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Dokumentenidentifikation DE10034544C2 15.05.2003
Titel Klebersuspension
Anmelder Urban, Torsten, 79206 Breisach, DE
Erfinder Urban, Torsten, 79206 Breisach, DE;
Horn, Olaf, 09322 Penig, DE;
Neugebauer, Rainer, 09328 Lunzenau, DE
Vertreter Rumrich, G., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 09116 Chemnitz
DE-Anmeldedatum 14.07.2000
DE-Aktenzeichen 10034544
Offenlegungstag 31.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.05.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.05.2003
IPC-Hauptklasse B44C 7/00
IPC-Nebenklasse C09J 7/04   D06N 7/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Klebersuspension, die bei der Anbringung von insbesondere bahnenförmiger Wandverkleidungen an Wänden oder Decken Anwendung findet. Dabei soll ein späteres Entfernen der Wandverkleidung möglichst problemlos durchführbar sein. Unter einer bahnenförmigen Wandverkleidung ist hierbei eine Tapete, Rauhfasertapete, ein Gewebe, beispielsweise aus textilem Material sowie aus Polyesterfasern, Jute oder Glasfasern, weiterhin Kunststoffolien oder Metallfolien zu verstehen, die in Bahnen oder anderen Abschnitten (z. B. in quadratischer Form) an einer Wand oder Decke anbringbar sind.

Nach DE 198 10 508 sind lösbare Wandverkleidungen bekannt, die mittels Klettbändern an der Wand befestigt werden. Ein Verfahren zur Dekontaminierung von Flächen, insbesondere auch zum Entfernen von Tapeten durch Befeuchten wird in DE 43 00 314 beschrieben. In DE 23 43 090 A1 wird eine abziehbare Tapete offenbart, die mit einem Klebemittel an der Wand befestigt wird, das Zusatzstoffe enthält, die den Vorgang des Entfernens der Tapete unterstützen sollen. Ein Verfahren zum Aufkleben von Tapeten nach DE 26 15 725 C3 verwendet einen Kleber mit einem Pulver (Quarzmehl), das mindestens die vierfache Menge des eingesetzten Klebers ausmacht. In DE 27 11 846 A1 wird ein Klebstoff für eine abziehbare Tapete offenbart, der eine Dispersion eines Acrylestercopolymers ist, in der Quarzpulver dispergiert wird. Weitere Komponenten sind eine wässrige Wachsdispersion, hydrophobe Metallseife, Silikon. Das Aufbringen dieses Klebers wird bereits beim Tapetenhersteller durchgeführt. Ein Klebemittel mit hydrophobem Material und einem Dispergiermittel wird in der DE-OS 20 56 566 aufgezeigt. Auch hier kommen weitere Zusätze zum Einsatz, um eine entsprechende Wirkung des Klebers zu erzielen. Weiterhin sind entfernbare Tapeten bekannt, die auf der wandseitigen Oberfläche eine Schicht aus Cellulosefasern und synthetischen Fasern aus einem thermoplastischen Polymer oder Copolymer besitzen, wobei die Haftung über ein weiteres Polymer oder Cellulosederivat erfolgt (DE 31 29 003). Eine Wachs-in-Wasser-Emulsion und eine wässrige Emulsion eines druckempfindlichen Klebstoffs wird als Haftmittel für die wandseitige Oberfläche einer ablösbaren Tapete in EP 0 274 875 beschrieben.

Die bekannten Kleber haben gemeinsam, dass sie entweder eine zu starke Haftung der Wandverkleidung an der Wandfläche bewirken und sich dadurch schwer wieder abziehen lassen oder sie vermeiden diese starke Haftung, wodurch ein ungewolltes Abfallen der Verkleidung von der Wand möglich ist.

Es stellte sich daher die Aufgabe, eine Klebersuspension zu finden, die sowohl eine ausreichende Haftung der Wandverkleidung an der Wand gewährleistet, als auch ein leichtes Entfernen ermöglicht.

Die Aufgabe konnte durch die Erfindung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst werden.

Gegenstand der Erfindung ist dabei eine Klebersuspension, bestehend aus einem Cellulosederivat mit Kunstharz als Kleber, haftvermindernden Partikeln aus Glas, Keramik, Glaskeramik, Faserverbundmaterial, Kunststoff, mineralischen Stoffen oder aus einer Mischung oder Kombination dieser Materialien und Wasser, wobei das Gewichtsverhältnis Kleber : Partikel : Wasser 1 : 0,8 bis 1 : 20 bis 40 beträgt und die Partikel eine Größe von 0,1 bis 2,5 mm besitzen.

Vorzugsweise bestehen die Partikel aus Schaumglas. Sie besitzen weiterhin einen Durchmesser von 0,25 mm bis 0,5 mm und weisen eine Kugelform auf.

Damit wurde überraschenderweise eine Klebersuspension gefunden, die beim Ankleben einer Wandverkleidung an eine Wand ein optimales Zusammenspiel von Haftung einerseits und Wiederabziehbarkeit andererseits bewerkstelligt. Erreicht wird das durch das erfindungsgemäße Mischungsverhältnis der Komponenten Kleber, Partikel und Wasser sowie entsprechende Partikelgrößen. Entgegen den aus dem Stand der Technik bekannten Klebergemischen, die neben den Komponenten Kleber, Partikel und Wasser noch weitere Zusatzstoffe verwenden, kommt die erfindungsgemäße Klebersuspension ohne diese aus. Durch den entsprechenden Einsatz der Partikel kann die Haftung zwischen bahnenförmiger Wandverkleidung und der Fläche einer Wand oder einer Decke dahingehend beeinflusst werden, dass deren Ablösen im trockenen Zustand leicht und auch ohne weitere bzw. nur mit geringen Hilfsmitteln möglich ist. Bei nicht oder wenig strukturierter bahnenförmiger Wandverkleidung finden Partikel mit kleinen Korngrößen bis zu 0,7 mm Anwendung. Sollen Tapeten, Strukturtapeten oder Rauhfasertapeten verarbeitet werden, kann man Partikel bis zu 2,5 mm Durchmesser einsetzen, da das optische Erscheinungsbild der bahnenförmigen Wandverkleidung damit nicht negativ beeinflusst wird.

Bleiben Partikel nach dem Entfernen der bahnenförmigen Wandverkleidung an der Wand haften, können diese beispielsweise sehr leicht mit einem Besen oder einer Bürste entfernt werden. Die Wand ist nach dem Entfernen der alten bahnenförmigen Wandverkleidung sofort wieder neu beklebbar. Neben dem Zusetzen der Partikel zu dem Tapetenkleister oder dem Beschichten der bahnenförmigen Wandverkleidung mit den Partikeln ist es auch denkbar, die Wände mit einem an diesem leicht haftendem Granulat zu beschichten, an welchem die Wandverkleidung sehr leicht haftet, wobei letztgenannte in herkömmlicher Weise an der Wand befestigt wird.

Weiterhin wird durch die erfindungsgemäße Klebersuspension die Wärme- und Schallisolierung einer Wand verbessert. Dies gilt insbesondere bei Anwendung von Schaumglasgranulat, da dies eine gute isolierende Wirkung aufweist.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und zugehöriger Figur näher erläutert.

Beispiel 1

Ein handelsüblicher Tapetenkleister wurde mit Wasser im Verhältnis 1 : 30, bezogen auf das Gewicht, angerührt. Anschließend wurden 0,9 Gewichtsteile Kügelchen aus Glas, beispielsweise aus geschäumtem Recyclinglas, deren Durchmesser im Bereich von 0,25 bis 0,5 mm liegen, in die Kleister/Wasser-Mischung eingerührt, so dass ein Mischungsverhältnis für Glas : Kleister : Wasser von 0,9 : 1 : 30, bezogen auf das Gewicht, vorlag. Die Kügelchen waren frei von scharfen Kanten und Keimen und neutral zur Umwelt.

Die Mischung wurde solange gerührt, bis eine homogene Mischung entstanden war.

Dann wurde die Mischung auf die wandseitige Fläche einer handelsüblichen Rauhfaser gestrichen und an einer Gipskartonwand befestigt. Dabei wurde der Untergrund zuvor in

Beispiel 1a) unbehandelt

Beispiel 1b) vorgekleistert und in

Beispiel 1c) mit Tiefgrund behandelt.

Nach Abtrocknen der Mischung nach mehreren Stunden konnte die Rauhfaser bei allen drei Varianten (a-c) der Vorbehandlung mit der Hand wieder gut von der Wand abgezogen werden. Dabei wurde bedarfsweise eine Ecke oder Kante der Rauhfaser zum leichteren Erfassen, beispielsweise mit einem Spachtel abgelöst.

Beispiel 2

Ein handelsüblicher Tapetenkleister wurde mit Wasser im Verhältnis 1 : 20, bezogen auf das Gewicht, angerührt. Anschließend wurden 0,9 Gewichtsteile Kügelchen aus Glas, beispielsweise aus geschäumtem Recyclinglas, deren Durchmesser im Bereich von 0,25 bis 0,5 mm liegen, in die Kleister/Wasser-Mischung eingerührt, so dass ein Mischungsverhältnis für Glas : Kleister : Wasser von 0,9 : 1 : 20, bezogen auf das Gewicht, vorlag. Die Kügelchen waren frei von scharfen Kanten und Keimen und neutral zur Umwelt.

Die Mischung wurde solange gerührt, bis eine homogene Mischung entstanden war.

Dann wurde die Mischung auf die wandseitige Fläche einer handelsüblichen Rauhfaser gestrichen und auf einem Altbauuntergrund befestigt.

Nach Abtrocknen der Mischung nach mehreren Stunden konnte die Rauhfaser mit der Hand wieder gut von der Wand abgezogen werden. Dabei wurde bedarfsweise eine Ecke oder Kante der Rauhfaser zum leichteren Erfassen, beispielsweise mit einem Spachtel abgelöst.

Beispiel 3

Die Vorgehensweise war die gleiche wie in Beispiel 1, mit dem Unterschied, dass als Mischungsverhältnis von Glas : Kleister : Wasser ein Verhältnis von 1 : 1 : 40, bezogen auf das Gewicht, eingesetzt wurde. Die Rauhfaser konnte bei allen drei Varianten (a-c), insbesondere aber bei Variante b, bei der die Gipskartonwand vorgekleistert wurde, wieder gut abgelöst werden.

Beispiel 4

Es wurde in diesem Beispiel verfahren wie in Beispiel 1, mit dem Unterschied, dass als Mischungsverhältnis von Glas : Kleister : Wasser ein Verhältnis von 1 : 1 : 40, bezogen auf das Gewicht, eingesetzt wurde. Auch in diesem Ausführungsbeispiel zeigte sich die beste Wiederablösbarkeit bei Variante b, bei der die Gipskartonwand vorgekleistert wurde.

Es zeigte sich, dass insbesondere handelsübliche Rauhfaser in den in den Ausführungsbeispielen aufgeführten Mischungsverhältnissen für die erfindungsgemäßen Glas/Kleister/Wasser- Mischungen hervorragend wieder von den Wänden abziehbar sind. Dies trifft sowohl auf die in modernen Häusern üblicherweise vorhandenen Gipskartonwänden als auch auf Altbauwände zu.

Fig. 1 zeigt den Querschnitt einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen bahnenförmigen Wandverkleidung.

Die in Fig. 1 gezeigte bahnenförmige Wandverkleidung 6 ist mittels der erfindungsgemäßen klebbaren Schicht 1 auf ihrer wandseitigen Oberfläche 2 an der Wand 3 befestigt. Dabei haben die in dieser Ausführungsform eingesetzten Partikel 4 verschiedene Größen. Sie vermindern die Haftung zwischen der Verkleidung und der Wand.


Anspruch[de]
  1. 1. Klebersuspension, bestehend aus

    einem Cellulosederivat mit Kunstharz als Kleber,

    haftvermindernden Partikeln aus Glas, Keramik, Glaskeramik, Faserverbundmaterial, Kunststoff, mineralischen Stoffen oder aus einer Mischung oder Kombination dieser Materialien

    und Wasser,

    bei der das Gew.-Verhältnis Kleber : Partikel : Wasser 1 : 0,8 bis 1 : 20 bis 40 beträgt und

    die Partikel eine Größe von 0,1 bis 2,5 mm besitzen.
  2. 2. Klebersuspension nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel aus Schaumglas bestehen.
  3. 3. Klebersuspension nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel einen Durchmesser von 0,25 bis 0,5 mm besitzen.
  4. 4. Klebersuspension nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel eine Kugelform auf weisen.






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