sie sich auf ein Verfahren mit hohem energetischen Wirkungsgrad zum Abscheiden von CO&sub2; aus Gas, das einen Partialdruck des Kohlendioxids im Bereich von 0,03 bis 5 MPa (0,3 bis 50 atm) hat.

2. Beschreibung des Standes der Technik

In der chemischen Industrie und in verwandten, Gas verarbeitenden Industrien tritt häufig das Erfordernis der Abscheidung von Kohlendioxid aus unterschiedlichen Gasen auf, die einen Partialdruck des Kohlendioxids im Bereich von etwa 0,03 bis 5 MPa (0,3 bis 50 atm) haben. Als eine Kohlendioxid absorbierende Flüssigkeit, die diesem Erfordernis mittels Gas-Flüssig Rechnung tragen kann, wurde in vielen Fällen eine wässrige Lösung von N- Methyldiethanolamin (MDEA) mit und ohne Reaktionsbeschleuniger (z. B. Piperazin) verwendet.

EP-A-0 558 019 offenbart die Verwendung spezieller gehinderter Amine zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Verbrennungsabgasen.

Zusammenfassung der Erfindung

Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen bereit zu stellen, das ein Absorptionsmittel mit einem höheren Absorptionsvermögen für Kohlendioxid einsetzt und das mit Hinblick auf den energetischen Wirkungsgrad beim Regenerieren der Absorptionsflüssigkeit im Vergleich zu bisher eingesetzten bekannten Kohlendioxid-Absorptionsmitteln, die eine wässrige Lösung von MDEA enthalten, vorteilhafter ist.

Als ein Ergebnis intensiver Untersuchungen mit Hinblick auf das oben beschriebene Problem haben die hier tätig gewesenen Erfinder herausgefunden, dass die Verwendung einer speziellen Aminverbindung, nämlich derjenigen, die im beigefügten Anspruch 1 angegeben ist, sehr wirksam ist. Die vorliegende Erfindung wurde auf der Basis dieser Erkenntnis zu Ende geführt.

Die Erfindung stellt folglich zur Verfügung:

(1) ein Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen, umfassend eine Kohlendioxid-Absorptionsstufe, in der ein Gas mit einem Kohlendioxid-Partialdruck im Bereich von 0,03 bis 5 MPa absolut mit einer Absorptionsflüssigkeit in Gas-Flüssig-Kontakt gebracht wird, die eine wässrige Lösung einer Aminverbindung mit der allgemeinen Formel [1]

R¹R²NCH&sub2;CH(OH)CH&sub2;OH [1]

enthält, in der R¹ und R² jeweils eine niedere Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten, um so ein behandeltes Gas mit vermindertem Kohlendioxidgehalt und eine kohlendioxidreiche Absorptionsflüssigkeit zu erhalten,

und eine Regenerationsstufe, in der durch Regenerieren mittels Entspannungsverdampfung auf Umgebungsdruck oder nahe Umgebungsdruck und/oder mittels Dampfstrippen Kohlendioxid aus der kohlendioxidreichen Absorptionsflüssigkeit freigesetzt und eine kohlendioxidarme Absorptionsflüssigkeit gewonnen wird, die zur Verwendung in der Kohlendioxid-Absorptionsstufe zurückgeführt wird;

(2) ein Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen nach (1), bei dem die Aminverbindung der allgemeinen Formel [1]3-(Dimethanol)-1,2-Propandiol ist und der Kohlendioxid-Partialdruck des Gases im Bereich von 0,1 bis 5 MPa (1 bis 50 atm) absolut liegt, und

(3) ein Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen nach (1), bei dem die Aminverbindung der allgemeinen Formel [1] 3-(Diethylamino)-1,2-Propandiol ist und der Kohlendioxid-Partialdruck des Gases im Bereich von 0,03 bis 0,5 MPa (0,3 bis 5 atm) absolut liegt und die kohlendioxidarme Absorptionsflüssigkeit durch Dampfstrippen regeneriert wird.

Im Vergleich mit einem bekannten, MDEA einsetzenden Verfahren ließ sich mit dem Verfahren nach der vorliegenden Erfindung ein höherer energetischer Wirkungsgrad (eine bessere Energieausnutzung) bei der Abscheidung von Kohlendioxid aus Gasen mit einem Partialdruck des Kohlendioxids im Bereich von 0,03 bis 5 MPa (0,3 bis 50 atm) und beim Regenerieren der Absorptionsflüssigkeit erzielen und ist aus der Sicht der Einsparung von Energie sehr vorteilhaft.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 ist ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen nach der vorliegenden Erfindung, und

Fig. 2 ist ein Diagramm, das Absorptionskurven von gesättigtem Kohlendioxid als Funktion des Kohlendioxid-Partialdrucks in Absorptionsflüssigkeiten, die in den Beispielen 1 und 2 und einem Vergleichsbeispiel 1 eingesetzt wurden, zeigt.

Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen

Von den Aminverbindungen der oben angegebenen allgemeinen Formel [1], die als Absorptionsmittel gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet werden, befinden sich niedere Alkylgruppen, die getrennt von einander durch R¹ und R² vertreten sind, z. B., Methyl. Ethyl-, Propyl- und Isopropyl-Gruppen. Bevorzugte sind als R¹ und R² Methyl- und Ethylgruppen. Besonders bevorzugt sind Aminverbindungen die 3-(Dimethylamino)-1,2- Propandiol, in denen R¹ oder R² beides Methylgruppen sind, und 3-Diethylamino)-1,2- Propandiol, in denen R¹ und R² beides Ethylgruppen sind, enthalten.

In einer Absorptionsflüssigkeit, die eine wässrige Lösung des Absorptionsmittel nach der vorliegenden Erfindung ist, liegt die Konzentration des Absorptionsmittels üblicherweise im Bereich von 15 bis 65 Gew.-% und bevorzugt im Bereich von 30 bis 50 Gew.-%. Die Temperatur, mit der das zu behandelnde Gas in Kontakt mit der Absorptionsflüssigkeit im Verfahren nach der vorliegenden Erfindung gebracht wird, liegt üblicherweise im Bereich von 30º bis 70ºC.

Wenn erforderlich, kann die Absorptionsflüssigkeit gemäß der vorliegenden Erfindung einen Korrosionsinhibitor, einen Inhibitor gegen Verminderung der Wirksamkeit und dergl. enthalten. Um darüber hinaus die Wirksamkeit der Absorption, der Absorptionsflüssigkeit (z. B. die Absorptionsmenge an Kohlendioxid und die Absorptionsrate) zu erhöhen, können eine oder mehrere Aminverbindungen als Kohlendioxidreaktionsbeschleuniger hinzugegeben werden. Solche anderen Aminverbindungen umfassen zum Beispiel 2- Methylaminoethanol, 2-Ethylaminoethanol, 2-isopropylaminoethanol, 2-N- Buthylaminoethanol, Piperazin, 2-Methylpiperazin, 2,5-Dimethylpiperazin, Piperidin und 2- Piperidinethanol. Wenn solche anderen Aminverbindungen eingesetzt werden, liegt deren Konzentration im allgemeinen im Bereich von 1,5 bis 50 Gew.-% und vorzugsweise im Bereich von 3 bis 40 Gew.-%, vorausgesetzt, dass sie in Wasser zusammen mit den Aminverbindungen der allgemeinen Formel [1] lösbar sind.

Das gemäß der Erfindung zu behandelnde Objektgas ist eines, das einen Kohlendioxidpartialdruck im Bereich von 0,03 bis 5 MPa (0,3 bis 50 atm) hat (der Ausdruck "Partialdruck", wie er hier verwendet wird, bezeichnet den absoluten Druck). Spezielle Beispiele hiervon umfassen verschiedene Industriegase, die in chemischen Anlagen behandelt oder produziert werden, wie zum Beispiel Erdgas und Synthesegas. Zusätzlich zum Kohlendioxid, kann das zu behandelnde Objektgas andere Säuregase (z. B. NO&sub2;, NO und SO&sub2;) enthalten, die in der Absorptionsflüssigkeit, die in der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird, absorbiert werden. Es ist jedoch zu bevorzugen, dass sie nur in kleinen Mengen im Verhältnis zum Kohlendioxid vorliegen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn sie gar nicht vorhanden sind.

Wenn 3-(Dimethylamino)-1,2-Propandiol aus einer Reihe von Aminverbindungen, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind, ausgewählt und dann als Absorptionsmittel eingesetzt wird, sollte der Partialdruck des Kohlendioxids des zu reinigenden Objektgases vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 5 MPa (1 bis 50 atm) und noch bevorzugter im Bereich von 0,5 bis 5 MPa (5 bis 50 atm) liegen. In diesem Fall wird die Absorptionsflüssigkeit durch (1) Entspannungsverdampfung, (2) durch Dampfstrippen in einer Regenerierkolonne, die mit einem Aufkocher versehen ist, oder einer Kombination von (1) und (2) regeneriert.

Wenn 3-(Diethylamino)-1,2-Propandiol als Mittel zur Absorption eingesetzt wird liegt der CO&sub2; Partialdruck des zu behandelnden Objektgases vorzugsweise im Bereich von 0,03 bis 0,5 MPa (0,3 bis 5 atm) und noch bevorzugter im Bereich von 0.03 bis 0.2 MPa (0,3 bis 2 atm). in diesem Fall wird die Absorptionsflüssigkeit vorzugsweise allein durch Dampfstrippen in eine Regenerierkolonne (Regenerierturm), der mit einem Aufkocher ausgerüstet ist, regeneriert.

Eine beispielhafte Anlage zur Umsetzung des Verfahrens nach der Erfindung ist nachfolgend unter Bezugnahme auf Fig. 1 ausführlich beschrieben. Fig. 1 zeigt lediglich die wichtigsten Apparate.

In Fig. 1 bezeichnet das Bezugszeichen 1 ein Objektgas, das zu reinigen ist; 2, einen Absorptionsturm, 3 das gereinigte Gas, 4 eine an CO&sub2; reiche Absorptionsflüssigkeit, 5 einen Wärmetauscher, der bei Bedarf vorgesehen ist, 6 einen Entspannungskessel, 7 eine Regenerierkolonne, 8 eine erste regenerierte an CO&sub2; arme Absorptionsflüssigkeit, 9 eine zweite regenerierte an CO&sub2; arme Absorptionsflüssigkeit, 10 einen Aufkocher, 11 einen Kopfdampfkondensator, 12 einen Behälter, 13 eine rückgeführte Flüssigkeit, 14 eine Düse, 15 und 16 freigesetztes Kohlendioxid, 17 eine Dampfquelle, 18 eine an CO&sub2; arme Absorptionsflüssigkeit und 19 und 20 Leitungen.

Ein Gas mit einem Partialdruck des Kohlendioxids im Bereich von 0,03 bis 5 MPa (0,3 bis 50 atm) (d. h. ein zu reinigendes Objektgas 1) wird in den unteren Teil einer Absorptionskolonne 2 eingespeist. Diese Absorptionskolonne 2 ist zum Beispiel gefüllt mit Riesel-Füllkörpern, so dass das aufsteigende Gas in wirksamen Gasflüssigkeitskontakt mit einer an Kohlendioxid armen Absorptionsflüssigkeit 18 in Berührung kommt, die in den oberen Teil eingespeist wird. Das behandelte Gas 3, das von Kohlendioxid durch die Berührung mit der an Kohlendioxid armen Absorptionsflüssigkeit 18 vom Kohlendioxid befreit wurde, wird vom Kopf der Absorptionskolonne 2 abgezogen. Auf der anderen Seite wird die an Kohlendioxid arme Absorptionsflüssigkeit 18, die in Folge des Kontaktes zwischen Gas und Flüssigkeit in eine 4 an Kohlendioxid reiche Absorptionsflüssigkeit überführt wurde, in eine Regenerierstufe mit Hilfe einer Pumpe eingeleitet und dort regeneriert. Die Regenerierstufe umfasst einen Entspannungskessel 6 und eine Regenerierkolonne (Regenerierturm) 7. Im Betrieb wird der Einsatz eines Entspannungskessels 6 allein, eines Entspannungskessels 6 und einer Regenerierkolonne 7 oder der Einsatz einer Regenerierkolonne 7 allein in geeigneter Weise je nach der Art des Absorptionsmittels und der Reinigungsbedingungen ausgewählt.

Wenn der Entspannungskessel 6 allein eingesetzt wird, wird eine Absorptionsflüssigkeit reich an Kohlendioxid mit einem über dem Umgebungsdruck liegenden Druck in den Entspannungskessel 6 eingeleitet, der auf Umgebungsdruck oder einen diesem nahen Druck (d. h. Umgebungsdruck +/- einem halben Bar (0.5 atm)) eingestellt ist, eingeleitet. Auf diese Weise wird die Absorptionsflüssigkeit 4 reich an Kohlendioxid zur Freisetzung eines Teils des Kohlendioxids dampfentspannt. Am Kopf des Entspannungskessels 6 wird freigesetztes Kohlendioxid abgezogen. Die Absorptionsflüssigkeit mit einem verminderten Gehalt an Kohlendioxid in Folge der Freisetzung eines Teils des Kohlendioxids (d. h., einer ersten regenerierten Absorptionsflüssigkeit 8 arm an Kohlendioxid) wird direkt zum Absorptionsturm 2 zurückgeführt und darin erneut eingesetzt. Andererseits kann in Abhängigkeit von der Art des Absorptionsmittels und den Reinigungsbedingungen diese erste regenerierte Absorptionsflüssigkeit 8 arm an Kohlendioxid in die Regenerierkolonne 7 eingeleitet werden.

Der untere Teil der Regenerierkolonne 7 ist mit einem Aufkocher verbunden, der eine Dampfquelle (Dampferzeuger) 17 verwendet, so dass Kohlendioxid aus der ersten regenerierten an CO&sub2; armen Absorptionsflüssigkeit 8 durch Dampf gestrippt wird. Fernerhin wird die Bodenflüssigkeit der Regenerierkolonne 7 über eine Leitung 19 in den Aufkocher 10 geleitet und wird darin aufgekocht und der erzeugte Dampf wird in das Unterteil der Regenerierkolonne 7 durch eine Leitung 20 zurückgeführt und dient dazu, ein Dampfstrippen der ersten regenerierten, an CO&sub2; armen Absorptionsflüssigkeit, die in der Regenerierkolonne 7 nach unten rieselt, zu bewirken. Das freigesetzte CO&sub2; zusammen mit Dampf wird aus dem oberen Teil der Regenerierkolonne 7 abgezogen, mit einem Kopfdampfkondensator 11 abgekühlt und dann in ein Trenngefäß 12 eingeleitet, in dem es in freigesetztes Kohlendioxid 16 und ein Kondensat getrennt wird. Das freigesetzte Kohlendioxid 16 wird aus der Anlage abgezogen, während das Kondensat als Zirkulationsflüssigkeit 13 über eine Sprühdüse 14 in der Regenerierkolonne 7 zurückgeleitet wird. Die regenerierte Absorptionsflüssigkeit wird vom Bodenteil der Regenerierkolonne 7 als eine zweite, an Kohlendioxid arme Absorptionsflüssigkeit abgezogen und zum Einsatz in der Absorptionsstufe in diese zurückgeführt. Je nach verwendeter Absorptionsflüssigkeit kann die an Kohlendioxid reiche Absorptionsflüssigkeit unmittelbar in der Regenerierkolonne 7 regeneriert werden anstatt durch den Entspannungskessel 6 hindurchgeleitet zu werden (die hierfür zu verwendende Leitung ist in Fig. 1 fortgelassen).

In dem Fall, in dem eine Absorptionsflüssigkeit mit 3-(Dimethylamino)-1,2-Propandiol (DMAPD) ausgewählt aus verschiedenen, im Verfahren nach der vorliegenden Erfindung einsetzbaren Aminverbindungen eingesetzt wird, wird es bevorzugt für Gase mit einem Partialdruck des Kohlendioxids im Bereich von 0,1 bis 5 MPa (1 bis 50 atm), wie oben beschrieben, verwendet. In diesem Fall vermag die Absorptionsflüssigkeit unter Verwendung des Entspannungskessels 6 allein, der Regenerierkolonne 7 allein, oder beider Apparate regeneriert werden.

In dem Fall, in dem dagegen als Absorptionsflüssigkeit 3-(Diethylamino)-1,2-Prolpandiol (DEAPD) eingesetzt wird, wird dieses vorzugsweise für Gase verwendet, die einen Partialdruck des Kohlendioxids im Bereich von 0.03 bis 0,5 MPa (0,3 bis 5 atm) haben. In diesem Fall wird die Absorptionsflüssigkeit vorzugsweise unter Verwendung der Regenerierkolonne 7 allein regeneriert.

Die vorliegende Erfindung wird fernerhin unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele erläutert, in denen das Absorptionsvermögen für Kohlendioxid einiger Aminverbindungen der allgemeinen Formel [1], die als Absorptionsmittel gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden können, und der Einsatz einer Versuchsanlage in kleinem Maßstab für Absorptionsversuche getestet wurde.

Beispiele 1 bis 2 und Versuchsbeispiel 1

Ein 150 ml Reaktor aus Glas wurde in ein thermostatisch temperaturgeregeltes Wasserbad gestellt und es wurden 100 ml einer Kohlendioxid absorbierenden Flüssigkeit enthaltend 45 Gew.-% wässrige Lösung aus DMAD (Beispiel 1) zugegeben. Während die Absorptionsflüssigkeit durch Umrühren auf einer Temperatur von 40ºC gehalten wurde, wurde Kohlendioxidgas aus einem Gaszylinder in den Reaktor oben so eingeleitet, dass es Gasblasen erzeugte. Das nicht absorbierte Kohlendioxid wurde aus dem Reaktor durch eine Abzugsleitung für Kohlendioxid, die mit einem automatischen Regelventil versehen war, um einen konstanten Kohlendioxiddruck innerhalb des Reaktors aufrecht zu erhalten, abgezogen. Nach Beginn der Kohlendioxidzugabe wurden aus der Absorptionsflüssigkeit in regelmäßigen Zeitabständen Proben gezogen und auf die Menge an in die Absorptionsflüssigkeit absorbierten Kohlendioxid mit Hilfe eines Kohlendioxidanalysators (eines organischen Kohlenwasserstoff vollständig analysierenden Apparat) zur Bestimmung der Absorptionsmenge an Kohlendioxid im Sättigungszustand analysiert. Durch Wiederholung dieses Vorgangs bei unterschiedlichen CO&sub2;-Drucken innerhalb des Reaktors, wurde eine Absorptionskurve für Kohlendioxid für diese Absorptionsflüssigkeit als eine Funktion des Partialdrucks des Kohlendioxids gewonnen. Durch Verwendung von DEAPD (Beispiel 2) und MDEA (Vergleichsbeispiel 1; eine wässrige Lösung von 45 Gew.-%) als Absorptionsmittel wurden Absorptionskurven bei Sättigung mit Kohlendioxid auf die gleiche Weise wie oben beschrieben gewonnen. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in Fig. 2 dargestellt. In Fig. 2 ist auf der Abszisse der Partialdruck des Kohlendioxids (d. h. der Druck des Kohlendioxids innerhalb des Reaktors bei diesen Versuchen) aufgetragen und auf der Koordinate ist die Absorptionsmenge an Kohlendioxid im Sättigungszustand (ausgedrückt in Nm³ an Kohlendioxid je ton Absorptionsflüssigkeit) aufgetragen.

Aus Fig. 2 ergibt sich deutlich, dass das DMAPD [dargestellt durch einen offenen Kreis (0)], das in Beispiel 1 der vorliegenden Erfindung verwendet wurde, eine größere Absorptionsvermögen für Kohlendioxid als das im Vergleichsbeispiel 1 verwendete MDEA (durch eine gebrochene Linie dargestellt), im Bereich des Partialdrucks des Kohlendioxids von 0,1 bis 5 MPa (1 bis 50 atm) und insbesondere im Bereich von etwa 0,5 bis 3 MPa (5 bis 30 atm) hat. In dem Regenerierbereich, der unterhalb eines Partialdrucks des Kohlendioxids von 0,1 MPa (1 atm) liegt, zeigt jedoch DMAPD eine deutliche Verminderung des Kohlendioxidgehalts im gesättigten Zustand. Dies bedeutet, dass wenn der Partialdruck des Kohlendioxids durch Dampfentspannung oder Dampfstrippen in der Regenerierung nach Fig. 1 vermindert wird, DMAPD eine leichtere Regenerierung der Absorptionsflüssigkeit als MDEA erlaubt.

Im Falle von DEAPD (wiedergegeben als offene Quadrate ), das in Beispiel 2 eingesetzt wurde, sind die Sättigungsabsorptionsgehalte bei einem Partialdruck des Kohlendioxids, der höher als 0,2 MPa (2 atm) liegt, im wesentlichen konstant und etwas geringer als der für MDEA, das im Vergleichsbeispiel 1 eingesetzt wurde. DEAPD zeigt jedoch einen sehr viel geringeren Sättigungsabsorptionsgehalt als MDEA im Bereich von 0,02 MPa (0,2 atm) oder weniger und vorzugsweise 0,01 MPa (0,1 atm) oder weniger, was zeigt, dass DEAPD ein leichteres Regenerieren gestattet (d. h. mit geringerer Erhitzungsenergie) als MDEA. Folglich kann man erkennen, obwohl eine Absorptionsflüssigkeit die DEAPD enthält, für Zwecke der Absorption und des Regenerierens in der gleichen Weise wie eine DMAPD enthaltende Absorptionsflüssigkeit eingesetzt werden kann, da der Absorptionsbereich von DEAPD geringer als der von DMAPD ist, das zuerst genannte wird vorteilhafterweise zur Reinigung bzw. Behandlung von Objektgas eingesetzt, das einen verhältnismäßig niedrigen Partialdruck des Kohlendioxids hat, und kann bei einem niedrigeren Partialdruck des Kohlendioxids durch Dampfstrippen anstelle von Dampfentspannen regeneriert werden.


Anspruch[de]

Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen, umfassend eine Kohlendioxid-Absorptionsstufe, in der ein Gas mit einem Kohlendioxid-Partialdruck im Bereich von 0,03 bis 5 MPa (0,3 bis 50 atm) absolut in Gas-Flüssig-Kontakt mit einer Absorptionsflüssigkeit gebracht wird, die eine wässrige Lösung einer Aminverbindung müder allgemeinen Formel [1]

R¹R²NCH&sub2;CH(OH)CH&sub2;OH [1]

enthält, in der R¹ und R² jeweils eine niedere Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten, um so ein behandeltes Gas mit vermindertem Kohlendioxidgehalt und eine kohlendioxidreiche Absorptionsflüssigkeit zu erhalten,

und eine Regenerationsstufe, in der Kohlendioxid aus der kohlendioxidreichen Absorptionsflüssigkeit durch (1) Entspannungsverdampfung auf Umgebungsdruck oder nahe Umgebungsdruck und/oder (2) durch Dampfstrippen freigesetzt und eine kohlendioxidarme Absorptionsflüssigkeit durch Regenerieren gewonnen wird, die zur Verwendung in der Kohlendioxid-Absorptionsstufe zurückgeführt wird.

2. Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aminverbindung der allgemeinen Formel [1] 3-(Dimethanol)-1,2-Propandiol ist und der Kohlendioxid-Partialdruck des Gases im Bereich von 0,1 bis 5 MPa (1 bis 50 atm) absolut liegt.

3. Verfahren zum Abscheiden von Kohlendioxid aus Gasen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aminverbindung der allgemeinen Formel [1] 3-(Diethylamin)-1,2-Propandiol ist und dass der Kohlendioxid-Partialdruck des Gases im Bereich von 0,03 bis 0,5 MPa (0,3 bis 5 atm) absolut liegt und die kohlendioxidarme Absorptionsflüssigkeit durch Dampfstrippen regeneriert wird.

4. Kohlendioxid-Absorptionsmittel umfassend eine Aminverbindung der allgemeinen Formel

R¹R²NCH&sub2;CH(OH)CH&sub2;OH

mit R¹ und R² jeweils einer Alkylgruppe, vorzugsweise einer niederen Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen.

5. Kohlendioxid-Absorptionsflüssigkeit umfassend eine wässrige Lösung, die eine Aminverbindung der allgemeinen Formel

R¹R²NCH&sub2;CH(OH)CH&sub2;OH

enthält, in der R¹ und R² jeweils eine Alkylgruppe, vorzugsweise eine niedere Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, bedeuten.







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